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Vollständige Version anzeigen : Wildfänge...



njoerch
06. October 2004, 16:49
Hi@all:-)

Mein Nachbar (gerade mal 20...) hat sich vor kurzem einen Königspython für sein Terrarium geholt.
Das Tier ist ein Wildfang aus Afrika.

Nun ist es bei Wildfängen so, daß sehr viele Tiere schon auf dem Weg in das Zielland sterben.
Die wenigen, die durchkommen, haben ein ungewisses Leben in Gefangenschaft.
Ein hoher Prozentsatz von ihnen geht dann in der Haltung ein, weil sie nicht an die Gefangenschaft gewöhnt sind.
Meiner Meinung nach sollten Wildfänge gar nicht erst nach Europa importiert werden.
Wenn man ein Tier halten möchte, dann sollte man sich an Nachzuchten und nicht an Wildfänge halten (und das bezieht sich nicht nur auf Schlangen!)...

Jörg

Pucki
06. October 2004, 16:59
Hallo Jörg!
Da bin ich ganz deiner Meinung!Ich dachte die Schlangen dürften gar nicht eingeführt werden!?
Habe aber letztens ein Gespräch gehört wo zwei ganz stolz erzählten sie hätten Leguane gefangen im Urlaub und dann nach Deutschland verschickt.Die hielten das gut aus! 0l
Leider suchen sich die Leute die unmöglichsten Wege um Tiere zu schmuggeln!
Gruß BEA :0-

njoerch
06. October 2004, 17:05
Ja, leider ist das so:-(
In Südamerika werden z.B. noch immer Aras für den Schwarzmarkt und andere Vögel der Federn wegen gefangen:-(
Und in Afrika werden Graupapas immer noch wegen Haltung u.a. in Europa gefangen...da reichen doch echt Nachzuchten!
Dabei ist es doch bekannt, daß sich gerade Papageien-Wildfänge selbst rupfen und andere Verhaltensstörungen auftreten (Aggressivität...).

Jörg

DUNADAN
06. October 2004, 21:49
Hallo, bin froh, dass dieses Thema mal wieder auf die TO gekommen ist.

Das Problem gibt es auch bei Kleinvögeln, z.B. Cardueliden. V.a. in Ostasien werden zigTausende Gimpel, Kernbeißer, Meisen etc. weggefangen und nach Europa gebracht. Eine Katastrophe, zumal Wildfänge deutlich billiger sind als NZ-Vögel.
Man stelle sich mal vor, hier bei uns würden Wildvögel gefangen und in Volieren gesteckt.


Vielfach wird beklagt, dass aufgrund der Vogelgrippe derzeit keine Vögel mehr aus Ostasien zu uns kommen. Grund für die Halter sich endlich ernsthaft um die Nachzucht ihrer Tiere bemühen. Da könnte man auch mal zeigen,was z.B. unter dem Motto "Arterhaltung durch Zucht" wirklich steckt, bisher scheint es mir nämlich nicht so viel zu sein.

Oscar

piaf
06. October 2004, 22:32
Da werden Jungtiere unter übelsten Bedingungen aus ihrer Umgebung gerissen, um einer Spassgesellschaft zur Unterhaltung zu dienen. Da werden Nachzuchten unter dem Vorwand des Artenschutzes in ungeheuerer Zahl produziert und enden weit entfernt von ihrem genetischen Ursprung als Kunstprodukte in Volieren. Die Zahl der wirklich arterhaltenden Zuchten ist im Verhältnis zur Gesamtzahl verschwindend gering. Man sollte auch nicht vergessen, dass der Zweck einer wirklichen Arterhaltung der Wiederaufbau der Population in den Herkunftsländern ist, nicht die Einbringung von Neozoen in eine fremde Umgebung. Auch "Gimpel-Ost und Gimpel-West" sind keineswegs identisch und es ist ein fataler Vorgang, diese Naturgegebenheiten zu ignorieren

Gruss piaf

Kenneth
07. October 2004, 11:44
Da werden Nachzuchten unter dem Vorwand des Artenschutzes in ungeheuerer Zahl produziert und enden weit entfernt von ihrem genetischen Ursprung als Kunstprodukte in Volieren. Die Zahl der wirklich arterhaltenden Zuchten ist im Verhältnis zur Gesamtzahl verschwindend gering....


