Belege für die Wirksamkeit der Homöopathie

Diskutiere Belege für die Wirksamkeit der Homöopathie im Vogelkrankheiten Forum im Bereich Allgemeine Foren; Hallo Thomas, bin beeindruckt. Ich werde mich nun wohl auch langsam an die Homöopathie heranwagen. Da sollte ich wohl überzeugt werden ;-) mit...

  1. Ajnar

    Ajnar Initiative für Papageien

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    Hallo Thomas, bin beeindruckt. Ich werde mich nun wohl auch langsam an die Homöopathie heranwagen. Da sollte ich wohl überzeugt werden ;-) mit dieser Salbengeschichte....

    Also, war die extreme Reaktion während der Arthrose-Behandlung ein Behandlungsfehler und nicht auf die Homöopathie als solche zurückzuführen?

    Die Traumeel-Salbe übrigens half dem Füßchen schon sehr gut! Die kleine Patientin hat ja auch die Probleme mit dem Näschen.... Ich habe bei Rosina Sonnenschmidt über Lichttherapien gelesen. Hier werden zur Lösung blaue und grüne Bestrahlungen empfohlen... (Ganz kurz: Nach jahrelanger chronischer Entzündung ist die kleine Neese zu. Die Entzündung ist, würde ich sagen gestoppt. Die Schwellung geht zurück. Ich will nicht zu schnell agieren, da die Kleine nicht im besten Zustand und schon sehr alt ist. (Unserem sehr kompetenten TA wurde sie bereits vorgestellt, er ist aber auch der Ansicht, daß die Behandlung sehr schonend vor sich gehen sollte.)

    Welche Art von Lampen sind denn empfehlenswert und ist noch etwas zu beachten, oder finde ich alles in Rosina Sonnenschmidts Büchern?

    Interessant! Für die Piepse, aber wohl auch für mich ;-)

    Liebe Grüße
     
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  3. Stefan.S

    Stefan.S verstorben März 2011

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    Hallo Thomas,

    > Nach der sog. Hering'schen Regel spult sich bei der homöopathischen Heilung das Krankheitsgeschehen im Zeitraffer rückwärts ab, von schwer zu leicht sowie von innen nach außen und von oben nach unten. Das heißt, daß die chronische Krankheit, die von der Haut in der Vergangenheit infolge Unterdrückung verschwunden und stattdessen nach innen gewandert ist (wo sie z.B.Asthma machen kann - das ist eine ganz häufige Abfolge: Patient hat "nur" relativ harmlosen Hautausschlag, der wird mit Cortison unterdrückt, geht weg, einige Zeit später tauchen Asthma oder andere mittelgradig ernste innere Erkrankungen auf; wenn die wieder unterdrückt werden, z.B. mit noch mehr Cortison, gibts irgendwann in noch tieferen Schichten Chaos mit schwersten Systemerkrankungen wie Psychosen, Rheuma, MS oder Krebs), wieder nach außen tritt,

    Bei allem Respekt für die Behandlungserfolge der Homoepathie - diese 'Regel' ist nun wirklich nichts als Geschwätz - äh, Wunschdenken - äh, Verzeihung: eine 'Hypothese'.

    Wenn die eigene Behandlungsmethode empirisch erfolgreich ist, fein. Aber deshalb andere Behandlungsmethoden zu disqualifizieren, liegt klar unter der Gürtellinie. Solange es keinen Nachweis für für den behaupteten Zusammenhang zwischen äußerlicher Anwendung von Cortikoiden und Krebs, Psychosen oder sonstwas gibt, gehört das einfach in das Reich der Ideologie. Erinnert mich von der Ausrichtung fatal an "Frischkorn-Bruker", der ähnliches auch ohne jede sachliche Grundlage lebenslang rausposaunt hat.

    Viele Grüße,
    Stefan
     
  4. piaf

    piaf Foren-Guru

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  5. Thomas B.

    Thomas B. Guest

    Hallo Stefan,

    Das ist weder Geschwätz noch Wunschdenken, sondern tausendfach belegte Empirie. Hering war einer der bedeutendsten homöopathischen Ärzte, der über Jahrzehnte tausende von Patienten homöopathisch behandelt und eine zehnbändige Materia medica (Arzneimittellehre) geschrieben hat. Er hat seine sich immer wiederholenden Beobachtungen in diese Regel gekleidet, und sie ist von Homöopathen in aller Welt unzählige Male bestätigt worden.

