PDA

Vollständige Version anzeigen : Cirovirus - PBFD



Tapfer
21. September 2005, 08:18
Hallo an alle Tierfreunde bzw. -kenner, -züchter,

wir haben vor ca. 3-4 Wochen einen Kongo-Graupapageien(jetzt ca. 16-17 Wochen alt) bei einem Züchter erworben, der uns diesen auch nach Hause gebracht hat. Vor Ort haben wir dem Tier Federn entnommen und für einen Kombitest (Geschlecht,PBFD,APV) in ein Labor verschickt. Nach sehr langer Wartezeit nun das für uns alle zerschmetternde Ergebnis: PBFD = positiv !!!

Wir hatten mit dem Züchter eine Rückgabe vereinbart, die dieser auch einhalten wird. Nun aber das Problem: Unsere Kinder (wir natürlich auch), vorallem unsere Tochter Annika (10 Jahre) heult sich seit Erhalt des Ergebnisses die Augen aus dem Kopf. Sie will ihr Taschengeld geben, damit wir den Vogel behalten. Er ist uns in den paar Wochen schon sehr ans Herz gewachsen. Sie will ihn bis zum Tode??? pflegen usw.! Andererseits liegt das Geld auch nicht auf der Straße und so ein Graupapageienpreis incl. Käfig kein Pappenstiel (wir haben lange darauf sparen müssen)!

Ist die Krankheit in diesem Alter wirklich tödlich? Wie lange wird es dauern bis der Vogel stirbt bzw. wird es qualvoll für alle Beteiligten sein?
Meine Tochter hat Angst, dass der Züchter den Vogel töten wird (Bestandssicherung). Der Züchter versichert allerdings, den Vogel in einer großen Vogelvoliere zu halten, weil der Graue evtl. nur Träger der Krankheit sein könnte und es nicht zum Ausbruch kommt ????

Wir haben schon viel im Internet recherchiert, doch die Beiträge und Meinungen sagen auch nichts genaues!

Hat jemand mit dieser Krankheit Erfahrungen? Wir bitten um Hilfe !!!! :k :?

KHMAUB
21. September 2005, 11:05
Hallo an alle Tierfreunde bzw. -kenner, -züchter,

wir haben vor ca. 3-4 Wochen einen Kongo-Graupapageien(jetzt ca. 16-17 Wochen alt) bei einem Züchter erworben, der uns diesen auch nach Hause gebracht hat. Vor Ort haben wir dem Tier Federn entnommen und für einen Kombitest (Geschlecht,PBFD,APV) in ein Labor verschickt. Nach sehr langer Wartezeit nun das für uns alle zerschmetternde Ergebnis: PBFD = positiv !!!

Wir hatten mit dem Züchter eine Rückgabe vereinbart, die dieser auch einhalten wird. Nun aber das Problem: Unsere Kinder (wir natürlich auch), vorallem unsere Tochter Annika (10 Jahre) heult sich seit Erhalt des Ergebnisses die Augen aus dem Kopf. Sie will ihr Taschengeld geben, damit wir den Vogel behalten. Er ist uns in den paar Wochen schon sehr ans Herz gewachsen. Sie will ihn bis zum Tode??? pflegen usw.! Andererseits liegt das Geld auch nicht auf der Straße und so ein Graupapageienpreis incl. Käfig kein Pappenstiel (wir haben lange darauf sparen müssen)!

Ist die Krankheit in diesem Alter wirklich tödlich? Wie lange wird es dauern bis der Vogel stirbt bzw. wird es qualvoll für alle Beteiligten sein?
Meine Tochter hat Angst, dass der Züchter den Vogel töten wird (Bestandssicherung). Der Züchter versichert allerdings, den Vogel in einer großen Vogelvoliere zu halten, weil der Graue evtl. nur Träger der Krankheit sein könnte und es nicht zum Ausbruch kommt ????

Wir haben schon viel im Internet recherchiert, doch die Beiträge und Meinungen sagen auch nichts genaues!

Hat jemand mit dieser Krankheit Erfahrungen? Wir bitten um Hilfe !!!! :k :?

Hallo !
Wir hatten auch das selbe Problem mit unseren Grauen. Wir haben 3 Graue,
wovon einer die Krankheit hatte. Dann wurde der zweite angesteckt und der
dritte hatte keinerlei Schwierigkeiten. Unsere Vögel waren damals 4 Monate alt. Uns wurde ein sehr guter Tierarzt empfohlen (Spezialist für Papageien)
und zwar Herr Dr. Carlo Manderscheid in Bad Mondorf (Luxemburg). Er hat sehr viele Untersuchungen angestellt, allerlei Blutproben an diverse Institute wie Uni Leipzig, München und Bad Kissingen geschickt. Ferner hat er durch eine Spritzenkur (was nicht ungefährlich für die Tiere war und wir mußten auch einwilligen) das Immunsystem der Jungvögel richtig hochgefahren. Es war ein langer Prozess und zwar über 4 Monate hat dies gedauert. Es hat sich aber gelohnt, denn nach dieser Zeit kam die Nachricht, daß die Vögel negativ seien. Der Tierarzt hat uns gesagt, daß die
Tiere durch die Behandlungen diesen Virus selbst eliminiert hätten und sie wären nur Träger des Viruses gewesen. Wäre die Krankheit ausgebrochen, hätten die Vögel keine Überlebenschance gehabt. Nur muß ich Euch leider mitteilen, daß dies eine sehr kostspielige Angelegenheit war ( wir hätten uns für die Kosten drei neue Graupapageien kaufen können, aber dann hätten wir vielleicht wieder dasselbe Problem bekommen können und es wären auch nicht unsere geliebten Grauen gewesen). Unsere Grauen sind jetzt 4 1/2 Jahre alt und erfreuen sich bester Gesundheit. Wir müssen ihnen allerdings immer noch Viruvetsan und Papageienstamm (Lactobazillen) in einem bestimmten Rythmus geben und auch sporadich einen Besuch beim Tierarzt durchführen. Wir drücken Euch fest die Daumen, daß Euer Grauer
auch nur Träger dieser Krankheit ist und diese nicht zum Ausbruch kommt.
Viele liebe Grüße aus Saarbrücken
Anne und Karl-Heinz

RieJac01
21. September 2005, 11:54
Hallo,

eine wirklich tragische Nachricht, die wir letztes Jahr auch erfahren mussten!
Wir haben ebenfalls einen Grauen bei einem Züchter erworben, der 13 Wochen alt war! Wir hatten ihn ca.4 Wochen und dann war er tot.
Das Ergebnis= PBFD POSITIV! Uns wurde damals in der TK Leipzig gesagt, dass bei den Nestjungen bei Ausbruch keine Überlebenschancen gibt, da sie noch kein augeprägtes Imunsystem haben. Bei Jungen ist es meist so das der "Wohnortwechsel" und sämtliche Umstellung vom Züchter zum neuen Wohnort Stress!!! bedeutet und die Sache unteranderem zum Ausbruch bringt/bzw.bringen kann.
Ich lege dir ans Herz-bring ihn zurück so schwer wie es euch fällt! Denkt dran bei Grauen sieht man nicht schnell, dass sie krank sind! Bei uns ging es von heut auf morgen... :k
Lasst euch das Geld wieder geben und holt euch einen anderen bei einem anderen Züchter!
Stellt euch Vor ihr kauft einen Zweitvogel dazu und der erste steckt den zweiten an und und und....
Es ist eure Entscheidung, aber wenn ich nochmal davor stehe würde ich ihn zurück geben...

