die Geschichte unseres Schecken, sie war etwas ganz Besonderes.

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Schecke

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Hallo liebe Vogelfreunde,

ich möchte euch die Geschichte unserers Schecken erzählen. Sie war nicht irgendeine Taube – sie war etwas ganz Besonderes.


Der Schecke – Eine Geschichte über ein besonderes Krafttier

Es war einmal eine Taube, die anders war als alle anderen. Sie kam eines Tages zu uns und blieb. Sein Name war Schecke. Von diesem Tag an gehörte er zu unserem Leben – nicht als gewöhnlicher Vogel, sondern als treuer Begleiter, der mit seinem eigenen Kopf, seiner Klugheit und seinem sensiblen Wesen jeden Tag ein Stück heller machte.

Morgens, wenn die ersten Sonnenstrahlen durchs Fenster fielen, reichte ein Husten, und der Schecke war da. Er wusste genau, was es bedeutete: Zeit für Futter und kleine Aufmerksamkeiten. Mal zeigte er ein schelmisches Verhalten, drehte sich weg, wenn er beleidigt war. Mal tanzte er, flog kleine Kunststücke und wartete auf Applaus. Immer mit seinem eigenen Rhythmus, immer mit seinem eigenen Wesen.

Schecke wohnte bei uns – auf dem Rolltor zum Hof. Er war nie weit weg, immer in Reichweite, immer präsent. Er beobachtete, schützte, lebte in unserer Nähe. Seine Flugwege führten ihn nie weiter als zweihundert bis dreihundert Meter von uns weg. Und auch mit anderen Tauben teilte er sein Futter, war freundlich, aber unabhängig.

Im Jahr 2018 kam ein neuer Gefährte dazu: der Kapitän. Auch er war ein Besucher, ein Freund, doch Schecke blieb der stille, beständige Begleiter, der unser Leben in kleinen, wertvollen Momenten bereicherte.

Der Kapitän in Gefahr

Vor etwa zwei Jahren geschah das erste wirklich ernste Ereignis. Der Kapitän hatte sich irgendwo in menschlichem Abfall einen dünnen Plastikfaden eingefangen. Er lag eng um sein rechtes Bein, besonders eine Zehe war stark betroffen. Hilfe war dringend nötig – doch so zutraulich er auch war, fangen ließ er sich nicht.

Durch sein Humpeln fiel er deutlich auf. Offenbar auch für einen Falken, der von weit oben herabstieß. Plötzlich ein lauter Knall: Mit voller Wucht stürzte der Falke zusammen mit dem Kapitän auf unsere Terrasse. Der Kapitän steckte kopfüber, völlig bewegungsunfähig, zwischen zwei Paletten fest.

Dann landete der Falke direkt vor der Balkontür – genau auf den Paletten, wo der Käpten noch eingeklemmt war. Ich klopfte heftig gegen die Glasscheibe. Der Falke wandte langsam den Kopf, fixierte mich mit starrem Blick. Erst nach einem weiteren kräftigen Schlag gegen die Scheibe flog er davon.

Nun konnte ich den Kapitän vorsichtig befreien. Sein Herz klopfte heftig, doch mit leisen Worten beruhigte ich ihn. Mein Sohn prüfte sofort, ob er verletzt war, fand aber keine Wunden. Er entfernte die Plastikfäden und beruhigte den Kapitän zusätzlich.

Nach einigen Minuten ließen wir ihn frei. Er flog sofort davon – und kam schon am nächsten Tag wieder.

Schüsse in der Dunkelheit

Eigentlich war es ein ruhiger Abend. Gegen 20 Uhr jedoch öffnete sich das Rolltor zum Hof – ungewöhnlich um diese Zeit. Dort stehen drei Garagen, nur eine ist vermietet. Diese blieb geschlossen. Ich ging nach unten und hörte Stimmen, dazu einen dumpfen Schuss.

Als ich das Rolltor öffnete, standen der Garagenmieter – der sich schon öfter über den Schecken beschwert hatte – und ein Fremder dort. Beide wirkten nervös. Auf meine Frage, was sie dort machten, sagten sie, sie wollten „die Taube einfangen“. Ich entgegnete, dass ich Schüsse gehört hätte. Einer grinste und meinte: „Ja, aber wir haben sie nicht erwischt.“

Da wurde ich ernst und stellte klar, dass ich die Polizei einschalten würde, falls sie meinem Schecken etwas angetan hätten. Der Schecke war nicht mehr auf dem Rolltor. Ich ging nach oben auf die Terrasse – dort saß er, verletzt: zwei kleine Löcher in der Brust, eine Wunde am Flügel.