    Ideologie ist falsches Bewußtsein (Friedrich Engels). Hier geht es aber nicht um Bewußtseinsinhalte, soindern um tausendfach empirisch belegte Erfahrungen, und Medizin ist nun mal eine Erfahrungswissenschaft.
    Sehr schön alles nachzulesen u.a. in:
    Georgos Vithoulkas, Die wissenschaftliche Homöopathie
    Ich habe ja nicht behauptet, daß es eine direkte Kausalität zwischen Cortison und Krebs gibt. Das wäre so natürlich verkürzt und deshalb Unfug. Es ist aber eine empirisch tausendfach bestätigte Tatsache, daß die Unterdrückung relativ harmloser, sich an der Oberfläche abspielender Erkrankungen vielfach zur Folge hat, daß später immer schwere innere und schließlich schwerste Systemerkrankungen auftreten. Und wahrscheinlich muß man das tatsächliche Funktionieren der Hering'schen Regel ein paar Mal selbst im Rahmen von Heilungsverläufen gesehen haben, um es zu "glauben" - wobei ich betone, daß die Homöopathie keine Glaubensfrage, sondern Wissenschaft ist. Deshalb führe ich -@piaf - auch keine "Glaubenskriege". Ich will gar nicht jeden überzeugen, ich bin Therapeut und kein Missionar. Mir reicht es, wenn die Homöopathie funktioniert. Was andere darüber denken, ist mir relativ egal. Wir leben in einem freien Land. Und wer sich mit Cortisonsalben ruinieren will, soll es meinethalben tun.
    Liebe Grüße,
    Thomas

    Liebe Grüße,
    Thomas
     
  6. Thomas B.

    Thomas B. Guest

    Hallo,
    Am besten sind die sündhaft teuren speziellen Farbtherapielampen mit wechselbaren Farbfiltern. Die lohnen sich eigentlich nur für professionelle Therapeuten. Für den Hausgebrauch völlig ausreichend sind bunte Glühbirnen, wobei die 40-Watt-Lampen mit verspiegeltem Reflektor den 25-Watt-Partybirnen vorzuziehen sind.
    LG
    Thomas
     
  7. Stefan.S

    Stefan.S verstorben März 2011

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    Hallo Thomas,

    > Das ist weder Geschwätz noch Wunschdenken, sondern tausendfach belegte Empirie. Hering war einer der bedeutendsten homöopathischen Ärzte, der über Jahrzehnte tausende von Patienten homöopathisch behandelt und eine zehnbändige Materia medica (Arzneimittellehre) geschrieben hat. Er hat seine sich immer wiederholenden Beobachtungen in diese Regel gekleidet, und sie ist von Homöopathen in aller Welt unzählige Male bestätigt worden.

    Du willst dich allen Ernstes auf Erkenntnisse beziehen, die aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen? Als Krebsforschung ebenso wenig existent war wie der Begriff Psychose, und die Wissenschaft Epilepsie für eine Geisteskrankheit hielt? Durch 'sich immer wiederholenden Beobachtungen' sind auch Marienerscheinungen und die Landung von Außerirdischen empirisch belegt, und darüber sind sicher auch mehr als 10 Bände geschrieben worden. Trotzdem gibt es (was Wunder) keinen Nachweis dafür.

    > Ideologie ist falsches Bewußtsein (Friedrich Engels).

    Der marxistische Ideologiebegriff ist mir bekannt. Ich meinte damit die Ideenlehre, die von grundlegenden und nicht verhandelbaren Basisaussagen ausgeht. Dogmatismus halt. So, wie im 18. Jahrhundert Ideologie als Gegensatz zu Descartes Rationalismus propagiert wurde. Und die Behauptung, dass 'aussen' 'unterdrückte' Krankheiten nach 'innen' wandern und da ganz viel Schlimmes anrichten, ist ein Dogma.

    > Hier geht es aber nicht um Bewußtseinsinhalte, soindern um tausendfach empirisch belegte Erfahrungen, und Medizin ist nun mal eine Erfahrungswissenschaft.

