Betäubung vor Schlachtung

Diskutiere Betäubung vor Schlachtung im Forum Geflügel allgemein im Bereich Hühner- und Entenvögel - Hi, Das Schlachten wird bei der Legewachtelaufzucht ja leider eine Notwendigkeit sein. Ich esse nichtmal Fleisch und das schon seit 23 Jahren...
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GeekyRafiki

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Hi,
Das Schlachten wird bei der Legewachtelaufzucht ja leider eine Notwendigkeit sein. Ich esse nichtmal Fleisch und das schon seit 23 Jahren, daher ist mir die Ethik dahinter besonders wichtig. Am liebsten wäre mir, die so zu töten wie ich selbst am liebsten irgendwann sterben würde, und zwar "einfach einschlafen".

Jetzt musste ich ein Küken erlösen und habe dazu Lachgas benutzt. Scheint ganz gut funktioniert zu haben, allerdings war das Küken dabei schon so schwach, das habe ich in seinem Zewaburrito in eine Plastiktüte gesetzt und da einfach so lange lachgas eingeführt, bis keine bewegung mehr zu sehen war. und dann kam die Totenstarre auch schon ziemlich schnell.


Hat da jemand erfahrung mit oder weiß ansonsten, aus lebensmittelsicherheit/chemie seiten, ob da etwas dagegen sprechen würde, ausgewachsene Hähne mit einer evtl niedrigeren Dosierung zumindest benommen zu machen, vergleichsweise mit lachgas bei einer zahnarztbehandlung für menschen (und zwar die ruppigsten, damit ich vielleicht später mal ne mini linie mit verträglicheren hähnen habe)?

gerne auch an vorherige posts überweisen, wobei ich schon ganz gerne die möglichkeit zu nachfragen habe :)
 
achja bevor sich das falsch liest: das fleisch wird definitiv gegessen. ich werde bestimmt selbst auch was von "meinen eigenen wachteln" probieren, aber ansonsten kenne ich so einige andere, die normal fleisch essen und da bestimmt für schlange stehen würden. selbst knochen und reste sollen möglichst von meinem hund verwertet werden.
 
Was sich mir nicht erschließt, warum experimentierst du hier rum?
Einfach Schlachten wie seit jeher und gut ist, oder nicht?
 
Mein Post müsste alleine schon detalliert genug geschrieben sein, dass sich das jedem hier gut erschließen sollte.
Falls nicht, findest du es auch schlecht, dass sich das deutsche Tierschutzgesetz im Laufe der Zeit mehr zum Wohl der Tiere ändert?

Desweiteren möchte ich dich darauf aufmerksam machen, dass selbst in der industriellen Landwirtschaft mit Kombinationen aus lachgas und kohlendioxid experimentiert wird, um durch möglichst stressfreie Betäubung das Tierleid aufs Minimum nach modernen Zeiten zu reduzieren.

Da finde ich solch eine Antwort auf einen ratsuchenden Post schon eher bedenklich, wenn es darum geht, vielleicht noch einen Schritt weiter zu gehen und liebevoll aufgezogene Tiere auf empatischere Weise zu schlachten als es bisher Gang und gäbe war. Nicht jeder muss unbedingt vor dem Tellerrand halt machen, oder?

Nicht böse gemeint, bin nur etwas verwundert über diese Reaktion.
 
Servus,
Deinen Gedanken habe ich schon verstanden. Nur das industriell auch professionell durchgeführt wird.

Wenn die Dosierung nicht passt, müssen sie "lebendig" ausbluten.
 
Wenn die Dosierung nicht passt, müssen sie "lebendig" ausbluten.
Und genau das müssten die ja sowieso. Wenn die Dosierung nicht passt, sind sie entweder benommen, nicht benommen genug, oder sterben innerhalb von ca 1 Minute an dem Gas (in hoffentlich trotzdem benommenem Zustand mit reduziertem Schmerzempfinden). In dieser Zeit hoffe ich, einen möglichst ruhigen, nicht zappelnden Vogel ohne Fehltreffer schlachten zu können. Ich bin bestimmt (bzw hoffentlich) nicht die einzige, die bei sowas eine Hemmschwelle hat.

