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Vollständige Version anzeigen : Aspergillosebehandlung



mo75
26. May 2005, 22:21
Mir ist aufgefallen, daß hier immer von Medikamenten zum Einnehmen PLUS Inhalieren die Rede ist. Und meist auch eine Behandlungsdauer von 6 Wochen.

Nun habe ich andere Anweisungen von unserer TA bekommen:
ich gebe gar nichts zum Einnehmen, sondern inhaliere nur 1- 2 mal täglich mit unserer Grauen. Das soll ich mindetens 1/2 Jahr machen, bis wieder eine Röntgenkontrolle stattfinden soll.
Zusätzlich gebe ich, weil ich davon so viel Gutes im Forum gelesen habe, 5 Globuli Propolis täglich.

Wie kann denn die unterschiedliche Therapie??

Hat da jemand Erfahrung mit??

Hätte auch gern Kontakt zu jemandem, der einen Grauen mit Aspergillose hat und, der schon länger behandelt - also über eine PN würde ich mich freuen!

Danke schonmal im Voraus!! :)

Thomas B.
26. May 2005, 23:58
Hallo,
Deine Tierärztin hat Dich sicher schon richtig beraten.
Inhalieren ist immer das Wichtigste und die Basistherapie.
2 x tgl. 20 Minuten, über mindestens 6 Wochen.
6 Monate erscheint mir recht lang, aber Deine TÄ will wahrscheinlich sicher gehen und die Gabe von systemischen Antimykotika vermeiden.
Bei schweren Fällen von Aspergillose kann es sinnvoll sein, zusätzlich ein systemisches Antimykotikum zu geben; wenn das aber nicht unbedingt nötig ist, sollte man wegen der starken Leber- und Nierenbelastung davon absehen.
Die meisten Tierärzte handhaben das leider umgekehrt, stopfen die Vögel mit Antimykotika voll und lassen das Inhalieren sein bzw. empfehlen es allenfalls ergänzend.
Vertraue Deiner Tierärztin, sie weiß offenbar, was sie tut.
LG
Thomas

Ann Castro
27. May 2005, 08:06
Hallo, ich habe u.A. sechs Graue, davon einige (und auch andere Papageien) mit Aspergillose.

Ob man orale Medikamente verabreicht oder inhaliert hängt u.A. davon ab wie schwer der Aspergillose-Befall ist, ist aber auch eine philosophische Frage. So habe ich verschiedentlich schon gehört, dass die TiHo Inhalationsbehandlungen ablehnt, während Leipzig und andere sie befürworten.

Der ganz große Vorteil bei einer Inhalationsbehandlung ist, dass sie nicht systemisch ist, das Medikament nicht in den Blutkreislauf geht (oder nur in geringem Umfang) und die Nebeneffekte viel schwächer sind als bei einer Behandlung mit oralen Medikamenten.

ABER, wenn die Inhalation wirksam ist, stirbt der Pilz ab. Die Überreste müssen auch hier verarbeitet und ausgeschieden werden, was auf Leber und Niere geht. Insofern ist die Aussage, dass das Medikament bzw. die Anwendung selbst relativ unschädlich ist, zwar richtig, aber der Prozess ist es nicht!

Das orale Medikament der Wahl bei Grauen, Ketokonazol, ist Leber und Nieren-toxisch. Itrakonazol, ist zwar weniger toxisch als Ketokonazol, wird aber von Grauen oft schlecht vertragen, bis hin zu Todesfällen, sollte also deshalb bei Grauen nicht zur Anwendung kommen.

Ein relativ neues Medikament in dieser Anwendung ist Terbinafin (Lamisil). Auch dies soll weniger toxisch sein, als Ketokonazol, aber ich war mit den Ergebnissen ziemlich unzufrieden. Die TA zu der ich mittlerweile gewechselt bin, hat die gleichen Erfahrungen gemacht. Auch sie meint, dass Ketokonazol von der Wirkung her am besten ist.

Wie ich oben bereits schrieb, geht die Ausscheidung der abgetöteten Pilze auf Leber und Niere, auch die oralen Medikamente beeinträchtigen diese Organe. Deshalb ist es extrem unüblich, bzw nur in wirklich harten Fällen indiziert, eine Inhalationstherapie zusammen mit einer oralen Behandlung zu machen.

Was nutzt dem Vogel eine verbesserte Lunge/Luftsäcke, wenn aber stattdessen Leber und Niere stark beschädigt sind. Das merkt mannicht unbeding von heute auf morgen, aber in ein paar Jahren stirbt der Vogel dann "völlig überraschend". Deswegens ollte man mit solchen Behandlungen konservativ umgehen.

Aus dem gleichen Grund ist es unüblich eine Inhalationsbehandlung monatelang am Stück laufen zu lassen.

Wenn der Besitzer über eine gute Zuverlässigkeit und Beobachtungsgabe verfügt, sollte man eher ca. drei Wochen inhalieren, unter steter Beobachtung des Vogels. Wenn der Vogel Polyurie bekommt, die über mehrere Tage anhät (also wenn der Kot viel Flüssigkeit enthält, und zwar nicht nur wg Obst fressen, oder Stress, sondern anhaltend), dann ist dies ein Zeichen dafür, dass die Niere hart arbeitet und Schwierigkeiten hat.

Zu dem Zeitpunkt empfiehlt es sich eine Pause, meist ca 2 Wochen, in der Behandlung einzulegen, bis sich der Kot wieder normalisiert hat.

Ausserdem sollte bei einer Aspergillosebehandlung, gleich welcher Art, immer etwas zur Unterstützung der betroffenen Organe getan werden.

Für die Leber empfiehlt sich z.B. Mariendistel (http://www.bird-box.de/index.php?Kategorie_ID=45&Artikel_ID=395)samen zu geben, oder auch ein entsprechendes homoeopathisches (zB Hepaheel) oder anderes Präparat. Da sollte Dich Deine TA beraten.

Für die Niere kann man zB Phytorenal geben.

Abschliessend möchte ich Dich nachdrücklich darauf hinweisen, dass mein Schreiben in keiner Weise eine Aufforderung darstellen soll auf eigene Faust die Behandlung Deines Tieres zu ändern. Vielmehr soll es dazu dienen, Dich zu informieren und Dir eine Diskussionsunterlage für Dein Gespräch mit Deiner TA zu geben.

Vermutlich hat sie gute Gründe die Behandlung so festzulegen, wie sie es getan hat. Also frag sie danach.

Hoffe diese Infos helfen Dir weiter.

LG,

Ann.

Sam
27. May 2005, 09:23
Ich zweifle nicht an deinen Worten, ich würde das wirklich gerne wissen:

Du schreibst, dass Papageien die Gleichzeitig Inhalieren und die oral zu verabreichenden Medikamente bekommen oft später plötzlich sterben.

Nun ist es doch so, dass die Leber, das ein Organ ist, was sich bei richtiger Ernährung vollständig wieder regenerieren kann. Kann man also in diesen Jahren nicht die Leber "retten", damit es nicht zum Tod kommt?

Ann Castro
27. May 2005, 09:40
Hi!

Mit völlig überraschend meinte ich nicht plötzlich, sondern, dass Ernährung, Haltung, etc. zu stimmen scheinen und dann auf einmal die Leber oder die Niere schlappmacht. Oft denkt der Besitzer dann nicht mehr daran, was vor einigen Jahren war.

Auch tritt das nicht unbedingt nur ein, wenn gleichzeitig oral und mit Inhalation behandelt wurde, sondern auch wenn die orale Behandlung oder die Inhalationsbehandlung zu lange dauerte, zu hoch dosiert war, etc.

Dies sind Erfahrungswerte verschiedener TAs, mit denen ich über diese Thematik sprach. Eine Studie zu dem Thema ist mir leider nicht bekannt.

Generell, besonders bei Paapgeien, gilt, dass man in der Behandlung eher auf der Seite des Konservatismus irren sollte. So viel wie nötig, aber so wenig, wie möglich. Es ist noch immer viel zu wenig bekannt und insbesondere in Punkto Langzeitstudien gibt es ein großes schwarzes Loch.


Nun ist es doch so, dass die Leber, das ein Organ ist, was sich bei richtiger Ernährung vollständig wieder regenerieren kann

Erzähl das mal den Tieren mit chronischen Zinkvergiftungen, die ich hier sitzen habe und deren Leber hin ist, einem Leberzirrhose-Patienten, oder jemandem, der verzweifelt auf eine Lebertransplantation wartet.

Viele Organe regenerieren sich bis zu einem gewissen Grad. Aber ist ein bestimmter Punkt überschritten, schafft der Körper es nicht mehr.

LG,

Ann.

