Aggression oder was???

Diskutiere Aggression oder was??? im Südamerikanische Sittiche Forum im Bereich Sittiche; Hi @all, nachdem ich lange nichts mehr zu meinen Goldstirnsittichen Chip & Chap geschrieben habe jetzt mal wieder ein Lebenszeichen, verbunden...

  1. #1 Jon October, 5. Dezember 2005
    Jon October

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    Hi @all,

    nachdem ich lange nichts mehr zu meinen Goldstirnsittichen Chip & Chap geschrieben habe jetzt mal wieder ein Lebenszeichen, verbunden mit Fragen.

    Grundsätzlich verläuft das Zusammenleben mit uns in sehr geregelten Bahnen. Sie kommen aus ihrer Voli raus, sobald wir spätnachmittags/abends heimkommen und gehen oft schon nach 1 bis 2 Std. von selbst wieder herein. Wenn nicht, dann lassen sie sich zur abendlichen Fütterung willig mittels Ast hineinsetzen, immer zuerst Chap, der Hahn und dann Chip, die Henne.

    Im der Voli schreddern sie kiloweise Äste, ausserhalb der Voli entweder Kartonagen oder gut armdicke morsche Knüppel. Sollte es mal an Nagematerial fehlen, ist das nicht zu überhören, sie werden dann nämlich sehr laut und zickig. Sie fliegen relativ wenig, meistens nur einige Zimmerrunden am Anfang, dann ist klettern und schreddern angesagt.

    Anfänglich waren Besucher, d.h. Fremde ein echtes Problem, zwischenzeitlich ertragen sie Kinder, Hunde und entsprechende Hektik mit stoischer Gelassenheit.

    Ihre Lautäusserungen sind insgesamt gut erträglich. Hin und wieder bekommen sie zwar einen Rappel und meinen, ihre Anwesenheit im höchsten Diskant kundtun zu müssen. Meistens an den spannensten Stellen im jeweiligen Film oder wenn es bei uns etwas lebhafter zugeht, aber in der Regel höchstens 5 Minuten am Stück.

    Jetzt meine Fragen zu verschiedenen Verhaltensmustern.

    1. Zwei, dreimal pro Woche fängt einer der Beiden an zu "schnattern". Diese Lautäusserung kommt nur vor, wenn keiner von uns im Raum ist und dauert immer so jew. 30 Sek. bis höchstens 2 Min.. Das "schnattern" klingt ähnlich wie das "zetern" bei aufgeregten Spatzen, ist nur etwas langsamer, in tieferer Tonlage und ziemlich laut. Sind das Balzlaute oder Paarungslaute oder ....???

    2. Der Hahn Chap sitzt auf seinem Lieblingsplatz, direkt daneben hängt eine bunte Babyrassel mit einem gelben Tierkopf aus Plastik zum spielen. Er richtet sich hoch und steil auf mit angelegten Flügeln und Gefieder und fängt an, sich hin und her zu wiegen bzw. zu wippen. Dabei zielt der geschlossene Schnabel auf das Spielzeug und diese Gewichtsverlagerung von links nach rechts und retour wird immer schneller, bis er regelrecht tanzt. Dabei zirpt er höchstens oder ist ganz still. Dieses "Spiel" dauert jeweils so ca. 30 Sek. bis max. 1 Minute, danach wendet er sich ohne jede weitere Erregung einer X-beliebigen anderen Tätigkeit zu oder ruht. Das Spielzeug wird dabei nicht berührt, auch wenn der Schnabel fast rankommt. Ist das `ne Macke, ein Spiel oder Balzübung???

    3. Aggressionsverhalten von Chap.

    Jeden Morgen gibt es frisches Obst und jeden Morgen zieht er gegen mich zu Felde, assistiert von seinem Weibchen. Er kommt sofort angestürmt, hackt nach mir und beisst in den Draht. Ich vermute Revierverteidigung und bin zufrieden.

    Aber auch immer, wenn ich abends heimkomme, fängt er an zu zicken und attackiert kurz seine Henne. Es gibt jeden Abend kurzes Geschrei, wenn ich komme, da sie sich dann auch wehrt. Dazu muss er mich gar nicht sehen, es reicht, wenn er mich hört, damit er tillt.