    Empirie ist nicht gleich Empirie. Ich lasse gerne den empirischen Beweis der Schwerkraft gelten, weil alles, was runterfällt, immer nach unten fällt. Aber nicht die Hausfrauen-Empirie, nach der es immer genau dann an zu regnen fängt, wenn man gerade die Fenster geputzt hat.

    Empirie ist auf wissenschaftlich methodischem gewonnene Erfahrung (Induktion). Was ein einzelner Mensch ohne diese methodischen Belege aus seiner Jahrzehnte langen Praxis zu berichten hat, ist nicht Empirie - das sind retrospektive, subjektiv gefärbte, anekdotische Einzelerfahrungen, deren Wahrheitsgehalt nicht geprüft werden kann.

    > Es ist aber eine empirisch tausendfach bestätigte Tatsache, daß die Unterdrückung relativ harmloser, sich an der Oberfläche abspielender Erkrankungen vielfach zur Folge hat, daß später immer schwere innere und schließlich schwerste Systemerkrankungen auftreten.
    (...)
    > wobei ich betone, daß die Homöopathie keine Glaubensfrage, sondern Wissenschaft ist.

    Das glaube ich gerne, wenn du mir (im wissenschafltichen Sinne) empirische Studien nennst, die solche Induktionen belegen. Den Zusammenhang zwischen der Cortisonbehandlung von Hauterkrankungen und Krebs, Psychosen oder sonst was Schlimmem hast du hergestellt, nicht ich.

    Wenn du an die Homoepathie wissenschaftliche Kriterien anlegst, sollte es kein Problem sein, solche Thesen durch wissenschaftlich empirische Studien zu belegen. Schließlich hat diese Wissenschaft eine > 200 jährige Geschichte. Wenn das wider Erwarten doch ein Problem sein sollte, muss es sich wohl nicht um Wissenschaft, sondern um eine dogmatisch verbrämte Anektodensammlung handeln.

    Viele Grüße,
    Stefan
     
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  9. Thomas B.

