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Vollständige Version anzeigen : Flügelstutzen ja oder nein



Monika
21. January 2001, 12:23
Hallo!
Ich bin seit 2 Monaten Besitzerin eines 8monate alten Geiers
(Handaufzucht) der mir vom Zoohändler schon mit gestutzten Flügeln übergeben wurde, was am Anfang natürlich sehr angenehm war, er ist superzahm absolut nicht schreckhaft oder scheu und und an und für sich ganz unproblematisch.
Seit ungefähr 3 wochen bemerke ich aber,daß er vermehrt versucht zu fliegen, wenn er auf der Hand ist flattert er wie wild , auch auf seinem Kletterbaum, was schon zu Abstürzen geführt hat. Seit dieser Zeit hat er auch angefangen zu rupfen. Ich frage mich,ob hier ein Zusammenhang bestehen kann (Frust?), und ob ich ihm nach
der nächsten Mauser (falls er da noch Federn hat) die Flügel lassen soll. Der Händler rät dringend davon ab,zumal wir ein sehr großes Haus mit vielen Dachfenstern und Glastüren und Fenstern haben, aber andererseits tut mir unser Grauer leid, wenn er so am Äußersten Ast seines Kletterbaums hängt und verzweifelt abfliegen möchte. Vielleicht kann mir jemand mit mehr Ahnung seine Erfahrungen mitteilen und ob es normal ist,daß ein Grauer
aus heiterem Himmel anfängt zu Rupfen, obwohl man sich viel mit ihm beschäftigt,oder gerade deshalb, mir ist aufgefallen, daß wenn man lange mit ihm spricht,er plötzlich den Hals lang macht und ratsch eine Feder rausreißt. Also ich würde mich sehr über ein paar Meinungen freuen.
Monika

j-c-w
21. January 2001, 12:50
Hi Monika
Ich bin zwar kein Experte,aber wir haben Freunde den ging es ahnlich und sie haben ihren Grauen dann nicht beschnitten und es hat geholfen.Natürlich weiß ich aber nicht ob es bei deinem auch hilft.Ich würde nach der nächsten Mauser erstmal die Federn lassen und wenn es nicht klappt kannst du sie ja immer noch abschneiden.Wegen der vielen Fenster.Ich würde vorschlagen (wenn es irgendwie geht)die Fenster zuzuhegen am besten wären natürlich Gardinen.Nach einiger Zeit kannst du sie dann weglassen.Am besten ist es wenn du dann deinem Vogel die Scheiben zeigst,also ihn z.B dagegenklopfen lassen.Er merkt dann schon das er dort nicht hindurch kann.Oder vielleicht hast du einen kleinen Raum wo er Fliegen üben kann.In jedem Fall hoffe ich für dich das er aufhört sich zu rupfen.

gruß

j-c-w

Andy
21. January 2001, 13:25
Hi, Monika!
Es ist schön, daß du den Grauen jetzt hast und er so super zahm geworden ist.Daß er im Zoogeschäft gestutzt war, kann mehrere Gründe haben, die das Darbieten des Vogels in den dortigen Räumlichkeiten angeht. Grundsätzlich sollte ein Vogel, der zwei gesunde Flügel hat und fliegen kann auch fliegen dürfen! er knappst an seinen Federn rum, weil er merkt, er könnte fliegen, aber es klappt noch nicht so, wie er will - vielleicht etwas ungeduldig.
Ich würde ihm auch die Scheiben zeigen und abwarten, was passiert.
Ciao Andy

gisi
21. January 2001, 16:06
Hallo Monika
das rupfen ist ein hilferuf.
meine amazone ist jetzt 25 jahre und hatte als baby auch ihre federn beschnitten.sie wollte sich die kiele selber ziehen und ist dabei fast verblutet die schwungfedern sind seitdehm nie nachgewachsen.ich weiß es von der vobesitzerin,ich habe sie im alter von 5 jahren bekommen ein verstöhrter,gerupfter vogel.nach ca 2 jahren hat sie aufgehört mit dem rupfen.ich habe einige plätze für sie geschaffen wo sie alleine oder mit meiner hilfe hinkommt.da gibt es ein schrankfach mit pappe und alten pullis da geht sie tagsüber "arbeiten".ich weiß welche vorteile es hat wenn ein vogel nicht fliegen kann aber mir währe es lieber sie könnte fliegen wie ein vogel.wenn man einem flugunfähigem papagei gerecht werden will braucht man doppelt soviel zeit. vor allem wenn sie reden können und sagen was sie wollen.
wenn du mitbekommst das sie an den kielen kniebelt würde ich auf jedenfall beim tierarzt mal nachfragen ob man sie schon ziehen kann,bevor dir das gleiche passiert wie bei meiner nora.
gruß gisi
gruß gisi

j-c-w
21. January 2001, 16:25
Hi Mnika
Ich denke du solltest vorallem Handeln bevor es zu spät ist.Ich hoffe es wird alles wieder gut.

