Allg. Frage zur Vererbung

Diskutiere Allg. Frage zur Vererbung im Allgemeines Vogelforum Forum im Bereich Allgemeine Foren; Liebe Leute! Kurze Verständnisfrage zur Farbvererbung: Dominiert immer die dunkle über die helle Farbe? Bei Nymphen ist es so (grau über...

  1. Lindi

    Lindi Guest

    Liebe Leute!

    Kurze Verständnisfrage zur Farbvererbung:

    Dominiert immer die dunkle über die helle Farbe?

    Bei Nymphen ist es so (grau über gelb über weiß), bei Tauben wohl auch (dunkelgehämmert über gehämmert über blau).

    Kann man das grundsätzlich so annehmen bei Vögeln?
     
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  3. acura

    acura Futterspender

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    also ich kann dir das nur theoretisch sagen und da wäre die antwort NEIIN, denn die farbe ist nicht verantwortlich für die Farben des Nachkommens sondern die Gene. Und je nachdem ób die gene dominant oder rezessiv sind, wird die farbe heller oder dunkler.. und eine dunkle farbe MUSS nicht dominant sein..

    Und laut den Wellisleuten verschwindet bei Schecken die Farben immer mehr, sodass sie mehr weiß sind, als die ursprungsfárbe zu haben... und weiß ist ja bekanntlich auch heller als z.b. blau oder grün.. :)
     
  4. gritters

    gritters † 9. Juni 2015

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    :0-
    Hallo Lindi

    Zur Vererbung:

    1. Die Geschlechtsgebundene Vererbung:
    Die Vererbung der Farbe ist an das männliche Geschlecht
    gebunden. Es gibt also keine spalterbigen Weibchen, aber
    spalterbige Hähne.

    2. Die Rezessive Vererbung:
    Die Vererbung der Farbe ist hierbei an beide Geschlechter
    gebunden. Entweder bei einem Farbvogel sichtbar, oder bei
    eine Spaltvogel unsichtbar. Die Geschlechter spielen hierbei
    kein Rolle. Die Farbe kann also auch unsichtbar von beiden
    Elternteilen vererbt werden.

    3. Die Dominante Vererbung:
    -ist die überherrschende, sichtbare Verebungsweise. Ist einer
    der Farbvögel dominant, dann zeigen auch die Nachkommen
    diese Farbe. Bei dieser Vererbung gibt es keine spalterbigen
    Vögel, jedoch Vögel die einfaktorig (EF) oder doppelfaktorig
    (DF) vererben.


    acura
    Das ist falsch.
    Die Natur ist kein Farbtopf

    Gruß
    Gerhard
     
  5. Lindi

    Lindi Guest

    Danke Gerhard, die drei Varianten hast Du knapp und leicht verständlich erklärt :)

    Ich habe gestern im Radtke nochmals nachgelesen und bin auf den Absatz gestoßen, wo ich nicht sicher war:

    Es kann keine Farbe hinzukommen, die im Wege der Vererbung verlorengegangen ist.

    Ein Lutino kann also spalt in Albino sein, aber nicht ungekehrt, weil das gelb beim Albino schon nicht mehr vorhanden ist.
    Ein Albino dürfte also gar keine Spalterbigkeit mehr haben...
    Der Lutino kann nur spalt in Albino sein...
    Wohingegen ein wildfarbener Nymph (grau) spalt in allen anderen Farben sein kann.

    Vielleicht habe ich mich etwas unglücklich ausgedrückt in meiner Frage :p

    müßte so eigentlich stimmen. Ich finde das Thema total spannend, aber manchmal ist es etwas viel auf einmal ;)
    bin halt auch kein Biologe :p
     
  6. #5 skunz, 4. Dezember 2003
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 4. Dezember 2003
    skunz

    skunz Guest

    Lutino vs. Albino

    Hallo Lindi,

    zu Deiner Theorie mit den Lutinos und Albinos kann ich vielleicht weiterhelfen.

