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Vollständige Version anzeigen : verwaiste Wellis



Doris
23. February 2000, 18:25
Hallo alle!

Heute kam um 13:00 das erste Welli-Junge!
Die Eltern haben es in den ersten 2 Stunden nicht einmal angeschaut (sie waren kein einziges Mal beim Nistkasten), dann sind sie einmal hingeflogen, und das einzige dass sie mit den Kleinen anzufangen wussten war, ihn am Rücken zu verletzen. (eine kleine Bisswunde, sieht nicht so schlimm aus)
Als sie es dann um 17:00 noch immer nicht gefüttert hatten, und das Kleine schon ziemich mieß beieinander war, habe ich es mir zur handaufzucht geholt.
Habe gleich den Tierarzt folgendes gefragt, nur hätte ich gerne eine "Vergleichsmöglichkeit", würde mich auf Antwort von Jemandem freuen, dem das auch schonmal passiert ist.

Stimmt es, dass die Vögel alle 2 Stunden, auch nachts gefüttert werden müssen?
Ab wann muss der Abstand vergrößert werden?
Wie warm (Umgebungstemperatur) sollte es sein? (stimmt es, dass es 30 Grad sein sollen?, ich verwende einen Infrarotlampe (150 Watt), und habe bis jetzt nur 25 Grad, ist das zu wenig?)
Stimmt es, dass es 70 Prozent Luftfeuchtigkeit sein sollen? (wie bekomme ich das so hin??? jetzt hat es in dem Raum nur 55 Prozent)
Der Arzt meinte, ich solle HN-24 (Babynahrung, in der Apotheke erhälltlich) verwenden, es wurde schon bei der Apotheke bestellt, ich bekomme es erst morgen nachmittag. Bis dahin habe ich noch Baby-Brei für Aras, Amazonen,.. zum Verfüttern.Ist die Verwendung eines solchen Futters für Wellensittiche bedekenlos? (hätte aber auch nichts anderes im Haus)
Stimmt es, dass es 0,5-1,0 ml pro Fütterung sein sollen?
Wie warm sollte das Futter sein? (der Arzt meinte handwarm, wie bei Babys eben auch, stimmt das?)

Der Kleine sitzt in einem "Hamster-Schlafhäuschen", beidem ich die "Tür" mit Küchenpapier von aussen zugeklebt habe (damit er nicht rauskrabbelt, denn er ist ziemlich aufgeweckt und munter..), der Deckel ist offen. Das Häuschen steht in einem Katzentransporter (Seitenwände sind aus Plastik, Deckel und Vorderwand sind vergittert), davor die Infrarotlampe. Als Einlage für das Häuschen verwende ich Küchenpapier, und damit das Kleine nicht im Haus umherkullert habe ich aus dem Küchenpapier kleine Kügelchen in Wellensittich-Eigröße geformt, somit entsteht eine "Ersatz-Nistmulde", und er hat es auch wärmer damit. Sollte ich es mit dem Küchenpapier-Eiern belassen oder lieber zur Warmhaltung Gipseier verwenden? (das richtige Gelege besteht noch aus 5 Eiern, diese muss ich von den Eltern weiter bebrüten lassen, oder schlüpfen die Jungen bei den 30 Grad Umgebungstemperatur auch?)

Hoffe dass hier jemand damit Erfahrung hat,
Doris

Andrea
24. February 2000, 21:20
Hallo!

Ich habe noch nie Wellis mit der Hand aufgepäppelt , aber in meinem Wellensittich
Buch steht folgendes:
Bis zum 6. Lebenstag müssen die Wellis alle
2 Stunden gefüttert werden auch nachts.
Man verwendet dazu eine Einwegspritze 1ml
gefüllt wird die Spritze mit einem Teil
Amynin ( Aminosäurlösung mit Elektrolyten, Glucose und Vitaminen des B-Komplexes), ein Teil Milumil , 2 Teile Hirseschleim . 1 Teil Haferschleim und einer Prise Osspulvit oder
anderes Calciumpräperat) . Gemisch muß vor jeder Fütterung neu angemacht weden und auf Körpertemperatur aufgewärmt werden., Nahrungsgemisch muß mit Hilfe einer rundköpfigen Kanüle direkt in den Kropf eingeführt werden. Wird der Schleim nur in den Rachen eingeführt so erstickt das Kleine.
Ab 7. Tag nur noch alle 3 h Fütterung nötig.
( von 7- 22Uhr) . Jetzt kann man auch Siebenkorn -Flocken hinzu fügen.
Nestling brauchen eine konstante Wärme von 35°C. Dazu wird in dem Buch folgendes vorgeschlagen :
Blumentopf mit Haushaltspapier ausfüllen (Nestmulde) zweiter Blumentopf darüber stülpen , an einer Stelle torartige Öffnung am oberen Blumentopf herausbrechen. Umhüllen mit elektrischem Heizkissen mit Thermostatregelung. Nur die Öffnung bleibt frei. Aus ihr schaut ein Thermometer heraus.
Luftfeuchtigkeit kann reguliert werden durch Besprühen des Topfes mit Wasser ( 60%).
Ab 14 Tage kann man dann Hirsebrei unter das Futter mischen. ( geschälte Hirse)
Jetzt kann die Fütterung auch direkt mit Spritze erfolgen.
Nimm die anderen Eier lieber weg, wenn die Eltern sich nicht um die Jungen kümmern, ist die Chance sowieso absolut gering , daß Du die Jungen durchbringst.
Ich drücke Dir aber trotzdem für das Geschlüpfte Junge ganz fest die Daumen .
Viele Grüße Andrea

Thomas Karl
24. February 2000, 22:05
Hallo,

ich würde Dir empfehlen, ein fertiges Spezialhandaufzuchtfutter (z.B von Kaytee, Happy Bird, oder Tropican) zu besorgen.
Diese Handaufzuchtfutter haben alle Nährstoffe die der Vogel benötigt.
Beim Tierarzt solltest Du Dir eine Tube Bird Bene Bac besorgen, Daß dafür sorgt das die Darmflora in Gang kommt.
Da Deine Wellensittiche das Junge noch nie gefüttert habent fehlen ihm nämlich bestimmte Bakterien, die ihm beim verwerten des Futters behilflich sind.
(Im Notfall ginge auch Nestle LC 1)
Temperatur 35° ist ok, 60-70% Luftfeuchte auch.
Futtertemperatur möglichst 38°, zu hohe Temperatur kann schwere Kropfverbrennungen zur Folge haben.
ACHTUNG: vor einer Kropfsonde zum Füttern ist DRINGEND abzuraten. Ein ungeübter Laie, würde den kleinen Vogel zu 99% umbringen.
die blanke Spritze ohne Kanüle benutzen, und ganz langsam und Tröpfchenweise das Futter verabreichen. 1ml Futtermasse pro Fütterung für einen Wellensittich mit einem alter von 1 Tag, würde ich als unmöglich bezeichnen.
Nur so viel füttern, bis der Kropf des kleinen voll aber nicht prall ist. Beim beheizen mit einer Infarotlampe besteht die Gefahr von starken Verbrennungen und austrocknung der Haut.
Am besten geeignet sind Speziele Papageienaufzuchtgeräte.