Sam
27. May 2005, 09:59
Vielen Dank, für die Infos, unsere 2 sind nämlich selbst grad in einer Aspergillus und Candita Therapie.

alex
27. May 2005, 10:04
Hallo Ann,

Du schreibst, dass die Aspergillosetherapie mit Lamisil zu unbefriedigenden Ergebnissen geführt hat und auch Deine TÄ diese Erfahrung gemacht hat. Was meinst Du genau damit? War der Aspergillus nach der Therapie noch sehr stark vorhanden? Auch mein Grauer hat Lamisil gegen seine Aspergillose bekommen (insgesamt 4 Kuren über mehrere Wochen) und nun bin ich doch etwas verunsichert. Mein TA meint, dass Lamisil derzeit das beste Medikament gegen Aspergillose ist und es sehr gut vertragen wird. Ich kann nur sagen, dass mein Grauer nach der Therapie wieder fliegen konnte. Vorher ist er bereits nach 1m abgestürzt. Inhalierst Du regelmäßig mit Imaverol bzw. ist es sinnvoll auch nach einer oralen Gabe eines Antimykotikums mit Imaverol ein Leben lang zu inhalieren (als Kur bzw. zur weiteren Prophylaxe)?

Nun habe ich auch schon mehrmals gehört, dass man auch einen "gesunden" Vogel mit Imaverol zu Prophylaxe inhalieren lassen soll. Was meint ihr dazu. Ich habe es bisher nicht gemacht und der Gedanke gefällt mir nicht wirklich.

Die Erfahrung, dass die TÄ unterschiedliche Therapien befürworten habe auch ich gemacht. Nachdem mein Grauer an Asp. erkrankt war, habe ich nicht nur meinen vogelkundigen TA konsultiert, sondern mich auch mit 4 Vogelkliniken in Verbindung gesetzt, um mir mehrere Meinungen einzuholen. Zwei haben eine orale Gabe von einem Antimykotikum generell abgelehnt und befürworteten eine Inhalationstherapie mit Imaverol. Andere haben eine orale Gabe befürwortet, wenn die Organe eine Pilzbelastung zeigten.

Aspergillose ist oft eine Faktorenkrannkheit, die in bestimmten Situationen ausbricht. Deshalb ist es wichtig, möglichst stressige Situationen zu vermeiden. Was ich noch sehr wichtig finde, ist das Immunsystem zu stärken. Das heißt viel Freiflug und Frischluft sowie UV-Licht und eine hochwertige, vitaminreiche Ernährung.

Gruß Alex

Ann Castro
27. May 2005, 13:16
Aspergillosetherapie mit Lamisil zu unbefriedigenden Ergebnissen geführt hat und auch Deine TÄ diese Erfahrung gemacht hat. Was meinst Du genau damit?

Ketokonazol hat viel stärker angeschlagen. Bei Grauen kann man das ja sehr schön an dem unbefiederten Bereich um die Augen erkennen, voraugesetzt, das TIer hat keine Herzinsuffizienz o.ä. was zur Blauverfärbung führen könnte.

Verliert die weisse Haut um die Augen den Blaustich und wird rosig, schlägt die Therapie gut an (hatte Gelegenheit genug, Blaustichigkeit mit Röntgenbildern zu vergleichen :(). Beim Lamisil kam nur eine sehr geringe Verbesserung.

Dieses Thema habe ich vor kurzem mit meiner TA besprochen, da einer meiner Grauen sich wieder verfärbte und auf Inhalation nicht ansprach. Daraufhin haben wir ihn noch einmal oral therapiert.

In dem Zusammenhang haben wir allgemein mögliche Medikamente für versch. Paapgeienarten und Nebeneffekte diskutiert (was jetzt hier zu weit führen würde), und so erfuhr ich, dass sie über Lamisil ähnlich denkt, wie ich.


Mein TA meint, dass Lamisil derzeit das beste Medikament gegen Aspergillose ist und es sehr gut vertragen wird.

Das meinte die vorherige TA auch, und es ist eben nicht oder nur in geringem Umfang leber- und nierentoxisch und wird von Grauen vertragen, was ja immer wieder ein heikles Thema ist.


Ich kann nur sagen, dass mein Grauer nach der Therapie wieder fliegen konnte. Vorher ist er bereits nach 1m abgestürzt.

Wenn es bei Deinem Tier angeschlagen hat, dann ist das klasse. Ich denke Tiere sind da nicht anders als Menschen. Manche Mittel schlagen bei manchen toll an und bei anderen nicht. Der Erfolg bestimmt, was man anwendet, oder nicht.


Inhalierst Du regelmäßig mit Imaverol bzw.

Nach Bedarf. wie bereits gesagt bei der Menge an Tieren, die ich habe und Röntgenbildern, die ich gesehen habe, kann ich ganz gut erkennen, wer gerade mal wieder behandelt werden muss.

Die Grauen werden blaustichig und die Aras gelbstichig im Gesicht (immer vorausgesetzt, dass nichts anderes vorliegt. Da meine aber einer detaillierten Ankaufsuntersuchung unterzogen werden und auch ziemlich regelmässig gecheckt werden, kann ich mir da ziemlich sicher sein).

Wenn mir irgendein Zweifel kommt, bringe ich sie sofort zur TA. Auch lasse ich ab und zu eines der Tiere stichprobenartig checken, um sicherzugehen, dass mein Urteil nicht nachlässt.

Nur, ständig Röntgen kann m.E. auch nicht die Lösung der Wahl sein.


sinnvoll auch nach einer oralen Gabe eines Antimykotikums mit Imaverol ein Leben lang zu inhalieren (als Kur bzw. zur weiteren Prophylaxe)?

Es kann sinnvoll sein. Aber, auch wenn eine Inhalation nicht systemisch wirkt, so ist nicht auszuschliessen, dass es doch Nebeneffekte gibt. Ausserdem sind Langzeitwirkungen nicht bekannt. Deshalb, immer schön konservativ an die Sache rangehen und unbedingt seine eigenen Tiere genau beobachten und begutachten.


Nun habe ich auch schon mehrmals gehört, dass man auch einen "gesunden" Vogel mit Imaverol zu Prophylaxe inhalieren lassen soll. Was meint ihr dazu.

Würde ich nicht empfehlen s.o.


Andere haben eine orale Gabe befürwortet, wenn die Organe eine Pilzbelastung zeigten.

Ja natürlich, wie soll eine Inhalation an andere Organe herankommen? Mit Inhalation kann man Lunge und Luftsäcke behandeln. Und das auch nur wenn man in ein wirklich gutes Inhalationsgerät investiert hat, das eine sehr feine Tröpfchengröße herstellen kann.


Aspergillose ist oft eine Faktorenkrannkheit

Definitiv richtig, da der Spor ubiquitär ist.


Deshalb ist es wichtig, möglichst stressige Situationen zu vermeiden

Nö. wichtig ist, sie regelmässig Stressfaktoren auszusetzen, damit sie stressresistenter werden. Ein sehr "wohlbehüteter" Vogel kippt eher bei einer Änderung seiner Routine, was immer mal vorkommen kann, um, als einer der Besuch kennt, andere Tiere, Jubel, Trubel, Heiterkeit.

So bemerkte meine TA, vor kurzem, dass meine Tiere sehr robust seien. Meine Tiere kennen eben Baustellenlärm, viel Besuch, leben im Schwarm und finden alles was neu und laut ist spannend. So wurde vor kurzem ein Handwerker, der bei mir mit dem Presslufthammer den Boden aufstemmte so belagert, da alle den besten Platz zum Gaffen suchten (auch auf ihm ;)), dass er kaum noch arbeiten konnte.

Böller und Leuchtkörper auf Neujahr? Wurden von einem Teil des Schwarmes, am Dachfenster sitzend mit lauten Gefallens-Bekundungen quitiert, der andere Teil schlief und liess sich nicht stören.

Es ist einfach irre wichtig, dass sie nicht lernen vor allem Angst zu haben, sondern erstmal neugierig zu sein. Ein gestresstes Tier ist ein krankes Tier.


Was ich noch sehr wichtig finde, ist das Immunsystem zu stärken. Das heißt viel Freiflug und Frischluft sowie UV-Licht und eine hochwertige, vitaminreiche Ernährung.

Definitiv richtig. Unbedingt hinzuzufügen sind eine hohe Luftfeuchtigkeit und Vitamin A (bzw Pro-Vit A) haltige Kost, um die Schleimhäute zu stärken, damit der Pilz sich nicht einnisten kann.

LG,

Ann.

Thomas B.
27. May 2005, 13:35
Hallo,

ich kann eigentlich fast alles, was Ann geschrieben hat, bestätigen.