Hallo an Alle!

Das mit den Wildfängen ist schon ein schwieriges Thema.
Generell bin ich auch dagegen, besonders sinnlos finde ich es, wenn
z.B. Vögel wie der Rotstirngirlitz oder der blaue Gimpel "Pyrrhula p. cineracea"
zu hunderten gefangen werden obwohl man weis das gerade diese Arten nur
äußerst schwer in Gefangenschaft zu halten sind.

Viele sterben schon auf dem Weg zum Händler und nicht wenige auch bei
den Liebhabern. @ Piaf, mit Kunstprodukten meinst Du sicherlich Mutationen, oder?
Obwohl auch ich einige der Mutationen als sehr ansprechend finde, bin
ich doch eher dafür die Reinhaltung der Art in den Vordergrund zu stellen was im Sinne des Artenschutzes ist. Das dieser generell als Vorwand benutzt wird, finde ich doch etwas hart ausgedrückt. Die meisten der organisierten Liebhaberverbände beschäftigen sich doch schwerpunktmäßig mit dem Natur.- und Artenschutz! Das möchte ich hier mal deutlich unterstreichen. Zudem sind Mutationen auch ein Beweis das
z.B. Cardueliden schon weit über die F1 Generationen gezüchtet werden, wo doch gerade Naturschutz „Komitees“ überhaupt anzweifeln das man Cardueliden und andere Arten nicht über mehrere Generationen nachzüchten könne da die Tiere steril würden. Eine Aussage die einst so propagiert wurde und längst belegt
ist! Sicher halten viele ihre Tiere nur aus Liebhaberei, aber es macht auch Sinn sich mit Tieren zu beschäftigen und sich daran zu erfreuen, was wären wir ohne sie? Das A und O dabei ist natürlich, dass die in Gefangenschaft
gehaltenen Arten auch so naturnahe als möglich gehalten werden. Dazu gehört auf jeden Fall auch die Reinerhaltung von Unterarten, wie Du sie im Beispiel Ost- und West- Gimpel ansprichst, wenn man die Tiere züchtet.

Gruss Konrad :0-

Tommi
07. October 2004, 13:42
Hallo Kenneth!

