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Mathias
04. January 2001, 22:16
Hallo!
Seit kurzem bin ich neues Mitglied in diesem Forum. Ich erhoffe mir interessanten Erfahrungsaustausch und neue Bekanntschaften mit Gleichgesinnten.
Mein aktueller Prachtfinkenbestand:
1,0 Gould gelbk.
1,0 Gould rotk.
0,2 Gould schwarzk.
0,0,5 Gould
1,1 Spitzschwanzamadine
1,1 Makenamadine
1,1 Goldbrüstchen (nominat)
Ich halte und züchte seit 14 Jahren Prachtfinken und habe gehalten:
Gouldamadinen; Spitzschwanzamadinen; Maskenamadinen; Zebrafinken; Jap. Mövchen; Wachtelastrilde; Wellenastrilde; Grauastrilde; Gelbbauchastrilde; Blaukopfschmetterlingsfinken; Goldbrüstchen und Karmesinastrilde
Leider halte ich außer den Goldbrüstchen im Moment keine Afrikanischen Prachtfinken, wenn ich wieder eine größere Innenvoliere habe wird sich dieses jedoch hoffentlich ändern.
Aus diesem Grunde eine Anfrage an alle: Wer hat Erfahrungen mit der Haltung von folgenden Arten:
Neisna melanotis quartinia (Gelbbauchastrild)
Granatina ianthinogaster (Veilchenastrild)
Euschistospiza dybowski (Dybowski Tropfenastrild)
Lagonostica rubricata (Dunkelroter Amarant)
sowie an Asiatischen Arten:
Amandava amandava punicea (Chinesischer Tigerfink)
Bin dankbar für jede Meldung. Außerdem an Nachzuchten aller oben genannter Arten, jedoch nicht vor Mai 2001!
Bis dann,
Mathias
Joachim
05. January 2001, 10:57
Hallo Mathias,
ich habe wiederholt Veilchenastrilde erfolgreich gezüchtet und ausgestellt. Schau doch einmal unter Berichte nach. Dort findest du einen Bericht von mir. Um ihn zu finden, brauchst du nur unter Stichwort "Veilchenastrild" eingeben.
MfG
Joachim
Mathias
06. January 2001, 11:24
Hallo!
Genau so etwas habe ich gesucht! Der Bericht gefällt mir. Vielleicht läßt sich der Erfolg mit der Vogelmiere (http://www.bird-box.de/index.php?Kategorie_ID=176&Artikel_ID=2442) doch erklären. Oft ist es doch so, daß einseitiges Füttern von tierischen Eiweißen eine starke Belastung der Leberfunktionen bewirkt. Das verfüttern von vitaminreichem Grünfutter kann diesem entgegenwirken. Übrigens kenne ich einen Vogelhalter in Detmold, der des öfteren an der Zucht von Granat- und Veilchenastrild gescheitert ist und zwar in der gleichen Entwicklungsphase wie deine erste Brut. Seine Aufzuchtfutter bestand zum größten Teil aus gefrosteten Pinkys und frischen Ameisenpuppen mit einer käuflichen Insektenfressermischung. Das Ergebnis würde deine Beobachtungen stützen.
Züchtest du übrigens noch Veilchenastrilden oder kennst du einen Züchter. Würde mich über eine Antwort freuen.
Mathias
estahasi
16. January 2001, 22:02
Hallo Mathias,
wie ich aus deinem Beitrag entnehmen konnte, hast du Schmetterlingsfinken und Goldbrüstchen gezüchtet.
Hattest Du die in einer Voliere zusammen oder getrennt?
Was ist mit "(nominat)" gemeint bei Goldbrüstchen?
Ich halte 1,1 Schmetterlingsfinken und 1,1 Goldbrüstchen mit 1,1 Weißkopfnonnen und 1,1 Zebrafinken und 1,1 Bandfinken in einer Zimmervoliere. Seit kurzer Zeit jagt der Schmetterlings-Hahn die Goldbrüstchen-Henne. Habe deswegen die Goldbrüstchen für eine Zeit rausgenommen aber als ich sie wieder zusammensetzte ging es gleich weiter mit Zankereien wie vorher. Weißt du mir vielleicht einen Rat. Vorher ist es ca 1 Jahr in der gemischen Voliere gut gegangen.
Mathias
17. January 2001, 12:48
Hallo Estahasi!
Zuerst muß ich Dir sagen, daß ich die Goldbrüstchen und die Schmetterlingsfinken nicht gleichzeitig gepflegt habe, somit auch keine Erfahrungen mit der Vergesellschaftung dieser beiden Arten gemacht habe. Bei mir zeigten sich die Blaukopfschmeterlingsfinken jedoch immer relativ friedlich gegenüber anderen Arten. Ich habe sie zusammen mit 1,1 Wellenastrild, 1,1 Grauastrild und 2,3 Jap. Mövchen in einer Zimmervoliere gehalten. Außer einem zerstörten Wellenastrildnest durch die Blauköpfe hatte ich keine Probleme.
Es könnte immerhin sein, daß deine Schmetterlingsfinken in Brutstimmung gekommen sind und sich jetzt Revier-Verteidigungsverhalten bemerkbar macht. Wahrscheinlich werden die Goldbrüstchen bevorzugt gejagt, weil sie das schwächste Glied in deiner Voliere sind. Zebrafinken und Bandfinken sind ja eher wehrhaft.
Wenn Du nicht züchten willst, hilft vielleicht eine Futterumstellung, also kaum Lebendfutter, wenig Gekeimtes, dafür aber viel Grünzeug. Zu gehaltvolle Nahrung regt den Bruttrieb zu stark an. Ansonsten muß du die Tiere trennen! Hast Du größere Flugkäfige? In denen kann man mit etwas Glück z.B. Schmetterlingsfinken/Goldbrüstchen auch züchten.
Wenn die Tiere richtig in Brutstimmung sind sollte dieses möglich sein.
Mit Nominatform ist im übrigen die Unterart Sproaeginthus subflavus subflavus gemeint. Im deutsch-sprachigen Raum werden 4 Unterarten unterschieden und zwar S.s.subflavus, S.s.miniatus, S.s.clarkei und S.s.niethammeri(nach Wolters, während im englisch-sprachigen Raum nur zwei Unterarten differentiert und sie zudem mit den Tigerfinken, und dem Olivgrünen Astrild in die Gattung Amandava gestellt werden.
Wenn es dich interessiert kann ich dir die Merkmale für die jeweilige Unterart mailen!
Tschüß,
Mathias
estahasi
29. January 2001, 13:53
Hallo Mathias,
entschuldige die verspätete antwort. Aber die Zeit rast nur so dahin. vielen dank für dein angebot bezüglich der unterarten, wenn du muse hast, kannst du sie mir ja mal mailen. ich hab den tip bekommen das futter umzustellen, und zwar weniger gekeimtes dafür viel frischfutter, das soll angeblich die gemüter etwas abkühlen. es schein funktioniert zu haben. die goldbrüstchen haben ihre ruhe jetzt stänkern wie üblich die bandfinken rum. die waren leider ein fehlkauf, ich hatte mich vorher nicht speziell über diese vögel informiert und beim zoofachgeschäft (wir wollen keine namen nennen) mich erkundigt ob den die bandfinken denn zu meinen bereits gekauften vögeln dazupassen würden. Ich bekam ein glattes ja!!!!!! Als ich mich dann zuhause selber schlau machte als der streit schon da war, war mir klar daß das auf die Dauer nicht gutgehen kann! Aber solange sie sich nur etwas im Käfig rumjagen und keine Körperattacken fliegen sorgt es für stimmung und gezeeter im Käfig.
Zum züchten von schmetterlingen und goldbrüstchen fehlt mir die zeit und der platz
Mathias
29. January 2001, 19:25
Hallo Estahasi!
Habe gerade etwas Zeit nach der Uni gefunden. Ist ja auch ´ne schöne Art der Ablenkung. Da ich Bio studiere kann ich mir ja auch einreden das es der Wissenschaft dient...
Also: Unterscheiden kann man die Unterarten vor allem aufgrund der Färbung des Bauchgefieders der Hähne.
1. Sporaeginthus subflavus subflavus (nominat)
Vom Kinn über Brust und Bauch bis zur Unterschwanzdecke in der Grundfarbe stark gelb mit goldenen Ton. Diese Grundfarbe wird nach hinten immer dunkler, also zu Orange. Oft scheint es als sei die gelbe Grundfarbe orange überzogen, da das Orange nicht ganz geschlossen ist. Flanken sind bei dieser Unterart schwach gewellt.
S. subflavus clarkei
Vom Kinn bis zur Unterschwanzdecke kräftig gelb, jedoch ohne nach hinten hin dunkler zu werden. Vielmehr mit einem auf die Brust begrenzten orangen Fleck. Erst die Unterschwanzdecke zeigt im Normalfall wieder einen orangen Überzug.Flanken scheinen gröber gewellt als bei der Nominatform.
S. subflavus miniatus
Hier ist die Brust und der Bauch orangerot mit reinem rot vermischt, also die am intensivsten gefärbte Unterart.
Ist wohl auch die kleinste Unterart.
S.s.niethammeri
Brust und Bauch nur gelb, Orange erst die Unterschwanzdecke.
