Vollständige Version anzeigen : Rote Vogelmilbe
natronkaiser
18. February 2010, 13:56
Hallo, ich habe gegen die Rote Vogelmilbe ein Präparat empfohlen bekommen, das sich Bio-Insect-Shocker nennt, es ist von der Firma Canina und enthält Octansäure und Decansäure, es wurde von Öko-Test für "sehr gut" befunden. Es handelt sich um ein Umgebungsspray, das die Insekten austrocknen soll, indem es deren Chitinpanzer zerstört. Für Mensch und Tier ist es lt. Herstellerangaben recht unbedenklich. Wer hat Erfahrungen mit dem Produkt?
mfg
GeorgB.
18. February 2010, 20:35
Hallo,
also ich kenne es nicht. Einfach mal ausprobieren und sich vor allen Dingen nach dem Sicherheitsdatenblatt fragen. Darin stehen weitergehende Informationen, die wichtig sein können.
Octan und Decansäure sind in Kokosöl enthalten, sind zwar nicht giftig aber haben reizende und ätzende Wirkung. Da sie aber stark mit Wasser verdünnt sind, dürfte kaum eine Gefahr für Deine Tiere bestehen.
Deshalb vorsichtig, damit das Zeug nicht in die Augen gerät.
Die meisten Mittel sind bei sachgerechter Anwendung relativ ungefährlich.
Mit diesem Wort "Sachgerecht" ziehen sich die Hersteller gerne aus der Affäre und schieben damit die Verantwortung dem Selbstanwender zu. Deshalb unbedingt an die Gebrauchsanweisung halten und das Sicherheitsdatenblatt durchlesen.
MfG
Plymrock
18. February 2010, 20:38
ich habe mit mitteln, die die selne wirkung haben erfahrung gemacht....also sie sind sehr gut, aber nach behandlung des stalls sollte er etwa den halben tag gelüftet werden.
lg Plymrock
GeorgB.
18. February 2010, 22:53
Einen halben Tag lüften?8o
Stinkt das Zeug so erbärmlich?
MfG
Ludger02
18. February 2010, 23:02
Plym hat vielleicht Essigsäure genommen...die "duftet" eine Weile....:zwinker:
GeorgB.
18. February 2010, 23:16
Du nun wieder.....:D
MfG
natronkaiser
19. February 2010, 13:58
Hallo, es riecht unangenehm ist aber zu ertragen. Ich habe es entlang der Laufwege der Milben gesprüht. Danke schonmal für die Antworten.
mfg
Plymrock
19. February 2010, 16:46
sooo schlimm ist es auch nicht:D...nein, aber nett riecht es nicht, und das steht auch auf den verpackungen drauf.
lg Plymrock
rumpfy
23. August 2010, 19:32
ich habe damit sehr gute erfahrungen gemacht und auch andere . und der geruch ist nicht schlimm
blackPhoenix82
09. September 2010, 09:59
...ich streue meine Ställe 2-3 mal im Jahr mit Kieselgur ein...wunderbar das Zeug!
Tiffani
10. September 2010, 03:06
...ich streue meine Ställe 2-3 mal im Jahr mit Kieselgur ein...wunderbar das Zeug!
Weiß Du eigentlich was du da verpulverst?
Entfernst du deine Tiere solange?
Saugst du hinter alles aus und wischt es auch weg?
Kieselgur (http://de.wikipedia.org/wiki/Kieselgur)
Siliziumdioxid (http://de.wikipedia.org/wiki/Siliciumdioxid)
Pneumonikose (Silikose) (http://flexikon.doccheck.com/Silikose)
Bei betroffenen Vögel dauert es natürlich keine 10-20 Jahre...
GeorgB.
10. September 2010, 08:26
Zu Tiffys Unterstützung:
Angaben aus dem Sicherheitsdatenblatt eines professionellen Herstellers zu solch einem Produkt: http://www.killgerm.com/de/downloads/killgerm_hsds/Killgerid_Puder.pdf
Gefahrenmöglickkeiten sind auch bei natürlichen Produkten gegeben.
MfG
Tiffani
10. September 2010, 12:09
Zu Tiffys Unterstützung:
Angaben aus dem Sicherheitsdatenblatt eines professionellen Herstellers zu solch einem Produkt: http://www.killgerm.com/de/downloads/killgerm_hsds/Killgerid_Puder.pdf
Gefahrenmöglickkeiten sind auch bei natürlichen Produkten gegeben.
MfG
Danke Georg :trost: :blume:
Egon
13. September 2010, 00:51
hallo,
wer hat denn erfahrung mit diesem mittel:
TEMSILOX ® -Parasitenpuder
Gegen Ektoparasiten an Tieren
lt. hersteller hp kann dieses mittel auch am tier angewendet werden.
ich hoffe es kennt jemand dieses mittel und kann mir seine erfahrungen mitteilen.
lieben gruß
egon
Tiffani
13. September 2010, 11:43
Es ist dasselbe nur unter einen anderem Namen.
Enthält auch Siliciumdioxid (Kiselgur).
Sprich, macht die selben Probleme...
Rasti
13. September 2010, 12:14
ich weiß nicht...sind doch alles nur halbe Sachen .
Und die Vogelmilbe lacht sich dabei tot .
Sicher auch eine Art der Bekämpfung :D : vor allem biologisch !
Ich schreibe das hier, um anderen Mut zu machen .
Leider wird dieses Thema oft schamhaft verschwiegen weil man dabei in den Verdacht der unsauberen Haltung gerät .
Aber es reicht ja bereits ein Vogelnest am Haus , neue Sitzstangen etc. um sich die rote Invasion zu holen.
Ich hatte vor 5 Monaten dieses Problem und zwar massiv !
Anzeichen, die ich nicht erkannte waren :
Alle Vögel zeigten eine ungewohnte Unruhe, vor allem bei Dunkelheit.
Da ja das oft auch ein Zeichen von Kokzidien ist wurde erst mal eine Kotprobe von den Brillenvögel gemacht .
Von denen waren leider 0.3 plötzlich ohne sichtbare Vorwarnung gestorben .
Ergebnis : massiv tote Vogelmilben im Kot - MASSIV !!!!
