Bewegungstraining bei verkümmerter Flügelmuskulatur

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  1. Enomis

    Enomis Neues Mitglied

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    Hallo ihr Lieben!

    Kann mir vielleicht jemand von euch einen guten Tipp geben, wie man mit Bewegungstraining die Flügelmuskulatur eines Wellis wieder stärken kann?

    Ich habe hier bei mir eine süße Standardhenne, die aufgrund ihres Übergewichts nciht fliegen kann. Mithilfe einer kontrollierten Diät hat sie mittlerweile von 80 auf 65g abgenommen, aber ihr Körper scheint immer noch zu schwer für ihre ungeübten Flügel zu sein.

    Ich mache mit ihr schon ein paar Bewegungsübungen, die hauptsächlich die Gewichtsabnahme unterstützen sollen. Ich lasse sie von einer Hand zur anderen laufen und darauf "Treppen steigen" oder ich setze sie ganz unten auf eine Spirale, die sie dann hochklettern muss.
    Zu Fuß ist sie mittlerweile richtig flott geworden. Anfangs hat sie sich die Spirale sichtlich hoch gequält, aber jetzt läuft sie wie ein geölter Blitz nach oben.

    Ich würde jetzt gerne versuchen auch ihre Flügel wieder auf Trab zu bringen, bin mir aber nicht sicher wie ich das genau anstellen soll.
    Wenn sie auf meiner Hand sitzt, ziehe ich diese ganz schnell nach unten, so dass sie anfangen muss mit den Flügeln zu flattern. Das klappt manchmal richtig gut, manchmal lässt sie sich hingegen einfach "fallen" (sie fällt natürlich nicht wirklich, denn sie sitzt ja immer noch auf meiner Hand ).
    Ich bin mir allerdings nicht so sicher wie oft ich diese Übung wiederholen darf.

    Ich wäre sehr dankbar, wenn mir jemand ein paar Tipps geben könnte wie ich noch mit ihr trainieren oder sie zum Fliegen/Flattern animieren könnte, damit sie irgendwann vielleicht wenigstens mal eine kleine Strecke zurücklegen kann und nicht wie ein Stein zu Boden plumpsen muss.
     
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  3. #2 Stephanie, 29. August 2012
    Zuletzt bearbeitet: 29. August 2012
    Stephanie

    Stephanie Foren-Guru

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    Ich würde versuchen, auf sicherem Terrain (Boden gepolsert) sie nach und nach von einem Sitzplatz zur Hand erst gehen, dann springen zu lassen und wenn sie das richtig routiniert macht, den Abstand immer mal wieder vergrößern, bis sie dann mal eine kleine Ausgleichsbewegung mit den Flügeln macht.
    Das dann erst mal üben - immer mal wieder zwischen den Rübergeh- und Rüberspring-Übungen, so dass sie nicht "skeptisch" wird - und wenn das wiederum richtig routiniert klappt, den Abstand wieder etwas vergrößern, bis sie mal halb fliegen muss (Springen mit Flügelunterstützung), das wieder längere Zeit üben und sie dann einen Flügelschlag machen lassen.
    Dann eben nach und nach den Abstand so weit vergrößern, dass sie immer weiter fliegen muss von 10 cm über (mit Zwischenschritten) 50 cm bis so weit, wie es der Raum erlaubt.

    Falls Du die einzelnen Schritte belohnst, kannst Du dann anfangen, sie fürs Zurückfliegen zu belohnen (doer auch schon vorher, bei den Hüpfern), so dass sie für eine Belohnung am Ende vielleicht 3 bis 5 mal hin und her fliegt.
    Das kann anfangs auch nur 10 cm vom Ast zu Deiner Hand und zurück sein, und am Ende variierende Distanzen (von 10 cm bos 2 Meter oder wie viel Platz da ist).
    Immer nur kurz, dass sie durchhält und nicht den Spaßverliert.
    Aber täglich, so dass es für sie Routine wird und sie sich darauf freut.

