Vollständige Version anzeigen : Ringeltauben: wie auswildern?
Berti
08. October 2006, 16:17
Hallo,
vor zwei Wochen haben wir zwei Ringeltaubenküken gefunden. Das Nest war zerstört, ein Küken sass auf dem Fußweg, das andere in der Mülltonne.
Wir haben die beiden mit Babybrei für Papageien gefüttert und nun sind die beiden (Oskar und Hans) soweit, dass sie ihre ersten Flugversuche unternehmen.
Höhen von 1m und Weiten von 2m schaffen sie schon.
Nun meine Fragen
1) Wie lange muss ich diesen Brei füttern, bzw. wie und mit welchem Futter kanns weitergehen.
2) wo sollten die beiden ihre Flugtechniken verfeinern, bzw. kann ich die Beiden im Garten üben lassen
3) wann nabeln sie sich ab und was muss ich zur Unterstützung noch tun?
Liebe Grüße
Ina
Wutzelweb
08. October 2006, 17:06
Hallo Ina,
ich weiß nicht, wie alt die Küken waren, als ihr sie gefunden habt, aber da ihr sie schon zwei Wochen habt und sie Flugübungen machen, schätze ich, dass sie zwischen 3 und 4 Wochen alt sind. Sie können also schon längst mit Körnerfutter versorgt werden.
Sehr gut zur Fütterung eignen sich 5- oder 6-Korn-Mischungen, die es z.B. bei DM gibt. Die kannst du anfangs quellen lassen, musst du aber nicht zwangsläufig, weil die beiden auch schon feste Körner verdauen können. Zusätzlich dazu sollten die beiden immer ein bisschen Grit (kleine Steinchen) zur Fütterung dazu bekommen, weil das für die Verdauung wichtig ist. Bekommst du im Zoofachhandel. Eine Ringeltaube sollte etwa 40 g Körner am Tag bekommen. Drei Mal täglich füttern reicht, notfalls sogar zwei Mal, zumindest in dem Alter, in dem sie jetzt sind.
Ihre Flugtechniken solltest du sie nur in eurer Wohnung verfeinern lassen. Wenn sie das Fliegen allmählich lernen, kriegst du den Zeitpunkt, zu dem sie es gut genug können nicht wirklich mit und plötzlich sitzen sie im Nachbarsbaum, kommen nicht mehr zurück, sind aber eigentlich für ein Leben in der Wildnis noch gar nicht reif genug.
Der erste Schritt der Abnabelung ist, dass sie gut genug alleine fressen. Leider ist das bei Ringels oft ein Drama, da die Herrschaften nicht - wie in der Natur vorgesehen - nach 4 oder 5 Wochen selber fressen, sondern sich stattdessen oft 8 oder sogar mehr Wochen Zeit lassen. Das ist nicht immer der Fall, aber leider sehr häufig. Von einem Leben in der Wohnung direkt in die Freiheit würde ich dringend abraten. Versuche jetzt schon jemanden in deiner Umgebung zu finden, der eine Voliere hat und die beiden aufnehmen kann, sobald sie selbstständig fressen. So lernen sie Artgenossen kennen und distanzieren sich allmählich vom Menschen. Wichtig ist auch, dass es noch nicht zu kalt ist, wenn sie dann in eine Voliere kommen. Ich würde jetzt schon darauf achten, dass sie in einem eher kühlen Raum stehen, in dem nachts auch das Fenster auf ist. Also nicht, dass sie sich an Heizungstemperaturen gewöhnen, denn dann würde ich die beiden erst kommendes Frühjahr in eine Voliere geben. Aber je nachdem wie gut sie sich in den nächsten zwei Wochen entwickeln, ist es noch nicht zu spät. Sie sollten auch Futter (am besten kleinkörnig wie z.B. Wellensittichfutter oder Wildsamenmischung) angeboten bekommen, damit sie das Picken üben können.
LG
Tanja
RSC
08. October 2006, 17:10
wer hat bisher erfahrungen gemacht, mit auf menschen geprägte tiere im auswildern, das würde mich interessieren?! aber was anderes, ich möchte auch etwas "kritisch" betrachten, das es in deutschland doch recht genug ringeltauben gibt, warum also müßen wir menschen, tiere mitnehmen, auch wen sie hilfslos sind ?! schützen wir dadurch wirklich ?!
(ps. nicht also zu scharf aufnehmen die letzten sätze aber ist mal eine ernstgemeinte frage, bitte nur mit ernsten antworten reagieren, kampfmails bitte per email)
Wutzelweb
08. October 2006, 17:17
Hallo René,
habe nur Erfahrung mit Ringeltauben und Mauerseglern. Also Ringeltauben sind sehr einfach vom Menschen zu entwöhnen. Sie neigen zur Panik und wenn sie nur den richtigen Anlass haben, scheinen sie einen nicht mehr zu erkennen. Sie sind im Gegensatz zur domestizierten Taube extrem instinktgesteuert und für mich der Prototyp eines Fluchttieres. Einige Zeit in einer Voliere mit anderen, scheuen Ringeltauben und minimalem menschlichen Kontakt machen eine Ringeltaube schneller wild, als man gucken kann.
Ich ziehe Ringeltauben nicht aus Artenschutzgründen groß. Für mich ist es eine Frage des Individuums und ich würde auch dann eine junge Ringeltaube (oder eine andere Art) nicht am Straßenrand liegen lassen, wenn wir eine problematische Massenpopulation hätten.
Ich habe deinen Beitrag übrigens nicht scharf aufgenommen; etwas kritisch zu hinterfragen, kann ja nicht schaden.