Die Weibche aller Unterarten gleichen sich stark, hier dürften Festlegungen schwierig werden.
Dieses sind die Unterscheidungpunkte in aller Kürze.
Ich bin mir mittlerweile nicht mehr ganz sicher, da mein Hahn immer kräftiger Orange unter dem Bauch wird, er war vorher in keinem guten Federzustand, aber zu dieser Zeit war ich mir sicher die Nominatform vor mir zu haben. Ich warte einfach noch ab.In Frage käme bei mir nur S.subflavus subflavus oder miniatus. Die anderen scheiden definitiv aus. Der Fangort war nicht mehr zu ermitteln. Vielleicht handelt es sich auch um eine Mischform. Wenn ich näheres weiß, kann ich ja noch mal schreiben.
Gerhard Hofmann
29. January 2001, 20:51
Mit den Unterarten der Goldbrüstchen ist das so eine Sache. Selbst wenn man etliche Bälge in Museen wälzt wird man nicht unbedingt viel schlauer.
Vielleicht haben ja doch die Briten recht die lediglich subflava und clarkei unterscheiden.
Unsere "miniata"stammen aus Tansania lassen sich aber nicht ohne weiteres von den Senegalvögeln (subflava) unterscheiden.
Das Pärchen A.s.clarkei stammt aus Südafrika (Natal) aber ohne Kenntnis vom Fangort wäre e sicher ebenfalls sehr schwer.
Zu allem Unglück ist die orange/rote Färbung der Männchen auch noch von den Haltungsumständen abhängig und dient als Fitneßanzeiger (zumindest wählten Weibchen -auch A.s.clarkei- die rotesten Männchen aus).
Viele Grüße Gerhard
der im letzten Jahr fast in Goldbrüstchen erstickt ist. Wir hatten um sicher Erfolg zu haben und genügend nicht verwandte Individuen zu haben je vier Paare in unseren Freivolieren angesetzt und alle haben gezogen. Das am wenigsten erfolgreiche Paar hatte 4 Jungv. das erfolgreichste 13 insgesamt 64 der kleinen Knirpse.
Bild zeigt Wildfangpärchen A.s.clarkei
http://www.vogelforen.de/upload/goldbrüstchenmäweclarkeiklein.jpg
Gerhard Hofmann
29. January 2001, 20:57
Zweiter Versuch
[Geändert von Gerhard Hofmann am 30-01-2001 um 09:05]
http://www.vogelforen.de/upload/goldclarkeikle.jpg
Gerhard Hofmann
29. January 2001, 20:59
Und der rote Zwerg
[Geändert von Gerhard Hofmann am 30-01-2001 um 09:06]
http://www.vogelforen.de/upload/goldbrminiatakl.jpg
Mathias
30. January 2001, 13:05
Hallo!
Würde ich nach Ihren Bildern gehen, läge die Vermutung nahe ich hätte S.s.miniatus in meinem Bestand. Natürlich haben sie recht, dass Unterarten mitunter schwer zu bestimmen sind, vor allem ohne die Hintergrundinformation des Fangortes. Grundsätzlich liegt m. E. das Hauptproblem in der Gewichtung der Differenzen in den geographischen Populationen. Während einer die Unterschiede für marginal erachtet, reichen einem anderen dieselben zur Abgrenzung einer Unterart.
Um die Nomenklaturdifferenzen mit den englischsprachigen Ländern noch einmal zu benennen, liegt meiner Meinung nach gerade bei den Goldbrüstchen eher die Frage noch offen, ob man sie zu der Gattung Amandava schlagen sollte oder ihr eine eigene Gattung zugesteht (Sporaeginthus). (Überhaupt besteht m.M. nach in der engl. Literatur über die Fam. Estrildidae die Tendenz, viele Arten in wenigen Gattungen zu vereinigen (Lonchura; Estrilda; Uraeginthus; Amandava; emblema; Poephila...). Diesbezüglich erscheint mir die Systematik nach Wolters doch genauer zu sein.)
Haben sie zu dieser Problematik vielleicht Material, oder vielleicht eigene Vergleichserfahrungen. Leider habe ich noch nie Tigerfinken gehalten, es wäre sicherlich aber interessant Goldbrüstchen, Tigerfinken und Olivgrüne Astrilde in einen direkten ethologischen Vergleich zu stellen.
Mathias
Gerhard Hofmann
30. January 2001, 15:52
Hallo Mathias,
ich denke, dass die alte Gattung Amandava durchaus noch ihren Berechtigung hat.
So ist z.B. die Rachenzeichnung bei allen drei Arten fast identisch, das Bettelverhalten mit dem -innerhalb der Fam. Estrildidae ja recht seltenen- Flügelschlagen ebenfalls. Wir hatten auch schon Hybriden zwischen Goldbrüstchen und Olivgrünem Astrild. Beide Arten waren paarweise -z.t. auch mehrere Paare je Art- in einem Gemeinschaftsvoliere untergebracht. In keinem Fall war ein unverpaarter Vogel dabei. In allen drei Fällen (Zeitraum fünf Jahre) war ein Goldbrüstchen der Vater und der Mischling wuchs zusammen mit seinen Olivgrünen Halbgeschwistern auf. Leider haben wir damals keine Versuche gemacht die Vögel zurückzukreuzen, was sehr interessant gewesen wäre, zumal die Mischlinge für die Olivgrünen Weibchen geradezu Hypermännchen darstellten. Alles flog auf diese Knilche. Am weitesten entfernt scheint mir der Tigerfink der neben seiner Gefiederfärbung, auch im Balzverhalten erheblich abweicht.
Aber ich gebe dir recht - ich hoffe das du ist genehm, ich werde ungern gesietzt- eine richtige Vergleichsstudie wäre hochinteressant.
Viele Grüße Gerhard
Der gerade an der Überarbeitung des Stb/Wolters Prachtfinken sitzt und glaube ich für heute keine Lust mehr hat.
Rachenzeichnung Goldbrüstchen
http://www.vogelforen.de/upload/Rachenz1.jpg
Gerhard Hofmann
30. January 2001, 15:53
und hier die vom Tüpfelastrild (Tigerfink)
http://www.vogelforen.de/upload/Rachenz2.jpg
Mathias
30. January 2001, 16:21
Ja, in der Tat, die Ähnlichkeit ist offensichtlich!
Mit dem DU geht klar!
Wenn ich das recht betrachte hast Du meinen Traumjob!
Was genau machst Du am MPI? Würde mich interessieren , da ich Bio-Student bin und mich solche Laufbahnen faszinieren.
Es scheint ja doch noch Leute zu geben, welche nicht in der Biochemie/Genetik/Mikrobiologie allein verhaftet sind, oder nach dem Studium Vertreter für einen Pharmakonzern werden.
Ich hab deswegen auch erst mal den sicheren Weg gewählt und noch auf Lehramt studiert, möchte aber mein Biologiestudium noch ausbauen. Ich bin aus diesem Grunde gerade auf der Suche nach einem Thema für mein Staatsexamen (am liebsten natürlich ornithologisch), das ausbaufähig wäre für das Diplom... Ist gar nicht so leicht muß ich sagen. Lehramtskandidaten sind ja in den Augen vieler Profs. nur Biologen zweiter Klasse!
Genug geflennt.
Vielen Dank für die Fotos im übrigen, sind wirklich gut!
Mathias
Gerhard Hofmann
30. January 2001, 17:47
Hallo Mathias,
das mit dem Traumjob ist so ne Sache vom Arbeitsgebiet her hat in meine bessere Hälfte (Claudia (Ethologin - arbeitet an einem Projekt über unterschiedliche Lernstrategien von Langstreckenziehern und Standvögeln)).
Ich ärgere mich beruflich eher mit Großrechnern rum. Was nicht heißt, dass mich meine Biester nicht auch ab und zu ärgern.
zur Zeit bastele ich an einem "wissenschaftlichen" Projekt mit Gouldamadinen aber das liebe "n" lässt mir manchmal die Haare zu Berge stehen. Wie soll man nur so viele nicht verwandte Vögel züchten und unterbringen wenn man den Rest seines Bestandes nicht abgeben will? Da hat es ein berufsmäßiger Orni leichter. Dafür hangelt sich der meist von Zeitvertrag zu Zeitvertrag -auch nicht das gelbe vom Ei.
Wenn ich mir so manch alten Bericht anschaue z.B. die Arbeiten von Ziegler über Gouldamadinen muß ich den Hut ziehen vor diesen Leuten. Im Gegensatz zu damals läuft die Produktion von Jungvögeln heutzutage auf Hochtouren aber die wenigsten beobachten mehr (die Vögel sind ja aus dem Wohnbereich meist verbannt).
Dabei gibt es Fragen über Fragen deren Antwort manchmal schon durch genaues Beobachten gefunden werden könnte.
Viele Grüße Gerhard
Mathias
30. January 2001, 20:57
Jetzt bin ich neugierig.... Was bedeutet "wissenschaftliches" Projekt mit Gouldamadinen genauer, oder geh ich da jetzt zu forsch vor?
Ich hab in den Kleinanzeigen gestöbert und deine Anzeige gesehen. Sind einige sehr interessante Arten dabei. Vor allem zwei meiner Favoriten, Euschistospiza dybowskii und Glaucestrilda perreini.
