PDA

Vollständige Version anzeigen : neue Vogelart in Deutschland



Otwin Franz
05. July 2005, 19:42
Hallo,

zur Zeit gibt es eine recht interessante Disskussuin im Hochtaunuskreis/Hessen. Es wurde im Juni der vermutlich 1. Fahlsegler entdeckt. Nach bisher unbestätigter Sichtung soll er sogar schon in einer Kollonie brüten. Das ganze muss noch von den "Fachleuten" bestätigt werden, dass es sich tatsächlich um den Fahlsegler handelt.

Mal sehen wie das ganze ausgeht.

Bea
02. August 2005, 00:56
Hallo Otwin,

gibts schon was neues im Fall Fahlsegler?

Otwin Franz
02. August 2005, 09:09
Hallo Bea,

ja neuster Stand ist der, das es sich tatsächlich um Fahlsegler handelt die sich jetzt in Hessen im Hochtaunuskreis neu angesiedelt haben.

Kassiopeia
02. August 2005, 14:07
wie sieht den ein solcher fahlsegler aus??? *mal ganz dumm frage* :D

Falke2
02. August 2005, 14:26
Hi Kassiopeia!
Also ein Fahlssegler sieht einem Mauersegler sehr ähnlich, ist aber braun und nicht (fast) schwarz wie der Mauersegler. Außerdem sind die Flügel etwas breiter und stumpfer als beim Mauersegler.

Das ist wirklich erstaunlich, dass jetzt schon ein mediterraner Vogel bei uns in Deutschland brütet. Ob das wohl mit der Erderwärmung zusammenhängt???

Falke2

iskete
02. August 2005, 21:58
Bilder von Fahlsegler (http://www.bsc-eoc.org/avibase/avibase.jsp?pg=images&lang=DE&id=5F3EECD52FA922A3&ts=1123012610125) ;)

Kassiopeia
03. August 2005, 14:26
danke für die infos und bilder. bin mal gespannt, was da noch herauskommt...

Weissnix
03. August 2005, 18:54
Na ja, es ist nach wie vor umstritten ob dies Fahlsegler sind. Könnten auch Mauersegler juv. sein.

Peregrinus
07. August 2005, 15:21
Leute,

was macht unser Apus pallidus? Gibt´s was Neues?

LG
Pere ;)

Otwin Franz
07. August 2005, 16:27
Wie ich bereits geschrieben habe, sind es eindeutig Fahlsegler. Dies wurde ja auch von der Vogelschutzwarte bestätigt

Moni
07. August 2005, 17:04
Inwieweit stehen die in Konkurrenz zum Mauersegler? Da sie sich ziemlich ähnlich sind wie Ihr schreibt, konkurrieren sie doch sicher stark, oder?

NetBird
28. September 2005, 07:34
Hi all,

es war und ist leider nichts wirklich SICHER - ich selber war mit anderen vor Ort und habe die Vögel beobachtet. Genauer gesagt versucht zu beobachten.
Es war sehr schwierig weil der Vogel (ich habe immer nur EINEN verdächtigen Vogel gesehen) immer sehr schnell angeflogen kam und dann in der Höhle verschwand. Wenn man mitunter 2-3 Stunden gewartet hat kann man einen solchen Einflug in die Höhle leicht mal verpassen. Dann wieder lange Warterei und der Vogel war dann irgendwann mal draussen. Beim jagen konnte ich ihn leider nur zweimal kurz sehen - da schien er mir schon Fahlsegler-verdächtig zu sein. Aber es war nicht SICHER.
Es sind mir dann ein paar Fotos gelungen, welche einen Segler an der Höhle zeigen - auch sehr Fahlsegler-verdächtig, aber auch wieder nicht sicher bzw. nicht ausreichend. Es gibt leider, soweit ich weiss auch von anderen nicht, keine guten Fotos auf denen EINDEUTIG die Artzugehörigkeit Fahlsegler deutlich erkennbar ist. Es könnte sich dabei auch um vorjährige (keine juv. diesjährigen!!) Mauersegler gehandelt haben ... könnte wie gesagt.