    Öffne ich dann die Voli, beisst er angedeutet in einen Ast oder den Draht, streckt beidseitig die Flügel im Schultergelenk nach oben(die Flügel selbst bleiben dabei geschlossen) und kommt auf mich zu. Halte ich dann den Finger hin, hackt er danach, beisst aber nie zu, sondern knabbert nur, wie vorher beim Ast oder Draht. Drehe ich mich dann um, stürzt er mir quasi hinterher, hackt in die Luft oder beisst in die Eckpfosten der Voli, je nachdem, wo er gerade ist.
    Wenn ich sie dann später wieder reinsetze, gehen beide brav per Stecken in die Voli zurück. Wenn ich dann die Tür schliesse, hackt er nach mir und beisst in den Draht.

    Am wildesten geht es aber zu, wenn ich die Beiden dusche. Der Wassernapf reicht nur für Katzenwäsche, daher werden sie 1 - 2 x wöchentlich mit einer Sprühflasche bearbeitet, was sie meistens auch sehr geniessen.
    Leider darf Chip seit einigen Wochen keine Ausgelassenheit mehr zeigen. Sie hat still und demütig in der Ecke zu sitzen, während er sich in alle Richtungen spreizt, dreht und an Ästen und Spielzeug reibt. Kommt er ihr dabei nahe oder rührt sie sich zu sehr, dann geht er sehr aggressiv auf sie los. Das ist dann leider auch weit entfernt vom üblichen Gekabbele. Sie ist wahrlich selbst nicht zimperlich und weiss sich auch zu wehren, aber wenn er beim duschen seine komische Minute bekommt, hilft ihr nur die Flucht und konsequentes Ausweichen.

    Ich lobe ihn mit hoher Stimmlage und sinnentleerten Sprüchen, wenn er lieb ist und sage schroff NEIN!!! wenn er anfängt, auf sie loszugehen. Manchmal hilft das, oft aber muss ich die Duscherei abbrechen und kurz gehen, damit er sich wieder beruhigt. Ich stelle ihnen schon einen grossen Blumenuntersetzer auf die Voli, damit sie dort baden können, bisher wird der aber ignoriert.
    Und ausserhalb der Voli baden scheitert an der Tatsache, dass die im Wohnzimmer steht und meine Frau mir die Ohren langziehen würde, wenn ich die Idee auch nur ansatzweise umsetzen würde ......

    Was ist das??? Eifersucht???

    Seine Agression gilt meistens scheinbar mir und sein Weibchen muss vermutlich "nur" als Blitzableiter herhalten. Nur beim duschen scheint was anderes dahinterstecken und komisch ist auch, dass er beim Freiflug oft meine Nähe sucht und auch sehr gerne mit mir spielt. Zum spielen fordert er mich oft regelrecht auf. Er nimmt einen Ast in den Schnabel, schaut mich an, zirpt und hält mir den Ast entgegen, damit ich tauziehen mit ihm spiele.
    Auch das HEB-AUF-Spiel liebt er. Er nimmt z.B. eine Eichel und lässt sie auf dem Boden fallen, das knallt so schön und das Ding kollert interessant herum. Ich darf sie dann wieder aufheben und ihm reichen ......
    Ist er dann irgendwann zufrieden, beknabbert und beleckt er auch schon mal meine Finger für einige Sekunden, um dann wie erschrocken von soviel Nähe zurückzuweichen. Komischer Vogel ......

    Gruß

    Jon
     
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  3. Christian

    Christian Foren-Guru
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    Hi Jon!


    Ich denke, daß sie so wenig fliegen, kann mit der Uhrzeit zusammen hängen. Wie sieht das denn am Wochenende aus? Da kommen sie doch bestimmt auch früher raus, oder? Unsere Aymaras z.B. fliegen vormittags am meisten. Wenn sie den ganzen Tag drin waren und nur spät rauskonnten ... kommt bei uns mittlerweile gar nicht mehr vor ... waren sie auch recht träge.

    Vielleicht is' das ja bei Deinen beiden ähnlich.


    Mit Eifersucht hat das anscheinend eher wenig zu tun. Der Haupteinflußfaktor scheint mir Spieltrieb zu sein ... unterschwellig scheint da aber auch nicht unwesentlich ein Buhlen um die Rolle des Alphavogels eine Rolle zu spielen. Erinnert mich schwer an unseren Aymara-Hahn. Dieses Verhalten hat aber abgenommen, seid ein zweites Aymara-Pärchen da ist. Nun muß er ihnen erstmal zeigen, daß er der Boss is'.

