Vollständige Version anzeigen : Hausspatzen!
Dieter Tödtemann
16. October 2002, 19:27
Hausspatzen
Nahrungsnot im Winter
Hausspatzen bekommen zunehmend Probleme, den Winter zu überstehen. Britische Forscher führen dies auf Nahrungsmangel zurück, wie die Zeitschrift "Nature" in ihrer Online-Ausgabe berichtet. In den letzten 30 Jahren ist die ländliche Spatzenbevölkerung in Großbritannien demnach um etwa 60 Prozent zurückgegangen - ein Phänomen, das in ganz Westeuropa zu beobachten ist.
Moderne Landwirtschaft macht dem Spatz zu schaffen
Mark Whittingham und sein Team von der Oxford University führen die Probleme der Vögel jetzt zum großen Teil auf das Fehlen von Stoppelfeldern in der Landwirtschaft zurück. Diese stellen zwischen der Ernte im Sommer und der Aussaat im nächsten Frühjahr eine wichtige Nahrungsquelle dar. Durch die Tendenz zur Herbstaussaat wird diese Futterquelle abgeschnitten.
Die Wissenschaftler fanden heraus, dass sich die Spatzenpopulationen in der Nähe mancher Höfe normal entwickeln, während andere komplett einbrechen. Der Ornithologe Graham Appleton vermutet den Grund in der Geselligkeit der Vögel.
Fällt die Anzahl der Tiere in einem Schwarm unter eine kritische Grenze, verschwindet die Gruppe vollständig.
Vogel des Jahres in Deutschland
Der Hausspatz oder Haussperling (Passer domesticus) ist in Deutschland Vogel des Jahres 2002.
Der Naturschutzverband Nabu möchte damit mehr Aufmerksamkeit für den geselligen Kulturfolger erregen, der vielerorts unbemerkt verschwindet. Durch die Sanierung von Gebäuden fehlen ihm zunehmend Nischen für seine Brutplätze und der Einsatz von Pestiziden gefährdet die Nahrungsgrundlage des Nachwuchses. Sonst hauptsächlich Vegetarier, sind Spatzen bei der Aufzucht ihrer Jungen auf Insekten angewiesen.
Der "Dreckspatz" folgt dem Menschen
Der Haussperling ist seit jeher dem Menschen gefolgt. Sobald Menschen Ackerbau betrieben haben, ließ der Spatz nicht lange auf sich warten. Seine Verbreitung ist erstaunlich: Lediglich in extremen Zonen wie Wüsten, Hochgebirgen, den Tropen und jenseits der Polarkreise ist er nicht anzutreffen. Nachdem ihn Einwanderer mit nach New York brachten, hat er die Besiedelung Amerikas bis zur entfernten Westküste in nur 30 Jahren geschafft. Vielerorts wurden Spatzen wegen ihres Getreidehungers allerdings auch verfolgt.
Viele Tiere haben sich auf das Leben in Städten spezialisiert und ihren Speiseplan auf Abfälle und Essensreste umgestellt. Den Namen "Dreckspatz" hat er sich übrigens durch seine Vorliebe für Staubbäder zur Gefiederpflege eingehandelt.
Wie ist dem Spatz zu helfen?
Der Nabu zählt verschieden Maßnahmen auf, die dem Spatz das Leben wieder leichter machen können. Im Garten sollte man auf Gift verzichten und besonders einheimische Sträucher und Wildstauden pflanzen. Auch eine naturbelassene Ecke im Garten bereichert das Nahrungsangebot für viele Vogelarten. An Gebäuden sollten Nischen und Spalten erhalten bleiben, zusätzliche Nistmöglichkeiten kann man mit Nistkästen schaffen. Das Pflanzen von Hecken und Bäumen bietet zahlreichen Vogel- und Säugetierarten wertvolle Rückzugsmöglichkeiten.
Erki+
08. January 2003, 07:03
Danke für diesen Beitrag. Wir sehen damit das nicht nur einige exotische Arten ums Überleben kämpfen, von denen kaum einer gewusst hat das es sie gibt. Wenn schon sowas grundsätzliches wie die Spatzen von der Bildfläche verschwinden, ist es wirklich höchste Eisenbahn. Nur ist alles heute leider eine Geldfrage. Und Umweltschutz bringt den Wenigsten effektiv etwas im Portmonee. Den Meisten ist doch egal wer und ob draussen jemand rumpfeift. Also können wir getrost der guten alten Freizeitbeschäftigung nachgehen, die so lange Zeit verpöhnt war. Spatzen füttern.