Ich versuchte, ihn einzufangen, doch er flatterte auf die Dachrinne. Mit einer Leiter kam ich ihm näher, aber er wich immer wieder aus. Die ganze Nacht blieb er dort oben, still und geschwächt in der Kälte. Ich sah regelmäßig nach ihm, konnte aber nichts weiter tun.

Am nächsten Morgen war er immer noch da. Schwach, aber lebendig. Ich war erleichtert und verständigte sofort die Polizei und erstattete Anzeige.

Am selben Tag kam der Kapitän. Diesmal bemerkte er sofort, dass mit dem Schecken etwas nicht stimmte. Drei Tage lang blieb er in der Nähe, wich nicht von seiner Seite und kümmerte sich um ihn. Sogar eine Nacht verbrachte der Kapitän beim Schecken, als würde er ihn bewachen und beschützen.

Der Kampf um Leben und Tod

Ein gewöhnlicher Mittag – bis unsere Terrasse zum Schlachtfeld wurde. Ein Falke stürzte herab, lautlos und blitzschnell, die Krallen auf mein Tier gerichtet. Mein Schecke, sonst friedlich und vertraut, wurde zum Kämpfer. Flügel schlugen, Federn wirbelten, die Körper krachten auf den Steinboden. Zwischen Stühlen, Blumentöpfen und Tischen tobte der Kampf über die ganze Terrasse.

„Er will den Schecken holen!“ Der Schrei meiner Frau durchschnitt die Mittagsstille. Der Falke hatte ihn schon gepackt und versuchte mit kräftigen Schlägen abzuheben. Doch das Pavillongestell mit Lichterkette blockierte seinen Aufstieg. Genau dieser Moment genügte: Mit letzter Kraft riss sich der Schecke los, taumelte und prallte hart gegen die Fensterscheibe.

Ich sprang vor, packte ihn im Fallen. Sein Herz raste, sein Körper bebte – doch er lebte. Für einen Moment schwebte der Falke, starrte uns kalt an, dann verschwand er.

Diesmal hatte der Schecke schwere Verletzungen: Ein tiefes, mindestens 3 cm großes Loch unter dem rechten Flügel. Wir hatten große Angst um ihn, versorgten die Wunde mit Manuka-Honig und verbanden ihn. Dann setzten wir ihn in einen Bananenkarton in ein leeres Zimmer, mit Wasser und Futter.

Bereits nach vier Tagen erholte er sich sichtbar. Eine Woche später flog er wieder – zuerst im Zimmer, dann ins Freie. Er hatte sich vollständig von seinen Verletzungen erholt.

Seit dreizehn Jahren ist der Schecke bei uns. Doch seit vorgestern ist er verschwunden. Er sitzt nicht mehr auf seinem Rolltor. In dreizehn Jahren war er noch nie woanders. Immer war er hier, selbst damals, als auf ihn geschossen wurde. Nun spüren wir, dass er nicht mehr da ist. Wir hoffen, er hat sich verliebt und ist mit seiner Gefährtin davongeflogen.

Du warst kein gewöhnlicher Vogel. Du warst ein Begleiter. Deine Eigenheiten und deine Nähe bleiben in unserem Herzen. Wir sind dankbar für jede Erinnerung an dich. Der Schecke bleibt unser Krafttier.

Andrea, Detlef, Jerome und Marlon
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Seit dreizehn Jahren ist der Schecke bei uns. Doch seit vorgestern ist er verschwunden. Er sitzt nicht mehr auf seinem Rolltor.
verständlich, dass ihr ihn vermisst,
vielleicht ist aber auch seine Lebenszeit abgelaufen,
nehme an, es handelt sich um eine Stadttaube?
(habe deinen Beitrag vom "Allgemeinen" verschoben).
 
Ja, sehr. Es könnte tatsächlich sein, dass seine Lebenszeit vorbei ist. Wahrscheinlich handelt es sich um eine Stadttaube01.jpeg
 

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Vielen Dank! Ob sie zurückkommt, weiß ich nicht, aber ich würde mich echt sehr freuen. :0-
 
Es ist eine Rassetaube (Mix). Mehr dazu können vielleicht die Taubenspezialisten sagen. Wahrscheinlich war sie auch deshalb so anhänglich. Wie lange war sie denn bei euch?
 
Zuletzt bearbeitet:
Woher sieht man ob das weibchen oder männchen sind, zu mir kommen auch jetzt täglich und alle paar stunden mindestens zwei Tauben zum Fressen. Die haben grau-blaues Gefieder, am Hals einen seltsamen grün-bläulichen und die andere violetten Schimmer glänzt fast wie Schuppen, die Augen sind orange-rötlich.
 
Hallo Uhhu,
Tatsächlich kann man die Geschlechter eher schlecht auseinanderkennen.
Am ehesten noch am Balzgehabe des Täubers bzw wie die Täubin darauf reagiert.
Gruß Michael
 
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