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Vollständige Version anzeigen : Welche Desinfektionsmaßnahmen bei PBFD



Bianka
02. June 2006, 20:19
Hallo,
ich bin noch nicht sehr lange hier im Vogelforum und erbitte Eure Hilfe.
Hier also in Kürze meine Geschichte und mein Problem:
Vor über 1 Jahr hatte ich meiner Gelbhaubenkakaduhenne, von einem großen Händler, einen Kakaduhahn dazugekauft. Ebenfalls kaufte ich eine weitere (allerdings gebrauchte) zusätzliche Volliere. Ich konnte mich an dem Glück der beiden nicht lange erfreuen, denn nach ca. 1/2 Jahr stand fest, dass beide an PBFD erkrankt waren. Da bei beiden das Schnabelhorn stark in Mitleidenschaft gezogen war habe ich sie schweren Herzens einschläfern lassen. Dieses Erlebniss sitzt bei der gesamten Familie tief! Wir werden unsere beiden Lieblinge nie vergessen.
Nun erbitte ich herzlichst Eure Ratschläge und Euer Wissen.
Welche Desinfektionsmaßnahmen könnte ich in unseren Haus vornehmen um evtl. doch wieder einen Vogel einziehen zu lassen?
Anbei noch einiges wissenswerte:
Ich habe mich bei etlichen Stellen erkundigt. Dr.Janicek sagte mir, dass das Circovirus, ein unbehülltes Virus, ca. 6 Monate außerhalb des Organismus lebensfähig sei, er riet mir 7-8 Monate zu warten bevor ich einen Vogel wieder in den Haushalt nehmen kann. Weiterhin solle ich vorher mit F-10 desinfizieren. Am besten durch vernebeln.
Dr. Pieper sagte mir auch das Virus ist noch 6 Monate lebensfähig, er würde allerdings 12 Monate mit einem neuen Vogel warten und dann evtl. mit eine UVC Lampe desinfizieren.
Die Vogelklinik in Leibzig wollte sich nicht so recht festlegen.
Noch etwas, die Vogelvollieren und alles Zubehör habe ich restlos zerstört. Ich hatte Angst, wenn ich diese wirklich noch sehr guten Stücke nur auf die Müllkippe bringe, dass ein ahnungloser Vogelhalter sie sieht und dann er und seine Vögel ein ähnliches Schicksal durchleben müssen.
Es wäre sehr lieb, wenn Ihr mir helfen würdet
Liebe Grüße
Bianka

Suppenhuhn
02. June 2006, 21:26
Hallo,

ich habe von Prof. Dr. Kaleta aus der Uni Gießen vor 2 Jahren einen Bericht über Desinfektionstests bekommen, weil mich die gleiche Frage beschäftigte.

Es gab einen Test der Desinfektionsmittel:

Venno FF super
Venno Vet 1 super
Venno Oxygen
M&Enno Veterinär B neu

unter verschiedenen Temperaturen (10 und 20°C) und mit verschiedenen Einwirkzeiten (15-180 Min.)

Allerdings wurde der Test mit dem porzinen Circovirus gemacht, der aber dem der Vögel stark gleicht, so die Aussage von Prof. Dr. Kaleta.

Die ganze Tabelle kann ich Dir hier natürlich nicht wiedergeben, aber die besten Ergebnisse wurden bei 20 °C und einer 3%igen Lösung der letzen beiden Desinfektionsmitteln erzielt. Bereits nach 15-30 Min Einwirkzeit wiesen die Keimträger keine Restviren mehr auf.

Bei einer 2%igen Lösung erhöhte sich die Einwirkzeit bei allen 4 Mitteln auf 120-180 Minuten, aber alle Holzkeimträger waren dann virenfrei.

Geringer dosiert sollten die Mittel nicht sein.

M&Enno-Veterinär B neu hat am Besten abgeschnitten.

http://www.gefluegelspezialist.de/desin_/desi_01c.html

Bianka
02. June 2006, 22:16
Hallo,
danke für Deine schnelle Antwort.
Ich werde mal bei der Firma anrufen und fragen ob sich das auch für einen Haushalt eignet und vor allem ob schädlich, wenn man weiterhin im Haus wohnt und in welcher Form ich ihn verwenden sollte (wischen, sprühen o.Ä.?)
Liebe Grüße
Bianka

-Speedy-
02. June 2006, 23:23
Würdest du uns sagen, was dir die Firma geantwortet hat, würde mich brennend interessieren?

Bianka
03. June 2006, 09:55
Hallo Bettina,
das werde ich auf jeden Fall machen.
Liebe Grüße Bianka

Christian
04. June 2006, 11:54
Hi,

bei PBFD wäre F10 das Desinfektionsmittel MEINER Wahl ... übrigens auch das meines Tierarztes ;)

Und zwar, weil es erstens eines der unbedenklichsten Desinfektionsmittel überhaupt ist, und zweitens weil es erfolgreich von dem Veterinär eingesetzt wurde, dem es als erster gelang, PBFD zu heilen ... ja zu heilen, Ihr habt richtig gelesen ... nach 30 Wochen wurden die Vögel wiederholt negativ getestet. Es handelt sich übrigens um Dr. Thomas Stanford, dem es gelang 7 von 10 schwer infizierten Graupapageien zu retten. Die Vögel wurden 90 Tage lang mit einem speziellen Interferon behandelt, was mit einer F10-Therapie kombiniert wurde ... F10 eignet sich nämlich auch zur Inhalationstherapie, um z.B. der häufig auftretenden Sekundärerkrankung Aspergillose beizukommen ... aber lest Stanford's Bericht selbst ... HIER (http://www.globalparrots.com/case_studies/case_studies1.html).

Infos zu F10 findet Ihr HIER (http://www.oesieg.de/intro/default_d.html) und HIER (http://www.healthandhygiene.net/product_details.asp?ContentId=68)

F10 ist übrigens auch für den Menschen ungefährlich ... mein Schatz ist Allergikerin und Asthmatikerin und F10 ist das erste Desinfektionsmittel, bei dem sie keine Hustenanfälle oder Kratzen in den Atemwegen bekommt.

Bianka
04. June 2006, 15:17
Hallo Chris,
das mit dem F-10 hatte mir ja auch schon Dr. Janicek gesagt, aber er war auch der einzige der dieses Mittel nannte und er wollte es mir auch gleich verkaufen. Na ja, da war ich mir nicht so sicher ob es jetzt nur um das Geschäftliche geht.
Der Bericht von Dr. Stanford ist ja wahnsinnig interessant. Vor allem sieht es ja sogar so aus, als wenn diese Kombination von Gamma Interferon und F-10 in diesem Falle auch Vögeln hilft, die bereits an PBFD erkrankt sind. Da wäre ja doch noch ein Funken Hoffnung....
Ich wundere mich nur, dass etliche Tierärzte, die sich auf Vögel spezialisiert haben kein Wörtchen von dieser Studie erwähnten. Gleichzeitig wundere ich mich auch, dass dieses Thema hier im Forum nicht so viel Resonanz hervorruft.
Scheinbar passiert es nicht so oft, dass PBFD auftritt und der bertoffene Vogelhalter wieder über die Anschaffung neuer Vögel nachdenkt. Oder kommt PBFD nur sehr selten vor?
Ich danke Dir in jedem Falle recht herzlich für Deine Antwort und werde 100%ig am Ball bleiben!
Liebe Grüße Bianka

Christian
05. June 2006, 11:08
Hi Bianka!




das mit dem F-10 hatte mir ja auch schon Dr. Janicek gesagt, ...

Siehst Du ;) Ich würde es aber bei Oesieg (Link siehe obiges Posting) bestellen, denn das ist der Direktvertrieb für Deutschland, von daher bieten die das mit Sicherheit günstiger an als der Onkel Doktor ;)



Vor allem sieht es ja sogar so aus, als wenn diese Kombination von Gamma Interferon und F-10 in diesem Falle auch Vögeln hilft, die bereits an PBFD erkrankt sind.