Mein persönlicher Eindruck : der eine Vogel den ich gesehen habe ist ein Fahlsegler. Was darüberhinaus dort noch rumschwirrte waren wohl doch größtenteils Mauersegler. Inwiefern der Entdecker doch noch mehr "wirkliche" Fahlsegler dort gesehen hat, weiß ich nicht.

Auf jeden Fall wird im nächsten Jahr versucht werden das genauer zu belegen.

Hier mal ein Link zu meinen wenigen Fotos des Vogels :
http://www.teetz-naturfoto.de/bilder/gall.php?path=./bilder/Segler/&a=0


beste Grüße - Rando

Otwin Franz
28. September 2005, 09:05
Hallo,

also nach der letzten Info von Kurt Möbus ist er sich sehr sicher das es sich um Fahlsegler handelt. Er hat entsprechende Bilder unter
http://www.umweltbild.de/ornithologie reingestellt.

Da ganze wurde ja auch mit der Vogelschutzwarte in Frankfurt abgestimmt bzw. auch von denen bestätigt

Folko
28. September 2005, 10:58
Inwieweit stehen die in Konkurrenz zum Mauersegler? Da sie sich ziemlich ähnlich sind wie Ihr schreibt, konkurrieren sie doch sicher stark, oder?

Ich glaube, bei einem Einzelvogel braucht man sich noch keine Sorgen um den Bestand der Mauersegler in Deutschland zu machen :-)

Otwin Franz
28. September 2005, 11:03
Hier geht es nicht um Mauersegler, sondern um den Fahlsegler der in Hessen/Hochtaunuskreis vermutlich vorkommt

NetBird
28. September 2005, 11:19
Hallo Otwin,

dass es nicht um Mauer- sondern um Fahlsegler geht ist klar. Folko bezog sich ja auch nur auf die Frage ob die nicht in (Nahrungs)Konkurrenz zu Mauserseglern werden können. Daher seine Antwort : als Einzelvogel wohl kaum.

Nichts destotrotz kann die Vogelwarte mir erzählen was sie will - für MICH war es EIN Vogel der Merkmale von Fahlsegler aufwies und nicht mehr.
Kann sein, dass Kurt mehr gesehen hat, das will ich auch nicht bestreiten, aber ICH sah nur den Einen - und auch den nicht 100%-ig. Leider ! Für mich sind es ca. 80-90% die für Fahlsegler sprechen, was schon ein mehr als begründeter Verdacht ist ;-)

beste Grüße - Rando

Regalis
28. September 2005, 11:47
Hallo,

muß auch sagen das ich mit solchen Aussagen etwas vorsichtig bin, in der ersten Aufregung wird da schnell etwas gesagt oder geschrieben was einem nachher leid tut bzw. man kann dann nur noch sehr schwer zurück rudern.
Wie sowas aussehen kann sieht man doch an der neuen Artenschutzverordnung, dort stehen die Sakerfalken als heimische Art drin, begründet wurde das mit div ersen Beobachtungen von Vogelschutzgruppen und einzelnen Personen dieser Vereinigungen, jetzt geht die Sache wahrscheinlich vor Gericht und plötzlich kann keiner der angeblichen Beobachter definitiv sagen das es Sakerfalken gewesen sind die ere gesehen hat, es könnten ja auch Wanderfalken gewesen sein, wobei dieser Unterschied etwas größer sein müßte wie Mauersegler zu Fahlsegler.
Möchte hier niemand angreifen, aber bevor sowas nicht definitv belegt ist und jemand der genügend Ahnung hat dazu steht, glaube ich eher an junge Mauersegler!
Gruß
Marco

DUNADAN
28. September 2005, 17:54
Moinsen,

Regalis hat Recht. Obacht! Mann sollte nicht sofort losschreien, ohne einen sicheren Nachweis zu haben. Der Fall der angebl. pallidus-Segler wurde im Netz an anderer Stelle über Wochen diskutiert und zwar ziemlich kontrovers.

Der Entdecker hat leider in meinen Augen einen entscheidenden Fehler gemacht: Er hat nicht sofort versucht, möglichst viele Kenner der Art herbeizurufen, um eine stichhaltige Bestimmung zu ermöglichen. Dies hätte er aber m.E. tun sollen, denn Vogelbestimmung ist nicht immer ganz einfach, auch wenn man schon Jahre oder Jahrzehnte dabei ist..

