Die Ernährung der Sperlingspapageien

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  1. #1 wolfguwe, 26. Oktober 2006
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 23. Juni 2014
    wolfguwe

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    Die Ernährung von Sperlingsppapageien

    Fütterung unserer Sperlingspapageien
    Selbstverständlich führen viele Wege nach Rom. Aus diesem Grund können meine Tips auch niemals vollständig sein oder sind unumstößlich. Ich habe in über 14 Jahren aktiver Zucht von Sperlingspapageien Erfahrungen gesammelt, wie viele andere Züchter auch, und möchte deshalb gerne diese gesammelten Erfahrungen weitergeben.
    Leider werden gerade auch heute noch sehr viele Fehler in der Ernährung durchgeführt, meistens, weil die Halter es zu gut meinen. Wir haben hier im Forum das Thema schon oft als Fragestellung behandelt und es hat sich gezeigt, dass doch oft noch Fehler passieren.

    Ich werde versuchen, dies nicht zu „wissenschaftlich“ zu beschreiben

    Grundfutter:

    Viele Fertigfuttermischungen stehen heute zur Verfügung. Meistens sind sie unter dem Namen „Neophemenfutter“ (Neophema = Grassittiche wie Bourkesittich, Glanzsittich, Schönsittich) oder auch schon unter „Sperlingspapageienfutter“ zu erwerben

    Neophemenfutter:
    Ist im Regelfall eine Körnermischung aus verschiedenen Hirsearten (Silberhirse, Platahirse, Japanhirse), Kanariensaat , Haferkernen, Hanfsaat, Buchweizen, Negersaat, Leinsamen und Kardi.

    Sperlingspapageienfutter:
    Entspricht in vielen Zusammenstellungen dem Neophemenfutter und ist meistens nur ergänzt durch zusätzliche Grassamen, Milo und Negersaat

    Schauen wir uns die einzelnen Körner einer Sperlingspapageienfuttermischung mal etwas genauer an!
    Sperlingspapageienfuttermischung:
    Den Anhang 1.jpg betrachten

    Hirse: Silberhirse, Platahirse, Japanhirse, Kolbenhirse, rote Hirse etc. bestehen im Durchschnitt aus den Hauptinhaltsstoffen Kohlehydrate (knapp 70%), ca. 10 % Eiweiß. Die Wertigkeit des Eiweißes ist vergleichbar mit Gerste oder Reis. Enthalten ist viel Vitamin E;A und verschiedene B-Vitamine sowie Niactin. Der Vitamingehalt entspricht im Durchschnitt allen Getreidearten. Mit ca 4% Ölanteil ist Hirse für Getreide relativ fettreich, zählt aber noch zu den mehlhaltigen Samen
    Plata- und rote Hirse:
    Den Anhang 2.jpg betrachten
    Den Anhang 3.jpg betrachten

    Kanariensaat Ist eine sehr kohlenhydratreiche Grassämerei (50%) und hat mit 12-16% einen hohen Gehalt an Rohprotein und einen geringen Fettgehalt 5-7%.
    Kanariensaat
    Den Anhang 4.jpg betrachten

    Hanf: Der Fettgehalt liegt bei etwa 30 Prozent, wobei ein Großteil ungesättigte Fettsäuren sind. Hanfsamen enthalten 20% Rohprotein, 20 % Kohlenhydrate und sind reich an Calcium und Phosphor.
    Hanf:
    Den Anhang 5.jpg betrachten

    Kardi: Sie ähneln vom Aussehen Sonnenblumenkernen, sind mit ihren ca. 30% Fettgehalt aber etwas energieärmer. Kardi enthält knapp 20% Rohprotein, viel Eisen sowie viel Calcium.
    Kardi:
    Den Anhang 6.jpg betrachten

