À propos Darwin !

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  1. #1 Ryk, 2. Februar 2009
    Zuletzt bearbeitet: 2. Februar 2009
    Ryk

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    Hallo zusammen !

    Bekanntlich ist heuer der Name Darwin in (fast) allen Medien zu finden ! Und egal, wie man nun zu seiner Theorie über die "Entstehung der Arten stehen mag, gerade in der Vogelwelt gibt es doch ein sehr bezeichnendes Beispiel, ich möchte fast sagen Paradebeispiel (!) mit den Darwin-Finken auf Galapagos, welches ich hier nur mal in Erinnerung rufen möchte !

    Wie aus dem Bericht über seine Erlebnisse mit der "Beagle" (1835) hervorgeht, war er damals rund fünf Wochen auf den Galapagos-Inseln, wo er meist solche Arten fand, die "irgendwann" durch Wasser und/oder Wind auf die verschiedenen Inseln und Inselchen vertriftet worden waren.

    Und dort haben sich diese Arten quasi weiter evoluiert. Und dafür stehen gerade diese Galapagos-Finken als das wohl berühmteste Beispiel da ! Aber ihre zoologische Bedeutung erlangten diese Darwin-Finken bekanntlich erst rund 150 Jahre nach Darwins Inselbesuch: In einer ausführlichen Arbeit berichtet Peter R. Grant über die jü'ngste evolutionnsbiologische Forschung an Spottdrosseln und besonders natürlich über die Darwin-Finken. Daher ist es Grant und seinen Mitarbeitern (University of Michigang) durch ihre zwölfjährige Forschungsarbeit vor Ort zu verdanken, dass wir heute neben neueren morphologischen Studien erstmals auch detaillierte Daten über die nahrungsökologischen Aspekte über diese Finkenarten vorliegen haben ! Dazu sei noch erwähnt, dass gerade diese Finkenvögel die Grundlagen lieferten, wie die Konkurrenz der Arten untereinander die Gemeinschaft beeinflussen. Denn ausgerechnet diese Darwin-Finken waren es, die ursprünglich zur Korrkurrenz-Hypothese in derÖkologie geführt haben ! [1) Biological Journal of the Linnean Soc. 21, 1984 und 2) P.R.Grant, Biol.J.Lin.Soc.25 I /1985]

    Das möchte hier nur kurz in Erinnerung rufen mit schöne Grüsse

    Ryk
     
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  3. Ingo

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    Darwin selber fand die nach ihm benannten Finken übrigens gar nicht besonders faszinierend.
    Ihm fielen vielmehr die -weit weniger offensichtlichen- Unterschiede der Spottdrosseln auf den verschiedenen Inseln ins Auge und beflügelten seine Phantasie.

    Am 12.02, also bald, jährt sich Darwins Geburtstag übrigens zum 200sten male :) -und meiner zum 44sten mal :(
     
  4. Ryk

    Ryk Neues Mitglied

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    Hallo Ingo !

    Da bin ich jetzt allerdings doch etwas erstaunt über Deine Darlegung ! Entweder habe ich die Ausführungen in Band III "Birds" von John Gould nicht richtig gelesen oder Darwins Tagebücher über seine Reise mit der "Beagle" nicht verstanden :zwinker:

    Unter den insgesamt 155 Vogelbälgen, die Darwin während seines fünfwöchigen Aufenthaltes (15.09 - 20-10-1835) sammelte und die von John Gould bestimmte und in 54 Familien eingestuft wurden, figuriert nur eine Spottdrosselart: Mimus trifasciatus [Gould 1837], daneben jedoch 14 "Galapagos-Finken"-Arten. Darunter 6 Arten aus der Familie Geospiza (Grundfinken) sowie 6 Arten aus der Familie Gamarhynchus (Baumfinken), die wir heute ja als Tangaren bzw. Ammern kennen ! Und als John Gould am 10. Januar 1838 vor der Zoolog. Gesellschaft sprach, lautete sein Thema "The curious Finches of Galapagos Archipelagos" ! Und auch Charles Darwin hatte gerade anhand seiner "Galapagos-Finken" die Erkenntnisse über die Entstehung der Arten gewonnen, und nicht an dem einzigen Spottdrosselbalg ! !

    Und wie im Einleitungstext erwähnt, hatten Peter R. Grant und seine Mitarbeiter während zwölf Jahren auf den Galapagos-Inseln ausgerechnet die Darwin- oder Galapagos-Finken untersucht !

    Sorry, wenn ich mir erlaubte, hier zu entgegnen, aber ich spekuliere auf einen ""Alterbonus"", denn Deinen 44 Jährchen kannst Du noch die Zahl 33 aufstocken, d.h. ich bin zwar schon länger emeritiert, aber noch nicht greisig !