Vor allem an G.perreini hätte ich Interesse, da ich stark überlege, ob ich meinen Bestand nicht völlig auf Afrikaner umstelle.Bei E.dybowskii bin ich mir nicht so sicher was ihre "Gesellschaftfähigkeit" betrifft. Sollen ja teils ganz schöne Teufel sein.
Mathias
Gerhard Hofmann
31. January 2001, 06:39
Hallo Mathias,
zuerst zu der Kleinanzeige die Schwarzschwanzschönbürzelchen sind inzwischen alle in der Schweiz, auch die Zuchtpaare. Ob E.dybowskii gesellschaftsfähig ist lässt sich schwer beantworten manche Paare sind es manche nicht. Interessant ist das die jungen der friedlichen Paare ebenfalls wieder friedlich sind, die Jungv. der aggressiven Paare selbst wiederum sehr aggressiv.
Die Dybowskis stammen von unserem „gesellschaftsfähigen“ Stamm den ich vor zwei Jahren an meinen Vater abgegeben habe (den anderen Teil unserer Vögel wollte er nicht haben). Er selbst hält die Elternvögel zusammen mit Elfenastrilden, Dunkelroten Amaranten, Dornamadine, Gemalter Amadine und Rotk.Pa. in einer Gemeinschaftsvolier ohne große Streitigkeiten zu haben. Wir hatten die Vögel aus Platzmangel mit Schlegels Tropfenastrild und Goldbrüstchen zusammen in 1,6m langen Joko-Käfigen zur Zucht angesetzt – alle drei Arten haben zur selben Zeit im Käfig gebrütet und erfolgreich nachgezogen.
Ein Problem bekommt man wenn der Kindersegen zu groß wird da die Männchen untereinander (falls Weibchen vorhanden sind) aggressiv werden. Wir hatten die Jungen dann -so leid es uns tat- nach Geschlechtern getrennt untergebracht.
Schwarzschwanzschönbürzel sind in dieser Hinsicht aber nicht viel besser ich zähle sie was die innerartlichen Auseinandersetzungen anbelangt mit zu den aggressivsten Prachtfinkenarten. Man kann die Art eine gewisse Zeit als Schwarm halten (Jungvögel oder bedingt noch zur Ruhephase) und urplötzlich gehen die Streitigkeiten los. Dabei läuft das ganze ähnlich wie bei manchen Kolibris ab der unterlegene wir immer wieder vom Schlaplatz,Futterplatz, etc. vertrieben. Wenn man dann nicht eingreift erliegt der Vogel bald irgendeiner stressbedingten Erkrankung –meist Leber-. Gegen andere Arten sind sie vor allem zur Brutzeit sehr aggressiv was oft zu richtigen Verfolgungsjagden in der Voliere führt (Nichtsdestotrotz zählen sie neben den Rotschwanz Schönb. Zu meinen Lieblingen).
Zu dem Goulds-Projekt . Mich interessiert welche Auswirkung die versch. Kopffarben
a) auf die Fitness der Individuen (Sterblichkeit Jugendmauser, Lebensalter, Nachzucht,....)
b) b) auf die Partnerwahl -hat.
c) Dann würde ich c) gerne wissen ob das im UV-Bereich so prächtig leuchtende (sieht aus wie ein weiße Umrandung während die Kopffarbe im UV Bereich identisch ist) türkisfarbene Band um die Kopffarbe Einfluss auf die Partnerwahl hat. Wenn das alles fertig ist würde mich die Sache EPC bei Goulds noch interessieren (man könnte damit falls ein Ergebnis bei den Wahlversuchen Kopffarbe herauskommt die Sache schön untermauern).
Dazu braucht man halt wirklich jede Meng nicht verwandter Jungv. deren Abstammung man genau kennt die vor dem Wahlversuch natürlich nicht verpaart sein durften,.........der leibe Platz..
Vorher habe ich mir über zehn Jahre den Kopf ob der Präferenz von weißem Nistmaterial zerbrochen (http://www.nature-photography-hofmann.de/projekte/nistmaterial/nistmaterial.html ist auch schon in press) aber da war das Artenspektrum wenigstens „schön groß“. Gott sei Dank kann ich einen Teil der Vers.vögel von meinem Vater beziehen und meine Mutter züchtet für mich in meinem alten Zuchtraum ebenfalls noch mit ein paar Paaren (du siehst die ganze Familie ist eingespannt). Was aber im letzten Jahr alles nichts nützte das Geschlechterverh. War so irre Richtung female verschoben (am Ende 2.17 Schwarzk.) , dass ich meinem Plan um etliche Wahlversuche hinterher bin. Macht aber nicht viel als Vogelliebhaber hat man ja keine deadline zu erfüllen.
Viele Grüße Gerhard
PS. Ein Paar Dybowskis ist noch zu haben.
Mathias
31. January 2001, 13:31
Also wenn die Erahrungen mit den Dybowsky Tropfenastrilden eher positiv sind,wäre das schon nicht schlecht.
Können die Tiere auch verschickt werden und was würde mich das ca. kosten, etc..
Übrigens: Die Fragestellung der Partnerwahl bei den Goulds ist sehr interessant, vor allem unter Berücksichtigung der Kopf-und Nackenfarbe. Bei mir allerdings schien vor allem die gesangliche Leistung des Hahnes ausschlaggebend zu sein.
Im Juli 2000 bekam ich 2 halbtote,gelbköpfige Goulds geschenkt(2,0). Einer überlebte, war aber recht klein, eher noch zum wirklichen Wildtyp tendierend, hatte also wenig mit den sogenannten "Grasgrünen" zu tun, definitiv kein Ausstellungstier, hatt auch gelb im Nacken.
Nun besorgte ich mir bei Züchtern noch 1,2 Goulds, 0,2 schwarzköpfig, 1,0 rotköpfig. Ich setzte alle Tiere in einen großen Flug und Zuchtkäfig, da sie ihren Partner selber wählen sollten. Die Neuerwerbungen waren im übrigen deutlich größer und kräftiger, sowie intensiver gefärbt.
Beide Hähne begannen zu singen und bald stellte sich heraus, daß der kleine, blasser gefärbte Han offensichtlich der bessere Sänger sein musste. Beide Hennen hörten nur ihm zu, manchmal auch der zweite Hahn. Auch für mein Ohr singt der erste Hahn besser, nicht so holprig. Er entschied sich für eine Henne, ich nahm die beiden anderen raus und die Tiere brüteten (0,0,5 bisher). Das zweite Pärchen sitzt in Hörweite macht bisher aber noch keine Anstalten zu brüten, die Henne lauscht vielmehr angestrengt den Gesangsvorträgen des gelbköfigen Hahns, nicht denen ihres eigenen Hahns!
Tolle Fotos übrigens von den "Panzerknackern!!!
Gibst auch Bilder von der Rotohramadine? Die gefallen mir ja am besten.
Grüße,
Mathias
Gerhard Hofmann
01. February 2001, 06:14
Hallo Mathias,
a)zu den Dybowskis Versand ist nicht möglich. Aber du könntest die Tiere entweder in Rottenacker (bei Ulm) oder bei mir in Starnberg abholen. Den genauen Preis weiß ich nicht, (denke so um 70,-) aber ich komme am Freitag bei meinen Eltern vorbei und werde mal nachfragen.
Zu den Goulds ich gebe dir recht dass der Gesang sicherlich mit eine entscheidende Rolle spielen wird. Aber bei einem Vogel der vor visuellen Signalen nur so strotzt wäre ich sehr überrascht wenn die Farbe nicht mindestens genauso wichtig oder noch wichtiger ist für die Partnerwahl (Gesangsaufnahmen von beliebten und unbeliebten Sängern liegen bei mir im Schreibtisch und warten der Auswertung, aber Bioakustik finde ich ein „furchtbares“ Gebiet und mir graut vor Sonagrammen. Grob über den Daumen gepeilt würde ich sagen dass
a)der Vater bei Jungvögeln
b) und später vor allem neue Sänger sehr beliebt waren (evtl. Inzuchtvermeidung (0,1) oder erlernen neuer Eemente (müsste dann aber ein „open ended learner“ sein, kann ich mir fast nicht vorstellen)(1,0)???)
Aber wie gesagt man kann da ja auch beim ersten Eindruck gewaltig schief liegen.
Im übrigen, was sich ebenfalls abzeichnet ist dass „Gelbnacken“ durchaus zu den Favoriten zählen. Das Gelb reflektiert, wie die Kopfmaske, überhaupt keinen UV-Anteil und steht somit, auch im für uns nicht sichtbaren Bereich, im hübschen Kontrast zu dem türkisfarbenen Abschlussband der Kopfmaske.
Singen mit Zuhören scheint aber immer noch ein Buch mit sieben Siegeln zu sein, zumindest ist die Funktion bis dato nicht vollständig geklärt. Bei einigen Munia Arten sind überwiegend junge Männchen die Zuhörer so dass man vielleicht vom Gesangslernen ausgehen kann. Das müsste man natürlich ebenfalls mittels Sonagrammen überprüfen. Ich weiß nicht wie es bei deinen Goulds ist aber fest verpaarte Weibchen hören bei mir so gut wie nie ihrem Partner zu, auch bei Goulds sind es bei mir vorwiegend Männchen die zuhören. Ist schon ein verflixt interessanter Vogel der leider viel zu selten erfolgreich gehalten (so dass die Vögel einen Großteil ihrer Verhaltesweisen ausleben können und nicht nur nahezu stereotyp der Reproduktion nachgehen) sondern häufig nur vermehrt wird.
