"Csapos"

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  1. #1 Dieter Tödtemann, 16. April 2002
    Dieter Tödtemann

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    "Csapos"
    Budapester weißschwingige Hochflieger,
    eine Rarität
    Von Manfred Biringer & Dieter Tödtemann

    In Ungarn und auch in Deutschland sind diese Spezies sehr selten anzutreffen. Es ist schwierig noch welche zu bekommen. Daher sind Willem Niepce und Dieter Tödtemann auf der Suche nach diesen Tauben, in Fürstenfeldbruck ca. 30 Km vor München gelandet bei dem Sportsfreund Manfred Biringer der hauptsächlich Arader Hochflieger züchtet. Vater Franz und Sohn Manfred züchten die Arader seit Generationen schon. Sie haben in Arad (Rumänien) mit den Aradern an Wettflügen teil genommen und auch Diplome errungen. Die Arader fliegen auch sehr hoch und es wurden schon Flüge von 6-7 Stunden vermerkt. Da Franz und Manfred öfter nach Rumänien und Ungarn unterwegs sind, hatten Sie aus Budapest und Umgebung , auch Csapos in Blau mitgebracht.

    Geschichte der Stadt Budapest

    Hauptstadt von Ungarn in malerischer Lage an der Donau, die hier das ungarische Mittelgebirge verlässt, Schnittpunkte uralter Handelswege und dadurch Handels und Verkehrszentrum 1. Ranges, kultureller Mittelpunkt des Landes, mit ca. 2,1 Mio. Einwohner ; auf dem rechten Ufer der bergige kleinere Stadtteil Buda (dt. Ofen) mit Burg und staatlichen Gebäuden, durch 6 Brücken mit dem rasch wachsenden modernen Pest, auf dem flachen linken Ufer verbunden. Zahlreiche barocke bis moderne Prachtbauten, besonders auch am Linken Donauufer, zum Beispiel: St. Stephans – Kirche. Mehrere Universitäten gegr.1625 und Hochschulen. Akademie der Künste und Wissenschaften. Museen; Größte Bäderstadt der Welt mit zahlreichen radioaktiven Mineralquellen. Mitte des 14.Jahrhunderts wurde Ofen - Buda zur Hauptstadt Ungarns. Pest blieb Handelsstadt; 1541 – 1686 standen beide Städte unter türk. Herrschaft. Danach war Ofen bis zur Gründung von Budapest Sitz der österreichischen Verwaltung. Vereinigung der ehemaligen selbstständigen Städte 1872. Aus der Zusammenlegung beider Städte, nutzten die Römer die strategische günstige Lage, die eine Militärsiedlung „Aquinum“ anlegten. Der vorwiegende dt. Charakter verlor sich im 19.Jahrhudert.

    Literatur der Tauben:

    Im Handbuch der Taubenrassen (1994) von J. Schütte, werden sie auch Budapester weißschwingige Hochflieger genannt oder "Budapesti csapos keringö". Diese Musterbeschreibung ist aus dem Buch " Ungarischen Hochflugrassen von 1962 ", von Dr. Petöffi übernommen bezw. übersetzt worden.
    Verwandtschaftlich stehen die Csapos vermutlich den Altösterreichischen Weißschlag Hochfliegern nahe, wurden aber in Ungarn zu ihrem heutigen schnittigen Aussehen durchgezüchtet. Sie ähneln sehr den Budapester Hochfliegern

    Laut Aussage von Spfr. Manfred Biringer, sollten die Csapos, knapp mittelgroß sein. Bei farbiger Zeichnung in Schwarz, Blau, Rot oder Gelb sollen die ersten 6 - 7 Schwungfedern an jedem Flügel weiß sein. Es gibt auch überzeichnete Tiere die erstens sehr gut fliegen und zur Zucht von Vorteil sein können, wegen den Schwungfedern. Die Blauen haben dunkle Flügelbinden und eine dunkle Schwanzbinde. Die Roten, Gelben und Schwarzen sind fast gar nicht mehr zu bekommen.