    Lutino und Albino sind keine zwei unterschiedlichen Vererbungen. Es ist jeweils INO (=Totalverlust von Melanin). Melanin bildet in der Regel (also zumindestens bei Wellen-, Nymphen- und Halsbandsittichen) einen Blauton, da das Gefieder der Nymphensittiche aber eine besondere Struktur (Dunkelfaktor) hat sieht das "Blau" Grau aus. Als Beispiel ein Blauer Halsbandsittich der den dominanten Dunkelfaktor (Graugrün) trägt sieht Grau aus.
    [​IMG]
    (Bild von www.edelsittich-freunde.de - Lothar Göhre)weiss nicht ob ich das Bild aus copyright Gründen hier verlinken darf? Aber ich habs erstmal getan.

    Wenn also einem normalen Wildfarbenen Nymphensittich das Melanin (Grau) verloren geht, bleibt nur noch der gelbe Kopf und der Wangenfleck + einige gelb-Zeichnungen (z.B. Schwanzunterseite bei Weibchen), es entsteht ein Lutino.

    So nun stelle man sich einen Weißkopf-Nymphensittich vor dem das Grau verloren geht. Und siehe da, rein Weiß, es entsteht ein Albino.

    Also ein Lutino kann nicht spalterbig in Albino sein(denn ino ist er offenkundig!), sondern spalterbig in Weißkopf (rezessiv).
    Und weil Albino (Weißkopf-Ino) geschlechtsgebunden vererbt, könnte ja ein Lutino-Weibchen sowieso nicht spalterbig in Albino sein. Geht aber, weil das Lutino-Weibchen nämlich in Weißkopf (rezessiv) spalterbig ist, mit dem gleichen Ergebnis.

    Normalerweise gibt es folglich, wie Anfangs gesagt, keine Lutino- Vererbung und Albino-Vererbung. Es gibt lediglich einen Ino-Faktor der je nach Grundfarbe des Vogels entweder als Lutino oder als Albino sichtbar wird.
    Spaltangaben müssten demnach als "Ino" angegeben werden.

    Albinos können natürlich auch weitere Spalterbigkeiten aufweisen (z.B. dominanter Scheckenfaktor, Ino-perl), sie werden sie nur nicht zeigen aber weitervererben.

    Das solls erstmal zur Vererbung gewesen sein.

    Lg
    Stefan Kunz

    PS: auch anwendbar auf Wellensittich und Halsbandsittich

    Wildfarbener Nymphensittich = Grünreihe Wellensittich = Grünreihe Halsbandsittich

    Weißkopf Nymphensittich = Blaureihe Wellensittich = Blaureihe Halsbandsittich
     
  7. Ingo

    Ingo Herpetophiler Geierfreund

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    Und irgendwie hast Du mit Deiner Anfangsvermutung natürlich auch recht.
    Nämlich dann, wenn es um Verluste bei der Fähigkeit zur Bildung bestimmter Pigmente geht, also im Falle von Lutinismus, Albinismus bzw Amelanismus , Leucismus, Anerythrismus etc.
    Der Wildtyp dominiert da immer, da ein Gen bzw Allel, das einen Defekt in einem Pigmentstoffwechselweg bewirkt immer durch die Gegenwart seines Wildtypalleles bezüglich seiner Auswirkung auf die Färbung kompensiert werden kann. Gendosiseffekte spielen da fast nie eine Rolle, so daß auch EIN Wildtypallel für wildfarbenen Phänotyp ausreicht, somit die Heterozygoten Wildfarben sind und das "dunkle" Allel in klassischer Sprachweise dominant.
    das gilt natürlich für alle Erbgänge, ob Autosomal oder nicht.
    Schwirig wirds bei Kompensationsmutationen in untershciedlichen Stufen eines Stoffwechselweges.
    Aber das führt hier wohl zu weit..
     
