Bordercollies und Pferde

Diskutiere Bordercollies und Pferde im Hunde Forum im Bereich Tierforen; Hallo, ich hab mal eine Frage: Wisst Ihr vielleicht, wie man Bordercollies davon abhalten kann, Pferde zu "hüten"? Bei uns am Stall...

  1. #1 Hafi Frau, 30.06.2007
    Hafi Frau

    Hafi Frau Guest

    Hallo,

    ich hab mal eine Frage:

    Wisst Ihr vielleicht, wie man Bordercollies davon abhalten kann, Pferde zu "hüten"?

    Bei uns am Stall flitzen 2 Bordercollie-Damen herum, die trotz Verbotes ihres Herrchens es einfach nicht lassen können, die Pferde zu "hüten".

    Ist jemand auf der Weide bei den Pferden schleicht die eine oder gar beide auf die Weide und pirscht sich von hinten an die Pferde ran. Oder sie geht sie im Schleichgang von Vorne an und wufft nach ihren Nasen.

    Erwischt hat sie glaub ich noch kein Pferd, aber die Pferde haben sie quer gefressen. Wenn sie kommt läuft sie Gefahr, übergewalzt zu werden. Den einen oder anderen Tritt hat sie auch schon bekommen. Nicht dass sie was draus lernte.

    Was könnte man tun (außer anbinden) um sie davon abzuhalten???
    Wenn man sie rausbeordert geht sie, aber nur, um nach einigen Minuten wieder von einer anderen Richtung angeschlichen zu kommen.

    Danke für Eure Antworten
     
  2. #2 -Speedy-, 02.07.2007
    -Speedy-

    -Speedy- Guest

    Man müsste sie wahrscheinlich umkonditionieren, aber das kannst du nicht machen, das müsste der Besitzer machen u. das geht auch nicht von heute auf morgen. Außerdem liegt es ja in ihrer Natur u. ansich ist es eine schöne Sache für solche Hunde, wenn sie hüten dürfen.
    Kurzgesagt ich kann dir keinen Tip geben, außer anbinden. Tut mir leid!
     
  3. Kismet

    Kismet Guest

    Am besten setzt sich Herrchen mal intensiv mit der Rasse Border auseinander. Die Arbeitslinien haben einen enormen Hütetrieb, den die - wenn nicht von Grund auf "bordergerecht" erzogen - an allem ausleben können, also auch Autos, Kinder, Wasserbewegung auf Pfützen usw.
    (Geistig) Unterforderte BC können auch noch ganz andere Macken entwickeln.

    Vielleicht findet sich aber hier kompetente Hilfe: http://www.border-collie-in-not.de/rescue.htm (siehe dort u.a. bei "typisch Border")
     
  4. #4 Vogelschwarm, 02.07.2007
    Vogelschwarm

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    Hallo,

    also meine Bonita ist 11 wochen alt und interesiert sich werder für schafe noch pferde und anderes .Das zerrede mit dem arbeitsgetue kann ich ehrlich gesagt gar nicht mehr hören.Meine züchterin hält ihre hunde auf einem bauernhof ohne schafe und pferde.nur einmal in der woche fährt sie mit ihren hunden zu ihrem freund .Dieser hat wollschweine oder so welche wutze und dann begleiten die hunde die kutsche .Bonita ,wie geschrieben 12 wochen soll ausgebildet zu einem behindertenbegleithund werden und ich denke ,wenn der hund aufgaben wie sowas banales wie plastikfalschen in den keller bringen hat oder so vieles anders glaube ich das man da wenig probleme hat.
    Ich währe mich gegen diesen wahn des überhundes boderdercollie.Jeder hund benötigt eine gewisse aufmerksamkeit ,oder nicht ?
    wir besitzen auch yorkies,weiss einer von euch,das es eigentlich jagdhunde sind?
    aber unsere jagen nur im haus mäuse,aber alles andere ist tabu,auch ohne erziehung dagegen.
    wir haben uns alle rassen doch so geformt wie wir sie brauchen.
    man kann hunde auch überkontitioniern.
    man muss alles langsam anfangen und dann langsam steigern,aif den punkt,wohin man will
     

