Antibiotika

Diskutiere Antibiotika im Forum Vogelkrankheiten im Bereich Allgemeine Foren - Hallo allerseits! Ich habe eine Frage zur Gabe von Antibiotika. Neulich habe ich ja davon berichtet, dass meine Welli-Dame wegen eines...
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Jeanne

Guest
Hallo allerseits!

Ich habe eine Frage zur Gabe von Antibiotika. Neulich habe ich ja davon berichtet, dass meine Welli-Dame wegen eines Nierenleidens damit behandelt wird.

Der Durchfall ist davon auch weggegangen, aber so richtig zufrieden bin ich immer noch nicht. :( Denn das Grüne im Kot ist öfters von dem Weißen etwas durchzogen, es sieht also etwas heller aus. Zumindest anders als bei meinem anderen Welli - aber vielleicht bilde ich mir das alles ein, weil ich jetzt immer so genau hinschaue... Ausßerdem sind die "Häufchen" auch ein wenig größer.

Sie bekommt nun seit fast 2 Wochen Antibiotika ins Trinkwasser. Die Tierärztin sagte, es könne nicht schaden etwas länger damit zu behandeln. Das wäre besser als zu kurz. Stimmt ihr dem zu ? Ich bin etwas verunsichert, da ich hier schon öfters davon gelesen habe, dass nach der Antibiotika-Behandlung erst recht Verdauungsprobleme und so auftreten.

Ansonsten ist sie nach wie vor putzmunter.

Freue mich auf Eure Antworten!

Viele Grüße
Jeanne
 
Welches Antibiotika gibst Du denn?

Hallo Jeanne,
es ist durchaus möglich, daß sich die Kotkonsistenz durch die Gabe des Antibiotikas ändert. Wenn Du die Gabe einstellst, sollte sich der Kot dann allerdings wieder normalisieren.
Die Aussage lieber länger als kürzer behandeln, kann ich so pauschal leider nicht bewerten, da ich erst mal wissen müßte, welches Antibiotika Du gibst. Ansonsten ist es allerdings richtig, daß wenn die Bakterien, Keime nicht vollständig eliminiert worden sind, ein Rückfall eintritt. Daher wird wahrscheinlich zur Sicherheit lieber länger als kürzer behandelt. Trotzdem gilt auch gerade bei Antibiotika der Grundsatz: "So viel wie nötig, so wenig wie möglich!".
Antibiotika haben ja leider immer eine Menge Nebenwirkungen und viele dürfen auch nur einen bestimmten Zeitraum gegeben werden. Parallel besteht bei zuviel Gabe von Antibiotika immer die Gefahr, daß die Erreger resistent werden und daß dieses Antibiotika bei der nächsten Infektion nicht mehr wirkt.
Nenn uns doch bitte mal den Namen des Antibiotikums, welches Du gibst. Vielleicht finde ich ja irgendeine Information dazu?
 
Hallo Karin,

vielen Dank für Deine Antwort!

Das Medikament heißt "Baytril orale" und ich geben jeden Tag 0,2 ml auf 10 ml Wasser.

Würde mich freuen, wenn Du dazu etwas findest!

Viele Grüße
Jeanne
 
Baytril

Hallo Jeanne,

hier mal der Auszug, was ich zu Baytril geunden habe.

- Breitbandantibiotikum, möglichst nur bei Problemkeimen anwenden (Problem der Resistenz)
- nicht bei Streptokokkose (oft Verursacher chronischer Lähmungen)
- bei Staphylokokken, Pseudomonaden, Escherichia Coli vermehrt Resistenzen vorhanden

Besonderheiten:
- Gelenkknorpelschäden in der Wachstumsphase möglich

(Quelle: Kompendium der Ziervogelkrankheiten von Erhard F. Kaleta und Anderen / Schlüterscher Verlag)


