der Graupapagei Coco meines alten Nachbarn

Diskutiere der Graupapagei Coco meines alten Nachbarn im Forum Graupapageien im Bereich Papageien - kopiert von hier Hallo liebe Wegbegleiter*innen der letzten Jahre, hallo alle, die's interessiert, da bin ich mal wieder – nach einigen Monaten...
Stanley_Stella

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Hallo liebe Wegbegleiter*innen der letzten Jahre,
hallo alle, die's interessiert,

da bin ich mal wieder – nach einigen Monaten ... Natürlich wieder mit einer Sorge: aber nicht wegen meiner beiden netten Stanleys (den geht's ganz gut), sondern wegen dem Graupapagei (Coco) meines alten Nachbarn. Vielleicht hat jemand Zeit, die Story zu lesen und einen Rat dazu?

Mein alleinstehender Nachbar hat eine schwere Lungenkrankheit und wird in Kürze ins Krankenhaus gehen. Er fragte mich heute, ob ich mich um seinen Graupapagei kümmern könnte. Es geht dem Mann wirklich nicht gut und ich habe ihn beruhigt und ihm Hilfe zugesagt. (Wir wohnen seit 13 Jahren Tür an Tür, aber pflegen nur einen freundlichen Grüß-Kontakt. Zwischen Tür und Angel ergeben sich manchmal kleine Gespräche und ich frage dann immer, wie es Coco so geht ...)
Ich war eine Weile bei ihm und habe mir Coco genauer angesehen und mir alles erklären lassen.
Ich kenne mich mit Graupapageien gar nicht aus und möchte mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber helfen möchte ich meinem Nachbarn schon. Der schon recht alte und kranke Mann macht sich auch Gedanken, wo Coco bleiben kann, wenn er mal nicht mehr für ihn sorgen kann. Er fragte mich, ob man ihn ins Tierheim geben könne.
Da ich Mitglied vom Tierschutzverein für Berlin bin, der auch ein großes Tierheim betreibt, habe ich ihm angeboten, da mal nachzufragen. Das mache ich auch noch. Ich könnte auch hier in Vogelforen mal nachfragen, ob sich jemand hier findet, der über kurz oder Lang Coco aufnehmen könnte ... Aber ich gehe davon aus, dass es jetzt erstmal darum geht, dass ich mich kurzfristig um den Vogel kümmere und wir dann weitersehen.
Ich suche jetzt also Euren Rat im Hinblick auf Coco und wie ich mich mit meinen beiden Stanleys, Niko und Stella, am besten verhalten sollte.

Über Coco: Coco lebt seit 30 Jahren bei Nachbar S., nachdem er vorher schon einige Jahre bei einem Bekannten von ihm gelebt hatte. Es ist nicht bekannt, wie alt Coco genau ist und welches Geschlecht er/sie hat. Coco lebt in einem Käfig in einem ziemlich warmen (für mich viel zu warmen) Wohnzimmer und da Herr S. sehr schwerhörig ist, ist Coco oft sehr lautem Radio/Fernsehen oder Musik ausgesetzt, auch einer gleißend hellen Lichtquelle in der ansonsten stark abgedunkelten, eigentlich hellen, nach Süden ausgerichteten Wohnung mit (ungesicherten) Balkon. Herr S. erlaubt Coco ab und zu, den Käfig zu verlassen. Er berührt ihn dabei nie, sondern dirigiert ihn mit einem kleine Stock. Er beschäftigt sich schon recht viel mit Coco, redet und pfeift viel mit Coco, und Coco redet und pfeift zum verwechseln ähnlich zurück – wenn er Lust dazu hat.
Coco ist ein schöner Vogel, aber sein Gefieder ist sehr stumpf und er plustert sich immer wieder sehr auf. Er wirkt aber nicht direkt verhaltensauffällig auf mich. Er badet wohl nie, steckt wohl nur ab und zu seinen Kopf ins Wasser und schüttelt sich dann. Mein Verdacht ist, dass die angebotene Badestelle ungeeignet ist ...
Der Käfig war sehr verdreckt, aber er würde wohl einmal die Woche gereinigt. Manchmal durch eine Pflegekraft, die regelmäßig für den Herrn kommt.
Er hat nur abgenagtes künstliches Spielzeug, nichts natürliches von draußen ...
Der Vogel bekommt immer nur eine Knabberstange von Vitakraft und Sonnenblumenkerne. Ab und zu mal Erdnüsse oder Walnüsse und ab und zu etwas Früchte.
Herr S. würde es schon ausreichend finden, wenn ich Coco Morgens und Abends füttern würde und Abends eine Decke über den Käfig legen würde.
Ich könnte ihn in seiner Wohnung auch raus lassen, aber es würde dann einige Stunden dauern, bis er von selbst wieder hineinginge. Das könnte ich also eher nicht jeden Tag machen ...
Der Käfig steht auf einem Wagen mit Rollen und ich könnte ihn also tagsüber auch in meine Wohnung rüberschieben (ich arbeite viel im Home Offfice). Dort würde ich Coco aber nicht rauslassen, da ich mir das nicht gleich zutraue und ich ausserdem meine Vögel schützen möchte. Bleibt ohnehin die Sorge, ob es da irgendwelche Erkrankungen gibt, die so schon gefährlich werden könnten ...

