Vollständige Version anzeigen : Schuldzuweisungen
Hans Walch
20. April 2004, 14:33
Hallo an alle,
ich lese seit einiger Zeit die Beiträge in diesem Forum und bin immer wieder erstaunt bzw. entsetzt wie hier miteinander umgegangen wird.
Warum sollen die Taubenzüchter schuld an dem Problem sein? Die meisten halten ihre Tiere in geschlossenen Volieren. Freiflug bekommen die wenigsten. Anstatt diese Leute zu verurteilen, sollte man doch auch die Erfahrung der Züchter und Halter mit in die Problemlösung einbeziehen.
Warum glauben viele, sie müssen die Tauben füttern? Dadurch werden doch die Bestände künstlich hoch gehalten!
Wenn ich durch die Strassen in München laufe, sehe ich ständig Tauben, die eindeutig krank sind. Kranke Tauben werden meist nicht zu ihrem wohl am Leben erhalten und können sich auch fortpflanzen. Leider schwächt dies die gesamte Population. Ich glaube nicht das dies im Sinne der Natur ist. Die Tauben werden künstlich an stellen gehalten, an denen sie nie Futter suchen würden. Tauben sind sehr mobil und sind auf dieses Futter in keinster weise angewiesen. Bitte höhrt damit auf ihr tut den Tieren nichts gutes.
Ich denke das allen die sich mit diesem Problem beschäftigen die Tiere am Herzen liegen. Dann sollten doch auch alle an einem Strang ziehen!
Rena1
21. April 2004, 07:32
zu den menschen....die gleiches recht für alle tiere fordert,dazu gehören auch die stadttauben.
hatte gerade einen pflegling.(flügelbruch)und nach 8 wochen gefangenschaft wieder in der freiheit ist.
liebe grüße rena
:0- :0- :0-
Hans Walch
21. April 2004, 10:49
Ich liebe auch alle Tiere, nur wenn ich sehe unter welchen Bedingungen sich die Tauben leben werd ich sauer. Ich bin einfach dafür, das man die Tauben nätürlich behandelt. Ich finde der Mensch mischt sich einfach zu viel ein.
Den Beitrag hatte ich geschrieben, weil ich beobachtet hatte, wie eine Dame die Tauben gefüttert hat. Wenn füttern dann bitte nur im Winter. Als ich sie dann darauf ansprach und sie gebeten hab dies doch nicht zu tun, hat sie mich als Nazi beschimpft.
Ich denke einfach das durch dieses unkontrollierte Füttern das Problem verschärft wird und das es einfach nicht naturgemäß ist.
Rena1
21. April 2004, 11:28
es gab ´zeiten da hat der tierschutz(tierschützer) heimlich nachts kiloweise taubenfutter verteilt....du müsstest es wissen,denn gerade in münchen war das arg....bis sich die stadt genötigt sah,den tierschutzverein ihre jährliche unterstützung zu kürzen.
ich finde auch tauben sollten nicht unbedingt gefüttert werden(im winter ja)
sie finden genug an natürlichen futter......aber leider ist es so,das ja der mensch alles wegwirft von seiner nahrungskette...und das wird wieder verwertet von tauben,ratten,krähen und kleingetier.
und das macht krank.... ;)
liebe grüße rena:0- :0- :0-
Spatz1967
21. April 2004, 12:34
Schuldzuweisungen-lustig, daß Du das grad heute ansprichst. Ich rege mich
hier über eine Artikel in der heutigen Tageszeitung meiner Stadt auf, in
der doch tatsächlich behauptet wird, es flögen hier zwar viele bringte Tauben
herum, aber die würden von ihren Haltern mit Futter versorgt werden ...Ich kenne
übrigens viele dieser Tauben fast schon "persönlich" (betreue die Gelege per Eiaustausch) -die leben ständig hier, fliegen
nicht nach Hause (eine "kenne" ich jetzt schon seit 2 Jahren)- aber von den Züchtern
hier war's natürlich niemand----schon klar...
Um nochmal das ewig ausgeleierte Thema Füttern anzusprechen: nicht-artgerechtes
Futter = kranke Taube----sollte klar sein, nicht? Genau so einen Fütterer (mit riesigen
Mengen Brot 8( ) "jage" ich hier gerade. Hatte mittlerweile 2 halbtote Tauben mit Kropfentzündung
und dem ganze Kropf voller gegorenem Brot 8( 8( Solche Unbelehrbaren gibt's halt-aber
überall-nicht nur unter Stadttaubenleuten.