gruß

j-c-w

Walter Irrenhauser
21. January 2001, 22:09
Hallo Monika,

hab zwar keinen Grauen, aber dafür einen sehr zahmnen Rotmaskensittich (Aratinga mitrata).
Als ich Ihn vor ca. 1 Jahr bekommen habe war er an der Brust fast nackt.
Der Vorbesitzer meinte es zu gut mit Ihm. Sein Fressen war alles andere als Artgerecht, außerdem waren Ihm auch die Flügel gestutzt.
Das ganze war am Anfang ein großer Kampf um das Futter umzustellen. Die Flügfedern wuchsen bei der Mauser wieder nach. In dieser Zeit hatte der Vogel die möglichkeit sein neues zuhause kennen zu lernen.
Wir nahmen Ihn überrall mit hin. z.B. Im Garten, zum Radfahren... usw.
In dieser Zeit bemerkte er, daß das Fliegen immer besser wurde.
Heute ist bei uns alles offen und er geht und kommt wie es Ihm Spaß mach. Er fliegt alleine in den Garten, schreit den Krähen nach .... .
Und das beste er ist wieder voll befiedert.

CU Walter

Rüdiger
22. January 2001, 11:50
Moin Monika!

Ich kann Dir auch nur dringendst davon abraten, dem Grauen erneut die Flügel stutzen zu lassen: das Fliegen gehört zu den natürlichen Verhaltensweisen eines Papageien, kann er es nicht mehr, so führt dies meines Erachtens mit ziemlicher Sicherheit zum Frust und ich sehe durchaus die Möglichkeit, das da ein Zusammenhang mit dem Rupfen besteht, ähnlich wie bei einzeln gehaltenen Papas, die ihre
sozialen Verhaltensweisen, ihren Paarungs- und Fortpflanzungstrieb, ihr Beürfnis nach stetem Konatkt mit dem Partner und nach Gesellschaft nicht ausleben bzw. befriedigen können.
Deshalb muß ich Dir auch zusätzlich empfehlen, Dich auf die Suche nach einem Partner für deinen Grauen zu machen - dies erweist sich insgesamt doch als das erfolgreichste Mittel, um Rupfen zu verhindern.

Monika
22. January 2001, 15:06
Hallo!
Danke für die vielen Antworten und bin mir jetzt sicher,
daß ich versuchen werden ihm die Flügel wachsen zu lassen
und schauen wie er sich anstellt. Mit einem zweiten, das habe ich mir auch schon überlegt, aber bei uns ist das recht schwierig, denn ich wohne ziemlich abgelegen und müßte einen bestellen und den muß ich dann behalten, was ist wenn sie sich nicht vertragen? Außerdem hätte ich doch sehr gerne, daß er anfängt zu sprechen und da er noch sehr jung ist wird er sich dann vermutlich mit seinem Kollegen unterhalten und nicht mit uns, aber das Thema ist noch nicht vom Tisch. Was ist eigentlich im Sommer,wenn sie fliegen können, wie nimmt man sie dann mit in den Garten?
Eine Kette oder Harnisch finde ich doch sehr grausam.
Mit dem Rupfen habe ich mir auch überlegt, daß es vielleicht noch andere Ursachen haben könnte, ich mach gerne in seinem Käfig rum und veränder die Sitzstangen, bastel am Kletterbaum herum und rede auf ihn ein. Vielleicht
ist der Kleine einfach überfordert. Ich werde versuchen meine Bastelleidenschaft einzudämmen und ihn ein wenig in Ruhe lassen. Ich hoffe es klappt, denn ich bin ganz vernarrt in ihn. Nochmals vielen Dank an alle und viel Glück und Spaß
mit euren Kerlchen.
Monika

Walter Irrenhauser
22. January 2001, 21:09
Hallo Monika

mensch wo wohnst Du denn. Klingt nach A.d.W., soweit wird es nun doch nicht sein. Hab bekannte die Züchten Graue, mit Hausanschluß.
Mein Aratinga hat kein Fußkettchen oder so im Freien, er fliegt wirklich frei.

CU Walter

j-c-w
22. January 2001, 21:22
Hi
Mit dem Freifliegen wollte ich nur sagen , dass das schon gewisse risiken bürgt.Unsere freunde habe ihre grauen auch immer auf der schulter mi raus genommen.Das ging auch ein Jahr lang gut.Bis sich dann doch ein Vogel erschreckte und weggflog.sie haben ihn zum Glück zwei tage später wieder einfangen können.
gibt es bei dir wirklich nichts??,also weder Auto noch bahn oder ähnliches?????????

gruß

j-c-w

Walter Irrenhauser
22. January 2001, 21:47
Hallo

mein Vogel ist so auf uns fixiert, wenn er erschrickt fliegt er nicht weg, sondern kommt zu uns.
Da kann kommen was will. Selbst auf einer Vogelausstellung oder beim einkaufen bringt Ihn nicht`s aus der Ruhe. Wenn er mal doch nervös wird, zupft er mich höchstens mal am Ohr,als ob er meinte - hey ich bin auch noch da. Pass auf mich auf!