    Wichtig scheint mir, seinem Spieltrieb entgegen zu kommen, damit die Henne seine überschüssige Energie nicht abbekommt, aber gleichzeitig aufzuzeigen, daß Du der Alphavogel bist ;) Ich würde aber auch versuchen, die Henne mit einzubeziehen.

    Was die Stimmlage betrifft, dürfte eine tiefe Stimmlage da förderlich sein ... leise und ruhig, wenn Du ihn lobst und lauter, wenn ein NEIN fällig ist, aber eben immer tief. Hat sich bei unserer Bande bewährt.

    Was die Geschichte mit dem Duschen betrifft ... er scheint hier im Mittelpunkt stehen zu wollen ... warum das so extrem ausfällt, kann ich mir auch nicht erklären.

    Ach ja, und die Geschichte mit der Rassel scheint tatsächlich eine Balzübung zu sein ... bei Wellensittich-Hähnen beobachtet man sowas ja z.B. auch recht oft.

    Interessant wäre, mal genauer zu beobachten, wie sein Dominanzverhalten der Henne gegenüber ausfällt ... vor allem, ob er das auch oft zeigt, wenn Du nicht da bist bzw. sie Dich nicht sehen können ... beobachte sie mal mit einem Spiegel duch einen Türspalt ... oder vielleicht hast Du ja sogar eine Chance ein Video aufzunehmen?
     
  4. #3 carola bettinge, 5. Dezember 2005
    carola bettinge

    carola bettinge Guest

    Hi Jan,

    Meine Vögel haben dieses Verhalten als ausgeprägte Form (Das hin und her Wippen) der Drohung.
    Genauso, das "Theater" welches sich rund um die Voli abspielt: Mir scheint das eine Drohung im Bezug auf die "Revier-Abgrenzungen" (falls man das bei einem Vogel so nennen kann) zu sein.
    Meine hatten das im Früh-Sommer ganz schlimm: An allen Plätzen die irgendwie ihnen gehörten. Es ging soweitk, dass ich mich nicht mehr richtig dem Kletterbaum nähern konnte. Ich habe diese Problematik am besten dadurch hingekriegt, dass ich , sobald ich mich irgendeiner "ihrer" Plätze genähert habe, ein Leckerchen in eine extra dort angebrachte Schale geworfen habe. Damit sie meine Präsenz, auch in "ihren" Orten als etwas positives sehen.
    Das hat wirklich wahnsinnig geholfen.

    Wg. lauter Stimme: Ich denke, am besten immer ignorieren, wenn man etwas nicht verstärken will, alles andere kann versehenticher Weise vom Vogel trotzdem als Verstärkung gesehen werden.
    Spreche aus leidvoller Erfahrung, weil ich mcih in der Anfangszeit manchmal nciht zurückhalten konnte und weiß, dass ab dann gar nichts mehr geht (die Vögel werden nur unruhiger, m.E. finden sie oft sogar witzig).

    LG, Carola
     
  5. Christian

    Christian Foren-Guru
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    Hi again!


    Z.B., wenn man AUA schreit, weil man gebissen wird ... da macht der zweite Biss gleich doppelt Spaß ;)

    Da ist also durchaus was dran. Dennoch habe ich sehr gute Erfahrungen mit dem NEIN gemacht ... bei unserer Bande klappt das hervorragend.
     
  6. #5 Jon October, 8. Dezember 2005
    Jon October

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    Hi Christian,

    da könntest Du recht haben, zumindestens jetzt in der dunklen Jahreszeit. Aber auch im Sommer bzw. früher am Tag am Wochenende/Urlaub fliegen sie nicht wirklich viel mehr. Es sind gleich nach dem rauslassen einige Zimmerrunden, die sich bei längerem Freiflug so alle 1 bis 1,5 Std. wiederholen.
    Ob das wirklich wenig ist oder mir nur so vorkommt, kann ich nicht sagen. Nur im Vergleich zum Pflaumenkopfsittich, der einige Zeit bei uns war, fliegen sie weniger und vor allem auch langsamer. Sie haben aber auch in ihrer Voli Gelegenheit, ihre Flügel zu gebrauchen.