    Leinsaat: Gehört mit zu den Ölsämereien. Sie enthält die Vitamine B1, B2, E, Nicotinsäure, Kieselsäure, Eisen, viele ungesättigte Fettsäuren und schwefelhaltige Aminosäuren; jedoch auch viel Fett (35%) und Blausäureglykoside, deswegen darf Leinsamen nur in geringen Maßen verfüttert werden. Sie sollte maximal 2% der Körnermischung ausmachen
    Leinsaat:
    Den Anhang 7.jpg betrachten

    Grassamen:
    Diese Samen macht ihr Proteingehalt (6 %), der geringe Fettgehalt (nur 2 %) und ihr hohen Kohlehydratanteil zu einem geeigneten Futterbestandteil.
    Grassaaten:
    Den Anhang 8.jpg betrachten


    Negersaat: Sie gehört zu den ölhaltigen Saaten, denn ihr Fettgehalt liegt bei 40% und der Proteingehalt beträgt etwa 18%. Mehr als zwei Prozent der Futtermischung sollte Negersaat nicht ausmachen.
    Negersaat:
    Den Anhang 9.jpg betrachten

    Milo: Sie gehören zur Familie der Süßgräser. Die Samen sind mit 70% sehr kohlenhydratreich und enthalten 10% Eiweiß. Die ca. 5 % Fett sind jedoch wenig hochwertig.
    Milo:
    Den Anhang 10.jpg betrachten

    Buchweizen: Die Körnchen sind reich an B-Vitaminen, Vitamin E, Kalium, Magnesium, Kalzium, Eisen und Phosphor.
    Buchweizen:
    Den Anhang 11.jpg betrachten

    Die Saaten lassen sich einteilen in mehlhaltig: Hirse, Kanariensaat, Buchweizen, Milo, Grassamen und in ölhaltige Saaten wie Hanf, Kardi, Leinsamen, Negersaat
    Was überhaupt nicht in diesen Mischungen auftaucht, sind die Sonnenblumenkerne und dies aus gutem Grunde. Die Samen der Sonnenblume bilden eine reiche Quelle für Eiweiße (ca. 24%) und Fett (bis 40%), das auch viele nützliche mehrfachungesättigte Fettsäuren enthält. Durch ihren hohen Fettgehalt führt dies in regelmäßigen Gaben zum Verfetten der Tiere, zumal die Sonnenblumenkerne bevorzugt aufgenommen werden und der Rest der Körner aussortiert wird. Die Verfettung erfolgt langsam und nach Monaten oder auch nach Jahren wird es erst bemerkt (Im Endstadium zeigt es sich durch abmagern (Leberschaden), stumpfes Gefieder, scheckiges Gefieder, Mauserprobleme und auch durch das Ableben). Der benötigte Fettanteil ist durch die anderen Saaten gänzlich abgedeckt.
    Aus diesem Grunde eignen sich die Futtermischungen mit Sonnenblumenkernen, wie sie für Großsittiche, Nymphensittiche etc. angeboten werden überhaupt nicht als Grundfutter, bitte Finger weg!
    Ich verzichte bewusst auf eine Mengenangabe zu den Einzelsaaten, denn wie ich schon anmerkte, viele Wege führen nach Rom und fertige Mischungen kommen im Regelfall erheblich preiswerter. Es lohnt sich somit meistens nicht, sich was selber zu mischen. Zu empfehlen sind in jedem Fall „fertige Sperlingspapageienfuttermischungen“ oder aber die „Neophemenfuttermischungen“. Diese kann man unter Umständen auch noch mit Wellensittichfutter mischen.
    Als Leckerbissen, aber auch nicht als Dauergabe, kann und sollte man die Kolbenhirse noch erwähnen. Als Leckerbissen ist es zweitrangig, ob man die gelbe Kolbenhirse oder aber die rote Kolbenhirse verfüttert, wobei letztere erheblich lieber genommen wird.
    Kolbenhirse:
    Den Anhang 12.jpg betrachten