Das dieser generell als Vorwand benutzt wird, finde ich doch etwas hart ausgedrückt. Die meisten der organisierten Liebhaberverbände beschäftigen sich doch schwerpunktmäßig mit dem Natur.- und Artenschutz! Das möchte ich hier mal deutlich unterstreichen. Zudem sind Mutationen auch ein Beweis das
z.B. Cardueliden schon weit über die F1 Generationen gezüchtet werden, wo doch gerade Naturschutz „Komitees“ überhaupt anzweifeln das man Cardueliden und andere Arten nicht über mehrere Generationen nachzüchten könne da die Tiere steril würden. Eine Aussage die einst so propagiert wurde und längst belegt
ist!
Ich bin ganz Deiner Meinung, nur meinst Du sicher WIDERLEGT!
Natürlich kann man Wildvögel über Generationen nachzüchten, die auftretenden Mutationen sind ein Beweis dafür!
Sicher ist es schlimm das Tausende von Tier- bzw. Vogelarten gefangen und importiert werden, nur um dann wenn sie es überleben in den Käfigen von Haltern vor sich hin zu vegetieren!
Meist sind die Arten sehr billig, was seine Ursache darin hat das die Händler sie möglichst schnell los werden wollen, so das jeder X-beliebige sie sich leisten kann und dann auch anschafft, teilweise ohne zu wissen was sie sich denn da nun geholt haben! Grauedelsänger und Mozambiquegirlitz sind dafür gute Beispiele. Werden sie eingeführt kostet ein Paar gerade mal 25-30 Euro! Beim Grauedelsänger war es zwischenzeitlich mal so das keine "reinkamen", so das man plötzlich für Nachzuchten zum Teil 100 Euro hinlegen mußte, eben weil kaum Nachzuchten da waren! Da frage ich mich, was ist mit den ganzen Importen passiert? Wo sind sie gelandet ohne sich zu vermehren?
Solange in vielen Büchern diese Arten als "Anfängervögel" bezeichnet werden wird sich daran auch meiner Meinung nach nichts ändern! Schau doch nur mal hier durchs Forum, wieviele sind hier die Mozambiquegirlitze haben, an Zucht überhaupt nicht denken und zum Teil auch nicht das Wissen haben diese zu züchten! Diese Beispiele kann man auf viele andere Kleinvogelarten übertragen!
Andererseits kann der Handel mit Vögeln, gerade aus ärmeren Ländern, aber auch zum Artenschutz beitragen. Viele Länder erhalten dadurch Gelder die anschließend wieder in Nationalparks oder ähnliche Projekte fließen!
Manche Arten sind in ihren Heimatländern auch regelrechte Landplagen!
Wenn wir uns dazu mal Australien anschauen, dann sieht man das dort seit 1960 keine Tiere mehr ausgeführt werden dürfen und die Kontrollen sind wirklich wahnsinnig streng! Eigentlich eine tolle Sache!
Wenn man mal genau dahinterschaut stellt man fest das z.B. Rosakakadus, Gelbhaubenkakadus und und und in Folge von Monokulturen und das erschließen von Wasserstellen sich so sehr vermehrt haben das sie jedes Jahr zu Tausenden erschlagen, vergiftet, erschossen oder vergast werden! Alles mit Staatlicher Genehmigung!!! Ob das den Vögeln lieber ist als in einer Voliere zu fliegen waage ich mal zu bezweifeln!
Warum nicht in diesen Fällen ein kontrollierter Fang und Export der Tiere?

@Oscar Klose: Was hinter diesem Begriff steckt zeigen Vogelzüchter jedes Jahr aufs Neue, man muß es nur sehen wollen und genau das scheint bei Dir (siehe andere Beiträge von Dir) das Problem zu sein!
Wie an anderer Stelle schon gesagt, nicht nur schwarz und weiß sehen, auch die Graustufen dazwischen! :0-

Kenneth
07. October 2004, 14:11
klar meinte ich "WIDERLEGT" danke für den Hinweis, ärgert mich das ich gerade bei diesem wichtigen Satz eine so "dummen" Fehler mache.

Ich denke das kontrollierte Einfuhr auch Sinn machen kann, z.B. zur Blutauffrischung alter Zuchtstämme.

Sch....e ist, wenn man Vögel illegal einführt (schmuggeln) und die
dann irgendwo im Hinterhof zu kaufen bekommt.

Klar sind die viel günstiger und viele greifen da dann zu.
Auch hier gilt "Die Nachfrage regelt das Angebot" würde keiner
diese dubiosen Angebote nutzen, würden bestimmt bald die illegalen
Einfuhren aufhören. Besonders dreist sind die, die dann die armen Tiere
nachträglich noch mit geschlossenen Ringen kennzeichnen und als
teurer NZ verkaufen.

Unlängst wurden in unserer lokalen Zeitung und im Radio berichtet (Antenne 1 , Big FM und der Stuttgarter Zeitung), dass solche Tierschänder nachts Volierenvögeln aus legalen Beständen die Beine ausrissen um an die Zuchtringen zu kommen um Illegale damit zu markieren. 8o Keine erfundene Geschichte sondern traurige Wahrheit!

Deshalb enpfiehlt es sich auch schon beim geringsten verdacht genauer nachzufragen.

Trotzallem bleibt unsere Vogelhaltung in erster Linie Liebhaberrei die auf
jeden Fall ihren Sinn hat, nämlich den Umgang mit Natur und Tieren
zu lernen und besser zu verstehen.

DUNADAN
07. October 2004, 14:20
@ Tommi:

Danke für das dicke Lob :freude:

Aber mal ehrlich: Angesichts der zigtausen Züchter und der Millionen in Deutschland gehaltenen Vögeln (auch Wildfänge) darf man sich dorch fragen, was die Vogelhaltung an sich den Arten bringt.....