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  5. Kismet

    Kismet Guest

    Wie gesagt, es gibt Arbeitslinien, und die sind ganz anders gepolt als die Show-Linien. Mal mit der Rassenentstehung auseinandergesetzt? Da wurden jeweils nur die besten der besten Schafhüter verpaart, egal wie sie aussahen - daher auch die recht große Variationsbreite beim BC. Und die Rasse ist noch nicht so lang in "Privathänden" als das der Hütetrieb selbst in den Show-Linien gänzlich ausgerottet worden ist, da finden sich immer wieder einige Talente drunter, die aber nicht entsprechend gefordert werden...Das hat demnach auch nichts mit "Wahn des Überhundes" zu tun, sondern es ist Fakt, daß sich die meisten Leute einen Border holen ohne zu wissen was vielen dieser Tiere in die Wiege gelegt wurde und wie sie es zu steuern haben.

    Da fand ich mal ein Zitat von einen Hundetrainer sehr passend: "Sich einen BC als Ersthund für die Familie zu holen ist als würde man sich gleich nach der bestandenen Führerscheinprüfung einen Ferrari zulegen" ;)
     
  6. #6 Hafi Frau, 03.07.2007
    Hafi Frau

    Hafi Frau Guest

    Hallo, Kismet,

    Autos, Pfützen, Kinder, Traktor dürfen sie alles hüten. Bloss bei den Pferden ist das hundsdoof.

    Da hast Du Dich endlich angepirscht (manche sind schwer zu fangen, wenn sie wegflitzen kostet das vor der Reitstunde oft viel Zeit), bist dabei das Pferd zu halftern, dann wafft und hoppst es von hinter dem Pferd und wuuuusch... wech is Hoppa. :(
     