Ich würde mich sehr für Coco freuen, wenn er bald in glücklichere Lebensumstände kommen könnte! Natürlich wünsche ich auch dem alten Nachbarn, dass er sich wieder berappelt – und trotzdem bereit ist, entsprechende Vorkehrungen für eine künftige Bleibe für Coco in Angriff zu nehmen.
Da ich nicht weiß, wie schnell er jetzt ins Krankenhaus geht und wie plötzlich mein Vogel-Einsatz gefragt ist, schreibe ich gleich jetzt und wäre sehr dankbar für den einen oder anderen guten Rat!
Am liebsten würde ich mich sofort nach einer Zimmervoliere umschauen, damit der Vogel bei mir nicht in diesem Käfig hocken muss ...

Liebe Grüße&Wünsche
Ute
 
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Hallo, nun bin ich also Dank Karin in der Graupapageien-Gemeinde gelandet. Danke!
Ich möchte jetzt nur kurz mitteilen, dass mein Nachbar mir heute bestätigt hat, dass er gerne eine langfristige Lösung für Coco suchen möchte.
Wegen der vielen Unbekannten (Geschlecht, genaues Alter, Gesundheitszustand ..) wird es sicher nicht schnell gehen – muss es jetzt aber auch nicht.
Vielleicht gibt es irgendwo in Berlin&Umgebung jemand, der noch einen Grauen dazunehmen würde ...
Ich gebe gerne – in enger Abstimmung mit Herrn S. – weitere Informationen und helfe gerne bei der Kontaktaufnahme.
Und freue mich derweil – wie oben beschrieben – über jeden Rat.
Viele Grüße, Ute
 
Hallo Ute
Vielleicht kannst du gelegentlich auch ein Bild von ihm zeigen?

Wenn das Alter nicht bekannt ist, trägt er vermutlich keinen Ring und wurde nie angemeldet? Papiere?
 
Hallo Karin,
doch, der Vogel ist beringt und es gibt auch Papiere! Ich werde Herrn S. darum bitten, sie mir zu zeigen, wenn er möchte, dass ich mich weiter einsetze. Hätte ich ja mal gleich dran denken können!
Der Mann ist etwas von der rauheren Sorte. Er hat die Vorstellung, dass jemand kommt, den Vogel super findet und mitnimmt. Offenbar – nach unserem Gespräch heute – möglichst rasch. Er findet, dass es da kein "Zinnober" an vielen Infos und "hin und her" braucht.
Coco sei total gesund und unkompliziert.
Ich hatte ihm gesagt, dass manche Menschen vorher gerne einen Gesundheitscheck hätten und auch gerne das Geschlecht des Vogels kennen würden. Das fand Herr S. alles überflüssig. Es ist offensichtlich, dass er dafür kein Geld ausgeben möchte. Ich fürchte, er erwartet eher, dass er etwas für Coco bekommt. Tja.
Ich finde Coco tatsächlich einen coolen Vogel, dem ich es sehr wünschen würde, endlich in etwas sensiblere Hände zu kommen. Vielleicht findet sich hier ja jemand Gutes, der/die bereit ist, sich auf diese Umstände einzulassen und Mann und Vogel mal zu besuchen.
Ich melde mich wieder, wenn ich mehr weiß – vielleicht dann auch mit Foto :-)
Liebe Grüße
Ute

PS: Ich komme mit der herrischen Art des Nachbarn nicht so gut klar (deswegen auch so wenig Kontakt über die Jahre) und ich muss weiter aufpassen, dass ich Coco's Schicksal nicht zu sehr an mich heranlasse, denn meine Möglichkeiten sind ja begrenzt.
 