Mich traf fast der Schlag 0l .
Mit Hilfe von Herrn P. vom DKB klappte die Bekämpfung ohne weitere Verluste : aber es war echt Schwerstarbeit :
1.Sofortmaßnahme :
über 50 Vögel wurden sofort mit IVO ( IVO S 0.2ml + 0.8ml Wasser,
pro 20Gramm Vogel 0,2ml auf die rein Nackenhaut ) behandelt - alle überlebten .
2.
bei 6 langen Boxen wurde alles bis auf den Grundzustand entfernt : die Folie von den Wänden, Grünzeug raus , heiß gewaschen, getrocknet und eingefroren.
Die Box wurde mit ..... ausgesprüht, alle Sitzäste aus Holz entsorgt, sämtliche Schalen etc. wanderten in die Spülmaschine, die Box wurde von der Wand gerückt , dann diese und die Boxenrückseite auch von außen besprüht, ebenso das Brett, auf dem die Box stand , der Boden darunter , kurz die ganze Umgebung .
Box für Box und Voli für Voli !
Es war Stress pur :
vormittag im Betrieb und am Nachmittag jeden Tag mit Hilfe 5 lange Boxen, 3 Volieren ,1 Vogelzimmer behandelt .
Nach 12 Stunden Wartezeit konnte die bearbeitete Box wieder eingerichtet werden , Vögel rein und die nächste war an der Reihe .
Nach 2 Wochen wurde die IVO-behandlung wiederholt.
Später wurden in jeder behandelten Box alle 3 Wochen zur Kontrolle zwei Sitzstangen umwickelt .
Die ganze Aktion dauerte über 2 Wochen !
Da das gesprühte Mittel nur hat ein Wirkung von ca 6 Wochen hat wurde die Behandlung- vereinfacht- wiederholt:
Vögel aus der Box raus, Schubladen raus,Unterseite der Box und der Schublade erneut dünn besprüht über Nacht trocknen lassen , Vögel rein und die nächste Box Voliere kam dran .
Grünzeug, Äste, Schüsseln etc. wurden damit nicht mehr behandelt
Nach 3 Wochen erneute Kontrolle mittels umwickelter Sitzstangen - negativ
Wir hatten es geschafft - ohne weiteren Verlust nur eines Vogels ( von über 50 Stück ) !!!- sie restlos zu vernichten.
Seit 2 Monaten sind alle Kontrollen negativ, die Vögel schlafen wieder ruhig, haben auch etwas zugenommen und sind quietschfidel .
Da das Mittel nur eine Wirkung von ca 6 Wochen hat, kann ich jetzt Raubmilben einsetzen :
:+klugsche
Vorsicht ist besser als Nachsicht -Einmal solch ein Stress reicht mir voll aus
PS: das Sprühmittel ist ein Kontaktgift ,man darf nur mit Handschuhen arbeiten ,darf es nur verdünnt ( nach Gebrauchsanweisung ) anwenden und es muß vollkommen angetrocknet sein ehe man nach ca 6 Stunden die Vögel wieder in die Box / Voliere/ Käfig lässt .
ALSO nicht aufgeben !!!!
Moni
13. September 2010, 12:21
Dumme Frage, interessiert mich aber trotzdem ;): Wie kommen die Milben denn in den Kot?
Sigrid79
13. September 2010, 12:46
Ich sag nur eins und schließe mich damit Rasti an: wehret den Anfängen. Lieber einmal massiv und gezielt bekämpfen, als mit Pülverchen und sonstigen Hausmitteln herum tun.
Rasti
13. September 2010, 13:03
@ Moni
Kikuyus sind Weichfresser .
Sie haben die juckende Rote Vogelmilbe aus ihrem Gefieder gefressen . Nur irgendwann waren es einfach zuviele . Die 3 Hennen sind an der Blutarmut leider gestorben.
Ich habe es einfach nicht realisiert . Ich weiß jetzt auch wer sie mir sehr wahrscheinlich reingeschleppt hat .
Die Vögel waren zwar bei mir in Quarantäne, aber auf Grund des schlechten Federzustandes habe ich ihnen erst am nächsten Tag IVO gegeben. Kann absolut sein, daß ich die Dinger selbst zu den Boxen verschleppt habe.
Moni
13. September 2010, 13:12
Boah, da hätte ich auch selbst drauf kommen können. Danke!
Rasti
13. September 2010, 13:45
Boah, da hätte ich auch selbst drauf kommen können. Danke!
Wußte ich auch nicht - erst die TA hat mich aufgeklärt:D
GeorgB.
14. September 2010, 01:11
2 Wochen hast Du gebraucht, Rasti? 8o
Gut, ich weiß jetzt nicht wie groß Deine Volieren sind, aber ich habe vergangene Woche ein 80 qm große Wohnung in 2 Std. geschafft (Der Kunde hatte jedoch vorbereitende Arbeiten gemacht). Ursache war eine Taube, die an einem Fallrohr nistete. Die Milben hatten sich so explosionsartig vermehrt, das sie in die darunter liegende Wohnung eindrangen, obwohl es dort keine Haustiere gab. Ich mußte nicht mal suchen; brauchte mich nur in einen Sessel setzen und schon krochen sie zu Tausenden an mir rum.
An Mitteln wurde eingesetzt: Fossiles Plankton, ULV (Ultra Low Volume) Nebel, sowie ein Spritzmittel.
Richte weiterhin die Kontrollmaßnahmen ein, auf keinen Fall einstellen. Eine Tilgung der roten Vogelmilbe ist nur sehr schwer zu erreichen. Also lange genug kontrollieren, besser: ständig. Denke daran was ich immer sage: Man neigt schnell zu dem Schluß, alles getilgt zu haben, nur weil man nichts mehr sieht.
Sollte jemals solch eine Aktion nochmal nötig werden, hier ein paar Tipps:
Herkömmliche Sprühgeräte (Druckluftpumpen) versprühen die Tröpchen in einer Größe von mehr als 400 Mikrometer. Versuche also ein Feinsprühgerät zu bekommen. Diese sprühen im Bereich von 100-400 Mikrometer. Der Flächenbelag wird dadurch dichter, feiner und gleichmäßiger. Man erreicht mehr Schädlinge bei wesentlich geringerem Pestizideinsatz.
