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Vollständige Version anzeigen : Können Küken durch Farbfutter Rot A werden ?



soni
07. April 2000, 13:48
Hallo liebe Vogelfreunde,
ein Farbkanarienpaar von mir Henne Rot B u. Hahn Gelb B, sind am 05.04. u. 14:00 Uhr u. um 14:30 Uhr Eltern von zwei gesunde Küken geworden. Da ich gerne, die Farbe Rot züchten möchte, werde ich zum Trinkwasser ab dem 4 Tag Farbmittel beimengen. Ein langjähriger, erfahrener Züchter - Freund von mir, hat mir diesen Tip gegeben, wenn ich die Farbe Rot bevorzuge. Würde ich kein Farbfutter geben, wären die Küken sicher orange oder gelb. Wer hat dazu schon Erfahrung gemacht? Ich möchte euch gerne über meine Farbkanarien auf dem laufenden halten u. wie sich die Küken entwickelt haben.

Moni
07. April 2000, 22:09
Ich könnte mir denken, die werden sicher rot, aber nur bis zur nächsten Mauser.
Habe zwar wenig Ahnung, aber die Erbanlagen oder was auch immer ändern sich ja nicht durchs rotfüttern.

Mark
08. April 2000, 01:16
Hallo Sonja,
wär wirklich super, wenn Du uns darüber auf dem Laufenden hälst.
Soweit ich informiert bin, kommt es in erster Linie darauf an, ob die Küken rotgrundig sind oder nicht. Wichtig ist die Fütterung auf jeden Fall während der Mauser.
Aber ich denke, hier sind unsere Fachleute gefragt ... also was meint Ihr dazu ?
Liebe Grüße
Mark

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Mark Kobert
http://www.kanarien-web.de

Oli
08. April 2000, 02:58
Hallo zusammen !
Wohl bilden die Kanarien mit der Erbanlage zu Rot eine orange-rote Grundfarbe aus. Diese wird jedoch nur durch entsprechende Farbstoffe/Carotinoide(Beta-Carotin,Canthaxantin) so intensiv rein rot wie wir es oft sehen. Sicherlich kann man hier geteilter Meinung über die Farbfütterung sein, doch ist auch zu berücksichtigen, daß viele Cardueliden bzw. carduelide Finken(z.B.Karmingimpel) ihre rote Farbe auch nur durch Aufnahme von carotinoidreicher Nahrung erhalten.
Die rote Gefiederfarbe hat z.B. bei genannten Arten auch eine wichtige Funktion. So kann man bei diesen Arten beobachten, daß die Henne nur einen Hahn mit ausgeprägt arttypischer roter Gefiederfarbe akzeptiert. Dieser Aspekt trifft jedoch bei Kanarien nicht zu.

Bei der Verpaarung "rot x gelb" findet eine Vermischung beider Grundfarben statt. Die Jungtiere würden nun ohne Farbfütterung gelblich-orange werden und mit Farbfütterung orange-rot. Die Farbfütterung sollte jedoch bereits vor der Eiablage erfolgen, zumindest ab direkt ab Schlupf, damit auch im Großgefieder(Schwingen und Schwanz)sich die Grundfarbe entsprechend entwickeln kann.
Im ersten Jahr wird in der Jugendmauser im Normalfall das Großgefieder nicht gewechselt.
Bis zum Abschluss dieser Jugendmauser(Wechsel des Kleingefieders) muß die Farbfütterung fortgesetzt werden.

Außerhalb der Mauser bzw. eines Gefiederwechsels ist die Gabe von Farbfutter nicht mehr notwendig, da die Feder bereits kurz nach Vollendung ihres Wachstums nicht mehr mit Blut versorgt wird und eher ein totes Gebilde ist.

Wer eine entsprechende Vorliebe für rote Kanarien hat, sollte jedoch direkt mit solchen züchten. Bei der Verpaarung "gelb x rot" findet eine Vermischung der Erbanlagen statt, so daß auch die Jungtiere in späterer Verpaarung wieder aufspalten.

Abgesehen davon, ist jedoch auch ein gelb-oranger oder orange-roter Kanarienvogel eine interessante Farbspielart. Geschmack ist ja relativ.