VG
Tanja
RSC
08. October 2006, 17:38
Hallo,
aber was wird aus den tieren, wie entwicklen sie sich, kommt es zu bruterfolgen?!
ich bin lieber züchter gefangen lebender arten und ich lasse lieber wilde tiere in ruhe (wen sie nicht, wie mal ein mauersegler, in die wohnung fliegen)
Wutzelweb
08. October 2006, 17:51
Hallo René,
vielleicht wäre es besser, wenn du zu diesem Thema einen neuen Beitrag eröffnest, weil das nichts mehr mit der Frage von Berti zu tun hat. Es bleibt dir überlassen, ob du lieber züchtest oder einem Tier, das aus einem dummen Zufall heraus - teilweise auch mit menschlichem Verschulden - aus seinem Nest gefallen ist, hilfst. Ich würde z.B. niemals züchten, es bleibt also jedem selbst überlassen, was er mit seiner Freizeit anfängt.
Nur kurz: Ja, es kommt zu Bruterfolgen. Viele Wildvogelpfleger können die Verpaarung ihrer Schützlinge mit wilden Artgenossen beobachten, da sich einige schneller völlig abnabeln als andere und immer mal wieder kommen, um zu gucken, ob nicht noch irgendwo etwas von diesem hervorragenden Futter rumliegt.
Aber wie gesagt: Wenn du mehr dazu wissen möchtest, solltest du besser ein neues Thema eröffnen.
VG
Tanja
Berti
08. October 2006, 18:59
Hallo Tanja,
vielen Dank für Deine schnelle Antwort!
Also Grit und Nymphensittichfutter stehen schon bereit. Werde dann schnellstmöglich Wellifutter und Wildsaaten bestellen :-) und die Sechskornmischung eingeweicht anbieten.
Die beiden lassen sich auch schon nicht mehr so gerne von Hand füttern.
Hoffentlich gehören unsere Beiden zu der unkomplizierten Sorte und gewöhnen sich schnell um.
Oskar wiegt jetzt 260g, Hans 240g. Kann man daraus auf das Alter schliessen?
Flugstunden werden sie dann in unserer Wohnung nehmen. Wir hatten auch schon etwas Bauchschmerzen bei dem Gedanken sie mit nach draussen zu nehmen, eben weil sie doch schon recht flink sind. Die Elterntiere sind hier auch noch in der Nähe. Besteht evtl. die Möglichkeit das sich die Beiden den Eltern wieder anschliessen?
Wir könnten dann den Balkon sozusagen als Zwischenlösung anbieten.
Oder falls das nicht so günstig ist, kennst Du jemanden in der Nähe von Hannover der Ringeltauben auswildert/der eine Voliere hat (und dem wir unsere Schützlinge bedenkenlos anvertrauen können)?
Super, dass sich Ringeltauben so schnell vom Menschen abnabeln. Das macht es für uns natürlich auch leichter. Man gewöhnt sich ja doch recht schnell an weitere gefiederte Mitbewohner...
Liebe Grüße
Ina
Wutzelweb
08. October 2006, 19:24
Hallo Ina,
hmm, ne, den Eltern anschließen werden sie sich nicht bewußt. Also es ist so, dass jetzt die Brutsaison ausläuft, bald rotten sich die Ringeltauben zu großen Gruppen zusammen, um gemeinsam über den Winter nach Futter zu suchen. Oskar und Hans :D würden sich dort dann anschließen. Aber ohne Vorgewöhnung an die "Wildnis" würde ich die Tauben - vor allem unmittelbar vor Wintereinbruch - nicht setzen.
Naja, beim Gewicht würde ich sagen 2,5 oder 3 Wochen, aber wirklich kann man das nicht sagen, da die Tauben auch einfach zu dünn sein könnten. Habt ihr ein Foto von ihnen, als ihr sie gefunden habt? Dann könnte ich euch mehr sagen.
Im Alter von 4 Wochen sollten die beiden auf jeden Fall so zwischen 350 und 400 g auf den Rippen haben. Wenn ihr auf Körner umsteigt und täglich die 40 g schafft, geht ihr auf jeden Fall auf Nummer Sicher. Auch super funktionieren ganze Erdnüsse. Die sind sehr gehaltvoll, einfach zu verfüttern und meine Jungtauben sind dann total scharf darauf, was mir das Zufüttern in der Voliere deutlich erleichtert, wenn sie schon selber fressen, aber vielleicht nicht nicht ganz die Menge aufnehmen, die sie eigentlich sollten. Um die Erdnüsse kloppen die sich dann fast.
Ach, eine wichtige Sache habe ich noch vergessen. Zu jeder festen Mahlzeit sollten die Tauben mind. 10 ml Wasser bekommen. Wenn sie schon selber trinken, ist es kein Problem, nur falls nicht, musst du es zusätzlich geben. Viele trinken aber automatisch, wenn man ihnen das Wasser direkt vor die Nase hält.
Leider kenne ich niemanden in Hannover, aber du könntest mal bei der tierärztlichen Hochschule, bei Tierärzten und in den Tierheimen in der Umgebung anrufen und dort dein Problem schildern. Häufig kennen die Privatleute, die helfen können, weil ein Tierheim oft Wildvögel vor die Tür gesetzt bekommt und die Mitarbeiter natürlich kaum Zeit haben, ein Tier rund um die Uhr zu versorgen.
LG
Tanja
PS.: Biete ihnen auch Grünzeug, z.B. Löwenzahn und Wildgräser von draußen an. Je mehr sie kennen lernen, von dem sie sich draußen ernähren können, desto besser.
Berti
08. October 2006, 19:51
Hallo Tanja,
selbständig trinken tun sie schon, aber immer erst nach langem guten Zureden ;-)
Leider habe ich mich noch nicht mit dem Verkleinern/Einstellen von Bildern hier im Forum vertraut gemacht.