    Mineralquellen:
    Sepia-Schale (das ist das Teil vom Tintenfisch), Kalkstein, Sand, Gritstein, Grit,
    Die Sepia-Schale ist ein wenig umstritten und sollte in jedem Fall ausreichend gewässert sein (hoher Salzgehalt).
    Kalkstein (ggfs. auch angereichert mit Jod) sollte immer angeboten werden, zusätzlich zur Schnabelpflege und auch Krallenabnutzung ein Gritstein, wobei auch hier immer Mineralien mit aufgenommen werden.
    Zusätzlich sollte Grit in einem kleinen Schälchen gereicht werden. Sand sollte ebenfalls immer erreichbar sein, sei es als Bodenbelag oder aber als Magensteinchen in Schälchen.

    Obst, Gemüse, Grünfutter:
    Nicht alles wird sofort gerne aufgenommen. Meist benötigt man sehr viel Geduld, bis die Vögel das angebotene Futter auch akzeptieren. Zur Vitaminversorgung ist es aber notwendig. Immer wieder anbieten und irgendwann werden Sie es zu schätzen wissen. Zum Angewöhnen eigent sich sehr gut feuchtes Möhrenkraut oder Vogelmiere in einer flachen Badeschale, dadurch werden die Vögel zum Baden animiert und wenn man dann noch was „naschen kann“, werden sie sich meist nicht lange zieren.
    Alle in Frage kommenden Obst-/Gemüse- und Grünfuttersorten aufzuzählen, sprengt ein wenig den Rahmen. Immer sehr kreativ sein und die Natur bietet auch zu jeder Jahreszeit genügend Auswahl.
    Beispiel:
    Den Anhang 13.jpg betrachten

    Als Tip: Aus dem natürlichen Verbreitungsgebiet der Sperlingspapageien gibt es in heute fast überall die Kapstachelbeere (Physalis) zu kaufen (meist um einen Euro für das Schälchen). Diese Beere kommt aus den Anden zwischen Chile und Venuzela, der Heimat der Sperlinge. Diese Beeren werden meist sehr sehr gerne gefressen und sind mal ein besonderer Leckerbissen.
    Physalis:
    Den Anhang 14.jpg betrachten


    Quellfutter und Keimfutter:
    Quellfutter ist wie der Name es sagt, gequelltes Körnerfutter, eingeweichtes Futter in Wassere. Es ist die Vorstufe für das Keimfutter. Dazu wird das Futter mehrere Stunden in Wasser gelegt und nach spätestens 8 Stunden gründlich gespült und dann verfüttert.
    Keimfutter fängt nach wenigen Tagen zu keimen an, wenn es mit Wasser in Berührung kam.
    Unbehandelte Körner enthalten bereits alle Nährstoffe für den späteren Keimvorgang, die allerdings noch gebunden sind und nicht vollständig vom Vogel aufgeschlossen werden können. Genau deshalb wird der Prozess der Keimung durch uns angestossen. Es finden finden dann bestimmte Umwandlungsprozesse in den Saaten statt, so dass die Inhaltsstoffe später teilweise aufgespalten werden und auch neue Nährstoffe gebildet werden. Dies paasiert zum Teil auch schon beim beim Quellvorgang.
    Für die Keimung gibt es verschiedene Möglichkeiten. Es gibt fertige Keimautomaten, Keimschalen und viele machen es mit unterschiedlichen Sieben aus dem Haushalt. Was bei all diesen Methoden jedoch wichtig ist, es muss der passende Samen sein und es muss äußerst sauber zugehen, denn Verpilzungen passieren leider bei der Herstellung relativ schnell.
    Damit das Thema nicht zu langatmig wird, kann ich gerne in den nächsten Tagen mit Bildern dieses Thema fortführen!

    Zusätzliche Vitaminpräparate sind bei einer ausgewogenen Ernährung absolut unnötig. Lediglich in der Zeit der körperlichen Belastungen (Zucht, Mauser oder auch Umzug, Ausstellungen) können Vitaminen aus dem Handel den Vögeln helfen. Als Dauergabe sind diese Mittel bei Sperlingspapageien überflüssig.

