Blei im Muskelmagen

Diskutiere Blei im Muskelmagen im Aras Forum im Bereich Papageien; Guten Morgen, ich bin neu hier und brauche Euren Rat: Ich bin Ende August durch einen Todesfall in der Familie Besitzer eines Gelbbrustaras...

  1. HolgerB

    HolgerB Guest

    Guten Morgen,

    ich bin neu hier und brauche Euren Rat:

    Ich bin Ende August durch einen Todesfall in der Familie Besitzer eines Gelbbrustaras geworden. Da ich Kakadus halte, hielt man mich für einen geeigneten Übernahmekandidaten.

    Nach verschiedenen tierärztlichen Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass der Vogel ca. 20 Jahre alt und ein Hahn ist. Bei der Eingangsuntersuchung wurde festgestellt, dass der Hahn Blei im Muskelmagen hatte. Das Blei ist mittlerweile bei einem 10tägigen Klinikaufenthalt herausgespült worden. Lt. TA waren die zwei Bleistücke (wahrscheinlich Gardinenband) schon längere Zeit im Körper von Heini.


    Heini hat sich um den Magen herum stark gerupft und durch das Blei einen Drüsenmagen ausgebildet. Ich füttere ihn zur Zeit auf Anraten des TA mit Handaufzuchtfutter mittels Spritze, da er Körner immer noch unverdaut ausscheidet aber regelmäßig aufnimmt. Lt. TA ist es sicher, dass es sich nicht um PDD handelt, sondern dass sich der Drüsenmagen durch das Blei gebildet hat.

    Da ich noch recht ahnungslos in Sachen Arahaltung bin, hätte ich gerne viele gute Tipps in Bezug auf Heinis Erkrankung und auch seine allgemeine Haltung. Ich möchte gerne eine Partnerin für ihn anschaffen, jedoch erst einmal seine Genesung abwarten.

    Was kann ich zu seiner schnellen Genesung noch tun? Heini ist jetzt seit 10 Tagen aus der Klinik zurück und immer noch recht schwach. Allerdings geht es ihm besser als vor seiner Einlieferung. Freitag soll ich wieder mit ihm zum TA.

    Bin für jeden Hinweis dankbar! Vielen Dank!

    Holger
     
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  3. romano

    romano Foren-Guru

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    Hallo!

    Ich bin keine mediziner und auch keine vet.
    Das ich zusammen mit papageien lebe (aras auch) bescheftigen mich sehr viel auch mit der tema krankeit.
    In eine schwermetallvergiftung, in diese fall blei ist sehr wichtig auch die nieren zustand des tiers zu untersuchen weil blei zerstören nierengewebes und sehr viele roten blutkörperchen so das anemie, krämpfe, blinheit und lähmunserscheinung auftreten können.
    Die gabe eines antidots (Ca-EDTA) ist zum emphelen und zusätzlich lasse man die vögel viel trinken, nach möglikeiten eine pflanzlichen nierentee.

    Hoffe habe ich dich etwas geholfen. viel erfolg mit die therapie

    FG
    Mario
     
  4. HolgerB

    HolgerB Guest

    Hallo Mario,

    danke für Deinen Hinweis! Ich rühre das Handaufzuchtfutter immer mit Tee an, zuerst habe ich Lapacho-, dann Fencheltee genommen. Da aber der Kot des Vogels sehr dünnflüssig ist, habe ich es jetzt mit schwarzem Tee versucht (seit heute).

    Ich werde den TA Freitag bitten, auch die Nieren noch einmal zu prüfen. An Obst will der Heini nur Mandarinen, die scheidet er aber auch teilweise unverdaut wieder aus!


    Hat jemand noch Hinweise für mich, wie ich eine normale Verdauung anregen kann? Lacto-Bazillen setze ich dem Handaufzuchtfutter auch zu!

    Holger
     
  5. Ann Castro

    Ann Castro Guest

    Wenn Dein TA das nicht gemacht hat, dann würde ich mir Fragen darüber stellen, wieviel Erfahrung er hat.

    Eine Bleivergiftung ist eine schwerwiegende Sache. Das Tier gehört zur Behandlung in die Hände von erfahrenen Experten.

    Du schreibst nicht genau,w ie das Blei aus dem Tier entfernt wurde. OP? Das im Blut gelöste Blei müsste über Chelat-Bildner auch noch entfernt werden.