Nur zwei Anmerkungen:

Die Vorstellung, daß der Organismus mit dem Abbau und Abtransport unzähliger "Pilzleichen" überfordert ist, stimmt wohl so nicht. Denn die Azolderivate wirken nicht fungizid, sondern lediglich fungistatisch, indem sie den Zellwandaufbau stören.
Hier zu den Wirkstoffen und Wirkmechanimen ein Zitat aus dem Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, zu "Antimykotika":

"Definition
das Wachstum von Pilzen beeinflussende (fungistatisch od. fungizid wirkende) Substanzen, die zur Behandlung systemischer u./od. lokaler Mykosen eingesetzt werden;
Stoffklassen
1. Wirkstoffe zur topischen Anw.:
a) Azolderivate, z. B. Bifonazol, Clotrimazol, Econazol, Itraconazol, Ketoconazol, Miconazol, Oxiconazol; Breitband-A. mit fungistatischer Wirkung;
b) Polyene, z. B. Nystatin, Natamycin;
c) Thiocarbamate, z. B. Tolnaftat, Tolciclat;
d) Ciclopiroxolamin;
e) Allylamine, z. B. Naftifin, Terbinafin; Breitband-A. mit fungizider Wirkung, insbes. gegenüber Dermatophyten, weniger wirksam gegenüber Hefepilzen;

2. Wirkstoffe zur systemischen Anw.: a) Azolderivate, z. B. Fluconazol, Itraconazol, Ketoconazol, Miconazol; Breitbandantimykotika;
b) das Polyen Amphotericin B;
c) Flucytosin;
d) Griseofulvin, Terbinafin;


Wirkungsmechanismen:
Azolderivate, Allylamine u. Thiocarbamate hemmen die Ergosterolsynthese von Pilzen. Amphotericin B beeinflusst wie die übrigen Polyene die Integrität der Zytoplasmamembran durch direkte Wechselwirkung mit Ergosterol. Ciclopiroxolamin komplexiert 2-wertige Ionen u. hemmt dadurch essentielle Transportvorgänge in der Membran. Flucytosin wirkt auf die Nukleinsäurebiosynthese. Griseofulvin hemmt die Ausbildung des Spindelapparats bei der Kernteilung."

Kaleta/Krautwald geben zwar an, bei Azolderivaten, die grundsätzlich fungistatisch wirkten, sei "bei hohen Konzentrationen auch Fungizidie beobachtet" worden, aber sie geben weder die Konzentrationen an, noch ob es sich um in-vitro oder in-vivo-Studien bzw. Beobachtungen handelt.

Imaverol (Enilkonazol) ist ebenfalls ein Azolderivat aus der Gruppe der Imidazole und dürfte daher ebenfalls lediglich fungistatisch wirken.
Lamisil (Terbinafin-HCl) wirkt dagegen fungizid. Ich kann es pharmakologisch nicht erklären, aber ich habe auch schon oft von Vogeltierärzten gehört oder gelesen, daß dem Vorteil besserer Verträglichkeit bei systemischer Anwendung gegenüber den Imidazolen der Nachteil oft geringerer Wirksamkeit gegenübersteht. Möglicherweise handelt es sich um ein Resistenzproblem.

Da, wie Ann richtig schrieb, Imaverol bei Anwendung per inhalationem nicht verstoffwechslet wird, sind auch Nebenwirkungen nicht bekannt. Insoweit weiß ich auch nicht, was konkret gegen eine Langzeitanwendung sprechen soll. Dr. Manderscheid hat zwar mal in einer Diskussion mit mir in einem anderen Forum behauptet, es könne bei Langzeitanwendung von Imaverol zu Keratitis als UAW kommen; meine Nachfrage hat er etwas arrogant mit dem "Hinweis" beantwortet, das sei schließlich "pharmakologisches Grundwissen". Auf meine Frage nach einem Beleg oder Literaturhinweis hat er die Diskussion beendet und sich nicht mehr gemeldet. Nachfragen bei anderen Vogelspezialisten (Angelika Wedel, Prof. Krautwald-Junghanns) ergaben, daß sie bei langjähriger Anwendung von Imaverol per inhalationem keine schädlichen Nebenwirkungen, insbesondere auch keine Keratitiden, beobachten konnten. Auch in der vogelmedizinischen oder pharmakologischen Literatur ist hierüber nichts zu finden.

Was die Anwendung von Ketokonazol (und in noch stärkerem Maße gilt das für die im Moment bei GLS gerade in Mode gekommene Anwendung von Amphotericin B - ein Mittel, das allerdings auch bei schweren Systemmykosen wirksam ist) angeht, teile ich die Auffassung von Ann, daß eine Reduktion oder Abtötung von Pilzen wenig nützt, wenn später die Niere oder die Leber im Eimer sind. Keimreduktion gelungen., Patient tot oder schwer leber- oder niereninsuffizient kann kein sinnvolles Therapieziel sein, ist aber leider oft die Folge einer einseitig "erregerorientierten" Sichtweise (ich meine hier besonders GLS). Zwar sind Leberzellen begrenzt regenerationsfähig, aber man sollte das nicht überschätzen. Trotzdem kann für eine begrenzte Zeit die orale Gabe von Azolderivaten (besser Itraconazol- "Sempera" als Ketokonazol außer bei Graupapageien und Mohrenköpfen, die Sempera nicht vertragen) sinnvoll sein. ABer nur bei schweren Systemmykosen und wenn die Stellen, die vom Schimmelpilzrasen befallen sind, überhaupt ausreichend durchblutet sind (also eher bei Lungen- als bei Luftsackaspergillose).

Ob Basistherpie orale Gabe von Antimykotika oder die Inhalation ist, ist dagegen m.E. keine "philosophische" Frage, sondern eine naturwissenschaftliche. Im Hinblick auf die Nebenwirkungen bei oraler Gabe und die Nebenwirkungsfreiheit der Inhalation ist die Inhalation die eindeutig richtige Basistherapie, die nur bei zwingender Indikationsstellung durch systemische Gabe von Antimykotika ergänzt werden sollte. Wie Ann schrieb, es ist bsehr wichtig, die Vögelk genau zu beobachten und den Therapieerfolg zu kontrollieren. In der Regel wird man allein mit der unschädlichen Inhalation auskommen. Schlägt das nicht ausreichend an, ist ergänzend oral zu therapieren, wobei man mit dem verträglichsten Medikament (Lamisil) beginnen sollte und nur bei nicht ausreichendem Therapieerfolg auf Sempera (bzw. Ketokonazol bei Grauen und Mohrenköpfen sowie anderen afrikanischen Papageien) umsteigen sollte.

Eine nicht-schulmedizinische Alternative ist die isopathische mit Sanum-Präparaten nach Prof. Enderlein.

Besonders wichtig ist der Hinweis zu ergänzender Therapie und Prophylaxe auf ausreichende Vitamin-A-Versorgung, Luftfeuchtigkeit und alle anderen Faktoren, die das Immunsystem beeinflussen (Flugmöglichkeiten, Frischluftaufenthalt, Streßreduktion u.a.).

LG
Thomas

alex
27. May 2005, 13:38
Hallo Ann,

lieben Dank für die ausführliche Antwort.

Allerdings habe ich immer gedacht, dass der Zusammenhang zwischen Aspergillose und der Blaufärbung der Augenringe ein Märchen ist. Alle Grauen haben doch blaue Augenringe. Hmmm, nun hat mein gesunder Vogel eher blaue Augenringe, während der "kranke" Vogel so gut wie keine Blaufärbung um die Augen zeigt.

Lamisil wurde deshalb eingesetzt, weil es im Gegensatz zu anderen Antimykotika piltabtötend wirkt (laut TA).

Nein, mit Stress meine ich "ungesunden" Stress. Denn bei meinem Grauen ist das gesamte Immunsystem zusammengeklappt, als ich ihn von den Vorbesitzern übernommen habe. Es war zwar schon krank, aber durch den Besitzerwechsel sind sämtliche Krankheiten ausgebrochen. Bereits am ersten Tag, als er bei mir war, hat er nur gebrochen und dann ging alles ganz schnell.


Viele Grüße Alex

Ann Castro
27. May 2005, 13:52
Ja. Dafür hält man Qurantäne (zusätzlich zur Ankaufsuntersuchung) ein. Mit etwas Glück kommt alles was da so schlummert zum Ausbruch, ehe man die eigenen tiere ansteckt.

oft werden die Tiere ja völlig reizarm gehalten. Aber das tut ihnen m.E. nicht gut. bei dem langen Leben wird es halt irgendwann mal Änderungen geben. Es kann ja auch nciht sein, dass das Tier so wenig gewohnt ist, dass ein TA-Besuch zum lebensbedrohlichen Stress wird.

Mit dem blau um die Augen funktioniert. Ein richtig gesunder Grauer ist um die Augen nicht blau. Ich habe hier sechs und kenne etliche mit Grauen. Achte da mal drauf.

Auch wenn sie gestresst sind, verfärbt sich der Bereich gerne mal bläulich. Das gibt sich aber schnell wieder. Bei Aspergillose (oder bereits erwähnten anderen gesundheitlichen Problemen) ist die Verfärbung anhaltend.

Wennd er Aspergillosebefall extrem ist, können sich auch die Füsschen dunkler verfärben. Aber dann ist es wirklich "kurz vor zwölf".

LG,

Ann.

mo75
28. May 2005, 23:11
Hallo!

Möchte mich auch mal für die superausführlichen Antworten bedanken :beifall:
Da fühlt man sich etwas sicherer, in dem, was man tut....

Bin froh, daß das mit der Basistherapie Inhalieren so richtig zu sein scheint!
Nur eins hab ich noch nicht verstanden: warum ich laut TA mind. ein halbes Jahr inhalieren lassen soll (machen das übrigens mit dem PariBoy) und hier immer von 6 Wochen die Rede ist...
Naja, werde die TA mal fragen....

