die Qual der Wahl....

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  1. Yvonne

    Yvonne Guest

    Eeeeeeendlich sagt hier einer die Wahrheit,
    Danke
     
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  3. #22 Rüdiger, 18. Juli 2003
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 18. Juli 2003
    Rüdiger

    Rüdiger Guest

    Moin moin!

    Amazone oder Graupapagei:
    Es ist eine Grundsatzdiskussion, ob überhaupt eine Papageienart für die Wohnzimmerhaltung "geeignet" ist.
    Ich glaube jedoch auch nach den Erfahrungsberichten von Amazonenhaltern, das Graupapageien doch problemerloser in das Familienleben zu integrieren sind. D.h. nicht, dass es nicht auch mit Graupapageien Probleme gibt / geben kann, doch zumindest die Aggression während der Brutstimmung (und Brutstimmung trifft auf, gleichgültig, ob der Halter eine Zucht beacbsichtigt oder nicht, ja, oft gleichgültig, ob ein Vogel einzeln gehalten wird oder nicht: bei einem menschenfixierten Vogel wird dann eben ein menschlicher Ersatzpartner genommen) ist im Regelfall weniger ausgeprägt.

    Einzelhaltung bzw. erst Anschaffung eines Einzeltieres:
    Der Gedanke, sich erst als Anfänger ein Einzeltier anzuschaffen, auch, damit es leichter "zähmbar" ist, erscheint im ersten Augenblick ja plausibel.
    Aber hinterfragt kan genauer, warum man als Anfänger sich eigentlich kein Paar holen sollte, ändert sich das Bild meiner Meinung nach.
    Wenn man merkt, das man mit den Vogel doch nicht klar kommt, muß / will man auch den Einzelvogel abgeben.
    Gut, in diesem Fall wäre der finanzielle Verlust geringer. Andererseits wäre ein Orts- und Besitzerwechsel für einen Einzelvogel gravierender als wenn ein Vogel mit seinem vertrauten Partner "umziehen" muß.
    Ist ein Einzelvogel leichter zu halten? Im Gegenteil: er braucht erheblich Zuwendung und Aufmerksamkeit.
    Ist er leichter zähmbar? Ja, in den Mehrzahl der Fälle ist er das sicher, denn als sozial lebendes Tier braucht er Kontakt und sind keine Artgenossen da, wird er notgedrungen eher den Kontakt zum Menschen suchen - eventuell bis hin zu einer Fixierung auf den Menschen.
    Bei paarweise gehaltenen Vögeln braucht es in aller Regel mehr Geduld und Zeit für eine intensive Beschäftigung.
    Natürlich hängt es auch von ihrer Herkunft ab: ob (Teil-)Handaufzucht, ob Naturbrut mit intensivem Menschenkontakt (Wohnzimmerbruten?) oder Naturbrut mit geringem Menschenkontakt .