Hans Walch
21. April 2004, 12:53
das ist ja gerade das was ich alles sagen wollte, wenn ich hier in München schaue sehe ich immer noch riesige Mengen von ausgestreutem Futter.
Ich möchte niemenden verurteilen oder angreifen aber ich sehe dann Futterplätze die total verunreinigt sind bzw. wo sich einfach die Tauben auch in Gefahr befinden wenn sie dort fressen.
Rena1
21. April 2004, 13:12
es ist wirklich zum verzweifeln...aber was kann man gegen soviel unvernunft schon tun.
anderseits werden halbzahme tauben mutwillig von radfahrern in einkaufspagagen überfahren.
es ist schlimm.....:(
liebe grüße rena:0-
Hans Walch
21. April 2004, 13:32
Hallo Rena,
das hab ich zum Glück noch nicht live gesehen. Da würd ich dann wahrscheinlich zum Killer werden. Ich kann es nicht ertragen zusehen wie Tiere gequält werden.
Leider kann man gegen die Leute nur wenig machen, reden ist das einzige. Ich konnte schon einige überzeugen das sie bitte nicht füttern sollen.
Gruß Hans
Rena1
21. April 2004, 13:40
die sind so schnell mit ihrem radl....auf und davon.
da hilft kein reden,kein schreien.....2 tauben musste ich einschläfern lassen und eine bekam ich durch.
darf nicht denken....
.:(
liebe grüße rena:0-
Spatz1967
22. April 2004, 14:06
Naja-ich hatte mir schon mal solche Tierquäler "geschnappt" - was glaubt Ihr, was
die Eltern für einen Aufstand gemacht haben---die fanden das absolut in Ordnung,
was die lieben "Kleinen" (der älteste Kleine war um die 15) so machen. Solange sich nicht
die Einstellung der Erwachsenen ändert, gibt's auch weiter Gören, die Tauben treten ode
überfahren. Und die Erwachsenen plappern fröhlich das nach, was sie in Zeitungen
wie BILD, bei uns die BZ verstärkt und eben die Tageszeitung meiner Heimatstadt
so schreiben. Da hat eine Bürgerin "Angst" vor einer "Taubenplage", weil die in einem
Abbruchhaus nisten--sie wohnt übrigens fast einen Kilometer entfernt davon; neben dem
Haus wohnt niemand und ich betreue die Tiere da wie gesagt. Aber "Angst" und "Plage"
machen sich ja so gut auf der Titelseite--der Journalist hat noch nicht reagiert auf meine
Einwände...
Hans Walch
22. April 2004, 14:25
Hallo,
bei mir am Haus brüten jedes Jahr 2 Taubenpaare. Ich wohne in einem Gartenvorort. In den 2 Jahren sind grad mal ca. 3 Jungvögel ausgeflogen. Alle anderen Gelelge wurden von meinen Elstern und Krähen geplündert. Eine der Jungtauben wurde leider auch von meinem Asylkater Lukas gefangen.
Also ich hab keine Angst vor einer Taubenplage. Dieses Jahr haben sich auch noch Türkentauben angesiedelt, also ich find das alles spannend zu beobachten.
Gruß Hans
lottakind
17. May 2004, 19:21
Hallo, :0-
totaler Futterentzug bedeutet qualvolles Sterben für einige der Tiere,
deswegen ist ein artgerechtes Füttern sehr wohl sinnvoll.Ausser Grassamen und einige Knospen in Parks und Grünflächen,wenn dort nicht gerade gebaut wird.
Und so lange die Städte und Kommunen nicht ein artgerechtes Konzept zu lassen werden die meisten Taubenfütterer weiterhin ihrem Tun nachgehen.
Und zu einigen anderen Punkten wie genug Futter finden etc. wurde hier in anderen Themen,glaube ich genug erklärt.
Was auch die Population betrifft,sagt so mancher Züchter das knapp gefütterte Tauben ihre Nestlinge besser versorgen,und in einer Studie aus Hannover wurde herausgefunden das hungernde Tauben erfolgreicher Ausbrüten.
Die Stadttaube lebt sowieso nicht in dem für sie vorgesehenden Lebensraum!
Bei uns sind die Tauben auch mehr missgebildet,oder eher verstümmelt durch ätzende Abwehrmassnahmen.Wirklich krank sind wenige.