Bis bald
Oli

Silberpfeil
08. April 2000, 10:22
Hi Sonja,

ich habe ja zwei Pärchen, einmal die rotgrundigen Melaninvögel und das Rot A Weibchen mit dem Rot-Orange-Schecken.
Mit dem Thema Farbfutter muß ich mich notgedrungen also auch befassen.
Und ich muß gestehen, ich habe mich noch nicht wirklich entschieden.
Da das Futter ja den Organismus belastet, sinkt damit wohl auch die Lebenserwartung, und das rapide, wie mir gesagt wurde.
Ob es das wert ist?
Ich habe die Farbfütterung (ich habe Aufzuchtfutter mit Beta-Carotin) schon eingeschränkt. Da ich nicht ausstellen will, brauche ich auch keine "perfekt" ausgefärbten Vögel.
Natürlich ist das schön anzusehen.
Aber ich weiß nicht, ob ich meine Tiere der Schönheit "opfern" will.
Blaß sind sie bestimmt auch nicht häßlich; aber wie gesagt, ich habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen.
Liebe Grüße
Silvia

Silberpfeil
08. April 2000, 10:25
PS:
Herzlichen Glückwunsch zum Nachwuchs!
tschuldigung, hätte ich beinahe vergessen.
Meine Kleinen sind fast selbständig; ich werde sie in den nächsten Tagen in einen separaten Käfig umsetzen. Hätte nie gedacht, daß aus diesen häßlichen Babys mal so hübsche Vogelkinder werden!

Moni
08. April 2000, 20:33
Hallo Ihr alle,
wo wir gerade beim Thema Farbe sind, wie ist das denn bei meinen Gelben?
Es gibt ja von einigen Firmen ein Pulver, das sich "Gelb intensiv" nennt, das verfüttere ich auch an meine Jungen, aber mir wurde auch schon gesagt, daß das eigentlich nicht nötig ist. Stimmt das? Weiterhin habe ich gehört, daß man gelben Vögeln einige Sorten Grünfutter nicht geben dürfe, wegen der Farbe. Gebe zur Zeit nur Löwenzahn und Apfel.

Was kann oder muß ich noch machen?

Moni

Silberpfeil
09. April 2000, 00:43
Hi Moni,

Deine Fragen kann ich Dir zwar nicht direkt beantworten, aber für meine rotgrundigen Melaninvögel gilt übrigens: Das Futter darf keine Rübsen enthalten. Warum das so ist, weiß ich nicht, aber das haben mir zwei Züchter gesagt. Wegen der Farbe eben. Deshalb ist es vielleicht möglich, daß sich bestimmtes Grünfutter negativ auf Gelbe auswirkt. (ist für mich auch interessant, da ich mir auch noch einen Gelben zulegen werde.)
Aber:
Stellst Du denn aus? Ist es für Dich wichtig, daß die Vögel "perfekt" sind?
Wenn das Futter zwar Auswirkungen auf die Farbe hat, aber ansonsten doch eigentlich wichtig für die gesunde Ernährung ist (das sind jetzt meine Vermutungen), dann muß man doch nicht darauf verzichten, oder?
Zu dem Farbfutter habe ich mich ja schon geäußert. Ich glaube, ob Futter oder Wasserzusatz spielt keine Rolle; es dürfte beides gleich schädigend sein.
Ich würde gern wissen, was andere dazu meinen.
Tschüüü,
Silvia

Schmille
09. April 2000, 19:58
Servus,
das Füttern von färbenden (rot oder gelb) Zusatzstoffen ist für den Vögel nicht gefährlich, wenn man die auf der Packungsbeilge angegebene Dosierung beachtet.
Lediglich eine ständige Überdosierung kann beim Vogel zu Hepatitis führen.

