Argumente für / gegen Wohungshaltung und Vermenschlichung..

Diskutiere Argumente für / gegen Wohungshaltung und Vermenschlichung.. im Allgemeines Vogelforum Forum im Bereich Allgemeine Foren; Hi ihr alle @ christian, daß Hunde und katzen nicht vom mensch abhänig sind stimmt nicht ganz, áuch die Art von Tieren haben es verlernt, ihre...

  1. Karoline

    Karoline Stammmitglied

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    Hi ihr alle

    @ christian, daß Hunde und katzen nicht vom mensch abhänig sind stimmt nicht ganz, áuch die Art von Tieren haben es verlernt, ihre Nahrung selbst zu beschaffen, diese "verzüchteten" Katzen sind auch nicht immer in der Lage eine Maus zu fangen, weil sie nicht wissen wie es geht.

    @ alle
    Der Mensch hält sich zb einen Husky, bekommt der Hund wirklich den auslauf den er brauch sprich 40 km am TAg? Nein sicher nicht!!!!!!!!!!!!!!!1

    das sind aber wir menschen wir sind egoistisch und denkenwir tun das beste aber egal ob ein Vogel in einer AV oder im zimmer er hat es nicht
    gut.
    Streng genommen dürften wir keine Tiere Halten

    Gut hat er es in seinem ursprünglichen Lebensbereich, wo auch das Klima stimmt, im Grund können wir so ein künstlichen Klima wie es der Papagei gewohnt ist nicht herstellen.

    ein partner oder zwei oder drei ersetzt auch nicht den Schwarm

    Es ist der Mensch der exotische Tiere hier her holt die Tiere haben uns nicht gefragt.
    es ist der mensch der Rassen versucht zu züchten zu kreuzen oder wie auch immer

    Ich bin auch ein Mensch und ich versuche das beste für meine Tiere zu machen ich behandele sie genau so wie meine Kinder niemand kommt zu kurz.

    Ich fände es nur schade wenn es hieße Zimmerhaltung verboten.

    Was meines erachtens verboten gehört ist die unkompetent und angebliche Fachberatung der vielen vielen verschieden zoohandlungen die Tiere anbieten.
     
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  3. alpha

    alpha Foren-Guru

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    Christian,

    ob ein Tier domestiziert ist oder nicht ist doch völlig wurscht, wenns um die entsprechend tiergerechte Haltung geht.
    Wenn ein Tier, egal welches, schlecht behandelt wird ist das kein Unterschied.

    Und da es in diesem Thread drum gegangen ist, die Papageienhaltung (im Haus) mehr oder minder ganz verbieten zu wollen, meine Frage: Wieso "nur" Papageien?

    Was ich ansich nur sagen will:
    Jedem Tier in menschlicher Obhut gebührt ein "artgerechtes" Leben. Egal ob Hund, Katz, Maus, "Schlachtvieh" oder eben Papagei.
    (Bitte keine unnütze Diskussion über den Begriff "artgerecht", und dass es artgerecht nur in der Natur geben könne...blabla, etc.)

    Wenn man nun also Papageienhaltung (in Haus) verbieten wollte, dann müsste die für mich logische Konsequens sein, jegliche Tierhaltung (im Haus) zu verbieten.
    Und dafür kann ich nicht sein.

    Mit "Aufklärung tut not" meinte ich nicht dieses Forum. Sondern alles andere. Nachbarn, Bekannte, Freunde, Verwandte.... Da kann jeder was tun.

    LG
    Alpha
     
  4. #63 Tierfreak, 24. Oktober 2005
    Zuletzt bearbeitet: 24. Oktober 2005
    Tierfreak

    Tierfreak Foren-Guru

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    Hallo ,

    Das mag in großen Teilen stimmen, aber der Mensch domestiziert Tiere solange, bis auch sie zu Krüppeln werden.
    Beispiel: Perserkatzen ( amerikanischer Typ), deren Nase so durch die Zucht verunstaltet wurde, das diese Katzen ständige Probleme mit laufenden Augen usw.haben.
    Auch bei den Hunderassen gibt es einige, die so verzüchtet sind, das viele gesundheitliche Probleme auftreten.