Wieviel Vogelarten wurden bislang durch Nachzucht vor dem Aussterben bewahrt....??

Wie gesagt, nochmals Danke für die Blumen

Oscar :zustimm:

Silke&Kids
07. October 2004, 14:36
Hallo,

noch mal auf das Thema Königsphyton zu kommen, wer sich heutzutage eine solche Phyton als Wildfang kauft, ist ....! 0l Die gibt es hier auf dem Markt, wie Sand am Meer als Nachzuchten! Wozu also das Risiko mit einem Wildfang eingehen, wenn man doch hier gesunde, eingewöhnte Nachzuchten bekommen kann. Am Preis kann es wirklich nicht liegen! Das Wilfänge oft mit Parasiten voll sind und sehr heikel im fressen, ist doch jedem klar! Wenn es um Arten geht, die eine Blutauffrischung dringend brauchen oder es um den Erhalt einer bedrohten Art geht, leuchtet es mir ja noch ein. Aber ein Tier zu kaufen, dass es hier so häufig gibt und dazu noch genetisch Einwandfrei, ist mir das ein Rätsel.

Tommi
07. October 2004, 15:33
Hallo Oscar!

Aber mal ehrlich: Angesichts der zigtausen Züchter und der Millionen in Deutschland gehaltenen Vögeln (auch Wildfänge) darf man sich dorch fragen, was die Vogelhaltung an sich den Arten bringt.....

Zum Großteil werden Arten gehalten die in ihren Beständen nicht gefärdet sind. Jeder hier in Deutschland gezüchtete Vogel "schützt" wildlebende davor gefangen zu werden.


Wieviel Vogelarten wurden bislang durch Nachzucht vor dem Aussterben bewahrt....??

Zum Teil gibt es in Gefangenschafft Bestände die weit über den Populationen in freier Wildbahn liegen, siehe Kaputzenzeisig oder Balistar, von den mittlerweile als domestiziert geltenden Arten garnicht zu reden! Abgesehen davon war die Entnahme für Zwecke der Haltung/Zucht noch in keinem einzigen Fall der Grund für das Aussterben einer Art!
Ich weis nicht worauf Du hinauswillst!

DUNADAN
07. October 2004, 15:51
Hi hi,

natürlich schützt jeder bei uns gezüchtete Vogel die Wildpopulation. Keine Frage!!

Aber das Problem ist doch auch, dass die Einfuhr von Wildfängen den wildlebenden Populationen zweifellos schadet, zumal es für die Wildfänge, da billig, oft einen großen Markt gibt.
Die Chin. Nachtigall ist doch irgendwo so ein Beispiel. Früher in Massen eingeführt und billig wie´n Kaugummi wird heute nicht mehr eingeführt, weil dieBestände dort in Asien abnehmen.
Es gibt schon Beispiele dafür, dass Wildpopulationen durch Entnahme von Tieren für Liebhaber arg geschwächt wurden. Beispiel > Rußköpfchen!

Ich will eigtl. darauf hinaus, dass es für mich nicht wirklich einen plausiblen Grund gibt, Wildfänge zu erwerben. Ich behaupte auch, dass es für jeden von uns den "passenden" Vogel gibt der zu einer Art gehört, die ohne besondere Schwierigkeiten in Gefangenschaft nachzuzüchten ist.
Das Motto "Arterhaltung durch Zucht" zielt immer auf Deine Argumentation ab (siehe Anfang des Beitrages). Aber der Punkt ist doch, dass man boch davor ansetzten sollte und sich auf die "einfachen", seit langer Zeit in Gefangenschaft nachgezüchteten Vögel beschränkt.

Gruß
Oscar

Richard
07. October 2004, 15:56
Meine Idee wäre, das alle Wildfänge, gleich welcher Art, beringt und gemeldet werden müssen. Nachzuchten dürfen nur noch geschlossen beringt werden.
Nicht jeder der Wildfänge hält und erfolgreich züchtet, beringt die Vögel auch.
Importe sollten verboten werden.

