Blaumeisenbrut komplett verstorben

Diskutiere Blaumeisenbrut komplett verstorben im Forum sonstige Vogelarten im Bereich Wildvögel - Es waren 10 oder 11 noch nicht befiederte Junge im Kasten. Noch vor ein paar Tagen freuten wir uns daran, wie emsig die Eltern Insekten...
Evy

Evy

die mit den Vögeln spricht
Beiträge
3.442
Es waren 10 oder 11 noch nicht befiederte Junge im Kasten. Noch vor ein paar Tagen freuten wir uns daran, wie emsig die Eltern Insekten hineingetragen haben - im Sekundentakt. Plötzlich die Ahnung... etwas stimmt nicht. Keine Blaumeise mehr zu sehen, die hineinflog. Der Blick in den Kasten verriet, alle Kleinen sind tot. Feinde können ausgeschlossen werden, Kasten und Baum sind gesichert. Kröpfe leer, keine äußeren Verletzungen zu sehen. So weit ich es konnte, habe ich einige der Kleinen flüchtig untersucht und festgestellt, dass einige den Schnabel halb offen hatten. Einige schienen etwas darin zu haben, was wie weiße Blütenpollen aussah. Dieses weiße Zeug war aber auch mitten zwischen einigen toten Vogelkindern, klebte sie fast zusammen. Was war das?
Die gefürchtete Blaumeisenkrankheit? Es ist so schrecklich :traurig:
Zum Glück haben wir schon seit über einer Woche die Fütterung eingestellt. Sonst würde ich mir üble Vorwürfe machen, dass sich die Elterntiere was am Futterplatz eingefangen haben. Wenigstens bin ich nicht schuld. Trotzdem :heul:
 
Die gefürchtete Blaumeisenkrankheit?
Habe ich noch nie von gehört, kläre mich gerne auf.

Klingt jetzt eher wie ein Pilz!? Wie lange waren sie schon etwa tot, als ihr geschaut habt?
Und schwer zu sagen, ob - falls es ein Pilz ist - das durch die Fütterung der Altvögel oder etwa das Nistmaterial kommt.
 
Hallo Evy,

das ist ja schlimm !

Ich hoffe, an der Fütterung wurde kein Winterfutter/Fettfutter/Knödel/Erdnüsse etc. mehr angeboten.

Wenn die Altvögel das an kleinere Nestlinge verfüttern ist deren Tod vorprogrammiert. Sie können das nicht verdauen und es verstopft den Darm. Die Nestlinge erhalten ja auch ihr Wasser ausschließlich über die gefütterten Insekten. Da kann man sich vorstellen, was passiert wenn sie z. B. Fett statt wasserhaltiger Insekten bekommen.

Ansonsten könnten sie auch ungeeignetes Futter von irgendwo anders geholt haben. Das ist ein riesen Problem und für die Tod von Unmengen Jungvögeln insektenfressender Singvögel verantwortlich. Ich glaube, hier ist auch die Kohlmeisenbrut schon wieder tot, weil uneinsichtige Nachbarn diese scheiß Fettflocken ganzjährig füttern. Ich frage mich, warum ich die Nistkästen nicht schon längst abgehängt habe.

Es können natürlich auch andere Ursachen vorliegen. Dieses klebrige Zeug, was Du gesehen hast, lässt bei mir da aber alle Alarmglocken klingeln.


@harpyja : Blaumeisenkrankheit

Liebe Grüße
Thomas :0-
 
Nein, wir haben schon lange nichts mehr angeboten, Knödel schon seit März nicht mehr. Eben wegen sowas. Von den Nachbarn füttert gar niemand - vermute ich zumindest.
Ich habe schon dieses schlimme Bakterium Suttonella ornithocola in Verdacht... es wütet wie eine Seuche unter den Blaumeisen. Schwanzmeisen und andere Meisen sollen auch betroffen sein, aber nicht so sehr wie Blaumeisen, Kohlmeisen selten, andere Vögel überhaupt nicht. Im Netz ist ein Bild von einer Blaumeise, die auch so was Weißes am Schnabelrand hat... Werde den Fall auf jeden Fall dem Nabu melden :traurig:
Ein Pilz kann es auch gewesen sein. Aber im halb offenen Schnabel? Das Nistmaterial bestand fast ausschließlich aus weichem Moos. Es war etwas feucht in dem Kasten; als ich eins der Meislein anhob, hatte ich anschließend einen feuchten Finger.
Ach Mensch. Es tut einem so leid.