Schmille

soni
09. April 2000, 20:01
Hallo Ihr Lieben,
zum Farbmittel, das ich ab heute verabreiche, laut meines Züchterfreundes, der seinen Küken auch erst ab dem 4. Tag das Farbmittel verabreicht, weil sie es dann erst besser verarbeiten/vertragen können (vorher habe ich es auch schon der Henne bei der Eiproduktion gegeben). - ich möchte meinen Vögeln ja auch nicht schaden, mich interessiert in erster Linie nur die Entwicklung, ob es wirklich funktioniert u. wie die Küken dann mit dem voll entwickeltem Gefieder aussehen (Erfahrung sammeln). Auf der Packung steht: NEKTON-R - Ergänzungsfutter für Vögel, enthält: 13 Vitamine, 6 Spurenelemente, 18 Aminosäuren u. den Farbstoff Canthaxanthin. - das hört sich meiner Meinung nach nicht sehr schädlich an. Eigentlich wollte ich die Henne mit einem Hahn Rot A verpaaren, aber die vertragen sich zusammen in einem Zuchtkäfig nicht.
Den Küken geht es übrigens bestens! Aber ab dem zweiten Tag konnte ich schon im Gegensatz
zu den anderen bereits 9 Wochen alten Jungvögeln feststellen, daß sie von der Hautfarbe her viel fleischfarbender sind, vieleicht haben sie ja mehr die Rotanlage geärbt.
Viele Grüße!

Schmille
09. April 2000, 20:05
Hallo,
Canthaxantin hat der Vogel ab dem Schlüpfen in sich. Dies hilft dem Vogel sein Gefieder rot auszufärben und ist daher nicht schädlich.

Silberpfeil
10. April 2000, 00:00
Ich habe aber selbst auch noch eine Frage.
Daß aus Rot B X Gelb B nicht Rot A werden kann, weiß ich.
Wie aber sieht es aus, wenn ich Rot B X Rot B verpaare? Ist Rot A bzw B lediglich eine phänotyoische Ausprägung, so daß ich durch entsprechende Farbfütterung A bekomme und der Vogel ohne FF B ist? Oder ist A und B vom Genotyp her festgelegt? So daß ich nur noch eine bestimmte Bandbreite innerhalb dieser Erscheinungsform habe? Läßt sich der Schimmel "einfärben"? (Eigentlich beantwortet eine Antwort zu einer Frage alle Fragen...)

Was für ein Farbfutter bekommen Gelbe? Was passiert, wenn sie Beta-Carotin bzw. Canthaxanthin bekommen?

Oli
10. April 2000, 02:02
Hey zusammen!
Noch einiges zum Thema rote Kanarien und Farbfütterung.

Die Farbfütterung ist ansich und daher bei sachgerechter Anwendung und Dosierung weder giftig, noch belastet sie den Organismus.
Wohl ist bekannt, daß bei überdosierter Gabe die Leber belastet wird, doch ist dies bzw. eine negative Wirkung bei vielen Wirkstoffen(fettlösl.Vitamine, Mineralien, Spurenelemente usw. usw.) bekannt.
Sicherlich darf das Futter für Rotvögel ohne weiteres Rübsen enthalten, ebenso kann ohne Bedenken Grünfutter gereicht werden. Die Ansicht mancher Züchter stammt noch aus der Zeit als man beim Farbschlag "rotgrundig" keine Durchfärbung des Großgefieders wollte und demzufolge auch bis zum Absetzen der Jungvögel kein Farbstoff verabreichte. Eine Fütterung mit Rübsen und oder Grünfutter verursachte dann aber eine ebenso nicht gewünschte Gelbfärbung des Großgefieders(Schwanz und Schwingen). Heutzutage wird aber lt. Standard eine Durchfärbung des Großgefieders verlangt, so daß man bereits vor der Eiablage bzw. ab Schlupf Farbfutter reicht.
Zum Thema Farbfutter sei noch erwähnt, daß der Vogel bzw. der Organismus Carotinoide auch als Vorstufe des Vitamin-A heranzieht. Bei Farbmitteln sollte man daher auf solche Produkte verzichten denen zusätzlich noch Vitamin-A zugesetzt ist.

Die Sache mit dem Grünfutter und Rübsen, sowie der Zufütterung von Farbstoffen ab Schlupf, gilt allerdings nicht für Mosaikkanarien. Doch dies ist ein anderes - aber auch sehr interessantes Thema.