    In diesem Thread wird einem mal auf ganzer Linie bewußt, wozu der Mensch in der Lage ist.
    Nämlich aus dem "geliebten" Haustier eine auf Maß geschneiderte Kreatur zu basteln, die seinen Vorstellungen entspricht:( .
    Hoffendlich kommt es bei den Papageien nie soweit, und sie bleiben so wunderschön, wie sie die Natur hervorgebracht hat!

    Der Mensch sollte mehr Achtung vor der Natur und ihren Geschöpfen haben !

    P.S. Eigendlich müßte man jedem Papageienkäufer bei Kauf die Internetadresse dieses Forums mitgeben:~ !
     
  5. kratzi

    kratzi Guest


    hallo tierfreak, wenn es so weiter geht, wie zuvor, dann wird es vielleicht wirklich genauso kommen, wie du es vorprognoszierst.

    so lange es kein verbot gibt oder eine richtige einschränkung in der haltung von papageien wird es immer wildfänge geben, wird es immer federrupfer geben, wird es immer abgabevögel geben.

    noch dazu kommt, dass besonders handaufzuchten ganz besonders an krankheiten leiden, und sie besonders anfällig dafür sind.

    meine letzten papageien sind an aspergillose gestorben, sie waren 13 wochen alt!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    ich denke, dass sagt mehr als 1000 worte


    gruss

    Christian
     
  6. #65 Tierfreak, 24. Oktober 2005
    Zuletzt bearbeitet: 24. Oktober 2005
    Tierfreak

    Tierfreak Foren-Guru

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    Hallo kratzi,

    ich glaube auch, das eines der Hauptprobleme die Handauszucht ist.

    Der Mensch will alles fertig kaufen, vom Fertigmenue aus der Tiefkühltruhe, bis hin zum schon zahmen Papagei !

    Man sollte sich Zuneigeung von einem Vogel verdienen, und nicht durch Handaufzucht erzwingen.

    Wie ich ja auch schon zu Anfangs geschrieben habe, ist es auch echt nicht leicht, noch Züchter zu finden, die Naturbruten abgeben:( !

    Da wird einem schon bewußt, auf welchem Holzweg wir uns befinden :traurig: !


    P.S. Kratzi, tut mir echt leid, das mit Deinen Papageien :traurig: !
     
  7. Fabian75

    Fabian75 Guest

    zum Teil richtig aber Papageienvögel sind äusserst schlau und brauchen eine Menge reize damit sie Gesund bleiben. Daher überhaupt nicht mit anderen Exotischen Tiere zu vergleichen. Oder auch unseren Domestizierten Tieren nicht.

    Auch ist das Alter nicht zu vergessen.Mäuse/Ratten Nager usw leben ca. 2-5 Jahre. Die neigen auch nicht si schnell zu Verhaltensstörungen. Ausserdem geht man bei Papageienvögel eine viel schneller Bindung ein *Vermenschlichung* und das kennen wir ja bereits wohin es führt.. bla bla bla usw usf... :D

    salettii zäme
     
  8. Chimera

    Chimera mööööp

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    gut, nun geht es wieder um die intelligenz der einzelnden tiere und die tatsache, dass man davon abhängig machen sollte in welchem maße sie fähig sind seelischen stress zu empfinden.
    begeben wir uns estmal auf die niedrigste stufe von tieren, die als haustiere gehalten werden. zB aquarienschnecken.
    selbst die sind nachgewiesenermaßen in der lage, stress und angst zu empfinden, sie schaffen es sogar einfache lernaufgaben zu meistern.
    schnecken, die permanenten stress ausgesetzt wurden, starben in experimenten früher als "glückliche" artgenossen.

    aber zurück zu vögeln:
    schon im vergleich zu anderen vögeln halte ich papageien nicht für herausragend intelligenter. rabenvögel zB lösen probleme noch effizienter und schneller als papageienvögel, tauben können lernen komplizierte muster/klänge oder bilder richtig zuzuordnen, und bei kohlmeisen wurden interessante experimente zum thema "individuelle persönlichkeitsmerkmale bei tieren" gemacht.

    vn daher denke ich nicht, dass es große unterschiede in der "intelligenz" und leidensfähigkeit verschiedener vogelarten gibt. eher ist die tatsache von belang, dass die größe der papageien dazu führt, dass sie in den meisten haushalten psychisch und physisch nicht ausgelastet sind.