Die Tatsache, dass ein oder mehrere Vögel von der Vogelschutzwarte als Fahlsegler bestätigt wurden, reicht mir persönlich auch nicht aus..., da die Mitarbeiter dort auch nicht alle Arten (erst recht, wenn sie nicht zu den heimischen zählen) aus dem FF kennen dürften. Geht uns ja auch nicht anders.:o)))

Im übrigen sei erwähnt, dass der Entdecker der "Fahlsegler" während des gleichen Zeitraumes auch einen oder wenn ich mich recht erinnere sogar mehrere Adlerbussarde eigtl. eine Südöstliche Art entdeckte. Auch in diesem Falle wurden keine Kenner der Art herbeigerufen, sondern eine Reihe von mäßigen Fotos viel zu spät im Web veröffentlicht, die weder Mäuse- bussard noch Adlerbussard ausschlossen. (Rando, korrigiere mich bitte, wenn ich das hier falsch wiedergegeben haben sollte!).

Also bei solchen Sensationen ist immer ein gerüttelt Maß an Skepsis und Selbstkritik angezeigt.

Gruß vom Fehmarnbelt
Oscar

njoerch
08. January 2006, 11:00
ALso, soweit ich informiert bin, wurden in diesem Jahr recht viele Fahlsegler in NRW nachgewiesen, Bruten sind laut einer Aussage eines Ornis hier bei uns ebenfalls nachgewiesen worden ;)

Liebe Grüße, Jörg

Yellow Warbler
12. January 2006, 10:44
Ich muß Regalis und Oscar zustimmen. Es ist äußerst fragwürdig warum der Erstbeobachter keine anderen Ornithologen verständigte als er die Beobachtungen feststellte. Ich hätte auch gerne gewußt ob sie von der dt. Seltenheitskommission bestätigt wurden. Das bezweifle ich nämlich stark.

Beim Besuch auf der Webseite v. Hr. Möbus fand ich folgende Stelle

"Seither liegen aus Nord- und Mitteleuropa zahlreiche weitere Beobachtungen von dieser unter den heimischen Mauerseglern (Apus apus) nicht leicht zu entdeckenden Art vor. Das gibt schon seit Längerem Anlass zu der Vermutung, dass der Fahlsegler bereits unerkannt als Brutvogel in Deutschland auftreten könnte."

Aufgrund einiger Beobachtungen gleich ein Brutvorkommen zu machen ist für mich reine Spekulation!

Auch der Begleittext zum "Fahlseglerbild #17" macht mich stutzig :nene:
Dort heißt es

"Wahrscheinlich Fahlsegler im Flug am vermuteten Brutplatz im Taunus / Hessen, 15.07.2005.
Man beachte, dass sich die äußere Handschwinge H 10
oft über die H 9 schiebt, so dass der Eindruck
eines für den Mauersegler typischen Handflügels mit der
äußeren als längster Handschwinge entstehen kann! "

Warum "wahrscheinlich" wenn er doch das Foto als "Fahlsegler 17" bezeichnet? Warum verwendet Hr. Möbus die Worte "äußere Handschwinge H10"? Federn haben fixe Bezeichnungen in der Vogeltopographie hier zB. H10, das Wort "äußere" ist völlig unnötig denn es gibt keine innere Handschwinge H10. Auch schiebt sich nicht wie er schreibt H10 über H9, die ja dem Körper näher liegt sondern H9 erreicht beim Fahlsegler die gleiche Länge wie H10, dadurch ergibt sich dann das stumpfe Ende des Flügels.
Und ich kann ein solches bei diesem Vogel nicht feststellen.

Beim Bild "Fahlsegler18" schreibt er wieder " wahrscheinlich Fahlsegler" und das Vergleichsbild als "sehr wahrscheinlicher Fahlsegler".
Auffallend ist auch das beiden Vögeln der für Fahlsegler typische große weisse Kinnfleck fehlt der auch im Flug klar erkennbar ist.