Allerdings ist meine Idee wohl eine Utopie.

Tommi
07. October 2004, 16:03
Hallo Oscar, hallo Richard!
Im Grunde sind wir uns ja einig! Nur ist es doch aber auch so das es durchaus erfahrene Züchter gibt die sich mit schwierigen Arten beschäftigen können. Wo sollen sie "ihre" Vögel hernehmen?
Auch die Vorfahren Deines Rosengimpels kamen mal ans Wildfänge zu uns. Wann willst Du ein "Arterhaltungsprogramm" aufziehen? Dann wenn die Bestände in den Heimatländern unter 100 Tiere gefallen sind?
Gerade das Beispiel Kaputzenzeisig zeigt doch das es möglich ist bei vom aussterben betroten Arten gesunde Bestände in Gefangenschafft aufzubauen, oder nicht? Eine Wiedereinbürgerung wäre in diesem Fall problemlos möglich!
Ich finde das an einer ganz anderen Stelle angesetzt werden müßte, nämlich das nicht jeder Hinz und Kunz sich mal eben Wildfänge, egal von welcher Art auch immer, zulegen dürfte, sondern dafür ein gewisses Maß an Erfahrung in der Haltung und Zucht "einfacher" domestizierter Arten vorweisen müßte!

Richard
07. October 2004, 16:11
Dazu müsste man es mit den Wildfängen und Nachzuchten allerdings ähnlich wie bei den Waldvögeln halten!
Allerdings wird man bei vielen Vögeln auf eine gewisse Anzahl an Wildfängen zurück greifen müssen, ehe man einen gesicherten Bestand in Menschenobhut hat. (Weber, Witwen, Widahvögel, ...)
In diesem Forum befindet sich mit Rene zumindest einer, dem die Nachzucht gelungen ist. Aber ansonsten?!
Ebenso diverse afrikanische Prachtfinken und Papageiamadinen.

tierlicht
07. October 2004, 16:37
Na, da zitiere ich doch gerne den Oscar:

Das Motto "Arterhaltung durch Zucht" zielt immer auf Deine Argumentation
ab (siehe Anfang des Beitrages). Aber der Punkt ist doch, dass man boch davor ansetzten sollte und sich auf die "einfachen", seit langer Zeit in Gefangenschaft nachgezüchteten Vögel beschränkt.

Und warum nicht einen Schritt weitergehen und auf Tiere in Gefangenschaft grundsätzlich verzichten ?
Egal, ob Vogel oder ein anderes Tier.

Tiere sind nicht für unseren "Spaß" da, nicht für unsere Bedürfnisse.
Selbst wenn sie "vorbildlich/artgerecht" gehalten werden, d.h. wenn wir ihnen großzügige Möglichkeiten geben, ihrer Art entsprechend zu leben, so nehmen wir ihnen ihre Selbstbestimmung und das, was ihr WESEN ausmacht:
die Freiheit.
Vögel gehören in den Himmel, nicht in noch so schöne Volieren.
LG,
tierlicht

Kenneth
07. October 2004, 16:38
...
Nicht jeder der Wildfänge hält und erfolgreich züchtet, beringt die Vögel auch....

Das wäre im Sinne der BArtSchVO straftbar. Dies gilt zumindest für alle
besonders geschützten Arten. Und das sind in der BRD so ziemlich alle.

Thema Dezimierung muß man doch klar sehen, dass in erster Linie die Biotope der Tiere zerstört werden.

Da ist es hier sicherlich nicht gerade geschickt den Kapuzenzeisig als Beispiel zu nennen 0l , denn gerade bei dieser Art ist eindeutig die Zerstörung der Biotope die Ursache ihres Untergangs in freier Natur nicht die Einfuhr von Wildfängen!

Ein großes Prokjekt zur Wiederauswilderung der Kapuzenzeisigs, das
Naturschutzverbänder der USA/ Venezuelas und der BRD gemeinsam
aufgebaut hatten, wurde dadurch jäh zerstört! Klar wo sollen die
Tieren denn Nahrung und Lebensraum finden.