    doch das tun sie. mäuse die in einer reizarmen umgebung leben, sind stressanfälliger, werden öfters krank, entwickeln stereotypische verhaltensweisen oder werden sogar "depressiv", es gibt auch fälle von selbstverstümmelung oder kannibalismus.
    fast schon erschreckend offenbart sich das "seelenleben" einer solchen labormaus im unmittelbaren vergleichstest mit normalen mäusen, die in naturnah eingerichteten käfigen gehalten wurden.
    wärend diese interessiert umherlaufen, die gegend erkunden u.s.w., zeigen die labortiere diese verhaltensweisen kaum.

    eine einzelnde maus, in einem handelsüblichen käfig mit laufrad und schlafhäuschen untergebracht, geht seelisch praktisch zugrunde. und allein die tatsache, das sie dies nicht laut kundtut wie ein papagei wird mich sicherlich nicht davon überzeugen dass sie weniger leidensfähig ist.
     
  9. alpha

    alpha Foren-Guru

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    Danke Chimera

    für deinen Beitrag. So viele und genaue Beispiele hätte ich nicht liefern können.
    Nur eins: Ich maße mir nicht an über die unterschiedliche Leidensfähigkeit verschiedener Tierarten zu urteilen. Auf jeden Fall ist für mich persönlich die Tierart kein Maß, somit also auch die Leidensfähigkeit von Papageien nicht das Maß aller Dinge.

    Papagei oder Kaninchen --> für mich steht immer noch fest, dass allen (!!) Tieren ein entsprechend artgerechtes Leben zusteht. Da gibts (für mich) einfach überhaupt nichts dran zu rütteln.

    Und nochmal eine Wiederholung:
    Als intelligentes Wesen "Mensch" sollte man eben auch so viel aktive Hirnmasse besitzen, dass man sich vorher etwas schlau macht, und dann auch weiss, wie alt Papageien werden können.
    Selbst ein schlauer 3.Klässler weiss das, auch wenn er mit Papageien noch nie etwas zu tun hatte.

    Leider weiss ich auch, dass man eben von dieser Art Menschen nicht ausgehen darf (ich meinen nun die, mit aktiver Hirnmasse ;)), und dass auch genau hier der Knackpunkt ist.
    Aber mit einem generellen Haustierverbot, oder auch "nur" mit einem Verbot für Papageien im Haus ist es eben nicht getan. Das ist meiner Ansicht nach ein falscher Lösungsansatz.

    LG
    Alpha
     
  10. kratzi

    kratzi Guest

    hi,

    natürlich hast du recht alpha, die menschen sollten sich schlauer machen, die menschen sollten mehr von der lebensweise von papageien wissen.

    aber du siehst doch selbst in tiershows oder hundkatzmaus, alle wie sie heissen, meistens wird was von hunden, katzen etc. gebracht, es wird sich nirgends längere zeit um papageien gekümmert.

    papageien sind exoten, anders als kaninchen alpha!

    kaninchen können leichter befriedigt werden, sie braucheh halt auslauf, gras, und was alles dazugehört.

    aber papageien sind komplexer!!!

    sonst suchen sie sich als beschäftigung den mensch aus, und dann passiert es!!!

    er wird zahm, nimmt sich dem mensch als partner an, und denkt er wäre selbst ein mensch!!!

    erstmal müsste es aufhören, dass papageien nur als einzeltiere verkauft werden, wenn das nicht geschieht, dann wird es immer wieder passieren, dass es seelische und körperliche krüppel gibt.

    du siehst doch selbst, wie schwer papageien und kakadus zufrieden sind, oder?
    wieso verteidigst du dann andauernd die haltung mit begründungen ( Vergleich Kaninchen mit Papageien/kakadus )

    Papageien üben bei dem Menschen diesen reiz aus, wegen ihrer Sprechbegabung, Zähmbarkeit, Farbenpracht, Seltenheit, etc.
    Solange das in den Köpfen der Menschen bleibt, wird sich nix ändern.

    Ihr seit ja selbst von Papageien gefangen, einige richten ihr Leben nach Papageien, oder? Weil ihr merkt, dass sie viel brauchen, um Glücklich zu sein.