Ja, durchaus ... aber ...

Dieses Interferon ist erstens ein spezielles "Vogelinterferon", welches in Deutschland scheinbar nicht zu bekommen ist ... unser TA kennt die Stanford-Studie nämlich auch und hatte sich mal erkundigt ... er konnte keine Bezugsquelle finden ... was mich erlich gesagt nicht wirklich wundert, denn Dr. Stanford hatte in seiner Studie eine Danksagung einem Kollegen gewidmet, der wohl das Interferon beschafft hat. Hinzukommt, daß diese Behandlung für den Vogel extrem stressig ist ... bedenke, daß 90 Tage lang TÄGLICH eine Injektion gemacht werden muß ... eine derartige Behandlung wäre also nicht nur sehr aufwendig, sondern auch extrem teuer.

Was das F10 angeht, so hat Dr. Stanford hier Inhalationen vorgenommen, um Aspergillose zu bekämpfen, da die Graupapageien diese alle als Sekundärinfektion hatten. Dies scheint auch in Tierarztkreisen zunehmend bekannt zu werden, daß F10 insbesondere bei Aspergillose zu empfehlen ist ... schließlich weist es im Gegensatz zu Pilzmedikamenten keine Nebenwirkungen auf und Antimykotika sind schon verdammt heftige Medikamente.

Was PBFD angeht, ist F10 ebenfalls geeignet, da es Circoviren bei einer Konzentration von 1/125 abtötet ... F10 ist ja ein Konzentrat, welches mit Wasser verdünnt werden muß. Wenn die infizierten Vögel also im Brutkasten schlafen, wie z.B. südamerikanische Sittiche, hat dies den Vorteil, daß man den Kasten mit F10 einsprühen kann, um des nachts die Virenkonzentration im Gefieder und auf der Haut zu senken. Man kann es auch vernebeln oder in Heizungsverdunster füllen, um so per Anreicherung der Luft mit F10 die Gefahr von Sekundärinfektionen zu senken.

Wenn man dann noch schaut, daß 100ml schlappe 15 Euro kosten, wäre man ... sorry, wenn ich das jetzt so sage ... echt blöd, wenn man ein anderes Desinfektionsmittel verwendet.



Da wäre ja doch noch ein Funken Hoffnung....

Ja und nein. Wie gesagt, besagtes Interferon ist bislang nicht zu bekommen und die Behandlung sehr aufwendig. Aber es ist schon mal gut zu wissen, daß eine gundsätzliche Heilung mittlerweile möglich ist. Ebenfalls hoffnungsvoll ist die Tatsache, daß es in Australien mittlerweile einen Impfstoff gibt. Allerdings ist es bislang nicht möglich Circoviren im Labor zu züchten und somit kann der Impfstoff nur in geringen Mengen hergestellt werden.

Man kann also davon ausgehen, daß es in den kommenden 5 Jahren wenig Hoffnung für betroffene Vogelhalter geben wird.



Ich wundere mich nur, dass etliche Tierärzte, die sich auf Vögel spezialisiert haben kein Wörtchen von dieser Studie erwähnten.

Das mag daran liegen, daß manche diese Studie gar nicht kennen und selbst wenn, nutzt das den heutigen Patienten leider nichts, da das Medikament ja bislang nicht zur Verfügung steht.



Scheinbar passiert es nicht so oft, dass PBFD auftritt und der bertoffene Vogelhalter wieder über die Anschaffung neuer Vögel nachdenkt.

Ja, das habe ich auch mal geglaubt, aber die Realität sieht leider ganz anders aus ... die Wahrheit ist leider absolut brutal ... PBFD hat in deutschen Vogelbeständen eine Verbreitung von ca. 40%, wie eine Studie der Uni Herdecke vor wenigen Jahren aufgezeigt hat ... bei Agaporniden geht man sogar von 80-90% aus.

Man muß PBFD folglich als eine extrem gefährliche SEUCHE bezeichnen, deren Gefährlichkeit MASSIV unterschätzt wird, denn leider ist der Virus auch über die Kleidung des Menschen übertragbar. Es ist also durchaus möglich, daß man sich als Vogelhalter durch den Besuch von Zoohandlungen und/oder Ausstellungen "das Elend" ins Haus holt ... also nicht nur durch die Anschaffung neuer Vögel :+klugsche

Apropo neue Vögel ... hier muß man ganz besonders warnen :+klugsche ... der Virus ist bis zu DREI Jahren ausserhalb des Wirtes überlebensfähig. Wenn man also seine Vögel durch PBFD verloren hat, kann man sich erst nach Ablauf dieser Zeit neue (Papageien-)Vögel anschaffen, ansonsten werden sich die neuen auch sofort infizieren, da der Virus ja noch in hoher Konzentration im Haus ist.

Fazit: Die Gefahr, die von diesem Virus ausgeht, wird selbst von vielen Fachleuten unterschätzt ... man sollte vor allem nicht vergessen, daß auch Erhaltungszuchtprogramme gefährdet sind!

Bianka
05. June 2006, 18:42
Hallo Chris,
ich wage mich z.Zt. sowieso nicht Vögel in den Haushalt zu nehmen.
Das Problem ist, dass ich nach 15 Jahren Kakaduhaltung auch einige Menschen kennengelernt habe, die Vögel haben. Bei den etwas größeren Papageien findet man ja auch nicht gleich jemanden, der sie im Urlaub o.ä. nimmt und ich hatte da so einige, denen ich diesen Gefallen getan habe.

Ein Tierarzt sagte mir, ich solle doch einfach Amazonen nehmen, die seien nicht so "anfällig". Inzwischen bin ich jedoch mehr als vorsichtig mit diesen Aussagen geworden.
Ja, sicher evtl. bricht bei ihnen PBFD nicht aus, aber Virusträger wären sie dann doch. Na ja und wie gesagt in meinem Bekanntenkreis existieren ein junges Orangehaubenpärchen und etliche Graupapgeien. Man entwickelt ja nicht nur Zuneigung zu seinen eigenen Vögeln, nicht auszudenken, wenn sie durch mich ähnlich schreckliches erleben müssten!!!
Es gibt da noch eine Frage, die ich hätte:
Wenn hier, in der Umgebung ein junger Vogel aus dem Nest fällt o.Ä. bringen die Nachbarn mir dieses teils nackte, blinde Küken und ich päpple das dann auf und verwildere es dann wieder.
Von Tauben habe ich auch schon einmal gelesen, dass sie das Circovirus in sich tragen könnten. Weisst Du darüber etwas?
Sollte ich nun auch diese Vögel nicht mehr bei mir aufnehmen?
Liebe Grüße
Bianka

Christian
05. June 2006, 19:30
Hi again Bianka!



Ein Tierarzt sagte mir, ich solle doch einfach Amazonen nehmen, die seien nicht so "anfällig".

Nun, dieser TA mag vielleicht vogelkundig gewesen sein, aber ein Papageienkenner war er scheinbar nicht ;)



Ja, sicher evtl. bricht bei ihnen PBFD nicht aus, aber Virusträger wären sie dann doch.

Genau. Und die Gefahr eines Ausbruchs ist immer gegeben, egal welche Krummschnabelart es ist und wie alt der Vogel ist. Deswegen kann man nur hoffen, daß der Impfstoff bald international verfügbar sein wird.



Wenn hier, in der Umgebung ein junger Vogel aus dem Nest fällt o.Ä. bringen die Nachbarn mir dieses teils nackte, blinde Küken und ich päpple das dann auf und verwildere es dann wieder.

Da brauchst Du Dir keine Sorgen machen ... PBFD ist auf Spitzschnäbel nicht übertragbar.



Von Tauben habe ich auch schon einmal gelesen, dass sie das Circovirus in sich tragen könnten. Weisst Du darüber etwas?