Gruss Konrad

Richard
07. October 2004, 17:02
Hallo Konrad!
Es geht mir nicht nur um die geschützten.
Eher afrikanische Prachtfinken, Girlitze etc.
Halt der "Pfennigkram"

Tommi
07. October 2004, 19:28
Hallo Konrad!
Wer schreibt vor das z.B. Grauedelsänger beringt sein müssen? Bei allen außereuropäischen Vogelarten die nicht besonders geschützt sind ist eine Kennzeichnung nicht notwendig, insofern hat Richard recht!

Den Kaputzenzeisig habe ich deshalb als Beispiel genommen weil er schon seit jahrzehnten nachgezüchtet wird, was schon mal die Sache mit dem "nicht möglich" adabsurdum führt und weil er in Stückzahlen in Gefangenschaft existiert die weit über das hinausgeht was an Beständen jemals im natürlichen Verbreitungsgebiet vorhanden war und ist! Warscheinlich ist die deutsche Nachzucht von einem Jahr schon mehr als es jemals in Venezuela von ihnen gab!
Sicher wäre eine Einbürgerung möglich, von der Menge der Nachzuchten her gesehen, ob es auch sinnvoll ist steht natürlich auf einem anderen Blatt weil der Biotop zerstört wird. Aber selbst wenn der letzte freilebende Kaputzenzeisig stirbt wird die Art an sich überleben. Ich finde das an und für sich ein gutes Beispiel!

@tierlicht: Du erwartest doch sicher keine geistreiche Antwort auf Dein Geschreibe in einem Forum in dem sich nun mal zum Großteil Halter und Züchter von Vögeln bewegen, oder?

Kenneth
07. October 2004, 19:55
Hallo Konrad!
Wer schreibt vor das z.B. Grauedelsänger beringt sein müssen? Bei allen außereuropäischen Vogelarten die nicht besonders geschützt sind ist eine Kennzeichnung nicht notwendig, insofern hat Richard recht!

Den Kaputzenzeisig habe ich deshalb als Beispiel genommen weil er schon seit jahrzehnten nachgezüchtet wird, was schon mal die Sache mit dem "nicht möglich" adabsurdum führt ....


Hallo Tommi,

da hast diesbezüglich recht, hatte auch ausdrücklich geschrieben das davon die besonders geschützten in der BRD betroffen sind :p .

Und das mit dem Kapuzenzeisig, wollte ich nur mal anführen, da ich der Meinung bin, dass eben auch der Faktor "Biotope retten" höchter Beachtung bedarf! War so nicht als Kritik gedacht.


@ Tierlicht , bist Du sicher das Du hier richtig bist?
Ich denke das Du die Gundsätze und Ziele des Artenschutzes / Arterhaltung nicht verstanden hast. Mehr kann und will ich dazu nicht "ablassen" :idee:

njoerch
12. October 2004, 13:44
Mal abgesehen davon, daß man einen Verzicht auf Tiere in Gefangenschaft mit Weltfrieden gleichestzen könnte ;) , muß ich zu dem Thema auch noch einiges loswerden.

Eine geschlossene Beringung und Anmeldepflicht für alle Vögel (zumindest bei uns EU-weit) wäre eigentlich die beste Lösung (wobei das bei einigen Arten mit der Beringung von Nestlingen ja durchaus problematisch wird, weil die adulten Tiere die entsprechenden Juv´s einfach aus dem Nest werfen...da müßten entsprechende Ausnahmen für die Beringungszeit (wenn die Tiere das Nest verlassen haben) gemacht werden.

Bei den meisten Arten gibt es schon genug Tiere in Gefangenschaft, um Wildfänge zu unterbinden und eine Nachzuchthaltungspflicht einzuführen.

Blutauffrischungen muß man nicht durch Wildfänge herbeiführen, bei Kleinvögeln gibt es durchaus genügend Halter.

Die Mischhaltung von verwandten Arten und Unterarten halte ich für völlig verantwortungslos, es gibt in der Natur schon genügend Vermischungen (Grün- x Grauspecht, Garten- x Hausrotschwanz, Stieglitz- und Schafstelzenunterarten in den Verbreitungsüberschneidungen, etc.), das muß nicht auch noch in Gefangenschaft geschehen!