In der Industrie wird mit Ferkeln und verschiedenen Dosierungen und Kombinationen experimentiert. Über Vögel habe ich bisher nichts finden können zu einer möglichen benebelnden Wirkung von Lachgas und erhoffe mir eben dies, mir das ein oder andere weitere Experiment zu ersparen und stattdessen im Bestfall hier aus den Erfahrungen anderer vor mir lernen kann.

Geschlachtet werden die Hähne von vornherein nur, damit sie sich nicht stattdessen gegenseitig grauenhaft verletzen bzw töten. Ich würde sie lieber alle behalten, dies wird aber leider nicht realistisch sein.
 
Hallo,
Das ändert im Grunde alles nichts an meiner Aussage dass es wirres herum probieren auf Kosten der Tiere ist. ‍♂️
 
Hallo @GeekyRafiki,
ja, ich verstehe Deine Gedanken. Aber: Genau zu untersuchen was Tiere bei "herkömmlicher Schlachtung" noch mitbekommen, dürfte wohl von eher geringem Interesse sein.
Aus Zeiten, als Delinquenten noch mit Fallbeil gerichtet wurden, gibt es Berichte, dass die Augen des körperlosen Kopfes durchaus noch kurz in der Lage waren entsetzt zu schauen.
Auch ein betäubender Schlag kann schief gehen...

Die Idee mit Lachgas finde ich allerdings auch nicht so prickelnd, und denke dabei absolut nicht an die Klimaschädigung. Distickstoffmonoxid (N2O) flutet zwar ziemlich schnell an, muss allerdings in steigender Konzentration zugeführt werden da das Einatmen sich sonst wie ein Ersticken anfühlt. Es muss also, vor allem wenn es als einziges Narkosemittel verwendet werden soll, zunächst eine ordentliche sedierende Wirkung erreicht werden, bevor man die narkotische bis tief narkotische (oder letale) Dosis verabreicht.

Hast Du nur eine narkotische Wirkung erreicht und der Vogel atmet noch, flutet Lachgas mitsamt seiner Wirkung auch sehr schnell wieder ab. Auch unschön.
 
Vielen Dank, Ernalotte. Auf Details genau wie solche habe ich gehofft.
Also in einen vorgefüllten Behälter/Raum ist dann schonmal definitiv ein no-go.

Ich habe gehört, dass Jugendliche in den letzten Jahren immer wieder mal Lachgas als Partydroge genutzt haben. Daher mein Gedankengang, dass es sich dann SO SCHLIMM auch wieder nicht anfühlen kann. Die Idee ist auch, sich nicht auf das Lachgas zur Tötung zu verlassen, sondern es zu nutzen damit die Tiere den Tod (sollte er noch so schnell gehen) möglichst nicht bewusst mitbekommen.

Ist es auch in geringem Maße sehr klimaschädigend? Bei mir dürften das 5 bis maximal 10 Hähne im Jahr sein. Die praktisch volle Lachgaskartusche ist schon vorhanden, die wurde laut meinen Bekannten in der Nachbarschaft gefunden und die haben schon angefangen, selbst damit rumzuspielen und Plastiktüten aufzublasen bevor ich sie für das nicht lebensfähige Küken mitnehmen durfte.


Noch habe ich mindestens 2 Wochen für meinen Schlachtplan (Verzeihung) bevor es so weit sein könnte. Die Diskussion jetzt schon weiß ich sehr zu schätzen.
 
Diese Spielerei mit Lachgas, das so problemlos zu erstehen ist wie eine E-Zigarette verurteile ich scharf! Das ist definitiv keine Partydroge sondern saugefährlich und absolut nicht lustig!!!

Auch wenn man vor Jahrzehnten Schwangeren zur Minderung des Wehenschmerzes Lachgas angeboten hat oder beim Zahnarzt einsetzt(e), gehört dieses Narkotikum nach meiner Meinung nur in die Hände eines Anästhesisten - und selbst dort findet es immer weniger Anwendung.

Hauptgefahr bei Lachgas ist die Diffusionshypoxie, was bedeutet, dass das Lachgas schneller aus dem Blut in die Lungenbläschen 'zurückströmt' als es abgeatmet wird und somit zu einem reduzierten Sauerstoffgehalt der Atemluft führt. Folge ist ein Sauerstoffmangel, der je nach Ausprägung vor allem zu Schäden am Gehirn führen kann.