Walter

j-c-w
01. February 2001, 07:10
Hi Monika
Wie geht es deinem Kleinen denn jetzt????

gruß

j-c-w

Monika
02. February 2001, 14:08
Hallo j-c-w!
Danke der Nachfrage, es geht so, das mit dem Rupfen wird
er sicher nicht von heute auf morgen aufhören, zumal er wie ich jetzt draufgekommen bin wirklich aus Frust rupft, wenn
seine Flugversuche wieder scheitern, oder wenn er etwas soll
was er nicht mag usw. Ich sollte ihn vermutlich auch öfters baden oder duschen, wenn er sich schüttelt, dann fliegt eine
ganze Wolke Staub auf, aber wenn ich ihn unter die dusche pracke oder bespritze ist er total beleidigt beißt und schaut mich den ganzen Tag nicht mehr an, die Badeschale ignoriert er natürlich. Außerdem werde ich ihn mal dem Tierarzt vorstellen, aber einer der was von Vögeln versteht ist ziemlich weit weg und so schiebe ich es immer wieder vor mich hin. Aber da sein Schnabel auch nicht in Ordnung ist (teilweise ausgebrochen und schartig) muß ich jetzt einmal einen Termin ausmachen und schauen wie ich hinkomme

Nochmals danke der Nachfrage. Falls diesen Beitrag jemand sonst noch liest, der sich mit Schnäbeln auskennt, wäre ich für einen Rat dankbar.
Monika

Walter Irrenhauser
02. February 2001, 18:24
Hallo Monika

das mit dem Schnabel ist so eine Sache, wie stark ist er denn beschädigt? Ein schnabel wächst ein leben lang und nutzt sich ab, somit wächst eine normale Scharte wieder aus.

Walter

Annegret
25. March 2001, 23:04
Hallo Monika,
ich bin noch nicht lange dabei und habe erst jetzt nachgelesen. Da ich meinen Grauen anfangs nach langem hin und her - unerfahren wie ich war, stutzen ließ - kann ich Dir aus meinen Erfahrungen heraus nur sagen:Laß die Federn nachwachsen. Kannst meine Geschichte nachlesen bei http://www.happy-parrot.com/ unter *Themen* dann *Leseberichte*
*Wer möcht sich einen Grauen anschaffen*. Wie Gisi schrieb:Das Rupfen ist sicherlich ein Hilferuf!!!!!!!
Mein Grauer fliegt zwar wieder wie der Teufel, hat aber das Rupfen leider nie aufgegeben.
Das mit dem Schnabel könnt auch verschiedene Ursachen haben - meine Henne hat Schnabelprobleme - wichtig: Mach einen Termin bei einem Vet., der sich mit Geiern auskennt. Auch mir war anfangs der Weg zu weit - und ich hab es bitter bereut. Außerdem war sie *Fußgänger* als ich sie kaufte, auch sie fliegt wieder und ist ein viel fröhlicher Geier geworden:-)))
Gruß Anne

Annegret
09. April 2001, 09:20
Hallo Monika,
ich habe heute nochmal in Ruhe nachgelesen hier, ich habe was vergessen - bitte verstehe mich nicht falsch: Auch ich wollte - als mein Coco nun schon mal da war - 'nen Geier der spricht! Will fast jeder am Anfang! Das, was ich mit Coco durchgemacht hab' - als er noch alleine war, ist 'ne ganze Menge! Es gibt sicher viele Leute, die ihn *weitergereicht* hätten! Eines hat er mir aber ganz ganz sicher beigebracht: Es ist wichtiger, wenn sich zwei Geier unterhalten und dabei glücklich sind, als wenn ein Geier mit mir spricht:-)). Ich hoffe, Du nimmst mir das nicht übel - es war ein längerer Weg zu dieser Erkenntnis! Und wer behauptet definitiv, daß Geier zu zweit nicht sprechen?? Ich kenne 'ne Menge Leute, die das Gegenteil beweisen können.
Nicht's für ungut:-))
Gruß Anne