MfG

Thomas

Doris
24. February 2000, 22:18
Hallo!

Ich habe mir heute für die restlichen Eier einen Brutkasten besorgt, indem können sie problemlos schlüpfen, denn die Temperatur (38 Grad) und die Luftfeuchtigkeit (65 Prozent) stimmen..
Heute, bevor ich die Eier noch "In Sicherheit" bringen konnte, haben die Eltern eines aus dem Nest geworfen, es ist auf einer Seite aufgesprungen, das Küken war glücklicherweise schon "schlupffertig" und konnte überleben. Es ist jetzt bei dem anderem in einem "Ersatz-Brutkasten" dabei.
Ich habe ein kleineres Aquarium genommen, als Einlage ein weiches Handtuch, die Jungen sitzen in einem kleinem Schüsselchen, dass mit Küchenpapier ausgelegt wurde. Im Aquarium habe ich einen Thermometer und ein Luftfeuchtigkeits-Messgerät angebracht. Ausserhalb des Aquariums steht eine Infrarotlampe welche ziemlich auf die Jungen gerichtet ist. Dass die Kleinen die Infrarotstrahlung aber nicht zu stark abbekommen, habe ich an der Innenwand des Aquariums ein feuchtes Stoff-Taschentuch befestigt, die Werte innerhalb des "Ersatz-Brutkastens" stimmen jetzt auch und bleiben schon einigermaßen konstant. (28-33 Grad, 60-75 Prozent Luftfeuchte).
Das Futter dürfte jetzt auch stimmen, denn der Kot hat mittlerweile für Jungvögel eine normale Konsistenz erreicht, und der Kropf ist auch meist zur Zeit entleert (manchmal auch früher).
Nur eine wichtige Frage hätte ich noch:
Wieviel soll ein Küken täglich zunehmen? (habe dazu in meinen Büchern keine brauchbaren Angaben gefunden).
Nur zur Sicherheit: Sollte der Brei wirklich wässrig sein, oder stark verdünnt, aber noch breiig? Was passiert wenn das Futter zu kühl verfüttert wird? (bis ich das Küken fertiggefüttert habe ist der Brei meist schon in der Spritze ausgekühlt..)

hoffe auf baldige Antworten,
Doris

[Diese Nachricht wurde von Doris am 25. Februar 2000 editiert.]

Thomas Karl
24. February 2000, 23:46
Hallo Doris,

Das Futter sollte etwas flüssiger als normale Baybynahrung sein. Also ohne Probleme aus der Spritze kommen.
Wenn das Futter wesentlich zu kalt ist, kann es passieren das sich das Futter im Kropf verklumpt.
Gewichtszunahme ist schwer zu sagen, am Anfang wird es fast nicht zu messen sein.

MfG

Thomas

Doris
25. February 2000, 08:29
Hallo!

Ich habe jetzt eine ganze Weile mit einem mir bekannten Züchter telefoniert, der momentan auch kleinere Vögel, nämlich Agaporniden mit der Hand aufziehen muss.
Sie hat mir von der Babynahrung auch abgeraten, sie meinte ich solle bei dem Harrison-Futter bleiben, da eine Umstellung in dem Alter ja auch nicht anzuraten ist, und das Harrison-Futter auch zu den "guten" Marken gehört.
Nach deinen Angaben stimmt die Konsistenz des Breies, aber mit der Temperatur gibt es noch immer Probleme. Ich mache das Futter mit heissem Wasser an, fülle es in eine Spritze (sehr klein, es passt nur 1,0 ml hinein), und wenn ich mittendrin im Füttern bin ist das ganze schon fast ausgekühlt, angenommen wird es aber trotzdem und der Kropf leer sich auch normal, also dürfte es doch noch ungefähr richtig sein...
In einem Buch habe ich gelesen, und es wurde mir von einer Seite auch schon empfohlen, das Futter mit Kümmeltee anzurühren, da dieser die Verdauung in Schwung bringt, soll ich das machen?
Die Züchterin sagte mir, dass sie in solch einem Fall nur Handaufzuchtsfutter verwendet, keine Zusätze (Tierarzt dagegen meinte in der Babynahrung währen Stoffe enthalten, die die kleinen unbedingt benötigen), also was stimmt jetzt????? (die Züchterin verwendet immer Nutri-Bird, bzw. Pretty-Bird. sie hat auch schon einmal kleine Sittiche aufgezogen und hat damals alle 8 Jungen durchgebracht, sollte ich mich nicht lieber an ihren Rat halten?)
Das um ein paar Stunden ältere Küken macht mir aber jetzt Sorgen, es liegt immer so gestreckt, die Füsse sind ebenfalls durchgestreckt. Sie sind aber nicht steif, sie lassen sich nämlich bewegen. Die Infrarotlampe scheint das Junge jetzt nicht mehr an, sie geht über ihm hinweg und ausserdem passe ich ständig auf, dass das feuchte Tuch zwischen Jungen und Strahler, wie ein Vorhang hängt. Bedeutet das gestreckte liegen etwas? (das zweite Küken liegt "normal")
Was muss ich eigentlich beim Schlupf eines Jungen im Brutkasten beachten? Muss ich da irgenwie eingreigen? (z. B. Eihauf entfernen,..?) Wenn ein Junges frisch geschlüpft ist, wann sollte es dann die erste Fütterung bekommen? (habe gelesen dass sich die Küken eine Zeit lang noch vom Dottersack ernähren, nur wie weiss ich wann die erste Fütterung angesagt ist?)
Bei zwei der 4 Eier (eines ist höchstwarscheinlich unbefruchtet, ich lasse es aber trotzdem, sicherheitshalber im Brutkasten) spürt man eine leichte Bewegung von aussen, wenn man das Ei in die Hand nimmt. (habe es beim "wenden" vor 3 Stunden gemerkt) Heisst dass, dass die Küken schlupfbereit sind? Es kann leicht sein dass es bedingt durch die zuerst zu niedrige Luftfeuchtigkeit im Nistkasten Probleme beim Schlupf geben kann, d. h. dass die küken eventuell nicht ohne Hilfe aus dem Ei herauskommen. Was ist ein sicheres Zeichen für ein schlupffertiges Küken im Ei, und ab wann sollte ich vielleicht Schlupfhilfe geben? (z. B. das Ei ganz leicht mit dem Fingernagel an einer kleinen Stelle öffnen, damit das Junge den Rest erledigen kann, wie es die Vogel-Mütter ja auch oft tun?)