Die Krankheit ansich macht mir dennoch ein bißchen Angst... :( Kann ein Papagei denn bei guter Behandlung (sprich: Medikamente, tierärztliche Beobachtung, gute Ernährung, etc) normal alt werden??? :?

Tue ja mein Möglichstes, aber ein bißchen Sorge bleibt....

Wenigstens hat Maya (bis auf die leichte Blaufärbung um die Augen...) noch keine Symptome gehabt. Hoffe, daß der TA das früh genug erkannt hat!

Thomas B.
28. May 2005, 23:52
Hallo Mo,
wenn die Aspergillose noch nicht allzuweit fortgeschritten ist, können Deine Geier, gute Behandlung wie von Dir beschrieben (n.b.: Das Wichtigste sind Frischluft und Flugmöglichkeiten!) vorausgesetzt, damit uralt werden. Man muß aber das ganze Leben darauf achten und ggf. auch immer mal wieder in Intervallen behandeln.
Oder Du machst zwischenzeitlich mal eine Sanum-Therapie. Theoretisch (von der Konzeption her) müßte Aspergillose, die schulmedizinisch nur als kontrollierbar, nicht als völlig heilbar gilt, damit auch heilbar sein, ich habe aber noch nicht genügend praktische Langzeiterfahrungen, um so etwas versprechen zu können und möchte daher den Mund nicht zu voll nehmen.
Wegen der Inhalationsdauer schlage ich auch vor, daß Du Deine TÄ einfach mal fragst. Vielleicht war es ja auch einfach ein Mißverständnis/Kommunikationsproblem.
6 Monate sind jedenfalls, auch wenn sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nichts schaden, in keiner Fachliteratur als Behandlungsdauer angegeben. 6 Wochen ist schon mit Sicherheitzuschlag, normalerweise werden 3-4 Wochen genannt.
LG
Thomas

Ann Castro
29. May 2005, 00:39
Du musst differenzieren zw. der tatsächlichen Behandlungszeit und der Zyklusdauer.

Normal sind ca. 2-3 Wochen und dann eine Pause. Je nach Situation, lässt man dies auf sich beruhen, oder wiederholt diese Behandlung + Pause immer wieder. Hierbei ist es üblicher dies durch den ganzen Winter (i.e. durch die Heizperiode hindurch) zu machen, statt durch den Sommer. Aber wenn ein Tier einen Aspergilloseschub hat, dann ist es auf jeden Fall nicht verkehrt durch den SOmmer hindurch zu behandeln.

LG,

Ann.

Thomas B.
29. May 2005, 00:54
Hi Ann,
bei der Inhalation sehe ich eigentlich keine begründete Notwendigkeit für eine Intervallbehandlung mit Pausen, mal davon abgesehen, daß man nach 6 Wochen Schluß machen kann und sicherlich irgendwann wieder anfängt. Aber warum sollte man nach Deiner Meinung nach 2-3 Wochen schon pausieren? Das sehe ich nicht. Hast Du dafür irgendwelche Gründe?
LG
Thomas

Ann Castro
29. May 2005, 10:34
Hi Ann,
bei der Inhalation sehe ich eigentlich keine begründete Notwendigkeit für eine Intervallbehandlung mit Pausen, mal davon abgesehen, daß man nach 6 Wochen Schluß machen kann und sicherlich irgendwann wieder anfängt. Aber warum sollte man nach Deiner Meinung nach 2-3 Wochen schon pausieren? Das sehe ich nicht. Hast Du dafür irgendwelche Gründe?
LG
Thomas

Aber natürlich ;)...wie ich bereits in Beitrag #3 schrieb, wenn ich mich hier mal einfach zitieren darf:


ABER, wenn die Inhalation wirksam ist, stirbt der Pilz ab. Die Überreste müssen auch hier verarbeitet und ausgeschieden werden, was auf Leber und Niere geht. Insofern ist die Aussage, dass das Medikament bzw. die Anwendung selbst relativ unschädlich ist, zwar richtig, aber der Prozess ist es nicht!

Das ist einer der Gründe, warum man auch bei einer Inhalationsbehandlung leberstärkende Mittel gibt, wie z.B. Mariendistel (http://www.bird-box.de/index.php?Kategorie_ID=45&Artikel_ID=395)samen.

Ich handhabe es so, dass ich die Tiere maximal drei Wochen am Stück inhaliere, ODER (was auch immer eher kommt) bis ich nachhaltige Veränderungen am Kot, in Form von Polyurie (Nieren!), bemerke. Dann wird pausiert, bis sich der Kot wieder normalisiert hat.

LG,

Ann.

Thomas B.
29. May 2005, 11:00
Hallo Ann,
klar, Du darfst Dich zitieren;-)))
Ich hatte das auch gelesen und nicht vergessen.
Aber hast Du auch gelesen, was ich kurz darauf zum Thema fungistatisch/fungizid geschrieben habe?
LG
Thomas

Ann Castro
29. May 2005, 12:06
Hi Thomas!

Nö. Hatte ich nur überflogen, aus zeitmangel.

Tja da streiten sich sogar die Fachleute drüber, ob Inhalation "etwas bringt" oder nicht. Vielleicht macht mal irgendjemand eine Studie, die von allen akzeptiert wird. Bis dahin kann man sich nur auf Erfahrungen, von Fachleuten, denen man vertraut und sich selbst verlassen.

Im Zweifelfall irre ich lieber auf der Seite des Konservatismus.

Ich habe an einem tierärztlichen Seminar von Prof. Krautwald teilgenommen (wurde als TÄ von einem befreundeten TA eingeschmuggelt ;)), dort wurde auch dieses Thema ausdiskutiert (nur 10 Teilnehmer, da gab es also wirklich die Gelegenheit zu guten Gesprächen). Und dort wurde es so gesagt, wie ich es hier schilderte.

Unabhängig davon haben zwei vk TA mit jahrzehntelanger Praxiserfahrung, mir dies bestätigt. Eine davon, hat mit Prof. Kaleta gearbeitet, kennt also auch die Sicht der Uni Giessen.

Auch meine eigenen Beobachtungen bestätigen dies (Polyurie).

Nachgewiesen wurde es an Papageien m.W. nicht, zumindest ist mir keine allgemein akzeptierte Studie bekannt.

Aber bedenke doch auch folgendes: die Stoffwechselprodukte des Aspergillus sind giftig, belasten also Leber und Niere. Bei einer Behandlung, die rein fungistatisch wirkt, sollten diese Stoffwechselprodukte vermindert werden, jedoch keine Abbauprodukte auftreten.

Demzufolge sollte man keine zusätzliche Belastung von Leber und Niere erkennen können. Dies kann man aber, also stimmt doch da etwas nicht.

Ich könnte mir denken, dass es an den Konzentrationen liegen könnte. Uni Leipzig empfiehlt eine 1:50 Verdünnung, andere empfehlen 1:100.

Aufgrund guter Verträglichkeit und besserer Wirkung benutze ich 1:50. Die Vögel, die es brauchen, setzen sich auch freiwillig direkt vor den Inhalator. Dies ist ein Zeichen dafür, dass es nicht so reizend für die Atemwege ist, wie manche behaupten, die die geringere Konzentration verfechten.

Würden die Tiere es als unangenehm empfinden, würden sie sich sicherlich nicht direkt davor setzen.

Wie dem auch sei, es wäre denkbar, dass eine Konzentration von 1:50 hoch genug ist, dass die Grenze vom fungostatischen zum fungiziden überschritten wird.

Dies ist jedoch reine Mutmassung meinerseits.

Noch ein Wort zu Sporinox (dt. Sempera, Itrakonazol). In den USA wird dies gerne angewandt. Als ich eine GB-Henne von dort übernahm, war aus ihrer Krankenakte ersichtlich, dass sie Aspergillose hatte, die erfolgreich mit Sporinox behandelt wurde.

Auf dem Röntgenbild waren keinerlei Schatten mehr festzustellen und auch der Titer (der in USA gerne zur Diagnose herangezogen wird) war sauber.

Die Obduktion, als sie wenige Jahre später starb (das Tier wurde nur 7 Jahre alt), ergab "Schwund des Lungengewebes" (eigentliche Todesursache multiples Organversagen aufgrund dessen), ihre Lunge hatte sich also zurückgebildet. Ursache davon ist unbekannt. Ob es mit dem Sempera zusammenhängt weiss keiner.

Aber stutzig gemacht hat es mich doch.

Es gibt so wenig wirklich an Vögeln getestete Medis, dass ich im Zweifelsfall bei einer Behandlung lieber sehr vorsichtig vorgehe. Also auch lieber mal ein Päuschen mehr, als eines zu wenig vornehme. Insbesondere, wenn der Vogel Symptome zeigt.

LG,

Ann.
.

mo75
29. May 2005, 12:16
ohh je.....das ist ja alles nicht ganz einfach zu verstehen..... :nene:

Aber ich denke, eins steht fest: Inhalieren ist schon gut. Und ich denke ich mach das jetzt erstmal 2 Monate und laß mir dann nochmal den Termin bei der TA geben.

