Chromosomenzahen

Diskutiere Chromosomenzahen im Allgemeines Vogelforum Forum im Bereich Allgemeine Foren; Hallo allerseits, Leider bin ich mir nicht sicher, in welches Forum ich dieses Thema stellen sollte, daher nehme ich das Allgemeine. ich...

  1. #1 Edelpapagei, 27. Oktober 2002
    Edelpapagei

    Edelpapagei Hobbyfotograf

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    Hallo allerseits,

    Leider bin ich mir nicht sicher, in welches Forum ich dieses Thema stellen sollte, daher nehme ich das Allgemeine.

    ich habe dieser Tage ein E-Mail bekommen, welches ich nicht beantworten kann. 8o

    Und zwar möchte eine Biologielehrerin die Chromosomenzahlen verschiedener Sittich-, Papageien- und Kanarienarten wissen.

    Ich bin da absolut überfragt und habe auch auf anhieb in keinem Buch was gefunden. :?

    Hat jemand eine Idee, wie der Frau geholfenwerden kann ??
     
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  3. kessi

    kessi Vogelliebhaberin

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    Eigentlich traurig, dass sie es als biologielehrerin nicht weiß. Ich denke eigentlich nicht, dass die anzahl der chromosomen variiert, es sind alles vögel

    "Im Zellkern repräsentiert das Genom die Gesamtheit der Erbanlagen eines
    Organismus. Diese werden in bestimmten Phasen der Kernteilung in Form von
    Chromosomen sichtbar. Die strukturellen Besonderheiten der Chromosomen
    bei Vögeln erschwerten über rund 40 Jahre die genaue Bestimmung ihrer
    Anzahl."

    "Struktur der Chromosomen
    Die ersten Angaben über die Anzahl der Chromosomen beim Huhn stammen
    aus dem Jahr 1906, als Loyez (rev. Yamashina, 1944) über 6
    Chromosomenpaare in einer Oocyte des Haushuhns berichtete. In den darauf
    folgenden Jahren variierten die Angaben über die Chromosomenanzahl
    zwischen 8 und 18 Chromosomen im diploiden Genom (rev. Brant, 1952). Erst
    die Arbeiten von Hance in den Jahren 1923-1926 (rev. Yamashina, 1944)
    lieferten die Ursache für dieses Spektrum: weder die Hühnerrasse, noch
    Rassenkreuzungen, noch das Untersuchungsmaterial waren für die
    unterschiedlichen Ergebnisse verantwortlich, sondern die Tatsache, daß das
    Genom des Huhnes aus großen, sogenannten Makrochromosomen, und
    kleinen, sogenannten Mikrochromosomen, besteht. Doch Mikrochromosomensind nicht nur für Vogelgenome charakteristisch. Auch bei Reptilien (Beçak et
    al. 1971) und Füchsen (Parkányi et al., 1992) wurden sie nachgewiesen.
    Über die endgültige Festlegung der Chromosomenanzahl von 2n=78 beim
    Huhn gibt es widersprüchliche Angaben. Der Pionier Yamashina wird als der
    Erstbeschreiber der 39 Chromosomenpaare von Cheng (1997) im Jahr 1944
    bzw. von Yadav (1995) im Jahr 1946 angegeben. Vögel haben generell eine
    hohe Anzahl an Chromosomen (bis zu 126 Chromosomen, rev. Fridolfsson,
    1999). Davon können gewöhnlich die größten 5 bis 10 als
    Makrochromosomen im Lichtmikroskop erkannt werden. Eine Ausnahme bildet
    der Eisvogel mit nur einem Makrochromosom (rev. Rodionov, 1996).
    Eine diploide Zelle beim Huhn mit 78 Chromosomen enthält rund 2,5 pg DNA
    (Bloom, 1981, Stevens 1986). Die resultierende Genomgröße von 2,4 x 109 bp
    entspricht damit rund einem Drittel (37%) des menschlichen Genoms mit 23
    Chromosomen (Bloom et al., 1993). Aufgrund der Größe enthalten die
    Chromosomenpaare 1 - 5 rund 55%, die intermediären Chromosomen (Paare
    6 - 10) etwa 20% und die Mikrochromosomenpaare 11 - 39 rund 25% der
    genomischen DNA (Bloom et al., 1993). Aus Untersuchungen von Smith und
    Burt (1998) geht hervor, daß dieses Verhältnis zugunsten der 10 größten
    Chromosomen einschließlich der Geschlechtschromosomen verschoben ist,
    denen nun 82% der genomischen DNA zugeordnet werden. Die
    Längenangaben der einzelnen Chromosomen variieren von 7µm bis zu
    kleinen Punkten (Bloom, 1981) bzw. für die Mikrochromosomen zwischen 1,0
    und 0,2 µm mit 23 – 7 Mb (Bloom et al., 1993). Die Arbeitsgruppe um Pradhan
    (1995) veröffentlichte für die ersten 8 Makrochromosomenpaare mittlere
    Längen von 5,99 - 1,10 µm und beschrieb das Z-Chromosom mit 2,65 µm und
    das W-Chromosom mit 1,35 µm Länge. Damit entsprechen die größten 6
    Chromosomenpaare des Huhnes den 6 kleinsten des Menschen. Die kleinsten
    Mikrochromosomen entsprechen mit 2,5 Mb der Größe von
    Hefechromosomen (Rodionov, 1996)."

    darwin.inf.fu-berlin.de/2001/284/kap2.pdf -

    mehr hab ich nicht gefunden, aber entgegen meiner theorie dass alle vögel gleiche chromosomenanzahl haben - stimmt wohl doch nicht.
     