Hallo Erich, herzlichen Dank für den Tip! Sobald ich die Papiere von Coco gesehen habe und ich etwas mehr Information habe ...
Ich hoffe auch, dass Herr S. jetzt noch etwas Geduld hat und eine Abgabe in ein Tierheim als (ja leider of sehr lange) Zwischenstation nicht nötig wird.
Schönen Tag! Ute
 
Guten Morgen Ute,

ich denke, dass so mancher Vogel in einem Tierheim besser aufgehoben wäre, als bei Haltern, die aus den verschiedensten und auch gerade aus gesundheitlichen Gründen ihrem Vogel/ihren Vögeln nicht mehr gerecht werden können.
In der heutigen Zeit, sind die Voraussetzungen/Erwartungen an interessierte Halter für eine Vermittlung bzw. Aufnahme über die Tierheime enorm hoch und dies ist auch gut so!
Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Verein Vögel aufnimmt oder vermittelt, ohne Geschlechtsbestimmung und Gesundheitscheck inkl. Virentests.....die nicht gerade geringen Kosten dafür nimmt einem keiner ab.
Aber davon abgesehen, wenn der der Halter für Coco noch Geld haben möchte, also verkaufen statt "nur" abgeben, dann dürfte dies eventuell das nächste Problem sein.

Da der alte Herr, wie beschrieben, eher etwas starrköpfig und mürrisch ist, er den Grauen nun doch relativ zeitnah abgeben möchte, ist hier Fingerspitzengefühl und viel Geduld gefragt, damit die "Stimmung" nicht igendwann kippt und er vielleicht unüberlegt handelt. Das wird er sicher, wenn man Vereine oder ähnliches mit ins Spiel bringt, die gerade der älteren Gerneration sicher etwas befremdlich sind. In erster Linie wären erst mal die Papiere von Vorteil, darin sollten eigentlich schon mal Ringnummer und Geschlecht stehen.

Ich finde es immer bemerkenswert, wenn sich Menschen, wie auch Ute, sich solchen armen Kreaturen annehmen und versuchen das Bestmögliche für ihr weiteres Leben heraus zu holen....nur darf man nicht zuviel erwarten und nicht überfordern. Im Forum gab es genügend solcher Situationen, die nicht immer für die Vögel und für derer, die für sie alle Hebel in Bewegung gesetzt haben, den gewünschten Erfolg brachten.

Ute, da Du Mitglied im Tierschutzverein bist, hast Du doch sicher auch Kontakte zu Vereinsmitgliedern, Vorstand, dem Tierheim u.s.w., vielleicht bezüglich des Grauen einfach mal Kontakt aufnehmen. Wenn Du die Papiere hast oder diese wenigstens einsehen kannst, mit Bildern von Coco eventuell auch hier direkt einen Vermittlungsversuch starten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Gerne, die Leute in dem Projekt Zukunftspapageien, unterstützen übrigens aktiv bei der Suche eines Nachfolgers und dem Drum und Dran. Wenn du dich mit dem aktuellen Besitzer dorthin wendest, könnte ich mir vorstellen, dass es dir die Arbeit dabei deutlich erleichtert.
 
Ihr seid so toll!
Ich danke Euch von Herzen für all die erfahrungsgesättigten Hinweise und Gedanken, die Ihr sicherlich teilweise schon zum x-Mal auf diesem Portal geteilt habt. Für mich ist es so wertvoll, dass ich mir nicht alles stundenlang zusammensuchen muss und ich im Austausch sein kann …

Ja, es stimmt auf jeden Fall: Es braucht Fingerspitzengefühl mit jemanden, der so anders tickt als man selbst und deswegen ja nicht bös ist. Viele einsame Papageien gehören nicht minder einsamen und alten Menschen. Deshalb habe ich auch all die Jahre die Zähne zusammengebissen und nichts gegen die Umstände unternommen, nur immer wieder mal (erfolglos) das Thema "neues Wissen über Papageien und optimale Haltung" aufgebracht … Aber ich habe doch auch Wut im Bauch und musste mir hier wohl mal etwas Luft machen.