Thomas: zum Thema "Frischluft und Freiflug"...... leider ist Maya ja noch flugunfähig, somit kann ich da also nicht helfen :traurig: aber Frischluft gibt es zumindest durch ein offenes Fenster. Ich werde den Käfig aber demnächst auch mal ins Freie bringen.

Zu der Konzentration der Inhalationslösung kann ich leider nichts sagen. Werde mich mal erkundeigen. Interessiert mich auch mal....

Ach ja: Propolis fand unser Züchter auch supersinnvoll. Also Danke für den Tip!!!


PS: übrigens SORRY für den Schreibfehler im Titel des Themas - peinlich :k

Ann Castro
29. May 2005, 12:50
das ist ja alles nicht ganz einfach zu verstehen.....

Kommt mit der Zeit, Du stehst ja noch am Anfang ;)

Wg Fliegen: Kennst Du die Flugübungen,d ie manmit flugunfähigen Papas machen kann?

Dunimmst Das Tier auf die Hand und fis´xierst die Füsse mit dem Daumen. Dann bewegst Du langsam den Arm hoch und runter,d ass der Vogel anfängt zu flattern.

Nicht übertreiben am Anfang, dem Vogel soll es Spass machen. Und so kann er trotz flugunfähigkeit mal die Lungen durchpumpen.

Viele Paapgeien, fangen früher oder später vons elbst and iese Trockenübungen zu machen, vorausgesetzt sie haben den Platz dafür. Sie halten sich zB mit den Füsschen oben am Käfigdach fest udn dann wird geflattert was das Zeug hält.

Wg Rechtschreibfehlern...davn kann ich ein Lied singen ;).

Schreib doch mal eine PN an Alfred oder Pine, die Modis dieses FOrums, die ändern das sicherlich gerne für Dich.

LG;

Ann.

alex
29. May 2005, 13:10
Hallo mo75,

auch mein aspergillosekranker Grauer konnte nicht fliegen und nicht steuern. Da er aber meinem anderen Grauen jedesmal hinterherfliegen wollte, ist er ständig ganz böse abgestürzt. Er konnte auch nicht greifen und nur ganz schlecht laufen.

Nach der Aspergillosebehandlung ging es ihm aber zusehends besser und die ersten Flugversuche haben ganz gut geklappt. Ich habe mit ihm fliegen geübt, erst 2m, dann 3m usw. Dazu habe ich unseren Kronleuchter abgehangen und einen Baumwollring hingehangen. Jetzt fliegt er ca. 10 Runden durchs Wohnzimmer und er kann hervorragend steuen. Den Greifreflex habe ich ebenfalls mit ihm geübt, indem ich ihm sein Lieblingsspielzeug (ein grünes Bällchen) in unterschiedlichen Größen zum Greifen gegeben habe. Nachher haben wir diese Übung auf dem Boden gemacht, so dass der Ball immer weggerollt ist, wenn er ihn nicht gegriffen hat. Das hat ihn anscheinend so motiviert, dass er es immer wieder versucht hat und nun klappt es mit dem Greifen.

Gruß Alex

Thomas B.
29. May 2005, 13:50
Hallo Mo,
Konzentration: 1: 50 in isotoner Kochsalzlösung oder noch besser in isotoner Emser Salz Lösung.
Zum Fliegen und Flugübungen haben Ann und Alex ja schon was gesagt.
LG
Thomas

mo75
29. May 2005, 22:06
Maya scheint echt zu wissen, was gut für sie ist: das mit den Flatterübungen macht sie oft wirklich ganz von selbst.
Werde ich aber dann mal noch weiter unterstützen.

Übrigens ist sie nicht "außer Atem", wenn sie so wild flattert. Ist ja dann eigentlich ein ganz gutes Zeichen, daß die Behandlung anschlägt, hoffe ich.

Alex: zum Glück liegt das bei Maya nicht an der Aspergillose, daß sie nicht fliegen kann, sondern "nur" an fehlenden Schwungfedern....

Vielen dank Euch allen!

Thomas B.
29. May 2005, 23:46
Hallo Mo,
ja, das Fliegen bzw. die Flugübungen sind so wichtig, weil nur so die Luftsäcke richtig voll ausgenutzt und eingesetzt werden. Es mag vielleicht blöd und vereinfacht klingen, und es ist wissenschaftlich ja auch kein ganz korrekter Vergleich, aber es ist ähnlich wie in einem schlecht gelüfteten Zimmer, in dem sich eher Schimmel festsetzen kann als in einem gut gelüfteten. Vögel, die viel an der frischen Luft sind und Flugmöglichkeiten haben, sind weniger anfällig für Aspergillose als reine "Stuben"- oder gar Kellervögel. Ihr Immunsystem ist überhaupt stärker.
LG
Thomas

Ann Castro
30. May 2005, 08:32
Ausserdem ist Sauerstoff Gift für Aspergillose-Pilze. Also ist es gut, wenn Lunge und Luftsäcke richtig gut mit Sauerstoff durchgespült werden.

LG,

Ann.

Anastasia
05. August 2007, 04:15
Hallo alle zusammen!

Wir sind "neu" hier in diesem Forum und haben das Thema "Aspergillose" durch googeln gefunden - und sind nun hier gelandet...!

Wir möchten uns kurz vorstellen: Nymphensittich-Henne Anastasia, Kosename "Anja" + Nymphensittich-Hahn Nicolaus, Kosename "Nico". Die Pflege-Eltern heißen Mammili (Elvi) und Pappili (Werner).

Wir als "Pflegeeltern" haben unsere Anja seit 2002 und Nico seit 2003 in unseren Familienverband aufgenommen. Anja wa eigentlich von Anfang an ein sog. "Sorgenkind": schüchtern, ängstlich, introvertiert usw., weshalb wir "Nico" 1 Jahr später dazu gekauft haben als Partner. Man lernt ja dazu...

Eigentlich sind Beide, obwohl von den Charaktären her ganz verschieden, EIN Herz und eine Seele.

Andererseits ist unser Hahn NUR auf seine Henne fixiert - obwohl er mit Sicherheit UNTERfordert ist, weil sie so sehr ruhig ist, während die Henne bestimmt oftmals ÜBERfordert ist, weil ER ihr ständig auf der "Pelle" sitzt!

Leider geht es unserer Henne seit einiger Zeit nicht gut nach unserer Beobachtung, sodass wir sie am 1.8. erstmals in unserer Tierklinik vorgestellt haben zum duchchecken. ERGEBNIS: Aspergillose!

Trotz mehr als 30-jähriger eigener medizinischer Erfahrung konnte ich, bzw. wir, mit dieser Diagnose nicht allzu viel anfangen! Die TÄ hat uns ein Medikament mitgegeben, dass wir nun 10 Tage 2x täglich in den Schnabel verabreichen sollen und sollen uns dann wieder mit unserer Anja vorstellen. Um welches Präparat es sich handelt, hat sie nicht erklärt - auch bislang nicht von Alternativen gesprochen!

Da diese Krankheit für uns als Vogelhalter völlig neu ist, haben wir wegen weiteren Info´s das INET durchsucht - und sind somit nun auch HIER gelandet bei Euch im Forum!

Nach allem, was wir bisher erfahren konnten, können wir uns einfach nicht erklären, warum unsere Henne JETZT seit ca. 1-2 Wochen akute Symptome zeigt mit wässrigem Durchfall, Apathie, Atemnot usw.

Sie war von Anfang an nach dem Kauf nie ein guter Flieger, trotz ständigen Freiflug-Möglichkeiten und dem späteren Kauf eines sehr agilen und aktvien Hahnes, weil unser Pärchen absolut frei bei uns lebt -also ohne Voli-Zwang. Sie bekommen täglich frisches Quell- bzw. Keimfutter , Golliwoog (http://www.bird-box.de/index.php?Kategorie_ID=48&Artikel_ID=1281), Vitaminzusätze im Trinkwasser, haben Mineralgrit bzw. Jodquader zum picken, Luftbefeuchter usw. usw........

Bei allem Lesen hier in Eurem Forum kommen wir auch nicht recht weiter für die Ursachensuche und sind momentan ziemlich ratlos! Propulis und andere verschiedene Präparate für das Immunsystem bekommen Beide außerdem zusätzlich über das Trinkwwasser, da ich seit Urzeiten absoluter Fan von Homöopathie bei Mensch und Tieren bin - was könnten wir bloß übersehen haben?

Da dieser Beitrag schon etwas älter ist und wir uns nun neu einklinken, hoffen wir dennoch, dass der Eine oder Andere von Euch sich mit neueren Erkentnissen und Erfahrungen diesebezüglich mal melden könnte OHNE die üblichen Floskeln oder sonstige Wiederholungen?

Liebe Grüße und Dank im voraus sendet Elvi & Co....

Anastasia
05. August 2007, 20:32
Hat sich leider erledigt - Danke und Tschüss.

Sybille
06. August 2007, 01:25
Hat sich leider erledigt - Danke und Tschüss.

Hallo Elvi,

wie ist das zu verstehen? Interpretiere ich das richtig, dass deine Anja nicht mehr lebt?