Ja, man spricht hier, wenn ich mich recht entsinne, von der sogenannten Jungtaubenkrankheit. Dabei handelt es sich aber um einen gänzlich anderen Circovirus-Stamm. Auch bei Schweinen und Kaninchen gibt es Circoviren-Infektionen. Beim Menschen zum Glück nicht ... nicht auszudenken, wenn es das gäbe 8o



Sollte ich nun auch diese Vögel nicht mehr bei mir aufnehmen?

Wie gesagt ... paß nur auf andere Krummschnäbel auf. Auch hier könnte F10 nützlich sein ... man könnte die Kleidung besprühen und auch die Haare waschen (natürlich nicht mit F10, sondern Shampoo), bevor man sich in die Nähe von gesunden Krummschnäbeln begibt.

Bianka
06. June 2006, 20:18
Hallo Chris, hallo Bettina,
ich habe heute bei der Firma Ankusan angerufen. Suppenhuhn hatte mir die Desinfektionsmittel dieser Firma empfolen.
Die Antwort hatte ich schon befürchtet, weil diese Desinfektionsmittel Chlor enthalten. Laut Aussage der Firma sind sie nicht unbedingt für eine Wohnung geeignet. Sie seien für Stallungen gedacht. Man hätte Bedenken sollten diese Mittel z.B. mit Stoffen, Teppichen oder Tapeten in Brührung kommen.
Ich bedanke mich trotzdem recht herzlich bei Suppenhuhn für die Auskunft.

Ich für meinen Teil werde mich für F-10 entscheiden und Danke Dir Christian auch sehr herzlich, Du hast mich wirklich ein gutes Stück weiter gebracht!

Ich habe heute ein junges Orangehaubenpärchen als Abgabevögel angeboten bekommen ( wegen schwerer Erkrankung des Halters) und könnte weinen, zu mir können sie ja leider noch nicht ins Haus und das obwohl ich wirklich viel, viel Platz hätte. Aber Platz alleine ist nicht alles, ich hoffe nun, dass recht bald dieser Impfstoff auch hier erhältlich sein wird.

Viele liebe Grüße
Bianka

Christian
07. June 2006, 09:58
Hi Bianka!


Ich für meinen Teil werde mich für F-10 entscheiden ...

Ich denke, diese Entscheidung wirst Du nicht bereuen. Dieses Produkt findet zunehmend Anerkennung bei Züchtern und Tierärzten und Pam und ich sind auch sehr zufrieden damit, schon allein weil es nicht so "aggressiv" ist wie die meisten anderen Desinfektionsmittel und dennoch effektiv.



... ich hoffe nun, dass recht bald dieser Impfstoff auch hier erhältlich sein wird.

Ja, das hoffe ich auch, denn erstens wäre damit nicht nur Haltern geholfen, die dann guten Gewissens einen verstorbenen Partnervogel ersetzen könnten, also neue Vögel anschaffen könnten und zweitens ist das für die Arterhaltung wichtig, denn auch in freier Natur verbreitet sich der Virus zunehmend.

Ich fürchte aber, daß es noch ein paar Jahre dauern wird, bis der Impfstoff in hinreichenden Mengen produziert werden kann und vor allem auch in Old Germany zugelassen wird.

Wenn ich aber sehe, daß die australische Regierung zur Bekämpfung von PBFD einen 5-Jahresplan ausgestellt hat und auch in Deutschland intensiv an dem Thema geforscht wird, kommt Hoffnung auf.

Bianka
07. June 2006, 22:01
Hallo Chris,
ich wollte Dir noch mitteilen, dass ich für 1l F-10, das mir der TA angeboten hatte 200,00EUR zuzügl. Mwst. bezahlt hätte. Da dürfte die Firma Oesieg ja erheblich billiger sein.
Also nochmals vielen Dank für den Tip.
Liebe Grüße Bianka

Christian
12. June 2006, 14:47
Hi again!


..., dass ich für 1l F-10, das mir der TA angeboten hatte 200,00EUR zuzügl. Mwst. bezahlt hätte.

Boah 8o ... wenn ich bedenke, daß ich knappe 15 Euro für 100ml Konzentrat bezahlt habe, beisse ich mir jetzt lieber auf die Lippen und verkneife mir einen weiteren Kommentar ;)

Ann Castro
15. June 2006, 08:01
Bzgl. F10 gibt es viele Behauptungen seitens der Herstellers (ich habe vor einiger Zeit mal das Thema intensiv recherchiert), aber keine Nachweise, z.B. wissenschaftliche Studien o.ä., die zur Verfügung gestellt werden.

Das wirksamme Mittel in F10 ist eine quaternäre Ammoniumverbindung,die nicht, wie behauptet wird harmlos, sondern recht aggressiv ist. Da Langzeitstudien nicht vorhanden sind, ist ungewiss, wie die Effekte bei längerer Benutztung auf die Vögel sind. Insbesondere Organschäden sind nicht auszuschliessen (F10 wird neuerdings von vereinzelten TAs gerne zum Inhalieren bei Aspergillose angewendet).

Bzgl. PBFD habe icheine Aussage derUni Giessen bekommen, dass der Virus ausserhalb des Wirtes bis zu zwei Jahre überlebensfähig ist.

Das einzige Desinfektionsmittel, dass diesen Virus zuverlässig abtötet soll, ebenfalls lt. Giessen Peressigsäure sein. Dies kann man zB als Wofasteril 400 in der Apotheke bestellen. Die benötigte Verdünnung, die man selbst herstellen muss ist 0,5% (vorsicht - sehr ätzend, Augenschutz tragen - gut lüften).

Es gibt tatsächlich Papageienarten, die wenger anfällig für PBFD sind, als andere. Du denen gehören aber mit Sicherheit nicht Amazonen. Lt. Harrisson, sind Aras recht resistent. Das bedeutet aber nicht, dass sie es gar nicht bekommen. Also sollte man so ein Risiko nicht eingehen.

Was in den USA gemacht wird, hier habe ich noch keine definitive Aussage eines deutschen Labors bekommen, ist zB Quarantäneräume nach der Desinfektion zu testen.

Dazu wird der Raum mit steriler Watte abgewischt und diese Probe analysiert. Es wäre sicherlich möglich dies auch bei Dir zu Hause durchzuführen, wenn Du wolltest. Details dazu kann ich Dir im Moment nur aus einem Fachbuch zitieren, aber wenn das tatsächlich ansteht, kann ich Dr. Harrisson kontaktieren und ihn fragen, wie genau man das machen muss und wie die Labors den Test dann durchführen müssen.

Mein Eindruck ist, dass die Analysen in den USA anders gemacht werden als hier. Da hier betont wird, dass die Federproben sehr frisch sein müssen. Nun, ein Wattebausch mit dem ein Raum abgewischt wurde, kann nicht ganz frisches Material enthalten - also ist dort ein gewisser Wiederspruch, den ich mir nur mit unterschiedlicher Testdurchführung erklären kann.

LG,

Ann.

Ann Castro
15. June 2006, 08:08
Wg. Impfstoff: hier wurde erwähnt, falls ich es richtig verstanden habe, dass es einen hier nicht zugelassenen Impfstoff für PBFD geben soll?

Bist Du Dir sicher? Evtl. könnte es eine Verwechselung mit Polyoma geben? Dafür gibt es nämlich in den USA einen Impfstoff, der hier aber nicht zugelassen ist.

Falls es keine Verwechselung ist, dann wäre ich Dir dankbar, wenn Du mir Informationen bzgl. des PBFD-Impfstoffes zusenden könntest.

Danke und LG,
Ann.

Christian
15. June 2006, 18:45
Bzgl. F10 gibt es viele Behauptungen seitens der Herstellers (ich habe vor einiger Zeit mal das Thema intensiv recherchiert), aber keine Nachweise, z.B. wissenschaftliche Studien o.ä., die zur Verfügung gestellt werden.