Tapfer
21. September 2005, 12:02
Hallo Anne und Karl Heinz,
vielen Dank für eure Info! Wir sammeln z. Zt. Pro und Contra für uns, wir werden eure Erfahrungen in unsere morgige Entscheidung einfließen lassen.
Danke nochmals!!!
Gruß Inge

Tapfer
21. September 2005, 12:08
Hallo Doreen,
dass hört sich ja wirklich schlimm an und macht uns die Entscheidung umso schwerer. Der Kopf sagt ja, der Bauch bzw. das Herz sagt nein!
Habt ihr inzwischen ein neues Tier erworben? Weißt du, wie lange die Viren im Mobiliar aktiv sind bzw. sein können? Man kann ja nicht alles desinfizieren!!!
Gruß
Inge

Thomas B.
21. September 2005, 12:19
Hallo Inge,
niemand kann Euch eine Garantie geben, aber PBFD iist heute absolut kein unbedingtes Todesurteil mehr. Die schwersten Verlaufsformen sieht man eigentlich fast nur noch bei Kakadus. Es scheint so, als ob sich das Immunsystem der Vögel (das allerdings bei Jungvögeln noch nicht voll ausgebildet ist) im Laufe der Jahre besser auf das Virus eingestellt hat. Viele Vögel, die serologisch positiv sind, bekommen niemals das klinische Vollbild und die Krankheit bricht nicht oder nur in einer leichten Form aus. Man kann schulmedizinisch (z.B. mit Baypamun), phytotherapeutisch (z.B. mit Echinacea und Propolis), isopathisch (mit Sanum-Präparaten) und vor allem homöopathisch (mit einer individuellen Konstitutionstherapie) sehr viel unternehmen, um die Abwehrkräfte zu stärken und das Virus zu bekämpfen. Im günstigsten Fall ist es nach einigen Monaten oder Jahren gar nicht mehr nachweisbar. Natürlich - trotz aller Bemühungen kann es auch anders kommen. Und wenn Euer Vogel in seinem Alter schon das klinische Vollbild hätte, wäre ich sehr zurückhaltend mit einer Prognose. Aber wenn es "nur" das positive Testergebnis ist, hat man ein gute Chance. Ich persönlich brächte es nicht übers Herz, es nicht wenigstens zu versuchen und so ein Vögelchen kampflos zum Tode zu verurteilen. Und darauf würde eine Rückgabe sicher hinauslaufen. Denn ich glaube nicht, daß ein Züchter es sich leisten kann oder will, einen Virusträger, der immer ein potentielles Risiko und damit für ihn eine ökonomische Zeitbombe bedeutet, einfach so durchzufüttern.
Ich glaube nicht, daß Doreens tragischer Fall vergleichbar ist. Denn ihr Vogel war in dem Alter, in dem Eurer jetzt ist, schon tot - und Eurer hat noch nicht einmal klinische Symptome. Das ist sicher ein anderer Fall.
Ich bin gerne bereit, alles mir mögliche zu tun, um Eurem Vogel zu helfen.
Wenn Ihr Interesse an einer Behandlung oder näheren Informationen habt, schickt mir eine Email.
Liebe Grüße,
Thomas

Sittichmama
21. September 2005, 13:36
PFPD ist kein Todesurteil.

Setzt Euch mal mit der TA vom NOP in Verbindung, die hat sehr gute Erfolge bei der Behandlung dieser Krankheit erzielt.
Der NOP ist eine Auffangstation in die Niederlanden.

RieJac01
21. September 2005, 14:04
niemand kann Euch eine Garantie geben, aber PBFD iist heute absolut kein unbedingtes Todesurteil mehr. Die schwersten Verlaufsformen sieht man eigentlich fast nur noch bei Kakadus.

Bei unserem Grauen hat man damals auch keine Virustypischen Symptome gesehen-dafür war die Zeit viel zu kurz! Die meisten Jungtiere sterben leider an den Sekundärinfektionen -bei uns war es Hilfepilzmykose.
Der kleine Körper kann sich nicht wehren...

auf deine Frage: Wir haben uns danach nochmal einen Grauen geholt und der war ebenfalls positiv! Wir haben ihn noch am selben Tag zurück gebracht. Ich hatte es eigentlich schon aufgegeben aber dann haben wir eine Züchterin kennengelernt und den Versuch nochmal gestartet!
Vor dem Ergebnis hatte ich Große Angst, aber es war zum Glück negativ.
Zischen infizierten Vogel und Kauf des Gesunden lagen rund 2 Monate in denen wir mehrfach desinfiziert haben und Kletterbäume etc. ausgetauscht haben...
Viel Glück bei Eurer Entscheidung! :trost:

Thomas B.
21. September 2005, 14:19
Liebe Inge,
da ja für Euch auch die Finanzen ein wichtiges Problem sind, hier nach dem Medizinischen nun noch was Rechtliches:
Wenn der Züchter sich bereit erklärt hat, den Vogel zurückzunehmen, könntet Ihr doch auch auf einer wesentlichen Reduzierung des Kaufpreises bestehen.
Beim Kauf hat der Käufer bei "Sachmängeln" (schreckliches Wort, aber gem. § 90a BGB sind die Vorschriften über Sachen auf Tiere entsprechend anwendbar) zunächst - was hier ausscheidet, ein "Nachbesserungsrecht", dann die Wahl zwischen Rücktritt vom Kaufvertrag (früher als "Wandlung" bezeichnet) oder Minderung des Kaufpreises.
Was Euch der Züchter angeboten hat, wäre ein Rücktritt. Ihr könnt aber stattdessen auch Minderung verlangen.
Eine "Nacherfüllung" scheidet hier, da ein Kauf eines bestimmten Vogels, den Ihr Euch ausgesucht habt, kein "Gattungskauf", sondern ein "Stückkauf" ist, aus.
Einzelheiten hier:
a)Sachmängelgewährleistung:
http://ruessmann.jura.uni-saarland.de/bvr2003/Vorlesung/sachmaengelgewaehrleistung.htm
b)Minderung:
http://ruessmann.jura.uni-saarland.de/bvr2003/Vorlesung/minderung.htm
c)Nacherfüllung:
http://ruessmann.jura.uni-saarland.de/bvr2003/Vorlesung/nacherfuellung.htm
Ich denke, unabhängig von der klaren Rechtslage hat der Züchter doch wirtschaftlich gar kein Interesse an der Rücknahme eines potentiell kranken "Ansteckungsherdes", den er, wie er behauptet, auch noch auf eigene Kosten "durchfüttern" müßte.
Er müßte Euch daher eigentlich den Kaufpreis weitgehend zurückerstatten, und Ihr könnt den Vogel behalten und habt etwas Geld für die Behandlung und - was früher oder später sowieso angesagt und nötig ist - einen Partnervogel.
LG
Thomas