Bei einem starken Befall wie ich ihn hatte, kann es notwendig sein die Raumluft mit zu behandeln. Also nebeln. Dafür versuche ein ULV-Gerät zu bekommen(leihen). Diese Geräte arbeiten im Bereich von 1-30 Mikrometer. Es gilt: Je kleiner die Tröpchen desto mehr können davon erzeugt werden.
Hier ein Vergleich:
Aus 1 ml Flüssigkeit können z. B. 239 Mio. Tröpfchen von 20 µm Größe, aber nur ca. 1,9Mio. Tröpfchen von 100 µm Größe erzeugt werden. Eine 5-fache Abnahme der Tröpfchengröße führt also zu einer ca.100-fachen Zunahme der Tröpfchenanzahl.
(Wissenschaftlich errechnete ca. Werte)
Je kleiner ein Tropfen, desto länger hält er sich in der Luft. Das bedeutet das er erheblich besser Kontaktflächen bildet und viel tiefer in die Verstecke der Milben eindringt.
Beim ULV-Verfahren spart man nicht nur Zeit sondern auch hier wieder Pestizide.
Beides bedeutet wiederum Geld.
ULV-Mittel sind meist Anwendungsfertig und 100ml reichen gewöhnlich für 1000 Kubikmeter. Bei fliegenden Insekten sogar bis zu 3000 Kubikmeter. Das Gerät (abhängig vom Gerätetyp) schießt (je nach eingestellter Tröpchengröße) 35 ml pro Minute heraus. Macht knapp 3 Min für 1000 Kubik. Nun kannste selbst ausrechnen wieviel Ausbringzeit und Wirkstoff man für eine 80 qm Wohnung mit einer Deckenhöhe von 2,5 m benötigt.
Ich hoffe den anderen war das nicht zu langweilig. Bei Rasti gehe ich davon aus das es ihn interessiert, weil er sich im Gegensatz zu vielen anderen nicht auf Sprühdosen, Nebelbomben u.ä verläßt.
Zum Kieselgur: Ich werde mich an kompetenter Stelle über die Gefahren bei der Anwendung am Tier nochmal kundig machen.
MfG, Georg
Tiffani
14. September 2010, 02:34
Sie!
Georg, Sie! :D
Das mit dem Kieselgur mach mal.
Nach meinen Erkenntnissen führt das bei "regelmäßiger" Anwendung und ohne Beseitigung, bzw. beim Belassen der Vögel in den behandelten Räumen (manche "kippen" ja das Zeug auch unter die Schubladen... :achja:) wirklich zu Schäden der Atmungsorgane bei den Vögeln.
Auf jeden Fall läßt es sich pathologisch feststellen. Wenn man denn mal sezieren lassen würde :+pfeif:
Im lebendem Zustand könnten die Vögel evtl. auch den Eindruck eines an LSM erkrankten Vogels erwecken, der offensichtlich resistent ist ;).
Im weiteren Verlauf werden die Tiere einfach immer weniger (Verdacht auf M.o.) :D und schließlich versterben sie und keiner weiß genau warum :huh:
Man sollte mit dem Zeuchs wirklich äußerst vorsichtig sein :k
GeorgB.
14. September 2010, 09:15
Hi Tiffi,
Wenn Du auch im Prinzip Recht hast, so ist alles ein KANN, aber nicht ein MUß und abhängig davon wie und wie oft man mit dem Zeug umgeht:
Kieselguren können, je nach Herkunft, Anteile von Quarz enthalten. Das Brennen bzw.
Calcinieren von Kieselguren führt zu steigenden Cristobalitanteilen, Aktivierte Kieselgur kann
bis zu 60 Massen-% Cristobalit enthalten. Bei der Beurteilung der Exposition gegenüber (ge-
brannten) Kieselguren sind sowohl der amorphe Anteil (Grenzwert für Kieselgur bzw. gebrann-
te Kieselgur) als auch die Summe der Anteile an Cristobalit und Quarz (krebserzeugend nach
TRGS 906) zu ermitteln und zu bewerten.
Bei Diatomeenerden arbeitete ich bisher immer nur so, das sie nicht durch z.B. Zugluft, aufgewirbelt werden können. Es stellte sich schon einmal die Frage ob man das zeugs offen in einen Vogelkäfig ausbringen darf. Ein Biologe meinte es wäre nicht weiter schlimm weil Vögel slebst soviel Feinstaub entwickeln das es ihnen nichts ausmachen würde. Dieser Aussage stehe ich sehr kritisch gegenüber. Nun bin ich aber weder TA noch Vogelkundiger. Meine Kompetenz endet also sozusagen bei dem Satz: Man darf es nicht einatmen. Stutzig machen mich jedenfalls die zahlreichen Sicherheitshinweise beim Ausbringen des Mittels: über Atemschutz, bis Vollschutzanzug usw. Kommt Kieselgur wiederholt mit der Haut in Berührung kann dies zu spröder haut führen. Daher ist sich gründlich, mit z.B. rückfettenden Seifen, zu waschen. So stehts jedenfalls in unseren Gebrauchsanweisungen.
Dadurch stellt sich mir die Frage wie das ist, wenn man Schlafplätze und Tiere selbst damit behandelt. Der vom Egon genannte Hersteller schreibt ja selbst das, wenn das Tier an einem vorbeistreift, man plötzlich weiß ist. Ein Tier führt Fellreinigung bzw. Federreinigung durch, daher läßt es sich doch schon allein dadurch nicht vermeiden dass das Tier Stäube aufnimmt oder diese sogar in die Augen geraten können. Die Mittel wirken ja augenreizend.
Auch bei den von mir verwendeten Mitteln dürfen die Schlafplätze eingestäubt werden, müssen aber laut Gebrauchsanweisung so abgedeckt werden, damit das Tier beim hineinlegen nichts aufwirbelt und damit nicht in Berührung kommt.
Hier besteht nach meiner Ansicht noch Klärungsbedarf und das werde ich versuchen und Euch mitteilen.