Bei "Fahlsegler 24" kopiert er einen Mauersegler ins Bild zum Vergleich, auffallend nur das dieser unter anderen Verhältnissen fotografiert wurde und auch eine andere Flügelhaltung zeigt. Wie soll man da vergleichen?
In der letzten Zeile schreibt er "Auch fällt auf allen Bildern auf, dass der Schwanz beim Fahlsegler deutlich weiter vorn am Körper ansetzt."
Wenn ich mir dann "Fahlsegler12" ansehe, ein äußerst unscharfes Foto, dann kann ich dieses Merkmal nicht erkennen! Trotzdem schreibt er auch da im Text "wahrscheinlicher Fahlsegler...".


Kurz gesagt ist mir da zuviel Platz für Spekulationen, ich halte es aus diesem Grund bzw. auch aus angegeben Kritkpunkten für sehr unwahrscheinlich das Hr. Möbus einen Fahlsegler gesehen hat und diese Fotos die Art auch zeigen.
Gruß, Yellow Warbler

swift_w
21. January 2006, 19:57
Hallo zusammen,

habe die interessanten Berichte über wahrscheinliche Fahlsegler-Beobachtungen leider erst jetzt gelesen.
An unserem Haus sind zwei Mauerseglernester seit einigen Jahren; eins davon ist künstlich angelegt u. bequem einsehbar von Dachboden aus, sodaß man gute Beobachtungen von Alt- u. Jungtieren machen kann durch einen Beobachtungsschlitz von ca. 15 x 80 cm im Abstand von ca. 50 cm zum Nest.
Vielleicht klärt sich im Frühjahr 2006 alles auf ob es wirklich Fahlsegler sind bei Usingen im Taunus.
Fahlsegler u. Alpensegler sind ca. doppelt so lange in ihren Brutgebieten wie Mauersegler, nämlich von Ende März/Anfang April bis Ende September; siehe Auszug von einem Bericht des NABU's:

Der Fahlsegler (Apus pallidus) bewohnt nur Teile des südlichen Europas von der Türkei im Osten bis nach Spanien im Westen. Dort kommt er vor allem in Küstengebieten vor. Der Fahlsegler ist dem Mauersegler in Größe und Aussehen sehr ähnlich, aber insgesamt etwas heller und brauner mit einer feinen Schuppung auf der Unterseite. Der Kehlfleck ist weiter ausgedehnt und heller. Der Kopf wirkt im Flug dicker, die Flügel sind stumpfer. Der Flug wirkt ruhiger mit langsameren Flügelschlag. Die Rufe des Fahlseglers sind gepresster, rauer und tiefer. Fahl- und Mauersegler jagen oft gemeinsam. Der Fahlsegler kommt schon im März aus den Überwinterungsgebieten und hält sich bis September in den Brutgebieten auf.

Fahlsegler-Brutpaare müßtem demnach schon Ende März/Anfang April im Taunus erscheinen;
die Mauersegler fühestens 15. bis 20. April (Ankunft in Kronberg bei Frankfurt)
Die Fahlsegler machen sogar 2 Bruten pro Jahr!
In der Schweiz wurde erst vor kurzer Zeit eine Fahlsegler-Kolonie im oberen Rhonetal entdeckt.
Erstaunlich auch die Fahlsegler-Meldungen aus NRW !
Es wäre schon toll, wenn im Taunus der bestätigte Nachweis erbracht werden könnte nach den vielen Meinungsverschiedenheiten.

MfG
Willi

njoerch
11. April 2006, 17:20
So, ich habe noch einmal nachgehakt...die Fahlsegler in NRW sind Tatsache, leider werden sie eher bedeckt als offiziell gehalten, wieso und weshalb, kann sich jeder denken :)

Ebenso werden solche Arten wie Karmingimpel, Orpheusspötter und co. unter Verschluss gehalten, weil die Arten einfach zu neu und noch zu selten sind :)

Beste Beispiele kann man ja anhand Wanderfalkenschutz, Uhuschutz, Wiesenweihe/Rohrweihe/Kornweihe/Sumpfohreule und co. sehen, solche Nester werden oft die ganze Brut über bewacht :) (gerade auf den Niedersächsischen Inseln) :)

Viele Grüße, Jörg

swift_w
11. April 2006, 22:07
Hallo Jörg, hallo zusammen,

vielen Dank für Deinen Beitrag.
Sehr interessant dass es Fahlsegler in NRW gibt.
Müßten sie in milden Gegenden nicht schon viel früher erscheinen - nämlich Anfang April - als die Mauersegler (frühste Beobachtungen in Deutschland in 2005 ca. 15. 16. April am Oberrhein, NSG Waghäusel, und sogar in NRW) ?
Warum Fahlseglerbeobachtungen "bedeckt" gehalten werden kann ich nur vermuten. Kannst Du das mal bitte etwas näher erklären?