Bilder von der Rotohramadine sind beim Verlag für die Neufauflage des Steinbacher/Wolters.
Viele Grüße Gerhard
Mathias
01. February 2001, 18:02
Ich muß mal sehen, wie das mit den Dybowskys zu machen ist. Bin ja nur Student und von Marburg bis nach Ulm ist schon ein ganz schönes Stück. Hab mich mal kundig gemacht, mit der Bahn würde mich das so um 270 DM kosten, was schlicht nicht machbar wäre. Ein Freund hat aber gute Kontakte nach Stuttgart, von da würde es ja gehen. Ich erkundige mich mal.
Mit den Goulds hast Du übrigens recht, meist werden sie nur vermehrt. Ich persönlich werde nach der nächsten Brut auch Schluß machen (wäre dann die zweite für dieses Paar) und nicht mehr züchten. Zwei bis vier behalte ich, den Rest werde ich abgeben. Für Goulds gibt es wohl auch genügend Züchter und Austellungsinteressen habe ich keine. Sie sind nur ungemein angenehme Vögel, sowohl in der Haltung, als auch in der Beobachtung. Aus diesem Grunde werde ich mir auch einige behalten, aber ohne weitere Zuchtabsichten.
Wenn Du blutsfremde Nachzuchten zu deinen brauchen, sag` bescheid! Habe nur rein Wildfarbene in schwarz- und gelbköpfig.
Die Idee mit dem Vergleich von Goldbrüstchen, Tigerfink und Olivgrüner Astrild begeistert mich auch zunehmend. (Auch wenn ich nicht weiß, wie ich an die Olivgrünen kommen soll.) Vielleicht sollte ich wirklich mal so etwas in Angriff nehmen. Hätte dann ja auch erheblich mehr Sinn als die Tiere nur aufgrund von Sammelleidenschaft zu halten, auch wenn m.M. nach jeder Vogelliebhaber etwas davon in sich trägt. Wenn es der Wissensvermehrung dient ist dagegen ja auch nichts einzuwenden (solange das Tier nicht leidet).
Mathias
Gerhard Hofmann
12. February 2001, 18:34
Hallo Mathias,
von Marburg bis Ulm ist in der Tat eine ganz ordentliche Strecke. Aber lass dir keine grauen Haare wachsen das Pärchen brütet inzwischen. Es hat aus Hirseresten (Silberhirse- und Kolbenhirsestengel) ein Nest am Fußboden gebaut und sitz fest auf vier befruchteten Eiern. Inzwischen hat mein Vater noch etwas „ordentliches“ Nistmaterial gereicht was eiligst von dem Männchen verbaut wurde. Schon hat ist die Jungvogelvoliere ohne Brutmöglichkeiten zur Brutvoliere umfunktioniert. Er wird die Vögel nach der Brut sicher abgeben aber das Gelege zerstören bringt er nicht übers Herz.
Danke für dein Angebot bezüglich der Goulds, aber ich bekomme noch einige Schwarzköpfige Goulds von eine Zuchtkollegin aus Bamberg.
Tja die lieben Amandava ich hatte zwar nie eine vegleichende Untersuchung mit den Biestern vor, aber mich zumindest mit dem Tüpfelastrild ein paar Jahre länger beschäftigt. Wir hatten in der Zeit als wir Sommers auf eine Außenstation der MPI verbrachten 8 Paare in einer großen bepflanzten Außenvoliere gehalten. Unser Ziel war es etwas über die Partnerbindung und das Umfärben ins Prachtkleid zu erfahren. Da werde ich irgendwann mal wieder daran weitermachen die Daten von den zwei Brutperioden reichen noch nicht ganz aus. Was sich aber jetzt schon sicher sagen lässt, ist, dass Männchen bei gleichzeitiger Anwesenheit von Konkurrenten viel besser ins Brutkleid umfärben als ohne (Testo-werte warten noch der Auswertung). Soweit lief alles wie vermutet, auch dass sich die völlig durchgefärbten Männchen am erfolgreichsten fortpflanzten und am meisten EPC hatten lag im Berich unserer Erwartung, dass aber ausgerechnet die Männchen die dank der übermächtigen Konkurrenz überhaupt nicht umfärbten ebenfalls ganz ordentlich im EPC waren hatte zumindest ich nicht erwartet. Na ja die Familienbeziehungen bei dieser Art sind schon etwas kompliziert. Werde vermutlich im Sommer noch mal einen Anlauf machen aber dieses Mal wenn möglich gleich drei Kolonien auf einmal.
Ich kann dir nur Raten nimm den Vergleich der drei Arten in Angriff, ich finde es weit spannender einen Einblick in das „Warum der Natur“ als lediglich die Frage „Warum hat mein Vogel keine Medaille bekommen“ beantwortet zu bekommen. Die Sammelleidenschaft ist vermutlich nicht nur bei Vogelliebhabern verbreitet (aber hier stark kanalisiert) und wütet auch in mir mal mehr mal weniger. Sonst hätte ich ja aus Gründen der Vernunft für die nächsten drei Jahre alle Prachtfinken außer meinen Goulds abgegeben. Ich bringe es einfach nicht fertig jedes Mal wenn ich den Entschluss fasse die eine oder andere Art aufzugeben fallen mir tausend fadenscheinige Gründe ein es nicht zu tun.
Viele Grüße Gerhard
Reiner
12. February 2001, 22:03
Hallo Gerhard,
ich kann es kaum erwarten, dass der Steinbacher/Wolters wieder aufgelegt wird. Und dann auch noch neu überarbeitet. Fantastisch!!! Als hurtig, hurtig, die Prachtfinkenliebhabergemeinde ist ungeduldig.
Gruß Reiner
estahasi
13. February 2001, 14:49
Hallo Gerhard, hallo Mathias
ihr habt euch sicher gewundert, daß von mir nichts mehr gekommen ist aber ganz einfach erklärt........... ich bin sprachlos.!!!!!!
Euer Fachwissen hat mich ganz einfach platt gemacht. Ich bin so ne kleine möchtegerne Vogelbesitzerin mit Vögeln am heimischen Herd (Wohnzimmer). Die Bilder und die genauen Bezeichnungen sind echt super. Hab sie mindestens schon 10 mal gelesen und angeschaut. Da bekommt man richtig Lust auch mal sein Glück gezielt zu versuchen um Schmetterlingsfinken oder Goldbrüstchen zu züchten.
viele Grüße
Mathias
13. February 2001, 20:57
Hallo!
Ich war eine Zeit weg vom Fenster, was meinen PC betrifft, konnte also nicht früher antworten. Außerdem steck ich gerade in einem Praktikum (Pflanzenphysiologie) ist recht interessant, aber arbeitsaufwendig.
Jetzt aber zum Eigentlichen: Ich finde es toll, daß die Dybowskis brüten, hoffentlich mit viel Erfolg!
Um auf die vergleichenden Beobachtungen der Gattungen Sporaeginthus, Amandava und Stictopiza zurückzukommen. Ich denke ich werde mich mal an ein Konzept wagen, um Prioritäten herauszuarbeiten, auf dessen Basis sich eine Analyse für mich durchführen ließe. Im übrigen muß ich sagen, daß es m.M. nach auch ausfüllender ist seine Vögel mit einem gewissen biologischen Ziel zu pflegen, auch wenn sich dieses nicht (nur) in Nachzuchten messen läßt. Trotzdem sehe ich das Austellungswesen als sinnvoll an, solange es der Öffentlichkeit zeigt, daß Tiere in Gefangenschaft nicht nur gesund erhalten werden können, sondern auch noch züchten, also nicht der Natur entnommen werden. Leider unterwandert die Standardzucht mit all ihren Auswüchsen diesen positiven Aspekt nur alzu oft. (WS, Zebrafink; Kanarienvogel......). Ich persönlich werde wohl nie ausstellen.
Übrigens Estahasi: Sehr, sehr viele interessante und wichtige Beobachtungen sind von Hobbyornithologen gemacht worden, vor allen bei den "kommerziell" weniger interessanten Familien (d.h. die Arten, Gattungen, etc. welche sich z.B.nicht als Indikatoren für Umweltveränderungen eignen, oder die einfach noch nicht so bedroht sind, daß sich jemand für sie interessiert. Traurig genug). Jede Beobachtung zählt, wenn Du (ist doch erlaubt, oder?) also Lust bekommen hast zu züchten und deine Beobachtungen mitzuteilen, wäre das doch toll.
estahasi
14. February 2001, 08:23
Hallo Mathias,
da meine Vogelgäste morgen abgeholt werden steht mir ab dem wochenende eine zweite zimmervoliere zur verfügung. Ich bin aber immer noch schwankend, welche der beiden ich einzeln setze. Die Schmetterlingsfinken (ich glaube keine Blaukopf) haben sich in der Gemeinschaftsvoliere recht gut eingelebt. Die Goldbrüstchen haben da eher mehr Probleme. Obwohl beide Arten in der Gemeinschaftsvoliere schon Brutversuche unternommen haben. Leider ist aber noch nichts dabei rausgekommen. Die Gelege waren immer ausgetrocknet. Was meinst du, welche der beiden Arten ist einfacher zu halten für Zuchtversuche. Braucht man da bestimmte Papiere oder Erlaubnisse. Ich hab hier oft gelesen das auf beringte Vögel mehr Wert gelegt wird. Wie kommt man den zu Ringen ? Und ab wann beringt man dann Jungvögel mit geschlossenen Ringen? Andere Ringe finde ich nicht so gut, weil da immer gemogelt werden kann. Na ja hab mal wieder jede Menge Fragen, freue mich auf Antwort.