MfG, Georg
Rasti
14. September 2010, 09:52
@Georg B :
ich muß nebenbei noch arbeiten:D .
2 Wochen Arbeit für :
1 Vogelzimmer mit einer offener Voliere ( 180Lx60T x 180H )
+1 x Voliere : 180L x 60 x160 H (10,0 Zebrafinken )
+1 Voliere L 200 x T 100 x H180 ( Reisfinken)
+ 1Voliere H160 x T 50 x L100 (0.2 Zebrafinken )
+ 1Voliere : H 160 x T 50 x L 140 (im Büro für 5.0 kleine Exoten )
1x Box: 200L x 50 T x H70 3.0 Brillen
2x Box :L 240 x50T x 60H je 0.6 Brillen
2 x Box : L140 xT 50 x H60 (1x 2.1 Silberschnäbelchen)+ ( 0.1 Muskatfink + 0.1 Gould ,alte Vögel aus dem TH ).
Alle Boxen mußten entkernt , gereinigt, gewaschen , gesprüht, und nach der Abtrocknung wieder voll neu eingerichtet werden.
Ebenso alle Volieren....
Und das in 2 Wochen , tgl. ab Mittag !!
Und ich bin stolz, daß wir es ohne weitere Verluste geschafft haben:
alle Vögel sind putzmunter , etwas gut im Futter :D .
Aber das wird in den nächsten Tagen geregelt .
Primär war ja, daß alle es gesund überstehen und ob sie jetzt 2 Gramm mehr wiegen ist mir derzeit noch egal .
Die Brillen sind die empfindlichsten von allen meinen Vögel , sie haben die Prozedur sichtbar problemlos überstanden und sahen gestern so aus :
0.6 Kikuyus :
270426
1.0
270427
Pummelchen 1.0:D
270428
1.0 + Pummelchen
270429
Ich hoffe, daß ich mit diesem Bericht anderen Betroffenen helfen kann und:
:+klugsche
nie aufgeben ....
Rasti
14. September 2010, 10:26
2 Wochen hast Du gebraucht, Rasti? 8o
Gut, ich weiß jetzt nicht wie groß Deine Volieren sind, aber ich habe vergangene Woche ein 80 qm große Wohnung in 2 Std. geschafft (Der Kunde hatte jedoch vorbereitende Arbeiten gemacht). Ursache war eine Taube, die an einem Fallrohr nistete. Die Milben hatten sich so explosionsartig vermehrt, das sie in die darunter liegende Wohnung eindrangen, obwohl es dort keine Haustiere gab. Ich mußte nicht mal suchen; brauchte mich nur in einen Sessel setzen und schon krochen sie zu Tausenden an mir rum.
An Mitteln wurde eingesetzt: Fossiles Plankton, ULV (Ultra Low Volume) Nebel, sowie ein Spritzmittel.
Richte weiterhin die Kontrollmaßnahmen ein, auf keinen Fall einstellen. Eine Tilgung der roten Vogelmilbe ist nur sehr schwer zu erreichen. Also lange genug kontrollieren, besser: ständig. Denke daran was ich immer sage: Man neigt schnell zu dem Schluß, alles getilgt zu haben, nur weil man nichts mehr sieht.
Sollte jemals solch eine Aktion nochmal nötig werden, hier ein paar Tipps:
Herkömmliche Sprühgeräte (Druckluftpumpen) versprühen die Tröpchen in einer Größe von mehr als 400 Mikrometer. Versuche also ein Feinsprühgerät zu bekommen. Diese sprühen im Bereich von 100-400 Mikrometer. Der Flächenbelag wird dadurch dichter, feiner und gleichmäßiger. Man erreicht mehr Schädlinge bei wesentlich geringerem Pestizideinsatz.
Bei einem starken Befall wie ich ihn hatte, kann es notwendig sein die Raumluft mit zu behandeln. Also nebeln. Dafür versuche ein ULV-Gerät zu bekommen(leihen). Diese Geräte arbeiten im Bereich von 1-30 Mikrometer. Es gilt: Je kleiner die Tröpchen desto mehr können davon erzeugt werden.
Hier ein Vergleich:
Aus 1 ml Flüssigkeit können z. B. 239 Mio. Tröpfchen von 20 µm Größe, aber nur ca. 1,9Mio. Tröpfchen von 100 µm Größe erzeugt werden. Eine 5-fache Abnahme der Tröpfchengröße führt also zu einer ca.100-fachen Zunahme der Tröpfchenanzahl.
(Wissenschaftlich errechnete ca. Werte)
Je kleiner ein Tropfen, desto länger hält er sich in der Luft. Das bedeutet das er erheblich besser Kontaktflächen bildet und viel tiefer in die Verstecke der Milben eindringt.
Beim ULV-Verfahren spart man nicht nur Zeit sondern auch hier wieder Pestizide.
Beides bedeutet wiederum Geld.
ULV-Mittel sind meist Anwendungsfertig und 100ml reichen gewöhnlich für 1000 Kubikmeter. Bei fliegenden Insekten sogar bis zu 3000 Kubikmeter. Das Gerät (abhängig vom Gerätetyp) schießt (je nach eingestellter Tröpchengröße) 35 ml pro Minute heraus. Macht knapp 3 Min für 1000 Kubik. Nun kannste selbst ausrechnen wieviel Ausbringzeit und Wirkstoff man für eine 80 qm Wohnung mit einer Deckenhöhe von 2,5 m benötigt.
Ich hoffe den anderen war das nicht zu langweilig. Bei Rasti gehe ich davon aus das es ihn interessiert, weil er sich im Gegensatz zu vielen anderen nicht auf Sprühdosen, Nebelbomben u.ä verläßt.
Zum Kieselgur: Ich werde mich an kompetenter Stelle über die Gefahren bei der Anwendung am Tier nochmal kundig machen.
MfG, Georg
ich glaube, ich habe mich nicht klar genug ausgedrückt :
das Mittel wird verdünnt und mittels einer 0.5 L Blumensprühflasche dünn an den Wänden verteilt.
Betonung liegt auf DÜNN !
Ich habe etwas auf einen Putzschwamm gesprüht und die Wände, Boden, Innen-, Außenseiten der Box etc.eingerieben und trocknen lassen.
