2 neue Hennen zu 3 vorhandenen – keine Quarantänemöglichkeit, was würdet ihr tun?

Diskutiere 2 neue Hennen zu 3 vorhandenen – keine Quarantänemöglichkeit, was würdet ihr tun? im Forum Hühner + Zwerghühner im Bereich Hühner- und Entenvögel - Hallo zusammen, ich habe aktuell 3 Hühner und möchte gerne 2 weitere Hennen dazunehmen. Eine richtige Quarantänemöglichkeit habe ich leider nicht...
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Henne26

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Hallo zusammen,

ich habe aktuell 3 Hühner und möchte gerne 2 weitere Hennen dazunehmen. Eine richtige Quarantänemöglichkeit habe ich leider nicht und kann auch keinen zweiten Stall dauerhaft einrichten. Eine Garage kommt ebenfalls nicht infrage.

Ich möchte trotzdem das Risiko für meine vorhandenen Hühner so weit wie möglich minimieren und hätte dazu ein paar Fragen:

  1. Würdet ihr unter diesen Umständen überhaupt 2 neue Hennen dazunehmen, oder ist das Risiko ohne Quarantäne zu hoch?
  2. Worauf sollte ich beim Verkäufer und vor dem Kauf unbedingt achten? Welche Nachweise, z. B. zum Impfstatus, sollte ich verlangen?
  3. Kann man die neuen Hennen nach einer gründlichen Kontrolle direkt zur bestehenden Gruppe setzen, wenn keine Quarantäne möglich ist?
  4. Wie sollte ich die Vergesellschaftung von 3 vorhandenen + 2 neuen Hennen am besten durchführen, damit es möglichst wenig Streit gibt?
  5. Wie lange muss ich die Hühner nach dem Zusammensetzen ständig beobachten? Kann man sie nach einigen Stunden auch einmal alleine lassen oder sollte man in den ersten Tagen immer dabei sein?
  6. Wie lange dauert es normalerweise, bis die Hackordnung geklärt ist und wieder Ruhe einkehrt?
  7. Ab wann sind Hacken und Jagen noch normale Rangordnung und wann muss ich unbedingt eingreifen?
Mir ist vor allem wichtig, dass meine drei vorhandenen Hühner keinen unnötigen Stress haben und ich mir keine Krankheiten in den Bestand hole.

Vielen Dank für eure Erfahrungen!
 
Hi, ich bin kein Profi,
habe aber selber Hühner seit der dritten Klasse. (Mit der Hilfe meiner Eltern) Ich Trenne die Hühner die ersten Wochen immer. Die neuen in einen Kaninchenauslauf oder die Voliere (wenn gerade keine Henne mit Küken darin ist). Dann können die sich sehen und hören aber nicht direkt begegnen.

Zuerst achte ich immer darauf nach Milben und Federlingen zu schauen. Ich behandle immer sicherheitshalber die Füße mit Ballistol gegen Grabmilben. Wenn die beiden neuen gegen Marek geimpft sind und deine anderen nicht, kann das sein, dass wenn die neuen Marek haben sie es auf die anderen Übertragen.
Marek ist allerdings etwas mit dem ich mich jetzt nicht so genau auskenne. Diese Krankheit kann schnell Tödlich enden.

Von mir gibt es dann eine Wurmkur vom TA und wenn ich Milben entdecke etwas gegen Milben.

Mit der Hackordnung, wenn du die zusammenlässt wäre es super wenn es versteck- und Ausweichmöglichkeiten gibt. So können die neuen Ausweichen und sich selbst schützen. Wenn es ausartet und es Blutig wird oder viele Federn fehlen, am besten das Tier dann rausnehmen und separieren. Bei leichten Verletzungen kann man das selbst gut mit Blauspray behandeln und alles schlimmere ab zum TA.

Um welche Rasse handelt es sich denn? Ich habe gemerkt, das es unterschiede bei den Großen meines Vaters gibt und meinen Zwergen.

Zum Kauf, ich achte immer auf das aussehen im Stall/ Gehege. Ist es Sauber, Frisches Wasser etc.
Auch immer darauf achten wie die Tiere des Verkäufers sich verhalten, sind sie Apathisch oder nicht oder verhalten sie sich seltsam.
Beim Verkäufer frage ich mir immer so ein bisschen nach, was die zu fressen bekommen oder wie alt die Tiere sind. Oft bekommt man aber immer wenige Infos.
Wichtig ist zu wissen ob die Tiere geimpft sind und gegen was und ob die Tiere andere Medikamente bekommen haben.

