Die Geschichte von Moritz, der Weißstirnamazone

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  1. #1 Jon October, 20. Juli 2004
    Jon October

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    Hallo @all,

    die nachstehende, lange Geschichte (Beginn 1999 - heute!) ist ein Beispiel dafür, das gut gemeint nicht immer gut ist!!!!

    Im September 1999, als wir noch in Baden-Württemberg lebten, übernahmen wir ein von der 3. Woche an handaufgezogenes Geschwisterpaar Weißstirnamazonen, die 1998 in der Nymphea Esslingen/Neckar geschlüpft waren.
    Die beiden, von ihren Zieheltern Max und Moritz genannt, lebten sich schnell ein, waren lebhaft, verspielt, zutraulich und flogen wie die Weltmeister. Eine Bevorzugung einer bestimmten Person war anfänglich nicht zu erkennen, meine Freundin und auch ich wurden gleichermassen als Spielgefährte und Kletterbaum in Anspruch genommen. Das Weibchen Max lernte zudem im Nullkommanix verschiedene Pfiffe und Melodien. Moritz quäckte die Pfiffe nur, dafür sagte er nach kurzer Zeit "Na?" und machte "Hmm".
    Max kraulte ihren Moritz stundenlang, er selbst war kein Krauler. Nach spätestens 2 Minuten wurde er grob, damit sie ihn beschwichtigend verwöhnte.
    Es war wunderbar, ein zutrauliches Paar in inniger Verbundenheit.

    Leider änderte sich die Situation im Februar 2000 dramatisch! Moritz entflammte in Liebe!!! Zu mir!!!!! Und seine Schwester Max? Die war im Weg!!!! Dabei war Max ihrem Moritz sehr zugetan. Mich konnte sie nicht mehr leiden und meine Freundin war ein netter Kletterbaum, mehr nicht.
    Solange ich weg war, spielten die Beiden miteinander, kraulten sich und waren friedlich. Sobald Moritz mein Auto hörte, attackierte er seine Schwester zunehmend aggressiver. Anfangs half es noch, die Tiere rauszulassen, im Freiflug ging es zunächst noch recht friedlich zu. Moritz wich nicht von meiner Seite und Max rief laut nach ihm. Sie war untröstlich. Leider begann Moritz ca. Mitte/Ende März damit, Max auch im Freiflug anzugreifen. Dabei biss er ihr so viele Schwungfedern ab, dass sie flugunfähig wurde. Um seine Mobilität etwas einzuschränken, beschnitt ich jede zweite Schwungfeder, das hatte zum Glück die gewünschte Wirkung. Sie hatte mehr Ruhe vor ihm und ihm schien es nix auszumachen. Ende März 2000 eskalierte die Situation, er griff sie im Käfig so heftig an, dass sie sich in Panik auf den Rücken warf und gewaltig schrie.
    Daraufhin wurden sie in getrennten Käfigen untergebracht. Max hatte dort zwar ihre Ruhe, aber sie war frustriert und der Frust machte sie zum Schreier. Sie schrie stunden-, tage-, wochen-, monatelang und begann zusätzlich, ihr Brustgefieder zu benagen.
    Im November 2000 haben wir dann im Schwarzwald eine nette Dame, die eine Papageienhilfe organisiert, kennengelernt. Dort lebte u.a. ein flugunfähiger Weßstirnamazonenhahn, mit dem wir Max verkuppeln wollten. Im Dezember 2000, das Brustgefieder von Max erinnerte an Frottee, verliess sie uns. Telefonische Nachfragen ergaben, dass sie mit dortigen Hahn harmoniert und nicht mehr schreit. Im März 2001 besuchten wir Max noch einmal und erlebten einen zufriedenen Papageien, der uns völlig ignorierte :) .

    Moritz war unzufrieden, so ganz alleine behagte es ihm auch nicht. Zum Glück fanden wir Mitte Januar 2001 durch eine Kleinanzeige eine weibliche Weißstirnamazone. Beim Abholen staunten wir nicht schlecht, den Vogel in einem Kanarienkäfig auf dazugehörenden Plastiksitzstängchen 0l vorzufinden. Das Tierchen war dort seit 3 Monaten drin, wurde ausschliesslich mit gerösteten Sonnenblumenkernen, Pistazien und Walnüssen aus der Hand gefüttert und war dementsprechend aalfett. Daheim spazierte sie aus dem Käfig, kletterte gleich zu Moritz und wollte ihn wohl kraulen, aber er hielt sie entrüstet auf Distanz. Maja, wie wir sie nannten, war sehr gutmütig und gelassen und liess sich von seinen Attacken nicht aus der Ruhe bringen. Zu uns suchte sie keinerlei Kontakt, sie hatte keine Angst vor uns, aber sie liess sich auch nicht anfassen und nahm keine Leckerchen aus der Hand.
    Ich versuchte, so wenig Kontakt wie möglich zu Moritz zu halten, trotzdem mussten wir sie leider wieder in getrennten Käfigen unterbringen, da Moritz nicht gewillt war, ihre Nähe zu dulden. Bei den gemeinsamen Freiflügen ignorierte er sie meistens, kam sie ihm zu nahe, griff er sie an.
    Da offensichtlich war, dass Maja Kontakt zu Artgenossen suchte, gaben wir sie im Mai 2001 zur Nymphea nach Esslingen. Dort wurde sie erfolgreich verpaart.