  8. Lindi

    Lindi Guest

    WOW, danke Euch beiden :)

    Soooo, nun muß ich aber noch etwas nachhaken, weil das Radtke meiner Ansicht nach anders geschrieben hat. Vielleicht habe ich es aber auch falsch verstanden.

    Ich dachte, Schecke wird wie Wildfarben nicht spalterbig vererbt, da es sich um eine dominante Farbe handelt, und dominant vererbt sich nur sichtbar :?
    Ein Lutino kann natürlich gescheckte Vorfahren haben und so die Scheckengene weitergeben, parallel zu wildfarben.

    Vielleicht kann mir das noch jemand erklären :)

    Ferner habe ich das mit den Inos jetzt wohl verstanden :)
    Dummerweise hat Radtke aber von einem Lutino gesprochen (da bin ich mir ziemlich sicher, weil mich das nämlich verwirrt hat), der spalterbig in Albino ist. Ich werde die Stelle heute abend mal raussuchen. Dann hätte er statt albino also weißkopf schreiben müssen. Das gibt Sinn...

    Boh, ganz schon komplifiziert ;)
     
  9. skunz

    skunz Guest

    Hi Lindi,

    es ist ja auch Richtig, dass Schecken nicht spalterbig vererben, sondern dominant. Mann spricht also nicht von ... spalt schecke sondern von ein- und zweifaktorigen Vögeln (bei den Inos) und Kopffleckschecken (einfaktorig) und Schecken (zweifaktorig) bei den Nichtinos. Die Scheckenbildung ist keine Mutierung am "Farb-Gen" der Nymphensittiche sondern liegt auf einem oder zwei anderen Chromosomen. Besser gesagt entweder einfach oder doppelt auf einem anderen Chromosomenpaar. So wissenschaftlich wie Du, Ingo, kann ich es nicht ausdrücken, weil ich kein Biologe bin (bzw. in Bio immer ne schwache 4 hatte ;) und die auch nur wegen des interessanten menschlichen Teils :D ).

    Einmal allgemein zum Buch von G.A. Radtke, wir sollten bedenken, dass selbst die 2. Auflage im Jahre 1989 geschrieben wurde. Also bessere Erkenntnisse neuerer Zeit sowie kleinere Fehlerchen (z.B. entdeckte HOMER, dass das Vererbungsergebnis von Kopffleckschecke x Kopffleckschecke falsch dargestellt wurde (Seite 66) und da hat er Recht) darf man dem Buch nicht ankreiden. Ich bin Gespannt ob sich G.A. Radtke an eine dritte Auflage wagt. Mittlerweile gibt es ja schon Olive, Gelb-Ohrfleck, Pastellgesichter und und und...

    Lg

    Stefan Kunz
     
  10. skunz

    skunz Guest

    Hallo Alle die es interressiert,
    insbesondere Lindi,

    oben zitiertes ist nicht ganz richtig.
    Eine Farbe kann sehr wohl "zurückkehren" und ist insbesondere beim Hausgeflügel erwiesen. Wenn so etwas passiert spricht man von einer Rückmutation. Dabei wird z.B. die durch eine frühere Mutation erbliche Erscheinungsform durch einen erneuten Defekt in den Erbanlagen rückganging gemacht, und es kann die ursprüngliche Farbe wieder auftreten. (Dies ist unter anderem in dem Buch: Australische Sittiche von R.Schöne/P.Arnold aus dem Jahr 1989) angesprochen. Dort wird zwar noch gesagt, dass dies bei Papageienvögel noch nicht festgestellt wurde, jedoch glaube ich zu vermuten, dass es mindestens eine (beim Halsbandsittich) gibt. Sie ergibt zwar keine volle Rückfärbung, jedoch eine erhebliche über das gesamte Gefieder.
    Dazu vielleicht später mehr, wenns jemand interessiert.