Die Tiere einfach in die Gruppe zu setzen birgt viele Risiken. Möchte man seine Tiere in Gefahr bringen?
So habe ich mir mal vor Jahren Milben in die Gruppe gebracht. Das war nicht so schön.
Meine Tiere beobachte ich die ersten Tage immer intensiver als sonst und achte speziell auf Verletzungen. Nach einer Woche wenn keine Verletzungen auftreten, kann man sich etwas entspannen. Auch biete ich dann an zwei stellen Futter und Wasser.

Man kann auch gut die beiden neuen erst beim TA durchchecken lassen bevor man sie in die neue Gruppe setzt. So können Krankheiten ausgeschlossen werden bevor man sie zu den anderen lässt, wenn man keine Quarantäne durchführen kann.

Ich hoffe das hilft. Ich bin wiegesagt kein Profi sondern nur jemand der mit Tieren aufgewachsen ist und die selber seit Kindheit an als Haustiere hält. Wenn es noch weitere Fragen gibt helfe ich gerne.

LG Emely
 
Danke dir für deine ausführliche Antwort. Das mit den Milben und Federlingen werde ich auf jeden Fall beachten.

Meine drei vorhandenen Hühner sind mittelgroße Wyandotten Mischlinge und jetzt knapp über ein Jahr alt. Sie wurden als Küken einmal vom Züchter geimpft, haben seitdem aber keine Auffrischungsimpfung bekommen. Welche Impfungen sie damals genau bekommen haben, weiß ich leider nicht.

Die zwei neuen Hennen kommen von einem größeren Geflügelhof und sind Barnevelder. Dort wurde mir gesagt, dass sie gegen ungefähr 15 verschiedene Krankheiten geimpft sind. Beim Kauf bekomme ich auch eine Bescheinigung bzw. ein Gesundheitszertifikat für die Tiere. Trotzdem werde ich natürlich selbst darauf achten, dass die beiden einen gesunden Eindruck machen und der Bestand beim Händler insgesamt ordentlich und gesund aussieht.

Meine eigentliche Sorge ist das gesundheitliche Risiko durch das direkte Zusammensetzen. Meine Bedenken sind, dass die Hühner aus zwei unterschiedlichen Umgebungen kommen und eventuell unterschiedliche Bakterien bzw. Erreger mitbringen. Gerade so etwas wie Hühnerschnupfen macht mir Sorgen, weil ich natürlich nicht weiß, gegen was meine drei bisherigen Hühner geschützt sind und ob die neuen eventuell Träger von etwas sein könnten.

Da eine richtige Quarantäne bei mir nicht möglich ist, frage ich mich deshalb, wie man dieses Risiko möglichst klein halten kann. Auf null wird man es wahrscheinlich sowieso nicht bekommen, aber ich möchte natürlich vermeiden, dass ich mir durch die zwei neuen Hennen eine Krankheit in meinen bestehenden Bestand hole.

Bei der Vergesellschaftung mache ich mir ehrlich gesagt auch etwas Sorgen, weil ich natürlich nicht jede Minute danebenstehen und die Hühner kontrollieren kann. Ich muss sie irgendwann auch mal alleine lassen können und möchte natürlich nicht riskieren, dass eine der neuen Hennen in meiner Abwesenheit zu stark gejagt oder verletzt wird. Deshalb würde mich besonders interessieren, wie du das in den ersten Tagen gehandhabt hast und ab wann man sie guten Gewissens auch mal für ein paar Stunden alleine lassen kann.
 
Guten Morgen,
das sind Tiere, die werden den Großteil selber unter sich ausmachen. Natürlich braucht man nicht die ganze Zeit daneben stehen. Die erste halbe stunde bleibe ich immer dabei und beobachte das verhalten. Durch verstecke und genügend Platz, können die Tiere sich erstmal aus dem weg gehen. Sie können sich dann selbst schützen. Wenn dann erst in ein paar stunden nach den 5 geschaut wird, ist das immer noch super.

Bei Hühnerschnupfen kann der TA helfen. Wenn du das Immunsystem unterstützen möchtest kann gut Oregano gegeben werden, der hilft bei der Verdauung.
Ich selber bin ein großer Fan von den Produkten vom Hühner-Shop (Wachtel-Shop). Die haben fertige Mischungen um die Tiere Biologisch zu unterstützen und das mittel gegen Milben/ Federlinge hilft auch echt gut. Mit Federlingen habe ich es bei meinen Zwerg Paduanern öfter zu tun.
Wenn keine richtige Quarantäne möglich ist, dann ist das so. Dann muss man sich der Risiken allerdings bewusst sein.