Maja3
22. September 2005, 02:51
Hallo Inge,

meiner Meinung nach solltest du den Vogel gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgeben. Kaufe dir davon einen gesunden Vogel. Was meinst du wie deine Kinder weinen wenn der Vogel in 1 oder 2 Jahren stirbt! Wie schon geschrieben hast du auch das Problem wenn du einen 2. Vogel dazuholst. Er steckt sich an u. du hast keine Garantie über den Verlauf der Krankheit.

Nur durch die Rückgabe von jedem kranken Vogel kann ein Züchter dazu gezwungen werden das Elternpaar aus der Zucht zu nehmen. Solange er Abnehmer für seine kranken Vögel hat wird er auch weiter züchten.

Das hört sich jetzt vielleicht sehr hart an, aber so ist es nunmal.

Viele Grüße
Maja

Tapfer
22. September 2005, 22:18
Hallo Thomas,
vielen lieben Dank für deine Tips und Rechtsverweise. Der Züchter hat sich bereits bei uns gemeldet und möchte den Vogel gegen Erstattung des Kaufpreises + Testkosten am Sonntag bei uns abholen. Wir hätten uns auch viel lieber auf Minderung des Kaufpreises oder Zahlungsverschiebung auf mehrere Jahre geeinigt! Wir haben bereits so viel Kraft (Anrufe in mehreren Tieruni`s, Vogelpark Walsrode, vogelkundige TA, Internetrecherchen bis in die Nacht) aufgewendet, wir möchten uns nun nicht auch noch rechtlich streiten. Wir hoffen nur, der Graue bekommt tatsächlich sein Gnadenbrot bis zum Schluss und wird nicht eingeschläfert!!!

Da wir noch einen Welli ( ca. 6,5 Jahre) haben, wird sich dieser wahrscheinlich inzwischen infiziert haben. Somit müssen wir mit einer Neuanschaffung sowieso warten. Ich hoffe, unsere Tochter und wir werden diese traurige Angelegenheit bald hinter uns lassen!

Gruß Inge

Thomas B.
22. September 2005, 22:38
Hallo Inge,

Der Züchter hat sich bereits bei uns gemeldet und möchte den Vogel gegen Erstattung des Kaufpreises + Testkosten am Sonntag bei uns abholen. Wir hätten uns auch viel lieber auf Minderung des Kaufpreises oder Zahlungsverschiebung auf mehrere Jahre geeinigt!
Wie bereits gesagt: Das Wahlrecht zwischen Minderung und Rücktritt hat der Käufer, nicht der Verkäufer! Darum müßte man sich rechtlich auch nicht streiten, weil es eindeutig im Gesetz so geregelt ist. Ihr müßt Euer Wahlrecht nur ausüben, und fertig. Es ist und bleibt Eure Entscheidung.
Übrigens: Daß sich Euer Wellensittich "angesteckt"hat, ist eher unwahrscheinlich, sofern die Vögel keinen sehr engen Körperkontakt hatten. Die Frage der Übertragung wurde früher fälschlich viel zu dramatisch gesehen. Heute weiß man, daß das Virus z.B. durch Gefiederstaub nicht übertragen werden kann.
LG
Thomas

Sybille
22. September 2005, 23:15
Hallo Thomas,

jetzt muss ich doch mal nachfragen, da ich mich ja auch viel mit dieser Krankheit beschäftigt habe:

Die Frage der Übertragung wurde früher fälschlich viel zu dramatisch gesehen. Heute weiß man, daß das Virus z.B. durch Gefiederstaub nicht übertragen werden kann.
Woher nimmst du diese Gewissheit? Gibt es dazu wissenschaftliche Abhandlungen, Beweise, Nachweise oder wie auch immer? Wäre das wirklich der Fall, dann würde ja eine sehr wesentliche Seite der Übertragung entfallen...
Kannst dich ja sicherlich an meinen Volierenthread erinnern. :zwinker:


Hallo Inge,

ich schließe mich den Vorschreibern an, die dir dazu rieten, den Kleinen zu behalten und eine Preisminderung anzustreben.
Grund: Der Kleine war nun schon einige Zeit bei euch, der Virus wäre eh schon überall...
Ich mag mir gar nicht ausdenken, was mit dem Kleinen jetzt passiert. Egal, was der Züchter sagt...
Auch kann ich mir vorstellen, dass dieser Graue sicherlich nicht der einzige im Bestand des Züchters ist, der positiv ist (wenn der Test denn stimmen sollte)... Wie geht die Sache dort weiter...

Auch schriebst du in deinem Eingangsposting, dass das Testergebnis lange auf sich warten ließ... Könnte da nicht was falsch gelaufen sein...? Ich würde den Test an einem anderen Labor noch einmal wiederholen lassen. Habe schon einige Male gelesen, dass PBFD-Tests am selben Vogel unterschiedlich ausgefallen sind...
Aber letztendlich liegt die Enscheidung ganz allein bei euch.

Ich wünsche dem kleinen grauen Schatz alles erdenklich Gute für seine weiteren Wanderungen...

Maja3
22. September 2005, 23:25
Hallo Sybille,

ein PBFD-Test fällt oft falsch-negativ aus wenn er über die Feder durchgeführt wurde. Das Virus ist im Körper aber noch nicht bis zur Feder gekommen. Bei einem Federtest werden 3 Tests im Abstand von 4 Wochen empfohlen. Allerdings auch nur wenn nicht gleich der 1. Test positiv ausfällt.

Sicherer ist die Blutuntersuchung. Will man allerdings seeeehr sicher sein sollten 2 Bluttests im Abstand von 4 Wochen durchgeführt werden, damit die Inkubationszeit vorbei ist.

Ich bin immer noch dafür den Vogel zurückzugeben. Beim nächsten Verkauf wird der Züchter vielleicht einem unwissenden Käufer einen Vogel ohne Test verkaufen. Dann hat er auch keine Probleme mit einer Rückgabe.