Viele Grüße
Willi

NetBird
12. April 2006, 11:03
Hallo Jörg,

auch mir ist es nicht ganz klar weshalb eine angebliche Fahlseglerbrut in NRW verheimlicht werden sollte. Wirklich stören können Beobachter an Brutstätten für Segler in der Regel eh nicht. Und das jemand Interesse an Eiern und/oder Jungvögeln hätte wage ich auch zu bezweifeln. Aus meiner Sicht eine logische Erklärung wäre a) der Beobachter ist sich nicht wirklich sicher und will sich nicht öffentlich blamieren - oder b) eine leider recht typische Sache bei so genannten "Lokals", sie betrachten diese Vögel als "ihre" Vögel und sind ja soooooo stolz darauf. Beides ist in meinen Augen jedenfalls mehr als schwach. Und Naturschutzbelange seh ich eigentlich auch nirgenwo ...
Wäre schön, wenn Du mal nachhaken könntest. Und ... wie der Segler-Willi ;-) schon schrieb ... sie sollten jetzt schon fast dort sein !

PS : die ersten Mauersegler wurden in Waghäusel dieses Jahr schon gesehen !



beste Grüße - Rando

NetBird
12. April 2006, 11:07
Hallo zusammen,

habe die interessanten Berichte über wahrscheinliche Fahlsegler-Beobachtungen leider erst jetzt gelesen.

...

Vielleicht klärt sich im Frühjahr 2006 alles auf ob es wirklich Fahlsegler sind bei Usingen im Taunus.

...

Es wäre schon toll, wenn im Taunus der bestätigte Nachweis erbracht werden könnte nach den vielen Meinungsverschiedenheiten.

MfG
Willi


Hallo Willi,

wenn Du möchtest können wir uns die Stelle im Taunus dieses Jahr gemeinsam anschauen, ich kenne sie und war voriges Jahr schon dort. Wahrscheinlich ein wenig zu spät - jedenfalls konnte ich keinen 100%igen Fahlsegler sehen ... aber einen seeehr starken Verdacht bei einem Vogel hatte ich schon.


Gruß - Rando

swift_w
12. April 2006, 20:44
Hallo zusammen,

@ Rando,
prima, Deine Info dass im NSG Waghäusel jetzt schon die ersten Mauersegler gesehen worden sind. Ich fahre mit meiner Familie am Ostersamstag erstmals dorthin, dann weiter 1 Woche nach Achern unter Baden-Baden. Dort sehen wir dann u. a. die riesigen, bunten Alpensegler (Europas nördlichste Kolonie seit 2001 mit einigen Brutpaaren in einer Realschule u. benachbarten Gebäuden!
Da ich Seglerfan bin (selbst 1 - 2 Brutpaare, ein einsehbares Nest seit vielen Jahren) möchte ich' s natürlich auch genau wissen was es mit den "Fahlseglern" im Taunus auf sich hat. Prima, Deine Idee, dass wir uns das gemeinsam ansehen.
Wir können uns dann vielleicht schon Mitte Mai einen Termin und Treffpunkt ausmachen; wahrscheinlich an einem Samstag; wir wohnen ja nicht weit auseinander (Vogelsbergkreis).
Ich würde dann mit meiner Frau "anrücken" und natürlich mit meiner "Glotze" Weitwinkelfernglas 10 x 40. Werde auch mal den Mauersegler-Experten E. Kaiser, Kronberg (wir kennen ihn und seine riesige Mauersegler-Kolonie persönlich) um seine Meinung fragen. Es muß doch möglich sein hellere einjährige Mauersegler von Fahlseglern aus nächster Nähe zu unterscheiden.
Ich möchte Dir empfehlen sobald das Wetter besser ist und Du Zeit hast schon jetzt dort nachzusehen; wenn es wirklich Fahlsegler sind, müßten sie theoretisch sehr früh Mitte April schon dort im Taunus sein.