Wie wurde die Aspergillose diagnostiziert? Wurde Anja geröntgt?
Wenn Anja nun wirklich tot sein sollte, kann ich das mit der Aspergillose nicht so ganz nachvollziehen... Ich würde darauf tippen, dass hier eine falsche Diagnose gestellt wurde und demzufolge auch ein falsches Medikament verabreicht wurde.... Es würde mich auch sehr interessieren, welches Medikament du 2 mal täglich oral verabreichen solltest...
Es wäre nett, wenn du dich noch einmal melden würdest. :zwinker:

Anastasia
06. August 2007, 22:22
Sorry - Beitrag ist irgendwie "doppelt" hier gelandet!

Anastasia
06. August 2007, 22:33
Hallo Sybille, :)

erst einmal gaaanz herzlichen Dank, dass Du doch auf unsere Anfrage reflektiert hast. Wir möchten uns erst einmal entschuldigen, dass wir das Thema so kurz für uns als beendet betrachtet haben. 8)

Da sich Anja`s Zustand in den letzten 2 Tagen plötzlich sehr verschlechtert hat und unsere Nerven auch ein wenig "blank" liegen, weil die jetzige Situation mit schlaflosen Nächten und suchen nach Tipps und Hilfe, kräftezehrend ist, bitten wir unsere ungeduldige Reaktion zu entschuldigen, ja?
:traurig:

Zum Glück lebt Anja noch - ich schildere hier mal kurz den Verlauf der letzten Tage:

Wie wir bereits schrieben, waren wir vergangenen Mittwoch, am 1.8.07, mit Anja in der Tierklinik - Diagnose: Aspergillose! Ich bekam Tropfen mit und sollte ihr täglich 2x davon in den Schnabel geben. Gebrochen hatte sie vergangene Woche auch schon einmal, dauernd Durchfall, Atemnot beim Fliegen...

Gesagt, getan - ich habe ihr bis gestern früh die Tropfen in den Schnabel verabreicht und war bislang guter Hoffnung, dass sie sich langsam erholt. Zumindest sieht sie im Bereich der Augen schon wieder etwas besser aus. Zusätzlich bekommt sie Propulis ins Trinkwasser...

Gestern Nachmittag fiel mir auf, dass sie wieder sehr apathisch ist - nix mehr mit Engelchen - nur noch aufgeplustert und teilnahmslos.

Als ich ihr Trinken angeboten habe, hat sie nun nicht nur das Futter wieder ausgespuckt sondern jetzt auch das getrunkene.

Also: Anruf in der Tierklinik. Anwort: sofort kommen!

Wir uns im Galopp fertig gemacht, Anja in Transport-Box, ab ins Auto und hin. Diagnose: akute Kropf-Entzündung!

Antimykotika sofort absetzen - verträgt Anja nicht, hat Kropfentzündung ausgelöst! Dafür nun Nux vomica 3x täglich um den Durchfall zu stoppen + lokales Antibiotika 3x täglich in den Schnabel, um die Kropfentzündung zum Stillstand zu bringen. Danach soll dann das Antimykotikum über Inhalation verabreicht werden. Kommenden Donnerstag erfolgt Hausbesuch der Tierärztin - falls vorher keine Verschlimmerung eintritt.

Zuhause zurück: Anja total gestresst und erschöpft FREIWILLIG in die Voliere verkrümelt! Sie hat den ganzen Tag nicht gefressen, verweigert weiteres trinken nach dem Erbrechen am Nachmittag!

Ich solle heute Aufzuchtnahrung besorgen und ihr geben, solange die Kropfentzündung nicht abgeklungen ist, da diese hochkalorisch ist und alle wichtigen Nährstoffe enthält - WIE soll ich DAS meiner kleinen kranken und geschwächten Maus nur praktisch beibringen!?!?!?

Ich habe keinerlei Erfahrung in Aufzucht oder Zwangsfüttern, das nun tägliche Greifen-müssen wegen der Medikamente ist für Anja und mich Stress pur - wir sind so richtig down in jeder Hinsicht.

Pappili leidet am meisten darunter - und muss morgens wieder früh raus und auf Posten sein.... in der Hoffnung, dass Anja und ich es gemeinsam schaffen, dass es wieder bergauf geht. Dabei habe ich ein ganz mulmiges und gar nicht gutes Gefühl im Bauch wegen unserer kleinen süßen Maus.

Ansonsten haben wir den ganzen Tag den Luftbefeuchter laufen, um Anja die Atmung zu erleichtern. Kamille soll ich dabei jetzt im Verdunster besser nicht einsetzen, meinte die Ärztin.

Es wurde wieder eine schlaflose Nacht für mich und wir hofften nun von Herzen, dass Anja heute wenigstens wieder trinkt oder vielleicht sogar ein wenig von selbst fressen kann.

Nico habe ich mit Trick 17 aus dem Verkehr gezogen und Kunsteier in die Kiste gelegt, damit Anja und wir Ruhe haben - er ist tagsüber mit brüten beschäftigt und somit abgelenkt - die Ärztin mußte darüber lächeln und fand die Idee eben gut - der Zweck heiligt die Mittel. Was soll man denn sonst machen, wenn ein so munterer Hahn nicht begreifen kann, dass es seiner Liebsten schlecht geht und sie Ruhe braucht??? :prima:

Was die Aspergillose betrifft, haben wir natürlich sowohl dieses Forum als auch das Inet ausgiebig durchforstet - hilft uns aber nun in DIESER Akutsituation mit der zusätzlichen Kropfentzündung auch nicht wirklich weiter!

Nach der Rö-Untersuchung am 1.8. wurde uns bestätigt, dass sie die Aspergillose schon seit der Aufzucht haben muss - also bereits chronisch ist mit 2 großen Granulomen.

Was UNS Kopfzerbrechen macht - WAS hat JETZT diese Erkrankung zum Ausbruch gebracht? An der Hygiene KANN es nicht liegen, Stress macht unser Hahn natürlich, weil er Anja ständig belagert und scheucht - darum haben wir auch über ein zweites Pärchen nachgedacht.

Selbst das Blütenheu in den Schlafkörben (sie schlafen nach einer nächtlichen Panikattacke nicht mehr in der Voli sondern nur noch in 2 Seegraskörben an der Wohnzimmertür!) habe ich jetzt im Backofen bei 130° erhitzt, um alle möglichen Keime oder Sporen abzutöten, bevor ich die Schlafkörbe wieder frisch herrichte, der Luftbefeuchter läuft weiter rund um die Uhr, um ein halbwegs angemessenes Raumklima mit gut 70% bis 80% Luftfeuchtigkeit zu schaffen .... - mehr kann man doch nicht tun, oder?

Wie ich nun letzte Nacht schon befürchtet hatte, hat sich der Zustand bei Anja weiterhin sichtlich verschlechtert. Sie hat auch heute morgen weder getrunken noch gefressen, nur mal ein wenig an der Vogelkohle gepickt.

Gegen 11.00 Uhr rief die Tierärztin an, wie es Anja ginge. Sie schlug nun selbst auch die stationäre Behandlung vor. Kurz darauf kam sie zu uns und hat Anja abgeholt - ein Suuuper-Service in einem "Flecken" mit einer kleinen Tierklinik wie bei uns hier - der ganz sicher NICHT Tagesordnung ist!

Sie bekommt erst einmal Infusionen mit allen wichtigen Inhaltstoffen und dem Medikament gegen die akute Kropfentzündung, denn solange sie im Kropf heftige Schmerzen hat, wird sie jegliches fressen und trinken verweigern.

Wir hoffen sehr, dass die Kleine in ein paar Tagen über den Berg ist und wieder nach Hause kommen kann. Danach werden wir dann die Inhalationstherapie für die Aspergillose machen.

Ein ensprechendes Ultraschall-Inhalationsgerät, also Kaltvernebler, habe ich heute Nacht im Internet auch relativ günstig gefunden und denke, dass es diese Woche noch kommt. Die Preise schwanken je nach Anbieter zwischen 60 und 250 Euro - wie gut, dass man hier vergleichen kann und nicht wie früher nur teuer in der Apotheke oder dem Sanitätshaus kaufen muss.

Die Ärztin sagte, ich solle sie dazu in die Transportbox setzen, ein Handtuch drüber wie beim Kopfdampfbad und dann den Schlauch durch die Gittertür nach innen leiten mit dem Wasser-Medikamenten-Gemisch. Das Gerät schaltet automatisch nach 10 Min. ab. Wie oft am Tag und für wie lange, wird sich dann noch zeigen. Erst einmal muss sie jetzt über den Berg kommen. Weiter denken - dürfen, können und wollen wir gar nicht.

Wen das Gerät von Euch interessiert, kann sich unter folgendem Link informieren:

http://www.mein-einkaufsladen.de/gesundh...ulizer-top.html

Also - nochmals nichts für ungut und herzlichen Dank liebe Sybille, dass Du Dich gemeldet hast! Nachdem ich hier bei Euch so viel gelesen habe, denke ich, dass Ihr vielleicht auch nicht viel mehr Neues in der Zwischenzeit an Erfahrung dazu gesammelt habt - oder? :huh:

Als ich heute Abend mit der Ärztin in der Klinik telefoniert habe, sagte sie auch ehrlich, dass man jetzt noch keine Prognose stellen kann - die nächsten 1-2 Tage müssen zeigen, ob Anja es schaffen wird. Allerdings ist sie dennoch guter Dinge: 2 subcutane "Infusionen" in der Kniegelenkregion hat sie gut überstanden und sogar ein paar Körnchen gepickt.