Das scheinen mehr die Wellis meiner Nachbarin! :s
Lg lottakind
Hans Walch
19. May 2004, 14:03
Hallo,
kann man den nicht Wildtiere einfach Wildtiere sein lassen? Muss Mensch denn stänidig in die Natur pfuschen?
Sorry, aber deine Argumente zählen für mich nicht! Artgerecht? Ich füttere Tiere, mach sie abhängig und bezeichne dies als Artgerecht! Klar kommen viele Tiere durch nicht füttern um, dadurch könnte ja dann endlich eine normale Taubenpopulation entstehen die in der Individuenhöhe ist, wie es der Lebensraum zuläßt?
Hans
Wieso sollte man damit aufhören die Tauben zu füttern. Mittlerweile gibt es auf der Welt immer mehr Tauben und das heisst immer weniger futter für sie. Ich denke wenn man ihnen dadurch irgendwie schaden würde, würden sie selber nicht essen. Die Menschen erleichtern den Tieren dadurch das Leben. Und wenn sie nun damit aufhören, wo sich die Tauben aber daran gewöhnt haben, würde man den ganzen Lebenscyclus damit auf den Kopf stellen. Ich denke nicht dass es den tauben schwer viel sich daran zu gewöhnen, von einem menschen gefüttert zu werden. Jedoch wenn sie sich daran beriets gewöhnt haben, kann man damit nicht einfach aufhören. Wenn die Taube irgendwo ein Nest hat und kommt um sich futter zu holen, aber es ist niemand mehr da, der sie füttert... was soll sie dann machen? Das Kücken länger warten lassen? Ich meine, sehr viele Tauben haben sich an den menschen gewöhnt, wieso soll das falsch sein? Ich glaube, wenn es so passiert ist, ist es sehr wohl im Sinne der Natur. :s
Vogelklappe
20. May 2004, 01:05
Stadttauben sind keine Wildtiere. Siehe auch Artikel unter Thema "Witten" weiter unten in diesem Forum. Warum wohl folgt die Stattaube dem Menschen in einem Ausmaß für Futter, wie das kein Wildvogel tut ?
Übrigens: wenn man ihnen zweimal am Tag artgerechtes Futter anbietet, wie ich (legal) in unserem Garten, ist die Fluchtdistanz höher als bei jeder Krähe. Trotzdem brütet kein einziges Stadttaubenpaar bei uns im Grünen. Dem ab und zu sich hierher verirrenden Habicht gelingt es seit 7 Jahren nicht, auch nur eine Taube aus diesem Schwarm zu fangen. Verhungern lassen als Bestandskontrolle ? In welcher deutschen Stadt funktioniert das denn ?
Außerdem hat der Mensch mit seiner Überpopulation bereits in die Natur gepfuscht. Wir alle tun das ständig, jeden Tag. Hast Du 'mal ins deutsche Jagdgesetz geschaut, welche Tiere vor nicht 'mal hundert Jahren noch als jagdbares Wild vorkamen (Elch, Wisent, Fischotter). Wo gibt es in Deutschland noch natürliche Biotope ohne menschliches "Gepfusche" ?
Hans Walch
21. May 2004, 07:13
Hallo,
1. Bei uns im Grünen brüten Stadttauben, zwar an den Häuser (Felsbewohner) aber sie suchen ihre Nahrung in den Gärten, Parks und angrenzenden Feldern.
2. Artgerechtes Füttern in der Stadt, in München sieht das so aus:
z. B. Hackerbrücke (S-Bahnsteig) das Futter wird Kiloweise unter die Treppenaufgänge gekippt, direkt auf Fäkalien und Erbrochenes. Dann wundert man sich wenn die Tauben krank sind! Oder man kippt das Futter gleich mitten auf den Marienplatz, wo die Tauben dann zwischen den Passanten ihr Futter suchen müssen!
Das ist jaaaaaaaaaaaaaa so tiergerecht.
Die Tauben werden an Orte gebunden, an denen sie kein Futter finden. Ich habe es in Lima erlebt, die Tauben brüten in der Stadt und fliegen mehr mals täglich raus vor die Stadt um auf Feldern und Wiesen nach Nahrung zu suchen. Dort füttert keiner und die Tiere können noch artgerecht leben.