Mathias
14. February 2001, 12:51
Hallo Estahasi!
Ich denke, daß sich Goldbrüstchen und Schmetterlingsfinken nicht sonderlich in ihrer Züchtbarkeit unterscheiden. Beide gelten als relativ leicht züchtbar. Wenn sich die Goldbrüstchen nicht so wohl fühlen, solltest Du sie einzeln setzen.
Beide brauchen relativ viel tierisches Eiweiß während der Aufzuchtphase und sollten mit viel Grünem/Gekeimten auf die Zucht vorbereitet werden. Zum einen simuliert das den Beginn der Regen- und somit Brutzeit in ihrer Heimat, da dann viele Keimlinge und frisches Grün vorhanden sind, zum anderen regen die Vitamine (Vit. E) die Fruchtbarkeit und den Geschlechtstrieb an. Zusätzlich kann man auch ein Multivitamin Präparat (z.B. Nekton) verwenden.
Wie sehen denn deine Schmetterlingsfinken genau aus?
Blaukopf sind relativ einfach zu erkennen, da sie wirklich einen blauen Kopf, wo das Blau sich bis zum Nacken zieht besitzen. Auch sind sie größere als die anderen Arten.
Wenn Du die "normalen" Schmetterlingsfinken hast, sollte der Hahn einen roten Wangenfleck besitzen.
Beschreib deine Tiere mal, dann finden wir das bestimmt heraus.
Wenn Du noch andere Fragen haben solltest, versuche ich gerne sie Dir zu beantworten.
Grüße,
Mathias
estahasi
14. February 2001, 16:02
Hallo Mathias
hab mich in meinem Prachtfinkenbuch schon schlau gemacht, was das Aufziehen von Jungvögeln betrifft. Aber die Sache mit dem lebend-Futter, die will mir nicht so gefallen. Außerdem wüßte ich im moment gar nicht wo man so was herkriegt. Beim Dehner hab ich mal getrocknete Ameiseneier oder larven oder puppen (weis nicht mehr so genau) gesehen. Waren ca. 100 g für 10,-- DM war mir damals zu teuer.
ich hab ganz normale Schmetterlingsfinken mit dem typischen roten Wangenfleck beim Hahn. Tendiere aber auch eher zu den Goldbrüstchen, na ja mal schaun
danke für deine schnelle Antwort
moose
14. February 2001, 16:36
Hallo Estahasi!
Hab schnell nen Tip zum Thema Lebendfutter:
Ich habe mein Tigerastrildpärchen mit frisch gehäuteten weißen Mehlwürmern, Pinkys und Rotwürmern gefüttert, womit die ihre drei Jungen erfolgreich großgezogen haben.
Alle drei Sorten wurden kleingeschnitten, und sind im Anglerbedarf recht günstig zu kriegen. DeR Rest des Futterplans ist hier im Forum unter http://www.vogelforen.de/showthread.php3?threadid=2195 nachzulesen, falls es Dich interessiert.
Ob das ernährungsphysiologisch ausreichend und gut ist, kann ich nicht beurteilen. Ich kam damals recht unvermittelt zu dem Nachwuchs. Aber das steht ja alles im o. a. Thread. Die drei haben sich übrigens prächtig entwickelt.
Über den ernährungsphysiologischen Wert der genannten Futtertiere kann man Dir hier im Thread bestimmt noch was sagen, denn offensichtlich haben sich "die richtigen" gefunden! ;)
Liebe Grüße,
Marina
[Geändert von moose am 14-02-2001 um 16:40]
Mathias
14. February 2001, 19:47
Hallo!
Lebendfutter, ein Thema mit 1000 Variationen. Ich glaube jeder Halter/Züchter hat da so seine Tricks und Spezialrezepte. Die Version von Moose ist gar nicht schlecht, ich würde sie vielleicht noch um ein gutes, feines Eifutter(z.B. Quiko) und ein feines Weichfutter von Klaus o.ä. ergänzen. Mit Pinkys habe ich gute Erfahrungen gemacht, wenn ich mehrfach die Weizenkleie gewechselt hatte und danach die Maden überbrühte, um sie einzufrieren. Zum Verfüttern muß man sie allerdings zerschneiden.
"Ameiseneier" verfüttere ich kaum, im Sommer sammele ich mir immer mal ein paar als Leckerbissen. Zur Aufzucht mit diesen Puppen sind die Meinungen doch sehr geteilt . BAARS schreibt in seinem Buch über Weichfresser (Band 1), daß Jungvögel an unverdauten Puppenhüllen gestorben sind.
Zuviel an tierischem Eiweiß ist auch selten von Vorteil, ich würde am Tag 2 kleine Rationen geben, damit dazwischen auch noch keimfutter, etc. verfüttert wird.
Andere Züchter geben auch noch täglich eine Schaufel Walderde in eine flache Schüssel, da sich dort in der obersten Krume eine Vielzahl an kleinen Tieren tummelt.
Wie schon gesagt: Thema mit Variationen.
Wichtig ist außerdem die Mineralienversorgung mit Eierschalen, etc..
Im Ernstfall hilft jedoch nur auszuprobieren, was deine Tiere annehmen. Ich hoffe Du hälst uns auf dem Laufenden.
Grüße,
Mathias
estahasi
14. February 2001, 20:21
Hallo Moose, hallo Mathias,
danke für die tollen Tips über Lebendfutter. So weit sind wir ja zum glück noch nicht ich bin nämlich der selben Meinung wie Moose, daß ich mein frühstück und den Rest rückwärts esse wenn ich würmer schneiden sollte. (Hab aber ein kleines übergewichtsproblem!???????!!!!!!AAAAAAAAHHHHHHH
neue Diät (händereib). Werde würmerzerschneiden als neue Diät an die vielen Frauenzeitschriften schicken wird bestimmt ein renner. "Essen sie was sie wollen" "schneiden sie nur Würmer" *hihihihihi* So nun wieder zum ernst der Lage. Habe heute mit meiner besseren Hälfte gesprochen und mal leise angefragt was er denn davon hält. Mal schaun
vielen Dank für die Tips und falls ich mich dazu entschließe doch mal Kleinzüchter zu werden, melde ich mich mit Details. Übrigens noch eine Frage: Moose, hab ich das richtig gelesen du hast eine Blumenampel in die Voliere gehängt, auf die Idee bin ich auch noch nicht gekommen habe bis jetzt alles auf den Boden gestellt und dann jedesmal geflucht beim saubermachen, wenn entweder alles versch..... oder man vier hände gebraucht hat um die Voliere zu reinigen. Hast du da Katzengras gekauft das abgepackte für katzen oder heißt das nur katzengras?? (bin dumm *schämen*)
also denn
moose
14. February 2001, 21:08
Hallo Estahasi!
Ich wollte Dir ein Bild vom Katzengras und der Blumenampel hier ins Forum stellen, nur klappt das nicht. Ich werde es Dir privat mailen.
Und "dumm-schäm" ist nicht notwendig. Dazu ist das Forum da, um Fragen zu klären! :)
Liebe Grüße,
Marina
Gerhard Hofmann
17. February 2001, 18:12
Hallo Reiner,
das gute Werk dürfte vermutlich Ende diesen Jahres (aber nur der Band 2) erscheinen. Bilder Text etc. liegt alles schon beim Verlag.
Viele Grüße Gerhard
Gerhard Hofmann
17. February 2001, 18:35
Hallo Estahasi,
von deinen beiden Arten dürften die Goldbrüstchen (zumindest die fast gelbe Unterart clarkei) leichter zu züchten sein(Auch wenn sie länger brauchen um sich einzuleben-ist normal für die Arten die kein "Strauchleben" führen). Sie benötigen weit weniger Lebendfutter als Schmetterlingsfinken. Gefrostete Ameisenpuppen eignen sich hervorragend für die Aufzucht junger Prachtfinken, Probleme gibt es lediglich bei der Aufzucht heikler Insektenfresser die die Nahrung direkt aus dem Schnabel übergeben. Da alle Prachtfinkenarten aber die Nahrung erstmal im Kropf zwischenspeichern und vorverdauen gilt das für diese nicht.
Lediglich Pinkies lassen sich völlig unvedaut im Kot -selbst adulter Vögel- nachweisen und sollten daher vor dem Verfüttern zumindest, wie Mathias schreibt, überbrüht und/oder eingefroren werden sowie vor dem Verfüttern zerschnippelt werden.
Als ganz hervorragender Lebendfutterersatz dient "Vogeltopfen".