    Handaufzucht
    Die bereits an den Menschen gewöhnten Handaufzuchten wären im ersten Augenblick für einen Anfänger natürlich ideal: der Vogel ist schon zahm und läßt sich leichter handhaben (wichtig bei Erkrankungen etc.). Neben gewissen grundsätzlichen Erwägungen, die Doris bereits angerissen hat, sind aber bei Handaufzuchten noch zwei Punkte sehr wesentlich:
    1. Laut Rosemary Low (Papageien sind einfach anders) entstehen die meisten Verhaltensprobleme in der Wohnungshaltung mit Handaufzuchten, insbesondere Probleme mit plötzlich auftretender Aggressivität. Vereinfacht gesagt fehlt den Tieren der Respekt vor den Menschen, sie halten keine "natürliche Distanz". Wo eine Naturbrut eher ausweicht, beißt eine Handaufzucht zu (ist natürlich sehr überspitzt, dennoch glaube ich dies auch in vielen Beiträgen in den Foren bestätigt zu sehen).
    Zweitens braucht eine Handaufzucht lebenslang und oft auch bei erfolgreicher Verpaarung erheblich mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung als ein Naturbruten, die sich "selbst genügen". Das ist ein Argument, das besonders Anfängern in der Papageienhaltung nur schwer eingeht, können sie sich doch kaum vorstellen, das ihnen einmal die Beschäftigung mit den Vögeln zuviel wird - aber wir reden hier von Zeiträumen, die 20, 30, 40 oder mehr Jahre umfassen können.
    Wer schon einmal erlebt hat, wie es ist, wenn ein Vogel, sowie man das Zimmer betritt, auf einen zufliegt, einen nicht mehr von der Seite weicht, stets bei einem sitzt und die Knöpfe vom Hemd beißt, das Buch, das man gerade liest, zerhäckseln will, aus dem Glas, aus dem gerade trinken möchte, ebenfalls trinken will oder auf dem Abendbrotteller spazieren geht und man dann es nur noch entweder ertragen muß oder mit schlechten Gewissen den Vogel wieder in den Käfig sperrt, wie der Vogel einen stets huinterheruft, wenn man das Zimmer verläßt, der weiß, was ich meine: Papageien sind keine Hunde, die nach ihren Streicheleinheiten wieder in ihren Korb gehen oder bei denen man "Platz" sagt und sie bleiben sitzen.
    Natürlich könnte man dies vielleicht durch entsprechende "Erziehungsmaßnahmen" (Clicker-Training?) erreichen, dies erscheint mir aber als zu tiefgreifender Eingriff in das natürliche Verhalten und die Psyche eines Papageien.

    Selbstverständlich verringert sich dieses Problem bei der Haltung von zwei Vögeln etwas - also auch ein Argument für die paarweise Haltung.

    Bei Handaufzuchten ist es um so wichtiger, von Beginn an zwei Tiere zu haben, damit eine Fixierung auf den Menschen sich gar nicht erst so stark ausprägen kann, das er sich nicht oder nur unter großen finanziellen und zeitlichen Aufwand und großen Stress für Papagei und Halter an einen anderen Vogel gewöhnt (und was passiert mit dem potentiellen Partnervogel, wenn es nicht klappt?).
    Paarweise Haltung gewährt dem Menschen eine größere Freiheit:
    ich erinnere mich noch gut an meinen auf mich fixierten Nymphensittich, der, als ich ihn in Urlaubspflege in eine kleine Tierhandlung gab, fast verhungert wäre, weil er zuerst die Nahrungaufnahme verweigerte. Glücklicherweise begann er wieder zu fressen, als er zu andereren Nymphen kam. Aber was wäre, wenn nicht? Nie wieder in den Urlaub fahren? Und wenn man ins Krankenhaus muß?
    Ich erinnere mich auch noch sehr gut daran, das wir unsere Tagesauflüge nur mit äußert schelchten Gewissen gemacht hatten, als unsere Grauer Alf noch alleine war. Nun haben wir dieses schlechte Gewissen nicht mehr, hat Alf doch Gesellschaft, Zuwendung, Abwechslung durch die anderen Grauen und vermag nun auch mal ohne uns auszukommen.

    Das alles ist kein Plädoyer gegen die Haltung von Papageien, auch nicht gegen die Haltung von Papageien im Wohnzimmer, auch wenn hier eine annähern artgerechte Haltung am schwierigsten zub bewerkstelligen ist und nicht ohne dass der Mensch zugunsten des Papageien Einschränkungen hinnehmen muß: räumliche Einschrankungen, da eine Voliere für ein oder zwei Papageien mindestens 2m lang, 2m hoch und 1m breit sein sollte und er dennoch täglichen Freiflug braucht.
    Hygienische Einschränkungen, da es immer Schmutz gegen wird.
    Ästehtische Einschränkungen, weil das Zimmer nicht nach Gesichtspunkten der Ästhetik und Gemütlichkeit eingerichtet werden kann, sondern nach Vogelsicherheit in zweifacher Hinsicht: erstens muß alles, was der Vogel nicht kaputt machen darf, sicher verwahrt werden ; zweitens muß alles, was dem Vogel gefährlich werden kann, vor ihm gesichert werden.