Definiere bitte auch Wildtier. Ich sehe die Stadttaube als Wildtier, es ist zwar aus einem Haustier hervorgegangen ist aber wieder zum Wildtier geworden.
Ich will hier niemanden angreifen, aber sorry in München sieht dieses Füttern der Tauben eher wie ein wahlloses mästen aus. Ohne auch nur im geringsten auf Hygienische Mindeststandarts zu achten. Das ist das einzige was ich anprangere.
Gruß Hans
es grüßt münchen.....kann dir nur beipflichten :0- :0-
Hans Walch
21. May 2004, 11:40
Hallo,
danke dacht schon ich bin da ganz allein :)
Vogelklappe
21. May 2004, 17:10
Hallo,
ad 1. Bei geeigneten Nistplätzen (Gemäuer) mag es ja vereinzelt vorkommen, daß Stadttauben auch im Grünen brüten. Als Lösung des Taubenproblems kommt diese Variante aber schon deshalb nicht in Frage, weil viele Leute (im Gegensatz zu Hans Walch) kein Taubenpaar an ihrem Haus in der Vorstadt tolerieren und die Brutplatzangebote dort auch fehlen.
ad 2. Wie wiederholt auch in diesem Forum geschrieben, halte ich nichts von Füttern ohne Bestandskontrolle. Die Erfahrung in deutschen Städten zeigt aber auch, daß dieses übermäßige Füttern aufhört, sobald es kontrollierte Futterplätze mit Brutplatzbetreuung gibt, d.h. die meist älteren Damen überzeugt sind, daß sich jemand um die Tiere kümmert. Am besten, man bindet sie einfach ein (daß dies nicht immer überall funktioniert, ist mir klar).
Tauben fliegen durchaus weite Wege (zu mir ja auch), wenn es eine zuverlässige Futterquelle gibt. Wo aber finden Stadttauben in der Stadt oder auch außerhalb denn ganzjährig Weizen (oder Hanf, Mais, etc.) ? Da sie zur Standorttreue neigen, ist es außerdem nicht so einfach, sie an einen anderen Futter(such)platz (Radius > 200 m) zu gewöhnen.
Zur Definition Wildtier: ein verwildertes Haustier wird nie wieder ganz Wildtier. Die heutigen Stadttauben sind Abkömmlinge von jahrhundertelang durch Zucht genetisch veränderten Tauben. Ein Merkmal ist z. B., daß sie die Reproduktion bei fehlendem Nahrungsangebot nicht reduzieren und sich ganzjährig vermehren. Sie verelenden wie Straßenhunde- und -katzen, die wir in unserem Straßenbild ja auch nicht mehr haben. Die gleiche Argumentation würde sich, wenn es sich um Hunde handelte, auch ziemlich albern anhören. Rein rechtlich muß jede offizielle Sammelstelle eine gebrachte Stadttaube als Fundtier entgegennehmen. Wie die Praxis aussieht, wißt Ihr selbst.
Ich beobachte seit Jahren ein ganz anderes Phänomen: die Verstädterung der Wildtiere (z. B. Elstern, die es früher kaum in der Stadt gab), weil wir auch ihnen die Nahrungsgrundlage in Wald und Flur entziehen.
Auch in Basel mußten nach der rigorosen Einstellung der Fütterung zunächst die verhungernden Tauben eingesammelt und getötet werden.
Tauben ohne artgerechte Fütterung werden früher oder später krank und leben deshalb auch nur ca. 2 Jahre (das mag ja von einigen erwünscht sein).
In München wäre die Frage eher, wieso unter der S-Bahn-Brücke Fäkalien und Erbrochenes herumliegt ? Ist das per se etwa hygienisch ? Wie wär's denn 'mal mit einer öffentlichen (kostenlosen) Toilette und entsprechenden Kontrollen ? Die Bußgelder könnten ja in die Taubenbetreuung fließen ? Und welche Krankheiten sollen sich Tauben dort zusätzlich holen, wenn sie ohne Fütterung sowieso (auch) menschliches Erbrochenes fressen ?
Außerdem, Leute die anprangern, gibt es wirklich genug. Wie sieht denn, Herr Walch, Ihr Beitrag zur Lösung des Problems aus ? Tauben am Haus brüten zu lassen (sind es denn wirklich Stadttauben; steht nicht im Text ?) ist ja schon 'mal ein Anfang.