Herzlichen Dank für´s zuhören und vielleicht habt Ihr ja doch noch ein paar neue Tipps für uns...? :traurig:

Rico wolle
06. August 2007, 22:41
drücke euch ganz fest die daumen dass es eurer kleinen maus bald wieder beser geht ....
kann die ängste sehr gut nachvollziehen ... aber ihr habt das bestmöglichste getan ... nun heißt es abwarten

liebe grüße gabri :)

Anastasia
06. August 2007, 23:02
...danke auch Dir liebe Gabri! Ich melde mich, sobald ich was Neues weiß, und hoffe dennoch, dass der Eine oder Andere noch ein wenig aus seinem Erfahrungsschatz plaudern kann bzw. was Neues aus dem praktischen Umgang mit der Aspergillose kennt?!

Bis dahin..... (ich habe jetzt das Bild von unserem Pärchen hochgeladen - ich hoffe, es gefällt Euch!)

Sybille
06. August 2007, 23:37
Hallo Elvi,

ich freue mich, dass meine Interpretation deines Satzes falsch war! :trost:
Du hast zwei süße wunderschöne Haubenschlümpfe! :zwinker:

Nach dem, was du nun geschrieben hast, hört es sich so an, als hättet ihr einen wirklich vogelkundigen TA gefunden, und ich denke, Anja ist dort in besten Händen.
Ich drücke ganz fest die Daumen, dass Anja schnell wieder fit ist und zu euch nach Hause kommen kann.


Was UNS Kopfzerbrechen macht - WAS hat JETZT diese Erkrankung zum Ausbruch gebracht? An der Hygiene KANN es nicht liegen, Stress macht unser Hahn natürlich, weil er Anja ständig belagert und scheucht - darum haben wir auch über ein zweites Pärchen nachgedacht.
Da kann man eigentlich nur mutmaßen... Stress ist natürlich ein nicht zu verachtender Faktor bei der Aspergillose. Auch könnte die sehr warme Witterung ein Auslöser sein.

Selbst das Blütenheu in den Schlafkörben (sie schlafen nach einer nächtlichen Panikattacke nicht mehr in der Voli sondern nur noch in 2 Seegraskörben an der Wohnzimmertür!) habe ich jetzt im Backofen bei 130° erhitzt, um alle möglichen Keime oder Sporen abzutöten, bevor ich die Schlafkörbe wieder frisch herrichte, der Luftbefeuchter läuft weiter rund um die Uhr, um ein halbwegs angemessenes Raumklima mit gut 70% bis 80% Luftfeuchtigkeit zu schaffen .... - mehr kann man doch nicht tun, oder?
Auch in Körnern (deren Schalen) können für das menschliche Auge nicht sichtbare Pilzsporen enthalten sein. Diese gelangen dann beim Knacken der Körner/Entspelzen in die Atemwege...
Wie sieht es aus mit frischer Luft? Viel Fliegen und am besten an der frischen Luft ist bei Aspergillosepatienten wichtig, denn dadurch werden die Atemwege gut durchgespült.

Die Ärztin sagte, ich solle sie dazu in die Transportbox setzen, ein Handtuch drüber wie beim Kopfdampfbad und dann den Schlauch durch die Gittertür nach innen leiten mit dem Wasser-Medikamenten-Gemisch. Das Gerät schaltet automatisch nach 10 Min. ab. Wie oft am Tag und für wie lange, wird sich dann noch zeigen.
Einen Tipp dazu findest du hier (http://ww.vogelforen.de/showpost.php?p=1296307&postcount=8). Vielleicht kann ja dein Mann so etwas nachbauen.:zwinker:

Berichte bitte weiter, wie es euerem Schätzchen geht. Die Daumen bleiben gedrückt!

Anastasia
07. August 2007, 02:23
Hallo liebe Sybille,

Deine liebe Antwort ist sehr wohltuend - DANKE!!!!!!!

Wie Du siehst, habe ich jetzt um diese Uhrzeit auch noch nicht richtig abschalten können und versuche so langsam zur Ruhe zu kommen. Pappili ist zwar schon in der "Heia" - weil er wieder früh raus muss - aber diese gegenwärtige Situation belastet uns Beide doch ganz schön. Ist ja nicht so, dass wir mit neuen täglichen Problemen im Alltag nicht klarkommen (wir sind es inzwischen gewohnt, dass immer irgendwas Neues unseren Rythmus durcheinander bringt *ggg*) - natürlich muss man sich jedem neuen Tag auch erneut stellen.

ABER: sobald es einem unserer beiden Lieblinge nicht gut geht, sind wir selbst fast "krank" und ein wenig "durch den Wind". Liegt einfach daran, dass wir unsere Piepse eben auch ganz bewußt und gewollt gekauft haben und ihnen ein möglichst artgerechtes Leben, so gut es eben geht, gemeinsam mit uns im Familienverband als Schwarmersatz, bieten möchten. Wir denken, dass es Allen, die sich in Tierforen aktiv beteiligen, ebenso ergeht. Wir jedenfalls dürfen uns auch dazu zählen.

Ich habe mit dem Einfügen von Zitaten oder Bildern noch so ein wenig meine technischen Probleme - falls es also mal Pannen gibt: bitte nicht verärgert sein oder fehlinterpretieren, ja?

Nun noch zu Deinen Gedankengängen kurz im Einzelnen:

- Was das Futter betrifft, bzw. ggf. die mit Sporen behafteten Spelzen, haben wir uns auch schon Gedanken gemacht. Wir kaufen unser Nymphi-Futter NICHT im Supermarkt fertig im Karton abgepackt mit allen möglichen Quatsch-Zusätzen, sondern im Inet bei einem wirklich guten Fach-Anbieter, bei dem wir natürlich hoffen, das es stets frisch ist und aus kontrolliertem Anbau kommt. Wir wissen natürlich inzwischen auch, dass es hierfür keinerlei Garantie geben kann hinsichtlich Sporenbelastung. Aber unsere TÄ war heute sehr angetan bei der genauen Inspektion des Lebensumfeldes unserer Anja - bevor sie sie uns entführt hat (erleichtertseufz!) Wir denken, dass man eben auch hier nicht mehr tun kann, als frisches Saatgut von guten Anbietern zu kaufen in der Hoffnung, dass es keine übermäßigen belastenden oder krankmachenden Erreger oder Sporen trägt. Eine gewisse Immunabwehr müssen unsere Piepse ja andererseits auch aufbauen - weil man sie nicht in Watte packen kann. UND: natürlich achten wir darauf, dass das Futter nicht zuviel Sonnenblumen-Samen oder sonstigen "Dickmacher" enthält....

Trotzdem sucht man nach Infektionsquellen oder -herden: ich hatte irgendwo im Inet etwas über Heu diesbezüglich gelesen. Aus DIESEM Grund habe ich sicherheitshalber unser Wiesenheu vorher im Backblech für einige Zeit auf 130° C erhitzt, um unser erkranktes Püppi nicht noch zusätzlichen Gefahren auszusetzen in der jetzigen Akutsituation, zumal man das Blütenheu ja in Plastikbeuteln abgepackt kauft - wo sich Pilzsporen u.U. auch noch so richtig rundum wohl fühlen könnten....

Die beiden Bilder mit der rundum abgedeckten Voli sind suuuuper! Jeder muss halt improvisieren und tüfteln - das ist bei uns auch Tagesordnung hinsichtlich der Piepse (vor allem bleibt es primär an mir hängen - logisch!)

Und was den Stress oder vielleicht das Wetter als Auslöser für einen so plötzlichen Ausbruch der Symptome betrifft, worüber wir uns den Kopf zerbrochen haben - Du hast natürlich Recht, das sind Spekulationen. Unsere TÄ hat uns heute dahingehend auch nochmals beruhigt, dass wir uns selbst keine Schuld dafür zuweisen sollten.

Also versuchen wir den Schwerpunkt unseres Denkens und weiteren Handelns vielmehr auf die vor uns liegende Zeit zu legen, um es unserer Anja, sobald sie wieder nach Hause kommt, dann so leicht wie möglich zu machen, mit ihrer Krankheit zu leben - damit sie uns allen noch recht lange erhalten bleibt! Sie hat wirklich ein sehr liebes und angenehmes Wesen und fehlt uns eben sehr.

Was die Lüftung betrifft: dafür sorge ich täglich mehrfach. Bei annehmbaren Temperaturen sind die Loggiatüren geöffnet und beide Piepse sitzen dann auf ihrem fahrbaren Freisitz direkt vor der jeweils geöffneten Tür, um UV- und Sonnenlicht sowie frische Luft zu bekommen (natürlich mit entsprechendem Schutz, um nicht abdüsen zu können!)