Das Grünzeug und die Näpfe, Schalen wurden nicht eingesprüht - sie wanderten in die Wasch- bzw. Spülmaschine.
Die, vom Hersteller angegebene Trockenzeit war mir zu kurz - ich wartete ca 12 Stunden .
Das Mittel wirkt giftig nur über direkten Hautkontakt und nur im feuchten Zustand - also sind gute , dickere Gummihandschuhe ( ich habe sie in blau ) ein Muß .
Ich habe kein Spray/ Puder ( Ardap etc. ) verwendet: erstens stinkt mir das zu sehr , der Puder ist meines Erachtens zu lange um - bzw. auf dem Vogel /Gefieder und - wie Du schon erwähnst, die Gefahr des Einatmens ist zu groß.
Ich brauche meine Bronchien / Lungen noch länger :D .
GeorgB ,
Du bist ein Profi , ich nur eine total geschockte Vogelhalterin, die von einer Bekämpfung der roten Vogelmilbe keine Ahnung hatte.
Das Mittel wurde mir empfohlen und erst nach einer halbstündigen , intensiven Erklärung mit Hinweis auf die Gefahr des Hautkontaktes ausgehändigt.
Tiffani
14. September 2010, 12:42
Hi Tiffi,
Wenn Du auch im Prinzip Recht hast, so ist alles ein KANN, aber nicht ein MUß und abhängig davon wie und wie oft man mit dem Zeug umgeht.....
Das seh ich auch sie, vor allem wie.
Bei Diatomeenerden arbeitete ich bisher immer nur so, das sie nicht durch z.B. Zugluft, aufgewirbelt werden können. Es stellte sich schon einmal die Frage ob man das zeugs offen in einen Vogelkäfig ausbringen darf. Ein Biologe meinte es wäre nicht weiter schlimm weil Vögel slebst soviel Feinstaub entwickeln das es ihnen nichts ausmachen würde. Dieser Aussage stehe ich sehr kritisch gegenüber.
Das seh ich wie Du :+klugsche
Man darf Vögel die "Pudern" Tauben, Hühner, Papageien (Ausnahme Loris) nicht mit Vögeln die ihr Gefieder mit Fett aus der Bürzeldrüse pflegen in einen Topf werfen. Außerdem ist das Gefiederstaub tierischen Ursprungs (Keratin) und nicht mineralischen.
Meine Kompetenz endet also sozusagen bei dem Satz: Man darf es nicht einatmen.
Es lagert sich ab und reichert sich an... mußt Du mal unter Silikosen und Pneumokoniosen googeln...
Stutzig machen mich jedenfalls die zahlreichen Sicherheitshinweise beim Ausbringen des Mittels: über Atemschutz, bis Vollschutzanzug usw. Kommt Kieselgur wiederholt mit der Haut in Berührung kann dies zu spröder haut führen. Daher ist sich gründlich, mit z.B. rückfettenden Seifen, zu waschen. So stehts jedenfalls in unseren Gebrauchsanweisungen.
Genau das ist meine Rede, und die Halter lassen es in ihren Räumen, Volieren, Boxen, Nestern weiß der Geier wo... Die Vögel müssen es also zwangsweise immer wieder einatmen.
Dadurch stellt sich mir die Frage wie das ist, wenn man Schlafplätze und Tiere selbst damit behandelt. Der vom Egon genannte Hersteller schreibt ja selbst das, wenn das Tier an einem vorbeistreift, man plötzlich weiß ist. Ein Tier führt Fellreinigung bzw. Federreinigung durch, daher läßt es sich doch schon allein dadurch nicht vermeiden dass das Tier Stäube aufnimmt oder diese sogar in die Augen geraten können. Die Mittel wirken ja augenreizend.
Ja und die Vögel ziehen ihre Federn durch den Schnabel und schlucken das Zeuchs ab, was wahrscheinlich nicht so schlimm ist, aber sie atmen es dabei auch ein.
Auch bei den von mir verwendeten Mitteln dürfen die Schlafplätze eingestäubt werden, müssen aber laut Gebrauchsanweisung so abgedeckt werden, damit das Tier beim hineinlegen nichts aufwirbelt und damit nicht in Berührung kommt.
Wie soll das gehen? Wenn sich so'n fetter Molosser auf seine Matratze im Körbchen schmeißt dann stobt det ooch :D
Hier besteht nach meiner Ansicht noch Klärungsbedarf und das werde ich versuchen und Euch mitteilen.
MfG, Georg
Das wäre super :trost:
Bis dahin wende ich alle Warn- und Sicherheitshinweise die für Menschen gelten, auch für meine Tiere an!
Elmo
14. September 2010, 13:44
Hallo Georg,
wie groß ist denn die Gefahr der Einschleppung von Vogelmilben, wenn man sich frische Äste / abgebrochene Äste von Bäumen mitnimmt?
Ich wasche die Äste (teilweise mit Neutralreiniger-Seife) ab und geh dabei kurz mit einer Wurzelbürste drüber und lass die Äste trockenen. Reicht das oder was sollte man machen?
Danke schon mal...
Sigrid79
14. September 2010, 14:41
In den Kühlschrank damit über Nacht. Aber da gehen nicht so große Äste rein....
Elmo
14. September 2010, 15:11
Ja... eben... Da bräuchte ich ne Möglichkeit für Aste bis 2 Meter :D
Richard
14. September 2010, 15:20
Ich habe einmal gelesen, dass die Rote Vogelmilbe auch Temperaturen bis -20 Grad Celsius überlebt! Das hieße also, dass der Kühlschrank nicht ausreicht!
Rasti
15. September 2010, 07:41
Ich habe einmal gelesen, dass die Rote Vogelmilbe auch Temperaturen bis -20 Grad Celsius überlebt! Das hieße also, dass der Kühlschrank nicht ausreicht!
Glaube ich nicht -die Milbe lebt ja vom warmen Blut , hat also selbst temperiertes Blut in den " Adern" und bekanntlich gefriert Blut und zersetzt sich beim Aufwärmen. Zur Fortpflanzung braucht sie mindestens +9 Grad - allerdings kann sie 6 Monate hungern.