Doris

Doris
25. February 2000, 17:34
Hallo!

Sind diese Zusätze (Bird Bene Bac oder LC1) unbedingt notwendig? (im LC1 ist ja sicher Milch enthalten, ist das gut?) Für was werden die benötigt (falls für die Verdauung: wäre da der Kümmeltee auch geeignet?) Wieviel müsste ich dem Jungen täglch von LC1 oder Bird Bene Bac geben?
Da mein Futtervorrat an Harrison-Aufzuchtfutter schon langsam am Ende ist (es reicht noch 3-4 Tage), und der Tierarzt der einzige "Lieferant" dieser Marke in meiner Gegend ist (er ist aber auch eineinhalb Stunden entfernt) hätte ich doch noch eine Frage:
Könnte ich den Kleinen auch in diesem Alter auf eine andere Futtermarke (Nutribird habe ich lagernd, der Händler, von dem ich das Futter habe hat mir gesagt er selbst hat auch schon einmal Wellen und Nymphen erfolgreich damit aufgezogen, genauso wie die andere Züchterin..) umstellen? Falls es nicht geht, mache ich mich dann in den nächsten Tagen auf den Weg zum Tierarzt (besser gesagt ich schicke jemanden, denn die Küken sind ja eine Tagesausfüllende Aufgabe.
Hoffe auf Antwort im Bezug auf das Schlüpfen im Brutkasten!!!!!

Doris

Rüdiger
25. February 2000, 19:16
Moin moin!

> Sind diese Zusätze (Bird Bene Bac oder
> LC1) unbedingt notwendig? (im LC1 ist ja
> sicher Milch enthalten, ist das gut?) Für > was werden die benötigt
Bird bene Bac oder ersatzweise LC1 dienen meines Wissens dazu, dem Jungvogel die notwendigen Bakterien zu geben, die sein Darm für die Verdauung braucht, sie dienen also dem Aufbau der Darmflora. Normalerweise übernimmt der Jungvogel diese Bakterien bei der Fütterung von dem Elterntier.
LC1 ist meines Wissens ein Joghurt bzw. eine Joghurtkultur. Bei Joghurt ist der größte des Milchzucker (Lactose) umgewandelt, welcher von vielen Papas nicht verarbeitet werden kann, und ist daher zumindest bei älteren Papageien unbedenklich.
Bei Jungvögeln schadet eine kleine Gabe zur Anregung der Darmflora sicherlich auch nicht.
Kümmeltee kann diese Funktion von Bird Bene Lac bzw. LC1 natürlich nicht ersetzen.
Weiterhin viel Glück!


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Tschüss Rüdiger

Doris
25. February 2000, 21:46
Hallo und schonmal Danke für die Unterstützung!

Den Kleinen geht es weiterhin gut.
Ich werde mir morgen LC1, eventuell auch Bird Bene Bac besorgen (ich glaube aber kaum dass der Tierarzt dass lagernd hat). Ist es eigentlich egal ob ich LC1 oder Bird Bene Bac verwende? Welcher der beiden Zusätze wäre "besser"? Soll ich bei jeder Fütterung etwas davon zugeben, oder einmal täglich,..?
Jedes Küken bekommt pro Fütterung ca. 0,4-0,6 ml, wieviel sollte ich von LC1 oder Bird Bene Bac zugeben? (ungefähr in Teelöffeln,..reicht ein halber?)
Ich habe den Kleinen bei den letzten zwei Fütterungen das Nutribird-Aufzuchtfutter gegeben, es wurde ohne weiteres angenommen und sie haben auch keinen Durchfall, etc. durch die Umstellung, werde das Nutri-Bird jetzt weiterfüttern.
Brauche noch dringed Antworten auf folgende Fragen:
Wann sollte bei einem frischgeschlüpften Küken das erste Mal gefüttert werden? (muss der Dottersack dazu ganz leer, also nur noch Haut sein, oder muss der Kropf schon früher gefüllt werden?)
Was könnte passieren wenn der Dottersack nicht in den ersten Stunden geleert wird? (wird der Inhalt nicht auch "schlecht"?)
Was sind die sichersten Zeichen dass ein Küken schon aus dem Ei will? (bzw. wie merkt man dass das Küken das Ei nicht selbst öffnen kann? -was ja leicht passieren kann, da die Luftfeucht in den letzten Brutwochen nicht gestimmt hat :-(

Hoffe weiterhin auf schnelle Antworten,
Doris

Andrea
26. February 2000, 17:03
Hallo !

Ein Nachhelfen beim Schlüpfen hat normalerweise nur dann einen Sinn, wenn die Eier zumindest einen Knacks haben.
Nur wenn das Küken in der Lage ist selbst in die Luftblase einzudringen, ist es auch lebensfähig. Dann kann man eventuell nachhelfen , wenn z.B. die Eihaut zu eng
anliegt und sich das Küken nicht drehen kann.
( ob das aber auch bei so kleinen Eiern wie
bei Wellis geht habe ich noch nicht ausprobiert)
Viele Grüße
Andrea

Toby
26. February 2000, 21:53
Hallo Doris,

Ich will deine Hoffnungen ja nicht zerstören, aber Wellensittichjunge vom ersten Tag an von Hand aufzuziehen ist so gut wie unmöglich. Sie sollten mindestens 6-7 Tage alt sein. Denn in den ersten Tagen bekommen die jungen Wellensittiche eine Vormagenmilch der Mutter die künstlich nicht herstellbar ist.