    Quellfutter, Keimfutter und sowie Ergänzungen

    Klären wir erstmal die Begrifflichkeiten, damit es nicht zu Verwirrungen kommt

    Quellfutter: Wie der Name es verrät, handelt es sich hierbei um gequollenes, eingeweichtes Saatgut, Dauer der Quellzeit max. 8-12 Stunden

    Keimfutter: Zur Keimung gebrachtes Saatgut, Dauer der Entwicklung der Keime ca. 36 bis 48 Stunden, somit ist das Quellfutter die Vorstufe für das Keimfutter(ist natürlich auch Temperaturabhängig, ideal sind ca. 20°)

    Ergänzungen: Hier werde ich kurz Ei-Futter/Aufzucht-Futter etc. ansprechen

    Ja, warum behandele ich hier das Thema? Die Antwort gebe ich mir selber, vielleicht deshalb, weil es sehr viele Ängste und Vorbehalte gegenüber diesen Futtermitteln gibt. Die Fragestellungen zeigen dies sehr oft.

    Zur Keimung eignen sich alle Saaten, welche z.B. auch im Futter enthalten sind, Der Fachhandel hält aber auch Keimfuttermischungen bereit, welche den Vorteil haben, dass die Saaten der Mischung mehr oder minder zeitgleich keimen. Saaten haben ja unterschiedliche Keimdauern. Ansonsten kann man sich auch im Lebensmittelhandel entsprechende Saaten besorgen, denn diese dienen ja auch uns Menschen als Nahrungsergänzung. Wichtig ist lediglich, dass es sich beim Keimgut um keimfähiges Saatgut handelt, dies frei von Verschmutzungen ist und nicht gebeizt ist. Nicht geeignet sind Samen von Nachtschattengewächsen und der Gartenbohne, weil diese Saaten das giftige Solanin enthalten. Einfach mal einen Test mit dem Sperlingsfutter machen, wenn zu ca. 80% Keimlinge entstehen, hat man schon das richtige Saatgut zu Hause.

    Um einen Keimvorgang einzuleiten, benötigt man keimfähiges Saatgut, Feuchtigkeit, Sauerstoff sowie Licht (ich übergehe jetzt bewusst die Feinheiten wie Hell- und Dunkel-Keimer etc.). Durch das Beginnen der Keimung werden nicht nur äußerlich die Körner verändert, wichtiger ist, dass sich der Inhalt des Kornes ändert. Unter Einfluss der Feuchtigkeit, der Temperatur sowie des Lichtes und den Hormonen im Korn wird der Vorgang gesteuert.

    Bei fast allen Saaten tritt im Verlauf der Keimung eine Verbesserung des Nährwertes ein. Der Vitamingehalt wird anwachsen, gerade Vitamin C sowie der B-Vitamin Komplex steigen beachtlich, ebenso steigt der Proteingehalt. Andere wertmindernde Bestandteile gegenüber dem trockenen Saatgut sinken dafür. Da es keine wissenschaftliche Analyse werden soll, werde ich es hier abkürzen.

    Das normale Saatgut befindet sich im trockenen Zustand in der Samenruhe und durch Änderungen im Umfeld wird diese Samenruhe beendet, das bedeutet, dass durch die Zuführung von Wasser, Licht, Sauerstoff sowie Wärme die Entwicklung beginnt. Die im Samen enthaltenen Fette und Kohlenhydrate (Stärke) geben dem Keimling die Energie zum Wachsen, komplexe Kohlenhydrate werden dabei zu einfachen Zuckern abgebaut.

    Gerade in der „dunklen“ Jahreszeit, wo weniger Futterpflanzen zur Verfügung stehen, ist das Quell- und Keimfutter ein ideales Ergänzungsfutter. Es ist reich an Vitaminen, enthält viele Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Phosphor, Magnesium, Zink und Eisen und sorgt zusätzlich für gesunde Abwechslung in der Ernährung.