Monika
09. April 2001, 14:35
Hallo Annegret!
Natürlich hast du prinzipiell recht, daß man zwei Graue anschaffen sollte, aber so leicht ist das ja auch nicht.Am anfang hat ja wohl nicht jeder so locker 4000DM plus Käfigkosten usw in der Tasche und danach ist es nicht mehr so einfach. Ich bin mit einem auge auf der Suche,aber ich möchte kein Problemtier das man irgendwoanderst los werden will, dazu habe ich nicht die Erfahrung und auch ehrlich gesagt nicht die Geduld. Von Rücknahme bei nichtverstehen will kein Händler was wissen (der letzte hat gesagt sie verstehen sich auf jeden Fall, etwas anderes hätte er noch nie gehört) ein Züchter hat mir gleich gar nicht geantwortet,aber was ich so im forum lese stimmt mich nicht sehr optimistisch. Jetzt bietet jemand in der Zeitung
10 wochen alte an, aber ich müßte vermutlich einen nehmen,zahlen und aufwiedersehen. Außerdem ist meiner (eine Handaufzucht)zu Unbekannten recht streitbar und macht bis jetzt in der Alleinhaltung keine größeren Probleme, er singt und pfeift,daß es eine Wonne ist und das anfängliche Rupfen hat sich auch gelegt. Aber wie gesagt ich bin mit
einem auge auf der suche,aber ich nehme nur einen zweiten dazu, wenn alles stimmt (Rückgaberecht usw.)
Gruß Monika

Annegret
09. April 2001, 17:28
Hallo Monika,
habe das Gefühl, daß Du mir meine Antwort etwas krumm genommen hast - wenn es so ist - dann entschuldige bitte.
Möchte Dir aber sagen:
1. 2000,00 DM für einen Grauen ist zu viel Geld - selbst wenn er handaufgezogen ist, und tut mir leid, wenn Du so viel bezahlt hast!
2. Gerade bei Grauen brauchst Du unter Umständen viiieeeel
Geduld und
3. - ich weiß nicht wie andere denken, aber auch Züchter muß man irgendwo verstehen. Ich bin keiner - und würde keinen Geier auf Probe nehmen - auch ein Züchter kann sich durch Rücknahme der Geier Krankheiten einschleppen. Ich denke da ganz besonders an PBFD und PDD. Da meine beiden PBDF-infiziert sind, was nun eben nur durch Vogelstaub übertragbar ist und den Geiern auch nicht anzusehen ist - (hatte beim Zukauf auch keine Ahnung davon!!) weiß ich auch leider davon, wovon ich rede. Auch meinen sieht man diese schlimme Krankheit nicht an, da sie zum Glück noch nicht ausgebrochen ist. Ohne PBFD-Test - kein Geier - (außer vielleicht doch einmal bei mir, daß ich zwei kranke dazu nehme:-))) und bei PDD kannste es leider erst feststellen, wenn er tot ist. So gibt es für mich auch bei diesem Problem mit dem Rückgaberecht zwei Seiten!
Sorry nochmal!
Gruß Anne

Alex-KO
06. May 2001, 23:23
Hallo Monika,

wir hatten auch zuerst nur einen Grauen. Als wir ihn ca. ein viertel Jahr hatten (er war aus dem Zoohandel, handaufzucht), beschlossen wir uns noch einen zweiten zuzulegen, damit Benny nicht den ganzen Tag alleine ist. Wir machten durch eine Zeitungsanzeige einen Züchter in unserer Nähe aus, der Handaufzuchten (zuerst beim Elternpaar) verkaufte. Wir suchten uns Lucca aus, da sie wahrscheinlich eine Henne ist und zu Benny, wahrscheinlich ein Hahn, wohl am ehesten passen würde. Sie verstanden sich auch gleich gut und mittlerweile kraulen sie sich auch gegenseitig. Auch wenn es manchmal Streit gibt, wenn sie beide zuerst bzw. gleichzeitig zu uns Menschen wollen. Unserer Beiden sind ungestutzt und es bereitet ihnen sichtlich freude fast jeden Abend ein paar Stunden herauszukommen und fliegen zu können. Zuerst dachten wir, dass Benny wohl nicht zu sprechen anfängt, da er schon 9 Monate lang nur pfiff. Doch nun hat er zu reden angefangen, ohne dass wir es ihm versuchten beizubringen. Mittlerweile plappert er wild drauflos (Hallo Benny! Komm' her! Geh da weg! Lucca komm her! Nein! Was guckst Du!). Wir haben viel Spaß mit ihm. Es ist also nicht gesagt, dass zwei Graue nicht anfangen zu reden. Lucca fängt auch schon manchmal an Worte zu sagen. Außerdem finde ich es besser, wenn die Grauen glücklich sind und da ist es in Kauf zu nehmen, dass sie sich vielleicht nur in "Papageien-Sprache" unterhalten. Wobei Handaufzuchten bestimmt die Nähe des Menschen und dessen Aufmerksamkeit suchen (auch durch menschliche Sprache).