Hans Walch
24. May 2004, 08:34
Hallo,
leider sind meine Versuche die Taubenfreunde zu überzeugen fehlgeschlagen. Ich hatte sie immer gebeten, das Futter doch bitte nicht auf den öffenlichen Straßen, Wegen und Plätzen sondern in den Grünanlagen großflächig auszustreuen. Ich bin der Meinung, das viele kleine Futterstellen den Tauben mehr entgegen kommen als riesige Berge auf einer Stelle. Vieleicht, das die Tauben sich dadurch nicht auf einer Fläche konzentrieren sondern sich mehr im Stadtgebiet verteilen. Das ist meine Theorie aber ich lass mich gern belehren. Ich glaube halt, dass wenn man die Tauben nicht zu sehr konzentriert, das Problem gemildert werden könnte. In München und anderen bay. Städten habe ich beobachtet, das es ganze Stadtviertel ohne oder mit kaum Tauben gibt. An anderen Ecken, an denen gefütter wird die Tiere sich aber konzentrieren. Könnte die Stadt durch geziehlte artgerechte Fütterung in sämtlichen Grünanlagen nicht die TAuben veranlassen sich großflächig in der Stadt zu verteilen?
Gegen eine kontrollierte Fütterung und Betreuung der Tauben habe ich nichts einzuwenden. Wenn sich dann Fachpersonal um die Tiere kümmert. Allerding bezweifle ich, das die "Damen" dann das füttern sein lassen. Allerdings bin ich gegen diese ganzen Gitter und Netze und Drähte die die Tauben abhalten sollen. Dort verletzen sich die Tiere nur unnötig.
Die Taubenpaare die bei mir Brüten sind Stadttauben, Türkentauben und in einem der angrenzenden Gärten auch Ringeltauben. Wenn man über die Felder geht, sieht man bei uns immer größere Trupps an TAuben dieser drei Arten bei der Nahrungsuche. Die Tauben Brüten überall in der näheren und weiteren Umgebung und fliegen zur Nahrungsuche auf die Felder und Wiesen.
Was die Verstädterung der Tiere betrifft, sehe ich dies nicht unbedingt als schlecht an. Ich sehe es so, das die Tiere einfach sich auf neue Lebensräume einstellen. Solange der Mensch nicht durch füttern eine der Arten bevorteilt sehe ich da keine Probleme.
Gruß aus München
Vogelklappe
24. May 2004, 22:58
Hallo,
Taubenfütterer können auch dort, wo es kein Fütterungsverbot gibt, im öffentlichen Raum nach dem Straßenreinigungsgesetz belangt werden (Ordnungsstrafen im Wiederholungsfall bis € 10.000,-), daher kippen sie das Futter möglichst schnell an eine Stelle. Also ein hausgemachtes Problem.
Davon abgesehen bilden Stadttauben immer Futterschwärme. Die Schwarmgröße läßt sich zwar mittelfristig über die Futtermenge steuern, dazu zählt leider aber auch Abfall. Die Viertel ohne Tauben haben vielleicht mit Sauberkeit zu tun ? Dem einzelnen Tier wird die enorme Anpassungs- und (stumme) Leidensfähigkeit zum Verhängnis. Türkentauben habe ich noch nie im Schwarm Futter aufnehmen sehen, allerdings gibt es in Berlin auch nur noch ca. 400 Brutpaare.
Außerdem, wie gesagt, einen neuen Futterplatz für Stadttauben einzuführen, ist nicht so einfach. Sie fliegen immer nur anderen Tauben hinterher. Der Suchradius des einzelnen Tieres ist spätestens nach Brutbeginn (und dies ganzjährig) sehr eingeschränkt, da beide füttern. Sinnvoll ist ein Futterplatz auch nur dann, wenn man an die Nester zwecks Eieraustausch herankommt.
In Berlin bedeutet Verstädterung, daß Wildschweine die Vorgärten umgraben, Füchse in Mülltonnen wühlen, Krähen und Spatzen vom Imbißtisch klauen, Marder Autokabel zernagen, Stockenten auf Balkonen und Dächern brüten. Mit natürlicher Umgebung hat das nicht viel zu tun; diese Selektion und Anpassung geht in die falsche Richtung.
Viele Grüsse aus der Hauptstadt.
lottakind
05. June 2004, 19:25
Hallo Vogelklappe,
du sprichst mir aus der Seele!
Nochmal zum Füttern.