Der Kasten ist ausgeputzt und mit F10 ausgesprüht. Sobald die Sonne kommt, darf sie noch gründlich nachtrocknen, und am Sonntag hängen wir den Kasten wieder an denselben Platz. Es ist noch Zeit für eine Neubrut. Hoffentlich leben die Altvögel noch, es ist ein spezieller Kasten für Blaumeisen, da passen keine anderen Vögel rein.

Thomas - nicht aufgeben, nicht abhängen :trost: Nicht alle Altvögel verfüttern ungeeignetes Zeug an ihre Kleinen. Manche Vögel, gerade die Kohlmeisen, sind intelligent genug zu wissen, dass ihre Brut nur Insekten verdauen kann.
 
Bei mir haben sie es nicht "gewußt," aber es gab ja auch keine Insekten bei 0-5 Grad.
 
Hallo Evy,

leider ist die Intelligenz ja gerade das Problem. Sicher hast Du noch im Kopf, dass vor etlichen Jahrzehnten Blaumeisen in Großbritannien und anderen Ländern gelernt hatten, Milchflaschen zu öffnen und sich daraus eine Tradition gebildet hat. Sicherlich auch nicht das gesundeste Zubrot für Meisen, die adulten scheinen es aber zu vertragen und an die Nestlinge können sie die Milch ja nicht verfüttern.


Viele Ornithologen, besonders der alten Schule und unbelehrbare Ganzjahresfütterer argumentieren ja immer damit, dass Singvögel nur von ihren Instinkten geleitet sind und natürlich ihren Nestlingen die gesunden Insekten verfüttern und selbst das billige Fettfutter fressen und somit die Ganzjahresfütterung zu einer win win Situation führt.
Diese bequeme Sichtweise, wird leider sehr vehement vertreten, was unzähligen Bruten insektivorer Singvögel das Leben kostet.
Es wird überhaupt nicht bedacht, dass Singvögel durchaus extrem lernfähig sind, Traditionen bilden, gern den bequemen Weg gehen und auch zu Fastfood Junkies werden können wenn ständig dieses Winterfutter angeboten wird. Sie machen sich dann nicht mehr die Arbeit, mühsam nach Raupen zu suchen, sondern stopfen ihren Nestlingen diese tödlichen Bestandteile rein.
Besonders dramatisch ist das natürlich wenn sowieso schon Nahrungsmangel vorliegt. Unter natürlichen Bedingungen würde dann in so einem Revier gar nicht gebrütet oder mit deutlich weniger Paaren. Die überzähligen Vögel würden zur Brut in geeignetere Reviere abwandern.

Sicherlich ist da jedes Vogelindividuum etwas anders. Die einen machen das schon bei kleinen Nestlingen was zum sofortigen Tod der Brut führt, andere erst, wenn die Nestlinge schon größer sind und kleine Mengen davon schon durch ihren Verdauungstrakt transportieren und ausscheiden können. Es kommt aber hier auf die Menge an. Wenn die Altvögel bei größeren Nestlingen sehr viel von dem tödlichen Zeug verfüttern geht die Brut auch noch in einem späteren Stadium ein.
So habe ich das hier in vielen Jahren beobachtet und das deckt sich auch mit dem, was Pflegestellen für in Not geratene Wildvögel, bundesweit berichten.

Jetzt wissen wir natürlich in deinem Fall nicht, ob es daran gelegen hat. Bei einer Infektionskrankheit wären die Altvögel auch betroffen und vermutlich leider auch bereits verstorben. Wenn die Altvögel noch leben, war es eher ungeeignetes Futter.

Ich hoffe, sie leben noch und es gibt noch eine Ersatzbrut.

Liebe Grüße
Thomas :0-
 
Hier eine sehr ausführliche, faire, sachliche Auseinandersetzung (Zoller vs. Geers); aber...:
Nach Bereinigung von Unterstellungen folgen Fettfutter-Befürworter statistischen Untersuchungen und Fettfutter-Gegner persönlichen Eindrücken, beides für mich so noch nicht stichhaltig: ungewiss.

Ebenso nicht, wieso eine gewisse Lernfähigkeit die gesunden Instinkte todbringend außer Kraft setzen sollte.

Bei dem Thomas jedenfalls hat es umgekehrt angefangen, mit nur 1x Brutsterben bevor er mit Fettfütterung angefangen hat.
 
Hallo Jan,

es ist doch schön, dass Du hier mal Kirstin Zoller zitierst, die nun wirklich eine sehr große Expertise und v. A. sehr lange praktische Erfahrung besitzt.
Das trifft auch auf alle anderen in der Wildvogelhilfe aktiven Pflegestellen und Personen zu, die alle die gleichen Erfahrungen teilen.