In den Garten nehmen wir die Zwei in einer Transportbox mit. Dort kommen sie in einen Käfig, der bis auf den Boden geht. Es gefällt ihnen wohl auch, dass sie mal in der frischen Luft in der richtigen Sonne sitzen können.

Soweit unsere Erfahrungen, vielleicht können sie Dir weiterhelfen.

Gruß,
Alex-KO

Uta
13. August 2001, 17:48
Also, dann erzähle ich Euch mal unsere Geschichte! Wir haben den Geier vor 7 Jahren gekauft, "gebraucht", er war da schon 3 Jahre alt und hatte 4 Vorbesitzer hinter sich. Der 3. Vorbesitzer hatte ihn in einem kleinen runden (!) Käfig in einem einsamen Zimmer, ohne Spielzeug, nur mit Futternapf, alle 2 Tage kam mal jemand und füllte futter nach....Da war der Geier dann am Ende ganz nackig, nur auf dem Kopf gabs noch ein paar Fusseln. Der 4. Vorbesitzer setzte ihn in einen kleinen 4eckigen Käfig, 1m von einem Riesenkäfig mit seinem anderen Papgei entfernt. Unser Geier war nicht beschnitten und durfte täglich mal eine halbe Stunde auf Rundflug gehen. Das erste, was er dabei tat, war, zum großen Käfig zu fliegen und den anderen Geier zu attackieren. Daraufhin verkaufte ihn unser Vorbesitzer - an uns eben. Der Geier hatte schon wieder ein paar Federn auf den Flügeln, Brust, Hals und Rücken waren überwiegend kahl. Wir kauften erstmal einen großen Käfig und mühten uns sehr, dem Vogel abwechslungsreiches Futter und alles Mögliche zu Nagen zu geben. Es ging gut, er gewöhnte sich schnell an uns, bekam auch wieder Federn - die er dann wieder ausriß. Daraufhin, noch in seinem ersten Jahr bei uns, haben wir ihm die Flügel ein wenig gestutzt, und zwar so, daß er im Zimmer hin- und herflattern kann, bei längeren Strecken aber unweigerlich nach unten kommt, Steigflug schwierig. So konnten wir ihn mit in den Garten nehmen, auf Wanderungen etc. Langsam hörte er auf zu rupfen, es war für ihn wohl schöner, etwas gehandicapt mit uns unterwegs zu sein als voll flugfähig im Käfig eingesperrt zu sitzen. Jetzt haben wir ihn 7 Jahre und er rupft kaum noch, nur wenn er mausert und die neuen Federn jucken, nestelt er manchmal zu heftig und knapst auch mal eine Feder ab, aber das ist selten. Am Anfang war es auch so, daß er jedesmal, wenn wir verreisten und seine alte Reisekiste, in der wir ihn gekauft hatten, hervorholten, wütend wurde und schrie. Nach drei Jahren hatte er dann begriffen, daß die Reisekiste nicht bedeutet "Ich werde wieder verkauft" sondern "Ich darf mit meinen Menschen verreisen". Heute geht er ganz allein rein, wenn wir sie ihm hinstellen. Er ist gern mit uns unterwegs, rasiert meinen Eltern den Kirschbaum, spielt mit unseren Katzen (die er voll im Griff hat)... Ich denke nicht, daß unsere Entscheidung, ihn etwas zu beschneiden, falsch ist. Wir haben nicht die Möglichkeit, ihm eine ganzes Zimmer zugeben oder Narrenfreiheit im ganzen Haus, weil immer die Fenster offen sind, und wenn er da fliegen könnte...

Uta

Annegret
15. August 2001, 10:55
hallo Uta,
sicherlich gibt es auch leicht gestutzte Geier, die damit klar kommen und die rundum zufrieden sind - aus unserer Sicht Auch meine Jacky - die allerdings nicht von mir - sondern vom Vorbesitzer gestutzt wurde, die nun wieder fliegt - aber trotzdem noch viel zu Fuß geht - ist -natürlich aus meiner Sicht- ein zufriedener Geier. Allerdings ist sie viel aufgeweckter geworden, seit sie wieder die Möglichkeit zum Fliegen hat. Zudem muß "Stutzen oder nicht" jeder für sich und seine Geier entscheiden. Meine Meinung zum Stutzen betrifft insbesondere die Leute, die sich einen jungen Geier anschaffen und dann stutzen lassen. Dies würde ich k e i n e m Geier antun - . Dann würde ich lieber drauf verzichten. Ich habe es getan:-(( und bereue es noch heute - obwohl ich aus meiner Sicht wiederum - zwei ganz glückliche Graue habe! Bin ja jeden Tag damit beschäftigt, bei meinem Coco vieles wieder gut machen*grins*. Und wie wir Menschen, jeder Geier ist ein Individium - ich glaube heute sogar manchmal, daß Coco - wenn er allein geblieben wäre - vielleicht sogar mit dem Rupfen aufgehört hätte. Ist zwar reine Spekulation, allerdings rupft er überwiegend aus reiner Eifersucht. Wie gesagt - von anfang an - würde ich heute sagen: Nicht stutzen und nicht einen Geier alleine, somit nicht zu sehr auf Menschen bezogen und ich denke man hat dann die größte Chance zwei glückliche Geier zu haben, und als Geiermutti vielleicht auch den wenigsten Streß *grins*.
Und nen Geier wie Walter ihn hat ist schon auch etwas besonderes - das wäre natürlich vom allerfeinsten: einer der sich bewegt wohin er will - und dann immer wieder nach Hause kommt - das ist schon fast ein *Sechser* im Lotto!!!
:) :)
Gruß Anne
mit ihren grauen Eminenzen