Bis bald
Oli

soni
10. April 2000, 08:27
Hallo ,
danke für Deine ausführlichen Berichte, dann hätte ich am besten auch gleich am Schlupftag schon Farbfutter gegeben. Denn man kann jetzt schon ganz deutlich sehen, daß sich die ersten Ansätze (Blutfederkiele) weiß färben, also nur das Hauptgefieder Rot werden wird. Gruß Sonja!

Silberpfeil
10. April 2000, 10:07
Ich glaube weiterhin denen, die mir gesagt haben, Farbfutter sei belastend. Wo nehmen die Vögel den Farbstoff in der Natur auf? VOn Karotten werden sie nicht rot; da muß schon eine größere Dosis her.
Überdies wird selbst dem Laien in einigen Kanarienbüchern davon abgeraten, Farbstoffe enthaltendes Futter zu verabreichen.
Das mit den Rübsen mag ja sein, aber bei Farbstoffen bin ich eben weiterhin mißtrauisch; und dies mag mir bitte niemand zum Vorwurf machen - es geht mir um das Wohl der Vögel.
Ich glaube nicht, daß es leicht ist, eine Überdosierung zu vermeiden.
MfG
Silvia

Silberpfeil
10. April 2000, 14:46
Ich schon wieder.
Würde mich nach wie vor über die beantwortung meiner Fragen freuen.
Habe gerade ein wenig gesurft und möchte meine Ergebnisse hier mal unkommentiert hinstellen:
zu Canthaxanthin:
synthetisch - Verdacht auf Leberschäden - vom häufigen Verzehr ist abzuraten (das richtete sich nicht an Tiere, sondern Menschen)
http:\\www.proterra.at/ENummern/Farbstoffe.html
Überdies auf einer anderen Seite (Adresse ist mir abhanden gekommen, habe ich aber mit Yahoo! unter dem Suchbegriff Canthaxanthin gefunden):
Bräunungspillen mit Canthaxanthin wurden verboten, weil dieser Stoff zu kristallinen Ablagerungen in der Netzhaut führt.

- Silvia

Oli
10. April 2000, 15:23
Hey zusammen !!
Hallo mayaniobe !!

Grundsätzlich ehrt es erst einmal jeden Vogelhalter, wenn er bestimmten Sachen zum Wohle seiner Vögel skeptisch gegenüber steht.
Bei der Farbfütterung kann ich - und sicherlich auch andere Züchter bzw. Liebhaber - generell keine negativen Auswirkungen feststellen. Zum einen ist weder die Lebenserwartung bei meinen rotgrundigen Kanarien gegenüber meinen gelbgrundigen Lizardkanarien herabgesetzt, noch zeigt sich eine andere Belastung oder gar eine Leberbeeinträchtigung die man durchaus optisch wahrnehmen müßte.(Auf den Rücken legen, anblasen, unterhalb des Brustbeines sieht man dann die geschwollene lilafarbene Leber, z.B. auch bei Pilzbefall durch Schädigung der Leber durch Produkte der Pilze/Mykotoxine)
Und bei den von mir bereits angesprochenen cardueliden Finken(z.B.Karmingimpel) ist ursächlich für ihre intensive Rotausfärbung die natürliche Aufnahme bestimmter hoch carotinoidreicher Nahrungsmittel wie z.B. bestimmte Beeren. Ohne diese Aufnahme wären auch sie lediglich gelb-orange.

Das es jedoch bei einer Überdosierung zu Nebenwirkungen kommen kann, bezweifele ich keineswegs. Doch trifft dies ja auch auf andere teils lebenswichtige Wirkstoffe zu.
Insofern wundert es nicht, daß das Gesundheitsamt Produkte mit denen man eine Überdosierung im Humanbereich erreichen kann nicht erlaubt. Man bekommt ja z.B. im Humanbereich auch keine hochkonzentrierten Vitamin-A Produkte im Lebensmittelladen.
Die Gefahr eine Überdosierung ganz nach dem Motto "Etwas mehr schadet sicherlich nicht" ist hier und auch im Vogelbereich möglich.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch noch erwähnen, daß Legehennenfutter Canthaxantin und oder andere Farbstoffe zugesetzt werden, damit der Dotter optisch so !! appetitlich gefärbt ist. Schwachsinnig oder !!!