Viele Grüße
Willi

njoerch
13. April 2006, 16:53
Hallo nochmals :)

Alsooo, ich kann nur dazu sagen, dass ich diese Info bezüglich der Fahlsegler von amtlicher Seite inoffiziell erhalten habe, ich denke einfach, dass man bei neuen Brutvögeln einfach noch allgemein sehr vorsichtig bezüglich offizieller Meldungen ist (siehe Orpheusspötter letztes Jahr bei uns im Kreis, ein vorjähriges Ex., das beringt wurde, ist nicht innerhalb unserer Quartalssitzungen hier im Kreis zur Sprache gekommen obwohl der 2. Nachweis der Art für NRW).


Viele Grüße, Jörg :)

swift_w
14. April 2006, 07:10
Hallo Jörg, hallo zusammen,

Jörg, prima Deine Nachvorschungen. Kannst Du bitte mal näheres beschreiben, wo die Fahlsegler vorkommen; wieviele Brutpaare?
Kein Mensch außer Seglerfans wird sich dafür besonders interessieren.
Die Tiere können sowieso nur schwer von Mauerseglern unterschieden werden.
Oder ist das alles so geheimnisvoll?
Am Ostersamstag fahren wir erst ins NSG Waghäusel, dann weiter nach Achern (unter Baden-Baden) und werden dort u.a. hoffentlich die riesigen, bunten Alpensegler sehen. Wir kennen sie schon von Freiburg; dort gibt es inzwischen über 100 Brutpaare (in der Schweiz 1300) Europas nördlichste Kolonie wurde in 2001 von einem NABU-Mitglied entdeckt und auch bekannt gegeben. Erster Brutnachweis in 2002 in einer Realschule und jetzt auch schon in umliegenden Gebäuden. Die Alpensegler sind natürlich eine auffällige, beeindruckende Erscheinung mit ihren rasanten Schauflügen!
Sie breiten sich weiter aus in BW. Inzwischen gibt es schon Kolonien in Waldshut, Lörrach, Emmendingen, Achern, Tuttlingen an der Donau;
neuerdings in Lindau und Bregenz am Bodensee.

Frohe Osterfeiertage
Willi

Peregrinus
14. April 2006, 17:53
Wow,

das höre ich zum ersten mal, daß sich die Alpensegler nach Norden ausbreiten. :zustimm: Werde da mal meine Augen und Ohren offen halten und mal die Kollegen in Tuttlingen drauf anspitzen. Wäre ja echt klasse, wenn wir bald regelmäßig Alpensegler beobachten könnten.

LG
Pere ;)

HansWilhelm
23. August 2006, 19:57
Was haben denn Fahl- und Alpensegler in der Saison 2006 an Neubesiedlungen gezeigt?

eric
23. August 2006, 20:28
Wir haben in der Schweiz schon seit jahren eine Fahlsegler- kolonie, Allerdings nur im Tessin bei Locarno. Weiter nördlich bleibt er bei uns eine Ausnahmeerscheinung

swift_w
26. August 2006, 18:51
Hallo Eric,

habe vor ca. 2 Jahren gehört oder gelesen, dass es in der Schweiz außer im Tessin auch eine Fahlsegler-Kolonie im oberen Rhonetal gibt.
Diese wurde erst relativ spät entdeckt, weil die Fahlsegler schwer von Mauerseglern zu unterscheiden sind.

MfG
Willi

swift_w
26. August 2006, 19:09
Hallo Hans Wilhelm, hallo zusammen,

leider hört man hier nichts mehr von Fahlsegler-Beobachtungen im Taunus.
Wir waren Anfang Juli 2006 bei dem besagten Schloß im nordöstlichen Taunus bei schönem Wetter. Habe um den Turm ca. 1/2 Stunde lang mit meinem Weitwinkelfernglas 10 x 40 Ausschau gehalten. Ca. 15 ganz normale "ruß-schwarze" Mauersegler waren hier laufend in der Luft um das Schloß und den Bergfried; auch einige Einflüge in Mauerlöcher.
Leider war kein einziger heller Segler zu sehen.

