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Dilemmaspatz
Neuling
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Hallo liebe Vogel Community
Hier die ausführliche Geschichte und mein Problem:
Seit ca. zwei Wochen kümmere ich mich um zwei Haussperling Kinder, die aus dem Nest gefallen sind oder geschubst wurden, wer weiß…. Es brüten jedes Jahr ganze Kolonien in den Dachspalten vom Carport meines Elternhauses, schon als Kind habe ich es tatsächlich ein paar Mal geschafft, einen Spatz großzuziehen. Leider liegen die Nester so, dass man nicht hinkommt, um sie zurück zu setzen und es gibt im Dorf viele Freigänger Katzen (und sogar Hunde… unsere Meerschweinchen wurden damals auch Opfer) und es brüten mittlerweile sogar Turmfalken an der Kirche. Hilflose Nestlinge haben also keine Chance, selbst wenn die Eltern sie weiter füttern würden und ich bringe es nicht übers Herz sie liegen zu lassen.
Zum Glück im Unglück kam nach wenigen Tagen zu meinem Sorgenkind ein Nestgenosse dazu, er lag nur ein paar Meter vom Fundort des Ersten entfernt und war ein paar Tage jünger. Beide sind top fit und entwickeln sich so schnell, sie sind jetzt voll gefiedert und fliegen in der Wohnung rum, fressen nur noch nicht selbstständig.
Beim Großen ist mir erst nach zwei drei Tagen richtig aufgefallen, dass etwas mit dem rechten Bein nicht stimmt. Er konnte es immer bewegen, aber hielt es oft irgendwie über dem Flügel. Bei genauerem Inspizieren stellte ich fest, dass das Gelenk kaputt ist, vielleicht ausgekugelt oder leicht gebrochen.
Leider behandelt kein Tierarzt in der Nähe einen Wildvogel, schon garnicht „nur“ einen Spatzen, also wollte ich abwarten wie es sich entwickelt.
Auffangstationen sind übrigens auch alle mindestens eine Stunde Fahrt entfernt, da hatte ich mich schon vor Kurzem informiert, als ich eine blinde Blaumeise gefunden habe, die dann in der Nacht verstorben ist. Habe ich auch den NaBu gemeldet!
Er oder sie (kann ich noch nicht bestimmen) kommt erstaunlich gut zurecht! Hopst und klettert, hält sich aber eben nur mit dem gesunden Bein und nutzt das verletzte eher zum Stützen als wirklich damit zu greifen.
Wie gesagt, er kann es auch bewegen inklusive Zehen, kratzt sich öfter damit am Kopf beispielsweise. Es ist leicht fehlgestellt, ich hoffe man erkennt es auf den Fotos… vielleicht weiß jemand was genau passiert ist?
Nun zu meinem Dilemma: Ich vermute stark, dass ein behinderter Sperling bei uns „in der freien Wildbahn“ wegen oben beschriebenen Gründen nur schlechte Überlebenschancen hat, trotz seiner bisher beobachteten Anpassung. Er verliert schon öfter mal das Gleichgewicht bzw. muss mit den Flügeln kompensieren.
Natürlich baut man trotz Zurückhaltung irgendwie eine Bindung zu den Piepmatzen auf, um die man sich so aufwändig kümmert…
Ich würde den jüngeren, gesunden Spatz selbstverständlich gerne auswildern! Bin aber froh, dass sie sich jetzt gegenseitig als Gesellschaft hatten und sich super verstehen, somit nicht so an mir hängen.
Bin auch bereit eine Außenvoliere zu bauen, damit es bestmöglichst klappt mit der Gewöhnung an die Natur.
Was meint ihr, wäre es auch für den Kleinen mit Behinderung trotz der Gefahren das beste ihn gehen zu lassen? Bin super hin und hergerissen!
Ich will auf keinen Fall, dass er allein bleibt, weil ich weiß dass sie artgleiche Gesellschaft unbedingt brauchen. Habe hier auch gestern Menschen in aktuellen Threads zu nicht auswilderbaren Spatzen kontaktiert. Am liebsten würde ich einen Zweiten mit Handicap aufnehmen, damit sie ein schönes Leben in Partnerschaft haben können.
Falls das nicht klappt, wäre es sehr verwerflich den anderen auch zu behalten, obwohl er nicht eingeschränkt ist?
Mich interessieren Erfahrungen und Fachmeinungen zu der Thematik, Ratschläge sind herzlich willkommen!
Die rechtliche Situation zur Haltung von Wildvögeln in Deutschland ist mir bewusst, darum soll es hier bitte nicht gehen. Lediglich um die Frage der (moralisch) besten Lösung für den Spatzen.
Vielen Dank fürs Lesen meines langen Beitrags, ich freue mich über Austausch!