Gott sei Dank wird hier in Braunschweig sehr wohl darauf geachtet wo das Futter hin gestreut wird und recht sauber gehalten,zuimindestens bei den Futterplätzen die mir bekannt sind.
Ich versuche,seit dem ich mich um Stadttauben kümmere,Futterplätze so gut wie möglich auf Parks und Wiesen zu verlegen!Da die Dame die vorher fütterte es leider sehr falsch angefangen hat.Grosse Mengen in der Innenstadt. 0l
Die Dame ist krank geworden(übrigens kein altes Mütterchen)und da sind die Tauben auf einmal über uns "hergefallen".
Dann wurden hier richtig zu Gegenwehr übergegangen,ABwehrmaßnahmen,Nistplätze wurden verbaut die bekannt waren.
Daher ist es mittlerweile nicht so einfach die Eier zu schütteln oder auszutauschen.
Und dazu muss ich sagen in den letzten 4 Monaten ist die Anzahl(trotz Fütterung)der Tauben nicht gestiegen!
Und wenn Tauben in angrenzenden Park´s etc. fliegen,vielleicht wird dort ja gefüttert.Bin mir sogar ziemlich sicher!
Da ein Schwarm Tauben oder sogar einige mehrere die direkt in Nähen von Parkanlagen und Wiesen brüten,immer wieder auf der Strasse nach Nahrung suchen obwohl nur 20 meter weiter doch genug zu finden sein müsste?!?!
Selbst einige andere Wildtiere kommen auch bei uns verstärkt in die Stadt,hier gibt es genug Freiluftgastronomie.Verstärkt Ringeltauben tauchen auf,sogar in Schwärmen.Und brüten tun sie auch auf Bäumen die mitten in der Stadt sind.
Bei uns wird demnächst unser Schloss wieder aufgebaut in dem ein Einkaufcenter enstehen soll.
Wenn nur nicht unser Schlosspark,zu Hause für viele Tier manchmal auch Menschen,dafür bebaut werden würde.
Dort haben auch viele Tauben ein bischen Grassamen zupfen können nach dem Imbiss auf der gegenüberliegenden Fressmeile!(Pommes,Pizza etc.)
Man kann ein einmal domestiziertes Tier nicht ruckzuck in ein Wildtier zurück versetzen.
Das wäre so als wenn Hühner bei uns frei rumlaufen würden.
:0- lottakind/claudia
Hans Walch
07. June 2004, 07:13
Hallo zusammen,
bin immer noch nicht überzeugt. Die Idee mit den Türmen find ich gut, aber dann muss auch garantiert sein, das die Pfleger den Bestand kontrollieren. Das meine ich mit allen Konsequenzen, also auch mal Tiere die nicht überlebenfähig sind einschläfern lassen!
Wenn dies garantiert ist find ich die Sache sehr gut!
Grüße aus München
lottakind
07. June 2004, 19:47
Hallo Hans,
das nicht überlebensfähige eingeschläfert(sicherlich zu teuer)oder getötet werden müssen ist aus meiner Sicht auch Tierschutz und zwar bewahren vor Schmerzen und Qualen!Trotzdem finde ich das töten z.b. einer einbeinigen Taube nicht gerecht,da auch diese zum Erstaunen sehr oft gut in ihrem Schwarm zurecht kommen,da die Tauben,entgegen der Meinung eines Brieftaubenzüchters(greife keinen persöhnlich an:) der Stadttauben wissenschaftlich beobachtet haben soll,sehr sozial mit einander umgehen.
Wenn es zumindestens hart auf hart kommt.
Ausserdem reagieren die Stadttaube wie auch manche andere Tierart z.b. Mäuse auf Tötung oder ein Populationsrückgang mit Vermehrungsdrang.
Zu der Sache mit den Türmen
diese haben sich,also soweit ich das mit bekommen habe, leider nicht ganz so bewährt wie Taubenschläge.
Diese werden,in der Regel,besser angenommen.
Nur um Taubenschläge zu errichten braucht man Geld,in manchen Kommunen werden die öffentlichen Gebäude nicht zur Verfügung gestellt daher mangelts an Möglichkeiten.
Und wie schon gesagt werden leider die bekannten Nistplätze verbaut etc. also erstmal nix mit privater Bestandskontrolle.
So,muss jetzt auch wieder los.
claudia :D
vBulletin v4.1.8, Copyright ©2000-2012, Jelsoft Enterprises Ltd.