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Vollständige Version anzeigen : Krankheitsüberträger



Luigi
18. February 2004, 21:38
Hallo,

ich schaue hier nur einmal kurz vorbei, weil ich eine Frage habe, die mich schon länger beschäftigt; und zwar habe ich schon oft und von vielen Leuten gehört, dass Tauben Krankheitsüberträger sind. Ich persönlich finde eigentlich Tauben ganz nett und versuche mir immer auszureden, dass sie Krankheiten übertragen - oder stimmt das doch, was ich schon so oft gehört habe?
Ich meine es ist mir klar, dass ein krankes Tier auch Krankheiten übertragen (kann), aber ist bei den ganz normal, gesund wirkenden Tauben damit zu rechnen, dass sie Krankheiten übertragen, oder ist da die "Gefahr" nicht größer als bei anderen Wildtieren?

Ich freue mich über Antworten,

lg Luigi

bille
18. February 2004, 21:58
hi luigi,

was die Leute erzählen ist dummes Zeug! Die meisten haben einfach keine Ahnung!!!! 0l

Unter folgendem Link kannst du dich informieren:

http://tierrechte.de/p20003000x1003.html

Die Seite stammt von kompetenten Leuten die sich damit auseinander gesetzt haben und wissen, von was sie reden!

Freut mich, dass du Täubchen nett findest :) :D

Vogelklappe
18. February 2004, 21:58
"Gehört" haben das viele Leute, aber keiner konnte mir je eine Krankheit nennen. Selbstverständlich weiß ich als med.vet., was theoretisch möglich wäre (z. B. atypische Pneumonie durch Kotstaub, Ornithose), dies kommt aber in der Praxis nicht vor.

Tauben wurden von der Liste der Schädlinge gestrichen, weil die Behauptungen der Krankheitsübertragung wissenschaftlich nicht haltbar waren. Die diversen Erreger, mit denen Tauben häufig befallen sind (Kokzidien, etc.) sind artspezifisch und daher für den Menschen unschädlich.

Im Umgang mit Tieren sollte man generell die einfachen Grundsätze der Hygiene beachten, dann kann nur bei sehr unglücklicher Konstellation etwas passieren.

Vogelklappe
18. February 2004, 22:00
... und die waren doch gemeint ?

Luigi
19. February 2004, 18:51
Danke für die Antworten.

@ vogelklappe: Ich meinte hauptsächlich die Stadttauben, einfach aus dem Grund, weil ich mit diesen am meißten in "Berührung" komme. Ich denke aber, dass für Haustauben das gleiche in Bezug auf Krankheitsübertragung gilt, oder liege ich da falsch?
Mir ist es eigentlich klar, dass Stadttauben keine Wildtiere sind, aber nachdem sie schon so "verwildert" sind, dachte ich mir, dass man sie als solche bezeichnen kann - oder nicht?
Für mich hat sich jetzt aber eine weitere Frage ergeben. Wenn diverse Erreger, mit denen Tauben häufig befallen sind artspezifisch sind, sind sie dann auch nicht auf Sittiche und Exoten übertragbar?:~

@bille: Danke für den Link. Ich habe ihn schon angeschaut und finde ihn sehr interessant.

Lg Luigi

Andrea
19. February 2004, 19:42
Hallo Luigi,

es mag vielleicht sein, dass die Gefahr einer Krankheitsübertragung auf den Menschen nicht so groß ist, die Gefahr einer Krankheitsübertragung auf Haustiere insbesondere Haustauben ist riesig groß. Bei mir haben 4 wilde Tauben im Hühnerstall Futter mitgefressen (regelmäßig) und leider sind sie auch immer auf meiner Taubenvoliere gelandet und haben von dort ob heruntergesch... eines dieser Tiere war an PMV erkrankt-
meine Tauben hatten zu dieser Zeit keinen Freiflug wegen der Greife, es ist also ziemlich sicher, dass die Übertragung auf diesem Wege stattgefunden hat. Resultat 11 tote Tauben und 21 zum Teil schwerkranke Tauben. Man sollte die Gefahr die von Stadttauben ausgeht nicht so einfach herunterspielen.
Andrea

Paloma negra
19. February 2004, 20:04
Entschuldige mal, Andrea, aber jetzt reagiere ich doch etwas gereizt.

Die Verantwortung für DEINE Vögel und deren Gesundheitszustand hast DU ALLEIN NICHT ÜBERNOMMEN!
Dein Posting hier zur Schuld der Stadttauben finde ich geradezu bösartig. Es sind immer die anderen, was?