Wundert Dich das? Mich nicht. Zum einen handelt es sich bei F10 um ein noch recht neues Mittel, welches in Deutschland vielen Experten (z.B. Veterinäre und Züchter) noch gänzlich unbekannt ist und zweitens kommt unsereins an viele Infos gar nicht ran ... ich hätte z.B. auch gerne mal die komplette Studie von Dr. Michael Stanford und seine Behandlung der Graupapageien gelesen, aber ich war schon überglücklich, daß ich HIER (http://www.globalparrots.com/case_studies/case_studies1.html#) zumindest schon mal eine ungefähre Angabe hinsichtlich der Interferon-Dosierung finden konnte. Unser TA hatte den Doc auch mal angemailt und um näheren Input gebeten, aber Pustekuchen ... keine Antwort.



Da Langzeitstudien nicht vorhanden sind, ist ungewiss, wie die Effekte bei längerer Benutztung auf die Vögel sind.

Das ist richtig. Es gibt zwar diverse Meinungen von Experten, daß F10 verhältnismäßig harmlos sei ... was im Vergleich zu vielen herkömmlichen Desinfektionsmitteln auch schnell einleuchtet ... aber Langzeitstudien gibt es derzeit leider noch nicht ... kein Wunder, wenn viele Experten es nichtmals kennen und wie gesagt, so lange ist es ja auch noch nicht auf dem Markt, schon gar nicht in Deutschland.



(F10 wird neuerdings von vereinzelten TAs gerne zum Inhalieren bei Aspergillose angewendet).

In Deutschland vielleicht, aber international bewährt es sich in diesem Bereich schon seit ein paar Jahren. Der Hersteller Health & Hygiene aus Südafrika wirbt ja sogar damit, wie man HIER (http://www.healthandhygiene.net/documents/RHH%20Reference%20Letter%20Index%20-%20update%2016%20January%202004.PDF) sehen kann.

Unser TA meinte, daß F10 im Bereich der Aspergillose-Therapie zunehmend Anerkennung fände, da es keine Nebenwirkungen aufweise ... und die sind ja bei den bisherigen Behandlungsmethoden alles andere als unerheblich gewesen.



Bzgl. PBFD habe ich eine Aussage der Uni Giessen bekommen, dass der Virus ausserhalb des Wirtes bis zu zwei Jahre überlebensfähig ist.

Ja, diese Meinung wird wohl international einheitlich vertreten, wobei manche Experten aber auch von bis zu DREI Jahren auszugehen scheinen.



Das einzige Desinfektionsmittel, dass diesen Virus zuverlässig abtötet soll, ebenfalls lt. Giessen Peressigsäure sein.

Diese Aussage grassiert schon längere Zeit durch die gängigen Foren, folglich frage ich mich, ob die Giessener Götter in Weiss inzwischen auch schon mal F10 getestet haben ;)

Ich habe HIER (http://www.nwrc.com.au/forms/michael_pyne.pdf) nämlich eine definitive Aussage des australischen Veterinärs Dr. Michael Pine gelesen, daß der Circovirus enorm resistent gegen die meisten Desinfektionsmittel sei und man mit F10 die besten Chancen habe, diesen Übertätern den Gar auszumachen. Er schreibt am Ende des Artikels:

No testing has been possible to accurately assess the effectiveness of any disinfectant however F10 is likely to be best.

Da tut sich mir die Frage auf, wie gesichert die Aussage der Uni-Giessen hinsichtlich Wofasteril ist ... gibt es hier entsprechende Studien, die man nachlesen kann?

Würde mich nicht wundern, wenn nicht, denn man merkt es immer wieder, daß die PBFD-Forschung weltweit noch in den Kinderschuhen steckt.
Australien scheint hier am weitesten zu sein, Stichwort Impfstoff, aber auch der australische Thread Abatement Plan for PBFD (http://www.deh.gov.au/biodiversity/threatened/publications/tap/beak-feather/index.html) dürfte diese These stützen.



Es gibt tatsächlich Papageienarten, die wenger anfällig für PBFD sind, als andere. Du denen gehören aber mit Sicherheit nicht Amazonen. Lt. Harrisson, sind Aras recht resistent. Das bedeutet aber nicht, dass sie es gar nicht bekommen. Also sollte man so ein Risiko nicht eingehen.

Ja, genau. Die Wahrscheinlichkeit eines PBFD-Ausbruchs ist vom Alter des Vogels (je jünger desto wahrscheinlicher der Ausbruch nach einer Infektion) und der Art abhängig. Man muß aber davon ausgehen, daß die Krankheit theoretisch bei jedem infizierten Papageienvogel auch ausbrechen kann ... wenn nicht, ist er aber definitiv Viren-Ausscheider.



Was in den USA gemacht wird, hier habe ich noch keine definitive Aussage eines deutschen Labors bekommen, ist zB Quarantäneräume nach der Desinfektion zu testen.

Qualifizierte Studien hinsichtlich der Wirksamkeit und insbesondere der Wirkdauer verschiedener Präparate wären sicherlich wünschenswert.



Dazu wird der Raum mit steriler Watte abgewischt und diese Probe analysiert. Es wäre sicherlich möglich dies auch bei Dir zu Hause durchzuführen, wenn Du wolltest. Details dazu kann ich Dir im Moment nur aus einem Fachbuch zitieren, aber wenn das tatsächlich ansteht, kann ich Dr. Harrisson kontaktieren und ihn fragen, wie genau man das machen muss und wie die Labors den Test dann durchführen müssen.

Solange noch infizierte Vögel in der Wohnung sind, dürfte das logischerweise ziemlich unsinnig sein. Sobald keine infizierten Vögel mehr in der Wohnung leben, kann man sowas versuchen, aber mir wäre das viel zu unsicher. Eine Wohnung ist kein Quarantäneraum, den man mal eben so desinfizieren kann. Ich würde in diesem Falle davon abraten, die nächsten 2 Jahre Papageienvögel in diese Wohnung zu holen, es sei denn, man kann sie zuvor impfen lassen ... aber ob wir das in den nächsten Jahren in Deutschland erleben werden?



Mein Eindruck ist, dass die Analysen in den USA anders gemacht werden als hier. Da hier betont wird, dass die Federproben sehr frisch sein müssen.

Es gibt anscheinend nur eine wirklich zuverlässige Testmethode, die Blutanalyse. Bei Federanalysen hat es schon enorm viele false negatives gegeben, was ich bei einer Staubanalyse per Wattebausch ebenso erwarten würde.



Wg. Impfstoff: hier wurde erwähnt, falls ich es richtig verstanden habe, dass es einen hier nicht zugelassenen Impfstoff für PBFD geben soll?

Bist Du Dir sicher?

Ja, ganz sicher, zumindest, daß es einen Impfstoff gibt ;) Such einfach mal nach PBFD Vaccine bei Google und Du wirst diverse Quellen finden, wie z.B. diese HIER (http://numbat.murdoch.edu.au/caf/pbfd.htm#vaccine) ... man beachte das Erscheinungsdatum des Links: 1997 8o

Hinsichtlich der Zulassung des Impfstoffes in Deutschland bin ich mir daher nicht 100%ig sicher, aber soweit ich weiß, liegt noch keine Zulassung vor. Aber selbst wenn, dürfte die Beschaffung schwierig und der Preis echt shocking sein, da der Impfstoff bislang nur aus Lebendmaterial gewonnen werden kann ... eine Züchtung des Circovirus im Labor ist bislang nicht gelungen.

Ann Castro
15. June 2006, 19:10
Hi Chris,

danke für Deine detaillierte Antwort.

Als ich das Thema F10 vor ein paar Jahren anging, habe ich sowohl mit der Firma in Südafrika und mit dem englischen TA, der es importierte Kontakt gehabt. Leider ist mir der Name von ihm entfallen.

Ursprünglich wurde es in Südafrika in Geflügelfarmen angewendet als Desinfektionsmittel. Dann fand es in Saudi Arabien bei den Greifvögeln Anwendung bevor es im dortigen Raum auch bei Papageien in der Aspergillosebehandlung eingesetzt wurde.