Aber gleich kommt ein Bekannter der dieses Wunder der Technik evtl vollbringen kann. Könnte Dir aber sonst ein Foto per e-mail schicken wenn Du mir Deine Adresse geben würdest.
Werde mich dann schon mal die Tage um ein gutes Plätzchen für die Herrschaften kümmern, damit der Umzug zu gegebener Zeit reibungslos funktioniert.
Welche Erdnüsse fütterst Du denn? Für unsere Papageien/Sittiche habe ich immer die ungesalzenen, gerösteten von Ültje. Sind die ok?
Liebe Grüße
Ina
Wutzelweb
08. October 2006, 20:26
Hallo Ina,
wg. meiner Email-Adresse schicke ich dir eine PN. :)
Mmh, geröstete würde ich persönlich jetzt nicht unbedingt nehmen, da ich mir vorstellen könnte, dass da wichtige Vitamine flöten gehen. Ich weiß es aber nicht sicher. Im gut sortierten Fachhandel gibt es Erdnüsse extra für Tauben oder für Papageien. Die nehme ich immer. Aber wie gesagt: habe keinerlei Erfahrung mit den gerösteten. Hat vielleicht auch Vorteile wie z.B. geringere Keim-/Pilzbelastung.
LG
Tanja
Steph67
08. October 2006, 20:35
Hi,
Holunderbeeren lieben sie auch !:D Sind super Vitamine,ganz wichtig:zustimm:
Ich habe auch eine bei meinen Stadttauben sitzen,wird bald ausgewildert!
Wenn Du also in nächster Zeit einen Auswilderungsplatz suchst,könnte ich eventuell behilflich sein.
Popkornmais,Erbsen und sowas mögen sie auch.
Meine hat mit eingeweichten Schälerbsen gelernt selbst zu fressen.
Steph67
08. October 2006, 20:39
...ach ja,ich hab ja auch Stadttauben,sie sind nicht im Geringsten mit Wildtauben zu vergleichen!
Die Instinkte sind ausgeprägter,und abnabeln tun sie sich selbst mit dem Erwachsenwerden.Es ist wirklich unglaublich.
Berti
08. October 2006, 20:59
Hallo Steph,
vielen Dank für Deine Hilfe! Werde mal ein paar Futtertests machen. Aus den Kleinen machen wir schon noch so richtige Gourmets :D
Hallo Tanja,
wollen doch mal sehen ob es klappt:
Berti
08. October 2006, 21:04
aha, hat funktioniert. Wenn man auf das Bild klckt wirds größer. Das waren die Zwei heute vor zwei Wochen (heute vor zwei Wochen haben wir sie gefunden) Unsere Fütterung war damals noch etwas unbeholfen und die Kleinen verschmiert mit dem Pamps aus Reis,Ei und Möhrensaft.
Berti
08. October 2006, 21:15
...und noch eins von vor zwei Wochen sowie jeweils ein Foto von gestern und heute
Steph67
08. October 2006, 21:31
Och nee,
das sind ja zwei Zuckerschnecken.
Zum Fliegenüben ist ein leerer Raum gut,oder ein Raum in dem man alles abdecken kann. Wegen Verletzungsgefahr und so.Er sollte auf jeden Fall Tageslicht haben.Sonne ist auch lebenswichtig,wegen des Vitamin D für die Knochen.
Zum Auswildern auf jeden Fall eine Voliere bauen,in der sie vorher eine Weile leben können.Damit sie zurückkommen könnten wenn sie wollten.
Sie sollten auf jeden Fall an das Wetter gewöhnt werden,nicht verwöhnen!Sonst hast Du die zwei Riesen über den Winter.
Das wäre nicht so gut für sie, machts nur unnötig schwer.
Wutzelweb
08. October 2006, 21:51
Hallo,
die beiden Kröten sind etwa 3 Wochen alt. Sollten noch ein bisschen mehr Speck auf die Rippen kriegen. :)
LG
Tanja
Berti
08. October 2006, 22:03
Hallo Steph,
die Beiden werden jetzt auf jeden Fall in einem kühlen Raum untergebracht. Wegen der fehlenden UV-Strahlung haben wir uns auch Gedanken gemacht.
Da der Babybrei Vitamine -u.A. Vit.D- enthält hoffen wir, dass keine Mangelerscheinungen auftreten.
Flugmöglichkeiten gibts hier reichlich. Am besten ist allerdings der Flur geeignet. Wenn zusätzlich Büro und Vogelzimmer geöffnet sind haben die Beiden über 20m Start-und Landebahn ohne Hindernisse.
Auf jeden Fall werden wir für eine schnelle Auswilderung sorgen, bzw. alternativ eine Voliere mit anderen Tauben aufstöbern, wo zu gegebener Zeit ausgewildert wird.
Liebe Grüße
Ina
Berti
08. October 2006, 22:05
Hallo Tanja,
ok.Also Erdnüsse auf Vorrat kaufen! Und fütten füttern füttern :zustimm:
Liebe Grüße
Ina
Sina
09. October 2006, 08:19
Hallo Ina,
das sind ja wirklich zwei Süße! Die habt ihr ja super großbekommen!! Aber ich gebe Tanja recht, ein wenig mehr auf die Rippen dürfen die zwei schon bekommen. ;)
Dafür gehen übrigens auch Hanfkörner (bekommst Du z. B. im Freßnapf) oder Waldsaaten (über Rico´s) - ist beides auch recht gehaltvoll.