    Es würde sich auch Tragettraining anbieten, bei dem erst gegangen, dann gelaufen, dann geklettert, dann "verrenkt" (mal kopfüber etc.) und am Schluss etwas geflogen werden muss (von einem Ast zum anderen, ohne dass sie klettern kann).
    Damit habe ich meine - ähem, faule :~ - Malia ganz schön auf Trab bekommen, so dass sie am Ende richtig motiviert war und auch mal neue Sachen ausprobiert hat.
    Parallel hatte ich Übungen gemacht, bei denen egal welcher Vogel auf meine Hand und dann sofort zum nächsten Ast und wieder zurück fliegen musste - so eine Art Wettkampf :p - so dass sie sich das Zögern abgewöhnte - "Ähhhhm, fliege ich jetzt mal los? Jetzt? *überleg* hmmm...".
    Inzwischen ist sie noch zu "höflich", um einfach los zu fliegen und wartet, wenn vor allem Fiete schon auf dem Sprung ist, aber schaut immer auf meine Hand und wenn die in der richtigen Position ist - ihr zugewandt - geht es auch recht zügig los und wieder zurück.
    Malia war auch leicht übergewichtig, flog aber noch und wir arbeiten gerade dran.
    Bei Finn - "Wonneproppen" - habe ich diese Übung so abgewandelt,dass er auf meine Hand kommt,dort die Flügel hebt (ergab sich irgendwie) auf einen anderen Ast fliegt, von dort über eine Schnur, die den Ast hält zum ersten, schräg angebrachten Ast zurück klettert und dann wieder los fliegt, also mehr klettert als fliegt, dafür aber mit etwas höherem Schwierigkeitsgrad.

    Man kann die Vögel im Targettraining überlisten, indem man nach und nach immer nur noch belohnt, wenn der Vogel schnell kommt, so dass er etwas in Hetze gerät und dann vielleicht eher eine längere Strecke fliegt als klettert (von Ast zu Ast statt am Gitter entlang), das muss man aber langsam aufbauen, damit der Vogel das versteht.

    Du könntest nebenbei versuchen, Flügelbewegungen allg. zu belohnen, also Flügelheben, Ausgleichsbewegungen, wenn sie mal den Halt verliert etc., so dass sie lernt, Flügelheben sollte geübt werden.
    Oder wenn sie mal im Käfig (eher nach Beginn des Trainings) die Flügel benutzt oder später eine kleine Strecke fliegt, das immer belohnen, so dass sie auch das alleine übt, wenn sie nicht durch Dich animiert wurde.

    Von dem Hand-Rauf-undrunter habe ich auch gehört, meine Sorge wäre aber, dass der Vogel Angst bekommt, wenn er nicht fliegt und plötzlich so weit über dem Boden den Halt verliert, wenn die Hand nach unten geht.
    Der Vogel weiß ja nicht, dass der Boden geplstert ist oder der Mensch aufpasst.:~
     
  4. Enomis

    Enomis Neues Mitglied

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    Vielen Dank für die schnelle Antwort!
    Sie auf die Hand klettern zu lassen und den Abstand immer mehr zu vergrößern bis sie dann mal flattern oder fliegen muss ist eine gute Idee, da hätte ich eigentlich auch selber drauf kommen können. :D
    Targettraining möchte ich mit ihr nicht so gerne machen. Sie beißt sowieso schon mal gerne zu, nicht aus Boshaftigkeit, sondern eher um zu testen ob mein Finger auch stabil genug ist um darauf zu sitzen. ;) Ich möchte sie nicht auch noch dafür belohnen. :)
     
  5. Stephanie

    Stephanie Foren-Guru

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    Hallo Enomis
    das hatte ich bei meinem Twitch auch.
    Dem habe ich EXTRA den Targetstick hingehalten, wenn er auf der Hand saß, und ihn da rein beißen lassen.
    Dann habe ich die Abstände zwischen dem Hinhalten des TSs vergrößert, und ihn belohnt, wenn er dann eben ohne zu "beißen" auf der Hand saß (war kein Beißen, war eher so ein "huch da sitze ich, was mache ich denn jetzt?!"-Verhalten).
    Nach sehr kurzer Zeit kam er dann auf die Hand, ohne sie mit dem Schnabel zu berühren.

    Bei Malia habe ich immer, wenn sie "beißen" wollte - dieses "Welpenkauen im Jugendalter - die Hand weg genommen und mcih einem anderen Vogel zugewandt.
    Machte sie keine Anstalten, mit dem offenen Schnabel auf die Hand zu kommen, blieb diese da.
    Hat auch nach recht kurzer Zeit geklappt.

    Also in den TS Beißen kann auch eine Hilfe sein, um zu lernen, nicht in die Hand zu beißen.
     
  6. Enomis

    Enomis Neues Mitglied

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    Das ist auch ein guter Tipp. Werde ich mal ausprobieren.
    Ich habe Bonnie gestern abend und gerade eben übrigens ein wenig hin und her flattern lassen und ich muss sagen, dass ich ganz schön überrascht war wie weit sie doch schon kommt! Gute 30cm waren es immerhin! :) Sie hat auch schon nach ein paar Wiederholungen gemerkt, dass sie das schafft und ist dann gleich viel sicherer geflattert. Ich bin guter Dinge, dass ich sie so zum Fliegen bringen kann.
    Vielen lieben Dank noch mal! Manchmal braucht man einfach einen kleinen Denksanstoß. :)
     
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