Eine kanadische Freundin, die dort wohnte, weil ihr Mann dort arbeitete, wollte mir welches mitbringen, weil sie es als DAS Wundermittel schlechthin ansah. Deshalb kam ich erst einmal darauf es zu recherchieren. bei Wundermitteln bin ich erstmal misstrauisch.

Da ich in meinen Recherchen damals ziemlich feststeckte sah ich jedoch davon ab. Meine Tiere benutze ich ungern als Versuchskaninchen.

Weder der importierende TA noch der Hersteller wollten mir irgendwelche Informationen herausrücken. Selbst, dass es sich um eine Quaternäre Ammoniumverbindung handelte, hielten sie damals geheim (biestiges Kommentar - weil sie sonst die Preise nicht hätten durchsetzen können, da der eigentliche Wirkstoff recht gängig und preiswert ist - Ende biestiges Kommentar).

Jahre später, habe ich die Info bzgl. des Wirkstoffes von jmd. bekommen, der für den Scheich von Quatar gearbeitet hat und auch nahe an Giessen dran ist. Aber gleichzeitig habe ich eben auch eine sehr nachdrückliche Warnung bzgl. der Aggressivität des Mittels (zum Inhalieren wohlbemerkt) und möglicher Langzeiteffekte bekommen.

Vor einiger Zeit gab es ein Gerücht, dass Giessen eine Studie bzgl. F10 durchführt. Allerdings habe ich dann nie wieder etwas in der Richtung gehört.

Ansonsten respektiere ich durchaus das Fachwissen von dem einen oder anderen TA, der F10 anwendet. Allerdings respektiere ich auch das Wissen der Person, die mich vor dem Mittel warnte. Deshalb wende ich es nicht an. Obwohl es ein einfacher Ausweg für mich aus dem "wie inhaliert man einen ganzen Schwarm Papageien ohne logistisch unterzugehen" Dilemma wäre. Denn das Mittel kann man großräumig anwenden.

Bei Papageien tendiere ich dazu sehr sehr konservativ bei der Behandlung zu sein, da "Versuche" bei Papageien viel eher zu desaströsen Ergebnissen zu kommen scheinen als z.B. bei manchen Säugetieren.

Über eine fundierte Entwarnung wäre ich enorm froh.

wg. Wattebäuschen - zur Verdeutlichung - die Kommentare bezogen sich auf die Überprüfung von Quarantäneräumen, in denen PBFD-positive Tiere gehalten worden waren.

LG,

Ann.

Christian
15. June 2006, 19:47
Bei Wundermitteln bin ich erstmal misstrauisch.
...
Meine Tiere benutze ich ungern als Versuchskaninchen.

Logisch ... sehe ich auch so.



Selbst, dass es sich um eine Quaternäre Ammoniumverbindung handelte, hielten sie damals geheim (biestiges Kommentar - weil sie sonst die Preise nicht hätten durchsetzen können, da der eigentliche Wirkstoff recht gängig und preiswert ist - Ende biestiges Kommentar).

Mmh ... ich finde F10 eigentlich unheimlich kostengünstig im Vergleich zu anderen Präparaten.



Jahre später, habe ich die Info bzgl. des Wirkstoffes von jmd. bekommen, der für den Scheich von Quatar gearbeitet hat und auch nahe an Giessen dran ist. Aber gleichzeitig habe ich eben auch eine sehr nachdrückliche Warnung bzgl. der Aggressivität des Mittels (zum Inhalieren wohlbemerkt) und möglicher Langzeiteffekte bekommen.

Kein Desinfektionsmittel ist absolut ungefährlich und wenn die TAs der Scheichs das erfolgreich einsetzen, dann sicherlich nicht ohne Grund ... ein Fehler der Jungs und die können ihren Hut nehmen ... die Scheichs zahlen gut, verzeihen aber nicht ;)



Vor einiger Zeit gab es ein Gerücht, dass Giessen eine Studie bzgl. F10 durchführt.

Na, mal abwarten. Über kurz oder lang werden sicherlich Studien zu F10 veröffentlicht.



Denn das Mittel kann man großräumig anwenden.

Richtig ... viele Züchter setzen es per Vernebelungsanlage ein.



Über eine fundierte Entwarnung wäre ich enorm froh.

Tja, wenn Du auf Giessen warten willst. Ich denke, es liegen genügend positive Erfahrungen von Züchtern und Veterinären vor, um eine Anwendung zu rechtfertigen. Die maximale Anwendunsgdauer sollte man allerdings mit Vets diskutieren, die diesbezüglich Erfahrungen haben. Bis zu drei Monaten scheinen jedenfalls unbedenklich zu sein, denn bei den Grauen, die Dr. Stanford behandelt hat, sind keinerlei Nebenwirkungen aufgetreten, soweit ich weiß.

Aber die Entscheidung F10 anzuwenden kann ich niemandem abnehmen ;)

Ann Castro
15. June 2006, 20:22
Viel Material zu sichten.

Bzgl. Dr. Stanford's Anwendung scheint es so zu sein, dass F10 quasi nebenbei benutzt wurde. Das eigentliche Mittel, das für PBFD eingesetzt wurde waren verschiedene Arten von Interferon. Wenn das F10 in der Studie maßgeblich gewesen wäre, dann wären die Tiere nicht bei manchen Arten von Interferon gestorben. Das F10 wurde bei allen Tieren unabhängig von der Interferonart angewendet.


Der Hersteller Health & Hygiene aus Südafrika wirbt ja sogar damit,
In der ganzen langen Werbeliste, die sich übermehrere Seiten erstreckt, habe ich zwei Personen gezählt, die außer Dr. Stanford das Mittel zur Inhalationstherapie für Aspergillose bei Papageien einsetzen. Das erscheint mir nicht sehr viel.


Unser TA meinte, daß F10 im Bereich der Aspergillose-Therapie zunehmend Anerkennung fände, da es keine Nebenwirkungen aufweise ... und die sind ja bei den bisherigen Behandlungsmethoden alles andere als unerheblich gewesen.

Bei der Inhalation mit Imaverol sind mir auch keine Nebenwirkungen bekannt und auch nicht bei der Inhalation mit Lamisil (auch wenn ich letzteres nicht für sehr effektiv halte - habe es ausprobiert). Inhalation ist generell oralen Behandlungsmethoden, wenn möglich, vorzuziehen, da es nicht systemisch wirkt, also Nebenwirkungen geringer sein können.

Ich halte es nicht für korrekt, wenn die orale Eingabe von bekanntermassen leber- und nierentoxischer Mittel mit einer Inhalation von gleich welchem Medikament verglichen wird.


wenn die TAs der Scheichs das erfolgreich einsetzen
bei Raubvögeln! Ob diese Ergebnisse ohne weiteres auf Papageien übertragbar sind ist fraglich. Bereits innerhalb der verschiedenen Papageienarten kommt es ja schon zu unterschiedlicher Verträglichkeit mancher Medikamente.


es liegen genügend positive Erfahrungen von Züchtern und Veterinären vor
Hier bitte ich um mehr Infos, wenn Dir solche Personen bekannt sind, wohlgemerkt Personen, die das Mittel bei Psittaciden bei der Aspergillosebehandlung einsetzen. Vielleicht könntest Du mir per Email Kontaktdaten schicken. Die Thematik interessiert mich wirklich und ich würde sie gerne mit Praktikern besprechen.


Tja, wenn Du auf Giessen warten willst

Nö, da bin ich flexibel. Habe weltweit recherchiert. und vor ca einem Jahr nochmal in den Vogelartikeln des Exotic Veterinary Magazines, das ich abonnierte. Außer einer kleinen Randnotiz stand da jedoch nichts drin über F10. (Muß mein Abo erneuern - wenn in den letzten zwei-drei Ausgaben was drin stand kann es sein, dass ich es nicht gesehen habe, aber ansonsten habe ich seit Jahren jede Ausgabe von der ersten bis zur letzten Seite gelesen).