Zwischen November und Februar ist übrigens Jagdsaison für die Ringeltauben. Ich würde daher ehrlich gesagt die Auswilderung auf März verschieben. Für die Auswilderung müssen die beiden eh selbständig fressen, im Fliegen sehr sicher und weitestgehend "erwachsen" sein. Nach meiner Erfahrung ist dass erst mit ca. 10-12 Wochen soweit. Das wären also mindestens noch mal 7 Wochen bei euch, dann ist November und ich denke, es gibt optimalere Startbedingungen als ein bevorstehender Winter. Steph hat schon recht damit, dass man sie nicht allzu sehr verwöhnen soll, aber wie gesagt, Ringels verwildern auch recht schnell wieder.
Soweit mir bekannt, nützt Sonnenlicht durch Fensterscheiben nicht sonderlich viel, da die UVB-Strahlen, durch das Fensterglas gefiltert werden. Dann lieber mal im Käfig ins Freie stellen (unter Aufsicht natürlich). Mit dem Papageienhandaufzuchtsfutter seid ihr aber ganz gut bedient.
LG, Sabine
Berti
09. October 2006, 12:05
Hallo Sabine,
also erst mal muss ich sagen, dass ich sehr begeistert von der regen Anteilnahme an unserem "Aufzuchtsprojekt" bin! :prima:
Als Laie steht man ja doch erst mal vor einigen Rätseln...beginnend mit der Frage: "Hm, was könnten denn das für Vögel sein?" usw, usw...
Natürlich möchte ich in den nächsten Wochen optimal füttern und bestelle in den nächsten Tagen bei Ricos Futterkiste:
An kleinen Saaten könnte ich folgende Mischungen bestellen:
1)Kanarienfutter
2)Wellensittichfutter
3)Exotenfutter
4)Waldvogelfutter
5)Wildsaaten
Welche Mischungen sind bes. gut für Tauben??
Hanfsaaten kann ich zusätzlich bestellen und auch Baumsaaten.
Zum Abschuss sollen Oskar und Hans natürlich nicht freigegeben werden! Dann werden wir mal nach einem Quartier bis zum Frühjahr ausschau halten ;)
Liebe Grüße
Ina
Sina
09. October 2006, 13:27
Hallo Ina,
zum Selbstpicken lernen sind Wellensittichfutter & Co. ganz gut geeignet. Zum Quellen bzw. Umstellen des Futters von Brei auf Körner eignen eher Getreidearten wie z. B. Weizen, Roggen, Gerste etc. Bekommst Du übrigens auch als Bio-Artikel im Supermarkt (z. B. von Alnatura bei dm oder HIT, ist gar nicht so teuer). Später kannst Du Erbsen und Mais dazugeben. Hanf ist auch o.k., läßt sich aber auch nicht so gut quellen.
Ich würde, wenn Du mit der Futterumstellung beginnst, zunächst gequollene Körner geben. Damit kommen die Tauben meiner Erfahrung nach besser klar, als sofort auf harte Körner umzustellen. Ca. 1-2 Wochen gequollen füttern, dann kannst Du auf normale Körner gehen.
Zum Pickenlernen immer ein Töpfchen mit Körnern (da dürfen es auch ruhig die "normalen" Körner sein) in Reichweite stehen lassen. Du kannst auch Grünzeug verfüttern wie z. B. Vogelmiere (http://www.bird-box.de/index.php?Kategorie_ID=176&Artikel_ID=2442), junger Löwenzahn (o.k. ist nicht gerade die Zeit dafür ;) ), Pflücksalat, Kapuzinerkresse (meine lieben die Blüten), Petersilie etc.
Als kleine Körnchen lieben meine übrigens Exoten- und Wellensittichfutter. Waldsaaten fanden sie nicht so dolle. Kanarienfutter habe ich noch nicht ausprobiert. Würde ich aber lediglich zum Pickenlernen geben oder mal zwischendurch. Ansonsten eben Getreide, Mais, Erbsen oder Taubenfutter, Grünzeug, Beeren (z. B. Holunder - könnte aber fiese Flecken geben - Eberesche, Feuerdorn). Aber nicht entmutigen lassen, nicht alle Ringels fressen alles gleich gerne.
*g* Die Frage, was das wohl für Vögel sein könnten, kenne ich. Was man da schon mal zu hören bekommt... von Pelikan über Ente bis Raubvogel *lach* Aber sieht ja nun wirklich nicht gerade filigran aus, das Schnäbelchen.
LG, Sabine
Berti
09. October 2006, 18:28
Hallo Sabine,
die Körnermischung (5-Korn- Getreide-Mischung in Bioqualität) quillt schon :)
Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung. Schauen wir mal wie es weitergeht.
Wenn keine Probleme auftreten melde ich mich Ende nächster Woche mal wieder um Bericht zu erstatten.
Liebe Grüße
Ina
Sina
09. October 2006, 18:53
Hallo Ina,
gerne.
Da bin ich ja mal gespannt, wie sich Deine beiden Süßen weiterentwickeln.
LG, Sabine
AlexM
23. October 2006, 16:07
sehr schön, bei mir sitzen auch noch zwei ringelchen, berti. da können wir uns ja bald mit dem auswildern zusammentun. ;) und natürlich den erfahrungsbericht liefern
Berti
10. November 2006, 22:01
Hallo Alex,
wohnst Du in der Nähe von Hannover??
Unsere beiden werden immer selbständiger:-) Einen guten Platz zum Überwintern haben wir noch nicht gefunden.
Momentan sind wir etwas ratlos bezüglich der Vorgehensweise zur Überwinterung bzw. späteren Auswilderung.
Liebe Grüße
Ina
Wutzelweb
11. November 2006, 08:37
Langsam wird's kritisch mit dem Raussetzen (Voliere). Wenn die Temperaturen noch mehr fallen, würde ich's nicht tun. Eine Wohnungsüberwinterung ist nervig, aber möglich. Hab das bisher erst einmal gehabt, Vögel haben keine sichtbaren seelischen oder körperlichen Schäden davongetragen. :D Gut, sie kennen es ja auch von klein auf nicht anders. Bei einem adulten Wildtier sieht es anders aus.