Nani
15. August 2001, 12:48
Hallo, nicht böse sein - ich will keine Polemik verbreiten. Einem Vogel jedoch die Flügel zu stutzen ist für mich dasselbe, wie einem Kind die Beine zu amputieren.
Ein Vogel hat zwei Flügel, um zu FLIEGEN und nicht, um diese gestutzt zu bekommen, damit WIR besser mit ihnen zurecht kommen. Wenn ein Vogel sein Leben bei uns in Gefangenschaft verbringen muss, dann sollten wir ihm jedoch soviel Freiheit zum Fliegen schaffen wie nur möglich.
Meines Erachtens sollte das Stutzen von Flügel (ausser in gewissen Sonderfällen) verboten werden.
Grüsse, Nani

Antje
15. August 2001, 13:12
Entschuldigt, daß ich mich jetzt auch mal hier einmische. Ich habe Nymphen und keine Graupapageien, verfolge Eure Diskussionen aber oft, weil ich im geheimen die Grauen auch superschön und interessant finde. Trotzdem würde ich mir nie einen anschaffen, weil ich ihm keine optimalen Bedingungen liefern könnte. Sprich: mindestens 2 Vögel, Freiflug in der gesamten Wohnung, möglichst noch eine Gartenvoliere im Sommer. Außerdem bin ich "schon" 33 Jahre alt. Was passiert mit den Vögeln, wenn ich tot bin?

Da ich das alles nicht erfüllen kann, muß ich mich wohl oder übel damit abfinden, daß ich keinen Grauen haben werde. Und ich finde genau das ist der Knackpunkt. Wenn man den Tieren die Voraussetzungen nicht bieten kann, sollte man doch lieber die Finger von ihnen lassen oder? :~

WEnn ich mir 2 Graupapageien nicht von Anfang an leisten kann, muß ich eben ganz darauf verzichten oder so lange sparen, bis ich das GEld zusammen habe. Wenn ich keinen Platz habe die Vögel fliegen zu lassen oder es für mich bequemer ist, lasse ich sie verstümmeln indem ich ihnen die Flügel stutze oder was? Ich dachte immer, die Flügel wären dazu da, den Vogel durch die Lüfte zu tragen? Liege ich da falsch? Vielleicht sollte man sich dann lieber gleich 2 Meerschweinchen anschaffen, die fliegen nicht überall rum.

Entschuldigt, daß ich jetzt wahrscheinlich manchen Leuten auf die Füße getreten bin, aber wenn ich hier manche Sachen lese, muß ich mich schon arg zusammennehmen, damit ich meine gute Kinderstube nicht vergesse.

Walter Irrenhauser
15. August 2001, 15:56
Hallo zusammen,

ich glaub es ist mal wieder Zeit von mir hören zu lassen.

Ich bin der Walter, der den Aratinga ( NICKI) im freiflug hat.
Bei Ihm hat sich nichts mehr geändert, das heißt er ist immer noch frei.
Vor ca. 6 Wochen hatte ich nun das Glück eine 1jährige Aratinga-Henne zu bekommen (KIKKI).
Die beiden haben nun eine große Voliere im Wintergarten bezogen. Was Nicki am anfang gar nicht paßte. Denn Seine Henne ist leider nicht zahm und somit blieb die Tür des öfteren zu. Er durfte nur noch 2mal am Tag raus zu meinen Kindern.

Ich kann nur jedem raten (im nachhinein) kauft Euch lieber 2 Vögel, denn soviel Aufmerksamkeit die ein Geier braucht kann Ihm kein Mensch bieten.