Kühlschrank - 20 Grad ????? Schafft das der denn ? Mein Kombigerät jedenfalls nicht . Empfehlung vom Hersteller :Kühlung mindestens + 3 und höchstens + 9 ,beim Gefrierteil und der Truhe reichen - 15 voll aus . Alles andere ist rausgeworfenes Geld .
GeorgB.
15. September 2010, 08:32
@ Richard: In meinen Steckbriefen steht auch nur ein Satz: Überwinterung in geschützten Vogelnestern möglich. Konkretere Kälteangaben gibt es (in meiner bevorzugten Literatur) nicht. Ich schließe mich also Rasti an und denke nicht das die Milbe so hohe Temperaturen aushalten kann. Abgesehen mal von den bevorzugten Aufenthaltsorten in warm/feuchter Umgebung und idealer Entwicklungstemperatur von ca. 28 °.
Rasti, das war doch keine Kritik von mir und falsch gemacht hast Du auch nichts. Ich wollte Dir (und natürlich auch anderen) doch lediglich aufzeigen wie Du im Eventuellfall mit weniger Aufwand handeln kannst. Ich weiß doch aus vielen Deiner Beiträge das Du sehr ordentlich vorgehst und habe Dir in vielem auch zugestimmt. Weiterhin erwähnte ich ja das Du nicht zu Anbetern von Ardap und Co. gehörst. Und gerade weil ich Fachmann bin versuche ich so gut wie möglich mein Wissen weiter zu geben.
Da war noch ein User mit ner Frage zu Ästen. Prinzipiell ist alles möglich. Die Vogelmilbe nistet sehr gern in Vogelnestern, Taubennestern usw. Daher können sich die Verstecke auch unter den Rinden der äste befinden. Die Milbe wandert ja erst ab wenn das Nest verlassen ist. Daher sollte man bei einem Befall auch die nähere Umgebung nach verlassenen Vogelnestern absuchen, sonst geht jede Milbenbekämpfung in die Hose.
Also: Äste gegebenenfalls untersuchen oder mit einem Kurzzeitinsektizid behandeln. Weiterhin gehe ich davon aus das man gesmmelte Äste nicht ungereinigt direkt in die Voliere unterbringt.
MfG
Elmo
15. September 2010, 10:12
[QUOTE=GeorgB.;2276086Also: Äste gegebenenfalls untersuchen oder mit einem Kurzzeitinsektizid behandeln. Weiterhin gehe ich davon aus das man gesmmelte Äste nicht ungereinigt direkt in die Voliere unterbringt.[/QUOTE]
Hallo Georg,
danke für deine Antwort. Aber was genau verstehst du unter "nicht ungereinigt"?
Rasti
15. September 2010, 11:22
[QUOTE=GeorgB.;2276086
Rasti, das war doch keine Kritik von mir und falsch gemacht hast Du auch nichts. Ich wollte Dir (und natürlich auch anderen) doch lediglich aufzeigen wie Du im Eventuellfall mit weniger Aufwand handeln kannst. Ich weiß doch aus vielen Deiner Beiträge das Du sehr ordentlich vorgehst und habe Dir in vielem auch zugestimmt. Weiterhin erwähnte ich ja das Du nicht zu Anbetern von Ardap und Co. gehörst. Und gerade weil ich Fachmann bin versuche ich so gut wie möglich mein Wissen weiter zu geben.
MfG[/QUOTE]
ich habe es nicht als Kritik aufgefasst.
Mit meinem Beitrag wollte ich betroffenen Usern Mut machen .
Die meisten haben Hemmungen zuzugeben, daß sie die rote Vogelmilbe erwischt haben .
Sie wurschteln sich durch meist nutzlose, oft risikoreiche und idiotisch klingende Tips - mit Null Erfolg .
Es ist halt so, daß man nur knallhart gegen den massiven Befall vorgehen kann um seine Vögel zu retten.
Nach der chemischen Bekämpfung sollte man unbedingt nach 6 Wochen ( solange töten viele " Gifte lebende Vogelmilben)spez. gezüchtete Raubmilben einsetzen -gewissermaßen als Nachhut :D.
Wenn auch nur wenige Eier überlebt haben und der Nachwuchs geschlüpft ist- geht der Mist von vorne los .
Wichtig ist , zu wissen , daß der Entwicklungszyklus vom Ei zur adulten Milbe ca 6 Wochen beträgt und die Raubmilben nur lebende VM fressen - ergo muß man sie mindestens 6 - 8Wochen einsetzen.
Und zwar genau nach Anweisung auf der HP von Refona. Dort ist klar und deutlich die Anwendung beschrieben.
Also : Auf in den Kampf ! Raubmilben an die Front !:zustimm:
GeorgB.
15. September 2010, 21:35
@ Elmo: genau so wie Du es bereits tust. Leider ist mir das in der kurzen Zeit die ich heut Morgen hatte durch die "Lappen" gegangen, weil ich die Threads nur überflog. Ob allein Seife u.ä ausreicht, wage ich nicht zu beurteilen. Schließlich besteht ja die Möglichkeit sich auch andere Schädlinge (z.B. Holzschädlinge) als nur die Vogelmilbe einzuschleppen. Vielleicht -ich erhebe aber keinen Anspruch auf Rechthaberei - ist es doch besser sich behandelte Hölzer aus den Fachgeschäften zu besorgen. Da der Holzschutz nicht in mein Fachgebiet fällt kann ich auf dem Gebiet nur vage Infos -wie der obige- rausgeben. Vielleicht hat aber ein anderer User einen guten Tipp wie man solche Naturhölzer "behandelt".