    Thomas B. Guest

    Lieber Stefan,
    Deine Argumente waren aber auch schon mal stärker.
    Alle medizinischen Erkenntnisse und Erfahrungen vor dem 20. Jahrhundert sind Mist? Was ist mit bedeutenden Mikrobiologen des 19. Jhd. wie Ch. Bernard, Enderlein, R. Koch und L. Pasteur? Sind deren mikrobiologische Entdeckungen obsolet, weil man die Antibiotika noch nicht kannte, die bekanntlich in Form des Penicillins erst 1922 von Flemming entdeckt wurden?
    Schlimmer noch: Die bekannten 5 lokalen Entzündungszeichen Rubor, Calor, Tumor, Dolor, Functio laesa wurden bekanntlich bereits von Celsus beschrieben. Alles Quatsch, nur weil man noch nicht in allen Einzelheiten zellphysiologisch erklären konnte, wie Entzündungen zustandekommen?
    Im übrigen ist die Heringsche Regel von allen bedeutenden Homöopathen des 20. Jahrhunderts (Vithoulkas, Sankaran, Morrison, Ghegas, Gawlik, Phatak, Eichelberger, Vögeli, Ortega, Candegabe u.v.a.m.) immer wieder bestätigt worden.
    Jetzt verläßt Du endgültig den Bereich der ernsthaften Diskussion und nimmst zu lächerlicher Polemik Deine Zuflucht. Akribisch dokumentierte Beobachtungen von Generationen homöopathischer Ärzte bis ins 20. und 21. Jahrhundert hinein mit Halluzinationen von Spinnern zu vergleichen - das disqualifiziert sich selbst und bedarf keines weiteren Kommentars.
    Du schießt Pappkameraden ab. Sowas ist kein redlicher Diskussionsstil. Wer außer Dir spricht von "nicht verhandelbaren Basisaussagen"? Sowas nennt man im übrigen Axiom. Ich habe niemals axiomatisch oder dogmatisch, sondern nach den Grundsätzen, daß Medizin eine Erfahrungswissenschaft (empiric science) ist, argumentiert.
    Auch hier begibst Du Dich mit bewußt peiorativen Begriffen wie Hausfrauen-Empirie wieder weit unter ein diskutables Niveau. Subjektiv und anekdotisch gefärbte Einzelerfahrungen sind hier schon deshalb nicht von Belang, weil, wie dargelegt, Generationen von Homöopathen, die in der Regel eine naturwissenschaftliche, medizinische Ausbildung hatten, diese immer wieder, und zwar bis in neueste Zeit, bestätigt haben. Hering hat diese Regel zwar als erster formuliert, aber er ist nicht der einzige, der sie in der Praxis bestätigt gefunden hat, im Gegenteil. Es handelt sich hier um eine gesicherte, weil immer wieder bestätigte Grundaussage der homöopathischen Wissenschaft.
    Was für Studien mit was für einem Studiendesign schweben Dir denn vor?
    Was meinst Du mit "wissenschaftlich empirisch"? Das ist meines Wissens kein Terminus technicus für bestimmte Studiendesigns. Empirisch heißt erstmal nichts als über Erfahrungen gewonnen. Dann gibt es eine Hypothesenbildung, und die wird durch weitere Beobachtungen verifiziert oder falsifiziert. Und genau davon habe ich geredet. Im übrigen: Gibt es wissenschaftliche Studien (und wenn es welche gibt, waren sie wirklich nötig) zu der Frage, daß Asbest und radioaktive Exposition cancerogen sind, oder ist das nicht vielmehr eine vielfach bestätigte und deshalb gesicherte medizinische Erfahrungstatsache? Es ist ein Irrglauben zu meinen, daß nur das wahr ist, was durch Studien (randomisiert, doppel-blind etc.) "bewiesen" ist. Das mag für schulmedizinische Prüfungen von Arzneimitteln gelten, aber nicht für alles medizinische Wissen. Es gibt auch keine "Studien" über den Loslaßschmerz bei Appendizitis. Man weiß einfach aus bestätigten Erfahrungen, daß das ein relativ sicheres Zeichen ist. Abgesehen davon bekommt die Studiengläubigkeit einen erheblichen Knacks, wenn man, wie ich, jahrelang im Bundesgesundheitsamt, Institut für Arzneimittel, gearbeitet hat. Wenn man da etwas näheren Einblick genommen hat, sieht man, daß viele Studien (auch von Pharmamultis eingereichte) oft zwar auf den ersten Blick blenden, wissenschaftlich aber keinerlei Aussagekraft haben, weil das Studiendesign nicht stimmt, Ein- und Ausschlußkriterien für Vergleichsgruppen falsch gewählt sind und vieles mehr. Abgesehen davon lassen sich epidemiologische Studien sowieso nur retrospektiv machen. Und da erkläre bitte mal nachvollziehbar den Unterschied zu von zahlreichen Ärzten unabhängig voneinander dokumentierten Erfahrungen.
    Im übrigen wiederhole ich mich:
    Ich will gar nicht jeden überzeugen, auch Dich nicht, denn ich bin Therapeut und kein Missionar. Mir reicht es, wenn die Homöopathie funktioniert, und wenn ich anhand der Heringschen Regel den Heilungsprozeß nachvollziehen kann. Was andere, u.a. auch Du, darüber denken, ist mir relativ egal. Wir leben in einem freien Land mit Wissenschaftspluralismus. Und wer sich mit Cortisonsalben und anderen Unterdrückungsmaßnahmen ruinieren will, soll es meinethalben tun. Nur die gröbsten Unsachlichkeiten will ich nicht unkommentiert stehenlassen.
    Viel Grüße,
    Thomas
     
  10. Stefan.S

    Stefan.S verstorben März 2011

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    Hallo Thomas,

    > Alle medizinischen Erkenntnisse und Erfahrungen vor dem 20. Jahrhundert sind Mist?

    Natürlich nicht. Aber im Wandel der Zeit erzielt die Wissenschaft doch den einen oder anderen Fortschritt. Wäre das nicht so, würden wir auch heute noch Wunden zur 'Desinfektion' ausbrennen und damit hunderttausende von Menschen jährlich aus Unkenntnis umbringen.

    > Im übrigen ist die Heringsche Regel von allen bedeutenden Homöopathen des 20. Jahrhunderts (Vithoulkas, Sankaran, Morrison, Ghegas, Gawlik, Phatak, Eichelberger, Vögeli, Ortega, Candegabe u.v.a.m.) immer wieder bestätigt worden.