Am Anfang gab es ganz schöne Probleme mit den beiden ( Nicki 5jährig handaufzucht, Kikki 1jährig naturbrut ). Es dauerte fast 4 Wochen bis die beiden wenigstens auf einer Stange miteinander saßen.
Mittlerweile vertragen Sie sich schon ganz gut (der Bann ist gebrochen), und wenn Sie sich nicht beobachtet fühlen kraulen Sie sich schon gegenseitig.
Nur wenn von uns jemand an den Käfig kommt ist Kikki hergeschenkt dann hat Nicki nur noch Augen für uns. (Leider immer noch zu sehr auf den Menschen geprägt.) Aber es wird täglich für die beiden Geier besser.
Kikki wird auch immer zutraulicher, es fehlen nur noch 10 cm zu meiner Hand --- aber das kann noch dauern.

Seit 2 Tagen begrüßt mich auch Kikki mit den Worten - Hello how are you-.
Oder Sie plappert -Make a dog- und dann bellt Sie.
Das lernt Sie zur Zeit alles von Nicki.

Also dann bis demnächst falls es wieder was zu berichten gibt.

CU Walter :-)))

PS: Monika - ich kann machen was ich will, meine Mail`s kommen immer wieder zurück, als nicht zustellbar. Leider!!!

Annegret
15. August 2001, 16:31
Hi Nani und hi Antje,
ich glaube nicht, daß ich oben etwas anderes gesagt habe als Ihr - vielleicht nicht ganz so krass ausgedrückt!
Ihr habt Recht - allerdings muß ich zu meiner Entschuldigung sagen, daß ich nicht "gewollt" zu meinem Geier kam. Gerade, weil ich keine Ahnung davon hatte! Deshalb waren es von anfang an auch keine "zwei". Die Jacky bekam ich als schlechten Flieger, erst als ich sie hatte bemerkte ich, daß sie schlecht gestutzt war und überhaupt nicht flog - hätte ich sie zurückgeben sollen?? Ich habe alles getan, daß sie heute wieder fliegt.
Daß es nunmal gestutzte Geier gibt - leider - ist ja nicht von der Hand zu weisen, wollte damit auch nur andeuten, daß es unter Umständen auch "Sonderfälle", wie Nani sagt - gibt. Vielleicht habe ich mich in meinem letzten Beitrag unglücklich ausgedrückt - meine Meinung darüber, sowie meine Geiergeschichte könnt Ihr auf meiner HP nachlesen!
Ich bin der Überzeugung, daß meine Geier sämtlichen Freiraum haben, den man Geiern in Menschenhand bieten kann - die Käfige sind nur für das Futter da, damit sie nicht ganz davon entwöhnt werden (könnte ja sein, daß auch mal einer wg.Krankheit drinne bleiben müßte!). Und wenn gespart werden müßte - dann ganz sicher nicht bei meinen Grauen.
Bin ehrlich, habe mich ein wenig auf den Schlips getreten gefühlt.


;) ;)
Gruß Anne

Nani
15. August 2001, 16:42
Hallo Anne,
bitte auf keinen Fall auf den "Schlips" getreten fühlen. Ich bin überzeugt, dass es Deine Vögel gut bei Dir haben. Mir ging es bei meinem Beitrag eigentlich eher um das Prinzip des Flügelstutzens. Ich wollte nur sagen, dass ich grundsätzlich dagegen bin, aber auch jederzeit in der Not einen gestutzten Papagei aufnehmen würde.
Liebe Grüsse, Nani

PS: War gerade auf Deiner Homepage. Da möchte man ja selber Papagei sein!

Annegret
15. August 2001, 18:26
hi Nani:-))
ist schon ok *grins* - haste also gesehen, daß ich ebenso eingestellt bin!
Na, daß mit dem Papagei bei mir?? Wenn, dann wäre ich noch lieber dort Papagei, wo sie eigentlich hingehören *grins*
Gruß Anne;)

Antje
16. August 2001, 06:59
Hallo Annegret,

Dich habe ich mit meiner "kleinen Ansprache" auch gar nicht gemeint. Tut mir leid wenn es so rübergekommen ist. Das Foto von Dir und Deinen Geiern ist ja wirklich zu goldig.

Die Sticheleien waren eigentlich jemand anderem zugedacht.

Aber ganz egal, wer sich davon angesprochen fühlt, ich habe es wirklich nicht böse gemeint, ich kann mich nur manchmal nicht zurückhalten und muß dann auch mal (vielleicht manchmal etwas deutlich) meine Meinung äußern.