ZUM THEMA A (intensiv) und B (schimmel).
Bei den Faktoren A und B - die man gesammelt als Intensität versteht - vererbt B frei rezessiv, wogegen A frei dominant vererbt.
Beim Faktor A reicht die Fettfarbe im Ideallfall bis zur Federspitze, wogegen beim Faktor B die Fettfarbe von der Federspitze durch eine farblosen Saum - dem Schimmelbelag - begrenzt wird.
Wichtig ist es, daß wie auch beim Haubenfaktor der doppelfaktorige A Vogel nicht lebensfähig und daher "letal" ist.
Hier nun einige Verpaarungsbeispiele(Ich hoffe ich langweile euch nicht !?!?)

B x B = 100% B

A x B = 50% A; 50% B

A x A = 25% B; 50% A; 25% A LETAL

Die Verpaarung A x A ist daher grundsätzlich nicht zu empfehlen.


Die Intensität bzw. der Schimmelbelag läßt sich durch Fütterung nicht beeinträchtigen.

Gruß
Oli

Wolfgang Pflästerer
11. April 2000, 11:33
Hallo Oli
Hallo Vogelfreunde

Ich bin ein großer Gegner jeglicher Manipulation am Tier - Manipulationen wie die Rotfärung des Gefieders, die Einschwärzung der Beine aber auch das Kupieren der Hunde.
Warum muß mit Chemie nachgeholfen werden um ein Rot zu erzielen das die Natur in der Veranlagung nicht bietet?
Warum selektiert man nicht?
Ich hatte auch mal rote Kanarien und habe sie mit Absicht nicht rotgefüttert. Nach der 1. Mauser waren sie orange bis lachs, nach der 2. Mauser nur noch dunkelgelb.
Ob man eine Überdosierung an Canthaxantin (oder anderen Einfärbemitteln) vermeiden kann, möchte ich bezweifeln. Der eine Vogel frißt oder trinkt mehr als der andere. Ob die Methode, wie es Vereinskollegen machen, 2-3 "Rottage" pro Woche einzulegen -natürlich nur während der Mauser - besser ist, mag dahingestellt sein; d.h. sie füttern eingefärbtes Ei- bzw. Aufzuchtfutter sonst nichts.
Der Züchter selbst wird keinen Leberschaden feststellen können - wenn man die Leber durch wegblasen des Bauchgefieders sieht, ist es oftmals schon zu spät und eine Heilung ist kaum mehr möglich - und die Vögel werden ja nach 2, spätestens nach 3 Jahren abgegeben, sodaß man wahrscheinlich noch keine Langzeitschäden feststellen kann.
Wie Du ja geschrieben hast sind die Carotinoide als Vorstufe des Vitamin A bekannt; und Vitamin A in höherer Konzentration ist leberschädigend und hat die negative Eigenschaft sich im Fettgewebe anzureichern.

Liebe Grüße
Wolfgang

Rüdiger
11. April 2000, 16:10
Moin Wolfgang!

Nur eine kleine Anmerkung zu Carotinoide und Vitamin A: im Gegensatz zur Zufütterung von Vitamin A ist bei der Zufütterung von Carotinoiden keine Überdosierung von Vitamin A zu befürchten, da der Organismus selbst die erforderliche Menge an Vitamin A aus den Carotinoiden bildet und nicht mehr (allerdings oftmals auch zuwenig, da für diesen Umbauprozess meines Wissens UV-Strahlen, also ungefiltertes Sonnenlicht, ersatzweise Licht durch Truelight-Röhren). notwendig sind).