    Lg

    Stefan Kunz
     
  11. solcan

    solcan Foren-Guru
    Moderator

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    Hallo

    Das mit den Mutationen und der Verebungslehre ist
    sicher ein langes Thema. Es gibt einfach auch viele
    Ausnahmen. Z. B. vererben fast alle Lutinos
    geschlechtsgebunden, aber beim Sperlingspapagei rezessiv.
    Oder fast alle Schecken sind dominant, aber beim
    Sperlingspapagei gibt es dominante und rezessive
    Schecken. Da die meißten Bücher schon etwas älter sind
    können sie einfach nicht auf dem neusten Stand sein,
    bzw können sie auch nicht soweit ins Detail gehen.

    Gruss

    Hans
     
  12. skunz

    skunz Guest

    Rückmutation ist m.E. Pastell ! (bei den Wellensittichen wie auch bei den Halsbandsittichen und ich habe gehört, das es den Pastellfaktor neuerdings auch beim Nymphensittich schon gibt, weitere Vogelarten-kenne ich mich nicht aus)

    Denn Pastell (zumindestens das Pastell was ich meine) tritt immer nur in der Blaureihe auf. Und Blau entsteht, weil das Gelb aus dem Grün fehlt. Und bei Pastell kommt nun wieder etwas gelb dazu, sodass das Gefieder bei ganz blauen (Halsbandsittich) grünlich schimmert
    [​IMG]
    und bei gefleckten (Wellensittich) an den eigentlich weißen Stellen gelb (bis grünlich) aussieht.
    Noch deutlicher wirds bei "Pastellblau-Ino" (richtige Bezeichnung lt. AZ AGZ IG Edelsittiche: Creme-Ino) das ist faktisch ein Albino + pastellfaktor und der sieht beim zweifaktorigen Vogel fast wie ein Lutino aus.
    [​IMG]
    Zumindestens bei den Halsbandsittichen ist Pastell dominant über Blau (das macht für mich auch Sinn).

    Lg

    Stefan Kunz

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  13. solcan

    solcan Foren-Guru
    Moderator

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    Hallo

    Bei den Sperlingspapageien gibt es den pastelfaktor
    sowohl in der blau als auch in der grünreihe.

    Gruss

    Hans
     

    Anhänge:

  14. skunz

    skunz Guest

    Hallo Hans,

    das Probblem ist immer, dass die Mutationen bei den verschiedenen Vogelarten seperat benannt werden. Das Pastell bei den Sperlingspapageien scheint mir keine Einlagerung von Gelb(wie beim Halsbandsittich, Wellensittich und angeblich auch beim Nymphensittich), sondern eher Blau bis Grau zu sein.
    Deshalb gibt es auch (das ist aber nur meine Meinung) "angebliche" Lutinos die nicht geschechtsgebunden vererben. Ich glaube, dass es sich dann (zumindestens bei Vögeln) nicht um Lutinos sondern um Gelbe handelt und die Mutation dann auch entsprechend benannt werden müsste. Aber dass ist nur eine (meine) Theorie.

    Lg und schönen zweiten Advent

    Stefan Kunz
     
  15. Anton & Co

    Anton & Co Guest

    Vererbung-Bücher!

    Kennt jemand von Euch ein aktuelles Buch zu diesem Thema???
    Interessieren würde mich besonders die Vererbungslehre beim Nymph. Englisch wäre kein Hindernis.

    Vielen Dank.
     
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  17. Snoere

    Snoere Foren-Guru

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    Moin Verena!

    Wenn du ein gutes Buch über die Vererbung der Farben beim Papageien suchst, und die englische Sprache kein Hindernis ist (wie du schreibst), kann ich dir dieses Buch empfehlen:
    Martin, Terry: A Guide to Colour Mutations & Genetics in Parrots. ABK Publications 2002, South Tweed Head, NSW 2486, Australia
    Alles super beschrieben, mit vielen Beispielen.
    Sehr empfehlenswert!

    Gruß,
    Siggi
     
  18. Anton & Co

    Anton & Co Guest

    Wow

    das ging aber schnell. Vielen Dank.
     
Thema: Allg. Frage zur Vererbung
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