    Ich versuch's unten nochmal weniger polemisch. Aber vorab: eine homoeopathische Regel, die von der Behandlungserfahrung von Homoeopathen bestätigt wird, ist nach wissenschaftlichen Kriterien wertlos. Genau so wie empirische Erfolge der Psychotherapie, die durch Psychotherapeuten bestätigt werden, oder die Erfolge der Tranquilizer-Therapie, die durch Allgemeinmediziner bestätigt werden. Oder die Sicherheit der Atomkraft, die durch RWE-Physiker nachgewiesen ist...

    > begibst Du Dich mit bewußt peiorativen Begriffen wie Hausfrauen-Empirie wieder weit unter ein diskutables Niveau. Subjektiv und anekdotisch gefärbte Einzelerfahrungen sind hier schon deshalb nicht von Belang, weil, wie dargelegt, Generationen von Homöopathen, die in der Regel eine naturwissenschaftliche, medizinische Ausbildung hatten, diese immer wieder, und zwar bis in neueste Zeit, bestätigt haben.

    Sind wir uns wenigstens über den Begriff der Empirie einig? Empirie ist die methodische, wissenschaftliche, beweisbare Beobachtung von etwas, von dem man nicht weiss, warum es funktioniert - aber halt, dass es funktioniert. Natürlich ist Medizin überwiegend eine empirische Wissenschaft, das ist unbestritten - weil man über den Menschen wenig weiss, und in eine 'black box' oben etwas reintut, und unten etwas rauskommt.

    Empirie ist aber _nicht_ Lebens- oder Berufserfahrung. Der Mensch an sich ist kein rationales Wesen. Das behauptet er gerne, es stimmt aber nicht. Dass z.B. die Berufserfahrung eines Psychoanalytikers auf dem Gebiet der Psychoanalyse nicht objektiv sein kann, ist doch klar:

    - der Mensch verklärt seine Erfahrungen immer, weil er zum Glück Positives besser in Erinnerung behält als Negatives (früher war halt alles besser...) Wäre das nicht so, müßte er an seinem Leben verzweifeln...
    - er ist von sich selbst überzeugt. Siehe Vogelforen: jeder Tierhalter glaubt, unabhängig von Fakten, natürlich, dass nur er das beste für seine Viecher tut
    - Der Experte kennt bzw. akzeptiert keine anderen Heilmethoden
    - zu ihm kommen fast nur Menschen, die an diese Methode glauben
    - die wenigen, die zu ihm kommen, aber nicht daran glauben, gehen schnell wieder, weil sie mit ihm keine gemeinsame Basis finden
    - diejenigen, bei denen seine Methode nicht wirkt, verschwinden einfach, so dass er die Misserfolge deine Methode nie vor Augen hat
    - er muss aus Gründen seiner ökonomischen wie psychischen Existenz zwingend an den Erfolg seiner Methode glauben. Weil er sonst seine eigenen Überzeugungen in Frage stellen und seine wirtschaftliche Existenzgrundlage aufgeben müßte. Und das macht fast kein Mensch freiwillig, zumindest nicht aus objektiven Erkenntnissen heraus.

    Das alles hat nichts mit Homoeopathie zu tun, sondern ist rein menschliches Verhalten. Der Mensch ist halt nicht rational. So leid mir das tut, weil ich trotz allem ein vehementer Verfechter der Aufklärung bin :-/

    > Sowas nennt man im übrigen Axiom

    Nein. Was du meinst, ist kein Axiom, sondern eine Vermutung.

    > Hering hat diese Regel zwar als erster formuliert, aber er ist nicht der einzige, der sie in der Praxis bestätigt gefunden hat, im Gegenteil. Es handelt sich hier um eine gesicherte, weil immer wieder bestätigte Grundaussage der homöopathischen Wissenschaft.

    Wiegesagt, das spielt für mich überhaupt keine Rolle. Wer an Ufos glaubt, sieht "immer wieder bestätigt" Ufos. Und der Hausarzt, der 'aus Erfahrung' an die Wirkung von Tranquilizern glaubt (weil er das schon an der Uni gelernt hat, weil er seit 30 Jahren keinen Fachartikel mehr gelesen hat, weil das schon immer gut war, weil seine Patienten so gut drauf sind, weil er die Patienten, die sich wegen ihrer Sucht umgebracht haben oder im stationären Benzo-Entzug sind, nie mehr wieder sieht, ...), ist auch aufgrund seiner Erfahrung davon überzeugt.