    Der Kopf ist etwas gezogen und schmal, ganz leicht kantig. Der Schädel ist flach, das Genick gut abgerundet, der Schnabel mittellang und wird etwas nach unten geneigt getragen. Letzterer ist schwarzgrau bei den Schwarzen und Blauen, aber hellhornfarbig mit rotlichem Anflug bei Roten und Gelben. Die Ränder der hellen Perlaugen sind schmal, zart und von schiefergrauer Färbung bei Schwarzen und Blauen, aber hell bzw. pergamentfarbig bei Roten und Gelben. Der mittellange Hals verjüngt sich zum Kopf hin und zeigt eine gut ausgeschnittene Kehle. Die breite Brust tritt etwas hervor. Der Rücken ist zwischen den Schultern breit und fällt nach hinten leicht ab.
    Die langen und relativ breiten Flügel liegen fest am Körper an. Die Schwingen werden auf dem Schwanz liegend getragen. Die Beine sind mittellang, die Krallen sollen immer weiß sein. Die Läufe sind bei vielen Csapos unbefiedert, es gab auch Stämme die wenig bestrümpft sind.

    Abstammung:
    Die blaue Csapos die ich über Franz Biringer erhielt, stammen von den bekannten Züchtern in Ungarn, Tolos Tibor aus Dkeszi und Török Istvan aus Òcsa, desweiteren hatte er noch Tiere von Federer und Hartmann, deren Tiere von Dios aus Sombor abgestammen.Weiter zur Blutauffrischung kamen noch Tiere von Szabo Ladislav aus Budapest und Schmitz aus Szeged dazu.
    Dann hat Dusan Vladisavljev, Leverkusen, mehrere Csapos in blau, die er über den Ungar J. Huber aus Enschede (die Niederlande) hat, an mir abgegeben. Von den Tieren sind nur noch 3 übrig geblieben. Das sind alle Tiere von Züchtern die aus Ungarn stammen: einer mit Namensring Elvesztem Irjon, aus Sombor (Jugoslavien) und ein paar Ringe von J. Huber Enschede (die Niederlande). Diese Tiere gleichen den Csapos von Franz Biringer sehr. Also können wir davon ausgehen das es echte Csapos sind und nach Meinungen verschiedenen Züchter die würden neuerdings mit Tipplern eingekreuzt, ist bei diesen Tieren zu verwerfen, da die meisten schon von vor 10 Jahren Stammen und der Flugstil ein Tippler nie und nimmer fliegen kann. Auch im Aussehen sind die Tippler ganz andere Typen. Habe ja auch mit Tipplern in der Deutsche Flugtippler Union mit Erfolg geflogen und weiß wovon ich spreche.

    Jetzt im Spätsommer, habe ich ein Paar Csapos und ein überzähliger Vogel, in weißschwingig schwarz bekommen von Karl Krombach Homburg/Saar mit denen ich auch in schwarz weiterzüchte. Die schwarzen Csapos gleichen meiner Meinung sehr den Altösterreichischen Weißschlag Hochfliegern.


    Die Seltenheit dieser Rasse,
    erweist sich indem es schon Züchter aus Ungarn gab, die bei uns in Deutschland reines genetisches Zuchtmaterial an Csapos zurückkaufen wollen und auch schon in Fürstenfeldbruck geholt haben. Meine Frage: Überlegt mal; ...Warum?
    Der Neuanfang mit Csapos ist gemacht und wir wollen sehen wie sich alles entwickelt. Ich besitze im Moment ein ausgezeichnetes und vor allem ein reines genetisches Zuchtmaterial, dass mir ermöglicht eine erfolgreiche Csaposzucht zu führen, ohne irgendwie gezwungen zu sein, diese Tiere mit irgendwelchen anderen Tieren zu kreuzen, wie es leider mit vielen Hochflugtauben geschieht.

    Ich hoffe, dass die Jungtiere in 2001 das halten, wofür ich sie ansehe. Es sind sehr flinke Tiere, etwa so schreckhaft wie die Wiener Hochflieger, womit ich ja sehr gute Erfahrungen gesammelt habe.