    Quellfutter: Hierbei wird das Saatgut ca. 8 bis 12 Stunden gewässert. Durch diesen Vorgang kann das Wasser durch die Schale zum eigentlichen Korn vordringen und dieses nimmt dann Feuchtigkeit auf, es quillt auf. Das Quellfutter ist wesentlich leichter zu verdauen, hat ein erheblich größeres Volumen und wird von fast allen Sperlingen gern genommen. Der eigentliche Keimvorgang hat noch nicht bzw. beginnt gerade.

    Herstellen kann man es am einfachsten mit einem normalen Küchensieb, welches man in ein Glas mit Wasser hängt, nach 8-12 Stunden gründlich spülen und sofort verfüttern. Die Temperatur sollte um die 20° betragen. Außer einem Volumenzuwachs wird man noch nicht viel erkennen können.

    Bild links vor dem Quellvorgang und Bild rechts nach dem Quellen
    Den Anhang bild1.jpg betrachten Den Anhang bild2.jpg betrachten

    Keimfutter: Einige wichtige Hinweise zur Herstellung müssen leider sein .Keimfutterbenötigt ja ein wenig länger in der Entwicklung, ca. 36 bis 48 Stunden. Die Gefahr, dass dabei das Saatgut verpilzt oder säuert ist sehr hoch und deshalb immer äußerst sauber arbeiten bei der Zubereitung. Alle benutzten Geräte immer sehr heiß spülen, auch gerne mit Essig. Dass man „übelriechende Keime“ oder verpilzte Keime nicht verfüttern darf, ist selbstverständlich.

    Im Lebensmittelhandel werden auch häufig Keimlinge in Gläsern angeboten, diese bitte auch nicht verfüttern, denn sie sind durch Konservierungsstoffe verändert worden.

    Die Herstellung ist denkbar einfach und auch hier gibt es viele Wege, welche zum Ziel führen.
    Herstellung mit der Siebmethode: Man gibt die entsprechenden Körner in ein Sieb und spült diese unter fließendem Wasser sehr gut durch. Danach hängt man das Sieb in eine Schüssel, ein Glas etc, welches mit Wasser gefüllt ist. Die Körner müssen dabei vollständig mit Wasser bedeckt sein. Dort verbleibt das Keimgut für 8-12 Stunden. Zwischendurch immer mal mit Kaltwasser das Saatgut durchspülen.
    Danach wird das Keimgut im Sieb in ein zweites Gefäß gehangen und abgedeckt, jetzt aber ohne Wasser. Die Abdeckung darf nicht luftdicht sein, denn für die Keimung ist Sauerstoff notwendig. Die Keimdauer beträgt dann ca. 24 bis 36 Stunden. Zwischendurch immer mal wieder durchspülen. Die Keimlinge sollten nicht länger als ca. 1 cm werden, weil danach der Nährstoffgehalt abnimmt und sich Bitterstoffe ausbilden. Vor dem Verfüttern ebenfalls gründlich durchspülen und das Futter soll in wenigen Stunden verbraucht sein (Ca. 3-4 Stunden)

    Bild links nach 12 Stunden, Bild mitte nach 24 Stunden Bild rechts nach 48 Stunden
    Den Anhang bild3.jpg betrachten Den Anhang bild4.jpg betrachten Den Anhang bild5.jpg betrachten

    Herstellung im Keimautomat: Bei einem Keimautomaten handelt es sich um unterschiedliche Kunststoffschalen, welche übereinander gestapelt werden können. Unten ist eine Auffangschale für Wasser und oben ist die Schale für das Wassereingießen. In den durchsichtigen Schalen kommt das Keimgut, jeden Tag eine neue Schale befüllen und so hat man an jedem Tag frischen Keimgut. Der Spülvorgang ist genauso wie bei der Siebmethode notwendig. Anbei mal ein Keimautomat, gefüllt mit Mungobohnen. Grundsätzlich niemals zuviel Keimgut ansetzen, wenn das Saatgut zu dicht liegt, säuert es sehr schnell. Vor dem Neubefüllen der Schalen diese immer gründlich ausspülen (auch hier gerne mal mit Essig). Das oben eingefüllte Wassert durchläuft alle Schalen und sammelt sich dann in der untersten Schale.