Viele Grüße
Maja

Thomas B.
22. September 2005, 23:54
Hallo Sybille,

Woher nimmst du diese Gewissheit? Gibt es dazu wissenschaftliche Abhandlungen, Beweise, Nachweise oder wie auch immer? Wäre das wirklich der Fall, dann würde ja eine sehr wesentliche Seite der Übertragung entfallen...
Kannst dich ja sicherlich an meinen Volierenthread erinnern...
Das beruht auf neueren, m.W. noch nicht veröffentlichten (jedenfalls liegt mir noch nichts vor) Forschungsergebnissen aus USA, wo systematische Infektionsversuche gemacht wurden. Referiert hat darüber in einem Vortrag Prof. Dr. Krautwald-Junghanns von der Universitätsvogelklinik Leipzig.
Deshalb hatte ich mich ja auch in dem berüchtigten "Volierenthread" gegen übertriebene Panikmache ausgesprochen.
LG
Thomas

Thomas B.
23. September 2005, 00:02
Ich bin immer noch dafür den Vogel zurückzugeben. Beim nächsten Verkauf wird der Züchter vielleicht einem unwissenden Käufer einen Vogel ohne Test verkaufen. Dann hat er auch keine Probleme mit einer Rückgabe.

Wenn er ihn leben läßt, wird der Züchter vermutlich genau diesen Vogel einem anderen (unwissenden) Kunden verkaufen - ohne Preisminderung. Das würde auch erklären, warum er ihn lieber zurückhaben will. Ich kenne den Züchter nicht und weiß nicht, was für ein edler Mensch er möglicherweise ist, aber ich kann mir schwer vorstellen, daß er ihn jahrelang (und noch dazu als mögliche Infektionsquelle) einfach so für nichts und wieder nichts durchfüttert. Das widerspräche jeder Geschäftslogik, und fast jeder Züchter ist (mindestens auch) Geschäftsmann.
Also, Inge: Überleg Dir gut, was Du tust. Es ist, wie bereits gesagt, allein Deine Entscheidung, nicht die des Züchters. Laß Dir die Verantwortung nicht aus der Hand nehmen.
LG
Thomas

Tapfer
23. September 2005, 11:59
Ich bin immer noch dafür den Vogel zurückzugeben. Beim nächsten Verkauf wird der Züchter vielleicht einem unwissenden Käufer einen Vogel ohne Test verkaufen. Dann hat er auch keine Probleme mit einer Rückgabe.

Viele Grüße
Maja[/QUOTE]

Hallo Maja,

mittlerweile kann ich leider auch nur vermuten, dass der Züchter den Vogel an einen unwissenden Käufer weiterreicht.
Eigentlich war bzw. ist der Züchter sehr nett mit uns umgegangen, hat all unsere Fragen gern und ausführlich beantwortet. Wir hätten ihn gerne an andere Vogelliebhaber weiterempfohlen, aber ich verstehe tatsächlich nicht, warum er sich eine solche "Zeitbombe" zurück in seine Zucht nehmen will (die eigentlich vorbildlich ist und doch bestimmt auch bleiben soll). Denn auch als "nur" Träger dieser Krankheit, ist der Graue dennoch Überträger!!!

Ich weiß auch nicht, ob die Rechtsverweise (Käufer hat das Entscheidungsrecht über Rückgabe oder Preisminderung) von Thomas B. wirklich rechtswirksam sein könnten!?

Ich verstehe die Welt nicht mehr, gibt es nur noch Lug, Betrug und Geld in dieser Welt? An das arme Tier denkt niemand, denn dieser bevorstehende Streß könnte tatsächlich ein sofortiger Ausbruchfaktor sein (lt. Auskunft vom Vogelpark Walsrode und einem vogelkundigen TA)!

Traurigen Gruß

Inge Vogel

Alfred Klein
23. September 2005, 12:16
Ich weiß auch nicht, ob die Rechtsverweise (Käufer hat das Entscheidungsrecht über Rückgabe oder Preisminderung) von Thomas B. wirklich rechtswirksam sein könnten!? Das hat Hand und Fuß, darauf kannst Du Dich verlassen.
Thomas B. ist hauptberuflich in Sachen Recht und Gesetz ein Fachmann. ;)

Ansonsten denke ich daß der Züchter den Vogel entweder sonstwem verkauft oder ihn an die Wand klatscht.
Behalten wird er diesen auf keinen Fall, jedenfalls sehe ich das so.

Tapfer
23. September 2005, 12:53
Liebe Inge,
da ja für Euch auch die Finanzen ein wichtiges Problem sind, hier nach dem Medizinischen nun noch was Rechtliches:
Wenn der Züchter sich bereit erklärt hat, den Vogel zurückzunehmen, könntet Ihr doch auch auf einer wesentlichen Reduzierung des Kaufpreises bestehen.
Beim Kauf hat der Käufer bei "Sachmängeln" (schreckliches Wort, aber gem. § 90a BGB sind die Vorschriften über Sachen auf Tiere entsprechend anwendbar) zunächst - was hier ausscheidet, ein "Nachbesserungsrecht", dann die Wahl zwischen Rücktritt vom Kaufvertrag (früher als "Wandlung" bezeichnet) oder Minderung des Kaufpreises.
Was Euch der Züchter angeboten hat, wäre ein Rücktritt. Ihr könnt aber stattdessen auch Minderung verlangen.
Eine "Nacherfüllung" scheidet hier, da ein Kauf eines bestimmten Vogels, den Ihr Euch ausgesucht habt, kein "Gattungskauf", sondern ein "Stückkauf" ist, aus.
Einzelheiten hier:
a)Sachmängelgewährleistung:
http://ruessmann.jura.uni-saarland.de/bvr2003/Vorlesung/sachmaengelgewaehrleistung.htm
b)Minderung:
http://ruessmann.jura.uni-saarland.de/bvr2003/Vorlesung/minderung.htm
c)Nacherfüllung:
http://ruessmann.jura.uni-saarland.de/bvr2003/Vorlesung/nacherfuellung.htm
Ich denke, unabhängig von der klaren Rechtslage hat der Züchter doch wirtschaftlich gar kein Interesse an der Rücknahme eines potentiell kranken "Ansteckungsherdes", den er, wie er behauptet, auch noch auf eigene Kosten "durchfüttern" müßte.
Er müßte Euch daher eigentlich den Kaufpreis weitgehend zurückerstatten, und Ihr könnt den Vogel behalten und habt etwas Geld für die Behandlung und - was früher oder später sowieso angesagt und nötig ist - einen Partnervogel.
LG
Thomas

Hallo Thomas B.,
ich wollte Ihnen soeben auf der privaten Ebene schreiben, jedoch ohne Erfolg!

Würden Sie mir Ihre Email-Adresse nennen, damit ich dorthin schreiben kann?