Es ist richtig das die jungen WS auch Nachts alle 2 Stunden gefüttert werden müssen.

Mit der Schlupfhilfe muss man aufpassen, da die Jungen vor dem Schlupf ihren Dottersack (der sie im Ei mit Nahrung versorgte) einziehen müssen (dieser ist meist erst ein paar Minuten vor dem Schlupf eingezogen). Guckt er bei der Schlupfhilfe noch raus ist es fraglich ob das Junge überlebt. Ein sicheres Zeichen das das Junge schlüpft ist, wenn es im Ei piept und schon eine kleine Delle ins Ei gepickt hat.

Trotzdem VIEL GLÜCK !!!!!!!!

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MfG Tobias

[Diese Nachricht wurde von Tobias Wittke am 26. Februar 2000 editiert.]

[Diese Nachricht wurde von Tobias Wittke am 26. Februar 2000 editiert.]

Thomas Karl
26. February 2000, 22:15
Lieber Tobias,

es stimmt absolut nicht, daß es fast unmöglich wäre junge Wellensittiche ab dem ersten Tag mit der Hand aufzuziehen.
Du hast zwar Recht, wenn Du sagst sie würden in den ersten Tagen Kropfmilch bekommen die man nicht künstlich herstellen kann, aber darum habe ich Doris ja auch gebeten den Jungen Bird bene Bac oder LC1 zuzufüttern.
Kropfmilch bekommen die Kleinen ja nur deshalb weil ihnen das "normale Aufzuchtfutter" bestehen aus Körnern und allerlei anderem groben Zeug nicht bekommen und ziemlich schwer im Magen liegen würde, und in der Kropfmilch die nötigen Bakterien die zur Bildung einer gesunden und funktionstüchtigen Darmflora von Nöten sind, in ausreichender Menge enthalten sind. Doris hat mir gestern geschrieben das es den Kleinen gut geht und sie gut verdauen, da waren sie 3 Tage alt, was ich als ein gutes Zeichen sehen würde und als überqueren der ersten Hürde.
Wenn sie die nächsten 4 Tage auch so gut überstehen, denke ich wird nicht mehr viel passieren.
Laß Dich also nicht entmutigen Doris und mach so weiter, und sollte es doch wiedererwarten schief gehen mach Dir bitte keine großen Vorwürfe, denn einfach ist es auf keinen Fall und für einen Laien schon erst Recht nicht.

MfG

Thomas

Doris
27. February 2000, 20:28
Hallo!

Jetzt habe ich schon 3 Küken...es gab zum Glück keine Probleme beim Schlupf.
Nur eines der älteren (das Junge dass "unnatürlich" schlüpfte. Das Ei wurde von den Eltern aus dem Nest geworfen, trug einen Sprung davon und das zum Glück schon "fertige" Junge musste schlüpfen), macht mir aber doch Sorgen, denn es nimmt einfach nicht zu. Ich erkenne es daran, dass sogar das frischgeschlüpfte Küken größer und kräftiger war als das 3 Tage alte, und man bei dem Kleinen doch ein wenig die Rippen erkennt. Die Konsistenz des Kotes stimmt, was kann ich also tun damit der Kleine zunimmt? (gibt es Chancen dass er durchkommt?)

Doris

Toby
28. February 2000, 10:44
Hallo Thomas,

Als erstes muss ich Dich verbessern: Wellensittiche haben keine Kropfmilch (diese haben nur Tauben), bei Wellensittichen handelt es sich um eine Vormagenmilch.

Ich habe von Handaufzuchten nicht viel Ahnung und konnte deshalb nur das sagen was in meinen Büchern steht und wenn ich die frischgeschlüpften Jungen bei mir angucke wüsste ich auch gar nicht wie ich diese kleinen Tierchen füttern sollte.

Aber wäre ja Super wenn Doris die Jungen WS groß kriegen würde.

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MfG Tobias

Silke
28. February 2000, 11:00
Liebe Doris,

ich wünsche Dir viel Erfolg, sehe die Aufzucht aber auch nicht ganz unkompliziert und denke, daß die Kleinen auch noch nicht ganz über den Berg sind, aber, daß sie überhaupt noch leben und sich scheinbar doch gut entwickeln, stimmt optimistisch.

Das Schlupfproblem hat sich ja nun schon erledigt. Sonst hätte ich hinzufügen können, daß bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit die Kleinen auch an der Eihülle kleben bleiben können und auf Schlupfhilfe angewiesen sind. Das ist bei Wellis durchaus üblich (wird aber immer mehr mit der Zucht verloren). Zur Verständigung mit der Mutter benutzen die Kleinen ein Repertoire an Piepstönen, mit denen sie sich buchstäblich aus dem Ei heraus bemerkbar machen. Die Mutter erkennt daran, ob es dem Nachwuchs zu kühl, zu warm etc. ist oder ob er dringend Hilfe braucht. Dann beißt die Henne kleine Stückchen aus der Schale und hilft dem Küken beim Schlupf.

Für einen Menschen ist das kaum nachzuahmen, da wir den Schlupfzeitpunkt nicht genau festlegen können und es zu spät sein kann, wenn nicht rechtzeitig geholfen wird. Dann stirbt das Junge ab.

Einen frisch geschlüpften Wellensittich mit einer Kropfsonde zu ernähren, halte ich für reichlich aussichtslos. Da dürfte das Verletzungsrisiko unvertretbar sein, nicht nur für Laien.

Mit der Temperatur des Futterbreis sollte man auch vorsichtig sein, man kann den Kleinen auch sehr schnell verbrühen.

Auf jeden Fall solltest Du Dein Wellensittichpaar zukünftig von der Zucht ausschließen, es ist nicht anzunehmen, daß sie sich bei der nächsten Brut gänzlich anders verhalten.

Gruß, Silke.

Doris
28. February 2000, 20:25
Hallo!

Ich habe eine schlechte Nachricht:

Heute hatten wir eineinhalb Stunden keinen Strom (ein Strommast ist bedingt durch den starken Wind umgefallen), ich hatte also keine Möglichkeit den Brutkasten oder den "Ersatzbrutkasten" mit den Jungen zu
beheizen, die Temperatur sank im Brutkasten mit den Eiern auf 28 Grad, bei den Jungen auf 22 Grad. Ein Junges, und zwar jenes, welches nicht richtig zugenommen hat, ist dabei gestorben, die anderen haben es überlebt. Jetzt meine Frage: Kann aus den Eiern überhaupt noch etwas werden, sterben die Jungen bei solchen Temperaturen nicht ab? Kann das sonst noch irgenwelche Auswirkungen auf die noch nicht geschlüpften Küken haben?