Ein etwas anderes Thema ist, daß immer noch Wildfänge der einheimischen Tierwelt illlegal gehalten werden (z.B. ist mir ein Fall bekannt, wo sich jemand Mauerläufer ohne Genehmigung hält, die Jungvögel sind einfach aus dem Nest genommen worden 8( )



Jörg

Rosi.N.
12. October 2004, 14:42
.

Ein etwas anderes Thema ist, daß immer noch Wildfänge der einheimischen Tierwelt illlegal gehalten werden (z.B. ist mir ein Fall bekannt, wo sich jemand Mauerläufer ohne Genehmigung hält, die Jungvögel sind einfach aus dem Nest genommen worden 8( )

Das kommt leider häufig vor.
Ich kann aber die Züchter, die von solchen Mißständen wissen, nicht verstehen, wenn sie solche Umstände dulden sogar unterstützen indem sie auf eine Anzeige verzichten.
Hackt da eine Krähe usw.?
schöne Grüße
rosi.n.

Moni
12. October 2004, 14:44
Hallo zusammen,

dazu zählen meiner Meinung nach dann auch aus Mitleid oder Unwissenheit handaufgezogene Jungvögel die nicht wieder ausgewildert werden.

Viele Grüße
Moni

njoerch
14. October 2004, 14:08
Ja, da habt ihr sicherlich recht.
Da käme aber dann auch noch hinzu, daß verletzte Wildvögel, die draußen nicht mehr überlebensfähig sind, in Gefangenschaft ihr Dasein fristen, ohne in Zuchtprogramme oder ähnliches integriert zu werden.

Jörg

Balu
22. October 2004, 18:32
habe auch gerade einen Falkner kennengelernt,der hat von eienm bekannten einen legalen schopfadler-wildfang bekommen.
ist der schopfadler eigentlich selten?

Rosi.N.
22. October 2004, 19:53
Anhang B, darum sicher mit entsprechender Einfuhrgenehmigung legal,
weil auf Anhang B sicher nicht mehr im Übermaß in freier Natur vorhanden.
Muss man da jetzt stolz drauf sein ?
rosi.n.

Balu
23. October 2004, 20:45
ne,sicher nicht:(

lottakind
24. October 2004, 23:02
@ Tierlicht , bist Du sicher das Du hier richtig bist?
Ich denke das Du die Gundsätze und Ziele des Artenschutzes / Arterhaltung nicht verstanden hast. Mehr kann und will ich dazu nicht "ablassen" :idee:


Auch wenn ich nicht all zu viel Ahnung habe von Artenschutz/Arterhaltung,noch nicht.
Da kann ich aber voll und ganz zu stimmen!

:mukke: Claudia

pia
25. October 2004, 09:37
ich habe vor kurzem gehört, dass vor etwa 1 Jahr 300 Russköpfchen und 300 Erdbeerköpfchen nach Mitteleuropa (Deutschland?) importiert worden seien. Es handelte sich angeblich um Wildfänge. Von den 600 Vögeln hätten 450 überlebt. Davon gäbe es jetzt F1- Nachzuchten.
Wenn das stimmt:
- wieviele sind beim Fang gestorben? Noch mal 600?
- wieviele leben noch?

Die Russköpfchen- Rest- Population beträgt 5000 bis 10000 Vögel. Wenn davon 300 bis 500 Vögel entnommen worden sind, dann ist diese um 5 bis 10% geschwächt worden!!!

ma-war
25. October 2004, 18:51
Hallo Pia,

kannst Du uns die Quelle deiner Infomation nennen ?

Kann es nicht wirklich glauben, dass Russköpfchen-Wildfänge
nach Mitteleuropa importiert werden, wie Du schon sagtest
dürfte der "Wildbestand" bei gut 5000 Tieren liegen.