DU HAST DEINE VÖGEL NICHT GEIMPFT!

Kürzlich verflog sich eine deiner Tauben für Tage. Wenn die jetzt was reingeschleppt hätte, wären das auch die Stadttauben gewesen? Da machst du es dir aber einfach.

Ich hab meine Vögel nicht abgesichert, also sinds die anderen, die Schuld sind? Na prima Haltung. Glückwunsch!

Wer 60 Vögel hält und dann noch andere fragt (siehe: Täuber lassen nicht von einander, 2.02., Rassetaubenforum) ob Angelo einen TA kennt, der auch ins Haus kommt, ... weil du deine Tauben noch nicht gegen Paramyxo geimpft hast....

Bis jetzt habe ich mir "verkniffen", das zu kommentieren, aber nun platzt mir doch der Kragen.
Du weisst bis heute nicht, was die Stadttaube hatte, weil du sie ohne Untersuchung "eliminiert" hast (deine Formulierung). Was ich eine Ungeheuerlichkeit finde! Ich wäre mit ihr zum TA gegangen, dann hätte ich Klarheit, und ich hätte sie gepflegt.

Aber du scheinst dich von einer fürsorglichen Pflegerin zur Rächerin zurückentwickelt zu haben. Sehr traurig und beschämend!
Wer seine Tiere nicht verantwortungsvoll hält, sollte vielleicht besser keine haben, heisst es, oder?
Wenn die Stadttauben übrigens immer heruntergesch... haben, ist dein Dach etwa auch nicht dicht?

bille
19. February 2004, 20:12
ein sogenannter Dachschaden??????????????
:D :D :D :D :D :D :D :D :D

Andrea
19. February 2004, 20:29
Es ist zu hundertprozent sicher, daß die Taube die selbe Krankheit hatte, weil sie nämlich die selben Symptome hatte und mit ihr hat es angefangen. Weißt Du wie ansteckend PMV ist? Glaubst Du ich behandle die Stadttaube noch und erhöhe die Chance, dass sie sich meine Tauben anstecken- ab gesehen davon, dass man am Sonntag auch nur einen Notdienst bekommt, wenn man dort anruft? Am Dienstagmorgen hat es im Modeneserschlag angefangen und ich war sofort beim TA und hab gefragt was ich machen muß und meine Modeneser hatten im Gegensatz zu den Kelebek keinen Freiflug, allerdings hat mein TA da noch an was anderes geglaubt, weil die Tauben, nämlich Wasser im Kropf hatten, ich hab ihn auch gleich gefragt wegen PMV- Verdacht. Der hatte aber 1. keinen Impfstoff vorrätig und hat anschließend in Dessau beim Hersteller angerufen und weißt Du was die gesagt haben, dass eine Notimpfung in so einem Fall nichts bringt, weil es nämlich 3 Wochen dauert bis der Impfschutz da ist und die Inkubationszeit 3- 21 Tage dauert. Die meinten aber eher es könnten vielleicht Salmonellen sein. ----> Kotprobe eingeschickt, nach 5 Tagen erfahren, war zu wenig Kot---> kein Ergebnis. Erst als die 1. Taube Torticollis hatte und Baytril nichts geholfen hat, hat man mich dan zum veterinärmedizinischen Untersuchungsamt . --> Notimpfung
Aber es war zu spät 1 Woche nach der Notimpfung ging es dann auch bei den Kelebek los.

Und nochwas es ist mir sehr bewußt, dass jede Taube diese Krankheit übertragen kann. Ich möchte damit auch nur andere Taubenhalter warnen, dass ähnliches passieren kann, selbst wenn sie die Tauben nur in der Voliere halten. Ist mir shcon bewußt, dass ich einen Fehler gemacht habe die Tauben nicht zu impfen.
Und das hat nichts mit Rache zu tun, ich möchte Dich mal sehen, wenn das was Du sehr liebst unter Deinen Händen wegstirbt und Du kannst nichts aber auch garnichts dagegen machen.