Gruß
Inge Vogel

Ajnar
23. September 2005, 13:11
Ich denke auch, daß der Züchter sich des Kleinen auf die eine oder andere Art entledigen wird. :k

Des weiteren würde ich mich ganz auf die Sachverhalte von Thomas Braunsdorf verlassen.

Maya schreibt, wie traurig es wäre den Kleinen in kürzerer Zeit zu verlieren, gerade für die kleine Tochter...
Ich denke aber, daß es auch wichtig ist, jetzt zu ihm zu halten und ihn zu begleiten, egal wohin sein Weg auch führt und daß dies außerdem auch eine wichtige Erfahrung ist, für das Töchterchen...
Sie wird ihn ja sonst jetzt verlieren, aber das wird sie niemals verkraften und wird immer damit hadern, was aus ihm geworden ist und wäre .... Aber, eine Begleitung durch eine evtl. Krankheit (~~wenn es überhaupt so weit kommt~~) das wird sie viel besser verstehen können.

Ich würde ihn auf keinen Fall zurückgeben, sondern mit ihm seinen Weg gehen, der ihn jetzt zu mir geführt hat!

Alfred Klein
23. September 2005, 13:44
Hallo Inge

Wegen einer Mail an Thomas klicke einfach auf seinen Namen.
Dann geht ein Menü auf mit der Möglichkeit eine Mail zu senden.
Allerdings ist Thomas momentan für eine Woche in Urlaub und per Mail nicht erreichbar.

Sybille
23. September 2005, 14:19
Hallo Inge,

hier im Thraed (http://www.vogelforen.de/showthread.php?t=94718) hat Thomas eine Notfallnummer hinterlassen. Ich denke mal, dass dein Fall dann schon auch unter "Notfall" läuft, denn Sonntag habt ihr ja den Rückgabetermin. :zwinker:
Ich würde mich riesig freuen, wenn der Kleine bei euch ein liebes Zuhause finden würde. Ich glaube, er hat es sich ganz einfach verdient...

Ajnar
23. September 2005, 14:37
Ja, da würde ich mich auch sehr freuen....

bella
23. September 2005, 15:49
Ich halte 4 Kakadus in einer Gruppe und hatte ebenfalls mit dieser Hiobsbotschaft zu tun! Einer meiner Tiere hatte PBFD!

Nach anfänglicher Panik, Schock und Trauer entschied ich mich zu kämpfen. Ich ließ meine Tiere alle testen und stärkte tagtäglich ihr Immunsystem. Was ich tat, um MIR zu helfen: ich setzte mich mit Betroffenen in Verbindung, die ebenfalls mit dieser Krankheit zu tun hatten.

Mir fiel dabei auf, daß es regelmäßig sogenannte Wunderheilungen gab, positiv getestete Vögel nach 3 Monaten plötzlich negativ waren. Also kann diese Krankheit doch gar nicht so tödlich ansteckend sein. Da meine anderen Vögel absolut gesund waren, obwohl sie wie erwähnt im Gruppenverband lebten, zweifelte ich die Horrorberichte in der Fachliteratur und Internet nun endgültig an.

Ich verschaffte meinen Tieren tagtäglich einige Zeit in der Außenvoliere, um die Vitamin-D- Synthese zu unterstützen. Es gab Babybrei, Harrison`s Pelletts, Propolis, Obst und Gemüse, Lactobazillen als Kur, Produkte von bird care company wie "guardian angel" etc.

Tja, im August habe ich es dann gewagt und bin erneut in die Vogelklinik gefahren, um das Tier testen zu lassen. Ergebnis: es konnten bei 3 (!!!) Tests keinerlei Viren mehr nachgewiesen werden! Wir haben es geschafft, war das eine Freude!

Ich möchte mit meiner Erzählung eventuell Betroffenen Mut machen. Ich hätte meinen Vogel damals auch einschläfern lassen können, schon allein, um die anderen Tiere nicht zu gefährden. Aber die Tatsachen sprachen dagegen: Dieser Circovirus ist nämlich außerhalb des Organismus 2 Jahre überlebensfähig. Man kann also gar nichts unternehmen, um seine 4 Wände wirklich keimfrei zu bekommen.
Entweder schafft der Vogelorganismus von selbst, gegen die Viren anzukämpfen oder aber nicht.
Ich habe mit dem Erwerb auch gleichzeitig Verantwortung für das Tier übernommen, so kam für mich eine Abgabe ob tod oder lebendig im kranken Zustand nicht in Frage.

Viele Züchter haben diesen Virus im Bestand, ohne es zu wissen.
Im Jungtieralter soll der Virus tödlich enden, ab einem bestimmten Alter gibt es durchaus Hoffnung.
Ich würde um diesen Vogel kämpfen und im schlimmsten Fall auf die Neuanschaffung eines anderen Vogels verzichten, sollte der Graue die Krankheit doch nicht überstehen. Der Virus ist nun in euren 4 Wänden und wird es die nächste Zeit auch bleiben.

Bianca Durek
23. September 2005, 18:39
Ich denke auch, daß der Züchter sich des Kleinen auf die eine oder andere Art entledigen wird. :k

Des weiteren würde ich mich ganz auf die Sachverhalte von Thomas Braunsdorf verlassen.

Maya schreibt, wie traurig es wäre den Kleinen in kürzerer Zeit zu verlieren, gerade für die kleine Tochter...
Ich denke aber, daß es auch wichtig ist, jetzt zu ihm zu halten und ihn zu begleiten, egal wohin sein Weg auch führt und daß dies außerdem auch eine wichtige Erfahrung ist, für das Töchterchen...
Sie wird ihn ja sonst jetzt verlieren, aber das wird sie niemals verkraften und wird immer damit hadern, was aus ihm geworden ist und wäre .... Aber, eine Begleitung durch eine evtl. Krankheit (~~wenn es überhaupt so weit kommt~~) das wird sie viel besser verstehen können.
Ich würde ihn auf keinen Fall zurückgeben, sondern mit ihm seinen Weg gehen, der ihn jetzt zu mir geführt hat!



Hallo Inge,

so tragisch wie diese Geschichte ist, kann ich mich nur der Meinung von Ajnar
anschliessen.

Die rechtliche Seite wurde dir bereits von Thomas B.aufgezeigt und der ist wie auch Alfred Klein schon erwähnte Fachmann in Sachen Rechtsangelegenheiten.

Ich würde ihn auf keinen Fall zurückgeben.

Gitti
23. September 2005, 20:37
Hi, Inge,

Du schriebst in Deinem Eingangsposting:
"Unsere Kinder (wir natürlich auch), vorallem unsere Tochter Annika (10 Jahre) heult sich seit Erhalt des Ergebnisses die Augen aus dem Kopf. Sie will ihr Taschengeld geben, damit wir den Vogel behalten. Er ist uns in den paar Wochen schon sehr ans Herz gewachsen. Sie will ihn bis zum Tode??? pflegen usw.!"