Das Problem Deiner, in früheren Posts zitierten Studien, ist, dass keine davon das eigentliche Problem untersucht.
Das ist auch schwierig, da Feldversuche mit potentiell tödlichem Ausgang für geschützte Singvögel nun mal nicht das sind, was vogelbegeisterte Menschen anstellen möchten.

Also wird populistisch argumentiert bzw. etwas untersucht, was nur scheinbar die wirkliche Problemstellung umfasst. Mir fällt immer ein, was mal ein Prof. in der Uni zum sehr umsichtigen Umgang mit wissenschaftlichen Studien referierte: steigt beispielsweise in einem Landkreis die Population von Weißstörchen an, und gleichzeitig ziehen dort mehr junge Familien hin und es werden mehr Kinder geboren, kann man wunderbar eine Korrelation zwischen der Weißstorchpopulation und den geborenen Babys herstellen. Also bringt doch der Storch die Babys oder ?

Eine Nähe der Studienersteller zur milliardenschweren Futterindustrie wäre auch noch zumindest möglich.

Ich verweise da mal auf die Studien zu Auswirkungen von Pestiziden, wo meist die milliardenschweren Herstellerkonzerne die Finger drin haben oder sie gleich selbst in Auftrag geben oder erstellen. Auch hier wird versucht, die Studien so zu gestalten, dass man die unangenehmen Wahrheiten möglichst umgeht. Gelogen wird meist nicht, es lässt sich am Ende immer schlüssig darstellen, was eigentlich gar nicht das Problem ist.

Wie ich schon mal sagte: jeder hat eine eigene Verantwortung für den Umgang mit den letzten Resten unserer heimischen Natur und muss zu einer eigenen Einsicht gelangen.
Sollten Zweifel am eigenen Tun bestehen, sollte man es überdenken und korrigieren.

Es wurden genügend Lösungen beschrieben, wie man trotzdem Vögel zur Brutzeit füttern kann und die Vogeleltern samt Nachwuchs gut und artgerecht unterstützen kann. Weitere Expertise kann man sich dazu auch z. B. von Kirstin Zoller und anderen damit befassten Menschen holen.

Das ist es aber auch jetzt für mich.

Ich wünsche Allen einen super schönen Feiertag und viele schöne Vogelbeobachtungen.

Dir; Evy, wünsche ich eine neue Blaumeisenbrut und im weiteren Verlauf viele Schwalben und Segler.

Liebe Grüße
Thomas :0-
 
Ich weiß nicht, wieso die Fütterungsgeschichten schon wieder so hoch kommen, das war doch hier gar kein Thema. Habe ausdrücklich geschrieben, dass wir schon lange nicht mehr füttern.
Habt Ihr das weiße Zeug in den Schnäbeln, wovon ich geschrieben habe, vergessen?
Das Problem liegt ganz eindeutig woanders - entweder bei Bakterien oder Pilzen. Sichtbare Parasiten waren da keine.
Drückt mir die Daumen, dass der tolle Holzbetonkasten nochmal belegt wird mit Blaumeisen, und dass diesmal alles gutgeht so wie all die Jahre zuvor auch :0-
 
Ich weiß nicht, wieso die Fütterungsgeschichten schon wieder so hoch kommen,
Weil es einfacher ist einen Schuldigen zu präsentieren als sich damit auseinander zu setzen.

off topic
Wenn ich früher wegen Beschwerden zum Arzt kam, war das Rauchen Schuld. Jetzt, ich rauche seit über 20 Jahren nicht mehr, kommt alles von den Vögeln.

Bei mir waren übrigens zwei unausgebrütete Eier drin.
 
Übrigens befinden sich ein paar Meter vom Nistkasten entfernt, mehrere Futterstellen:

Diese Live-Streams habe ich schon im letzten Jahr immer mal wieder angeklickt, doch hat jemand mitbekommen, warum dort seit einigen Wochen keine Knödel mehr zu sehen sind? Sind sie nur nicht im Bild oder wurden sie entfernt?
 
Ich füttere auch das ganze Jahr.
Die Blaumeisenbrut ist gesund und munter ausgeflogen.
Dagegen ist die komplette Kohlmeisen Brut ( 4 Stück ) im Nistkasten kurz vor dem ausfliegen verstorben.
Die Kohlmeisen haben wieder neu gebrütet in einem anderen Nistkasten und gestern sind sie munter ausgeflogen ( siehe Thema Wintervogelfütterung ).
@Evy bestimmt werden ,, deine " Blaumeisen den Nistkasten annehmen und im nächsten Jahr erneut brüten.
 