UliB
19. February 2004, 20:35
Hallo,
in dieses hickhack werde ich mich nicht einmischen. Ich habe vor 3 Jahren auch Paramyxo auf dem Schlag gehabt, übertragen von einer Brieftaube. Erst durch die Krankheit impfe ich seit dem regelmäßig. Ich habe vorher gedacht meine Tauben bekommen das nicht.
Aber:
Zu sagen das Stadttauben keine Krankheiten haben oder übertragen ist falsch.
In Düsseldorf, dort wohne ich, leben in der Innenstadt viele, viel zu viele Stadttauben. Das Futterangebot ist so schrecklich schlecht und nicht artgerecht, das viele der Stadttauben für mich als Taubenfachmann eindeutig totkrank sind. Entzündete Augen, dunkle Nasen, Kot so ekelig das es mich schaudert ihn nur anzusehen, entzündete Füsse, einfach völlig elende und schwer kranke Tauben. Das diese Tiere auch Krankheiten übertragen ist so sicher wie ich diese Zeilen gerade schreibe.
Übrigens, nicht das ich missverstanden werde, nicht alle Stadttauben sind krank, auch nicht die meisten, aber viele.
Uli Bovermann

Luigi
19. February 2004, 21:41
jetzt bin ich wieder sehr verunsichert, was das übertragen von Krankheiten betrifft. Was ist eigentlich PMV? Muss man mit solchen Krankheiten nur in Stätten rechnen, wo die Tauben in Massen auftreten und es dadurch ausbricht, oder ist die Wahrscheinlichkeit am Land oder in Kleinstätten wo nur da und dort einmal eine Taube zu sehen ist genau so groß? ....und noch einmal die Frage, dass die nicht übersehen wird: Können diese artspezifischen Erreger der Tauben auch auf Sittiche und Exoten übertragen werden, oder sind die wirklich nur von Taube zu Taube leicht zu übertragen?

Lg Luigi

bille
19. February 2004, 21:52
@ UliB

ich Frage mich, wieso du, als Taubenfachmann, diese schrecklichen Zustände in Düsseldorf einfach so hinnehmen kannst?

Du weißt genau wie sehr sie leiden!!!! 8(

Wieso tust du dich nicht mit anderen Taubenfachmännern/frauen aus deiner Gegend zusammen und unternnimmst etwas dagegen? Stadt kontaktieren, betreute Taubenschläge mit artgerechtem Futter und frischem Wasser.....

PS: Durch deinen Kommentar hast du dich bereits eingemischt! :?

UliB
19. February 2004, 23:42
Hallo Sybille,
ich tue darum nichts weil ich es absolut falsch finde Taubentürme, Futter und und und. In einer Großstadt finden Tauben so unzählige Nistmöglichkeiten wo Eier tauschen nichts aber auch rein gar nichts bringt weil es einfach nicht geht.
Es werden immer mehr und mehr und durch die "artgerechte Fütterung" noch mehr. Auf meinem Schlag klappt das super. Ich möchte 18 Junge und genau 18 Junge züchte ich, dann gibt es Gipseier. Mir und allen Tauben geht es gut.
In der Stadt werden durch die Fütterei Krankheiten und alles weitere Unheil der Tiere unterstützt und nur noch verschlimmert.
Nach meiner Meinung Meinung, ich weiss das jetzt einige wieder halario schreien, dieser Tierquäler, müssen viele Tauben gefangen und getötet werden und eine vertretbare Population kann in den Städten leben. Zu unserer aller Freude und gesund. Mir ist bewusst das die meisten, die auf dieser Seite schreiben so etwas schrecklich finden, aber es ist nach meiner Meinung der einzige Weg. Steinigt mich jetzt nicht direkt wieder, aber alles andere klappt nicht. Täglich werden hunderttausende von Hähnchen, Schweinen, Rindern und und und geboren um getötet zu werden. Warum werden die Mengen an Stadttauben nicht als Tierfutter für den Zoo gebraucht? Sonst sind es andere Tiere, die teilweise nur dafür gezüchtet werden.
Eigentlich wollte ich mich nicht mehr dazu öffentlich äußern, aber wir können nicht immer nur die armen Lebewesen beweinen, wir sind verantwortlich für ihr Wohl.
Wenn unsere Lebensart das Elend bestimmter Tiere auslöst, dann dürfen wir es nicht noch immer schlimmer machen.
Und das, damit höre ich jetzt auf, machen wir mit der falsch verstandenen Tierliebe alla, "und warum tust Du nichts? Füttere diese armen Tiere!"
Uli Bovermann

Vogelklappe
20. February 2004, 00:07
... obwohl sie so viele Krankheiten bzw. Krankheitskeime haben ?

@ UliB ??? Ist das Dein Ernst ?