    Bild rechts Keimautomat und Bild rechts die Keimschalen

    Den Anhang bild6.jpg betrachten Den Anhang bild7.jpg betrachten

    Natürlicher Keimvorgang in Erde: Selbstverständlich kann man auch das Saatgut in flachen Schalen aussäen und die gesamte Schale mit dem Keimgut dann den Vögel reichen. Bewährt haben sich hierbei Tonschalen, welche innen glasiert sind, sie lassen sich nach Gebrauch dadurch leichter sauber halten und durch die Glasur geht weniger Feuchtigkeit verloren. Man befüllt diese mit ein wenig Erde, legt die Körner auf die Erde und deckt diese dann mit Erde ab, ein wenig feucht halten und nach 2-3 Tagen in den Käfig stellen. Als Erde kann man saubere Walderde nehmen oder aber die Erde, welche man manchmal im Fachhandel findet (Vogelerde, Ferkelerde).

    Ungeeignet ist Blumentopferde, welche gedüngt ist. Diese Methode hat den Vorteil, dass die Sperlinge beim wühlen, wenn sie es erstmal begriffen haben, gleichzeitig eine Menge an Mineralien der Erde mit aufnehmen. Manchmal liest man, dass die Erde auch im Backofen oder der Mikrowelle „entkeimt“ werden soll, ich habe dies noch nie gemacht und auch bisher niemals negative Erfahrungen gesammelt, denn Hitze in der Mikrowelle oder im Backofen tötet ja auch wichtige Mikroorganismen in der Erde ab.

    Bild nach nur 12 Stunden

    Den Anhang bild8.jpg betrachten

    Ergänzungen:
    Wenn ich die Sperlinge mit den bereits aufgeführten Futtermitteln füttere, kann ich getrost auf Zusätze verzichten. Sämtliche Vitamintropfen, egal von welchem Hersteller, sind absolut unnötig, wenn die Vögel ausreichend Körnerfutter, Grünfutter, Obst und Quell- oder Keimfutter aufnehmen. Auch bei uns Menschen wettern seit Jahren alle Mediziner gegen die Flut von Vitaminpillen aus den Kaufhäusern, nur leider will es keiner hören.

    Ergänzungen der umfangreichen Ernährung sind nur dann notwendig, wenn ein Tier geschwächt ist, nach oder während einer Erkrankung, wenn die Vögel besonderen Situationen und Strapazen ausgesetzt sind (z.B. Brut, Aufzucht, Ausstellung etc).

    Auch zur Mauserzeit ist eine Ergänzung nicht notwendig, denn alle benötigten Stoffe stehen dem Vogel zur Verfügung.

    Oft sieht man, dass zusätzlich Ei-Futter, Aufzucht-Futter, angeboten wird und auch dies sollte unterbleiben, es sei denn, der Vogel hat dies nötig (Brut, Aufzucht, Ausstellung). Wenn man eine Kleinstpackung erwerben kann, kann man 1-2 mal pro Monat etwas über das Körnerfutter streuen, aber nicht häufiger. Diese Futtermittel bestehen aus den unterschiedlichsten Inhaltsstoffen wie Ei-Biskuit, Insekten etc und sind sehr eiweißreich, damit bitte wirklich äußerst sparsam umgehen. Ich gebe hier bewusst keinen Hersteller an.