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Tschüss Rüdiger

Oli
11. April 2000, 16:48
Hallo zusammen !
Hallo Wolfgang !
Kann mich nur der Meinung von Rüdiger anschließen. Eine Überdosierung von Provitaminen ist nicht möglich !!!
Wolfgang, wenn Du aber schreibst, warum man nachhelfen muß um die Manipulation Rot zu erreichen, dann stellt sich mir ebenso die Frage, warum die Natur bei cardueliden Finken ebenso über die Nahrung die Rotfärbung erzielt.
Selektion ist schön, nur zeigt ja auch der Kapuzenzeisig - von dem ja das Erbe ROT beim Kanarienvogel stammt - auch keineswegs seine natürliche (!!) Rotfärbung ohne entsprechende Nahrungsergänzung.
Eine Überdosierung kann man sicherlich schon dadurch vermeiden, daß man sich an die Gebrauchsanweisung hält. Sicherlich trinkt der Vogel mehr, wenn die Temperaturen ansteigen, doch kann man auch dies bei der Dosierung berücksichtigen.
Bei der Intensivierung der Melaninpigmente durch Algenzufütterung oder die dunklere Ausprägung der Melanine in den Füßen durch Fütterung von frischen Knöterich, sehe ich keineswegs als Manipulation, zumal man beiden Nahrungskomponenten N U R positive Nährwerte zuschreiben kann.
Letztlich kann auch nur etwas intensiviert werden, was erblich vorhanden ist.

Gruß
Oli

Moni
12. April 2000, 17:45
Hallo Mayaniobe,

ja, ich stelle aus, bzw. habe vor auszustellen. Mal sehen, was sich noch so alles tut, ich habe zur Zeit von meinen fünf Zuchtpaaren erst sechs Junge, aber in den nächsten zwei Wochen sollten noch einige schlüpfen. Das Futter, das ich verfüttere, ist auch ohne Rübsen, ehrlich gesagt weiß ich aber nicht so genau, wieso da keiner drin ist. Das Futter ist mir empfohlen worden, und ich als Anfänger halte mich dann auch gerne an Ratschläge von erfahrenen Züchtern. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist aber bei gelben Kanarien das füttern von "Farbverstärkern" nicht so wichtig wie bei Roten.
Der Zusatz, den ich trotzdem ab und zu ins Wasser gebe, enthält auf alle Fälle auch jede Menge Vitamine, und das kann ja wohl eigentlich nicht schaden. Ich denke auch nicht, daß jede Art von Farbfütterung ungesund und schlecht ist, es kann ja nicht nur überall Züchter geben, die nur Wert darauf legen, daß ihre Vögel auf Ausstellungen viele Punkte holen und denen die Gesundheit der Tiere egal ist. Wer einen guten Vogel hat, dem liegt sicherlich etwas daran, ihn möglichst lange zur Zucht einsetzen zu können, und wenn man ihm einen Leber- oder sonstigen Schaden anfüttert, kann man ihn dazu ja wahrscheinlich vergessen.

Moni

Oli
13. April 2000, 01:55
Hey zusammen !

Wie bereits gesagt spielt es keine Rolle mehr ob man den roten Kanarien nun eine Körnermischung mit oder ohne Rübsen verfüttert. Viele Züchter haben auch eine Abneigung gegen Mischfutter mit Rübsen, da oft Hersteller nicht den eigentlichen Rübsen zusetzen, sondern bitteren Raps, welchen Kanarien nun überhaupt nicht mögen.
Da Rübsen aber einen sehr guten Nährwert hat(deutlich besser als Negersaat !!), sollte eine Mischung ohne Rübsen dafür Alternativen wie z.B. Perilla aufweisen.

Gruß
Oli

soni
20. April 2000, 00:48
Hallo!
Ich wollte nur noch eben berichten, welche Farbe die zwei Jungen haben: eines ist gelb-orange u. das andere hell-lachs. Ich habe das Rotfutter gegeben, aber ich wußte nicht, daß es so anschlägt, ich dachte, die Jungen werden sicher dadurch rot. Aber macht nichts, es ist mir jetzt auch egal. Ich habe nach dieser Erfahrung das Farbfutter abgesetzt. Hauptsache den Kanarien geht es gut! Gruß Sonja

Oli
21. April 2000, 01:03
Hallo Sonja !

Die Färbung Deiner Juntgtiere ist ansich nicht außergewöhnlich.
Es handelt sich ja bei ihnen um ihr Nestgefieder, welches erst in der Jugendmauser die eigentliche meist intensivere Färbung erscheinen läßt.

Gruß
Oli