    Schöne Grüsse

    Ryk
     
  5. #4 Ingo, 3. Februar 2009
    Zuletzt bearbeitet: 3. Februar 2009
    Ingo

    Ingo Herpetophiler Geierfreund

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    Hi Ryk,

    gut gesprochen. Jetzt muss ich mich doch auf die Suche meiner Quelle machen. Ich hatte das Statment, dass mich damals selber überraschte, so sehr verinnerlicht, dass ich nun nicht mehr weiss, woher die Info ist.

    Vielleicht ist sie ja auch eben doch falsch.

    Mal sehen, was ich herausfinde. Bis dahin neige ich dazu, zu meinen, etwas zu verwechseln, da Deine Darlegung überzeugend klingt.

    Bis zum Prof, wie Du habe ich es auch nicht in Academia ausgehalten.....so ist mein Zugang zu nicht in silico vorhandenem Originalpapierwerk begrenzt.

    Also bitte mein obiges Posting erstmal nicht mehr ernst nehmen.



    Nachtrag:Manchmal ist sogar die oberflächliche Suche hilfreich. Es ist zwar nicht das Originalstatemnt, das ich gesucht habe, aber immerhin schreibt Wikipedia etwas, das das von mir gesagte bekräftigt


    When the survey voyage of HMS Beagle visited the Galápagos Islands in September to October 1835, the naturalist Charles Darwin noticed that the mockingbirds Mimus thenca differed from island to island, and were closely allied in appearance to mockingbirds on the South American mainland. Nearly a year later when writing up his notes on the return voyage he speculated that this, together with what he had been told about Galápagos tortoises, could undermine the doctrine of stability of species. This was his first recorded expression of his doubts about species being immutable, which led to him being convinced about the transmutation of species and hence evolution.[4] It was only after the ship returned to England that he found out about the better known Darwin's Finches.
     
  6. GuidoQ.

    GuidoQ. Agaflüsterer

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    Hi Ingo
    Soweit ich weiss, bin ich in einem deutschsprachigen Forum. Ich kann zwar noch ein Brocken Englisch, aber nicht mehr so viel
    Liebe Grüsse
    Guido :0-
     
  7. Ingo

    Ingo Herpetophiler Geierfreund

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    Hi Ryk,

    ich habe es online gefunden:

    http://darwin-online.org.uk/content/frameset?viewtype=side&itemID=A161&pageseq=1

    Hier der Inhalt, auf den ich mich bezog:

    Sulloway has already shown that the mockingbirds from the Galápagos Islands rather than the finches were used in Darwin's On the Origin of Species, though some later authors have still succumbed to confusion on this matter.

    In a chapter entitled "Geographical distribution", Darwin noted: "But we often take, I think, an erroneous view of the probability of closely-allied species invading each other's territory, when put into free intercommunication. Undoubtedly, if one species has any advantage over another, it will in a very brief time wholly or in part supplant it; but if both are equally well fitted for their own places, both will probably hold their separate places for almost any length of time."

    In short, Darwin recognized the importance of building different ecological niches ("own places") or the establishment of two very similar species in the same geographical region. As an example he used the Galápagos mockingbird Nesomimus parvulus, the Charles mockingbird Nesomimus trifasciatus, and the San Cristòbal mockingbird Nesomimus melanotis, of which he collected one and, respectively, two specimens of each (Darwin's numbers 2206, 3307, 3349, 3350)4. In his Transmutation Notebooks (Notebook B from 1837–1838) he goes on to say that: "It may be argued representative species [such as the South American and Galápagos mockingbirds] [are] chiefly found where barriers […] interrupt[ed…] communication," stressing the importance of geographical isolation for speciation processes.

    The birds of the Galápagos Islands are also cited, albeit in general terms, as an example of how vague the distinction is between what one sees as a species and what scientists refer to as subspecies. The mockingbirds of the Galápagos Islands collected by Darwin have been classified both as subspecies of a single species (Mayr and Greenway 1960, pp. 447–448), and as three different (allo-)species (Dickinson 2003, p. 649).

    Darwin turned again to the Galápagos birds when explaining endemism. Darwin showed that of the 26 land birds known at the time, 21, or perhaps even 23, were believed to be endemic to the Galápagos Islands, whereas of 11 marine birds only 2 were considered endemic (Darwin 1872, pp. 405–406).
     
  8. Ryk

    Ryk Neues Mitglied

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    Grüezi Ingo !

    Danke für den "Link", auch wenn ich den Text kenne, ist es doch immer mal wieder schön, ihn zu lesen !

    Ich weiss nicht, in wie weit Du in die Materie eingebunden bist, daher bitte ich Dich um Nachsicht, wenn nachfolgend einiges Dir schon Bekanntes auftaucht. Aber vielleicht stolpert ja ein anderes Mitglied per Zufall mal über diesen thread . . .

    Was nun die Darwinfinken & Co. betrifft, so gab es später insofern Schwierigkeiten, weil Darwin es versäumte, die Herkunft der Vogelbälge zu bezeichnen! Das lag wohl daran, dass auch Captain Robert FitzRoy, dessen persönlicher Steward Harry Fuller und "the boy to Poop cabin", Syms Covington, nach ihren Landgängen immer auch Vogelbälge an Bord brachten. Das machte es dann den künftigen Bearbeitern nicht gerade leichter, die 51 Bälge im Britischen Museum zu bearbeiten !