  4. Snoere

    Snoere Foren-Guru

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    Nanana, das ist eine ziemlich spezielle Frage. Und das weiß nicht einfach so jeder Biologe oder Biologie-Lehrer! Das Gebiet de Biologie ist wahnsinnig umfassend!!!

    Und wie Kessi ja schon bemerkt hat, ist die Frage nicht so einfach zu beantworten.
    Für Kanarienvögel habe ich eine Angabe von 80 Chromosomen (Diploider Chromosomensatz) gefunden, also 2 Heterosomen (=Geschlechtschromosomen) und 78 Autosomen.
    Das Haushuhn hat insgesamt 78 Chromosoem, Amsel, Ente, Graugans und Tauben 80. Der Reiher dagegen hat nur 68, der Haussperling 76 Chromosomen.

    Fakt ist allerdings, dass man sich bei all diesen Zahlen nicht 100%ig sicher ist, da eben die bereits von Kessi erwähnte Aufteilung von Makro- und Mikrochromosomen zu finden ist.

    Daher gibt es meines Wissens für Papageien keine eindeutige Aussage bezüglich der Chromosomenzahl. Das einzige, was ich finden konnte, war die Angabe von 13 Makrosomen und mindestens 18 Mikrosomen, also zusammen mindestens (!) 31 Chromosomen. Für einen diploiden Chromosomensatz bedeutet das eine Anzahl von etwa 62 Chromosomen.
    Die Zahl scheint allerdings im Vergleich zu den oben genannten recht niedrig und ist daher mit Vorsicht zu genießen.

    Da Sittiche auch Papageien sind, gibt es dort wohl kaum Unterschiede.

    Gruß,
    Siggi
     
  5. Ingo

    Ingo Herpetophiler Geierfreund

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    Hi,

    auch innerhalb der Psittaciden muß die Chromosomenzahl nicht unbedingt konstant sein.
    Obwohl Mensch und Schimpanse zB extrem nahe miteinander verwandt sind, hat das diploide Genom im Menschen 46 und im Schimpansen 48 Chromosomen.
    Das mag unerwartet klingen, aber in der Evolution sind Chromosomenbrüche udn Fusionen relativ häufig. So ist das Chromosom 2 beim Menschen zb sehr spät in der Evolution (Gemeinsamer Vorfahr von Mensch und Schimpanse hatte n2=48 )durch Fusion zweier Chromosomen entstanden, wodurch sich das diploide Set von 48 auf 46 reduzierte.
    Ähnliche Ereignisse findet man im gesamten Eukaryontenreich. Also ist aus der Aussage der 13 (+18 ) Chromosomen beim Wellensittich (ich finde übrigens nur Zitate dazu, keine Originalquelle, was mich etwas stutzig macht...) nicht einfach zu verallgemeinern, daß das bei allen Psittaciden so ist.
    Meines Wissens nach hat bisher einfach niemand sich dafür interessiert und nachgezählt. Forschung an Psittacidenchromosomen beschränkt sich meist auf die s e x Chromosomen (WZ..hier sind Männchen homogametisch [ZZ] und Weibchen heterogametisch [ZW], also gerade umgekehrt wie bei Säugern..auch scheint es keine Gendosiseffekte zugeben ) oder geht viel weiter ins Detail und findet auf Genebene statt.

    Also wirklich keine dumme Frage, auf die jeder Biologielehrer eine Antwort parat haben sollte
     
  6. Snoere

    Snoere Foren-Guru

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    Absolut richtig! Sehe ich genauso :)

    ???
    Wellensittich :?

    oha, wird auf Wunsch prompt nachgeliefert :~
    Dier ersten Werte stammen aus: Flindt, Rainer: Biologie in Zahlen: eine Datensammlung in Tabellen. 5. Auflage - Heidelberg; Berlin: Spektrum, Akad. Verl.; 2000

    Die Psittaciden-Hypothese ist sinngemäß nachzulesen bei:
    http://www.birdhobbyist.com/parrotcolour/questions.html

    Wer macht den sowas? :D


    Gruß,
    Siggi
     
  7. Rena1

    Rena1 Guest

    aber hallo,
    ich weiß meine chromo..zahlen nicht so unbedingt...denn je nach laune der natur es veränderungen(bedingt)gibt...

    so sehe ich es ,bei tieren usw...weil in den gen,je nach alter..unverändert,veränderungen gibt....(inzucht bei tieren und usw.)
    liebe grüße rena:D :D :0-
     
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