Annegret
16. August 2001, 09:48
hi Antje,
is auch ok *grins*, sorry - bin manchmal ein "Sensibelchen"!! Außerdem habe ich mir den Schuh persönlich auch nicht angezogen - *wollte das nur kund tun*.:s
Die Ansprach war deutlich - aber richtig!!!
Es grüßt
Anne mit ihren grauen Eminenzen:~

Uta
16. August 2001, 16:27
Wem die Sticheleien zugedacht waren, habe ich schon verstanden. Und ich fühle mich schon persönlich angefriffen.
Ich finde nämlich nicht, daß eine Freiflugvoliere oder ein Papageienzimmer optimale Lebensbedingungen für einen Grauen bieten, auch nicht bei paarweiser Haltung. Optimale Bedingungen hat so ein Tier nur im Urwald, dann dürfte man es überhaupt nicht in Gefangenschaft halten. Wenn so ein Geier nun aber einmal beim Menschen aufgezogen wurde ,kann man versuchen, jeder nach seinen Möglichkeiten, dem Tier das Leben angenehm zu gestalten.
Unser Grauer fühlt sich bei uns jedenfalls augenscheinlich wohl, er ist wieder voll befiedert, obwohl wir ihn für 'nen Appel und 'n Ei gekauft haben, weil er ein "unheilbarer Rupfer" war, er spricht, pfeift, singt, macht sämtliche Küchengeräte nach, spielt mit den Katzen, unseren Kindern und seinem Spielzeug, grast auf unserer Wiese, zerschrotet bergeweise Kiefernzapfen, Kugelschreiber, und Küchenrollen, schmust mit uns und geht gern mit uns wandern.
Daß wir ihn überhaupt ein wenig beschneiden hat eine Vorgeschichte. Er war immer frei im Garten (dort hat unter anderem zwei 20jährige Birken erledigt, indem er sie komplett von oben bis unten entrindete, das haben sie nicht vertragen), einmal hatte draußen auf der Straße ein Auto eine Fehlzündung, der Geier startete durch und war weg. Nach zwei Stunden fanden wir ihn wieder: Er war gerade dabei, auf dem Heimweg zu uns die B7 zu überqueren. ZU FUSS! Obwohl er voll flugfähig war. Und unserem Tierarzt ist genau DAS passiert, was uns damals erspart blieb. Gleiche Geschichte: Fehlzündung, Geier über Hecke... Der TA hörte nur noch die Bremsen des LKWs und sein Maxi war platt.
Seitdem hat unser Geier halt ein paar kürzere Federn und schafft es nur noch bis in den Nachbargarten. Und in seinen Käfig wird er nur eingesperrt, wenn keiner von uns zu Hause ist, ansonsten ist er Freigänger.
Uta

Ann Castro
16. August 2001, 17:01
Hallo, liebe Uta!

Ich glaube ich muß Dir mal unterstützend unter die Arme greifen, obwohl ich diese offensichtlichen Konfrontationsdiskussionen eigentlcih ganz gerne vermeide (bin eben ein Weichei).

Die Haupttodesursache von Haustiergeiern sind Haushaltsunfälle und Wegfliegen, die nicht passiert wären, wenn sie gestutzte Flügel hätten. Ein Papagei als Haustier wird einfach niemals artgemäß leben. Das zu glauben ist Selbstbetrug und da helfen auch Flugfedern nicht.

Als verantwortungsvoller Halter, ist es jedoch meine Pflicht das Überleben und die Gesundheit meines Tieres zu sichern. Und dazu gehört eben oft auch das Flügelstutzen.

Rupfen wg. gestutzer Flügel hat lt. Experten eher mit der Art des Stuzens als mit der Tatsache an sich zu tun.

Wenn die Enden ausgefranst sind z.B. wird der Vogel sie "glattpflegen" wollen und geht dabei u.U. zum Rupfen über.

Außerdem hat die Art der Stutzens macht einen Unterschied zum Wohlbefinden des Vogels aus. Der sogenannte "Vanity" (Eitelkeits)schnitt z.B., wo die äußeren paar Schwungfedern stehengelassen werden, ist mittlerweile in den USA verpönt, da es zwar hübsch aussieht, aber die Gefahr, dass der Vogel irgendwo hängenbliebt und sich diese Feder(n) abbricht recht groß ist.

Eien andere Unart ist das einseitige Stutzen. Papageien klammern sich furchtbar gerne irgendwo dran fest und schlagen heftig mit den Flügeln (das machen im Übrigen auch ungestutzte). Wenn sie einseitig gestutzt sind, ist das nicht mehr möglich, weil das den ganzen Körper herumreisst. Sollte man also nicht machen.

Gestutzte Flügel bedeuten ja nicht, dass der Vogel gar nicht mehr fliegen kann. Er kann nur nicht an Höhe gewinnen, aber wenn er fällt, sich erschreckt, usw. kann er durchaus noch recht bequem zu Boden fliegen.

Abgesehen vom Sicherheitsaspekt, der m.E. der wichtigste ist, kommt auch noch das Thema Dominanzverhalten und Zähmung dazu. Aber das führt jetzt zu weit.

Es gibt ganz gute Literatur zu dem Thema (leider nur im angelsächsischen Bereich) z.B. von Sally Blanchard (kann man bei Amazon.com in Amerika bestellen.

Liebe Grüße,

Ann.