Elch
11. February 2003, 17:09
Hühner anschaffen heißt die Devise! Selbst bei nur 3 im Garten herumgockelnden Hühnern kommen Heerscharen von Spatzen, die zum Teil zu Fuß den Hühnerstall entern um Futter zu klauen. Ich mag sie gerne, die Futterdiebe.
schanz2
25. October 2004, 22:09
Hallo,
ich habe zu diesem Beitrag noch eine interessante Ergänzung. 2003 hatten wir in unserem Garten ein Haussperling-Albino. Wir konnten es sogar noch schaffen, halbwegs brauchbare Aufnahmen davon zu machen.
Hier der Link zu diesem Bericht auf meiner Hompage in meinem Profil unter "Unsere Türkentauben".
Viele Grüße aus Kleve-Schenkenschanz
sigg
26. October 2004, 10:12
Hallo Schanz,
du solltest das Datum deiner Aufnahmen vom Albino mal überprüfen.
Ansonsten muß ich sagen, daß dies der erste weiße Sperling ist, den ich sehe.
Gruß
Siggi
Eiersammler
26. October 2004, 10:33
Hochinteressant
Wir wohnen direkt am Wald mit einem etwas kleineren Acker .
Bei uns baden regelmäßig Spatzenschwärme in der Dachrinne und da ich die Futterreste unser Finken, Sittiche, Kanarien... am Hang an einer Stelle ausstreue, kommt alles was Flügel hat und bedient sich (Rotkehlchen, Amseln Grünfinken, Stare und verschiedene Waldvögel die ich leider nicht kenne) im Winter ist es sehr schön, wenn gerade die Meisen in Mass hinten im Lorbeer sitzen und regelrecht darauf warten, das wir Futter verteilen ( im Sommer nehmen es meine Wachteln) Tja, jeder trägt sein Scherflein bei.
Sabine
lotko
26. October 2004, 11:51
Hallo,
Albino-Haussperlinge sind gar nicht so selten wie man glaubt.
Allerdings ist dieser ja noch gar nicht geboren !!!
sigg
26. October 2004, 12:06
Hallo Sabine.
so halte ich es auch.
Habe vor Jahren unter dem Dachüberhang, zwischen den Sparren, elsternsichere Nistgelegenheiten angebracht.
Habe jetzt wieder 4 Brutpaare, die in diesem Jahr etwa 30 JV aufzogen haben. Auch 2 Paare Mauersegler haben sich eingefunden.
Es sind in unserer Straße die einzigen Brutpaare (Sperlinge).
Vor 15 Jahren waren an den Häusern in unserer Straße noch mindestens 15 Brutpaare.
Gruß
Siggi
webgirl87
26. October 2004, 14:45
spatzen hab ich auch immer um die volieren rum, aber das juckt mich nicht. sie fressen nur das futter was um den zaun herrumliegt.
ich würde gern mal so nen albinospatz sehn
sigg
26. October 2004, 20:37
Hallo Lotko,
ja, das sehe ich auch so, wirklich frühreif!
Gruß
Siggi
Eiersammler
27. October 2004, 10:19
Hallo Siggi,
wie war das mit den Mauerseglern?Ihr habt zwei Paare in eurer Straße?! Find ich super, ich dachte bisher, dass sie nur in Bruthöhlen zu finden seien. Wir haben dieses Jahr einen kurzzeitig gepflegt (Schock während eines Gewitters) war super schön, ich hätt ihn am liebsten behalten, wir liesen ihn aber frei, als er den Ansatz zum fliegen machte. Schreib doch mal näheres
Sabine
lotko
27. October 2004, 10:24
Hallo,
Spass beiseite.
Ich persönlich glaube, dass der Rückgang des Haussperlings auch mit der zunehmenden dichteren Bepflanzung unserer Hausgärten zusammenhängt.
In meiner näheren Umgebung beobachte ich,dass gegenüber früher mehr Sträucher gepflanzt werden. Früher waren diese Gärten offener. Dieses offene Biotop sagt dem Haussperling mehr zu.
Im Zuge dieser dichteren Pflanzungen hat die Population des Haussperlings abgenommen. Dafür ist der Feldsperling deutlich mehr vertreten als früher.
Unabhängig davon hat die Schließung von jeglichen Gebäudeöffnungen sehr geschadet.
sigg
27. October 2004, 11:48
Richtig Lotko,
in den letzten 15 Jahren ist fast jedes Dach in der Straße neu eingedeckt worden und alle Öffnungen z. B. am Ortgang sind dicht mit Schiefer etc. verkleidet.