Ich sehe es jetzt mal nicht nur aus Sicht des Behalten oder Nichtbehaltens dieses Papageis (möchte aber denoch erwähnen, daß ich ihn aus den bereits genannten Gründen nicht zurückgeben würde), sonder eher mal aus kinderpsychologischer Sicht!

Kinder sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen und Kinder sollen lernen, auch über kurz oder lang sich mit dem Thema Tod auseinanderzusetzen.
Ich kenne jetzt Deine Kinder nicht, aber könnte es nicht auch ein schlimmes Erlebnis für sie sein, zu erkennen, daß wenn ein Lebewesen, also Tier oder gar Mensch, schwer krank wird, es "weggegeben" wird? Solltet ihr Euren Kindern nicht die Sicherheit geben, egal, was passiert, die Familie (und dazu gehören auch die Tiere) halten zusammen?

Mit 10 Jahren weiß Deine Tochter schon, auf was sie sich einlässt, sie müsste verstehen, was es bedeutet, ein Tier bis zu seinem Tod zu umsorgen - nimm' ihr diese Verantwortung nicht weg, lebt Euren Kindern vor, daß man eben Verantwortung übernehmen muss, nur so lernen sie für die Zukunft!

Wenn der Züchter nur ein bisschen Funken Herz und Verstand hat, wird er Euren Wunsch auch gegen Erstattung der Kosten erfüllen. Mache ihm klar, daß es Euch nicht möglich ist, allein wegen der Kinder, ein krankes Tier einfach wieder abzuschaffen.

Nur am Rande möchte ich erwähnen:
Ich kenne ein Urteil, welches allerdings schon etwa 3 Jahre her ist, da wurde eine Zookette, welches ein PBFD-krankes Jungtier verkaufte, gegen Erstattung der Hälfte (??? oder sogar mehr-müsste ich nachschauen) des Kaufpreises verdonnert. Die Zookette bestand ursprünglich auf Wandlung, die Käufer konnten das Tier jedoch nicht mehr zurückgeben, weil sie es so lieb gewonnen hatten. So klagten sie auf Wertminderung und erhielten Recht.

Überlegt es Euch nochmal, denn kein Züchter nimmt ein PBFD-krankes Tier in seinen Bestand zurück! Wenn, dann nur, um es an andere "Unwissende" weiter zu verkaufen oder gar um ihm einfach nur den Hals umzudrehen, damit ja kein "Schandfleck" auf seiner Weissen Weste zurückbleibt!

Es ist keine Schande, ein PBFD-krankes Tier zu halten, es ist auch keine Schande, PBFD im Bestand zu haben, das kann jedem passieren, aber auch diese Tiere haben ein Recht auf Leben! Es ist nur eine Schande, wissentlich ein PBFD-krankes Tier in einen bereits vorhandenen Papageienbestand zu verkaufen oder wissentlich ein solches Tier in seinen Bestand aufzunehmen, um von dort aus andere Tiere widerum zu verkaufen!

Mache dies dem Züchter klar und bitte ihn einfach, Euch und vor allem Euren Kindern zuliebe, finanziell großzügig entgegenzukommen, um dem Geierchen ein schönes und lebenswertes Zuhause bieten zu können.
Willigt er großzügig ein, dann ist er auch kein schlechter oder nur geldgieriger Züchter, sondern eher einer, dem das Wohl seiner Tiere mehr am Herzen liegt als die Dicke seines Geldbeutels!

Ich drück' Dir die Daumen, daß Du für alle die richtige Entscheidung triffst, denn für Deine Kinder könnte es die Weichen für ihren zukünftigen Umgang mit kranken Menschen und Tieren sein!

alex
24. September 2005, 10:23
Hallo Inge,

bereits von vielen Seiten (TÄ und wissenschaftliche Artikel) habe ich in der letzten Zeit gehört, dass so gut wie jeder Graupapagei mit PBFD infiziert und somit Virusträger ist. Wie Thomas bereits erwähnte, verläuft die Krankheit fast nur noch bei Kakadus tödlich. Bei Graupapageien und anderen Papageienarten bricht die Krankheit dagegen nur sehr selten aus. Wichtig ist, von Anfang an dafür zu sorgen, dass das Immunsystem intakt bleibt. Dies kann man schon mit einfachen Maßnahmen wie beispielsweise mit hochwertiger Ernährung, viel Freiflug und Frischluft sowie durch UV-Strahlung erreichen.

Bedenke bei Deiner Entscheidung, dass es für einen Papagei die Hölle ist, herumgereicht zu werden. Es ist nicht selten, dass gerade dadurch das Immunsystem vollständig zusammenbricht.

Ansonsten kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen.

Gruß Alex

Maja3
24. September 2005, 10:51
Hallo,

es tut mir leid für euch, daß ihr anscheinend nur Erfahrung mit unehrlichen Züchtern gemacht habt. Anderes kann ich den Posts nicht entnehmen. Vor allem von Alfred hätte ich solche Aussagen wie "an die Wand klatschen" nicht erwartet. Es soll noch Züchter geben die nicht wissentlich einen kranken Vogel verkaufen und wenn sie unwissentlich einen verkauft haben (kann jedem Züchter und Privathalter passieren man ist ja nicht allwissend) den dann auch zurücknehmen.

Wenn es wirklich sichere Methoden zur Heilung gäbe, würden Ta wie Britsch, Manderscheid nicht dazu raten den Vogel einzuschläfern. Bei einer Weiterbehandlung würden sie sicher mehr Geld verdienen. Ich habe Fotos von Vögeln gesehen bei denen durch das Virus der halbe Schnabel weggefault war. Das will ich meinen Tieren auch nicht antun. In welchem Stadium der Krankheit ist der Zeitpunkt gekommen einen Vogel einzuschläfern? Man kann dann sagen, dann wenn der Vogel leidet, aber ich habe schon sehr viele Hunde und Katzen leiden gesehen, bei denen der Besitzer das Tier aus eigenem Egoismus nicht einschläfern ließ.

Mit Kleidung oder an Gegenständen kann das Virus weitergegeben werden. Nur mal angenommen, Tochter mit krankem Graupapagei besucht Freundin mit gesundem Kakadu, spielt mit ihm... Ich finde, das sind Sachen an die man auch denken muß.

Viele Grüße
Maja

alex
24. September 2005, 11:33
Hallo Maja,

wenn solch ein Stadium erreicht ist, dass der Vogel aufgrund von Nekrosen im Schnabel nicht mehr in der Lage ist selbstständig zu fressen, dann denke ich, dass eine Euthanasie zum Wohle des Tieres angebracht ist.