Ich kenne niemanden persönlich vom Tierschutzverein/Tierheim, obwohl schon über 10 Jahre dabei. (Ist am anderen Ende der Stadt und ohne Auto nicht leicht zu erreichen.) Aber ich hatte inzwischen ein Telefonat mit dem Tierschutzberater dort. Er sagte, er sähe folgende Optionen:
A: sollte Herr S. mir Coco zur Pflege und Vermittlung geben, sollte ich unbedingt nach den Vogel-Papieren fragen und mir eine schriftliche Bevollmächtigung geben lassen. Ich könnte dann versuchen, den Vogel zu vermitteln und parallel schon mal bei der Tierabgabe im Tierheim anfragen und gegebenenfalls die Übernahmemodalitäten in Erfahrung bringen.
B: sollte Herr. S doch lieber bei Abholung ins Krankenhaus seinen Vogel als unversorgt melden, dann käme dieser kostenpflichtig in Verwahrung und im Notfall letztlich auch ins Tierheim …

Die B-Variante finde ich schon recht rabiat und sie täte mir Leid für Coco.
Aber die A-Variante finde ich auch etwas beunruhigend, da dann ja alles bei mir hängen bleibt. (Vermutlich auch nicht so geringe Kosten?!)
Ich finde Coco wirklich sehr faszinierend und nehme irgendwie sofort eine Verbindung mit ihm auf. (Vielleicht auch, weil ich 5 Jahre in Afrika gelebt habe :)) Klar wäre aber, dass ich ihn auch nur vorübergehend aufnehmen könnte – etwas anderes lassen meine Lebensumstände leider nicht zu. Ich wäre dann bestimmt neben allem, was ich sonst noch am Hals habe, sehr in Beschlag genommen damit, ihn gut unterzubringen … Und vielleicht wird seine Präsenz bei mir sehr anstrengend … (Die Mitarbeiterin der Vogelpraxis meinte zu mir, ich solle meine freifliegenden Stanleys keinesfalls unbeaufsichtigt mit Coco in einem Raum lassen, auch wenn dieser im Käfig säße ...)

Ich habe Herrn S. vorgeschlagen, dass Coco mal mitsamt Käfig einen Tag bei mir sein könnte, damit wir beide mal sehen können, wie das dann klappt … Aber Herr S. neigte jetzt erstmal wieder mehr der Variante B zu – es sei ihm alles zu viel "hin und her" bei mir ...

Immerhin hat er mir jetzt seine Papiere zum Vogel gegeben:
1. Quittung über den Kauf des Papageis aus dem Jahr 2000
2. Vermerk-Schreiben vom Bezirksamt Mitte Berlin (UmNat 513 1442-0110-10) vom 18.01.2011: Anmeldung eines Kongo-Graupapageis. (…) „Dieser Vermerkt gilt im Zusammenhang mit der Rechnung … für den Graupapagei mit offnem Ring, Nr. CO 051414 als Herkunftsnachweis“.
3. Eine Tierarzt-Rechnung von 2012 für Krallenschneiden (die einzige, die er überhaupt habe).

Fazit: Coco ist „erst" seit 2011 bei Herrn S. und wohl 2000 eingeführt worden. Also wird er kaum über 30 Jahre alt sein. Ich weiß nicht ob die Ring-Nummer selbst weiter aufschlussreich ist …

Ich habe vorsorglich schon mal eine Anfrage bei der Tierabgabe vom Tierheim gemacht (geht nur per Mail).
Ich werde morgen nochmal Rücksprache mit Herrn S. halten und sehen, was er nun möchte … (heute ist er schon zu erschöpft.)
Sollte er doch wollen, dass ich mich um Coco kümmere, dann werde ich auf eine Bevollmächtigung bestehen und ihn sehr bitten, mir seinen Wohnungsschlüssel zu geben, damit ich Coco im Notfall zu seiner oder meiner Beruhigung temporär in die ihm Vertraute Wohnung zurückschieben kann (der Käfig ist auf einem Rollwagen).
Dann mache ich Fotos von Coco. Und dann würde ich tatsächlich auch gerne bei Vogelforen einen Vermittlungsversuch starten. Gerne auch bei „Zukunftspapageien“ und ...
Vielleicht kriegt es Herr S. es sogar vorher noch hin, dem Coco schnell und möglichst schmerzlos eine Feder für die Geschlechtsbestimmung zu ziehen …
Mal sehen, wie er morgen 'drauf ist.