Danke und LG,
Ann.

Christian
15. June 2006, 21:18
Viel Material zu sichten.

Harmlos im Vergleich zu den vorangegangenen Recherchen :D


Bzgl. Dr. Stanford's Anwendung scheint es so zu sein, dass F10 quasi nebenbei benutzt wurde.

Ja, da bei den PBFD-infizierten Grauen eben Aspergillose als hauptsächliche Sekundärerkrankung auftrat. Bei Wellensittichen hingegen sind es oft Erkrankungen des Verdauungstraktes, soweit ich weiß.


Das eigentliche Mittel, das für PBFD eingesetzt wurde waren verschiedene Arten von Interferon.

Es waren zwei Versuchsreihen. Bei der ersten entpuppte sich Katzen-Interferon als unbrauchbar und bei der zweiten wurde aviäres Gamma-Interferon erfolgreich eingesetzt.



Hier bitte ich um mehr Infos, wenn Dir solche Personen bekannt sind, wohlgemerkt Personen, die das Mittel bei Psittaciden bei der Aspergillosebehandlung einsetzen.

Sorry, hier muß ich passen. Hier scheint mir auch die Kontaktaufnahme mit entsprechend erfahrenen Vets unverzichtbar. Soweit ich weiß, haben aber neben unserem TA, die berühmten dt. Vogel-Vets damit Erfahrung.

Derweil wird Dich dieser Artikel (http://www.chemicalessentials.com.au/pdf/International%20Hatchery%20Aspergillus%20Trial.pdf) sicherlich interessieren.

Christian
17. June 2006, 17:12
Hi again,

ich habe HIER (http://www.f10biocare.co.uk/nasalbudgies.pdf) noch einen Artikel gefunden über die F10-Inhalationstherapie bei Wellensittichen.

Vogel-Mami
19. June 2006, 22:58
Hi,


und ich hab hier (http://www.uni-leipzig.de/forschb/04/2004_2516_p.html) was gefunden... (bitte ziemlich weit nach unten scrollen!)

Is von 2004, von der Uni Leipzig... :~

Steht ned viel da, u.a.:

>> ...Da BFDV nicht in Gewebe- oder Zellkulturen vermehrt werden kann und somit die Antigen-Gewinnung sehr schwierig ist, wurde das Kapsidprotein C1 gentechnologisch hergestellt. (...) Die Eignung dieses Proteins als Impfstoff gegen PBFDV soll gestestet werden. (...) <<


Äh...warum eigentlich "BFDV" oder auch "PBFDV"? :?
Hab ich jetzt scho öfters so abgekürzt gelesen, statt "PBFD"...

Aaah! :idee:
Der zweite Begriff is klar, da is das Virus gemeint, also wurde "V" wie "Virus" dahinter gesetzt... :dance:
Aber "BFDV"??? :nene:

Vogel-Mami
19. June 2006, 23:21
Äh,


is ja garnix neues! :o

Hab grad entdeckt, daß Bea dieses Forschungsprojekt gestern schon erwähnt hat...

Siehe hier (http://ww.vogelforen.de/showthread.php?t=114458)! :+klugsche

Oli
20. June 2006, 00:29
Hi

mal eine Frage an Christian.
Ich habe in einen Deiner Links etwas von einem oralen und dermalen LD-Wert von 5.000mg/kg gelesen. Ebenso steht dort, daß dieser Wert sich auf eine Verdünnung von 1:125 bezieht.
Gehe ich richtig in der Annahme das das Konzentrat demnach einen Wert 5.000 : 125 hätte ?
Wenn ja wäre der Wert(obgleich es sich dann immer noch nicht um den reinen Wirkstoff handelt) - nur so als Vergleich - bedeutend höher als bei Permethrin(in Reinform = Ratte oral: 1300 mg/kg • dermal: 4000 mg/kg).

Desweiteren würde mich interessieren, wo man nachlesen kann das quat.Ammoniumverbindungen für den innerlichen Gebrauch zugelassen sind ?

Gruß
Oli

Christian
20. June 2006, 22:07
Hi Oli!


Ich habe in einen Deiner Links etwas von einem oralen und dermalen LD-Wert von 5.000mg/kg gelesen.

Ja, in der Produktbeschreibung des Herstellers steht:
acute oral and dermal LD50 > 5000mg/Kg

Da tut sich mir natürlich erstmal die Frage auf, was denn LD50 überhaupt ist ;)

Ich habe im Netz eine gute Definition gefunden:
LD stands for "Lethal Dose". LD50 is the amount of a material, given all at once, which causes the death of 50% (one half) of a group of test animals.

Man müßte, wenn ich das richtig interpretiere, einem Tier mindestens 5000mg pro Kg Körpergewicht verabreichen, um die lethale Dosis zu erreichen. Demnach wäre es weniger toxisch als Permethrin.

Was mich aber bei der Herstellerangabe erstaunt, ist die Angabe des gleichen LD50 für oral und dermal.



Ebenso steht dort, daß dieser Wert sich auf eine Verdünnung von 1:125 bezieht.

Diese Angabe konnte ich im Zusammenhang mit obigem LD50 nicht finden.



Desweiteren würde mich interessieren, wo man nachlesen kann das quat. Ammoniumverbindungen für den innerlichen Gebrauch zugelassen sind ?

Keine Ahnung, aber ich muß gestehen, daß bei mir die Vorstellung F10 oral zu verabreichen auch eine Gänsehaut verursacht.

aramama
20. June 2006, 22:55
Hi,
es steht aber auch drin, daß man es ins Trinkwasser geben kann.
Mein TA nimmt es zum Nasenspülen oder ich muß es meinem Hahn, bei dem ein hartnäckiger Keim in der Nase sitzt, als Nasentropfen geben.
Gruß
Christiane

Molukke
20. June 2006, 23:01
Hallo,

in diesem ganzen Zusammenhang stellt sich bei mir die Frage, ob jemand weiß, wie denn die TA-Praxen desinfizieren. Dort gehen unsere Geier ja auch mal mehr oder weniger ein und aus. Und meistens sind doch etliche Vögel in Behandlung. Bei uns ist die Vogelspezialistin auch nicht täglich da, so dass an manchen Tagen fast nur Vögel zu sehen sind.

Da ist die Gefahr, sich PBFD beim Arzt einzufangen ja eigentlich auch nicht gerade als gering zu betrachten, zumal ein kranker Vogel ja anfällig ist als ein gesunder. Und anfangs weiß ja der Halter wahrscheinlich auch nicht, dass sein Vogel eine so gefährliche Krankheit hat.

Liebe Grüße

Chris

Oli
20. June 2006, 23:19
Hi Christian


Ja, in der Produktbeschreibung des Herstellers steht:
acute oral and dermal LD50 > 5000mg/Kg
Ja allgemein kann man es dort lesen, dennoch steht unter "Dairy - Information Leaflet" folgender Text:
Toxicity • Acute oral and dermal LD50 > 5,000mg/kg (A)
Note: (A) Test carried out up to 1:125
Es verwundert zwar, daß nunmehr ein Komma die 5000 trennt, doch dürfte es sich dabei nur um einen Typfehler handeln, denn aus 5000mg werden bei einer annähernd 100fachen Verdünnung keine 5mg und zudem wäre es dann hochtoxisch.


Man müßte, wenn ich das richtig interpretiere, einem Tier mindestens 5000mg pro Kg Körpergewicht verabreichen, um die lethale Dosis zu erreichen. Demnach wäre es weniger toxisch als Permethrin.
Wie bereits geschrieben gilt der von mir angegebene Wert von Permethrin in seiner Reinsubstanz - also unverdünnt. Bei einer 125fachen Verdünnung kannst Du Dir den Wert selbst errechnen. Last but not least lese ich in der Werbung generell den Begriff "ungiftig", wäre dem so gäbe es keinen LD-Wert.