    Aber was ist, wenn ihr nicht mehr da seit???

    Das ist ein weiterer Grund, warum du Papageien und Kakdus nicht mit Hund, Katz und Kaninchen vergleichen kannst. SIE WERDEN ALT. Ja, sie können 50 bis 60 Jahre alt werden, manche Kakadus sogar älter.

    Wie soll der Vogel später versorgt werden, kein Mensch kann das garantieren.

    gruss

    Christian
     
  11. Chimera

    Chimera mööööp

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    genau das ist das problem... wir wissen einfach noch viel zu wenig, und es sieht leider nicht danach aus als ob wir in der nächsten zeit wirkliche argumente für ein "bewusstsein" bei tieren wissenschaftlich nachweisen können.
    es gäbe nämlich nicht mal ein wissenschafltich anerkanntes verfahren, um einem anderen menschen außer sich selbst ein wirkliches bewusstsein zu beweisen (!). alles, was wir tun, kann man auf eine komplizierte reiz-reaktion-kette reduzieren.

    und solange nichts feststeht, werde ich mir auch kein urteil erlauben, welches tier nun leidensfähiger ist als ein anderes. (um eins nochmal zu betonen: hier geht es nicht um "selbst"bewusstsein, sondern lediglich um ein empfindendes bewusstsein) denn das ein affe eher in der lage ist, über sich selbst reflektiert nachzudenken als eine maus, dürfte wohl klar sein. es stellt sich nur die frage, ob beide gleich leiden wenn sie gequält werden.

    es gibt schwer behinderte menschen, die sich selbst nicht im spiegel erkennen können. trotzdem sind sie in der lage zu lachen und zu weinen, eifersüchtig oder wütend zu sein.
    könnte man da nun sagen, dass sie diese gefühle weniger stark empfinden als ein hochschulprofessor, nur weil sie nicht in der lage sind sich selbst als eigenständiges wesen zu begreifen?
    es gibt durchaus eine menge wissenschaftler, die jetzt energisch "JA" rufen würden. ihrer meinung nach entwickeln wir erst ein bewusstsein, wenn wir das prinzip "ich" begreifen. also bei gesunden menschen etwa zwischen 2-3 lebensjahr.
    diese wissenschaftler setzen babys, geistig schwer behinderte menschen und tiere auf eine "bewusstseinslose stufe". d.h. bei schmerzen oder freude zeigen sie zwar die typischen merkmale, aber "spüren" diese gefühle nicht wirklich.
    eine sichtweise, mit der ich mich nun garnicht anfreunden kann.
     
  12. Fabian75

    Fabian75 Guest

    Christian wieder mal sauber gesagt.
    Ich finde auch der vergleich zu anderen Tieren hinkt schwer...Papageienvögel und auch andere Raben usw.. sind um einiges komplexer als unsere Tiere..

    Julia der vergleich mit der Schneke kann ich auch nichts ernst nehmen.
    Oder auch all die exotischen Tiere Spinnen Echesn usw.. selten hört man was von verstümmelung oder psychischen Schäden... Kann ja nicht, eine Spinne hat keine wirkliche Inteligenz usw..

    Und ob es nun ein paar Raten oder Mäuse mehr gibt das schreckt mich nicht ab. Das sind überlebeskünstler und die wird es immer geben, die sind nicht vom Austerben bedroht wie x Vögel...

    Es viel auch das Argument das unsere Hunde nicht mehr überleben könnte. Quatsch. Würde nun auf einen Schlag sämtliche Menschen verschwinden wäre es ein leichtes für die Hunde zu überleben. Das sin Ass Fresser die schlagen sich schon durch... Schaut euch doch die Nachbarländer an Italien usw, wieviele Streuner gibt es dort!?
     
  13. Walter

    Walter Mitglied

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    Hallo,

    ich finde die Diskussion hier sehr interessant und denke daß diese Aussage von Dagmar einen ganz entscheidenden Gesichtspunkt aufzeigt.
    Ich selbst bin ja seit über 2 Jahrzehnten Wohnungshalter und das Verhältnis zu meinen Vögeln halte ich genau so wie von Dagmar dargestellt. Das Ergebnis dieser Haltungsform sind physisch und psychisch absolut gesunde Vögel, denen der Umgang mit Menschen nicht weniger Spaß macht als der mit den eigenen Artgenossen. Wenn man also über Wohnungshaltung diskutiert, muß man schon sehr genau definieren, unter welchen Randbedingungen sie stattfindet.