Ich melde mich wieder!
Liebe Grüße
Ute
 
Zuletzt bearbeitet:
Hmm..., ehrlich gesagt wäre die Tierheimvariante eine der schlechteren, läuft nebenher mit anderen Tieren des Heimes, keine direkte adäquate Beschäftigung mit ihm, die ihm den Verlust seiner bisherigen Umgebung ersetzt,....
Graupapageien sind sehr intelligente Vögel...
hast du mal versucht Verbindung mit den Leuten von Zukunftspapageien aufzunehmen?
 
Danke, wieder!

Ich habe die Nacht intensiv im Graupapageien-Buch von Lars Lepperhoff (allerdings schon von 2007) gelesen und mir viele Gedanken gemacht. Heute morgen war mir klar: Coco bis auf unbestimmte Zeit aufzunehmen überfordert mich komplett in diverser Hinsicht. Das geht einfach nicht. Nur ein Grund unter vielen anderen: Ich möchte meine sehr alte Mutter weit weg baldmöglichst besuchen, spätestens über Weihnachten und da habe ich immer schon die Herausforderung, einen Vogelsitter für meine Stanleys zu finden ...

Die Kooperation mit Herrn S. funktioniert auch einfach nicht gut. Keine Wertschätzung, im Gegenteil. Als ich ihm von der günstigen Möglichkeit, eine Geschlechtsbestimmung vorzunehmen erzählte, raunzte er mich nur wieder an, ich würde aus "allem eine Wissenschaft machen" und das wäre völlig überflüssig ... Aber ich soll gerne weiter ein neues Heim für Coco suchen! Deshalb war er auch heute einverstanden, dass ich Coco fotografiere. Fotos anbei. (Ich kommentiere sie jetzt mal nicht.)

Weiter ein schönes Heim für Coco zu suchen – dazu bin ich bereit. Ich werde versuchen, Dr. Britsch von FederHilfe kontaktieren (danke für die Idee!) und auch Zukunftspapageien. Und nächste Woche habe ich ein Beratungsgespräch mit Antje Wenger von Papageien im Glück. Und dann bekomme ich sicher auch eine Antwort von der Abgabestelle des Tierheims.

Klar finde ich die Tierheim-Variante auch nicht optimal, aber sie birgt auch Chancen, die Coco jetzt gerade gar nicht hat. Und das Zeitfenster für die Suche ist halt gerade auch völlig unkalkulierbar. Schnell wäre gut!
Heute geht es Herrn S. beispielsweise wieder etwas besser und er scheint, den Gang ins Krankenhaus (das ihm sein Arzt dringendst empfiehlt) wieder aufzuschieben. Aber es kann dann plötzlich auch wieder ganz schnell gehen.
Man kann gerade nur auf Sicht fahren ...

Ich versuche morgen bessere Tageslicht-Fotos von Coco zu machen ... Und vielleicht macht es dann ja doch auch Sinn, eine Suche hier bei Vogelforen zu versuchen? ...

Soweit erstmal wieder ... Schönen Tag !
Ute

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Hallo Ute,

kann mir gut vorstellen, dass sich eine sachliche Kommunikation mit dem alten Herren recht schwierig gestaltet, ist allerdings schon mal etwas, dass er Dir die Erlaubnis gegeben hat, ein paar Bilder von Coco zu machen.

Dass Dich das überfordern würde, Coco bei Dir aufzunehmen, ist ebenfalls völlig nachvollziehbar und benötigt keinerlei Rechtfertigung von Deiner Seite. :)

Du hast ja einige Möglichkeiten bezüglich Aufnahme/Vermittlung/Beratung u.a. die Du nutzen möchtest, ich finde, das ist mehr als man von Dir als "Außenstehende" verlangen bzw. erwarten kann und sollte.
Ich drücke Dir und für Coco feste die Daumen, dass sich eine gute Gelegenheit ergibt und sich für Coco vielleicht doch zeitnah ein schönes neues Zuhause findet....dabei spielt es jetzt erst mal weniger eine Rolle, wo dies sein wird, Hauptsache in eine liebevolle und maßgerechte Haltung.
Sollte sich allerdings gar nichts ergeben, keinerlei Möglichkeiten, der alte Herr einen "Rückzieher" machen, sich stur stellen bezüglich Coco`s Abgabe, dann ist das so und es heißt akzeptieren.......wir können bedauerlicheweise nicht alle retten, dies ist leider so oft die Realität.
 
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Hallo,
und danke für Deine gut-tuenden Worte, Corinna.