Reichlich (500gr) Joghurt in einen Topf geben kochen. DAbei bildet sich Schaum auf der Oberfläche weiterköcheln bis sich dieser auflöst. Dann das ganze durch ein robustes Geschirrtuch gießen (Am besten das Tuch in ein Nudelsieb legen) , mit kalt Wasser nachspülen und dann das ganze Ausdrücken bis die Topfenmasse fest und relativ trocken ist. Für Prachtfinken drücke ich diese trockene Masse durch eine Nudelpresse, die "Nudeln" werden dann tiefgefroren und danach in kleine Pellets zerkrümmelt(sozusagen künstliche Ameisenpuppen). Man kann aber auch die ganze Masse gleich zerkrümmeln und tieffrieren.
zum Verfüttern mische ich den Topfen mit Ameisenpuppen (damit der Vorrat etwas länger reicht), oder mit Keimfutter (Zur Herstellung von Keimfutter verwende ich Ferkelwühlerde ).
DAmit lassen sich zumindest einige Arten die ihre Nahrung vorwiegend am Boden Aufpicken (Goldbrüstchen,Tüpfel- und Oliovgrüner Astrild, Wachtelastrild,.... und aber auch div. Australier und Papageiamadinen ganz gut aufziehen).
Für Schmetterlingsfinken dürfte die Sache vermutlich nicht ausreichen, es sei denn du hast Nachzuchtvögel die ohnehin schon an Eifutter etc. gewöhnt sind.
Viele Grüße und weiter viel Spaß und Erfolg mit den Knirpsen
Gerhard
Ach ja mehrere Arten Schmetterlingsfinken in einer Voliere zu halten geht nicht gut sie bekämpfen sich bis aufs Messer.
estahasi
17. February 2001, 19:20
Hallo Gerhard
danke für deine tollen tips, hab mir die Seite gleich ausgedruckt, damit ich nicht so lange schreiben muß. Das mit dem Topfen muß ich mal ausprobieren. Denke mir daß das ganz schön stinkt, wenn man Joghurt kocht. Ich hab nicht vor mehrere verschiedene Schmetterlingsfinken zu halten. Ich habe festgestellt, daß meine Schmetterlinge schon auf 4 Eiern sitzen und warte nun was draus wird.
Die Zebrafinken haben seit gestern ein Junges und füttern es fleißig mit Eifutter. Mit Karotte gemischt geht das ganz gut, heute hab ich´s mal mit Quark gemischt, das fanden sie nicht so toll.
Auch die Bandfinken bebrüten ein Ei mal schaun was draus wird.
Meine Nonnen, Goldbrüstchen und Orangenbäckchen habe ich momentan in die zweite Voliere umgesetzt, damit die anderen mehr ruhe haben.
Vielleicht wird das ja was mit den Schmetterlingsfinken würde mich rießig freuen.
Ich war zwar heute auch ganz stolz, als ich den jungen Zebrafink entdeckte doch aus verschiedenen Foren weiß ich, das Zebra´s nicht so gefragt sind.
Hallo moose,
war heute beim Dehner und beim Obi und hab mich mit Katzengras, Bambus und Papyrus eingedeckt. Meine Voliere schaut nun ganz grün aus. Danke für den Tip mit der Blumenampel.
Hallo Mathias,
viel früher als ich dachte brüten die Schmetterlinge die Goldbrüstchen sind schon fleißig am Nestbau vielleicht fangen sie auch noch an zu brüten. Eifutter und Fettfutter nehmen sie alle an, daher denke ich daß ich glück habe und das Eifutter reicht um die Jungen aufzuziehen, da ja in dem Eifutter von Claus auch tierisches Eiweiß enthalten ist. Zusätzlich gebe ich noch Multivitamintropfen für Exoten.
freue ich auf eure Antworten
moose
17. February 2001, 21:03
Hallo estahasi!
Ich freue mich, dass ich Dir einige Anregungen geben konnte.
Liebe Gruesse und viel Spass mit den Kleinen,
Marina :)
Mathias
18. February 2001, 08:21
Hallo Estahasi!
Viel Glück bei der Aufzucht!
Grüße,
Mathias
estahasi
18. February 2001, 14:01
Hallo Leute,
danke für eure Anteilnahme. Melde mich wieder wenn ich euch mehr sagen kann
liebe Grüße
moose
18. February 2001, 18:46
Hallo estahasi!
Kleiner Tip: Wenn Du später mehr über Deinen Nachwuchs berichten willst, wäre es vielleicht besser, wenn Du ein neues Thema eröffnest, denn unter dem Titel "neues Mitglied" wird wahrscheinlich keiner (außer den Teilnehmern dieses Themas) Deine Zuchterfolge vermuten. ;)
Liebe Grüße,
Marina
estahasi
21. February 2001, 20:24
Hallo Moose,
DAs ist nett von dir, aber ich wollte nur Mathias und Gerhard kurz bericht erstatten. In den Foren sind soviele Fachleute, daß ich mit meinem Versuch gar nicht so unter die Leute will. Ich habe gemerkt, daß ich das Glück habe hier an der Quelle zu sitzen und fühle mich in euer Gegenwart "sauwohl"!
Ich hätte auch gleich eine Frage an euch, ich hab mich schlau gemacht was Dauer der Brut etc. betrifft. In meinem Buch steht aber leider nicht wann die Jungen Flügge werden. In meinem Buch steht daß die Jungen am 6. Tag die Augen offen haben und das hab ich auch heute gesehen. Der kleine Kerl hüpft ganz schön rum im Nest und hat die Augen schon offen. Wann kommt der kleine Kerl also raus?
Mathias
23. February 2001, 16:29
Hallo!
Wenn Du dich auf deine Zebrafinken beziehst, rechne so um den 20sten Tag mit dem Ausfliegen deines Jungvogels.
Dann beginnt der spannendste Teil der Jungvogelaufzucht (meine Meinung), weil man die Elternfürsorge am schönsten beobachten kann. Am Anfang wird die Fluchtdistanz des Jungvogels wahrscheinlich recht groß sein, da muß man besonders vorsichtig sein, aber das legt sich meist schnell. Wenn Du weitere Bruten vermeiden willst, solltest Du alle Nistgelegenheiten nach ein bis zwei Tagen entfernen. Dem Jungvogel macht das nichts aus, die Eltern versorgen ihn sogar noch länger und intensiver, wenn eine neue Brut sie nicht ablenkt.
Grüße,
Mathias
estahasi
25. February 2001, 17:04
Hallo Mathias,
danke für deine Antwort. Seit gestern Abend sitzen die Eltern nicht mehr im Nest, sondern gehen nur noch zum füttern rein, der kleine Kerl schreit so laut, bis die zwei ankommen.
Die anderen Nester kann ich nicht rausnehmen, weil darin die Schmetterlingsfinken immer noch auf ihren Eiern sitzen und die Bandfinken auch wieder mit einem neuen Ei das brüten angefangen haben. Ich denke da die Nester alle belegt sind, kommen die Zebras hoffentlich nicht auf falsche Gedanken.
Was ich besonders lustig finde ist, daß die beiden Bandfinken immer wieder an die Nestöffnung fliegen und reinschauen, also ob sie dem kleinen Vogel einen Besuch abstatten. Da sie aber noch nie reingegangen sind und sich die Eltern davon nicht stören lassen habe ich die Bandfinken auch nicht rausgenommen.
Mathias
25. February 2001, 19:23
Hallo Esther!
Wenn die anderen Paare auch auf den Eiern sitzen, laß unbedingt das Zebrafinkennest im Käfig. Sonst könnte es Dir passieren, daß sich die Zebras für die übrigen Nester interessieren und die Brut vereiteln. Ich wußte nicht, daß die Schmetterlingsfinken auch im diesem Käfig sind, somit stellt sich auch die Situation anders dar. Momentan scheint ja auch alles bestens zu laufen, sonst würden deine Vögel nicht so fleißig brüten.
Viel Glück weiterhin,
Mathias
estahasi
26. February 2001, 13:15
Hallo Mathias,
mach ich! Ob das bei den Schmetterlingen klappt na ja, da hab ich so meine zweifel, die brüten mir schon fast etwas zu lange. Aber ich warte noch eine Woche, dann brüten sie 3 Wochen.
Mathias
26. February 2001, 19:12
Hallo Esther!
Ich denke Du hat recht, die Schmetterlingsfinken brüten schon sehr lange. Normal sollen ca. 11 Tage sein (Bielefeld), wenn sie oft gestört wurden und das Nest verlassen habe sind einige Tage länger möglich, aber viel länger brauchst Du nicht warten. Sollten die Eier nicht befruchtet gewesen sein, könnte ein Vitamindefizit vorliegen (Vit. E) und Du solltest ein Multivit. Präparat verwenden. Vielleicht sind deine Tiere auch schlicht zu alt. Weißt Du das Alter? Ach, bevor ich es vergesse... Halt ein Auge auf die Bandfinken. Du hast ja beschrieben, daß sie öfter mal bei den Zebrafinken vorbeischauen. Bandfinken sind dafür bekannt fremde Nester zu besetzen oder zu zerstören. Dieses Verhalten kann auftreten, muß aber nicht, also keine Angst. Aber Vorsicht ist besser, als... naja Du weißt schon.