    Aus eigner Erfahrung weiß ich, dass man zu Anfang noch gar keine Vorstellung hat, was alles auf ihnen zukommt. Wenn man aber bereit ist, sich damit abzufinden, dannn schenken die Tiere einem jeden Tag viel Freude und Spaß.

    Welcher Papagei soll es sein?
    Ich schrieb bereitr eingangs, das ich tendenziell Graupapageien als eher für die Wohnungshaltung geeignet halte als Amazonen.
    Bei der Auswahl der "richtigen Art" sind zwei Kriterien maßgebend: einmal die äußerlichen Bedingungen, die man einem Vogel bieten kann. D.h. vor allem, der zur Verfügung stehende Platz. Hat man keinen Platz für eine 2m x 2m x 1m große Voliere bzw. bei einem kleineren Käfig keine Möglichkeit, dem Vogel sechs bis acht Stunden, möglichst noch mehr, Freiflug zu gewähren, dann sollte man von größeren Arten wie Amazonen, Graue, Kakadus (die im übrigen noch schwieriger zu halten sind) oder gar großen Aras (aber um langschwänzige Arten ging es ja eh nicht) absehen und sich eher auf etwas Kleinere langflügelpapageien oder bsp. Pionus-Arten konzentrieren. Bei noch weniger Platz kommen dann nur noch Agaporniden oder Sperlinsgpapageien in Frage.
    Zun Platzbedarf der einzelnen Arten gibt das Gutachten über
    Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien die Richtung vor (bspw. zu finden unter http://www.papageien.org/ - haltung und Zucht - Allgemeines).

    Dann ist die Lautstärke zu beachten und wie schallisoliert oder hellhörig ein Haus ist, in dem eventuell auch andere Mietparteien wohnen. Auch hier gilt meiner Meinung nach, das Amazonen noch erheblich lauter sein können als Graue und die Langflügel- und Pionusarten meist ein wenig leiser sind. Aber bereits die schrillen Aga-Rufe können für hellhörige Mietshäuser im Einzelfall zu laut sein.

    Das zweite Kriterium ist natüarlich, was der Mensch eigentliche möchte, denn nur dann hat er wirklichen Zugang zu den Papageien und ist auch ereit, entsprechende Einschränkungen in seinem Lebensumfeld hinzunehmen.
    Es hilft wenig, jemanden Agas zu empfehlen, wenn er sich in Graupapageien verguckt hat. Man kann dann nur raten, genau zu prüfen, ob die äußeren Bedingungen die Haltung von Grauen ermöglicht.
    Hier kann ich nur empfehlen, Tier- und Vogelparks zu besuchen und sich Zeit zu nehmen, die Arten, die in die nähere Auswahl kommen, genau zu beobachten. Und Züchter und Halter zu besuchen, um die Papageien "live" zu erleben.
    Und sich nicht von der verständlichen Begeisterung der Züchter und Halter von ihrer Papageienart hinreissen zu lassen, sondern genau zu prüfen: ja, das sind sie, mit denen kann ich zwanzig, dreißig, sechzig Jahre zusammenleben.
    Letztlich kann kein Mensch einem anderen diese Entscheidung abnehmen.
     
  4. #23 Alexandra W, 18. Juli 2003
    Alexandra W

    Alexandra W Guest

    Soooooooooo...

    Danke an Euch ALLE !!!

    Werde mich jetzt mal ins Langflügelforum verziehen, vielleicht erfahre ich da Näheres.

    Liebe Grüße

    Alex :0-
     
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die Qual der Wahl....

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