  7. Luigi

    Luigi Foren-Guru

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    Ich stelle mich nur kurz vor, bevor ich zu dem Thema etwas schreibe. Ich habe auch einen Bordercollie, und zwar aus einer reinen Arbeitslinie. Sie ist jetzt 8 Monate alt. Ich habe mir ganz bewusst einen Border aus einer Arbeitslinie genommen. Wir arbeiten bereits seit sie 4,5 Monate alt ist an den Schafen, und wenn sie dann alt genug ist werden wir auch Agility machen. Zusätzlich gehen wir 2 - 3 Stunden am Tag spazieren.
    Ich unterstütze es vollkommen, dass ein Bordercollie rassegerechte Beschäftigung braucht. Ich glaube jedoch auch dass man den Hund nicht überforder darf. Als ich meinen Border bekam (ich hab mir seit 9 Jahren diese Rasse gewünscht, und habe mich dadurch auch dementsprechend viel mit dieser auseinander gesetzt) bekam ich von rundum nur zu hören. So einen Hund hast du dir genommen. Die machen ja immer nur Stress, können keine Sekunde ruhig liegen, hüten Menschen oder Autos, sind Ball-junkies,......
    .... ja, das alles kann passieren wenn der Hund zu wenig Beschäftigung hat, aber auch wenn er überfordert wird! Auch ein Border Collie braucht Ruhezeiten, und der Unterschied zu vielen anderen Rassen liegt darin, dass ein Border Collie nicht aufhört wenn er genug hat. Er muss die Ruhezeiten lernen, in dem man von klein auf nach jedem Spiel sagt. "Schluss", und dann wird auch wirklich nicht mehr gespielt, auch wenn der Hund seinen Ball wieder bringt.
    Mein Border kennt diese Auszeiten. Sie würde von sich aus zum Beispiel nie, aber auch wirklich nie aufhören mir wieder und wieder den Ball zu bringen. Wenn ich aber sage "ist genug", dann dreht sie sich um und geht. Da kann ich sogar den Ball vor ihrer Schnauze baumeln lassen, oder in eine Ecke werfen. Der wird nicht mehr angeschaut. Sie weiß "es lohnt sich nicht". Selbst wenn sie ihn bringen würde hätte sie keine Freude damit weil ich es ignoriere.
    Mein Hund kann auch stundenlange nur auf einem Fleck liegen und einfach darauf warten dass ich sage: "gehen wir spazieren" und dann springt sie auf... Das hat sie dadurch gelernt dass ich nie begonnen habe etwas mit ihr zu machen, wenn sie um mich herumgehüpft ist, oder mich angestupst hat. Ich habe immer nur dann ihr Spielzeug geholt/bin immer nur dann mit ihr spazieren gegangen wenn sie davor ruhig herumgelegen ist, oder an irgendeinem Kauknochen oder so gekaut hat, oder was sonst halt so erwünschtes Verhalten ist. Sonst wurde sie so lange ignoriert bis Ruhe war.
    Aber wie gesagt, dass alles kann nur funktionieren, wenn der Hund auch (ohne es einfordern zu müssen) ausreichend artgerechte Beschäftigung bekommt. Denn wenn er es nicht bekommt, dann wird er es durch Autos hüten, Pferde jagen, Wohnung auf den Kopf stellen, etc. einfordern.
    So genug zur Vorstellung ;)
    Nun zum Thema:
    Border Collies hüten ohne Körperkontakt. Das heißt er bringt das zu treibende Tier nur durch Blickkontakt in Bewegung, beißt sie aber nicht. (Sollte zumindest nicht) Die beiden Borders bei dir im Stall, schnappen die wirklich nach den Pferden, oder nur in die Luft? Luftschnappen ist erlaubt ;) Wenn sie wirklich ein Pferd beißen, dann geht das eigentlich schon ins jagen über.
    Ich glaube dass man sich für das kennen lernen von Pferd und Hund Zeit nehmen hätte müssen. Der Hund hätte von anfang an lernen müssen, dass Pferde nicht gehütet werden. Ihm das jetzt wieder abzugewöhnen wird nicht wirklich möglich sein. (zumindest nicht gewaltfrei, und ich arbeite gewaltfrei), aber es gibt Möglichkeiten es in die richtigen Bahnen zu lenken - kommt dann gleich ein bischen später.
    Ich weiß nicht ob die Borders bei dir im Stall andere Tiere hüten (dürfen). Möglicherweise ist es auch eine Ersatzbeschäftigung. Wenn die Pferde Hunde gewöhnt sind, wäre es doch auch möglich dass diese lernen, dass selbst wenn sie von diesem Hund angeklotzt werden keine Gefahr droht. Wenn die Borders jedoch wirklich nach den Pferden schnappen geht das natürlich auch nicht, denn dann droht ja Gefahr fürs Pferd. Ich kenne aber Pferde denen ist es vollkommen egal wenn der Hund unter ihnen durchläuft oder so...
    Wie sieht den das Verbot des Besitzers aus?
    Eine Möglichkeit die ich dabei sehe ist, dem Hund beizubringen dass es sich nicht lohnt alleine zu den Pferden zu gehen. Das ist nicht einfach, weil hüten/jagen eine selbstbelohnende Tätigkeit ist.
    Gut ich versuch es einmal zu erklären wie ich es machen würde. Das ist natürlich sehr zeitaufwendig.
    1.) Der Hund hält sich in der Nähe der Pferde auf, damit er sie auch sieht, darf aber keine Möglichkeit bekommen alleine zu den Pferden zu gehen (jedes mal hingehen ist schon Belohnung für den Hund) - Am Anfang wird man ums anhängen nicht herum kommen...
    2.) Wenn der Hund sich ruhig, aber auch wirklich mucksmäuschen still verhält wird er (wenn er wirklich aufs Wort folgt) von der Leine gelassen und darf ein paar Schritte zu den Pferden gehen (das ist die Belohnung fürs ruhig liegen). Wenn er sich nicht sicher zurückrufen lässt lieber an der Leine mit ihm gehen. Dann muss er wieder zurück auf seinen Platz.
    3.) Wenn er sich nicht ruhig verhält wird er einfach ignoriert - sprich nicht ansprechen, nicht anschauen auch auch NICHT schimpfen, damit würde man ihm Beachtung schenken, was er ja erreichen will, auch wenn diese Beachtung negativ ist. Aber den meißten Hunden ist es lieber als ignoriert zu werden.
    4.) Das wird so lange wiederholt bis der Hund kapiert. "He das ist cool, wenn ich von meinem Platz aus (auserhalb der Koppel, aber in Sichtweite der Pferde) die Pferde anklotze, dann darf ich ein paar Schritte hingehen."
    5) Wenn man seinen Hund so gut kennt, dass man einschätzen kann wie weit er zu den Pferden hingehen kann ohne diese zu beunruhigen würde ich den Hund auch so weit hingehen lassen. Kurz bevor das Pferd irgendwie unruhig werden würde, muss der Hund sofort zurück. - Der Hund lernt, "ok, wenn ich zu nahe zu den Pferden gehe, dann muss ich weg von dort"
    6) Die Dauer wird ausgeweitet. Man lässt den Hund nicht mehr jede halbe Minute (Wenn er leise ist natürlich) kurz zu den Pferden gehen, sondern weitet die Zeitspanne aus, bis er eine halbe Stunde liegt um dann zu den Pferden zu gehen. Dann kann man es ohne Leine probieren.
    Es wird lange dauern, aber mit der Zeit wird der Hund lernen dass es am allerschönsten ist auf seinem Platz zu liegen und die Pferde anzuklotzen (Ist auch hüten, aber gelerntes hüten - so wie es erwünscht ist). Weil dann wenn er das macht darf er am Ende zu den Pferden gehen (jedoch immer nur so weit dass die Pferde nicht beunruhigt werden!)
    Nun das allerwichtigste. Der Hund muss in der Zeit des Trainigs ständig beaufsichtigt sein wenn er in der Nähe der Pferde ist und nicht angehängt ist. Denn wenn er sich wieder anschleicht und die Pferde vertreibt, hat er sich wieder belohnt und gelernt "Ha das ist ja cool, wenn niemand da ist kann ich Pferde hetzen!" Das darf einfach nicht passieren, sonst kann man wieder von vorne anfangen.
    Erst wenn man im Trainig so weit ist dass man sich 100% sicher ist dass der Hund selbstständig unangeleint (wenn ich dabei bin) nicht zu den Pferden geht, kann man einmal für eine Minute so außer sichtweite des Hundes gehen, dass man den Hund selber aber noch sieht, um ihn gegebenenfalls sofort zurück rufen zu können. Auch diese Zeit dehnt man dann so lange aus, bis auch das 100% funktioniert. Erst dann kann man auch mal für kurze Zeit so weg gehen dass man selber den Hund auch nicht mehr sieht, was dann wiederum langsam ausgedehnt wird.