Über die Dauer der Anwendung habe ich leider nichts finden können. Trotzdem bleibt meiner Meinung nach zu sagen, daß es sich hier um ein Breitbandantibiotikum handelt, d.h. daß eine Analyse der schädigenden Keime, meines Erachtens nach, nicht stattgefunden haben könnte? Es besteht die Gefahr, daß Baytril bei späteren Anwendungen, wo diese Gabe wirklich vonnöten ist, nicht mehr korrekt wirkt.
Weswegen wird Dein Vogel denn genau an den Nieren behandelt?
Unter Umständen wäre es lohnend, sich eine zweite Meinung einzuholen?
Vielleicht gibt es auch einige homöopathische, schonendere Mittel, die Du anwenden könntest?
Würde mit dem TA mal darüber sprechen. Ich persönlich mußte Baytril noch nie anwenden, daher kann ich nichts Genaues über die Anwendungsdauer berichten. Allerdings kommen mir zwei Wochen etwas lang vor...

Was meinen die Anderen? Könnt ihr etwas Genaueres über die durchschnittliche Anwendungsdauer von Baytril sagen?

Wenn Du möchtest, kann ich ja mal nach homöopathischen Mitteln schauen, müßte allerdings vorher nochmal wissen, was Dein Liebling genau an den Nieren hat.

Wünsche weiterhin gute Besserung!
 
Hallo Karin,

vielen lieben Dank für Deine Mühe, all diese Infos herauszusuchen!

Ich denke, ich werde die Gabe von Baytril nun erstmal einstellen und die Kleine beobachten. Es wurde ja gar keine richtige Diagnose von der Ärztin gestellt! Sie hat nur aufgrund der Kotkonsistenz auf Nierenleiden behandelt. Ich hatte sie gefragt, ob es nicht sinnvoll wäre eine Blutuntersuchung zu machen. Aber sie nimmt bei Vögeln wohl nicht gerne Blut ab, weil nur so wenig da ist, wie sie sagt - habe den Eindruck, dass sie Angst hat, sie könnte die Blutung dann nicht mehr stillen.

Damals als ein anderer Welli von mir an (chronischer) Kropfentzündung erkrankt war, habe ich von einem anderen Tierarzt zu ihr gewechselt. Bei ihr fühlte ich mich besser beraten, die Behandlung hat auch wieder angeschlagen. Jetzt bin ich allerdings ein wenig verunsichert. :( Es gibt nur noch einen weiteren TA hier in der Nähe, aber der ist auch nicht nach meinem "Geschmack" - man muss ihm jedes Wort aus der Nase ziehen...

Vielen Dank noch einmal für Deine Hilfe!
Jeanne
 
Hallo Jeanne
Baytril ist eine Allerweltslösung. Es ist ein Antibiotikum, welches die Vermehrung der Bakterien durch direkten Ansatz bei den Keimen verhindert. Organschäden sind damit reduziert.
Nach meiner Erfahrung geben das die Tierärzte immer, wenn sie nicht wissen, was sie machen sollen.
Habe Baytril bei meinem Tierarzt schon abgelehnt, da noch keine genaue Diagnose gestellt war. Der hat vielleicht geschaut, sage ich Dir. Sobald Du ein klein wenig Wissen hast und das richtig rüberbringst, werden die TA unsicher und geben sich mehr Mühe ;)
Jedenfalls bin ich schon als kritischer Tierhalter bekannt und meine Tiere werden bei einer Erkrankung gut versorgt. :D
 
Hallo Alfred,

vielen Dank für Deine Infos. Das bestätigt eigentlich meinen Verdacht, dass unsere TA nicht wirklich den Durchblick bei Vögeln hat. :(

Würdest Du mir denn empfehlen, die Gabe von Baytril nun abzubrechen ? Ich habe wirklich Bedenken, dass ich damit nun mehr Schaden als Hilfe anrichte... Ich werde die TA wohl morgen noch einmal anrufen.