Wichtig ist dann aber viel Freiflug. Das ging bei mir gut, weil beide vorzugsweise auf einem Regal gesessen haben, das ich mit Zeitungspapier ausstaffiert habe. Aber sie konnten halt fliegen, wenn sie das wollten. Das halte ich bei Ringeltauben für extrem wichtig.
VG
Tanja
Berti
11. November 2006, 14:14
Hallo Tanja,
fliegen dürfen die beiden hier den ganzen Tag. Einen Stammplatz haben sie aber nicht. Die Zewarolle ist somit unser ständiger Begleiter :D
Die beiden sind mittlerweile echte Rüpel. Bedienen sich zusätzlich an jedem fremden Fressnapf (Sittich-und Papageienfutter) und schmeissen mit Kugelschreibern und anderen Gegenständen rum.
Oskar frisst seit ca. 1 Woche ausschliesslich selbständig. Hans muss noch einmal am Tag gefüttert werden. Ausserdem üben sie das Gurren :freude:
Glücklicherweise distanzieren sie sich schon etwas von uns.
Wir setzen sie jetzt am WE mal auf den (vergitterten) Balkon und beobachten wie es ihnen draussen gefällt.
Wenn die Wohnungsüberwinterung also ok ist, werden sie wohl hier bleiben :)
Liebe Grüße
Ina
Steph67
11. November 2006, 19:07
Ach ja, die gute alte Zewarolle,das weckt Erinnerungen!:D
Das ist übrigens das Schöne an Wildtauben,sie distanzieren sich von selbst.
Habe Wild-und Stadttauben,und sie könnten unterschiedlicher nicht sein.
Mausispatz
11. November 2006, 19:43
ich kann euch sagen, dass sich eine Handycap-Wildtaube kein Stück vom Menschen distanziert. Eher das Gegenteil ist der Fall.... ist aber auch ganz schön.
Ich würde deine beiden auf jeden Fall den Winter über in der Wohnung lassen. Auf jeden Fall dás Ende der Jagdsesion abwarten. Sonst fliegen deine Schützlinge womöglich direkt dem nächsten Jäger vor die Flinte. Und ein vergitterter Balkon ist doch zum auswildern nächstes Frühjahr ideal! Lass sie einfach ein paar Wochen darauf wohnen- ist doch fast wie eine Auswilderungsvoliere. Hab ich damals auch so gemacht.
Wutzelweb
11. November 2006, 21:00
ich kann euch sagen, dass sich eine Handycap-Wildtaube kein Stück vom Menschen distanziert. Eher das Gegenteil ist der Fall.... ist aber auch ganz schön.
Hallo,
spätestens wenn die Handycap-Taube im nächsten Frühjahr geschlechtsreif wird, wird sich das ändern. Nicht gravierend, aber in Ansätzen. Vor allem, wenn sie dann in der Brutzeit Kontakt zu Artgenossen hat, egal, ob die wild oder zahm sind.
VG
Tanja
Mausispatz
12. November 2006, 12:03
Hallo,
spätestens wenn die Handycap-Taube im nächsten Frühjahr geschlechtsreif wird, wird sich das ändern. Nicht gravierend, aber in Ansätzen. Vor allem, wenn sie dann in der Brutzeit Kontakt zu Artgenossen hat, egal, ob die wild oder zahm sind.
VG
Tanja
OK, glaub ich dir gerne.. du bist schließlich die Erfahrenere von uns beiden :D Aber der Unterschied zwischen einer gesunden Handaufzucht und einer behinderten Handaufzucht sind schon ziemlich krass. Dabei musste der Kleine so viel mitmachen, dass man eigentlich meinen müsste, er würde mich jetzt hassen. :p
Berti
12. November 2006, 12:22
vermutlich ist es schon ein Vorteil wenn man zwei Ringeltauben aufzieht. Da ist der Mensch dann nicht mehr so interessant wenn sie selbständig werden.
Also die Rangordnung hier: 1. Ringeltaubenbruder/Schwester
2. Kugelschreiber, Telefone, Schnürsenkel
3. fremde Futterschüsseln
4. Mensch, Tendenz sinkend :-))
Ausgewildert werden sollen die Beiden eh erst nächstes Frühjahr. Wir hatten uns allerdings erhofft, sie hier in der Nähe in eine Voliere mit Artgenossen geben zu können. Zugegebenermassen war unsere Suche etwas lauwarm, weil "Mensch" sich nämlich nicht so gern von seinen Schützlingen trennt :~
Mir ist die Vortstellung, dass die Zwei sich nächstes Jahr vom heimischen Balkon aus selbst abnabeln somit auch am sympathischsten.
Liebe Grüße
Ina
Wutzelweb
12. November 2006, 12:30
Hallo,
ja, die Erfahrung habe ich auch gemacht. Ich glaube einfach, dass sich durch den ständigen Kontakt viel mehr Nähe aufbaut.
Meine behinderte Taube ist auch heute noch "zahm", jedenfalls wenn man bedenkt, dass es sich um eine Ringeltaube handelt. Aber mit Einsetzen der Geschlechtsreife ist das instinktive Verhalten deutlich ausgeprägter geworden. Also man bewegt sich zu hektisch in unmittlebarer Nähe oder tut irgendetwas, das ein solches Tier erschreckt und promt hat man eine Kurzschlussreaktion ausgelöst: Ringeltaube flippt nach Ringeltaubenmanier aus. Erdnüsse nimmt sie immer noch aus meiner Hand, anfassen darf ich nur, wenn sie gut drauf ist, jetzt zum Winter hin wird sie auch wieder ruhiger. Daher vermute ich wirklich, dass das in erster Linie mit den Hormonen zu tun hat. Vor Einsetzen der Geschlechtsreife war sie ein Kuscheltier.