@ Rasti: Dann sind wir uns ja wieder mal einig. Du gehörst wenigstens zu den Leuten die genau nach Anweisung gehen; die Produkte weder über- noch unterschätzen. Deine Durchhalteparole ist nur zu begrüßen und unterstütze ich voll. Die von Dir angesprochene Scham ist völlig unverständlich und -mit Verlaub- typisch deutsch. Ich habe in saubergeleckten Villen oftmals mehr Schädlinge gefunden als in Messiewohnungen. Getreu nach dem Leitsatz der Schädlingsbekämpfer: Unsauberkeit ist selten die Ursache für einen Befall, kann aber die weitere Lebensgrundlage und der Grund für eine explosionsartige Vermehrung sein. Oder wie in den USA: Dort kann man mit einer Riesenkakerlake auf dem Dach Und mit dem Schriftzug "Pest Control" vor das Haus der Kunden fahren und der Nachbar würde sagen: "Ok, die Frau XYZ tut etwas für die Hygiene." In Deutschland muß alles geheim geschehen. Dort würde der Nachbar sagen: "Ich habs doch immer gewußt, die Frau XYZ ist ne Schlampe". Und beim nächsten Einkauf schleppt er sich selbst ein paar Motten und Kakerlaken ein :D
Nun zu dem Kieselgur: Ich ergoogelte über das hamburger Hygiene Institut eine Studie.
Kurzfazit: Es besteht große Uneinigkeit. Die Industrie streitet alles ab. Die Wissenschaft verhält sich vorsichtig weil gesicherte Erkenntnisse noch nicht vorliegen. (Ausgenommen die Erkenntnisse über Silikose, Krebserregend usw.) Die Politik pendelt zwischen beiden hin und her. Wahrscheinlich suchen die wieder nur eine Lösung womit sie sich politisch hervortun können .:D
Vorhin telefonierte ich daher mit der Wissenschaftlerin meines Vertrauens in Berlin.
Sie bestätigte diese Studie im wesentlichen und auch die von Tiffi und mir beschriebenen Bedenken. Siliciumdioxid sollte man nur in Hohlräumen und aufwirbelungssicheren Orten verteilen. Kieselgur, Diatomeenerde und fossiles Plankton ist im Grundprinzip alles dasselbe. Der Unterschied besteht darin das Kieselgure sehr klein und leicht sind...sie halten sich beim Ausbringen 2 Stunden in der Luft und sind auch wieder sehr leicht aufzuwirbeln. Die Partikel sind in der Form kugelrund und richten daher etwas weniger Schaden an. Fossiles Plankton ist schwer und haftet etwas besser am Boden. Die Partikel jedoch sind gezackt Und richten in der Lunge (Lungenbläschen) schnelleren Schaden an. Beim Schädling erfolgt daher ein schnelleres Eindringen und Zerstörung der schützenden Wachshaut. Schlucken richtet weder beim Tier noch beim Menschen Schäden an.
Es besteht auch der -unbelegte- Verdacht, das diese Produkte sich im Körper von Vögeln so anreichern können , das die Poren der Hohlknochen verstopft werden könnten. Man sollte die Produkte nicht am Tier anwenden weil, wie ich schrieb, diese bei der Fell/Federreinigung in die Augen gelangen können und diese reizen. Man sollte also, solange wie keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen, nicht leichtfertig mit diesen Stoffen umgehen. Nur weil es ein natürliches Produkt ist, ist noch längst nicht ungefährlich. Auch Nikotin ist ein natürliches Produkt.........
Was sie über Hersteller sagte die mit voreiligen Versprechungen die Öko, Bio, Naturwelle ausnutzen, verschweige ich besser. Sagen wir so: Es war wenig "Ladylike" :D
Das wars ..mal schauen ob ich noch andere Dinge und gegenteilige Darstellungen herausbekommen kann, um sich ein noch besseres Bild machen zu können. Im Grunde wäre das zwar kein Problem, aber wie viele von Euch wissen nutze ich andere Quellen als das Internet...die meisten Quellen dort sind mir zu emotional und lassen oft Neutralität vermissen.
MfG, Georg
Tiffani
15. September 2010, 23:19
.....In Deutschland muß alles geheim geschehen. Dort würde der Nachbar sagen: "Ich habs doch immer gewußt, die Frau XYZ ist ne Schlampe". Und beim nächsten Einkauf schleppt er sich selbst ein paar Motten und Kakerlaken ein :D
SO, und genau so, sind se in Deutschland 8(
Vorhin telefonierte ich daher mit der Wissenschaftlerin meines Vertrauens in Berlin.
Die MUSS ich unbedingt kennelernen :+klugsche
Sie bestätigte diese Studie im wesentlichen und auch die von Tiffi und mir beschriebenen Bedenken. Na endlich :gott:
Auch Nikotin ist ein natürliches Produkt.........
Die Anspielung hab icke jetz ja nich vastanden :+pfeif:
Sagen wir so: Es war wenig "Ladylike" :D
Die Frau gefällt mir immer besser :dance:
.... aber wie viele von Euch wissen nutze ich andere Quellen als das Internet...die meisten Quellen dort sind mir zu emotional und lassen oft Neutralität vermissen.
Jep, und deswegen ist es schön mal einen hier zu haben der "UNS" die Augen öffnen kann :blume:
Vogelklappe
16. September 2010, 22:48
Hier wurde bisher nicht erwähnt (oder ich hab's überlesen), daß die Rote Vogelmilbe (im Gegensatz z. B. zur Nordischen) nachts am Wirt ist. Das fand ich aber einen entscheidenden Hinweis, um mir diese Milbe von befallenen Vögeln nicht einzuschleppen.
GeorgB.
16. September 2010, 23:59
Hallo Almut,
Nein, Du hast nichts überlesen. Aber das ist ja nun, dank Dir, nachgeholt. Ich hatte gehofft das Du dich hier mal meldest. Wie sieht es aus? Hast Du Erkenntnisse über das Kieselgur bei der Anwendung an Tieren, oder wie ist Deine Meinung dazu?
HG Georg
Tiffani
17. September 2010, 12:17
Hier wurde bisher nicht erwähnt (oder ich hab's überlesen), daß die Rote Vogelmilbe (im Gegensatz z. B. zur Nordischen) nachts am Wirt ist.
Wer kauft schon nachts Vögel ein :D
Vogelklappe
17. September 2010, 20:03
Wer kauft schon nachts Vögel ein Na, ich. :D Gekauft habe ich sie natürlich nicht, sondern nachts zwei Jungtauben von einem Balkon geklaubt, damit sie nicht noch wegfliegen. Die Bewohner hatten nach Anleitung schon eine Tesa-Falle vorbereitet, die sie mir mitgaben; so wurde Rote Vogelmilbe bestätigt. Das waren die ersten Roten Vogelmilben, die ich je gesehen habe.