Bei Narkoseausleitung wird daher über einige Minuten mit 100% Sauerstoff beatmet. Für Deine Wachteln ist diese Situation natürlich total uninteressant, aber für die jungen Menschen die mit Lachgas fröhlich herumspielen ganz übel. So mancher empfundene Rausch kann auch mit noch als nicht störend empfundenem Sauerstoffmangel zusammenhängen.

Zur Klimafrage:
Nehmen wir den sogenannten Klimakiller CO2 als Messlatte...
Die Wirkung von Methan aufs Klima soll 25 Mal stärker sein als CO2. Bei Lachgas musst Du bereits den Faktor 300 nehmen und bedenken, dass es mit ca. 120 Jahren etwa 10 Mal so lange in der Atmosphäre bleibt als Methan.
Natürlich ist Dein Lachgas bereits produziert und ob Du es zuhause verströmst oder es in den Müll wandert...

Sorry, leider kann ich Dir absolut keinen Tipp geben, wie Du Deine Wachteln stressfrei ins Jenseits verfrachten kannst.
Bitte bedenke, dass das Atemsystem der Vögel komplett anders aufgebaut ist als beim Menschen. Wie dort eine Inhalationsnarkose abläuft, kann ich nicht sagen.
Bitte bedenke außerdem, dass der Stoffwechsel eines Vogels deutlich höher ist als der des Menschen, es also durchaus sein kann, dass Du einen fitten Vogel gar nicht so leicht nur mit Lachgas plätten kannst.

Hierzu kann Dir nur ein vogelkundiger Tierarzt Auskunft geben.
 
Wow, herzlichen Dank für das alles.
Uiuiui da ist wirklich um einiges mehr dran, als ich anfangs den Eindruck hatte.

Man kennt ja vor allem aus den USA die lustigen Videos wo Leute verwirrten Quatsch reden als sie von der Zahnbehandlungsnarkose aufwachen.. Kann mir gut vorstellen, dass diese Videos das für die kids so verharmlost haben. Das mit dem O2 boost vor der Narkose habe ich selbst auch erst die Tage irgendwann gelernt.

Ich kann das auch nicht nachvollziehen, wie zum Himmel das Zeug einfach so legal verkauft wird! Wofür sollte es Heinz und Kunz sinnvoll nutzen können? :k

Das mit dem TA ist ein super Tipp, da wäre ich für Schlachtfragen gar nicht auf die Idee gekommen.
Wobei ich mir schon vorstellen kann, wie ich da bestimmt angeschaut werde.
Und auf lange Sicht werde ich mir was Besseres einfallen lassen müssen bzw eingehend nach möglichen Alternativen informieren
 
Das mit dem O2 boost vor der Narkose habe ich selbst auch erst die Tage irgendwann gelernt.
Das dient der Erhöhung der Sauerstoffreserven vor der Narkose. Der von mir beschriebene Sauerstoffmangel (Diffusionshypoxie) findet bei der Narkoseausleitung, also nach der Narkose oder dem Gebrauch von Lachgas als Partydroge statt.
 
Ehrlich gesagt halte ich von Gasbetäubungen nicht viel. Hab beim Tierarzt mehrmals die Erfahrung gemacht, dass Einschläferungen mit vorherigen Gasnarkosen zu brutalen Panikanfällen der Tiere geführt haben.
Ich hab zum Tauben und Hühner erlösen ein handliches Stück dicken Besenstil geschnitten, die Vögel werden an den Flügeln gehalten im 45 Grad Winkel nach unten, dann strecken sie den Kopf schön, dann einmal saftig eine drüber und dann Kopf runter bzw ausbluten lassen.
Die ganze Aktion ist knips rum. Kein Stress mit Behältern, Gas usw keine Experimente mit Gasdosierungen und dann am Ende halb betäubter Schlachtung.
Ich finde es für mich so am humansten.
Nur mit dem Beil mag ich nicht, weil ich da schon einige Aktionen gesehen hab (nicht bei mir) wo die Delinquenten im letzten Moment mal blöd gezuckt haben und dann war nur die Hälfte von dem ab, was ab sollte.