Grüße,
Mathias
estahasi
02. March 2001, 19:34
Hallo Mathias,
Der kleine Zebrafink ist am Dienstag aus dem Nest rausgekommen. Mit seinem schwarzen Schnabel ist er gut von der Mutter zu unterscheiden. Farblich sieht er jetzt momentan wie eine Henne aus. Färbt er sich noch durch? ( Ich hatte zwar schon mal haufenweise Zebras kann mich aber gar nicht mehr dran erinnern). Der Bandfinken-Hahn war zwar nicht im Nest aber jetzt ist er manchmal hinter dem kleinen Kerl her. Bis jetzt hat er sich aber immer gut zu verstecken gewußt und er schaut recht munter aus. Ab wann frißt er denn selber? Bis jetzt wird er noch von beiden Elternteilen gefüttert, obwohl die Henne schon wieder zwei Eier gelegt hat, (diesmal in einen runden Kobel mit vier-seiten-offen, ich hab bis jetzt noch nichts unternommen, denn wenn da das brüten klappen sollte könnte ich alles genau sehen, da das Nest auf allen vier seiten offen ist und ca. 10 cm von der Vorderseite der Voliere hängt).
Den Schmetterlings-Hahn hab ich seit ca. 1 Jahr die Henne ist ein stück älter, ca. 8 Jahre. Zur Zeit, ca. seit 6 Tagen, sitzen sie ununterbrochen auf den Eiern. Soll ich die Eier rausnehmen?
Übrigens Vitaminpräparate nehme ich regelmäßig her.
Ich hätte da noch eine Frage: am Anfang dieses Themas hast du bei deiner Vorstellung 0,0,5 Gould stehen. Kannst du mir das erklären ich dachte das bezeichnet das Geschlecht der Vögel zB 1,1 = ein Hahn, und eine Henne. Das es aber keine drei Geschlechter gibt (noch nicht ???) kann ich mit der dritten Angabe nichts anfangen. Ich tippe momentan auf Jungvögel. Stimmt das?
[Geändert von estahasi am 02-03-2001 um 19:45]
Mathias
03. March 2001, 10:45
Hallo Esther!
Was den kleinen Zebrafinken betrifft, der wird noch ca. 2 Wochen von seinen Eltern versorgt, bald zunehmend vom Vater.
Wenn es ein Hahn wird, kannst Du das bald an den ersten schwarzen Federn an der Brust erkennen. Bei Zebrafinken geht das relativ schnell.
Bei den Schmetterlingsfinken ist guter Rat teuer. 8 Jahre ist für eine Henne eigentlich schon zu alt. Nach meinen Erfahrungeen tut sich da nichts mehr. Wenn sie aber brüten wollen, würde ich sie lassen, nach einer Zeit geben sie das Nest von alleine auf.
Übrigens, wenn Du die Zebrafinken nicht alle behalten kannst, würde ich einige Eier der neuen Brut anstechen. Leider nußte ich die Erfahrung machen, daß Zebrafinken kaum jemand haben will und wer gibt seine Tiere schon gerne an ein Zoogeschäft.
0,0,5 bedeutet: Geschlecht noch unbekannt, da noch nicht ausgefärbt. Wenn Goulds ausfliegen sind sie oliv-braun mit grauer Kopffärbung und Grünstich auf den Schwingen und im Nacken. Geschlechter könne da nicht unterschieden werden. Heute weiß ich aber, daß ich 3,2 Goulds geüchtet habe, da die jungen Hähne singen und sich auch schon umfärben.
Bei Tieren gibt es keine 3 Geschlechter, nur einen gelegentlichen Geschlechtswandel (einige Fische), Zwittertum (Hermaphrodismus; z.B. bei Schnecken) und Jungfernzeugung (Pathenogenese; z.B. Insekten). Bei niederen Pilzen wird die Geschlechterverteilung schon wesentlich komplexer, dort versagt der klassische Geschlechtsbegriff und man teilt z.B. nach + und - ein. Es gibt aber noch andere Systeme.
Grüße,
Mathias
estahasi
03. March 2001, 19:00
Hallo Mathias,
das mit den drei Geschlechtern war nur ein kleiner GAG am Rande von mir (ich bin ein unheilbarer Schelm). Wegen der Abnahme der Zebras hab ich keine Sorgen, ich hab da schon jemand an der Hand.
Heute hab ich den Schmetterlingen zwei Eier aus dem Nest geklaut, weil die schon zu alt waren.
Da hab ich auch gleich eine Nestkontrolle bei den Bandfinken gemacht, die brüten zur Zeit auf drei Eiern.
In letzer Zeit habe ich gemerkt als ich einiges wissen wollte, daß mir mein Exotenbuch zu allgemein gehalten ist. Wenn ich über bestimmte Arten genaues wissen will zb. Schmetterlinge oder Goldbrüstchen etc. kannst du mir da ein Buch empfehlen?
Mathias
04. March 2001, 16:47
Hallo Esther!
Mir war schon klar, daß die 3 Geschlechtersache nicht ernst gemeint war, aus genau diesem Grunde habe ich Dir ja geschrieben, daß es in der Natur eben dieses vereinfacht gesagt doch gibt.
Da ich nicht weiß, welches Buch Du besitzt, würde ich das gerne erfahren, damit ich Dir weiterhelfen kann.
Grüße,
Mathias
estahasi
05. March 2001, 17:26
Hallo, hallo
GU TIER-RATGEBER
PRACHTFINKEN
richtig pflegen und verstehen
Experten-Rat für die artgerechte Haltung
50 Prachtfinken in Farbfotos und Beschreibungen
von Gräfe und Unzer
Mathias
05. March 2001, 19:52
Hallo Esther!
Wenn Du fornehmlich Haltunginformationen und einen Artenüberblick suchst, ist "Das Prachtfinkenbuch", von W.Bielefeld zu empfehlen. Kostet aber 168DM, also ganz schön happig. Manchmal bekommt man auch noch Dathes "Handbuch des Vogelliebhabers Bd 2". Ist auch nicht schlecht, aber ein wenig veraltet. Spezieller ist da schon "Die Australischen Prachtfinken", von W. Fischer. hat mir ganz gut gefallen, da durchaus mal 10-15 Seiten nur einer Art gewidmet sind.
Reines Bestimmungsbuch, jedoch in englischer Sprache ist "Finches and Sparrows" mit ganz hervorragenden Illustrationen und auch mal einigen Unterarten, sowie einen kurze Beschreibung der jeweiligen Art in der zweiten Buchhälfte. Hat aber den Nachteil der anderslautenden Nomenklatur.
Im englischsprachigen Raum gibt es noch Munias and Manikins, nur über Nonnen und Bronzemännchen, ist aber viel zu teuer, so um 120 DM.
Es gibt noch mehr Literatur, aber meist nur über eine Art oder Züchtung, z.B. Oppenborns, Japanische Mövchen sowie einige Bücher über Zebrafinken und Goulds.
Man könnte sich natürlich alle diese Bücher kaufen, ich empfehle aber eher Mitglied in der AZ zu werden und die AZ-Nachrichten zu lesen. Der Jahrebeitrag kostet 50 DM, dafür bekommt man eine wirklich gute monatliche Zeitschrift in der eigentlich regelmäßig Artikel über Prachtfinken enthalten sind, aber auch über alle anderen Arten, sowei Ernährung, Krankheit, etc. Ich weiß gar nicht, ob ich hier Werbung machen darf,...naja, als Tipp wirds wohl ok. sein.
Ansonsten hilft sich Durchfragen. Viele wirklich interessante Dinge erfährt man im Gespräch mit Vogelliebhaber/Züchter oder hier.
Wenn Du etwas Zeit und Interesse an Ornithologie überhaupt hast, empfehle ich außerdem: E. Bezzel und R. Prinzinger, "Ornithologie". Ist zwar schon etwas wissenschaftlicher in der Wortwahl, aber durchaus noch verständlich.
Grüße,
Mathias
estahasi
21. March 2001, 18:50
Hallo Mathias,
entschuldige die späte antwort, hatte mächtig streßßßßß in der letzten Zeit.
Die beiden Bücher die mich interessieren:
"Die Australischen Prachtfinken", von W. Fischer und
das Prachtfinkenbuch
hab ich bei Amazon und BOL nicht gefunden. Kannst du mir vielleicht die ISBN-NR schreiben.
Mein Zuchterfolg bei den Goldbrüstchen war negativ, die Eier waren nicht befruchtet.
Die Schmetterlingshenne ist mir vor 4 Tagen von den Eiern gefallen.
Die Eier (4) waren aber auch nicht befruchtet. Seit die Henne tot ist, kann auf einmal der Hahn singen. Richtig laut und auch melodiös ruft er nach seiner Partnerin. Seit gestern singt er nicht mehr so laut. Jetzt hupft er wieder munter mit den anderen "Insassen" rum. Vorerst hab ich die Schn... voll vom züchten. Der kleine Zebrafinke hat ja so laut gebrüllt daß ein ganzer Stall von Hühner nicht nachgekommen wär. Zum glück frißt er jetzt schon selbst und ist still. Der Schnabel fängt sich schon an durchzufärben und er ist ein recht guter Flieger geworden. Ich habe viel freude an ihm.
viele grüße und nochmals entschuldigung
Mathias
21. March 2001, 19:38
Hallo Esther!