    > Was für Studien mit was für einem Studiendesign schweben Dir denn vor?
    Was meinst Du mit "wissenschaftlich empirisch"? Das ist meines Wissens kein Terminus technicus für bestimmte Studiendesigns. Empirisch heißt erstmal nichts als über Erfahrungen gewonnen.

    Nein. Empirie ist wissenschaftlich methodisch gewonnenes, _beweisbares_ Beobachtungswissen. Subjektive individuelle Erfahrungen, und seien sie noch so zahlreich, fallen nicht darunter. An empirische Untersuchungen werden heute nicht zufällig ein paar Basiskriterien angelegt: prospektive, randomisierte, placebo-kontrollierte Doppelblindstudien.

    > Gibt es wissenschaftliche Studien (und wenn es welche gibt, waren sie wirklich nötig) zu der Frage, daß Asbest und radioaktive Exposition cancerogen sind,

    Selbstverständlich gibt es die. Asbest verursacht Lungenkrebs, Rauchen ist canzerogen, Alkohol macht besoffen... Ob das nun induktiv oder deduktiv nachgewiesen ist, spielt keine Rolle. So lange der Nachweis wissenschaftlich geführt wurde.

    > Es ist ein Irrglauben zu meinen, daß nur das wahr ist, was durch Studien (randomisiert, doppel-blind etc.) "bewiesen" ist.

    Natürlich. Die Behandlungserfolge der Homoeopathie sind - im Sinne der nichtwissenschaftlichen Erfahrungen - wahr. Damit habe ich gar kein Problem: wer heilt, hat recht. Auch, wenn die behaupteten, zugrunde liegenden Dogmen unbewiesen sind. Das ist die eine Seite, und mit der kann man auch gerne werben. Klappern gehört schließlich zum Handwerk.

    Sauer werde ich allerdings, wenn aus den eigenen Dogmen heraus andere Methoden madig gemacht werden, weil man nicht an sie glauben mag. Und die Hypothese der 'aussen unterdrückten' Krankheiten, die 'nach innen' wandern, ist so ein Dogma.

    > Abgesehen davon bekommt die Studiengläubigkeit einen erheblichen Knacks, wenn man, wie ich, jahrelang im Bundesgesundheitsamt, Institut für Arzneimittel, gearbeitet hat. Wenn man da etwas näheren Einblick genommen hat, sieht man, daß viele Studien (auch von Pharmamultis eingereichte) oft zwar auf den ersten Blick blenden, wissenschaftlich aber keinerlei Aussagekraft haben, weil das Studiendesign nicht stimmt, Ein- und Ausschlußkriterien für Vergleichsgruppen falsch gewählt sind und vieles mehr.

    Klar. Um die Zulassung von Medikamenten zu erreichen, wird IMHO zweifellos getürkt, was das Zeug hält. Da fällt ein Proband raus, da gibt es einen 'Ausreisser', und zum Schluß wird das ganze 'statistisch' so verklausuliert, dass niemand mehr weiss, wo vorn und hinten ist. Geld stinkt nicht... Es ist ja kein Zufall, dass manche Chefärzte an Uni-Kliniken mit solchen Studien zehnmal mehr Geld verdienen als mit ihrem Professoren-Gehalt :-(

    > Ich will gar nicht jeden überzeugen, auch Dich nicht, denn ich bin Therapeut und kein Missionar. Mir reicht es, wenn die Homöopathie funktioniert,

    Da sind wir uns doch einig: wer heilt, hat recht. Nur gegen die Behauptung, dass andere Methoden nicht heilen, sondern 'unterdrücken', wehre ich mich. Weil es für diese Hypothese kein Grundlage gibt. Es geschehen viele Dinge zwischen Himmel und Erde, die unerklärlich sind. IMHO ist ein Gutteil des Erfolges komplexer medizinischer Behandlungen (ob homoeopathisch oder 'schulmedizinisch') relativ unabhängig von Wirkstoffen, sondern vielmehr abhängig von Menschlichkeit, Verständnis und Zuwendung (nennen wir es mal 'Empathie'). Auch Religion ist medizinisch wirksam, wenn der 'Patient' denn die richtige Kirchengemeinde findet. Und das ist nicht abfällig gemeint, sondern ernst.

    Viele Grüße,
    Stefan
     
Thema:

Belege für die Wirksamkeit der Homöopathie

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