Die Tauben hatte ich mit Bolfo gepudert, wußte aber schon von einer betroffenen Wildvogel-Päpplerin, daß es die Milben nur lähmt. Dem war tatsächlich so: auf dem hellen Boden des Quarantäneraums lagen die toten Federlinge, während in die Milben wieder "Leben" kam. Uäääh.
Besagte Päpplerin hatte monatelang gegen diese Viecher in ihrer Wohnung gekämpft, die sie sich übrigens von Meisen eingeschleppt hatte, und dabei Tod und Teufel auf den Milben ausprobiert. Aus dem allermeisten Zeug seien sie nach einer Weile wieder herausgekrochen. 8o
Empfohlen hat sie mir profanes Bactazol. Da stehen Milben noch nicht 'mal d'rauf. Also habe ich täglich (am Tag) die Box gewechselt und zusätzlich damit komplett ausgesprüht. Mit Kieselgur habe ich keine Erfahrung, wäre mir aber auf dem Vogel (oder an mir) zu potentiell lungenschädlich. Das Thema wurde aber hier schon mehrfach diskutiert: http://www.vogelforen.de/archive/index.php/t-161003.html
Die Tauben wurden mit Ivomec behandelt. Wegen der Milben nicht zwingend notwendig, weil sie wirklich nur zum Blutsaugen nachts am Vogel sind, aber ein Parasit kommt ja selten allein. Die Quarantäne wurde vier Wochen an einem Ort ohne andere Tiere durchgezogen. Die Tauben haben sich aber nachts nie gekratzt.
GeorgB.
17. September 2010, 20:55
Vielen Dank Almut.
Das in die Milben wieder "Leben" kam ist relativ einfach zu erklären. Milben besitzen gegüber vielen Wirkstoffen einen hohen Resistenzgrad. Daher die Lähmungseerscheinungen. Es wurde also, wie wir es nennen ein sogenannter Knockdown-Effekt ohne anschließende Killwirkung, erzielt. Daher sollte man Akarizide einsetzen, weil diese speziell auf Milben zugeschnitten sind.
Das die Milben aus dem allermeisten Zeug wieder herausgekrochen sind, läßt sich zumindest bei den Kieselguren leicht erklären. Physikalische Vorgänge dauern meist länger. Das Zerstören der schützenden Wachsschicht die zur Dehydrierung führt, kann mehrere Tage bis Wochen in Anspruch nehmen.
Bei größeren Insekten erkennt man leicht das sie durch das Pulver gekrochen sind; sie nehmen ja die Farbe an. Ein gutes Zeichen: Man kann sich entspannt zurücklehnen und den Tieren die Gnadenfrist gönnen.
HG, Georg
Tiffani
18. September 2010, 01:47
@ Vogelklappe
Gut das du das mit dem Propoxur erwähnst...:bier:
Wer nachts natürlich rumschleicht....muß mit Überraschungen rechnen ;)
Im Frühjahr 2008 war ich hier noch "Neumieter" sonst hätte ich damals wohl auch schon meinen Senf dazu gegeben...Asche führt nämlich zur Anthrakose (Kohlenstaublunge) 8(
@Georg
Gibt es Arkarizide die für solche Fälle empfehlen kannst?
Ich würde damit Wellpappröhrchen präparieren die ich an den Sitzstangen befestige.
Sozusagen als tödlichen Schlupfwinkel für diese roten Plagegeister.
Und welches könnte ich für den Balkon nehmen und das Fensterbrett (regengeschützt), falls "meine" Spatzen mal was hinterlassen, was bisher nicht der Fall war :gott:?
GeorgB.
18. September 2010, 03:44
Hallo Tiffi,
Die Mittel aus dem professionellen Bereich sind für dein Vorhaben mit den Wellpappröhrchen nicht geeignet weil sie als Kontakt und Atemgifte wirken. Hier wäre ein Akarizid aus der Tierarznei angebrachter. Was es aber da an Möglichkeiten gibt, ist mir nicht bekannt. Für Balkon und Fensterbank gibt es insktizid und akarizid wirkende Lacke die dauerhaft wirkend (bis zu einem jahr) aufgesprüht (nicht so lange haltbar, etwa 6 Monate) oder, wie der Name sagt: auflackiert werden. Vorher auf Verfärbungen prüfen!!!!!!! Sie wirken rein Kontaktiv und halten den Dampfdruck an der Oberfläche. Wird der Wirkstoff von Schädlingen "abgerieben", wird aus den unteren Schichten wieder Wirkstoff zur Oberfläche nachgeschoben. Solltest Du an so etwas Interesse haben, kann ich Dir helfen. Auch sind die Lacke wetterfest.
Nochmal zurück zu Deinem Vorhaben mit den Röhrchen: Ich überlege gerade ob ein ca. 2000 Jahre alter Trick der Chinesen, um Flöhe abzufangen, sich mit Basteltalent und Phantasie auf eine Sitzstange ummodeln läßt. Milben lieben ja auch dunkle Verstecke. Ich verrate ihn einfach mal und überlasse das der Phantasie eines jeden. (Ich selbst habe kein Basteltalent). Wenn nicht, war es zumindest ein interessanter Ausflug in einen Teil der altertümlichen Schädlingsbekämpfung. Immerhin wurden aus diesem alten Trick die heutigen Klebefallen "Wiederentdeckt".
Die Chinesen verwendeten kleine Vorrichtungen zum Abfangen von Flöhen, die sie in den weiten Ärmeln ihrer Kleidung unterbrachten. In einem Bambusrohr mit aufgeschlitzter Wandung drückte ein eingeschobener Ring die Rohrwandung auseinander. Diesen Hohlraum füllte ein zweites, kleineres Rohr mit klebriger Oberfläche (Vogelleim) aus. Die durch die Schlitze ins Dunkle gelangten Flöhe, blieben auf der präparierten Oberfläche des kleinen Rohrs kleben.
LG Georg
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