Doris

Doris
28. February 2000, 20:28
Hallo!

Noch ein paar Fragen: Wie merkt man überhaupt, dass das Junge im Ei abgestorben ist? Der Schlupftermin für das letzte Junge ist am 1. März, wieviele Tage auf oder ab könnte es aber dann wirklich dauern, bis die Jüngen schlüpfen?

Doris

[Diese Nachricht wurde von Doris am 28. Februar 2000 editiert.]

Thomas Karl
28. February 2000, 22:42
Hallo Doris,

1,5 Std. - das ist ne Menge Holz, wenn Du viel viel Glück hast könnte noch was drauß werden, eher aber nicht. Laß Dich einfach Überraschen!
Übrigens habe ich gerade etwas gefunden:
Birde Bene Bac gibts in Rico´s-Futterkiste
3Tuben für 13,90DM unter Ricos Futterkiste

An Tobias:
Du hast hast natürlich Recht das Wellensittiche eine Vormagenmilch haben, und Tauben eine Kropfmilch, nur ist das im Prinzip das gleiche, nur das es beim Wellensittich im Vormagen in spezielen Drüsen produziert wird, das ist aber hier wirklich nicht das Ausschlaggebende gewesen.

MfG

Thomas

Doris
01. March 2000, 16:42
Hallo!

Das Junge ist soeben geschlüpft!
Der Dottersack ist schon eingezogen, es gab auch sonst eigentlich keine Probleme beim Schlupf. (das ist das grösste Küken,..)
Ich glaube das war jetzt dass letzte Küken, denn die anderen Eier sehen unbefruchtet aus, vorsichtshalber lasse ich sie aber noch im Brutkasten.

Doris
02. March 2000, 16:04
Hallo!

Also der "Neue", ist der kräftigste bis jetzt! http://vogelart.de/forum/NonCGI/smile.gif
Er strampelt die ganze Zeit herum, ist um einiges Größer als die "alten",... was macht denn dass aus? (würde mich mal interresieren)

Doris

Rüdiger
02. March 2000, 17:07
Moin Doris!

Das finde ich auch sehr seltsam. Vielleicht waren die anderen doch so etwas wie "Frühgeburten"? (Gibt es das bei Vögeln überhaupt?). Oder aber die Bedingungen im
Brutkasten waren sehr gut und das letzte Junge kam am längsten während seiner Entwicklung in den "Genuß" des Brutkastens und hat sich deshalb bereits im Ei besser entwickelt?

Auf alle Fälle weiterhin viel Glück!!

P.S.: Silke, Du schriebst letzthin, das Doris ihr Welli-Paar in Zukunft von der Brut ausschließen sollte, da sie so schlechte Eltern sind.
So, wie ich es aber verstanden habe, war es ihre erste Brut?
Da sind doch noch gute Chancen, das es nach diesem Fehlversuch beim nächsten Mal besser klappt?
Ich habe selbst die Erfahrung gemacht und auch schon öfters gelesen, das der erste Brutversuche besonders bei (zu) jungen Tieren oft mißlingt.
Doris, wie alt sind denn die Welli-Rabeneltern?

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Tschüss Rüdiger

[Diese Nachricht wurde von Rüdiger am 02. März 2000 editiert.]

Dr.Mabuse
02. March 2000, 18:51
Hi Doris!
Weiterhin viel Glück und Erfolg bei deiner Aufzucht,wär interessant, wenn du uns auf dem laufenden hält´s,wies den Wellis geht."Hut ab" vor deiner Leistung,sie von Hand aufzuziehen!Tips hast du denke ich schon viele bekommen

Gruß Dr.Mabuse

Doris
02. March 2000, 18:53
Hallo!

Ja, es war die erste Brut. Die Eltern sind ca. eineinhalb Jahre alt.
War das etwa zu früh???

Doris

Shine01
03. March 2000, 00:38
Hallo Doris,

ich drücke Dir auch die Daumen, daß alles gut klappt mit der Aufzucht. Ich würde sie auf jeden Fall später noch mal brüten lassen. Es ist ja die erste Brut. Da kann das passieren. Meine Springsittiche haben ihre erste Brut auch vermasselt. Das erste und einzige Küken damals starb nach zwei Tagen. Jetzt habe ich vier gesunde muntere Küken von ihnen.

Alle Achtung, das du die Handaufzucht so toll durchhälst. Es ist doch tierisch anstrengend die Kleinen alle zwei Stunden zu füttern.

Viel Glück und

------------------
bis dann

Daniela


http://www.voegel.notrix.de
Danni´s Wellensittich-Homepage

Toby
05. March 2000, 13:42
Hallo Doris !

Ich würde das Paar auf jeden Fall nochmal brüten lassen. 1,5 Jahre ist auf keinen Fall zu jung und da es das erste mal für die beiden war kann es gut sein das sie mit den Jungen "überfordert" waren.

Ich habe ein Paar das im letzten Jahr erfolgreich zwei Bruten großgezogen hat und im diesen Jahr hat das Weibchen die ersten beiden zu früh aus dem Ei "geholt" und das dritte gar nicht gefüttert und aus diesem Grund hab ich ihr das Junge und die letzten vier Eier weggenommen und anderen Weibchen untergelegt und nu kann sie wieder von vorne anfangen und die Jungen beim nächsten mal hoffentlich füttern.

Viel Glück noch bei der Aufzucht der kleinen.

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MfG Tobias

Doris
07. March 2000, 10:42
Hallo!

Gestern wollte ich beim jüngsten (5 Tage alt) mit der LC-1 Fütterung aufhören (wie mir gesagt wurde), aber er setzte dann stundenlang keinen Kot ab, als dann endlich war diese sehr trocken... Jetzt gebe ich wieder ein wenig LC-1 zu, und der Kot ist wieder normal, soll ich es weiterfüttern?
Bei den anderen Küken hat die "Umstellung" auf das "normale" Aufzuchtfutter gut geklappt.
Der Kleinste ist noch immer der munterste und größte, ich hoffe die Geschichte mit dem LC-1 haut ihn nicht um....
Kann mir hierzu noch jemand Tipps geben, kann ich LC-1 einfach weiterfüttern? (2-3 Tropfen davon ins Aufzuchtfutter)

Danke für die große Anteilnahme und die Glückwünsche, ist echt gut zu wissen, dass man nicht die einzige ist die findet, dass Wellis es durchaus "wert" sind sie aufzuziehen!