Viele Grüße
Jeanne
 
Hallo Jeanne
Gib das Baytril, bis zwei Wochen um sind. Dann ist sicher, daß sich keine resistenten Bakterienstämme gebildet haben.
Tja, und dann mußt Du wohl oder übel einen TA finden, der Ahnung von Vögeln hat. Das ist nicht ganz einfach, das weiß ich auch. Jedoch bringt das, was bisher gelaufen ist, Deinem Vogel nicht viel.
Es gibt diverse Tierarztlisten in Net, in denen Du stöbern kannst, um eventuell die Suche zu verkürzen. Falls Du keine kennst, melde Dich, wir finden welche :)
 
Hallo Alfred,

danke für Deine Antwort. Ich dachte mir auch, dass 2 Wochen ausreichen müssten, daher bekommt sie seit gestern kein Antibiotikum mehr. Sie ist ganz glücklich, dass sie nun wieder bei ihrer Freundin im Käfig ist. Ich bin weniger glücklich, denn ich habe schon wieder einige Kleckse im Sand entdeckt. :(

Auch habe ich weiterhin die Literatur gewälzt und die unbefriedigende Antwort erhalten, dass Störungen an der Niere meist nicht zu heilen sind. :(
 
Hallo!

Zitat von Alfred Klein
Baytril ist eine Allerweltslösung. [...] Nach meiner Erfahrung geben das die Tierärzte immer, wenn sie nicht wissen, was sie machen sollen.
Habe Baytril bei meinem Tierarzt schon abgelehnt, da noch keine genaue Diagnose gestellt war. [...]

Breitspektrumantibiotikum könnte man auchsagen...

Man gibt es auch, weil es eines der wenigen ABs ist, die 1. gut verträglich sind, 2. gut zu dosieren sind, 3. die übers Wasser zu geben sind (es können nicht alle ihre Vögel oral behandeln) und weil man nicht immer eine genaue Diagnose abwarten kann, weil in der Zeit so ein Vogel gerne schon mal stirbt.

Ich bin kein Freund zu schneller unüberlegter AB-Gaben (genau genommen ist Baytril gar keins...), aber ein wenig differenzierter sollte man die Dinge schon sehen...
 
Zitat von Alexandra
Man gibt es auch, weil es eines der wenigen ABs ist, die 1. gut verträglich sind, 2. gut zu dosieren sind, 3. die übers Wasser zu geben sind (es können nicht alle ihre Vögel oral behandeln) und weil man nicht immer eine genaue Diagnose abwarten kann, weil in der Zeit so ein Vogel gerne schon mal stirbt.

Hi Alex,
stimmt ja alles. Aber ich würde mir auch wünschen, daß mit Baytril etwas weniger freigebig umgegangen wird. Soweit ich weiß, kann es auch bei Gyrasehemmern zur Resistenzbildung kommen, und das kann - gerade weil es sich um ein gut verträgliches Medikament handelt, das zur Psittakosetherapie geeignet ist - doch nicht erstrebenswert sein.
Liebe Grüße,
Anne
P.S.: Muß bald mal die neuen Sperlinge angucken kommen... ;-)
 
Hallo!

Ist nur *ganz genau* genommen kein AB - per definitionem :)

"Antibiotika sind Stoffe, die von Pilzen oder bakterien produziert werden und das Wachstum von bakterien hemmen (bakterioststisch) oder diese abtöten (bakterizid).
Chemotherapeutika (Baytril) sind synthetisch hergestellte Stoffe mit vergleichbarér Wirkung."
 
http://www.sittiche.com/


22609 Hamburg
Dr. Kelch
Hochrad 66
Tel. 040 82 / 35 82
9 - 12 Uhr u. 16 - 19 Uhr
Unser Welli Willy hatte ein riesiges Geschwür( Tumor) am Bauch gehabt (Wallnussgroß). Dank einer OP durch Dr. Kelch ist er jetzt wieder mopsfidel!

Jeanny, Warst Du bei dem schonmal?VIelleicht kann der Dir ja helfen

Bye Svenja
 
Thema: Antibiotika

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