Ich kann Evy nur beipflichten. Wir haben bei uns auf der Terrasse jede Menge Sperlinge , Blaumeisen ( Elternpaar mit 7 Jungen ) Kohlmeisen , Heckenbraunellen sogar der Kleiber gibt sich die Ehre. Wir füttern das ganze Jahr und ein Telef. mit der Nabu gab uns recht. Was auf dem Boden liegt nehmen die Tauben. Die gucken schon in die Tür wenn es nichts gibt. Das Problem mit dem gestorbenen Jungen Blaumeisen liegt mit Sicherheit wo anders . Meine Bedenken sind Pilze . Ich weiß das es unterschiedliche Meinungen zur Ganzjahresfütterung gibt. Solange mir nicht bewiesen wird das es eindeutig falsch ist werden wir wohl weiter füttern und Freude an unserer natürlichen Freivoliere haben.
 
Gründe , die zum Kükensterben führen können:

1. Tod eines Elternteils. Werden die Jungvögel größer steigt auch der Futterbedarf, da haben es alleinerziehende schwer

2. schlechte Wetterbedingungen. Noch unbefiederte sterben dann häufig an Unterkühlung und zu hohe Feuchtigkeit im Nest.

3. Gifte, gerade bei schlechten Wetterbedingungen wird noch häufiger gespritzt, vor allem Fungizide aber auch Insektizide, wie sie z. B. gegen Buchsbaumzünsler oder Eichenprozessionsspinner eingesetzt werden, konnten in Jungvögeln nachgewiesen werden.
Auch ausgelegte Hunde- und Katzenhaare die zuvor mit Schädlingsbekämpfungsmitteln behandelt wurden

4. Parasiten oder andere Krankheitserreger

5. Es konnten zwar in Vögeln unverdaute Futtermittel gefunden werden, aber die Ursache wurde nicht weiter verfolgt. ( Jungvögel fressen normal kein zu großes Futter ). Hier wird viel Unfug verbreitet, der weder Hand noch Fuß hat.

6. spezielle Viren
Auch Singvögel können durch H5N1 so geschwächt werden das sie zwar nicht sterben aber beeinträchtigt sind. Jungvögel können auch infiziert werden.
Ein weiterer Virus, der nicht nur unter Wildvögeln kursiert, ist der Adenovirus.
Auch Polyomainfektionen wurden schon nachgewiesen.

Die Ursachen sind so vielfältig , aber eins ist sicher wird auch noch Futter und Wasser entzogen, sterben die betroffenen Vögel garantiert, da Abwehrkräfte weiter geschwächt werden auch weil dann noch häufiger schlechte Futterstellen besucht werden.

Ich reichere das Futter zur Brutzeit immer mit Korvimin und Calcium an und kann nur dazu Aufrufen das während der Brutzeit Lebend- oder (aufgetautes) Frostfutter zugefüttert wird.

Vielmehr muss sich endlich durchsetzen das auch bei Wildvögeln auf Hygiene und Sauberkeit geachtet werden muss. Viel Altvögel sterben am verdorbenen Futter.
Leider ist immer noch gang und gebe das Futtersäulen solange hängenbleiben bis sie leer sind, egal bei welcher Witterung und die feuchte Witterung bei Temperaturen um die 10-15 ° begünstigt Pilz und Parasitenwachstum während Insekten sehr rar waren.

Und es gibt immer noch zu viele Menschen die meinen Wildtiere wären Abfallverwerter.
 
Ich fürchte, dass es bei uns die Blaumeisenkrankheit war. Seit dem schlimmen Vorfall wurden hier keine Blaumeisen mehr gesehen. Es muss wohl die Eltern erwischt haben, die die Krankheit dann auf ihre Kleinen übertrugen :traurig: Erst heute - über 6 Wochen danach - konnte ich mal wieder eine Blaumeise sichten, an der Vogeltränke. Ein Jungtier, das sich bestimmt über das freigewordene Revier freut. Hoffentlich schläft es im Blaumeisenkasten, wenn der Winter kommt, und gründet im nächsten Jahr eine Familie. Es ist so trostlos in diesem Jahr! Überall sind Nistkästen, Nisthilfen, Nahrung, Schutz, alles da. Aber keine einzige Brut in diesem Jahr. Schrecklich :?
 
Thema: Blaumeisenbrut komplett verstorben

Ähnliche Themen

R
Antworten
18
Aufrufe
1.518
Rotkaeppchen77
R
Perroquet
Antworten
6
Aufrufe
1.135
Perroquet
Perroquet
U
Antworten
1
Aufrufe
1.122
iskete
I
Zurück
Oben