So auch bei mir.
Habe aber auch hinter den Lüftungsrohren am Giebel große Nistkästen angebracht, eventuell können dort sogar Fledermäuse u.a. überwintern.
Allerdings hat auch der bedenkenlose Einsatz von Insektenvernichtungsmitteln
große Probleme für Sperlinge und andere hervorgerufen.
So gab es bei mir keine Bruten mit 5 oder 6 JV, meist nur 3-4.
Ja Sabine, wir haben im Dorf noch eine Mauerseglerpopulation von ca. 30 Paaren.
Sie nehmen diese Nistgelegenheiten für Sperlinge gern an, zumal sich der Einflug direkt unter dem Dach befindet, eigentlich auch mardersicher.
Wenn sie im Mai kommen und ihre Plätze einnehmen, fliegen schon mal junge Sperlinge aus dem Nest. Sie sind da sehr rigoros.
Ich hoffe das es im nächsten Jahr vielleicht 4 Paare sind, sie werden erst im 2. Jahr geschlechtsreif.
Es ist phantastisch ihnen zuzusehen, mit welcher Geschwindigkeit sie die Nester ansteuern und sich trotzdem nicht das Genick brechen.
Oft sind aber auch 5- 10 Versuche nötig, bis sie im Nistkasten verschwinden können.
Ich stehe oft in den Abensstunden im Hof und sehe ihnen zu, wie sie mit hohen Kontaktrufen in atemberaubender Geschwindigkeit ums Haus jagen.
Oft gesellen sich andere Brutpaare dazu, so das die Gruppe schon mal auf 20 Tiere anwächst.
Gruß
Siggi
schanz2
27. October 2004, 15:51
Hallo Schanz,
du solltest das Datum deiner Aufnahmen vom Albino mal überprüfen.
Ansonsten muß ich sagen, daß dies der erste weiße Sperling ist, den ich sehe.
Gruß
Siggi
Hallo Siggi,
ich danke dir für den Hinweis mit dem Datum. Die Korrektur ist bereits erfolgt.
Nochmals danke und schöne Inselgrüße
Dieter
Robin14
01. July 2006, 21:11
Jedes Jahr wen es auf den Winter zugeht hänge ich in dem Strauch in meinem Garten Meisenknödel auf,ich beobachte das außer den Meisen viele Haussperlinge (Spatzen) das Nahrungsangebot nutzen.Der Sperling ist auf der Roten Liste der aussterbenden Vögel (leider) deshalb apeliere ich an jeden Vogelfreund wen er einen Garten hat Meisenknödel in der Winterzeit reichlich anzubieten die Spatzen sowie andere Genießer dieser Futerware sind euch sehr danckbar dafür.Last uns alle dafür sorgen das diese Putzigen und liebenswürdigen mitbewohner unseres Planeten uns weiter erhalten bleiben.
Gruß Berthold
Anja12
04. July 2006, 14:54
Genau, und deswegen sollte man einen Spatzen auch wieder auswildern, und nicht einfach behalten :zwinker:
Spatzenfreund
17. September 2006, 21:06
Liebe Vogelfreunde,
seit vielen Jahren beherbergen wir an unserem Haus in der Efeufassade eine Spatzenkolonie von ca. 40 bis 50 Tieren.
Plötzlich Anfang Sommer d. J. sind die Spatzen verschwunden.
Hat jemand eine Idee, woran das liegen könnte.
An der Umwelt in unserer Umgebung hat sich nicht geändert.
Grüße von Wolfgang
DanielG
19. September 2006, 14:55
Neue Katze(n) im Haus oder in der Nachbarschaft?
idS Daniel
sigg
19. September 2006, 16:26
Oder ein Marder der nächtlich durch den Efeu klettert. Dann suchen sie sich einen neuen sicheren Schlafplatz.
BlueShadow
19. September 2006, 18:23
also hier sieht es nicht wirklich aus als würden es weniger werden eher mehr wenn ich nach hause komme und ums haus gehe sehe ich bei den enten und gänsen mindestens 30 spatzen die das weite suchen, das blöde bei mir kommen sie in die voilere vom fasan hinein klauen im das futter, das futter der gänse steht in der wiese so wie bei den enten denen klauen sie das futter, mittlerweile sind sie so dreisst und fliegen in den hühnerstall um futter zu ergattern und in unserer tanne und auf dem marillenbaum brüten sie bei mir werden sie wohl nie aussterben
sigg
19. September 2006, 20:09
Dann würde ich bei den Fasanen mal ein engeres Gitter anbringen.