Wer hat eigentlich behauptet, daß Stadttauben keine Krankheiten übertragen (v.a. untereinander) ? In diesem Thread finde ich das nicht - wo steht das ?

Meine vorherige Antwort bezog sich zwar auf die Gefahr für den Menschen, aber

@ Luigi, da Du wohl eher die Gefahr für Sittiche gemeint hast: ja, für einige Erreger wären auch Sittiche anfällig, aber erneut muß ich die Hygiene bemühen (dazu gehört auch, in Außenvolieren darauf zu achten, daß keine keimhaltigen Verunreinigungen eindringen können). Ich füttere Stadttauben im Garten, und ich halte Sittiche und hatte noch keine Krankheitsübertragungen in jetzt 7 Jahren.

@ UliB Mit tierquälerischer Vernachlässigung oder Verstümmelung eines verwilderten Haustieres erreicht man nachweislich keine "vertretbare Population", wie also soll diese erreicht werden, wenn nicht durch Bestandskontrolle und Fütterung ?

Übrigens: alle Dezimierungsversuche ohne anschließendes Betreuungskonzept haben sich in dieser Hinsicht bereits als wirkungslos erwiesen. Anderslautende Behauptungen bitte ich zu belegen (Städtebeispiele).

HBN2
20. February 2004, 02:00
Zur Nachahmung empfohlen (http://www.tierheim-karlsruhe.de/tauben.htm)
Wie gefällt Euch dieses erfolgreiche Projekt?
Gruss
Oli

Spatz1967
20. February 2004, 15:04
Tja,Uli,da schreibst Du ein wahres Wort-->kranke Tauben aufgrund eines schlechten Futterangebotes.Und im nächsten
Posting Blödsinn:artgerechte Fütterung bringt nix-das paßt jawohl nicht zusammen,gell? Mit artgerechter Fütterung kann man sehr
viel erreichen,was den "Krankenstand" bei Stadtauben betrifft.Ich sehe den Unterschied deutlich,wenn ich die Tauben in Berlin am Alex
(Hauptnahrung Brötchen) mit den Tauben in meiner Heimatstadt (Nahrung aus einer Getreidemühle und Feldern) vergleiche. Bei letzeteren
hab ich selten kranke zu versorgen;und wenn,dann Unfälle oder Opfer von Taubenhassern.Aber bei manchen Leuten kann man eben-was Fütterung
betrifft-nicht gegen einen Sturschädel anreden.
Übrigens : sogar meine paar behinderten Tauben sind PMV - geimpft. Ich hatte neulich eine PMV-kranke Berliner Taube-mußte eingeschläfert werden;aber meine
Tauben sind gesund!
Was die Übertragung von Krankheiten auf andere Vögel betrifft-natürlich sind einige Erreger nicht rein taubenspezifisch-aber gefundene kranke Tiere sollte man
doch generell in Quarantäne setzen.

P.S.: Luigi,Du hattest wegen PMV gefragt-das ist die Paramyxovirose. Generell gilt: auftreten könne diese Erkrankungen auch in Populationen mit nur
wenigen Tieren;aber die Verbreitungsgeschwindigkeit ist in größeren Gruppen natürlich auch größer.

UliB
20. February 2004, 17:29
Hallo,
möchte noch gerne was klarstellen.
Artgerechte Fütterung, bei kontrollierten Taubenpopulationen bringt auf alle Fälle was. Da bin ich uneingeschränkt dafür. Nur Taubenfutter, gefüttert an allen möglichen Futterplätzen und brütende Tauben im näheren Umfeld schafft Taubenzahlen die nur noch krank werden können. Wenn ich nicht gegen Gipseier austausche bringt jedes Paar meiner Tauben wenigstens 12, eher 15 - 16 Junge im Jahr gross. Rechne mal in 3 oder noch schrecklicher in 10 Jahren. Das immer mehr Menschen zu Taubenhassern werden, daran liegt es. Meine ich.
Lest mal den Bericht über Tauben in der Apotheken Umschau von Februar, sie liegt kostenlos in Apotheken aus. Da steigen Euch die Haare zu Berge.
Tschau Uli

ClaudiaKasten
20. February 2004, 21:29
Ich möchte mich hier auch einmal mit der ein- oder anderen Frage zu Wort melden, auch wenn ich absoluter Tauben-Laie bin. Ich mag die Tiere einfach, und mir sind so ein paar Dinge nicht ganz klar.