Es dürfte, auch bei einem Schwarmvogel, gar nicht so einfach
sein 5-10 % dieses Bestandes zu fangen.
Außerdem erscheint mir der kommerzielle Wert eines Russ-
köpfchens ( ca. 25-30 Euro ) zu gering zu sein, so dass sich
ein Import ( zum Glück ! ) nicht lohnt, da nicht rentabel.



Gruß
Martin

nivaxs
27. October 2004, 02:17
hm hab da neulich ne Story zum Thema Wildfänge gehört die mich erschreckt hat.
Da gibts nen recht bekannten Reptilienladen. die Kompetenz und das Fachwissen des Besitzers ist sehr gefragt ....... soweit ich weiss ist über ihn auch nix negatives bekannt. hat grosse eigene Nachzuchten ectr..
hm nun ererzählte mir ein angeblicher Insider . das der Reptilien-shopbesitzer eine Beziehung mit ner Frau aus den Tropen hat . und das Ihre Eltern irgendwo ein Restaurant betreiben...wo Leguanfleisch auf der Speisekarte steht...das Restaurant würde ganz legal mehrmals monatlich mit 50 lebenden Leguanbabys beliefert ..Stückpreis der Tiere 2,50 Euro ..........
hmmm nun bringt diese Frau einen Großteil der Leguanbabys in den Reptilienshop wo sie dann angeblich zum üblichen Marktpreis um die 25,00 Euro mit Cites verkauft würden.....
was soll man nun davon halten....
Illegale Wildfängerei ....wenn die Tiere legal als Lebensmittelimporte geliefert werden????????
oder eher Rettung der Leguanbabys vor dem Kochtopf.... mit entsprechenden Einnahmen????
sollte ich da Handeln wenn ja wie???
hab leider nur die infos wie oben geschildert und die aus zweiter Hand kenne aber anschrift des Reptilienladens. Gruß Gina :0-

pia
27. October 2004, 12:18
Hallo Martin,
ich konnte das auch nicht so recht glauben. Ich habe das aus zweiter Hand gehört. Vielleicht kann ich in Kürze noch näheres erfahren.
Rußköpfchen- F1- Nachzuchten werden für 250 EURO (für ein Paar) bezahlt. Sagte man mir. Insofern gibt das finanziell schon einen großen Anreiz.

Rosi.N.
27. October 2004, 12:35
Hallo Gina
Man mag es ja kaum glauben .
Es gibt in der Tat legale Einfuhren z.B.Krokodile für Lebensmittelzwecke.
Spätestens zu Weihnachten bieten diverse Metzgereien die auch wieder als besonderen Festtagsbraten an.
Leguane ? noch nicht gehört aber möglich ist alles.
Kannst Du mir mal per PN genauere Angaben übermitteln ?
schöne Grüße
Rosi.N.

Rosi.N.
27. October 2004, 21:20
hat sich schon erledigt.
Leguanfleisch aus Zuchtfarmen gibt es natürlich auch.
rosi.n.

njoerch
29. October 2004, 12:34
Hi@all:-)

Also, ich finde das ganz elgitim, auch Leguane und Krokos aus Zuchtfarmen zu verspeisen; Strausse, Gänse und co. werden ja auch ganz normal von uns verspeißt:-)

Jörg

Coko
29. October 2004, 14:37
Ja, der Mensch muss anscheinend alles fressen, alles besitzen, alles beherrschen, alles zerstören.....

Balu
29. October 2004, 17:03
genau coko,so sehe ich das auch!!der mensch,das ungeheuer!

Moni
30. October 2004, 11:30
Hallo Ihr Ungeheuer, :D

in einem anderen Thema hier geht es um Sonnenvögel und deren horrende Preise, wenn man Nachzuchten haben will. Ich denke, das ist ein Teil des Problems - keiner will viel bezahlen, aber trotzdem die exotischsten Tiere haben, und da ist ein Wildfang allemal billiger, selbst wenn man den Transport hinzurechnet.

Viele Grüße
Moni

nivaxs
31. October 2004, 02:44
hahah na das der lebensmittelimport legal ist ist mir klar löl aber sie werden ja in diesem fall net gegessen sondern als haustiere verkauft ;-)) löl in nem reptilien shop ;-)