    So, das ist jetzt lange geworden.
    Ich hoffe ich konnte dir weiter helfen!
     
  8. Kismet

    Kismet Guest

    Das ist schon an sich der Fehler schlechthin. Und das zeigt auch, daß es da an entscheidender Stelle an wesentlichen Grundkenntnissen mangelt. Der BC wird nicht zuletzt wegen seines "Mitdenkens" geschätzt, aber auch diese Entscheidungsfreiheit muß klare Grenzen haben. Einen Jagdhund läßt man schließlich auch nicht alles wahllos jagen und töten, ebenso hat ein BC auch nicht alles zu hüten wonach ihm grad der Sinn steht. Ohne rassekundige Führung wird das Problem nicht in den Griff zu bekommen sein.


    Luigi hat ja zudem das alles geschrieben, wo ich zu faul war und deswegen auf die BC-Rescue verwiesen hab, wo das meiste ebenfalls auch zu lesen ist ;)


    Wichtig wäre daß entweder das Hüten umgeleitet oder im Hof völlig unterbunden sowie eine Ausgleichsbeschäftigung gefunden wird, sonst drohen im schlimmsten Fall auf längere Sicht arge Verhaltensstörungen, die bei unterforderten und/oder gefrusteten BC leider gar nicht so selten sind :(
     
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