    Hier möchte ich aber klar widersprechen. Ich glaube, daß Papageien eine ganz bemerkenswerte Eigenschaft haben, die nur sehr wenige andere Wildtiere (mir fallen da spontan nur noch die Delphine ein) aufweisen. Es ist eine Eigenschaft die man normalerweise nur Menschen zugesteht: so wie Menschen Spaß macht sich mit Tieren abzugeben, so macht der Umgang mit Menschen vielen Papageien zweifellos Spaß und zwar eben auch dann wenn sie einen festen Partner haben und nicht fehlgeprägt sind. Dies kann unter bestimmten Voraussetzungen durchaus auch für Papageien in freier Natur gelten, sofern sie keine schlechten Erfahrungen mit Menschen machen mußten. Ich bin fast versucht so ein harmonisches und nicht durch züchterische Auslese, Dressur oder Fehlprägung erzwungenes Verhältnis zwischen Mensch und Tier mit dem Attribut „paradiesisch“ zu belegen. Ist dieses spezielle Verhältnis zwischen Mensch und Tier nicht viel natürlicher als das sogenannte natürliche Fluchtverhalten eines Wildtieres, das ja letztlich nichts anderes ist als das Ergebnis permanenter Verfolgung durch den Menschen ist? Ist es nicht etwas ganz besonders wenn man mit einem Wildtier, das entwicklungsgeschichtlich doch recht weit von Menschen entfernt ist, eine so vergleichsweise enge Beziehung eingehen kann? Ich sehe daher auch nicht die geringste Notwendigkeit dafür Papageien züchterisch zu bearbeiten also zu domestizieren, obwohl langfristig diese Domestikation vermutlich ganz zwangsläufig stattfinden wird.

    Was das Thema Vermenschlichung anbelangt so glaube ich schon, daß man bis zu einem gewissen Grad Papageien durchaus menschliche Eigenschaften attestieren kann. Wie Menschen leben sie sozial und vorwiegend monogam. sie kennen Freude und Trauer, Liebe und Haß, Verlegenheit und Langeweile, sie können Wutanfälle bekommen oder auch einfach nur schlechte Laune haben. Auch bestätigen neuere Forschungsergebnisse, daß viele Fähigkeiten und Eigenschaften die früher allein Menschen zugestanden wurden, eben doch auch im Tierreich zu finden sind. Vermenschlichung wird aber immer dann zum Problem, wenn menschliche Eigenschaften in die Vögel hineininterpretiert werden, die schlicht und einfach nicht existieren.


    Hier kann ich Julia nur zustimmen. Die künstliche Umgebung einer Wohnungshaltung halte ich auch für absolut kein Problem, viele Wildtiere beziehen solche „unnatürlichen“ Lebensräume ganz freiwillig wenn sie erkannt haben daß sie ihnen handfeste Vorteile bieten. Eine gute Nahrungsgrundlage und Sicherheit ist ihnen eben für ein Tier weitaus wichtiger als ein nach dem Verständnis von Natur- und Artenschützern ökologisch intakter aber gleichzeitig auch riskanter natürlicher Lebensraum. Eine Wohnung oder ein Haus kann für Papageien ein durchaus abwechslungsreicher Abenteuerspielplatz sein der auch an das fliegerische Können der Vögel hohe Ansprüche stellt, jedenfalls höhere als eine Außenvoliere von einigen Quadratmetern mit 2 Sitzstangen und einem Schutzhaus mit Nisthöhle (das ist die typische Züchterausstattung). Ich glaube daß weniger die Vögel, sondern eher die Halter Probleme damit haben wenn die Vögel die Wohnung unsicher machen. Aus diesem Grunde dürfte Wohnungshaltung von Großpapageien langfristig auch nur dann gutgehen, wenn den Geiern ein eigens Zimmer geboten werden kann. Wenn sie sich dann gelegentlich im Rest der Wohnung austoben, kann dies unter permanenter Aufsicht bzw. unter Einbeziehung des Spielpartners Mensch erfolgen. Unter diesen Bedingungen brauchen sich Wohnungshalter über eine Bereicherung des Lebensraums ihrer Vögel im Gegensatz zu Zoos oder Vogelparks in denen zur Zeit viel über „Behavioral Enrichment“ nachgedacht wird, eigentlich kaum Gedanken zu machen.