So wie es jetzt ist, finde ich es ganz gut. Sie hat keine Angst vor mir, d.h. ggf. kann ich sie behandeln (wollte sie im nächsten Frühjahr auswildern, steht aber noch nicht fest, weil sie weiterhin ein Hinkebein hat und irgendwie schnell schwächelt). Aber sie sieht mich nicht als Partner oder Artgenossen. Und so muss es sein. Ihre Artgenossen sind die anderen Tauben in der Voliere. Ich bin nur das große Ding mit den Erdnüssen. :D
LG
Tanja
Mausispatz
14. November 2006, 13:06
Tschuldigung, wenn ich jetzt hier ein bisschen vom eigentlichen Thema abweiche (man möge mir verzeihen)....
Wutzelweb, war dein Handycaptäubchen... denn anfangs auch bewegungsfaul?? Also meiner ist morgen neun Wochen alt, kann einigermaßen fliegen und kuschelt eigentlich den ganzen Tag, wenn man ihn lassen würde. Ansonsten bewegt er sich sehr wenig. Wenn ich ihn irgendwo hinsetze, bleibt er dort meistens sitzen. Ist nicht so, dass er total unaktiv ist. Wenn ich morgens in sein Zimmer gehe, um mit ihm zu frühstücken und nachmittags komme um ihn rauszuholen, sitzt er natürlich dann nicht mehr an der selben Stelle wie morgens. Aber der Tatendrang ist doch beschränkt. Wenn ich an mien gesundes Täubchen denke, das konnte in dem Alter kaum stillstehen. Sina sagte mir auch schon, dass sie die Erfahrung gemacht hatte, dass ihre Handycabtauben sich weniger bewegen.... wollte nur mal nachfragen, ob das wirklich die Regel ist, oder ob ich mir doch Sorgen machen sollte.... :?
Berti
03. April 2007, 14:23
So, Hans und Oskar sind jetzt stattliche Tauben und reif für die Auswilderung. Wir freuen uns natürlich für die Zwei aber es fällt uns auch schwer sie ziehen zu lassen. Hans ist ein kleiner Rüpel geworden und hat mich dazu bestimmt das Kämpfen zu üben. Wenn ich telefoniere rennt er hackend hinter mir her und schlägt mich mit den Flügeln. Rotzlöffel:D
Außerdem hat er vor einiger Zeit beschlossen, dass das Schlafzimmer auch sein Nachtquartier ist, und patroulliert abends rechtzeitig vor der Schlafzimmertür auf und ab damit er auch ja mit rein kommt:p
Oskar ist eher etwas zurückhaltender.
Die Beiden haben jetzt bereits 4-5 Tage auf dem eingezäunten Balkon gesessen und neugierig die Umgebung betrachtet. Zum Wochenende wollen wir das Gitter aufschneiden und die Zwei das erste mal draußen frei fliegen lassen.
Ist das ok, oder sollten wir lieber noch einige Tage warten?
Kann es Probleme mit den Katzen geben??
Wir sind für Tipps sehr dankbar!
Wenns klappt stelle ich gleich noch mal ein paar Fotos ein :)
Liebe Grüße
Ina
Mausispatz
03. April 2007, 15:10
Ich denke, wann der richtige Augenblick ist, dass kannst nur du beurteilen. Sind sie richtig futterfest? Wie alt sind sie jetzt?
Auf jeden Fall, je länger die zwei auf dem Balkon zubringen, desto besser.
Aber richte dich darauf ein, dass wenn du das Netz öffnest, dass du deine Schützlinge vermutlich nie wiedersehen wirst. Also Verabschieden nicht vergessen!!
Berti
03. April 2007, 16:01
also Futterfest sind die zwei auf jeden Fall. Schliesslich sind sie ja nun schon 6-7 Monate alt. Kommen die denn nicht zurück bis sie gelernt haben selbständig auf Futtersuche zu gehen?
Habe jetzt mal ein Bild von Hans mühsam verkleinert. Mal sehen ob das hier funktioniert:http://img454.imageshack.us/img454/1738/dscn7392ci1.jpg
Berti
03. April 2007, 16:09
nochmal Hanshttp://img258.imageshack.us/img258/5451/dscn7393fu9.jpg
und hier http://img109.imageshack.us/img109/912/dscn7394ak5.jpgOskar
Berti
03. April 2007, 16:18
Oskarhttp://img131.imageshack.us/img131/4333/dscn7405iq4.png
Mausispatz
03. April 2007, 18:02
sehen echt gut aus deine beiden!!
Die Erfahrungen mit Ringeltauben sind leider unterschiedlich. Die Wahrscheinlichkeit dass sie zum fressen nach hause kommen ist leider gering
Wutzelweb
03. April 2007, 20:41
Hallo,
meist machen sich die Ringeltauben auf und davon. Ausnahmen gibt es natürlich. Wenn du die Möglichkeit hast, solltest du eine "freiwillige" Auswilderung anstreben. Also Tür auf und warten, bis sie selbst den Weg nach draußen suchen. Dann ist die unerwartete Weite nicht so überwältigend und die Aufregung nicht so groß, als wenn man sie in den Händen nach draußen trägt. Ringeltauben sind halt sehr instinktgesteuert und wenn sie sich erschrecken, flippen sie halt meist aus und schießen auf und davon. Selbst, wenn sie eigentlich zahm sind.