    Inhaltlich sind dort neben dem Ei-Biskuit z.b. Garnelen, Gammarus, Enteros, Blütenpollen, Weizenkeime, Honig und noch einiges mehr enthalten. Aber Achtung, es gibt gerade auf diesem Sektor sehr unterschiedliche Qualitäten, teilweise ist es lediglich gemahlenes Brot mit wenigen Zusätzen, bitte unbedingt auf die Inhaltsstoffe auf der Verpackung achten, denn nicht immer bürgt der Name für Qualität. Das Futter kann dann als Stärkung 1-2 mal pro Monat z.B. über das Futter gestreut werden, oder aber auch angereichert mit geriebener Möhre, Möhrengries oder auch nur Wasser im Feuchtzustand als Leckerbissen gereicht werden. So oder zumindest so ähnlich sollte ein Ei- bzw. Aufzuchtfutter aussehen

    Bild (wobei der tierische Anteil natürlich auch geringer ausfallen darf)
    Den Anhang bild9.jpg betrachten

    Fütterungsempfehlung: Körnerfutter immer, Obst und Grünfutter mehrmals wöchentlich, aber immer abwechselnd. Quell- oder Keimfutterca. 2 bis 3 mal wöchentlich an den Tagen, wo es kein Obst oder Grünfutter gibt.

    Die oft angesprochene Brutlust, durch Gabe von Keimfutter etc. kann man vernachlässigen, denn es liegt niemals nur am Futter. Dazu sind weiter stimulierende Faktoren notwendig, wie Licht, Lichtdauer, Temperatur sowie Höhlen, Nistgelegenheiten. Allerdings sollte eine brutlustige Henne nicht zusätzlich durch Keimfutter „angeheizt“ werden.

    Zwischenzeitlich kann man auch jederzeit mal eine „etwas“ dürftigere Zeit einlegen, das heißt, ohne Grünfutter, Obst und Keimfutter. Diese „Fastenzeit“ kann auch mal über einen Zeitraum von mehreren Wochen anhalten und schadet garantiert nicht. Immer, wenn man merkt, dass die Vögel zu sehr „angeheizt werden“, bitte Grünfutter, Obst und Keimfutter weglassen.

    Andere Vögel wie z.B. Kanarien reagieren erheblich stärker auf diese Futtermittel und sollten dies in den Herbst- und Wintermonaten nicht erhalten, weil sich sonst der Bruttrieb zu früh zeigt.

    Bei Der Herstellung kann man auch mal kreative Ideen haben und z.B. Kolbenhirse im Wasserglas einweichen und dann mehrere Tage mehrmals täglich abspülen. Zuerst hat man Quellfutter, dann Keimfutter und wenn man noch länger wartet, die Photosynthese begonnen hat, das heißt, die Pflanze hat sich entwickelt und wächst, hat man Grünfutter, quasi eine Rasenstange zum Verfüttern!

    Bild links nach 48 Stunden und Bild rechts nach 72 Stunden

    Den Anhang bild10.jpg betrachten Den Anhang bild11.jpg betrachten

    Alle Empfehlungen sind von vielen weiteren Züchtern über Jahre praktiziert worden und haben sich bewährt, man muss das Rad nicht täglich neu erfinden.
    Sicherlich ist es ein Unterschied, ob ich Sperlinge zur Zucht halte, oder aber zur, ich nenne es mal Freude, zur Gesellschaft, aber ich glaube, ein jeder kann sich einiges aus diesen Tipps raus lesen, denn bekanntlich führen viele Wege zum Ziel und ich erhebe nicht den Anspruch, dass es der alleinige Weg zum Ziel ist.
    Bitte auf dieses Thema nicht antworten, weil Hans es so und so löscht, es wird an der ersten Teil mit angehangen. Falls es Bemerkungen gibt, bitte eine eigenes Thema eröffnen, so ersparen wir unserem Moderator das Löschen!
     
    Panax und Lucy82 gefällt das.
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Thema: Die Ernährung der Sperlingspapageien
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