    Spielen klappt super, wenn er in der entsprechenden Stimmung ist. Komme ich quasi unpassend, schaut er mich nicht mit dem ..... äh Bürzel an. Dass er der Meinung ist, der Chef im Ring zu sein, glaube ich gerne. Aber 1. habe ich morgens keine Zeit, seine Anmassung zu erwidern und 2. wüsste ich auch gar nicht wie??? Er berührt mich, wenn er Bock hat und ich gerade in Reichweite bin. Wenn ich von mir aus auf ihn zugehe, weicht er aus bzw. fliegt weg und wenn ich ihm auf den Keks gehe, quittiert er meine Annäherung zusätzlich mit höllischem Geschrei.
    Die Henne mit einzubeziehen scheitert an zwei Gründen. Grund 1: Zumindestens anfänglich wollte Chip so gar nix von mir wissen und hat extrem Distanz gewahrt. Grund 2: Sollte sie jetzt tatsächlich mal Interesse bekunden, wird das vom Hahn sofort ausgebremst. Trenne ich die Beiden, d.h. Chap in die Voli und Chip bleibt draussen zum spielen bzw. auch nur Leckerle bekommen, regen sich beide tierisch auf. Wieder `n Satz mit X, es war mal wieder nix.

    Und auf klickern oder sonstige weiterreichende Erziehungsversuche habe ich keinen Bock. Ursprünglich wurden die Beiden "nur" als Gesellschafter für meine Weißstirnamazone Moritz angeschafft. Moritz sitzt jetzt mit Artgenossin, div. GattungsgenossInnen und Mopas in einer grossen Volierenanlage in Süddeutschland und wird dort wieder zum Vogel resozialisiert.
    Irgendwelche Abhängigkeiten von mir und wenn es nur ausgeprägte und regelmässige Spielanimation ist - die sie lautstark einfordern könnten - möchte ich nicht mehr erleben.
    Ich versuche, ihr Umfeld mit Kletterbaum, Bastschleifen, Spielzeug, Kartonagen und kiloweise frischen Ästen angenehm zu gestalten, den Rest müssen sie schon selbst tun.

    Ich möchte kein Gerangel um meine Gunst, kein - ach wie niedliches - sitzen auf der Schulter und keine sonstigen Artigkeiten und Kunststückchen für ein Leckerle.
    Und ich verzichte auch auf die Anschaffung eines zweiten Sittichpaars, nur damit keine Langweile aufkommt. Dazu kommt, dass meine Frau da von ihrem Vetorecht Gebrauch machen würde ......

    Das die Beiden quasi von selbst recht zutraulich wurden und sich nach langen Querelen doch sehr gut in unseren Tagesablauf eingefügt haben, freut mich sehr und hat meine Erwartungen z.T. deutlich übertroffen. Mehr erwarte und fordere ich auch nicht, um ehrlich zu sein, mehr will ich auch nicht. Ich hoffe, dass sie sich wohlfühlen und sich selbst genug sind .........

    Bei Hunden wirkt nachgewiesenermassen eine höhere Stimmlage motivierend. Dazu kommt, dass die Stimmlage von den Goldstirnsittichen auch hoch und nicht tief ist. Dementsprechend lobe und betüddele ich mit hoher Stimmlage, wenn sie brav bzw. friedlich sind. Wenn er dann aggressiv auf sie losgeht, versuche ich mit einem harschen "NEIN" in tiefer Stimmlage zu bremsen, oft auch erfolgreich. Und wenn das nicht langt, entziehe ich ihm/ihnen meine Aufmerksamkeit. Das zieht immer .....

    Aha, "tanzen" denn Aratinga-Hähne so vor ihren auserwählten Herzdamen herum. Ohne grosse Lautäusserung und scheinbar emotionslos???

    Da ist nix. Da sie seine aggressiven Annäherung immer mit lautstarkem Protest quittiert, kann ich nur sagen, dass das Zusammenleben in meiner Abwesenheit wohl überwiegend harmonisch verläuft. Wenn meine Frau alleine ist, kann sie mir nur von gemeinsamen Nage-, Kuschel- und gelegentlich Schreiorgien berichten, Gelegentliches Gezicke um einen Sitzplatz, Spielzeug oder Sonnenblumenkern mal ausgenommen. Und wenn ich zwar da bin, aber nicht im Wohnzimmer, werde ich ja zumindestens Ohrenzeuge ihrer Aktivitäten. Und die weichen nicht von den Vorgenannten ab.
    Abgesehen von seiner Kurzattacke, wenn ich abends heimkomme (Dauer so 10 bis max. 45 Sek. er rennt oder fliegt aggressiv auf sie zu, hackt, sie wehrt protestierend ab, gelegentlich kurzes Schnabelgefecht, vorbei) und seinen "Anwandlungen" beim duschen gehen sie sehr liebevoll und harmonisch miteinander um. Und sie bietet ihm ja nicht nur erfolgreich Paroli, sondern fängt so manches Gezicke um etwas Begehrtes ja von sich aus an. Also, von systematischen Unterdrücken oder Drangsalieren kann nicht die Rede sein.
    Die Beiden führen meines Erachtens eine durchaus nachahmenswerte Ehe ......:D

    Gruß

    Jon
     
  7. solcan

    solcan Foren-Guru
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    Hallo

    Aha, "tanzen" denn Aratinga-Hähne so vor ihren auserwählten Herzdamen herum. Ohne grosse Lautäusserung und scheinbar emotionslos???