Doris

Silke
08. March 2000, 00:27
Hallo Doris,

alles Gute weiterhin, das hört sich doch vielversprechend an.

Wegen der Zucht und dem Ausschluß... Wenn die Eltern nicht nur einige Fehler begangen haben, sondern das Gelege bereits zu Schlupfbeginn komplett im Stich gelassen haben, würde ich es mir wirklich überlegen. Wellis ziehen normalerweise sehr problemlos ihre Jungen groß (Ausnahme: Handaufzuchten, Fehlprägungen, nicht harmonische Paare etc.), ich würde es tolerieren, wenn die Henne ihre Jungen rupfen würde oder wenn sie die Jungen zu früh aufgibt und ein neues Gelege anfangen würde oder ähnliches... Ich würde natürlich auch tolerieren, wenn der Hahn wenig hilfreich oder gar störend ist.

Aber eine neue Brut unter diesen Umständen, besonders, wenn ich keine Amme im Falle des Falles hätte, wäre mir zu unsicher, das ist wirklich meine Meinung.

Ich weiß nicht, womit die Henne überfordert gewesen sein soll, wenn die Küken nicht einmal geschlüpft sind und gefüttert werden müßten. Da fehlt doch irgendwie ein wichtiger Instinkt.

Natürlich könnte es sein, daß bei der nächsten Brut alles anders aussähe, aber bei einem Zuchtpaar wäre mir das wirklich zu heikel, eine Handaufzucht ist und bleibt für mich eine Notlösung, sie bewußt riskieren würde ich nicht.

Man muß sich mal vergegenwärtigen, daß viele Hennen bei der ersten Brut (mit 1 1/2 Jahren war sie nicht zu jung) fürsorglichste Mütter sind und unter Umständen allein ihre Jungen großziehen. Und die routieren wirklich. Bekannt ist auch, daß Kinder schlechter Eltern oft selbst schlechte Eltern sind, es ist also nicht damit ausgestanden, daß die Kleinen überlebt haben, sondern es könnte mit ihrem Gelege genau dieselben Probleme geben.

Gruß, Silke.

Doris
11. March 2000, 11:55
Hallo!

Den Küken geht es weiterhin gut, ich hätte nur noch eine Frage:
Mit welchem ALter sollen Küken die Augen öffnen, wann sollte die erste Feder wachsen? (das jüngste ist 9 Tage alt und hat die Augen noch nicht vollständig geöffnet, es bekommt auch noch keinen Flaum wie die anderen in dem Alter...ist das normal, kann mit dem Kleinen etwas nicht stimmen?)
Die anderen hatten die Augen mit 7 Tagen schon vollständig geöffnet.
Wie sieht es eigentlich mit der Vergesellschaftung von Welli-Handaufzuchten aus, ich meine ein "Pärchen" hätte ich ja, aber dass wären ja Geschwister, dass sollte man ja vermeiden, oder? Verhällt es sich mit Welli-Handaufzuchten wie bei Grosspapageien (wo ja nicht jeder Vogel so einfach einen Partner annimmt) oder ist es bei ihnen nicht so extrem? Sollte ich mich eventuell in ein paar Wochen auf die Suche nach Welli-Nestlingen (so 3-4 Wochen alt, kurz vor dem Ausfliegen) von einem Züchter machen (wenn Partnertier und meine Wellis noch "Nestlinge" sind kann es ja keine Probleme geben, oder?) oder kann ich da auch später, ältere Partnertiere (also im "normalen" Verkaufsalter) zur Verpaarung nehmen?
Ich fütter jetzt ca. alle 3-4 Stunden, der jüngste ist komischerweise immer noch der größte und kräftigste.... ein "kleiner Riese" ;-)
Ich muss allerdings noch immer ein wenig LC1 zufügen, da die kleinen ohne dem einfach nicht gut verdauen, kann ich da noch irgendetwas tun? Ist das LC1 in dem Alter schädlich???

Doris

Rüdiger
11. March 2000, 14:10
Moin Doris!

Ich glaube, im Kanarienforum habe ich jetzt gelesen, daß die jüngsten Küken im Vergleich zu den älteren häufig kraftiger sind, da sie im Ei von Anfang an nach dem Legen bebrütet wurden. Vielleicht auch eine Erklärung für Deinen "kleinen Riesen", dessen Ei eher nach dem Legen als das der anderen in den Brutkasten kam?
Welli-Junge öffnen normalerweise etwa am neunten Tag die Augen, da sollte auch Federflaum vorhanden sein. Ist also noch normal.

Hinsichtlich des nochmaligen Brüten lassens:
Silkes Einwand ist durchaus angesichts der konkreten Umstände (das sich Deine Wellis von Beginn an nicht um die Eier gekümmert haben) sehr bedenkenswert. Bei meinen Geiern war es eigentlich immer so, wie Silkes es beschrieb: das zwar gebrütet wurde, aber zu unregelmäßig, es wurde gefüttert, aber nicht ausreichend, oder die
Jungen wurden zu früh im Stich gelassen.

Hinsichtlich LC1: Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, das es in kleinen Mengen
schädlich ist, weiß es aber leider nicht genau.

Hinsichtlich der Vergesellschaftung:
Bei Wellis weiß ich es nicht aus eigener Erfahrung, bei Agas, Singsittichen und Nymphen ist es eigentlich genauso extrem wie bei Großpapageien.
Ich würde empfehlen deshalb empfehlen, am besten gleich ab Flügge werden die Jungen mit anderen Wellis zusammenzubringen (zumindest Sicht- und Hörkontakt), damit Fehlprägungen soweit wie irgend möglich noch vermieden werden können.
Grundsätzlich kann man jüngere mit älteren Tieren verpaaren.
Problematisch ist es allenfalls dann, wenn die jüngeren noch nicht geschlechtsreif sind und die älteren in Brutstimmung geraten: dann können die zu aufdringlich werden.
Insofern sind die anderen Nestlinge ein sicherer Weg.