    Eine erste Revision der Darwin-Finken nahm ja 1935 Percy Roycroft Lowe vor, wobei er die bisherige Artenzahl von 23 auf 19 reduzierte und den Vögeln den einprägsamen Namen "Darwinfinken" verpasste. Verstärkt wurde dann ja dieser Begriff dürch die Arbeit von David Lack (1947) der die Artenzahl nicht nur auf 13 (inkl. dem Kokosfink) beschränkte, sondern den Vögeln ein eigenes Buch "Darwin's Finches" widmete.

    Welche Schwierigkeiten Lack und frühere Bearbeiter zu bewältigen hatten, dokumentierte Frank J. Sulloway in nicht weniger als 84 Anmerkungen in seinem Bericht im "Bulletin of the Britisch Museum [Natural History], Band 43, 1982. Sullowy hielt sich ja von 1986 bis 1982 immer mal einige Zeit in der Forschungsstation "Charles Darwin" auf Isla Santa Cruz auf und kannte daher die Vögel gut.

    Die "mockingbird's" hatten in taxonomischer Hinsicht allerdings eine noch bewegtere Vergangenheit, hatte doch Darwin in seinem Büchlein "B" insgesamt neun Namen aufgelistet ! Wie in Deinem Text (4. Abschnitt) ersichtlich, unternahmen u.a. auch Davis and Miller (1960) eine Revision der Spottdrosseln vor, anerkannten aber nur einer Art "Nesomimus trifatiscatus" diesen Status zu. Harris (1974) startete einen neuen Versuch und gab vier Typen den Artstatus. Dazwischen sollte der Gattungsname durch "Mimus", nach der Erstnennung von Boie (1826) ausgetauscht werden und wie Mimus trifasciatus" als einzige Galapagosart noch im "Wolters" (1982) eingetragen ist. So leben heute letztlich vier gute Arten auf Galapagos, wobei N. trifasciatus und N. melanoti als gefährdet gelten, als kritisch aber (noch) nicht gefährdet gilt N. macdonaldi, während N. parvulus sich offenbar recht gut über die Runden zu schlagen scheint.

    Nun ich denke, aus heutiger Sicht kommt den Darwin-Finken infolge ihrer grösseren Artenzahl und ihrer typischeren Artunterschiede im Sinne der Evolution sicher eine grössere Bedeutung zu, auch wenn Darwin die Spottdrosseln anders gesehen haben soll ! !

    Über die Arbeiten von Peter R. Grant berichtete ich ja schon im Eingangstext zu diesem thread !

    Schöne Grüsse

    Ryk
     
  9. Ingo

    Ingo Herpetophiler Geierfreund

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    Hi,

    ich glaube, wir haben aneinander vorbei geredet. Ich wollte keineswegs die Paraderolle der Darwinfinken für die Evolutionstheorie abstreiten, sondern lediglich darauf hinweisen, dass Darwin selber zuerst wohl die Spottdrosseln ins Auge fielen und daher trotz ihrer geringeren Radiation zum Darwinjubiläum verdienen, erwähnt zu werden. Gaben gerade sie Darwins Gedanken doch offenbar einen deutlichen Anstoss.
    Die Finken sind und bleiben ohne Zweifel ein früh gewürdigtes Paradebeispiel und haben ja bis in jüngere Zeit noch mit Überraschungen aufgewartet (zB Blut"saugen" bei G. difficilis septentrionalis)

    Mehr wollte ich gar nicht sagen, nur die armen Spottdrosseln der Vergessenehit entreissen
     
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  11. Ryk

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    Hallo Ingo !
    Leider eine betrübliche Mitteilung inbezug auf die Mockingbirds: Wie ich soeben erfahre, ist die Spottdrossel N. trifasciatus, endemisch auf Isla Floreana, dort jetzt total verschwunden. Derzeit ist ein Team von der Uni Zürich dort, um die noch vorhandenen Restbestände dieser Art auf den kleinen Satelliten-Inseln (Nordküste von Floreana) zu untersuchen. Durch Entnahme von Genmaterial (DNA) von diesen Vögeln wird dann im Labor geprüft, ob von diesen allenfalls eine Wiederbesiedlung auf Floreana möglich wäre. Problematisch ist dies möglicherweise, weil diese beiden Restbestände nach neuester Mitteilung nur noch je einige Dutzend Tiere umfasst (geringes Genmaterial / Inzucht!). Ursachen zum Erlöschen von N. trifasciatus auf I. Floreana sind eingeführte Katzen und Ratten !
    Schöne Grüsse
    Ryk
     
  12. Ingo

    Ingo Herpetophiler Geierfreund

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    Ja, sehr traurig.
    Von der "neuen" Conolophus Art (Rosadas) hast Du aber gehört?
    Es gibt doch immer noch Überraschungen auf Galapagos.
     
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