Viele schlachten Wachteln auch einfach mit einer stabilen, scharfen Küchenschere. Einmal passend angesetzt schnipp gut ist. Mag ich aber auch nicht. Ich kanns nur mit dem Knüppel.
 
Vielen Dank für deine Erfahrungsberichte, Sammyspapa. Ist auch wirklich ein schwieriges Thema.
Weißt du noch, wodurch genau die Panikanfälle zustande kamen? Das möchte man ja wirklich nicht.

Plötzliche Bewegung der Vögel mit der Beilmethode und dass man dann evtl nur den Schnabel trifft, das ist Albtraummaterial und eine meiner größten Sorgen. Aber auch mit dem Knüppelschlag daneben zu gehen oder nicht fest genug zu hauen aus Hemmnis.

Mir wurde noch berichtet, man kann auch durch Genickbruch schlachten und dass dies auch schnell gehen sollte. Vorteil wäre dabei, dass man mit dem Tier noch kuscheln kann wie sonst auch immer, die schlafen einem ja auf der Hand ein wenn man ruhig ist. Kann dabei etwas schlimm schiefgehen wie bei den obigen Methoden? Ansonsten klingt das mit der Schere so, als könnte man da am wenigsten falsch machen. Auch wenn's für den Menschen nicht schön ist, das ist in dem Moment doch eher zweitrangig.

Und sonst... jemand evtl schonmal was mit CBD oder THC Erfahrungen gemacht bei Vögeln, mit oder ohne Absicht?
 
Servus, nochmal... einfach mit einem Stock betäuben und gut ist! Schön mit der Schere das du ihr nur den Hals quetschen. Betäuben musst du doch so oder so, wie du den Kopf abschneidest ist dann egal.
 
…..ich weiß schon, warum ich lieber als Vegetarierin leben möchte….
Naja, wenn man Eier isst, nutzt bzw finanziert man ja immer auch die Hühnerhaltung anderer, bei der die unerwünschten Hähne auch nur geschlachtet werden können. Ich fange ja mit der Wachtelhaltung selbst hauptsächlich an, damit ich gesunde Eier von denen bekomme

(natürlich habe ich auch so mega viel Freude an den Vögeln und verwöhne sie mit allem was geht )

...und ab da auch keine normalen Eier im Supermarkt mehr kaufen muss
 
Die Tiere hatten meiner Meinung nach immer Erstickungsgefühl bei der Gasnarkose. Eigentlich sediert man vorher und dann erst in die Gasglocke, eben um diesen Stress zu vermeiden.

Ich musste mal notgedrungen mit einem Genickbruch erlösen, das fand ich persönlich am übelsten bisher. Das knirschen in der Hand fand ich maximal eklig und ich war nachher überall vollgeblutet. Es gibt Methoden die klappen gut, allerdings hab ich das nie wieder versucht.

Ein Bekannter schlachtet so, indem er den Vogel unter den Arm klemmt, am Kopf packt und da einmal nach vorn ausschüttelt wie eine Socke. Die plötzliche Beschleunigung macht quasi sofort bewusstlos durch den Blutdruckabfall und der Bremsweg nach unten reißt die Halswirbelsäule auseinander.
Ist wohl auch sehr stressfrei, mir persönlich aber zu martialisch.
 
Vielen Dank nochmals für den detaillierten Erfahrungsaustausch, Sammyspapa.

Wie wurde es von einer weisen Spinne nochmal so prägnant beschrieben.. mit großer Macht kommt große Verantwortung. Oder so frei übersetzt. Gehört in dem Bereich wohl oder übel dazu.

Hier mal falls ich das gut hinbekomme, meine 4 kleinen Vögelchen, heute 4 Wochen alt geworden. NATÜRLICH geht es in diesem post nicht um diese, sondern um die nächsten die erst aus den gegenwärtigen Bruteiern schlüpfen werden und die Gruppe vervollständigen werden. Es sei denn, eines dieser 4 fängt an, ein anderes blutrünstig zu tyrannisieren..
 

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Thema: Betäubung vor Schlachtung
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