Keine Ahnung, aber ich muß gestehen, daß bei mir die Vorstellung F10 oral zu verabreichen auch eine Gänsehaut verursacht.
Nun ich bezog mich eher auf "innerlich", obgleich ich auch schon gehört habe von einer Anwendung im Futter bzw. Keimfutter.
Ich kenne mich nun nicht soweit aus um den Unterschied bzw. die Wirkung zwischen LD-Werten dermal oder per Inhalation zu unterscheiden. Ich kann mir aber beim bestens Willen nicht vorstellen, daß etwas in einer bestimmten Konzentration dermal toxisch wirkt und bei Inhalation völlig ungiftig sein soll.


Gruß
Oli

Alfred Klein
21. June 2006, 13:03
Hallo Oli


Es verwundert zwar, daß nunmehr ein Komma die 5000 trennt, doch dürfte es sich dabei nur um einen Typfehler handeln, Nein, das ist kein Tipfehler.
Die Amis setzen da wo wir einen Punkt zur Tausendertrennung verwenden ein Komma und umgekehrt. Also die schreiben die 1000 (1.000) so: 1,000 und die bei uns üblichen 1,25 als 1.25.
Einfach wenn man´s weiß. ;)

Oli
21. June 2006, 13:36
Hi Alfred

danke :zustimm: wieder etwas dazugelernt.

Gruß
Oli

sigg
21. June 2006, 13:41
Nicht nur die Amis! Auch die Tommis haben so eine Angewohnheit.

Christian
21. June 2006, 19:08
Hi again!



es steht aber auch drin, daß man es ins Trinkwasser geben kann.

Ja, stimmt. Aber wie ich immer zu sagen pflege: Nicht alles was möglich ist, muß man auch gut heissen ;)

Ich muß gestehen, ich bin bei oraler Anwendung sehr skeptisch, ob das so gut ist, denn schließlich reden wir hier über ein Desinfektionsmittel und nicht über ein Medikament. Hinzukommt, daß der Hersteller zugibt, daß der Kontakt mit Schleimhäuten des Verdauungstraktes zu Irritationen führen kann. Augenkontakt soll man vermeiden!

Somit dürfte orale Anwendung für die Geier alles andere als angenehm sein ... zumal wir auch nicht wissen, wie stark diese Irritationnen ausfallen können.

Bei (stetiger) Inhallation soll es laut Hersteller keinerlei toxische Wirkungen geben. Bei empfindlicher Haut hingegen heißt es, sei eine entfettende Wirkung möglich.



Mein TA nimmt es zum Nasenspülen ....

Das dürfte für den Vogel sehr stressig und alles andere als angenehm sein.



... oder ich muß es meinem Hahn, bei dem ein hartnäckiger Keim in der Nase sitzt, als Nasentropfen geben.

Hat Dir das der TA so empfohlen?



Da ist die Gefahr, sich PBFD beim Arzt einzufangen ja eigentlich auch nicht gerade als gering zu betrachten, ....

Meiner Meinung nach trifft das auf viele TA-Praxen zu, denn eine vollständige Desinfektion des Behandlungsraums ist gar nicht auf die Schnelle möglich und hinzukommt, daß Vögel die zur Beobachtung dableiben müssen, meist im gleichen Raum untergebracht werden ... und alle Papageienvögel darin sind mit Sicherheit nicht unbedingt auf PBFD oder ähnliches getestet.

Die Ansteckkungsmöglichkeiten sind leider enorm vielfältig ... Besuch einer Zoohandlung, einer Ausstellung oder Bekannter, die auch Papas haben, etc..



Last but not least lese ich in der Werbung generell den Begriff "ungiftig", wäre dem so gäbe es keinen LD-Wert.

Volle Zustimmung, der Begriff "ungiftiges Desinfektionsmittel" ist ein Widerspruch in sich.



Nun ich bezog mich eher auf "innerlich", obgleich ich auch schon gehört habe von einer Anwendung im Futter bzw. Keimfutter.

Oral meint hier meist die Gabe über das Trinkwasser.



Ich kenne mich nun nicht soweit aus um den Unterschied bzw. die Wirkung zwischen LD-Werten dermal oder per Inhalation zu unterscheiden.

Ich auch nicht, aber es ist eine Tatsache, daß mein Schatz Pam bei Verwendung von Desinfektionsmitteln immer arge Atemprobleme bekam, da sie Asthmatikerin ist. Auf F10 hingegen reagiert sie gar nicht. Somit scheint die Anwendung per Inhalation keine Schleimhautreizungen hervorzurufen.

aramama
21. June 2006, 19:35
Hi again!







Das dürfte für den Vogel sehr stressig und alles andere als angenehm sein.




Hat Dir das der TA so empfohlen?




Meiner Meinung nach trifft das auf viele TA-Praxen zu, denn eine vollständige Desinfektion des Behandlungsraums ist gar nicht auf die Schnelle möglich und hinzukommt, daß Vögel die zur Beobachtung dableiben müssen, meist im gleichen Raum untergebracht werden ... und alle Papageienvögel darin sind mit Sicherheit nicht unbedingt auf PBFD oder ähnliches getestet.

.

Hallo,
zu 1,
deshalb hab ich es auch beim TA machen lassen, aber dem Keim kommt man nicht gut bei
zu 2,
natürlich hat das der TA angeordnet, als Ersatz fürs Spülen, denkst du ich mach sowas aus mir?
zu 3,
dieser TA hat im Behandlungszimmer eine eigene Absauganlage und in seiner Krankenstation hat jede Box eine mit getrennter Zu- und Abluft. Hat er nach eigener Anweisung so bauen lassen. Auch habe ich dort noch nie mit einem anderen Papagei im Wartezimmer gesessen (Terminplanung), obwohl er ein bekannter Papageienspezialist ist , Alfred geht da auch hin und kann es bestätigen.
Gruß
Christiane

Christian
21. June 2006, 20:33
Hi again!



natürlich hat das der TA angeordnet, ...

Nun, da er ja ein echter Vogel-Spezialist zu sein scheint, wird das wohl ok sein ... aber eben leider sehr stressig für den Vogel. Aber was will man machen, wenn Inhalation nicht hilft. Manchen Erregern kommt man ja selbst mit Antibiotika schlecht bei.



Hat er nach eigener Anweisung so bauen lassen.

Dann ist er merklich besser ausgestattet, als die meisten anderen TAs, würde ich sagen.

Molukke
21. June 2006, 22:07
Hi,

also bei meinen TÄinnen ist es leider so, dass wie bereits geschildert, eben auch Vögel zur Beobachtung teilweise im Behandlungszimmer untergebracht sind. Auch sind meistens mehrere Vögel im Wartezimmer.

Leider habe ich derzeit keinen Vogel, aber die Problematik besteht nun mal in dieser Praxis. Gelegentlich werde ich mal nachfragen, womit in dieser Praxis desinfiziert wird, zumal eine der TÄinnen auch an der Vogelklinik in Gießen arbeitet.

Und das Risiko besteht ja dann auch - wie bereits erwähnt - bei Urlaubsgäste und bei Besuchen in Vogelparks.

Zu den Nasenspülungen möchte ich nur anmerken, dass Lady im Winter Pseudomaden hatte, die auch so ziemlich gegen alles resistent sind. Thomas hat eine ganzheitliche Behandlung mit ihr gemacht, die diese Biester auch ohne Antibiotika erfolgreich bekämpft haben. Darüber war die TÄin sehr froh, da ihr Immunsystem schon derart geschwächt war, dass das AB die ohnehin schon schlimme Aspergillose noch mehr begünstigt hätte.

Liebe Grüße

Chris

Christian
22. June 2006, 21:03
Hi again!


..., aber die Problematik besteht nun mal in dieser Praxis.

Was ja nun kein Einzelfall, sondern eher die Regel ist ... und selbst wenn eine Praxis so speziell eingerichtet ist, wie oben geschildert, ist eine Infektionsgefahr auch nicht unbedingt zu 100% ausgeschlossen, sondern lediglich geringer.

gifty
23. March 2007, 23:26
.