    Daß die Wohnungshaltung in vielen Fällen zu frustrierten Geiern und Haltern führt, hängt wohl damit zusammen, daß viele Leute immer noch nicht klar ist, worauf sie sich mit der Papageienhaltung einlassen. Irrwege wie es die Handaufzucht darstellt, sind dabei sicher auch eine wesentliche Ursache für viele Probleme. Was meiner Meinung nach auch gerne übersehen wird ist die Tatsache, daß Papageien wenn sie dem Kindesalter entwachsen und geschlechtsreif geworden sind Ansprüche stellen die auch mit viel buntem Spielzeug nicht zu befriedigen sind. All diese Probleme sind aber kein Argument dafür, daß Wohnungshaltung von Großpapageien prinzipiell nicht funktioniert. Bei aller Problematik sollte man aber auch die Fortschritte nicht übersehen: es ist erst wenige Jahrzehnte her daß Großpapageien ausschließlich Wildfänge waren, daß Aras in Zoos auf einem Ständer angekettet dasaßen und Papageien in Privatbesitz in einem Rundkäfig ein einsames und trostloses Dasein fristeten. In der Papageienhaltung und Zucht ist vieles noch in Fluß, ein Endstand ist noch längst nicht erreicht.

    Gruß
    Walter
     
  14. Pucki

    Pucki Bea

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    Walter-:beifall:
     
  15. Raven

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    Hallo Fabian,
    Nur weil wir recht wenig über diese Tiere wissen und daher nicht nachvollziehen können, ob sie leiden? Auch der Papagei im kleinen Rundkäfig kann uralt werden.
    Auch Graupapageien sind nicht vom Aussterben bedroht, bei der Menge an Nachzuchten. Nein, das sollte kein Argument für oder gegen Tierhaltung sein.

    Sie leben von menschlichen Abfällen. Streuner sind keine Wildtiere! Domestizierte Tiere (als Art, nicht als einzelnes Individuum, das sich vielleicht durchschlägt) hätten in einer intakten Natur keine Überlebenschance.
     
  16. Raven

    Raven De omnibus dubitandum

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    @Walter:

    Deinen Beitrag finde ich sehr gut, insbesondere die beiden letzten Absätze haben mir sehr gefallen :zustimm:
     
  17. #76 Tierfreak, 25. Oktober 2005
    Zuletzt bearbeitet: 25. Oktober 2005
    Tierfreak

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    Hallo,

    Walters Ausführungen sind auch nicht von der Hand zu weisen! Gut geschrieben :beifall: !

    Ich glaube auch, das es viele glückliche Wohnungsvögel gibt, und nicht alle davon sitzen gerupft im kleinen Käfig !
    Viele geben sich wirklich viel Mühe, den Vögel ein abwechslungsreiches Leben zu gönnen, und nehmen manche Unannehmlichkeit gerne in kauf ! Auch gönnen viele ihren Vögeln Partner :trost: , und opfern ihnen viel Platz in der Wohnung, und das gerne :D .

    Egal, ob Wohnungshaltung oder Volierenhaltung, es gibt auf beiden Seiten Negativbeispiele.

    Ein Papagei, der alleine in einem kleinem Käfig im Wohnzimmer steht, ist wohl ebenso unglücklich, wie ein anderer Vogel, der in einer total überfüllten, dreckigen Außenvoliere lebt, wo aufgrund der Besatzdichte ständig Rangkämpfe herschen.
    Bei manchen "Liebhaber" herscht in den Volieren eher die Sammellust.
    Da steht eine Voliere an der anderen im Garten, und bei der Vielzahl an Vögeln, ist es dann auch fraglich, ob man der einzelnen Art noch gerecht wird. Dort leben die Vögel zwar in Außenvolieren, aber oft gleicht das eher eine Art von Massenabfertigung.


    Ich glaube das sich viele von uns bewußt sind, welche Verantwortung sie mit der Anschaffung eines Papageis auf sich genommen haben.