VG
Tanja
Berti
04. April 2007, 14:52
ok, dann sollen sie lieber noch ein paar Tage länger auf dem Balkon verbringen und bei der Auswilderung bleibt dann erst mal einer von uns den ganzen Tag mit draußen. Ich habe eben doch die Sorge, dass sie nicht gleich Futter finden.
Liebe Grüße
Ina
Mausispatz
04. April 2007, 17:47
du kannst ja schonmal mit ihnen üben, dass du ihnen z.B. das Futter nich in einen Napf servierst, sondern "versteckst". In einen Blumenkübel o.ä.
Berti
05. April 2007, 13:31
gute Idee, das werde ich machen. Sie picken so auch schon in den Kübeln aber ein bisschen Nachhilfe zusätzlich kann ja nicht schaden.
Da der Garten (Innenhof) von mehreren Ringels bevölkert wird, hoffe ich mal dass sie sich in der ersten Zeit dort aufhalten werden und zum Balkon zurückfinden.
Liebe Grüße
Ina
Steph67
06. April 2007, 00:00
Hallo Ina,
habe vor einiger Zeit auch eine Ringeltaube ausgewildert.
Aus einer Voliere heraus.
Dort habe ich auch gehandicappte Stadttauben.
Ich kann nur sagen,daß Ringeltauben im Gegensatz zu Stadttauben
hervorragende Instinkte haben.Mach Dir keine zu großen Sorgen,
ich denke die kommen schon klar.
Besonders wenn sie schnell Anschluß finden,und sowieso nicht
allein sind bei der Auswilderung.
Ein kleines Beispiel:
meine handaufgezogene Stadttaube hat nie Grünzeug angefaßt.
die handaufgezogene Ringeltaube hat sehr bald Löwenzahn usw.
gefressen,obwohl sie kein Vorbild hatte.
Danach hat meine Handaufzucht aus der Stadt:D selbstverständlich
Löwenzahn und Co zu ihrem Lieblingsfutter erklärt!:~
Berti
11. April 2007, 13:26
Hallo Steph,
danke für Deine aufbauenden Worte:)
Vermutlich klappt die Auswilderung wirklich problemlos. Bleibt allerdings die Frage offen, ob die Katzen im Garten den Beiden noch gefährlich werden können?
Liebe Grüße
Ina
Steph67
12. April 2007, 13:36
Ich weiß nicht wie zutraulich Deine sind!?
Also meine Grace war mit Geräuschen z.B. empfindlich.
Wenn ich Rasen mähe kommt mein Heinrich hingegen,
und guckt mir zu!(Stadttaube)
Ich glaube Wildtauben sind sehr viel mißtrauischer,
und lebenstüchtiger als Stadttauben.Insbesondre
im Vergleich bei Handaufzuchten.
Ich denke eine Wildttaube wird man nie ganz so
zahm bekommen wie eine Stadttaube.
Wie ich schon sagte,die angeborenen Instinkte sind
echt gigantisch.Der Fluchtreflex ist bei meiner z.B.
auch extrem gewesen.Wenn sie Panik hatte,dann
vergaß sie,daß die Voli ein Dach hat.:~
Das ist keiner meiner Stadttauben je passiert!
Ach,ich konnte meine Grace übrigens bis zum Schluß
problemlos anfassen.Aber nur ich!
Obwohl ich extra den Kontakt minimiert habe!
Berti
17. April 2007, 15:43
also Hans und Oskar sind schon sehr zutraulich und lassen sich auch anfassen. Täglich werde ich von Hans (manchmal auch von Oskar) zum Kampf herausgefordert. Da habe ich mir schon die eine oder andere Ohrfeige von ihm eingefangen wenn ich nicht aufgepasst habe:D
Geräuschempfindlich sind sie eher nicht, aber durchaus schreckhaft bei unbedachten Bewegungen.
Da sind sie dann wie Deine Grace und fliegen panisch drauflos.
Steph67
17. April 2007, 22:14
Hallöchen,
ja so sind sie! Kraulen ist o.k. solange sie nicht
gerade auf dem Machotrip sind. :D
Aber gut daß sie so sind ,so haben sie gute Chancen
draußen! :zustimm:
Hallo,
ich habe seit ein paar Tagen eine Ringeltaube in Pflege. Keine Ahnung wie alt sie ist... ich geh mal wiegen.. also nicht sehr dicke- 280 g. Sie hat noch ein paar spärliche Wuschelfedern auf ihrem sonstigen Federkleid und laut Tierärtztin sind die Schwingfedern noch nicht ausgeprägt.
Ich hab sie wohl ein wenig zu feste angepackt beim Füttern, nun faucht sie, wenn ich in ihre Nähe komme. Hab ihr bestimmt weh getan.
Sie frisst zwar zum Teil schon allein, aber halt zu wenig. Ich hab auch irgendwie Probleme den Kropf zu ertasten.
Nun meine Frage: Gibt es einen besonderen Trick, wie ich ihr ohne Stress zufüttere? Oder soll ich dass jetzt sowieso ganz lassen?
Bald steht ja auch das Auswildern an. Wisst ihr vielleicht, wo ich mir dafür eine kleine Voliere ausleihen kann?
Danke schonmal,
Vera
Hallo Vera,
280 g ist für eine Ringeltaube wirklich noch sehr wenig. Sie sollte schon noch etwas mehr wiegen.
Ihren Kropf solltest Du unterhalb des Halses fühlen können, leicht seitlich. Du kannst Dich auch vom Brustbein an hochtasten, vielleicht geht das leichter.
Aber Zahlen können auch schon mal trügen. Wie fühlt sich die Ringeltaube denn an? Kannst Du ihr Brustbein deutlich fühlen (= zu dünn) oder kannst Du es eher nur ein wenig fühlen (= o.k.)?