Hätte man schon beim Bau der Voliere berücksichtigen sollen, um nicht nur Sperlinge, sondern auch Ratten und Mäuse fernzuhalten.
wp1954
19. September 2006, 21:19
hallo blue....
in den tannen u. marillenbäumen werden die wohl nur brüten wenn du nistkästen angebracht hast, ich hab sie auch um die voli u. unterm dach,das einzigste was mich stört, ist das der blattvogel das spatzen gezwitscher nachmacht, er schreit wie die bettellaute der jungen spatzen, bis zum frühjahr hat ers vergessen, dann fängt die schosse wieder an, können aber die spatzen nichts für.
mfg willi
Spatzenfreund
19. September 2006, 22:53
Vielen Dank DanielG, vielen Dank sigg.
Eine neue Katze haben wir auf dem Grundstück nicht, aber wir glauben, seit einigen Wochen Spuren eines Maders gefunden zu haben. Für den wäre es ein leichtes im Efeu zu klettern. Das wäre eine plausible Erklärung für das Verschwinden der Spatzenkolonie.
Vielen Dank.
Wolfgang
lotko
20. September 2006, 09:33
hallo,
normalerweise ziehen sperlinge jetzt auf die felder.
übernachten tun sie dann auch woanders.
an unserem haus haben sie an der hauswand in einem wilden wein übernachtet.
immer bis ca. mitte august, dann verschwanden sie auch. im darauffolgendem jahr das gleiche spiel.
und das ohne raubzeug. muss also damit nichts zu tun haben.
BlueShadow
20. September 2006, 14:35
Dann würde ich bei den Fasanen mal ein engeres Gitter anbringen.
Hätte man schon beim Bau der Voliere berücksichtigen sollen, um nicht nur Sperlinge, sondern auch Ratten und Mäuse fernzuhalten.
naja wer das geld hat .. rund herum ist engers und stärkeres gitter uben ist strom also können wohl kaum mäuse und ratten hinein.. oben haben wir gedacht nehmen wir etwas billigeres da es doch auch 40 qm sind und die ziemlich teuer naja die alten spatzen kommen sowieso nicht hinein allerdings die jungen
sigg
20. September 2006, 14:59
Na, eins habe ich den Jahren meiner Heimbastelei festgestellt.. spare nicht am Material, denn das kommt dir zu Gute. Ein kompletter Umbau kann im Endeffekt viel teurer werden.
Durrell
26. September 2006, 14:57
Wir wohnen in einem Altbaugebeude mitten in Berlin, in Prenzlauer Berg. Die "Umwelt" ist hier für die Haussperlinge ideal. Sie brüten regelmäßig in den Zwischenräumen zwischen den Fensterbretten, übernachten dort gerne. Im Winter ist die Mauer an den Stellen von der Heizung warm. In der Nacht hören wir sie sich regelmäßig krazen, morgens werden wir von der Bande geweckt. Und in den Cafes rum herum sitzen sie und warten darauf, einem vor der Nase die Kaffekekse zu stibitzen. Die JV sind so zahm, man könnte sie fast streicheln. Traurig wäre der Bezirk ohne sie!
LG aus dem Spatzen Berg
Durrell
Milvus
20. May 2008, 20:22
Hausspatzen
Der Hausspatz oder Haussperling (Passer domesticus) ist in Deutschland Vogel des Jahres 2002.
Der Naturschutzverband Nabu möchte damit mehr Aufmerksamkeit für den geselligen Kulturfolger erregen, der vielerorts unbemerkt verschwindet. Durch die Sanierung von Gebäuden fehlen ihm zunehmend Nischen für seine Brutplätze und der Einsatz von Pestiziden gefährdet die Nahrungsgrundlage des Nachwuchses. Sonst hauptsächlich Vegetarier, sind Spatzen bei der Aufzucht ihrer Jungen auf Insekten angewiesen.
(Wollte keinen neuen Thread aufmachen :zwinker:)
Das kann ich leider bestätigen, da wir seit 1996 alle drei Jahre eine "Spatzenzählung" in einem 4,5 ha großen Gebiet im Ort machen. Der Hauptgrund für den Rückgang hier ist vermutlich die Aufgabe eines landw. Betriebes mit Mutterkühen vor einigen Jahren. Der Hof wurde nun verkauft und es sollen Pferde einziehen - bleibt zu hoffen, dass es dann wieder "bergauf" geht.
Schade, Bildexport hat nicht funktioniert. Hier die Zahlen:
1996: 39 BR
1999: 27 BR
2002: 26 BR
2005: 18 BR
2008: 13 BR
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