Dieses Interferon ist erstens ein spezielles "Vogelinterferon", welches in Deutschland scheinbar nicht zu bekommen ist ... unser TA kennt die Stanford-Studie nämlich auch und hatte sich mal erkundigt ... er konnte keine Bezugsquelle finden ...

Was PBFD angeht, ist F10 ebenfalls geeignet, da es Circoviren bei einer Konzentration von 1/125 abtötet ...
Wie gesagt, besagtes Interferon ist bislang nicht zu bekommen und die Behandlung sehr aufwendig. Aber es ist schon mal gut zu wissen, daß eine gundsätzliche Heilung mittlerweile möglich ist.


Hallo Christian, gibt es über Vogelinterferon, neue Erkenntnisse???Ist es mittlerweile hier erhältlich???
F10, benutze ich.Habe heute leider PBFD positiven Befund bekommen + ich wäre für jede neue Erkenntnis + Hilfe dankbar! Gruß Gifty

Christian
25. March 2007, 12:19
Hi again!


Ist es mittlerweile hier erhältlich???

Nicht, daß ich wüßte. Ich habe aber vorsichtshalber gestern noch mal meinen Tierarzt geben, sich erneut umzuhören. Sollte ich was Neues erfahren, werde ich berichten.


Habe heute leider PBFD positiven Befund bekommen + ich wäre für jede neue Erkenntnis + Hilfe dankbar!

Je nachdem, wie weit die Erkrankung schon fortgeschritten ist, kann man durch Optimierung der Haltungsbedingungen u.U. erstaunliche Erfolge erzielen ... im Idealfall ist sogar "Symptomlosigkeit" möglich.

Wichtig ist, jeglichen Streß zu vermeiden (Stichwort harmonische Paarbildung, Vermeidung ungünstiger Vergesellschaftungen), eine optimale Vitaminversorgung zu gewährleisten (AviConzept oder Korvimin sind hier gut zu empfehlen), das Immunsystem anzuregen (Alvimun hat sich hier bestens bewährt), die Virenkonzentration in der Umwelt möglichst gering zu halten, wobei F10 anscheinend gute Dienste leistet und das entscheidende I-Tüpfelchen erzielt man mit einer Vogellampe, die eine wichtige Unterstützung bei der Ausbildung neuer gesunder Federn bildet, Stichwort Vitamin-D3-Synthese.

PS: Je nachdem, um welche Art es geht (z.B. Graupapageien), ist die Luftfeuchtigkeit von entscheidender Bedeutung, um Sekundärinfektionen wie z.B. Aspergillose vorzubeugen.

sdk
03. August 2011, 20:23
Hallo,

ich möchte diesen extrem hochwertigen Thread noch einmal aus der Versenkung holen und nachfragen ob jemand neue Erkenntnisse hat. Bei meinem Vogel ist PBFD schon ein knappes Jahr ausgebrochen. Etwa genau so lange verliert er stetig Federn. Er kann nicht fliegen und wird wegen PBFD alleine gehalten. Er braucht sehr viel Aufmerksamkeit und wir tun alles, damit es ihm möglichst gut geht. Ich möchte ihn aber erlösen, wenn er anfängt zu stark zu leiden. Inzwischen hat er nackte Stellen an Flügel und Körper. Ich habe F10 bisher nur verwendet um hin und wieder mal Käfig (mit Vogel) ein wenig einzunebeln. Ansonsten gibts Immunstimmulanz und Metakam bei Bedarf.

Sagen wir mal so... ich bin zunehmend zu Experimenten bereit.

Viele Grüße,
Stefan

Christian
04. August 2011, 11:44
Er kann nicht fliegen und wird wegen PBFD alleine gehalten.

Um welche Vogelart handelt es sich? Und gibt es in dieser Wohnung weitere Papageienvögel, mit denen er u.U. vor der Diagnose zusammen war?

Wenn in der gleichen Wohnung noch andere Papageien oder Sittiche leben, ist die Einzelhaltung überflüssig, da der Virus per Staub in der ganzen Wohnung verteilt wird und eine Infektion der anderen Vögel nicht zu verhindern ist.

Ich weise vor allem deshalb darauf hin, weil die Einzelhaltung für den Vogel psychischen Streß bedeutet und Streß das Immunsystem weiter schwächt.


Ich habe F10 bisher nur verwendet um hin und wieder mal Käfig (mit Vogel) ein wenig einzunebeln

Das scheint mir unzureichend, da F10 vor allem dazu dient, Sekundärinfektionen zu verhindern, was bei dem durch PBFD geschwächten Immunsystem leicht passieren kann. Ich würde F10 in Heizungsverdunster füllen, um so eine permanente Senkung der Bakterien- und Sporenbelastung im Raum zu erzielen, denn auch wenn die Heizung im Sommer aus ist, findet Verdunstung statt.

Und bitte nicht den Vogel selbst ansprühen, da dabei schnell F10 ins Auge gerät, was höllisch brennt ! !! Sprüh stattdessen lieber das Einstreu des Käfigs ein, so dass es unter ihm verdunstet ...das hat den selben Effekt.


Ansonsten gibts Immunstimmulanz und Metakam bei Bedarf.

Was bitte hat Metakam mit PBFD zutun und wer hat das warum verordnet?


Sagen wir mal so... ich bin zunehmend zu Experimenten bereit.

Wir brauchen keine Experimente, sondern eine vernünftige Therapie.

Daher möchte ich mal beschreiben, was mein Tierarzt gewöhnlich bei PBFD empfiehlt:

Neben obiger Empfehlung zu F10, also neben der Käfigdesinfektion zweimal pro Woche, kommt es auf folgende Faktoren an:

1. Ausreichende Vitaminversorgung ... hier hat sich PRIME bewährt. Das gibt's in gut sortierten Zoohandlungen und ist ebenso wie AviConcept für eine Dauermedikation geeignet. Letzteres gibt's fast nur über den TA und unterstützt die Gefiederneubildung. PRIME wird über's Trinkwasser verabreicht und AviConcept mit dem Futter. Beide Präparate kommen geschmacklich scheinbar bei allen Vögeln gut an.

2. Anregung des Immunsystems ... hier hat sich das homöopatische Alvimun bewährt, welches man auch beim TA bekommt.

3. Abtötung des Circovirus ... hierzu ist UV-Licht erforderlich, was zusätzlich das Immunsystem stärkt. Dies ist scheinbar ein ganz bedeutender Faktor für den Erfolgs der Therapie. Also nutz das warme Wetter und stell den Käfig auf den Balkon oder ans offene Fenster, denn geschlossene Fenster filtern UV. Dabei ist ein Schattenplätzchen für 2-3 Stunden täglich völlig ausreichend ... aber unbedingt Zugluft vermeiden! Pralle Sonne möglichst nur morgens und am späten Nachmittag und dafür sorgen, dass der Vogel in den Schatten ausweichen kann. Wenn es für "Sonnenbäder" zu kalt wird, kann man die UV-Therapie mit einer Vogellampe, z.B. Arcadia Compact, fortsetzen. Diese Lampen haben aber nur eine UV-Reichweite ca. 30-50cm und müssen halbjährlich ausgetauscht werden, weil der UV-Anteil dann verbraucht ist.

Mit dieser Therapie konnte ein flugunfähiger Vogel nach 6 Monaten wieder fliegen. Allerdings hatte der Patient keine kahlen Stellen, sondern nur verkrüppelte, zu kurze Schwungfedern und hatte vor allem einen enormen Lebenswillen, da er nicht alleine gehalten wurde.

Da die Erkrankung bei Deinem Patienten schon weiter fortgeschritten ist, kann ich natürlich nicht versprechen, das er auch in einem halben Jahr symptomfrei sein wird ... eswird sicherlich länger dauern und u.U. vielleicht auch scheitern.

Aber einen Versuch ist es wert ... ich würde vor allem sofort mit den "Sonnenbädern" beginnen!