    Bei den Südamerikanischen Sittichen, Aratingas und Pyrrhuras balzen sowohl die Hähne als auch die Weibchen. Dies kann ich bei meinen auch immer sehr gut beobachten. Ist immer wieder lustig zu sehen was sie dabei so anstellen.

    Gruss
     
  8. Christian

    Christian Foren-Guru
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    Hi again!


    Scheint mir durchaus normal.


    Ich begrüsse morgens immer alle kurz. Wenn Yupanka, der alte Aymara-Hahn dann meint, zur Attacke blasen zu müssen, was grundsätzlich eher ein Spiel ist, gehe ich kurz darauf ein und gehe mich dann anziehen.
    Wenn er zu heftig beißt, stupse ich ihn immer gegen den Schnabel ... dann guckt er immer ganz erstaunt :D


    Kenne ich ... trotzdem muß man da am Ball bleiben und sie imer wieder ansprechen, ein Spielzeug reichen usw.. Wenn man ihre Fluchtdistanz wahrt klappt das gut. Unsere Maya ist immer noch etwas scheu, aber bei manchen Sachen kommt sie immer an und will mitspielen, wobei sie zwischendurch immer wieder flüchtet und dann wiederkommt.

    Der absolute Hit für gemeinsames Spiel ist eine Schwanzfeder, die ich von der letzten Mauser aufbewahrt habe. Die fahren voll darauf ab, wenn man sie damit am Bauch kitzelt ... da kann man ihn auch super von Attacken gegen die Henne ablenken, denn sobald er die Feder spürt, wird diese oder mein Finger bearbeitet und die Henne in Ruhe gelassen. Zwischendurch kitzel ich dann wieder die Henne und so geht das hin und her. Da haben beide voll Fun dran.


    Ich auch nicht ... erinnert mich immer an pawlow'sche Hunde ;)


    Schön, daß die Geschichte Eures Sorgenkindes nun doch noch ein glückliches Ende gefunden hat.


    Kann ich gut verstehen. Aber ich denke, da brauchst Du Dir bei den beiden Goldstirnen keine Sorgen machen.


    Ist ja auch nicht nötig.


    Wie ich immer zu sagen pflege ... Südamis sind schon was besonderes ;)


    Nach Deinen Schilderungen zu urteilen, sehe ich das auch so. Und was die manchmal sehr ausgeprägte Dominanz des Hahns angeht, wird das langfristig wahrscheinlich ähnlich wie bei meinem älteren Aymara-Paar verlaufen ... irgendwann hat sie die Faxen dicke und bietet ihm heftig Paroli. Das gibt dann öfter Streit und irgendwann kehrt dann wieder Ruhe ein.
     
  9. ClaudiaE

    ClaudiaE Mitglied

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    Dominazverhalten

    Hi,
    wie alt sind denn deine Goldstirnsittiche? Wir haben ein Goldscheitelsittichmännchen und bisher hat er sich eher als scheu und zurückhaltend gezeigt. Er ist jetzt 2,5 Jahre alt und seit 1 Jahr bei uns.
    Muss ich ab einem bestimmten Alter mit Aggressionsverhalten rechnen?

    Viele Grüße, Claudia
     
  10. Christian

    Christian Foren-Guru
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    Hi Claudia!


    Nicht unbedingt. Verhaltensänderungen treten meist mit Eintritt der Geschlechtsreife ein ... bei Sonnensittichen sind das 2-3 Jahre ... bei Goldscheiteln weiß ich es nicht.