Allerdings sind mir auch viele Fälle bekannt, in denen bereits massive Befiederungsstörungen im Kopfbereich aufgetreten sind. Durch eine Stimulierung des Immunsystems konnte der "normale" Zustand wieder hergestellt werden, so dass die Vögel nicht mehr als krank, sondern nur noch als "Träger" gelten. Dieser stabile Zustand ist bis heute erhalten geblieben und die Vögel erfreuen sich bester Gesundheit.


Mit Kleidung oder an Gegenständen kann das Virus weitergegeben werden. Nur mal angenommen, Tochter mit krankem Graupapagei besucht Freundin mit gesundem Kakadu, spielt mit ihm... Ich finde, das sind Sachen an die man auch denken muß.

Man kann nicht für alle Eventualitäten im Leben Vorsorge treffen. Außerdem geht die wissenschaftliche Meinung dahin, dass fast alle Papageien Träger dieses tödlichen Virus sind. Mal angenommen, dies ist wirklich so, dann müsste man ja alle Tiere einschläfern. Zudem wird ein solches Verfahren ja auch nicht an Menschen praktiziert, die mit einem tödlichen Virus infiziert sind. Warum sollte man es denn bei Tieren tun?

Für mich würde eine Tötung in diesem Stadium nicht in Frage kommen und ich würde nach wie vor bewußt kranke Abgabetiere aufnehmen, sofern ich meinen eigenen Bestand dadurch nicht gefährde. Dieser Vogel hat auch ein Recht auf ein dauerhaftes und liebevolles Zuhause.

Gruß Alex

Gitti
24. September 2005, 11:57
Wenn es wirklich sichere Methoden zur Heilung gäbe, würden Ta wie Britsch, Manderscheid nicht dazu raten den Vogel einzuschläfern.

Tun sie das wirklich??? Wann und wem haben sie das je geraten? Vielleicht bei einem Tier, bei der die Krankheit bereits ausgebrochen war, aber sicherlich nicht bei einem Jungvogel ohne erkennbare Anzeichen! Deine Aussage kann ich so nicht glauben, nicht mal bei einem Tier, bei dem die Krankheit schon ausgebrochen ist, das Tier aber noch nicht leidet an den Folgen!

Es ist nun mal bewiesene Tatsache, daß Papageien sehr wohl mit dem Virus selbst klarkommen können und diesen auch widerum selbst entsorgen können. In vielen Fällen wurde ein positiver Test nach 90 Tagen wiederholt und der fiel dann negativ aus! Um sicherer zu gheen, sollte man diesen Test dann mittels Blutentnhame durchführen lassen.

Es ist daher noch gar nicht sicher, daß Inge's Papagei überhaupt tatsächlich an PBFD dauerhaft erkrankt ist, lediglich ein Test weist ein positives Ergebnis aus! Und daß solche Test oftmals nach Wiederholungen (nach einem Zeitraum von etwa 90 Tagen oder gar länger) dann widerum negativ ausgefallen ist, davon gibt es etliche Beispiele!

Werner Fauss
24. September 2005, 12:47
Gitti,
ich kann mich Deinen Ausfuehrungen nur anschliessen. Ich kenne beide ( eigentlich 3, da Dr Buerkle dazugehoert) Tieraerzte schon lange persoenlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer von ihnen einen Vogel einschlaefert, wenn nicht alles versucht wurde und der Vogel nicht leidet.

KHMAUB
24. September 2005, 13:59
Hallo,

es tut mir leid für euch, daß ihr anscheinend nur Erfahrung mit unehrlichen Züchtern gemacht habt. Anderes kann ich den Posts nicht entnehmen. Vor allem von Alfred hätte ich solche Aussagen wie "an die Wand klatschen" nicht erwartet. Es soll noch Züchter geben die nicht wissentlich einen kranken Vogel verkaufen und wenn sie unwissentlich einen verkauft haben (kann jedem Züchter und Privathalter passieren man ist ja nicht allwissend) den dann auch zurücknehmen.

Wenn es wirklich sichere Methoden zur Heilung gäbe, würden Ta wie Britsch, Manderscheid nicht dazu raten den Vogel einzuschläfern. Bei einer Weiterbehandlung würden sie sicher mehr Geld verdienen. Ich habe Fotos von Vögeln gesehen bei denen durch das Virus der halbe Schnabel weggefault war. Das will ich meinen Tieren auch nicht antun. In welchem Stadium der Krankheit ist der Zeitpunkt gekommen einen Vogel einzuschläfern? Man kann dann sagen, dann wenn der Vogel leidet, aber ich habe schon sehr viele Hunde und Katzen leiden gesehen, bei denen der Besitzer das Tier aus eigenem Egoismus nicht einschläfern ließ.

Mit Kleidung oder an Gegenständen kann das Virus weitergegeben werden. Nur mal angenommen, Tochter mit krankem Graupapagei besucht Freundin mit gesundem Kakadu, spielt mit ihm... Ich finde, das sind Sachen an die man auch denken muß.

Viele Grüße
Maja
Hallo Maja !
Kann mir nicht vorstellen, daß Dr. Manderscheid eine solche Aussage gemacht haben soll. Wir haben 3 Graue, von denen 2 an dieser Krankheit gelitten haben (Gott sei Dank nicht mehr, aber dazu später). Bei einem kompletten Check mit allen möglichen Tests wurde durch Dr. Müller, Leipzig
bei einem der Grauen PBFD festgestellt. Hatte viel über diese Krankheit gelesen und wußte, daß sie nicht heilbar war und die Vögel leiden müßten. Habe dann von mir aus Herrn Dr. Manderscheid vorgeschlagen. mich schweren Herzens von dem Vogel zu trennen. Herr Dr. Manderscheid sagte mir, nein, nein, so schnell werfen wir nicht die Flinte ins Korn, es könnte ja sein, daß der Vogel nur Träger dieses Viruses sei. Mittlerweile war auch der zweite Vogel erkrankt und unsere Verschweiflung war groß.( der dritte Vogel ist nicht erkrankt). Unsere Vögel waren zu diesem Zeitpunkt 5 Monate alt und ihr Immunsystem war noch nicht ausgeprägt. Herr Dr. Manderscheid hat uns vorgeschlagen, das Immunsystem durch eine Spritzenkur enorm hochzufahren, was allerdings nicht ungefährlich sei. Wir haben natürlich eingewilligt. Nach dieser Kur wurden dann bei den Tieren Blutentnahmen durchgeführt und im Labor bei der Uni Leipzig Tests auf PBFD durchgeführt und siehe da, die Diagnose war PBFD negativ. Die Vögel wurden insgesamt 3mal getestet. Der finanzielle Aufwand war immens
(wir hätten drei neu Graue dafür bekommen, aber vielleicht wieder mit dem gleichen Risiko). Es hat sich gelohnt, unsere drei Grauen sind jetzt
4 1/2 Jahre alt und sind putzmunter. Also nochmals, wir können uns nicht vorstellen, daß Herr Dr. Manderscheid eine solche Äußerung gemacht haben soll. Wir sind froh, einen solch erfahrenen Tierarzt mit einem solchen Fachwissen gerade mit Papageien gefunden zu haben.
Eine Frage, züchtest Du Papageie? Wenn ja, würde ich erkrankte Tiere auch aus meinem Bestand entfernen um ohne eines schlechten Gewissens diese Tiere verkaufen zu können. Aber als Privatperson würde ich alles daransetzen, daß meine Tiere wieder gesund würden und zwar mit Hilfe eines kompeten Tierarztes, wie Herr Dr. Carlo Manderscheid einer ist.
Viele Grüße aus Saarbrücken
Anne und Karl-Heinz