    Jeder kann nur für sich selbst versuchen, das Optimum aus seiner Haltung rauszuholen, ob Außenvolierenhaltung, oder die Haltung in der Voli im Wohnzimmer mit viel Freiflug!
     
  18. achel

    achel Foren-Guru

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    eine sehr interessanter thread, wie ich finde, der sicherlich viel
    raum für diskussionen bietet. ich befinde mich da absolut mit walter
    auf einer wellenlänge, der in meinen augen einen sehr konstruktiven
    beitrag geliefert hat. :zustimm:
    selbstverständlich sind auch von den meißten anderen "gesprächs-
    teilnehmern" eine reihe toller denkansätze genannt worden, die meine
    absolute zustimmung finden.
    nicht konform gehe ich mit der auffassung des generellen haltungs-
    verbotes von tieren in der wohnung. egal ob vögel, säuger oder
    reptilien. voraussetzung sollte hier allerdings sein, dass der tierhalter
    ein umfangreiches wissen über das verhalten und die bedürfnisse
    "seiner" haustiere hat. da scheint mir das generelle problem
    zu liegen, denn wie will man dieses erfordernis praktizieren, wenn
    jeder, dem es beliebt, sich ein tier zulegen kann?
    ich will damit zum ausdruck bringen, dass dieses schwarz oder weiss,
    dieses tiere halten ja oder nein nicht so ganz mein ding ist.
    @ dagmar :zustimm:
    ich kann diese aussage auch nicht so ganz verstehen. zum ersten ist
    so eine these, die mit würde, hätte oder wenn beginnt doch recht
    hypothetisch, weil - nicht beweisbar.
    und zweitens würde (;) ) ganz sicher ein großteil der hunderassen
    auf der strecke bleiben. aber wie gesagt: würde, hätte oder wenn ...
    also ist auch hier weder ein schwarz noch ein weiss zulässig.
    das leben besteht halt auch im zusammenleben mit unseren haustieren
    aus einer reichen farbpalette. jeder der sich für das zusammenleben mit
    einem haustier entscheidet, sollte sich also dieser großen verantwortung
    bewußt sein.
     
  19. Clelia

    Clelia Guest

    Im größeren Kontext

    In dieser Diskussion steht die Frage, ob, wie einige meinen, Papageien grundsätzlich nicht als Heimtiere geeignet sind.

    Dazu sollten wir vielleicht erst einmal die Frage klären, warum Papageien als Heimtiere so begehrt sind. (Dass es leider immer noch Leute gibt, die sich vor der Anschaffung eines Heimtiers nicht weiter informieren, lasse ich hier beiseite.) Und da stoßen wir, so meine ich, auf größere Zusammenhänge.

    Erstens gibt es in einer Gesellschaft wie der unseren, die trotz allem noch vergleichsweise eine Wohlstandsgesellschaft ist, den Trend zum anspruchsvollen Heimtier.

    Ein Tier, das nicht so leicht zu besorgen und / oder teuer ist, Geld, Zeit und Fantasie bei der Beschaffung der geeigneten Unterbringung, bei der Fütterung und Beschäftigung verlangt, erscheint vielen Leuten erstrebenswerter als nur die allgemein und traditionell verbreiteten Haustiere (wenn es auch dort immer wieder bestimmte Modetrends gibt, wie etwa das Minischwein).

    Nun trifft dies auch auf die Aquaristik und Terraristik zu und bei den Papageien haben wir ja ein zusätzliches Element, das der Fähigkeit zur sozialen Interaktion mit dem Menschen.

    Es wird vielfach erwähnt und ist sicher nicht ganz von der Hand zu weisen, dass der Papagei mitunter auch als Kinderersatz dient. Aber ich möchte einen anderen Punkt ansprechen.