Ob Du sie zufüttern sollst, hängt auch ein wenig von ihrem Zustand ab. Ist sie zu dünn, wäre es nicht verkehrt, sie noch mit ein wenig Zusatznahrung zu päppeln. Ist sie normalgewichtig, dann lass sie ruhig selber futtern. Wiege sie am besten jeden Tag (immer morgens vor der ersten Mahlzeit oder abends nach der letzten), so hast Du im Auge, ob sie zunimmt oder nicht.
Mußt Du sie zufüttern, kannst Du die Ringeltaube in ein Handtuch wickeln, so dass der Kopf rausschaut. So ist es für sie zwar trotzdem noch Streß, aber dadurch, dass sie sich nicht mehr so extrem wehren kann, läuft die Fütterung schneller ab und der Streß ist kürzer.
Auswildern würde ich jetzt noch nicht so schnell. Lass sie erst mal gut über die 300 g Grenze kommen. Ich würde sogar sagen, sie sollte gut über 350 g wiegen. Wenn sie sich selbst in der Natur versorgen muss, kann sie das die erste Zeit schon mal das ein oder andere Gramm kosten.
Eine Voliere kannst Du Dir vielleicht im örtlichen Tierschutzverein oder Tierheim ausleihen. Ich weiß nur nicht, ob die so große Voliere veleihen. Denn die Taube sollte erst mal richtig fliegen können. In einer kleinen Voliere wird sie das nicht richtig lernen.
Überleg vielleicht mal, ob Du sie zur Auswilderung nicht an eine entsprechende Stelle geben kannst. (Von woher kommst Du denn?)
Es kann übrigens sein, dass die Taube Dich anfaucht, weil sie langsam erwachsen wird. So grob wirst Du sie schon nicht angefaßt haben, dass sie nun so verängstigt ist.
LG, Sabine
Wutzelweb
27. May 2007, 22:08
Nun meine Frage: Gibt es einen besonderen Trick, wie ich ihr ohne Stress zufüttere? Oder soll ich dass jetzt sowieso ganz lassen?
Hallo,
Sabine hat eigentlich schon alles Wichtige gesagt. Eine Frage habe ich aber noch: Frisst sie denn überhaupt schon selbstständig? Also nicht nur picken, sondern richtig runterschlucken? Manchmal lernen die das erst sehr spät. Wenn sie es nicht tut, kommst du ohne Zwangsfütterung nicht aus. Wie Sabine schon schrieb, ist es praktisch, sie in ein Handtuch zu wickeln. Darüber hinaus kannst du beim Füttern ihren Kopf recht gut fixieren, indem du den Schnabel mit Daumen und Zeigefinger nimmst und die restlichen Finger im Nacken der Taube hast. Dann kannst du den Kopf etwas zurückbiegen und sie windet sich nicht aus dem Griff. So etwa 40 g Körner mit ausreichend Waser muss das Täubchen zu sich nehmen, wenn sie wachsen und gedeihen soll. Das sieht in einer Tasse super wenig aus, ist es aber eigentlich nicht.
Zum Auswildern würde ich sie auch weggeben. Eine Kleinvoliere ist dafür nicht gut. Erstens kann sie dort nicht richtig ihre Flugmuskulatur trainieren, zweitens kann sie sich sogar die Schwungfedern verletzen. Daher sollte man Wildvögel auch nicht in Käfigen halten. Außer vielleicht, man hat sie schon so früh bekommen, dass sie keinerlei Angst vor Händen haben und im Käfig nicht flattern. Boxen für große Hunde sind sehr gut geeignet für die Unterbringung. Und dann für ein paar Tage oder Wochen in eine Voliere möglichst mit Artgenossen. Dann lernen Sie "draussen" kennen.
Viele Grüße
Tanja
Erstmal lieben Dank für Eure schnelle Antwort!
Nun - die Kleine muss echt noch zunehmen. Ich kann das Brustbein fühlen. Also schnapp ich sie mir morgen auf die vorgeschlagene Weise. Ich hab sie beim Futtern beobachtet und sie pickt zwar auch häufig daneben, aber jeder zweite Pick ist ein Treffer und wird geschluckt. Schlaues Täubchen.
Jetzt werde ich in meinem Zimmer ersteinmal den Erker zur Voliere umfunktionieren. Da hat sie auch genug Platz zum Rumflattern.
Ich wohne in Berlin und das will ich ihr nicht zumuten. Ich wollte sie da auswildern, wo ich sie auch gefunden habe. Ein wundervolles Stückchen Erde im Oderbruch. Vielleicht klappt es und ich darf den alten Ziegenstall im Garten zur Auswilderungsvoliere umfunktionieren. Da muss ich noch Überzeugungsarbeit leisten.
Danke, dass ihr mir mein schlechtes Gewissen genommen habt, wegen des Fauchens. Jetzt piepst sie mich auch schon wieder an und schnabbelt an meinem Finger. Sie macht mir echt viel Freude, aber ich versuche so wenig wie möglich mit ihr zu veranstalten, dass sie sich nicht so an mich gewöhnt.
Ich werd euch weiter berichten. Drückt mir die Daumen für morgen.
Liebe Grüße
Vera
Steph67
29. May 2007, 13:42
Hallo Vera,
das Fauchen wird sie sicher bald ganz drangeben.
Brauchst Dir aber keine Sorgen zu machen,
Ringeltauben entwöhnen sich sehr schnell wieder.
Solltest Du sie nicht den ganzen Tag auf dem
Schoß haben :D ,dann wird sie sich ganz schnell
ändern, wenn sie erwachsen ist!
Meine Grace konnte ich auch kraulen und auf die
Hand nehmen.Sobald sie Fliegen und fressen konnte,
war sie nicht mehr so zutraulich.Gott sei Dank.
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