    Wir übernahmen Ende Mai 2001 dann eine ca. 40 - 60-jährige weibliche Blaustirnamazone namens Leo. Ein Wildfang, der seit 1965 in Deutschland ist, bis 1977 an einem Ständer gekettet 0l und dann bis Mai 2001 in einem Rundkäfig auf Hartholzstangen sass, ohne jemals Freiflug zu bekommen 0l . Neben wunden Fußsohlen hatte sie ausgeprägte Sterotypen, schrie stundenlang stumpfsinnig und monoton und war, obwohl nicht beschnitten, flugunfähig. Sie schloss sich sehr schnell und sehr eng meiner Freundin an und war Moritz und auch mir gegenüber sehr aggressiv.

    Von Mitte 2001 bis Ende Januar 2002 war ich beruflich in NRW tätig und führte eine Wochenendbeziehung mit meiner Freundin und Moritz. Der kam damit schlecht zurecht und fing an, in seinem Gefieder "herumzuspielen"! Diese Macke hat er auch nach dem erneuten Zusammenziehen in NRW nicht mehr abgelegt, leider.

    Für Leo war ich ein Fremder, ein Rivale!!!! Sie war eifersüchtig auf mich, Moritz und sogar das - scheinbar lebende - Bügeleisen in den Händen meiner Freundin. Zusätzlich hatte sie sich eine Infektion der oberen Atemwege und eine Nierenentzündung eingefangen, ersteres wg. dem schreien, das 2. Problem vermutlich altersbedingt. Die Nieren wurden durch Medikamente wieder ganz gut hergestellt, der Atemwegsinfekt wurde chronisch und machte bedauerlicherweise ihre Erlösung im Juni 2004 notwendig.

    Da traf es sich gut, dass ich einen Interessenten im Münsterland ausfindig gemacht hatte, der Moritz gerne mit seinem Weißstirnamazonenweibchen verpaaren wollte. Diesmal fernab von mir. Leider klappte es nicht!!!

    Nicht nur, dass ich mit einem gehandicapten Neugenia-Edelpapageien nach Hause kam, nach 10 Tagen kam der Anruf, das es nicht passt. Moritz attackierte die Artgenossin, liess sie nicht an Futter und sie wäre total verängstigt.

    Seitdem sitzt er wieder bei uns 0l und wir wissen nicht weiter.

    Was würdet Ihr machen???? Bin für Tips dankbar.

    Gruss

    Jon
     
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  3. nic74

    nic74 Guest

    Weißstirnamazonen

    Hallöchen,

    wir halten auch ein Geschwisterpaar Weißstirnamazonen. Gott sei hat sich soetwas bei uns noch nicht eingestellt. Eine wichtige Voraussetzung habt ihr bereits geschildert....genügend Ausweichmöglichkeiten, sprich kein gemeinsamer Käfig.

    Wie wär denn die Idee, den Hahn nicht zu verpaaren, sondern ein Paar dazu zu erwerben? So hätte er Artgenoosen (für die er sich ja leider nicht interessiert) also gleichartige Gesellschaft im Freiflug und könnte trotzdem den Kontakt zur menschlichen Kontaktperson pflegen. Und das Paar könnte sich zu zweit besser gegen ihn durchsetzen. Eine Verpaarung kann wenn wohl nur auf lange Sicht, mit viel Geduld und in einem kleinen Schwarm (Selbstaussuchen ist meist besser) gelingen.

    Gruß Nic
     
  4. #3 Jon October, 9. August 2004
    Jon October

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    Hallo Nic,

    vielen Dank für Deine Anregung. Ich werde aber wohl noch einmal den Versuch unternehmen, Moritz an eine einzelne Henne zu gewöhnen. Für ein zusätzliches Paar fehlt mir, neben dem Platz auch das o.k. meiner besseren Hälfte.

    Mal sehen, was dabei herauskommt.

    Gruss

    Jon
     
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