Weiterhin viel viel Glück und ein schönes Wochenende!

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Tschüss Rüdiger

Andrea
12. March 2000, 15:00
Liebe Doris !

Wenn Du eine Briefwaage oder eine andere feine Waage besitzt, dann wiege doch die Küken einmal und vergleiche das Gewicht der einzelnen Küken. Dann kannst Du am besten sehen, wie die Entwicklung vorangeht. Ich würde mich aber von den Gewichtsangaben in den Büchern nicht verrückt machen lassen, meistens sind die Küken leichter als dort angegeben. In meinem Wellensittich Buch steht 16g am 9. Tag . Die Jungen sollen am neunten Tag die Augen öffnen können und aufrecht sitzen können. Es kann natürlich sein , daß das erste Küken nicht so weit entwickelt ist, weil Du beim ersten Küken noch nicht so viel Erfahrung hattest mit dem Füttern. Vielleicht ist es deshalb im Vergleich zu den Anderen etwas zurückgeblieben.
Ich drücke Dir jedenfalls ganz fest beide Daumen.
Viele Grüße Andrea



I

Silke
13. March 2000, 00:17
Liebe Doris, lieber Rüdiger,

auch, wenn es seltener vorkommt und weniger bekannt ist, können auch Wellis sehr schwere Fehlprägungen bekommen. Das extremste Beispiel, welches ich je erfahren habe, war ein Wellihahn (ca. 2 Jahre) welcher sich sogar weigerte, selbständig Nahrung aufzunehmen. Er nahm Wasser und Futter nur aus dem Mund (!) des Pflegers, sonst hungerte er lieber. Er war so schwer gestört, daß die Artgenossen, zu denen er gesetzt wurde, ihn völlig ignorierten und abwiesen.

Er hatte eine kleine Plüschente (etwas größer als er selber), die er hingebungsvoll fütterte und mit der er kuschelte, eine Resozialisierung (es handelte sich um die Urlaubspflege einer Bekannten) war in den 5 Wochen völlig unmöglich, es gab nicht einmal die leisesten positiven Anzeichen. Der Vogel kannte nichts als den Menschen und seine Lieblingsente und versuchte, seine kümmerlichen Instinkte noch an diesen auszuleben. Er war von der Entwicklung her auf dem Stand eines Nestlings.

Insofern kann ich ganz klar sagen, daß schwerste Verhaltensstörungen möglich sind, wenn auch sie sehr, sehr selten vorkommen.

Wenn die Wellis im Geschwisterverband aufgezogen werden und niemals isoliert werden (das ist ganz wichtig), glaube ich nicht, daß es überdurchschnittlich große Probleme mit der Verpaarung geben wird, bei der Brut würde ich es dann allerdings nicht ausschließen.

Allerdings sollten sie nach dem Flüggewerden unbedingt in einen Schwarm gebracht werden, damit sie nach Möglichkeit auch lernen, sich in das bereits bestehende Sozialgefüge einzuordnen. Das muß zunächst nicht immer reibungslos abgehen, denn Konkurrenz etc. haben sie bislang nicht kennengelernt, aber wäre wichtig, damit sie nicht zum verwöhnten Tyrannen mutieren und eine übermäßige Dominanz in der Pubertät entwickeln. Als sehr junge Tiere werden sie von den Alten zumeist auch etwas zurückhaltender behandelt und nicht sofort bie jedem Fehlverhalten ernstlich angegriffen. Wenn sie erst im höheren Alter eingegliedert werden, könnte dies etwas unglimpflicher verlaufen, da sie dann nicht mehr den Bonus eines Jungvogels, den sie so doch vielfach beanspruchen können, haben.

Ähnlich ergeht es ja auch Krüppeln. So wird eine flugunfähige Henne z. B. von einer Rivalin zunächst "angepöbelt" und gehackt, wenn sie dann aber ihr Handicap zeigt, also bei dem Angriff herunterfällt etc., guckt die angriffslustige Henne nur dumm und läßt sie fortan in Frieden.

Ich würde die Jungen also möglichst zeitig in den Schwarm eingliedern und die erste Zeit gut beobachten, wie sie sich zurechtfinden.

Gruß, Silke.

Anne Pohl
14. March 2000, 16:09
Hallo Silke,
ganz sooo schlimm war's mit Bubi nun auch nicht (Du meinst doch Bubi?). Er hat schon ganz normal gefressen, aber sich eben auch gern füttern lassen. Und die anderen haben ihn durchaus akzeptiert, aber er hat die Schwarmkumpel öfter mal sitzengelassen, um uns Menschen Gesellschaft zu leisten. Grundsätzlich hast Du natürlich recht und Bubi ist sicher fehlgeprägt, aber dazu muß man eben auch wissen, daß er mit 9 Jahren schon ziemlich alt ist - einen jungen Vogel hätte man sicher schnell einnorden können.
Gruß,
Anne

Silke
14. March 2000, 18:01
Ich denke, Ihr seid darauf gekommen, weil er nicht gefressen hat?

http://vogelart.de/forum/NonCGI/smile.gif Silke.

Silke
14. March 2000, 18:09
Nichtsdestotrotz, Anne, 5 Wochen sind eine lange Zeit, da hat manch ein Welli schon vergessen, daß er einen Partner hatte, wenn man ihn weggibt...

Mit über 7 Jahren war meine Tweety nicht soo viel jünger, hat aber - bis auf einige Macken, die sie erst viel später ablegte - sich eigentlich vergleichsweise schnell zurechtgefunden. Gut, da kommt sicherlich auch hinzu, daß sie zwar keinen Partner, aber eben auch nicht mehr DEN Anschluß zum Menschen hatte...

Aber wie auch immer, entweder Alex hatte eben einen schlechteren Eindruck gewonnen als Du oder er hat sich in dem Moment doch schlechter benommen... Sie war jedenfalls recht entsetzt. (Wäre ich sicherlich auch, wenn mir ein Vogel seinen Schnabel in den Mund stecken will, um sich was zu Fressen zu holen.)

Du kannst mir ja Sonntag noch einmal berichten, oder?

Gruß, Silke.

Silke
15. March 2000, 00:55
Ich will es freilich nicht offen lassen, bei dem Wellensittichbeispiel gibt es wohl doch einige Differenzen zwischen dem, wie ich es verstanden hatte und wie es abgelaufen ist.