Da beide Rassen große sind, ist das Ausgeglichen und die Tiere haben kein großen Kräfteunterschied. Dass, die Tiere unterschiedliche Bakterien haben ist einfach Fakt. Es kann etwas auslösen, muss es aber nicht.
Wenn die von einem Geflügelhof kommen sind sie gut Geimpft. Das Risikomuss aber immer einfach mit beachtet werden.

LG
 
Die Tiere müssen nach den Erstimpfungen sowieso nach 6 Monaten nach geimpft werden. Dann nur noch 1 x jährlich. Wäre also sowieso Zeit mit den Ersten zur Nachimpfung zu gehen. Dann sind sie auch bei Hühnerschnupfen und Bronchitis geschützt. Die Neuen müssen auch nach 6 Monaten nach geimpft werden.

Du hättest dir eine Bescheinigung aushändigen lassen müssen. Die brauchst du für den Amtsveterinär sowieso. Bei uns in Berlin muss ich die Bescheinigungen einreichen. Tiere müssen ja im Register angemeldet werden. Nachfrage kommt dann zügig nach dem Impfstatus.
Bricht in deiner Nähe Hühnergrippe aus , werden sie getötet ohne Impfstatus.

Ansonsten. Nachts, im Dunkeln, die Neuen neben die Alten auf die Schlafstangen setzen. Es hilft auch mit etwas Duft die Hände zu bestäuben und allesamt dann durchzuwuscheln. Alle duften dann etwas gleich.
Es gibt am nächsten Morgen etwas Streitereien. Das ist normal. Da Du einen Hahn führst, regelt der das eigentlich ganz gut. So lange kein Blut fließt.

Verstecke bauen, Sichtschutz in mancher Ecke. Das gibt sich. Eine doofe Socke wird es immer geben, die gemobbt wird. Hühner sind nicht fein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Guten Morgen,
sind schon die neuen Hühner eingezogen?
Wenn ja wie ist es gelaufen?
LG
 
Hallo,

Ja, die neuen Hühner sind letzten Mittwoch eingezogen und grundsätzlich hat es gut geklappt. Ich habe sie mittags abgeholt und abends, als die älteren schon auf der Sitzstange saßen hab ich sie mit dazu gesetzt.

Am nächsten Morgen gab es dann natürlich ein bisschen Jagen und Wegscheuchen, aber nichts Dramatisches. Es wurde nicht groß gepickt oder so, und verletzt wurde auch niemand. Die beiden neuen haben sich die letzten Tage trotzdem meistens eher im Stall aufgehalten, wahrscheinlich weil sie sich dort noch sicherer fühlen.

Einen ganz leichten Schnupfen haben sie momentan auch, aber die Augen sind klar und aus der Nase kommt kein Schleim. Ich denke, das kann auch vom neuen Einstreu, den ungewohnten Gerüchen und vielleicht vom Stress durch den Umzug kommen. Ich beobachte das aber natürlich weiter.

Die letzten zwei Tage sind sie dann immer mal wieder kurz mit rausgekommen. Wenn die anderen im Garten sind, lasse ich sie noch im fest eingezäunten Auslauf. Ich gebe ihnen draußen zwischendurch mal ein paar Haferflocken, die sie dann suchen können.

Abends schlafen mittlerweile auch alle zusammen auf der Sitzstange, was ja schon mal ein gutes Zeichen ist. Beim gemeinsamen Fressen werden die beiden zwar von den älteren Hühnern teilweise noch etwas weggescheucht, aber dadurch, dass ich zwei Futterstellen habe, funktioniert das eigentlich ganz gut und sie kommen trotzdem an ihr Futter.

Ich denke, bis sie zu 100 % integriert sind, wird es noch ein bisschen dauern, aber die Zeit sollen sie auch bekommen. Wenn ich in den Stall komme, sind die beiden auch noch etwas scheu, aber ich denke, dass sich das mit der Zeit noch legt.

Bisher bin ich auf jeden Fall ganz zufrieden damit, wie es gelaufen ist. Jetzt hoffe ich nur, dass alle gesund bleiben.

LG
 
Thema: 2 neue Hennen zu 3 vorhandenen – keine Quarantänemöglichkeit, was würdet ihr tun?

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