    Zucht:

    In der Zucht sind sie sehr fleißig, eben weil es kleine agile Tauben sind. Meistens sind alle Gelege befruchtet. Ich setze diese Tauben früh, ab um sie in den Flugkasten zu setzen damit sie sich die Gegend früh genug anschauen können. Denn ich habe am Anfang gemerkt, bei den ersten Jungen, dass die Csapos wenn sie das erste Mal fliegen schon sehr hoch steigen, meist zu zweit und alleine. Ich versuche die ersten Flüge schnell zu beenden, in dem ich sie runter locke mit Futter und den unten gebliebenen Jungen, die anfangs etwas hungrig sind beim rauslassen. Sie fliegen auch schnell im Trupp-Stich wie wir sagen. Es ist eben ein echter Hochflieger. Sie streifen auch wie Wiener Hochflieger und bleiben schon oft 1-3 Std. in fast allen Höhen. Solche Hochflieger habe ich noch nicht gehabt, die so schnell steigen und auch oben bleiben.

    Gesundheit, Fütterung und immer frisches Wasser ist Ehrensache. Auch werden alle meine Tiere im Herbst nach der Flugsaison, gegen Paramyxo und Paratyphus geimpft. Auch Kotuntersuchungen werden durchgeführt. Dann höre ich von anderen Züchter, meine Tauben fliegen nicht. Dann frage ich warum? Hast du das oder jenes gemacht, damit die Tiere optimal versorgt sind, meist kommt die Antwort, das brauche ich nicht, das war früher auch nicht. Das ist in der heutigen Zeit eben anders. Ich versuche erst gar nichts dem Zufall zu überlassen bei meinen Tauben. Gesund müssen die Tauben schon sein, das Füttern ist dann Nebensache, die fliegen bei etwas Geduld und Fingerspitzengefühl schon ihre Zeiten und auch Höhen. Das Wetter spielt ja auch noch mit.

    Flugleistung:

    Die Flugrichter staunten nicht schlecht, als ich Ihnen die Csapos vorführte. Habe bis jetzt 3 Flugprotokolle gemacht. Es konnten schon mehr Protokoll sein, wenn ich immer zwei Richter bezweck Anwärter bekommen hätte. Die Csapos machen auch kurze links und rechts Schwenkungen, da steckt noch bestimmt Blut von den Altösterreichischen Tümmler drin. Sportfreund Karl Krombach aus Homburg, der die Csapos in schwarz weißschwingig züchtet, ist seitdem die Tauben bei Ihm alleine fliegen und nicht mit den Wiener Hochflieger zusammen, ganz meiner Meinung. Das mit dem Wort "Sklaven ", die könnten nur mit anderen Tauben zusammen fliegen, ist hiermit wiederlegt.
    Sollte jemand interessiert sein an diesen Tauben, kann er gerne noch ein Richter mitbringen und die Csapos bei mir bewerten und ich habe einen Flug mehr. Ich führe keine Tiere mehr vor ohne zu Richten. Nur wenn ich trainiere sehe ich meine Csapos meist mit einem unguten Gefühl fliegen. Kommen die auch wieder? Gebe im Moment keine Tiere davon ab, ehe ich mir nicht einen Stamm aufgebaut habe. Aber das diese Csapos sehr gut fliegen, kann man nach vorhergehendem Anmelden an meinem Schlag im Flug begutachtet werden.

    Flugergebnisse

    Anscheinend ist seit 1968 niemand mehr offiziell mit den Csapos geflogen. 1968 gab es eine Flugzeit von 3,48 Stunden von einem gewissen Pàtàky Sandor aus Budapest,der flog 18 Stück in schwaz und blau, wobei die Tiere angeblich 2 Stunden in Flimmerhöhe waren. Das sind leider die einzigen Informationen die ich über Csapos aus Büchern erfahren habe.

    [​IMG]

    Einige Csapos,vor dem Flug am 01.08.2001 die dann einen sensationellen Flug im DHC und VDT flogen.

    Aktualisiert:3-Dec-2001 - 10:31:20 Engine Powered By:DieterTödtemann - Willm Niepce DHC Rhl.:

    Mit 5.23 h. 1420 Punkten und einen Hochflug-Index von 4,39
     
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