1. Woher kommt bloß dieser allgegenwärtige Haß gegen Tauben, wohingegen Amsel, Drossel, Fink und Star in jedem Schrebergarten unzählige Futterhäuser und Vogeltränken vorfinden? Liegt es an unterschiedlichen Fortpflanzungsgeschwindigkeiten, ans unterschiedlichen Kotgrößen oder daran, daß sich diese anderen Vögel freiwillig auf viel größere Distanz zum Menschen halten?

2. Sämtliche "Bekämpfungsansätze" verstehe ich nicht..... Wenn sie sich so rasant vermehren, wie es zu sein scheint, ist es doch nur eine Frage von ganz kurzer Dauer, bis wieder ebenso viele Tiere da sein werden, wie jetzt. Warum können sie sich überhaupt so unkontrolliert vermehren? Gibt es keine "natürlichen" Feinde?

3. Ich kann es gar nicht nachvollziehen, daß der Taubenkot tatsächlich die Fassaden zerstören soll..... Was ist denn das für ein chemischer Prozeß, der da vor sich gehen soll?

Ich meine diese Fragen ernst, und nicht zynisch oder sarkastisch oder sonst wie angreifend. Ich mag Tauben einfach sehr gern - vor allem auch die auf unseren Dächern, die mir Gesellschaft leisten und blöd gucken, wenn ich auf meinem Balkon bin. Aber ich merke ja schon bei den Nachbarn, wie groß die Abscheu gegen diese Tiere allgemein ist.

Gruß aus Dortmund

Claudia

Vogelklappe
20. February 2004, 22:45
1. Meine persönliche These: die meisten Stadttauben sind einfach häßlich; wären sie häufiger hübsch weiß gemustert gezeichnet, wäre die Abneigung sicher geringer. Sie sind mit extremen Vorurteilen behaftet; die meisten Menschen wissen ja auch nicht, daß die Pest nicht etwa durch Ratten, sondern durch Flöhe übertragen wurde.

2. Die Eigenschaft, sich nur entsprechend vorhandener Resourcen zu vermehren, wurde den domestizierten Tauben abgezüchtet, sie verelenden also wie Straßenhunde und -katzen anstatt die Reproduktion einzustellen.

3. Vogelkot enthält im Gegensatz zu dem der meisten Säugetiere (eine Ausnahme als Beispiel: der Dalmatiner) Harnsäure und eignet sich deshalb als Dünger. Für ältere Bausubstanz ist ein Dauerbelag tatsächlich nicht ideal, allerdings ist das Ausmaß der Zerstörung durch andere Faktoren bestimmt (Luftverschmutzung, etc.).

Übrigens: artgerecht gefütterte Tauben haben eher eine größere als eine kleinere Fluchtdistanz als die heimischen Singvögel (außer, sie wurden vom Menschen aufgezogen, aber auch dann nimmt sie später zu). Nur der Hunger und die Erfahrung, daß ein paar (meist nicht artgerechte) Krumen abfallen, treibt sie in die Nähe des Menschen.

Vogelklappe
20. February 2004, 22:47
Bei mir hängt ein Zettel am Zaun für die Nachbarn, warum ich Rabenvögel auswildere und Tauben füttere. Bisher kamen nur freundliche Nachfragen, keine einzige Beschwerde oder gar Anzeige.

Luigi
20. February 2004, 22:52
Ja ich habe besonders an die Übertragung auf Sittiche gedacht. Meine Freivoliere hat nur ein Gitter als Dach; aber bei uns sehe ich nur regelmäßig zwei Türkentauben, und irgendwann sind einmal vier Tauben im Nebenfeld gesessen, bei denen ich dachte dass es Stadttauben waren, weil jede anders aussah (Farbschlag) - Vielleicht waren es aber auch Brieftauben am Durchzug (Haben Brieftauben verschiedene Farbschläge?? Ich kenne mich da nicht so aus) wäre ja eigentlich logischer, denn warum sollten uns Stadttauben einfach einmal einen Besuch abstatten wenn sie standorttreu sind.

Lg Luigi

bille
24. February 2004, 15:07
@ UliB

Du kennst anscheinend nicht das Aachener Modell? Du kannst alles darüber unter www.stadttauben.de lesen. Hervorragende Seite! Die Vorgehensweise mit artgerechter Fütterung und Eiertausch hat sich schon in mehreren Städten bewährt. Und auch hier in Karlsruhe wird es noch Realität, dafür tue ich und andere Taubenfreunde alles!