Da sie "frei" bei uns leben, können sie fliegen, wann immer sie wollen. Unser Hahn hat ein großes Bewegungsbedürfnis, während unsere Anja eben seit jeher die passive ist und nach 2 (maximal 3) großen Runden, aus der Puste kommt. Ich scheuche beide ohnehin schon bei geöffneter Tür mehrmals am Tag, damit sie sich bewegen und nicht verfetten - und um die Flugmuskulatur zu trainieren. Ich brauche nur mit meinem Federwedel kommen und "Achtung-Achtung" sagen - und schon geht die Post ab!

Jetzt kannst Du Dir, bzw. Ihr Euch vielleicht ein etwas besseres Bild machen (schade, dass ich hier keine Bilder einfügen kann aus unserem Alltag - habe jede Menge davon, voller Schabernack!). Dass wir trotz allem erst einmal etwas ratlos sind und erst lernen müssen, mit der neuen Situation umzugehen, ist, denke ich, normal.

Wir würden uns freuen, wenn wir wieder von Dir oder Anderen hier etwas hören - und wie versprochen berichten wir von Anja, sobald es etwas Neues gibt, ja?

Anastasia
09. August 2007, 21:01
Hallo Sybille,

wir wollten Euch nur noch kurz mitteilen, dass unsere Anja gestern Nacht verstorben ist. Die Ärtzin hat es uns gestern Vormittag mitgeteilt.

Wir hoffen für Andere, dass deren Verlauf nicht so dramatisch verläuft und erste Anzeichen oder Veränderungen eher bemerkt werden können.

Liebe und traurige Grüße sendet Euch zum Abschied aus diesem Thema Elvi.

Rico wolle
10. August 2007, 15:42
hallo elvi

das tut mir sehr leid :trost: :trost:

unsere blaustirnamazone rico haben wir auf fast dem gleichen weg verloren wie ihr eure anja ... und das ist grade mal 6 wochen her ... ich kann euren schmerz gut nachvollziehen ... aber ich war froh dass der vogel nicht mehr leiden musste ...
und nun suchen wir ein neues paar ... auch für euch kommen wieder bessere zeiten .... vieleicht sucht ihr auch eine neue partnerin für euren hanhn ...

dann kommt wieder was leben in die bude ... mit dem staubwedel :zwinker:

die von uns gegangenen leiden nicht mehr und leben in unseren herzen

liebe grüße gabri :trost:

veol
17. August 2007, 10:14
Hi!

Mit völlig überraschend meinte ich nicht plötzlich, sondern, dass Ernährung, Haltung, etc. zu stimmen scheinen und dann auf einmal die Leber oder die Niere schlappmacht. Oft denkt der Besitzer dann nicht mehr daran, was vor einigen Jahren war.

Auch tritt das nicht unbedingt nur ein, wenn gleichzeitig oral und mit Inhalation behandelt wurde, sondern auch wenn die orale Behandlung oder die Inhalationsbehandlung zu lange dauerte, zu hoch dosiert war, etc.

Dies sind Erfahrungswerte verschiedener TAs, mit denen ich über diese Thematik sprach. Eine Studie zu dem Thema ist mir leider nicht bekannt.

Generell, besonders bei Paapgeien, gilt, dass man in der Behandlung eher auf der Seite des Konservatismus irren sollte. So viel wie nötig, aber so wenig, wie möglich. Es ist noch immer viel zu wenig bekannt und insbesondere in Punkto Langzeitstudien gibt es ein großes schwarzes Loch.



Erzähl das mal den Tieren mit chronischen Zinkvergiftungen, die ich hier sitzen habe und deren Leber hin ist, einem Leberzirrhose-Patienten, oder jemandem, der verzweifelt auf eine Lebertransplantation wartet.

Viele Organe regenerieren sich bis zu einem gewissen Grad. Aber ist ein bestimmter Punkt überschritten, schafft der Körper es nicht mehr.

LG,

Ann.
Seufz-ich bin seit drei tagen in eurem forum am lesen......das gefällt mir alles üüüüberhaupt nicht .
bei einigen beiträgen habe ich geweint ,bei anderen hoffnung geschöpft-ich weiss garnicht mehr ,was jetzt das beste für meinen grauen ist.
er inhaliert mittlerweile seit 10 wochen ,bekam am anfang fünf tage ketakonazol und es sah aus,als ginge es ihm besser-denkste-es ist wieder schlimmer geworden,er zuckt jetzt mit den beinen und der ta sagte-der pilz geht aufs neversystem und wir sollen nocheinmal 5 tage ketakonazol geben .............hat einer von euch auch diesen "beinezucken" bei seinem grauen ?

regi_no1
22. August 2007, 22:15
Hallo veol,

vorweg - ich gehöre definitv nicht zu den Cracks unter den Papageienhaltern, darum sind meine Aussagen bitte als Gedankenanstoss zu verstehen. Beinezucken sprich zentralnervöse Symptome im Zusammenspiel mit respiratorischen Syptomen habe ich schon ein paar mal im Zusammenhang mit PMV gehört. Wurde dies für Deinen Grauen in Betracht gezogen?

regi

Papa Roco
24. August 2007, 10:18
Hallo zusammen.

Wir haben seit ca. 2 Monaten ein Ziegensittich Pärchen. Beide sind fast 9 Monate alt. Sie leben in einer 1m X 1m X 1.50m Volli mit Brutkasten. Haben aber denn ganzen Tag freiflug.(Ausser Maja jetzt zur Zeit) Gleich nach dem Kauf fing Maja auch an zu brütten. Das erste Ei hatte sie bereitz gelegt. Insgesammt 8 Eier. Nach ca. 2Wochen fing es an das Maja die Federn verlor. Erst mitte des Bauches. Sollte normal sein,wegen der Brut. Aber dann auch an denn Flügeln,Rücken,Hals,Kopf, eigentlich fast alle. Zuerst dachten wir das Roco das macht. Der war zum schluß auch immer mit im Brutkasten. Denn haben wir ihn ausgesperrt. Es ging aber weiter. Denn Zum TA. Der sagte Aspergillose. Wir müssen ihr jetzt Tropfen in denn Schnabel geben. 1X am Tag. Schon seit 15.08.07. Leider ist sie noch super scheu. Das erstemal war ein Krampf. Wir haben sie denn in einen kleinern Extra Käffig gespert. Weil sie sonst sich garnicht Einfangen lässt. Und so richtig besser wird es auch nicht. Ganzer Rücken fast kahl. Ich glaube das die Federn abbrechen und der rest stecken bleibt und schwarz wird. An denn Flügel ist es auch ganz schlimm. Es ist sogar schon blutig. Sie bekommen beide auch Vitamin Tropfen ins Wasser und Korvimin Pulver auf Obst und Körnern(jeden Tag alles frisch). Teilweise hat sie einbischen wässrigen Kot. Zurzeit aber nicht. Sonst ist sie aber ganz Mobil und will nartürlich denn ganzen Tag raus. Geht aber nicht weil ich sie sonst nicht wieder rein bekomme. Die Tropfen reichen noch ca 3 Tage. Dann sollen wir wieder zum TA. Bin mal gespannt was denn kommt. Maja und Mich stresst das eingefange jeden Abend auch super! Hat mir einer vieleicht einen Rat? Ich weiß langsam nicht mehr weiter.

Gruss Tom

DerGeier20
20. October 2008, 12:06
Hab mal sone ganz doofe Frage. Unser Jack hat auch Aspergillose. Hab gehört das Luftwäscher gar nicht gut sein sollen. Stimmt das?

Alfred Klein
20. October 2008, 14:56
Hab gehört das Luftwäscher gar nicht gut sein sollen. Stimmt das? Wenn Du die von Venta meinst, die haben bezüglich Reinigungsleistung bei Stiftung Warentest mit Mangelhaft abgeschnitten.

DerGeier20
22. October 2008, 12:18
Ja wir haben einen von Venta!

zitzewitz
31. October 2008, 18:28
Hallo,
Luftbefeuchter machen nur Sinn, wenn Sie täglich gereinigt und mit frischen Wasser ohne Zusätze betrieben werden. Zudem dürfen sie keine Zugluft verursachen und müssen daher ausreichend dimensioniert werden. Das alles ist mit Venta und Co sicher nicht möglich. Es gibt schon sinnvolle Geräte, aber für die Papageien-Stube taugen die nicht; sie sind auch nicht gerade preiswert und benötigen eigentlich einen festen Wasseranschluss.

Also werden die Papageienlungen weiterhin gestresst und geschädigt, wenn nicht mindestens täglich mehrere Stunden Freigang/flug an frischer Luft gewährt wird (egal welche Außentemperaturen herrschen). Alles andere ist und bleibt Tierquälerei ...und die lebensverkürzende Aspergillose reibt sich schon freudig die Hände ob eines neuen Opfers.
Es grüßt
Zitzewitz, der von der http://www.gewerkschaft-der-graupapageien.de (http://gewerkschaft-der-graupapageien.de)


>>Wir sind gegen Züchtung, Einzelhaltung und Haltung ohne größere Außenvoliere von Graupapageien<<