    Wir können (und wollen) hier keinen TA ersetzen ich hoffe, dass unsere Anregungen Dich motivieren, für Dich zu überprüfen, ob es für das Tier evtl eine kompetentere Behandlugn gäbe. Auch dies können wir nicht beurteilen aufgrund der wneigen Infos,d ie wir hier erhalten haben. Es kann ja gut sein, dass Dein TA alles gemacht hat, was notwendig ist.

    Nur dann sollte er die Fragen die Du hast umfassend beantwortet haben.

    LG und gute Besserung an den Patienten,

    Ann.
     
  6. HolgerB

    HolgerB Guest

    Hallöle,

    es handelte sich um zwei Kugeln Gardinenblei. Vom 13. - 21.10. war der Vogel stationär beim Tierarzt aufgenommen, das erste Bleistück hatte am 16.10. den Körper auf natürlichem Wege verlassen, das zweite dann am 20.10.04. Der von mir gewählte Tierarzt wird als Papageienspezialist in der Forums-TA-Liste hier geführt und ich habe den Eindruck, dass er kompetent ist.

    Gegen die Vergiftung im Blut wurde der Vogel auch behandelt.

    Bis einschließlich Montag war eine kontinuierliche Verbesserung zu beobachten, seit gestern nachmittag geht es Heini eindeutig schlechter, deswegen war ich heute morgen wieder beim TA. Heini scheidet im Moment ausschließlich Urin und Wasser aus, obwohl er gestern wie immer seit dem er aus der Klinik wieder da ist, ca. 60 ml Handaufzuchtfutter erhalten hat. Der TA hat ihm heute Maalaxan gegeben, ein Mittel zur Darmberuhigung, von dem ich nun bei jeder Mahlzeit immer 1 ml zum Aufzuchtbrei geben soll.

    Morgen soll ich wieder zum TA kommen. Sorry, dass ich Euch damit genervt habe!

    Holger
     
  7. Ann Castro

    Ann Castro Guest

    Hi Holger!

    Ich glaube nicht, dass Du hier irgendwen genervt hast. Es ist nur sehr schwierig, etwas sinnvolles zu sagen, wenn man fast keine Infos hat.

    Ca-EDTA (das ist ein Chelatbildner, der evtl benutzt wurde) ist nierentoxisch. Das kann ein Teil des Problems sein.

    Andererseits, je nachdem wie lange das Blei im Körper war, können bereits Organe schwer geschädigt sein.

    ICh habe zwei solcher Vögel (in diesem Fall mit langjähriger Zinkvergiftung hier sitzen). Wenn die Organe hin sind kann man nicht mehr so viel machen. Es ist sehr frustrierend und man versucht natürlich alles, aber im Endeffekt, wenn man ganz ehrlich zu sich selbst ist, läuft es darauf hinaus den Tieren noch einen schönen Lebensabend zu bereiten.

    Um die NIere zu unterstützen, kann man darauf achten, dass das Tier viel trinkt. Das hilft auch Gifte auszuschwemmen. Meine Tiere nehmen mehr Flüssigkeit auf, wenn diese recht warm ist.

    Aufgrund der funktionsweise der OSmose ist klares warmes wasser am besten. Schwarzen Tee würde ich wg des Koffeins gar nicht geben. Mit diversen Kräutertees wäre ich sehr zurückhaltend, da diese möglicherweise Wirkungen haben könnten mit denen weder der geschwächte Vogel, noch die geschädigten ORgane klarkommen.

    Wg des Hungerkotes, den DU beobachtet hast. Wenn der Vogel den Brei bekommen hat und ihn nicht ausscheidet, bleibt er irgendwo im Körper stecken. Auch dies kann ein Symptom von Organversagen sein. Es kann aber auch bedeuten, dass es eine Obstruktion gibt. Dies kann aber nur Dein TA klären.

    Der vergößerte Drüsenmagen kann i.d.T. ein NEbeneffekt der Bleivergiftung sein.

    Es tut mir leid, dass wir Dir nicht mehr helfen können. Ein Wundermittel gegen Vergiftungen gibt es leider leider nicht.

    LG,

    Ann.
     