    Man darf aber auch nicht vergessen, daß jeder Vogel einen anderen Charakter hat und ich denke mal nicht, daß später aus einem Schisser ein kleiner Killer wird ;)
     
  11. Jon October

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    Hallo Christian,

    am vergangenen Wochenende habe ich Chaps Herausforderung mal spasseshalber angenommen. Ich durfte sehr schnell feststellen, dass es ihm bitter ernst ist. Aus meinem Schabelstubs entwickelte sich ein ernsthaftes "Gefecht", in dessen Verlauf ich einmal herzhaft gebissen wurde. Ich habe dann die Stärke meiner Schnabelstüber zunehmend gesteigert, bis es mir gelang, ihm vom Ast zu schubsen. Seitdem ist Schluss mit lustig und spielen derzeit um`s Eck.
    Er kommt sofort angeschossen, wenn ich ihm nahe komme, und will mich beissen. Ich denke, es wird sinnvoll sein, ihm am WE mal zu zeigen, dass die GANZE Wohnung mit Ausnahme ihrer Voliere MEIN Revier ist. Ich habe nämlich keine Lust mehr, ständig von ihm "angemacht" zu werden ..........

    Warum MUSS ich am Ball bleiben? Wegen meinereiner muss sie nicht zahm sein. Und die derzeitige Situation steht einer freundschaftlichen Annäherung sowieso massiv im Weg.


    Nee, das siehst Du falsch, mit den bedingten Reiz der Sabberhunde ist das überhaupt nicht zu vergleichen.
    Moritz, der Weißstirnamazonerich war/ist auf clickern konditioniert. Und wenn er das Teil nur sah, freute er sich ein 2. Loch in den Hintern.
    Richtig angewandt ist diese Trainingsmethode super motivierend, weckt ungeahnte Kreativität bei den Tieren und ist eine tolle Beschäftigungstherapie und Förderung der Lernbereitschaft sowie der Lernfähigkeit. Die Tiere lernen quasi zu lernen und haben Spass dabei. Und in der vergleichsweise reizarmen Umgebung einer mitteleuropäischen Mietwohnung kann das clickern zumindestens ansatzweise der Langeweile entgegensteuern.
    Nein, ich habe keinen Bock, weil man, wenn man das angefangen hat, konsequent und regelmässig dabeibleiben muss, um Erfolge mit und für das Tier zu erzielen.

    Hallo Claudia,

    meine zwei Goldstirnsittiche sind Naturbruten von 2003, ein Geschwisterpaar. Und sollten sie in 2005 noch nicht geschlechtreif geworden sein, wird das jetzt spätestens im Febr./März 2006 passieren.

    Hältst Du denn Deinen Goldscheitelsittich alleine oder ist er mit einer Art- oder wenigstens Gattungsgenossin zusammen?
    Ich denke, es gibt erhebliche individuelle Unterschiede. Meine Beiden waren die ersten Wochen bei uns auch schreckhaft und ängstlich, aber dann entwickelte Chap, der Hahn eine zunehmende Dreistigkeit, änfänglich vermutlich eher durch Neugier, zwischenzeitlich durch Aggression gefördert. Als er das 1. Mal direkt neben mir sass, habe ich mich regelrecht erschreckt, da ich nicht im Mindesten damit rechnete. Die Henne Chip war von Anfang an deutlich zurückhaltender und ich gewähre ihr die notwendige Distanz, damit es nicht stressig wird für sie.

    Gebe Deinem Vogel (Vögeln?) die Sicherheit täglicher Routine und lasse ihm/ihnen die Zeit, die sie brauchen, um von selbst näher zu kommen.
    Unsere kommen jeden Abend zur gleichen Zeit raus und werden zur Abendfütterung mit einem festen Ritual wieder zurückgesetzt.
    Die Entwicklung der Beiden kannst Du gerne in diesem Thread nachlesen:
    http://www.vogelforen.de/showthread.php?t=77229&highlight=Chip+Chap

    Gruß

    Jon
     
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  13. Christian

    Christian Foren-Guru
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    Hi Jon!


    Ja, man muß sich aber genau überlegen, wie ... nicht, daß der Schuß nach hinten losgeht.


    Ich sag' doch, DU mußt am Ball bleiben ;) Mit einem bißchen Geduld wird sich schon alles einspielen.



    Nee, sie hält ihn mit einem Sonnensittich zusammen.
     
  14. Christian

    Christian Foren-Guru
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    Hi again!


    In diesem Zusammenhang kann es hilfreich sein, sich zunächst mit Verhaltensforschung bei Papageien ein wenig auseinanderzusetzen ... folgender Artikel könnte da für manchen Leser recht aufschlußreich sein.

    Was das hier diskutierte Aggressionsverhalten angeht, ist folgender englisch-sprachiger Artikel sehr interessant.
     
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