    Ich behaupte, dass die große Anziehungskraft von Papageien nicht zuletzt darauf beruht, dass der Mensch sich mehr oder weniger bewusst über den Papagei einen Zugang zum verlorenen Paradies eines Lebens im Einklang mit der Natur erhofft.
    Er kann und will nicht dort leben, wo die Papageien sind (spendet vielleicht in bester Absicht für bestimmte Projekte, die sich die Erhaltung der letzten natürlichen Lebensräume der Papageien zum Ziel gesetzt haben), sondern er möchte sie zu sich in die Wohnung holen. Er ist bereit, diese Wohnung so auszustatten, dass der Papagei sie als einen nutzbaren und interessanten Lebensraum akzeptiert.
    Der Mensch träumt von einem harmonischen Miteinander von wilder Natur und menschlicher Zivilisation. Er fühlt sich durch die Beobachtung der Vögel und die Interaktionen mit ihnen bereichert und er geht davon aus, dass die Vögel ihrerseits von seinen Anregungen und seiner Fürsorge profitieren.

    Das ist, denke ich, zunächst einmal verständlich. Und die Problematik der nötigen Unterbringung und Versorgung von Abgabepapageien ist ja auch nicht einfach und kurzfristig lösbar.

    Aber die Frage nach einer möglichen Harmonisierung von Natur und Zivilisation und danach, welche Veränderungen das für beide Seiten mit sich bringt und ob auch beide davon profitieren können (Kann die von der Zivilisation schon weitgehend zerstörte Natur von eben dieser Zivilisation auch wieder gerettet und geheilt werden? Können Tier wie Papageien in uns verschüttete Natur wieder aufleben lassen?) steht groß hinter der ganz konkreten Fragestellung, ob man Papageien als Wohnungstiere halten sollte.

    Grüße, Clelia
     
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  21. Chimera

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    68... Mannheim
    wie meinst du "komplexer"?
    der vergleich sollte zeigen, dass selbst einfachste, wirbellose tiere anscheinend fähig sind empfindungen wie angst und freude zu empfinden. wenn schon so wenige synapsenverbindungen reichen um diese grundlegenden gefühle zu verspüren, wieviel komplexer muss dann allein das innenleben einer maus gestrickt sein?
    haben wir das recht, sie nicht artgerecht zu halten, nur weil sie uns nicht so intelligent vorkommt wie papageien?
    moment, was genau meinst du jetzt? die psyche oder die intelligenz? darin besteht ein grundlegender unterschied. das insekten und wirbellose keine intelligenz im menschlichen sinne haben mag zutreffen (obwohl experimente mit kopffüslern wie tintenfischen das gegenteil beweisen), ob sie ein emfindendes bewusstsein haben weiß man nicht und wird es wohl nicht herausfinden können.
    die meisten papageien die hier gehalten werden sind nachzuchten, und keine naturentnahmen. graupapageien zB werden in massen nachgezüchtet. von daher kann man das argument nicht auffführen wenn man papageien als haustiere verbieten wollte.
    und noch ein paar worte zu ratten und mäusen: nur weil es diese tiere zuhauf gibt (auch in der natur) heißt es nicht das sie keine ansprüche haben. meines erachtens leidet eine ratte an einsamkeit und reizarmut GENAUSO wie ein papagei.

    diese hunde sind wirklich überlebenskünster... aber welche die perfekt angepasst an den menschen sind und ohne diesen nicht überleben würden.
    sie sind meister des bettelns und mitleid erregens. gäbe es keine menschen mehr, gäbe es auch keine touristen uns müllberge von denen diese tiere leben. sie würden verhungern.
     
  22. Karl

    Karl Foren-Guru

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    Hallo, Alle!
    Ich finde diesen Thread sehr interessant, sachlich und informativ.
    Es sind schon viele Argumente für Wohnungshaltung und Volierenhaltung geschrieben worden. Aus aktuellem Anlaß möchte ich die Gefahr der Krankheiten und Infektionen in Außenvolieren einmal erwähnen.
    Was machen die Außenvoli- Halter jetzt bei der Gefahr der Vogelgrippe mit ihren Vögeln?
    Bleiben sie im Schutzraum, wie vorgeschrieben? Wie groß sind diese Schutzräume?
    Wie erleben die Geier das, wenn sie doch vorher "naturnah" gehalten wurden?

    Infektionsgefahren gibt es ja immer, das Risiko ist in einer Außenvoli aber sicher ungleich höher als im Haus oder im Vogelzimmer.

    Würde mich über Eure Meinung zu diesen Gedanken freuen.
     
Thema:

Argumente für / gegen Wohungshaltung und Vermenschlichung..