Genauso – zu einem „Rückzieher" – ist es jetzt gekommen: Herrn S. ging es ab Sonntag wieder besser und heute hat er mir klar gemacht, dass er alles einstweilen wieder auf sich beruhen lassen möchte. Ich solle auch nicht weitersuchen.
Ich konnte ihn aber zuvor mit einigen Informationen versorgen und ich glaube, ich habe ihm die Dringlichkeit der Lage etwas vermitteln können. Das muss er jetzt wohl erstmal verarbeiten.

Ich habe eine ausführliche Rückmeldung von der Tierabgabe des Tierheims bekommen und hatte auch ein längeres Gespräch mit „Zukunftspapageien“. ("Papageien im Glück" hat auch gleich geantwortet und mir ein Gespräch diese Woche angeboten. „Federnhilfe" habe ich gemailt aber noch keine Rückmeldung.)
Beide Stellen haben mich recht nachdrücklich darauf hingewiesen, dass die Einzelhaltung eines Graupapageis gegen das Tierschutzgesetz verstößt und ich mich an das Veterinäramt wenden könnte, sollte … Ein zeitnaher Besuch und eine Anordnung könnte Bewegung in die Sache bringen. Herr S. bekäme eventuell die Chance, etwas an der Lage zu ändern und sich Hilfe zu suchen, allerdings bestünde auch die Gefahr, dass sie ihm den Vogel gleich abnehmen würden. Für Herrn S. wäre das sicher ein Schlag, für Coco auch – aber letztlich auch nicht schlimmer, als wenn Herr S. ihn im Notfall der Polizei meldet und der Tierfang Coco sicherstellen würde und er über die zuständige Behörde an eine geeignete Stelle übergeben würde. Das wäre dann durchaus auch mit happigen Kosten für Herrn S. verbunden.
Ausserdem sei der Vogel so, ohne Gesundheitscheck nicht zu einem Artgenossen vermittelbar. Verkaufen könne Hr. S. Coco auch nur mit einem EU-Handelsschein. Ansonsten käme nur ein Schenkungsvertrag in Frage … alles andere sei nicht legal.

Ich habe dem Herrn über all diese Infos berichtet und ihn sehr dazu geraten, nun wirklich dranzubleiben und etwas für die Zukunft seines schönen Vogels zu tun. Ich würde ihn auch zum Tierarzt begleiten und weiter für ihn suchen.
Er hat tatsächlich eine Art „Dankeschön“ über die Lippen gebracht, dann aber gesagt, dass er jetzt erstmal gar nichts weiter tun wolle, es ginge ihm ja wieder gut.
Sicher muss sich alles mal bei ihm setzten. Verstehe ich ja auch.

Allerdings habe ich Herrn S. nicht erzählt, dass ich auch beim Veterinäramt angerufen habe und meine Schilderung sehr ernst genommen wurde. Mir wurde auch gesagt, dass wenn ich auch nur kurz die Pflege des Vogels übernehmen würde, dies so gewertet würde, dass ich die Verantwortung übertragen bekommen hätte – mit diversen Konsequenzen ...
Herr S. wird nun also in Kürze von einem Amtstierarzt aufgesucht werden. Ich habe im Telefonat deutlich gemacht, dass der Vogel für den Mann sehr wichtig ist und ich auch bereit bin, ihm bei der Suche zu helfen. Aber die Entscheidung liegt jetzt in anderer Hand.
Es ist kein schönes Gefühl, diese Anzeige beim Veterinäramt gemacht zu haben. Es fühlt sich wie ein Verrat an dem Mann an. Andererseits fühlt es sich auch überhaupt nicht gut an, so viele Jahre von dieser Einzel-Käfighaltung gewußt zu haben und nichts ernsthaft unternommen zu haben. Ich hätte viel energischer sein können. Das fühlt sich auch wie ein Verrat an – an Coco.
Zweimal Verrat wäre nicht nötig gewesen, wenn ich dem Mann gleich gesagt hätte, dass er gegen das Gesetz verstößt und ich ihn anzeigen würde, wenn er das nicht ändern würde.
Jetzt ist es so, wie es ist. Aber ich habe mir vorgenommen, mich künftig in derartigen Situationen klar und entschlossen zu verhalten ...