Paula (aus Mittelfranken)
Hier die ausführliche Geschichte und mein Problem:
Seit ca. zwei Wochen kümmere ich mich um zwei Haussperling Kinder, die aus dem Nest gefallen sind oder geschubst wurden, wer weiß…. Es brüten jedes Jahr ganze Kolonien in den Dachspalten vom Carport meines Elternhauses, schon als Kind habe ich es tatsächlich ein paar Mal geschafft, einen Spatz großzuziehen. Leider liegen die Nester so, dass man nicht hinkommt, um sie zurück zu setzen und es gibt im Dorf viele Freigänger Katzen (und sogar Hunde… unsere Meerschweinchen wurden damals auch Opfer) und es brüten mittlerweile sogar Turmfalken an der Kirche. Hilflose Nestlinge haben also keine Chance, selbst wenn die Eltern sie weiter füttern würden und ich bringe es nicht übers Herz sie liegen zu lassen.
Zum Glück im Unglück kam nach wenigen Tagen zu meinem Sorgenkind ein Nestgenosse dazu, er lag nur ein paar Meter vom Fundort des Ersten entfernt und war ein paar Tage jünger. Beide sind top fit und entwickeln sich so schnell, sie sind jetzt voll gefiedert und fliegen in der Wohnung rum, fressen nur noch nicht selbstständig.
Beim Großen ist mir erst nach zwei drei Tagen richtig aufgefallen, dass etwas mit dem rechten Bein nicht stimmt. Er konnte es immer bewegen, aber hielt es oft irgendwie über dem Flügel. Bei genauerem Inspizieren stellte ich fest, dass das Gelenk kaputt ist, vielleicht ausgekugelt oder leicht gebrochen.
Leider behandelt kein Tierarzt in der Nähe einen Wildvogel, schon garnicht „nur“ einen Spatzen, also wollte ich abwarten wie es sich entwickelt.
Auffangstationen sind übrigens auch alle mindestens eine Stunde Fahrt entfernt, da hatte ich mich schon vor Kurzem informiert, als ich eine blinde Blaumeise gefunden habe, die dann in der Nacht verstorben ist. Habe ich auch den NaBu gemeldet!
Er oder sie (kann ich noch nicht bestimmen) kommt erstaunlich gut zurecht! Hopst und klettert, hält sich aber eben nur mit dem gesunden Bein und nutzt das verletzte eher zum Stützen als wirklich damit zu greifen.
Wie gesagt, er kann es auch bewegen inklusive Zehen, kratzt sich öfter damit am Kopf beispielsweise. Es ist leicht fehlgestellt, ich hoffe man erkennt es auf den Fotos… vielleicht weiß jemand was genau passiert ist?
Nun zu meinem Dilemma: Ich vermute stark, dass ein behinderter Sperling bei uns „in der freien Wildbahn“ wegen oben beschriebenen Gründen nur schlechte Überlebenschancen hat, trotz seiner bisher beobachteten Anpassung. Er verliert schon öfter mal das Gleichgewicht bzw. muss mit den Flügeln kompensieren.
Natürlich baut man trotz Zurückhaltung irgendwie eine Bindung zu den Piepmatzen auf, um die man sich so aufwändig kümmert…
Ich würde den jüngeren, gesunden Spatz selbstverständlich gerne auswildern! Bin aber froh, dass sie sich jetzt gegenseitig als Gesellschaft hatten und sich super verstehen, somit nicht so an mir hängen.
Bin auch bereit eine Außenvoliere zu bauen, damit es bestmöglichst klappt mit der Gewöhnung an die Natur.
Was meint ihr, wäre es auch für den Kleinen mit Behinderung trotz der Gefahren das beste ihn gehen zu lassen? Bin super hin und hergerissen!
Ich will auf keinen Fall, dass er allein bleibt, weil ich weiß dass sie artgleiche Gesellschaft unbedingt brauchen. Habe hier auch gestern Menschen in aktuellen Threads zu nicht auswilderbaren Spatzen kontaktiert. Am liebsten würde ich einen Zweiten mit Handicap aufnehmen, damit sie ein schönes Leben in Partnerschaft haben können.
Falls das nicht klappt, wäre es sehr verwerflich den anderen auch zu behalten, obwohl er nicht eingeschränkt ist?
Mich interessieren Erfahrungen und Fachmeinungen zu der Thematik, Ratschläge sind herzlich willkommen!
Die rechtliche Situation zur Haltung von Wildvögeln in Deutschland ist mir bewusst, darum soll es hier bitte nicht gehen. Lediglich um die Frage der (moralisch) besten Lösung für den Spatzen.
Vielen Dank fürs Lesen meines langen Beitrags, ich freue mich über Austausch!
Paula (aus Mittelfranken)
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