  8. #7 Alfred Klein, 5. November 2004
    Alfred Klein

    Alfred Klein Depp vom Dienst ;-)

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    Um zumindest die Nieren zu entlasten und die Polyurie in den Griff zu bekommen hier mal da Rezept für eine Tyrode - Lösung:
    Rezept für die Tyrode Lösung:

    0,1 g Magnesiumchlorid
    0,13 g Calciumchlorid
    0,2 g Kaliumchlorid
    8,0 g Natriumchlorid
    0,05 Natriumdihydrogenphosphat
    1,0 g Natriumhydrogencarbonat
    1,0 g Glucose
    in 1 l abgekochtes oder frisch destilliertes kühles Wasser geben
    Das kann jede gute Apotheke herstellen. Ich selber habe mir immer nur die Salze - Mischung für 20 Liter herstellen lassen und mittels Digitalwaage selber abgewogen.
    Mein Tip soll nur helfen die nierenschädigende Wirkung von CA-EDTA zu begrenzen. Die Tyrode - Lösung ist völlig unschädlich, auch bei gesunden Vögeln.
    Ansonsten kann ich ja nur viel Glück wünschen für den sicherlich wunderschönen Ara.
     
  9. HolgerB

    HolgerB Guest

    Guten Morgen,

    danke für Eure Hinweise. Gestern war ich noch einmal beim TA mit Heini. Die Nieren sind nicht geschädigt, lediglich der Magen. Der TA ist zuversichtlich, dass der Heini wieder gesund wird, es wird halt einige Zeit dauern.

    Habe den TA noch einmal wegen der Tees angesprochen, ich soll Lapacho- und Fencheltee im Wechsel nehmen, beides hätte positiven Einfluß auf die Verdauung.

    Nachdem der Heini nun regelmäßig das Maaloxan in seinen Brei bekommt, ist es mit der Verdauung besser geworden. Er scheidet wieder regelmäßig Kot aus, der hat auch schon wieder ein halbwegs normales Aussehen. Leider sind aber immer noch unverdaute Körner dabei. Lt. TA kann das auch noch mindestens 2 - 3 Monate so bleiben.

    Alles in allem habe ich einen positiven Eindruck, Heini ist in den letzten Tagen aktiver und lebhafter geworden.

    Die von Alfred genannte Mischung werde ich mir in der Apothke machen lassen, schaden tut das sicher nicht. Wunderschön ist der Heini leider nicht. Um den Bauch herum ist er recht gerupft. Lt. TA hängt das mit dem Blei zusammen, der Heini hat gespürt, dass mit seinem Magen etwas nicht stimmt und sich deswegen in Magenhöhe am Bauch und am Rücken die Federn geruft.

    Er ist aber ein ganz lieber ruhiger Vogel - Typ "gutmütiges Schaf". Zum Glück, es ist einfach, ihm das Handaufzuchtfutter und die Medikamente zu geben, er macht da keinerlei Schwierigkeiten!

    Holger
     
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  11. Andrea77

    Andrea77 Stammmitglied

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    Hallo Holger,

    die von Alfred beschriebene Tyrode Lösung hat allerdings den Nachteil, dass sie von vielen Vögeln völlig abgelehnt wird. Sie verweigern dann die Wasseraufnahme solange, bis sie wieder normales Wasser oder Obst angeboten bekommen.
    Dies kann grade bei Vögeln, deren Niere angeschlagen ist (und das ist sie bei Vergiftungen) schnell zu grösseren Problemen bis Nierenversagen führen.

    Daher wollte ich dir nur raten, wenn du die Tyrode Lösung gibst- achte genau, ob Heini genug trinkt, wenn nicht setz sie wieder ab, okay??

    Ich drücke weiterhin ganz fest die Daumen für die Genesung von Heini...

    LG

    Andrea
     
  12. HolgerB

    HolgerB Guest

    Hallo Andrea,

    danke für den Hinweis, ich werde darauf achten.

    Da meine Vögel neben normalem Trinkwasser, welches sie immer haben, oft "Schorle" aus selbstgepressten Säften (Apfel, Apfelsine, Karotte, rote Beete etc.) und auch mal verschiedene Tees bekommen, sind sie an verschiedene "Geschmacksrichtungen" ihres Trinkwassers gut gewöhnt. Mal sehen, ob es also mit der von Alfred genannten Lösung klappt.

    Heini ist z.B. total wild auf Rote-Beete-Schorle. Vielleicht liegt das aber auch an der Farbe, er schätzt alles Eßbare, was rot ist, sehr.

    Holger
     
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