Australische Prachtfinken: ISBN 3-7907-5011-5
Das Prachtfinken Buch: ISBN 3-8001-7327-1
Das mit der Schmetterlingsfinkenhenne ist natürlich tragisch; ist mir kürzlich mit einer Maskenamadine passiert. Hat 6 Eier gelegt und ist dann an einem Magenverschluß gestorben. Meines Wissens werden Schmetterlingsfinken aber auch nicht viel älter als 8 Jahre, trotzdem traurig. Mir sind kürzlich 2 Goldbrüstchen gestorben, waren aber auch beide in einem verheerenden Zustand als sie hier ankamen. War nix mehr zu machen.
Irgendwer hat mal gesagt, dass Hunde nur so kurz leben liegt daran, dass sie den Himmel mehr verdient haben! Vielleicht gilt das ja auch für andere Tiere?!?
Trotzdem lass dich nicht entmutigen, denn dass deine Vögel brüten wollen, zeigt, wie gut es ihnen geht.
Bis dann,
Mathias
estahasi
23. March 2001, 09:16
Hallo Mathias,
danke für die ISBN-Nr. werd gleich mal schaun, ob ich sie bestellen kann.
Das mit den Goldbrüstchen kann ich gut verstehen, hatte auch schon mal ein paar Vögel ziemlich rampuniert aufgenommen und denen konnte man auch nicht mehr helfen.
Ich hab mit meinen Goldbrüstchen auch so meine liebe Not. Der Hahn wurde einmal gleich am Anfang von dem Bandfink am Hinterkopf gerupft und das ist bis heute (ist ca.8 Monate her) nicht mehr richtig nachgewachsen. Obwohl die Vögel getrennt sind. Ich hab die Goldbrüstchen allein gesetzt ca 3 Monate und trotzdem sieht er immer aus, als ob er in der Dauermauser ist. Hab schon alles mögliche ausprobiert mit Vitamine, Grünzeug, gekeimtes Futter, Obst etc. hast du vielleicht noch einen Tip?
Mathias
23. March 2001, 09:42
Hallo Esther!
Wenn das Gefieder nach 8 Monaten noch nicht wieder nachgewachsen ist, kann es daran liegen, dass durch das Rupfen die Bildungzone der Federn in der Subcutis verletzt worden ist. Möglicherweise habe ich aber auch unrecht und die Federn wachsen nach der nächsten Vollmauser wieder nach.
Vielleicht beobachtest Du mal, wo dein Goldbrüstchen sich bevorzugt von seinem Partner kraulen lässt, wenn es am Hinterkopf ist, haben die Federn vielleicht keine Chance nachzuwachsen, weil die Henne Geschmack an den frischen Blutkielen gefunden hat. Vielleicht setzt Du den Hahn mal eine Zeit in einen anderen Käfig, z.B. mit dem verwitweten Schmetterlingsfinken Hahn, damit die Federn eine Möglichkeit kriegen nachzuwachsen.
Viel Glück,
Mathias
estahasi
24. March 2001, 12:54
<Hallo Mathias,
danke für deinen Tip, werde den kerl mal genauer beobachten.
Falls sie ihn wirklich immer an der selben stelle krault, werd ich ihn seperat setzten
wie gehts den deinen pipmätzen?
Mathias
25. March 2001, 10:29
Hallo Esther!
Meinen Vögeln geht es soweit ganz gut. 5 Goulds sind in der Mauser und sehen aus, wie gerupfte Hühner. Ansonsten alles beim Alten!
Nächste Woche baue ich eine neue Zimmervoliere, damit ich die Tigerfinken und Goldbrüstchen besser beobachten kann.
Grüße,
Mathias
estahasi
02. April 2001, 17:56
Hallo Mathias,
viel Spaß beim Volierebau. Wir sind zur Zeit sehr mit unseren Stallhasen beschäftigt. Die Stallhasen sind unser zweites Standbein bei den lieben Tieren. Vor ca. 3 Wochen ist unsere liebe Mama-Hase an einer zu spät gemerkten (meinerseits) Lungenentzündung. Und da man ja nie weiß, was der Hase sonst noch so ausheckt hab ich die anderen drei Stammhasen impfen lassen gegen die zwei Hasensachen (weiß leider den Namen nicht mehr so genau). Nun warten wir seit 2 Tagen jeden Tag auf Nachwuchs. Ich freu mich schon auf die kleinen Hoppelhasen, so wie jedes Jahr.
Ansonsten geht es mir und meinem Tiergarten recht gut. Schreibst du mir wie es mit deiner Voliere vorangeht?
Mathias
03. April 2001, 19:45
Hallo Esther!
Momentan baue ich noch nicht, da ich zu viele Patienten in den Käfigen sitzen habe. Mein Amaranten Hahn lässt seit heute morgen die Flügel hängen und ich weiß nicht, was er haben könnte. Gestern abend hat er noch gesungen, heute kann er nicht mehr auf der Stange sitzen.
Außerdem habe ich noch 2 Muskatfinken und 2 Orangenbäckchen aus schlechter Haltung in Quarantäne und einen Bartvogel dem das linke Bein amputiert werden musste. Ein Orangebäckchen hatte kaum noch Federn, der Kopf war völlig kahl, aber die ersten Kiele sprießen schon. Die Muskatfinken sind vollkommen muskeldistroph, die können kaum fliegen, sonder klettern die Schilfhalme hoch, bis zum Sitzplatz. Du siehst also, dass ich einige Problemfälle habe, aber außer dem Amaranten sind eigentlich alle auf dem Weg der Besserung.
Grüße,
Mathias
estahasi
12. April 2001, 15:57
Hallo Mathias,
das mit dem Amaranten-Hahn tut mir leid. Man ist manchmal so hilflos, wenn man nicht weiß was den Kerlen fehlt. Vor allem wenn er am Vortag noch gesungen hat und heute kaum noch schnauft. Mir passiert das in letzter Zeit andauern mit den Goldbrüstchen. Heute quietschfidel, und morgen meint man sie schnaufen gleich den letzten Schnauferer.
Ich konnte leider das Prachtfinkenbuch bei Amazon oder BOL nicht bestellen weil die Bestellnummer dort nicht bekannt ist, hab ich vielleicht die falsche? Australische Prachtfinken: ISBN 3-7907-5011- könntest du noch mal schaun?
danke
moose
12. April 2001, 16:31
Hallo Ihr Lieben!
Ich will Euch ja nicht unterbrechen, aber es wäre glaube ich nicht schlecht, wenn Ihr beim nächsten Ereignis vielleicht ein neues Thema anfangen könntet. :)
Geht das?
In den vielen Beiträgen dieses Threads sind so viele wichtige und gute Tips und Erfahrungsberichte, nur leider wird man die später, wenn man nochmal im Archiv sucht, bestimmt nicht unter "neues Mitglied" vermuten. ;)
Außerdem könnte das Astrilde-Forum ein paar neue Beiträge gut gebrauchen. Und Ihr beiden habt ja das Potential. Wäre nur super, wenn Ihr das auf ein paar Beiträge verteilen könntet?
Bitte nicht böse sein und als Kritik verstehen, sondern eher als Gedankenanstoß, o.k.? ;)
Die Dauermauser von Deinem Goldbrüstchen, Estahasi, wäre doch einen eigenen Beitrag wert, oder?
Und die Literatur-Tips sicher auch.
Damit würdet Ihr ein bischen Leben ins Astrilde-Forum bringen. :D
Sagt mir mal, was Ihr davon haltet.
Liebe Grüße,
Marina
Mathias
13. April 2001, 09:27
Hallo Esther,
ich denke, Du musst versuchen dir dieses Buch über ein Antiquariat zu besorgen, es wird wohl nicht mehr aufgelegt.
Ab und an bekommt man dieses Buch aber noch auf Vogelbörsen und bei ebay.
@moose: Ich denke DU hast recht!
Grüße,
Mathias
estahasi
05. May 2001, 10:34
Hallo Mathias,
danke noch mal fürs nachschauen der ISBN-Nummer. Ich werde mich mal auf die suche bei ebay machen. Wie geht es denn deinem Amaranten-Hahn? Hast Du mit der Voliere schon angefangen?
7 Baby-Hasen sind schon da und hoppeln schon lustig in der Wiese umanand!
Hallo Marina,
danke für deinen Anstoß, ich werde mich mal mit meiner Dauermauser meines Goldbrüstchens an die "Öffentlichkeit" ;-))))) wenden
Markus
08. May 2001, 07:51
Hallo Esther und Mathias,
möchte gerne eine kleine Anmerrkung machen.
Selbstverständlich basiert und baut unser Wissen auf gute
Fachliteratur auf.
Doch habe ich persönlich die Erfahrung gemacht,daß die wichtigen Kenntnisse überwiegend durch Dialoge und Erfahrungsaustausch gewonnen werden.
Man lernt ja nie aus.!
Viele Grüße,
Markus
Reiner
28. December 2002, 23:03
Hallo Gerhard,
falls Du noch im Netz sein solltest. Wann kommt der nächste Band von "Prachtfinken" heraus? Müsste ja dann wohl Afrika behandeln.
Gruß Reiner
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