Laut Alpensegler-Experte M. Schmidt gibt es in Freiburg ca. 100 Alpensegler - Brutpaare (Tachymarptis melba, Supersegler mit weißem Bauch).
In den anderen kleineren Baden-Württemberger Städten jeweils ca. 5 - 10 Brutpaare in Achern (bei Baden-Baden), Emmendingen, Lörrach, Waldshut und Tuttlingen im Donautal.

http://www.birdnet-cms.de/cms/front_content.php?client=1&lang=1&idcat=88&idart=490

Viele Grüße
Willi

swift_w
26. August 2006, 19:31
Hallo Seglerfans,

wir waren ab Ostersamstag 1 Woche in Achern (nur 270 km von Mittelhessen entfernt) unter Baden-Baden.
Dort befindet sich Europas nördlichste Alpensegler-Kolonie unter dem Dach der Robert-Schuhmann-Realschule in der Kaiser-Wilhelm-Str.
"Meinen" ersten Alpensegler in 2006 sah ich am Ostermontag, den 17.4. mit bloßen Augen, segelnd an dem nahen Stadtkirchturm vorbei Richtung Schulgebäude.
Ein "riesiger Bursche"; sie haben ca. 55 cm Spannweite ! (Mauersegler ca. 40 cm). Das Färbungsmuster ist ähnlich wie bei Uferschwalben !
"Meinen" ersten Mauersegler in 2006 sah ich am Do 20.4., mit dem Fernglas, bei sonnigem Wetter hoch zwischen ca. 10 Alpenseglern !
Vorab mal einige Bilder von der Alpensegler-Kolonie.
Der NABU-Mann Johannes Maletzki hat sie in 2001 entdeckt; in 2002 gelang der erste Brutnachweis.
In 2005 hat man bereits 8 besetzte Nester an diesem Gebäude gezählt und im September 27 Alpensegler einschl. ausgeflogenend Jungen.
Leider wurde das Schulgebäude nach Ostern noch renoviert an 3 Giebelseiten mit Gerüst.
Zum Glück sind dort laut J. Maletzki keine Nester.
Diese befinden sich im Spalt Sandsteinblöcke / Dachrinne.
Die Alpensegler fliegen auch von unten in große Bohrung von Formsteinen (Stutzen für alte Regenrinnen ? ) ein und kriechen von dort in Dachhohlräume.
Ein halbschalenförmiges Klebenest konnte man sogar mit dem Fernglas in einem relativ großen Spalt unter der Dachrinne erkennen.
Es war an einem senkrechten Wandstückchen angeklebt, wie man das von den Salanganen in Südostasien auch im Prinzip kennt.
J. Maletzki zeigte uns die Einzelheiten. Er hat auch einen Bekannten bei der unteren Naturschutzbehörde eingeschaltet um Druck zu machen, dass die Renovierung bald fertig wird und die Nistplätze der seltenen, schönen Vögel erhalten bleiben.
Die superschnellen Alpensegler waren nur sehr schwer zu fotografieren mit meiner Digital-Kammera mittlerer Preislage und leider nur zeitweise direkt an der Schule zu sehen. Bei schönem Wetter meistens hoch am Himmel.
Sie praktizieren im Gegensatz zu den Mauerseglern mehr den mühelosen Segelflug und sind trotzdem im Sturzflug rasant.
Ihre Flügelschlagfrequenz ist niedriger als bei den Mauerseglern. Sie ziehen aber kräftig durch.
Auf Bild Nr. 598 mit dem ankerförmigen Flugbild läßt sich ihre tolle Flugdynamik erahnen.

Wir werden in dieser schönen Gegend am Schwarzwaldrand noch einige mal Urlaub machen; vielleicht im Spatsommer nochmal.
Das nächste Mal habe ich mehr Übung im Fotografieren, und es gelingen mir hoffentlich bessere, nähere Bilder.
Wegen meiner "Fotografierwut" konnte ich weniger die rasanten Schauflüge der markant gezeichneten "Supersegler" beobachten;
das alles kenne ich ja schon von Freiburg her; ist natürlich immer wieder faszinierend.

http://img142.imageshack.us/img142/5831/pict0598am2.jpg
Bild: Alpensegler bei rasanten Schauflügen über der Robert-Schumann-Realschule in Achern

Viele Grüße
Willi