In der Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“ kam vor kurzem, dass u. a. in den Städten Bielefeld und Düsseldorf Verhandlungen mit der Stadt laufen. Hast du davon nichts mitbekommen?

Wenn es dir und deinen Tauben gut geht, freut mich das. Das bedeutet, dass du es mit der Hygiene im Schlag ernst nimmst. Genau diese Hygiene brauchen auch die Stadttauben. Sie sind also abhängig vom Menschen. Ich glaube, da sind wir uns einig.

Durch artgerechtes Füttern wird das Immunsystem der Taube gestärkt, dadurch wird sie dann nicht mehr so anfällig für Krankheiten. Das ist wie bei uns Menschen auch. Ebenso können die Tiere geimpft werden, wie deine im Schlag. Des Weiteren kann durch die artgerechte Fütterung und evtl. durch Medikamente der Durchfall behoben werden. D. h. die Gebäude werden nicht mehr so verunreinigt, da der Kot sozusagen hinunterkugelt. Logisch, oder?

Deine Behauptung, dass nur durch Tötung die Population verringert werden kann, stimmt eindeutig nicht. Das solltest du eigentlich wissen! Des Weiteren ist das ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und ich möchte dich bitten, dieses nicht mehr zu erwähnen.

Ich versuche nicht die armen Lebewesen zu beweinen, wenn sie mit ein oder sogar zwei Beinstümpfen an mir durchhumpeln, ihr Gropf total eingefallen ist, Fäden ihre Füßchen abfaulen ließen oder Kinder nach ihnen treten. NEIN, ich weine nicht, ich „handle“.

Und, wie du selbst sagst, wir sind verantwortlich für ihr Wohl und dürfen es nicht noch schlimmer machen, indem wir die Augen schließen und uns von irgendeiner unqualifizierten Propaganda (BILD etc.) manipulieren lassen.

Ich sehe was ich sehe und nicht was ich sehen soll! Und das was ich sehe, sind hungrige, vom Menschen abhängig gemachte Tiere, die ohne unsere Hilfe qualvoll verenden.

ICH KÄMPFE FÜR DIE LIEBEN STADTTAUBEN, MACH DOCH AUCH MIT!



@ Luigi

Also bezogen auf den Menschen besteht keine Gefahr! Das NICHTBESTEHEN einer erhöhten Gesundheitsgefährdung durch Tauben wurde 1997 vom Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin anhand einer Stellungnahme durch den damaligen Präsidenten des Bundesgesundheitsamtes, Prof. Dr. Dr. Großklaus, bestätigt.



Gruß,

Luigi
25. February 2004, 18:54
Hallo Bille,

danke für deine Antwort. Ich finde es auch sehr interessant und gut verständlich geschrieben, was du an UliB geschrieben hast.

Lg Luigi

Islanddonek
25. February 2004, 23:22
Und das was ich sehe, sind hungrige, vom Menschen abhängig gemachte Tiere, die ohne unsere Hilfe qualvoll verenden.

Warum sind die Tiere abhängig geworden?


1. Woher kommt bloß dieser allgegenwärtige Haß gegen Tauben, wohingegen Amsel, Drossel, Fink und Star in jedem Schrebergarten unzählige Futterhäuser und Vogeltränken vorfinden?

Ausser Staren bilden die alle keine Kolonien und somit keine Kotansammlungen.

bille
26. February 2004, 12:48
Hallo Luigi,

Danke für das Kompliment! :D :S

Ich gebe mir auch sehr viel Mühe, mich so auszudrücken, damit es JEDER versteht. :p

Liebe Grüße,

Merline
26. February 2004, 14:59
...vorausgesetzt, jeder WILL Dich verstehen, was anscheinend nicht der Fall ist 8)

Viele Grüße,

Anke

Pati
26. February 2004, 18:52
Original geschrieben von Islanddonek

Ausser Staren bilden die alle keine Kolonien und somit keine Kotansammlungen.

Hallo...
Ich glaube, der Hass gegen Tauben entsteht auch, weil Tauben sehr oft in der Innenstadt auftreten. Jedenfalls hab ich bisher selten andere Vögel dort gesehen.

Eigentlich kann ich es auch 'verstehen'... Unser Busbahnhof hier ist sowas von vollgesch***, toll finde ich das sicherlich auch nicht.

bille
26. February 2004, 19:34
:D :D :D :D

Liebe Grüße,