Die Form, in der ich darüber erfahren hatte, schien mir glaubwürdig, war aber wohl nicht so zuverlässig, aus welchen Gründen es auch immer zu diesen Mißverständnissen gekommen ist. Das kann man jetzt nicht mehr so sagen. Allerdings war es sehr leichtsinnig, dies hier gleich so weiterzugeben, das steht außer frage.

Deshalb sorry, Anne, wenn ich hier die Sache unwissentlich falsch dargestellt habe. Das war nicht meine Absicht und deshalb bitte ich die Leser, dieses Beispiel zu vergessen, da hier doch grobe Fehler drin sind.

Die Beispiele von Fehlverhalten, die ich aus eigener Erfahrung beisteuern könnte, sind nicht so schwer, als daß sie nicht nach kurzer Zeit sich relativierten und nach spätestens knapp 2 Jahren völlig vergessen waren. Allerdings habe ich auch keiner Erfahrung mit handaufgezogenen Wellensittichen.

Ich denke, daß man dazu auch recht wenig sagen kann, da es doch unüblich ist, Wellensittiche mit der Hand aufzuziehen, was mich ehrlich freut. Da Wellensittichmütter auch meist sehr zuverlässig sind, gibt es solch große Probleme auch fast nie, und auch, wenn ein Elternteil überraschend stirbt, versorgt gewöhnlich das verbliebene die Kleinen.

Ich denke schon, daß deshalb die Konstellation, wie sie Doris hier hat, sehr ungewöhnlich ist.

Ich hoffe, Doris wird uns auch weiter darüber berichten.

Gruß, Silke.

Doris
17. March 2000, 23:19
Hallo!

Den Wellis geht es weiterhin recht gut....-Danke für die vielen Tipps, ohne euch hätte ich die drei sicherlich nicht soweit gebracht!

PS: Silke, jeder kann sich einmal irren. Hoffe bloß dass meine 3 "normal" bleiben.

Doris

Doris
19. March 2000, 14:06
Hallo!

Ich habe eine sehr schlechte Nachricht: die drei Wellis sind tot!

So ist es passiert:

In der "Nachtschicht" konnte ich diesmal nur von 5-7 Uhr schlafen, denn in der Nacht gab es einige kleinere Probleme, z. B. war die Infrarotlampe kaputt, und ich konnte nicht gleich eine neue finden, etc. die Nacht haben sie aber noch gut überstanden.
Heute legte ich mich für 2 Stunden am Vormittag schlafen, da ich doch ziemlich fertig war und ich habe die Gartentür und die Schlafzimmertür (die Wellis stehen im Schlafzimmer) einen Spalt offen stehen gelassen. Für eine Katze, welche "obdachlos" ist und bei mir immer im Garten gefüttert wird hiess das nur hinein.... Das Tier ist sehr scheu, und versteckte sich anscheinend unterm Kasten oder unterm Bett, ich habe sie zumindest nicht gesehen, als ich dann aufgestanden war. Ich ging nach vor in die Küche, um das Futter zu machen, ohne zu Wissen das die Katze im Schlafzimmer war. Als ich wieder nach hinten kam war es schon zu spät, die Kleinen bluteten überall, dieses Biest hat ihnen die Kehlen aufgebissen sodass sie nichteinmal mehr schreien konnten und dann in meiner Hand erstickten. Klar kann die Katze nicht wirklich was dafür, aber jetzt reicht es mir schon langsam..... da schläft man die letzten Wochen vielleicht nur ein Viertel von dem wie sonst, lebt in der Zeit eigentlich nur für die Kleinen (war ja auch für nichts anderes Zeit) und dann sowas..... Wären sie früher gestorben, also wären sie einfach zu schwach gewesen hätte man das ja noch verstehen können, aber jetzt wo sie schon so groß waren, überlebt hätten und sie einem schon so ans Herz gewachsen sind dass man schon nach Partnertieren fragt ist es noch viel schlimmer, sie so gesehen zu haben. Also mir ist jetzt ziemlich schlecht, bin mit den Nerven am Ende.... Die drei waren eigentlich schon mein ein und alles.

Doris

Silberpfeil
19. March 2000, 17:17
Liebe Doris,

ich wünschte, ich könnte die richtigen Worte finden...
Es tut mir so wahnsinnig leid.
Auch, wenn ich bislang in diesem Thema nichts gesagt habe, so habe ich doch immer gespannt mitgelesen und Dir beide Daumen gedrückt, wie so viele andere hier auch. Ich wünsche Dir, daß Du schnell über diesen furchtbaren Verlust hinwegkommst; ich weiß, das ist so leicht gesagt.
Alles, alles Liebe

mayaniobe

Rüdiger
19. March 2000, 22:13
Liebe Doris!

Ich weiß auch gar nicht, was ich schreiben soll.
Es tut mir sehr sehr leid und ich kann Deine Gefühle sehr gut verstehen.

Traurige Grüsse
Rüdiger

Silke
20. March 2000, 09:51
Liebe Doris,

damit hat wohl niemand gerechnet, es schien eigentlich alles schon in "Sack und Tüten" wie man so schön sagt. Die kritischsten Tage waren scheinbar schon vorbei und alle haben darauf gewartet, daß Du bald von den ersten Gefiedersprossen und anderen Dingen berichtest.

Es tut mir sehr leid, daß es alles ein so plötzliches Ende genommen hat.

Der Katze kann mein keinen Vorwurf machen. Es ist eben ein Unglück.

Ich hoffe, daß Dir für die Zukunft all dies, die Handaufzucht und weitere Unfälle, erspart bleiben.

Gruß, Silke.

Doris
20. March 2000, 11:08
Hallo!

Danke für euer Mitgefühl. Aber ich glaube vergessen kann man die Kleinen ja nie....
Werde mich aus der Zucht mal ne Weile zurrückziehen, Nistkästen habe ich ja schon entfernt als ich die drei zur Handaufzucht hatte. Irgendwann versuche ich es vielleicht mal wieder, es kann ja nicht jedesmal schiefgehen (hoffe ich,/ dass eine Pärchen, also die Eltern von den Kleinen nehme ich aber aus der Zucht, sicherheitshalber. zuerst dachte ich auch es wäre vielleicht doch einen zweiten Versuch wert, aber bevor wieder sowas passiert?)

Doris