Liebe Grüße
Ute
 
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Ich habe mich bis jetzt zurückgehalten und tue das besser auch weiter.
Nur soviel: Mach ihm klar, dass es offiziell anerkannt IMMER Tierquälerei ist, wenn schon eins der beiden Kriterien nicht erfüllt ist: Paarhaltung oder ein Käfig , der kleiner als 200 x100 x 200 cm ist.
Beides ist bei Nichteinhaltung ein Beschlagnahmungsgrund und die Beschlagnahmung ist dann auch das beste, was einem so gehaltenen Vogel passieren kann.
 
Liebe Ute,

jetzt, wo es dem alten Herrn gesundheitlich besser geht einen Rückzieher bezüglich der Abgabe von Coco zu machen, ist ja im Grunde schon nachvollziehbar, der Graue ist ja ein Teil seines Lebens und er als Bezugsperson sicher auch für den Vogel…..steht sicher außer Frage.

Aber davon mal ganz abgesehen……

Verrat…welch ein hartes Wort.
Nein, Ute, Du hast keinen Verrat geübt, brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben und Vorwürfe musst Du Dir auch keine machen. Weshalb auch?

Manchmal braucht das eine oder andere einfach seine Zeit, bis es dann eines Tages die Situation zulässt, das zu tun was man tun möchte oder tun muss, was man für das Richtige hält.

Und das hast Du mit vollem Einsatz! Letztendlich blieb nur noch auf Anraten hin, die Meldung der nicht maßgerechten Einzelhaltung von Coco beim zuständigen Veterinäramt…….es war mMn eine richtige Entscheidung!

Selbst wenn Du Dich zukünftig immer wieder für den Grauen einsetzen würdest, solange der Halter sich quer stellt, ist das ein Kampf gegen Windmühlen.

Das Amt ist in Kenntnis gesetzt, es liegt nun an diesem zu handeln und was lt. Tierschutzgesetz getan werden muss.……man sollte auch bedenken, dass Coco noch einige Jährchen leben wird und wenn man sich die Bilder anschaut, bleibt wirklich zu hoffen und zu wünschen, dass er den Rest seines Lebens nicht in diesem „Gefängnis“ und alleine verbringen muss, für mich ist diese "Haltung" reine Tierquälerei!

Zu guter Letzt…..
Die wenigsten armen Kreaturen haben das Glück, dass es Menschen gibt, die nicht wegschauen, sich für sie einsetzen, dabei spielt es weniger eine Rolle zu welchem Zeitpunkt und ob deren Handeln am Ende von Erfolg gekrönt ist oder nicht……dies verdient nur eines…. Respekt!
 
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Danke Ingo.

Danke liebe Corinna … Deine Begleitung in diese Sache ist ein echtes Glück.

Da der Mann sehr schwerhörig ist und die Tür oft nicht hört, habe ich den Mann vom Veterinäramt angeboten, dass die Ärzte sich bei mir melden können und ich dann bei Herrn S. anrufe, da er sein Mobile meistens in Reichweite hat, Anrufe sehen kann und dann meistens rasch zurückruft. Ich würde aber dann so tun, als wenn ich von nichts wüßte …
Keine Ahnung, wann dieser Besuch stattfindet ...

Toll wäre ja, es würde sich doch rasch noch ein/e Interessent/in für den besonderen Graupapagei mit Berliner Schnauze (er brabbelt ziemlich viel Zeug ...) finden. Jemand, aus der Region, der/die sich Zeit nehmen kann, Coco und ihren/seinen grauen Bezugsmenschen kennenzulernen und helfen kann, eine Perspektive zu entwickeln.
Also eine Person, die sich mit Graupapageien auskennt, Coco vielleicht u.U. aufnehmen könnte und die Beiden mal besuchen würde.
Ich halte es für möglich, dass es in Herrn S. arbeitet und er an der Mitwirkung an einer Perspektive letztlich doch interessiert ist. Zumal, wenn die Alternative Beschlagnahmung ist.

Also, wenn sich so jemand hier angesprochen fühlt: Gerne bei mir melden. Ich versuche dann sogleich, einen Kontakt herzustellen.
Ich weiß, dass das ziemlich unwahrscheinlich ist, aber vorstellen kann ich mir solche Wunder trotzdem immer.

Ich finde Coco erstaunlich. Er/Sie wirkt trotz allem wach und stark …
Er/Sie darf ab und zu raus und als ich vor ein paar Tagen gerade dabei war, bewegte er/sie sich sehr selbstsicher … suchend …

Liebe Grüße
Ute
 
Thema: der Graupapagei Coco meines alten Nachbarn

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