KHMAUB
24. September 2005, 14:05
Gitti,
ich kann mich Deinen Ausfuehrungen nur anschliessen. Ich kenne beide ( eigentlich 3, da Dr Buerkle dazugehoert) Tieraerzte schon lange persoenlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer von ihnen einen Vogel einschlaefert, wenn nicht alles versucht wurde und der Vogel nicht leidet.
Hallo Werner
Kann Deinen Ausführungen nur zustimmen. Siehe meine Antwort an Maya.

Maja3
24. September 2005, 16:10
Hallo,

entschuldigt, dann hatte ich sicher Watte in den Ohren als ich mit den Beiden gesprochen habe. Ich hatte die Frage ganz konkret gestellt. Es ging nicht um Vögel die akut erkrankt sind, sondern die das Virus nur in sich tragen. Das einzige was ich mir noch vorstellen kann, ist das die Ta einen Unterschied zwischen Halter und Züchter machen.

Wenn die Durchseuchung so hoch wäre, wie alex das sagt, bräuchte keiner mehr einen Vogel auf das Virus zu testen, da sie es eh alle haben. Allerdings haben wir schon ziemlich viele Vögel getestet (Blut nicht Feder!) und alle waren negativ.

Abschließend kann ich nur sagen, das ich hoffe, daß Inge für sich und ihre Familie die richtige Entscheidung trifft. Welche das ist kann nur sie wissen.

Viele Grüße
Maja

Maja3
24. September 2005, 16:13
Habe noch was vergessen: unseren ersten Graupapagei den wir hatten, hätten wir vielleicht an den Züchter zurückgegeben bei der Diagnose aber ganz sicher nicht einschläfern lassen. Damit hätte ich auch heute noch ganz große Probleme und ich bin froh das ich noch nie vor dem Problem gestanden habe.

Viele Grüße
Maja

Tapfer
24. September 2005, 18:04
Hi, Inge,

Mit 10 Jahren weiß Deine Tochter schon, auf was sie sich einlässt, sie müsste verstehen, was es bedeutet, ein Tier bis zu seinem Tod zu umsorgen - nimm' ihr diese Verantwortung nicht weg, lebt Euren Kindern vor, daß man eben Verantwortung übernehmen muss, nur so lernen sie für die Zukunft!

Wenn der Züchter nur ein bisschen Funken Herz und Verstand hat, wird er Euren Wunsch auch gegen Erstattung der Kosten erfüllen. Mache ihm klar, daß es Euch nicht möglich ist, allein wegen der Kinder, ein krankes Tier einfach wieder abzuschaffen.




Hallo Gitti,

unsere Tochter hat bereits Tiere bis zu ihrem natürlichen und/oder krankheitlicheTode betreut. Deshalb hat Sie ja den bereits beschriebenen Wunsch geäußert. Anderseits - hast du dir schon einmal Bilder von PBFD-kranken Grauen im Vollbild angesehen?

Gruß
Inge

Gitti
24. September 2005, 18:42
Anderseits - hast du dir schon einmal Bilder von PBFD-kranken Grauen im Vollbild angesehen?

Ja, und nicht nur Bilder! Aber ich habe erheblich mehr Vögel (und Bilder) von PBFD-positiv getesteten Papageien gesehen, die wirklich letztendlich daran erkrankt und gestorben sind! Die meisten von ihnen hatten später einen negativen Test und viele davon leben heute noch putzmunter.

Unumstritten ist allerdings, wenn die Krankheit bereits ausgebrochen ist, dann schreitet sie weiter fort...., aber das dürfte bei Eurem ja bisher nicht der Fall sein und so hat er eine reelle Chance, auch mal negativ getestet zu werden!

Inge, es ist allein Deine bzw. Eure Entscheidung, wir alle hier können ja nur zur Entscheidungshilfe evtl. etwas beitragen!

bella
24. September 2005, 19:46
Nun haben bereits mehrere Personen von ihren eigenen Erfahrungen mit PBFD berichtet, mehr kann man nicht tun.
Ich würde den Vogel ebenfalls behalten und nach 3 Monaten (so lange braucht der Organismus, um mit dem Virus fertig zu werden!) erneut einen Bluttest in einer Vogelklinik machen lassen.

Mein Kakadu hatte im übrigen auch schon Symptome, verlor Federn am ganzen Körper, ich dachte ernsthaft darüber nach, ihn euthanisieren zu lassen.
Heute ist er komplett befiedert, frecher und lauter als je zuvor. Warum soll das bei richtiger Fürsorge nicht auch in diesem Fall klappen, die Chancen stehen 50:50.

Suppenhuhn
24. September 2005, 23:19
Hi

ich habe vor kurzer Zeit von der veterinärmedizinischen Fakultät in Leipzig erfahren, daß Vögel, die seit längerer Zeit schon infiziert sind und die virämische Phase vorbei ist, der Virus NICHT mehr im Blut nachgewiesen werden kann. Es gab diesbezüglich letztes Jahr eine Studie an infizierten Wellensittichen.

Diese Aussage hat mir das Labor Tauros Diagnostik Bielefeld bestätigt.

Also sollte man bei dem Verdacht einer frischen Infektion auf Blut und bei vermuteten älteren Infektionen immer auf Feder testen. Am besten nimmt man eine Feder die einem optisch verdächtig erscheint. Wenn dies nicht der Fall ist, dann eine normale ältere Feder aus dem Großgefieder, denn die Viren finden sich in den Zellen der Kiele. Es muß kein Blutkiel sein.

Diese Info war für mich auch neu und leider habe ich sie erst nach 4 Tests erfahren, die ich nun in die Tonne hauen kann. :idee:

Na ja, aber jetzt weiß ich es wenigstens und ich möchte diese Info auch weitergeben, da es bestimmt einige Leute gibt, die sich in trügerischer Sicherheit wiegen, weil sie Bluttests für sicherer halten, so wie ich auch bisher.