Erstes Nutzgeflügel in Deutschland infiziert?

Diskutiere Erstes Nutzgeflügel in Deutschland infiziert? im Vogelgrippe / Geflügelpest Forum im Bereich Allgemeine Foren; Na, der Bezug musste ja kommen :k

  1. Moni

    Moni Foren-Guru

    Dabei seit:
    9. Januar 2000
    Beiträge:
    14.686
    Zustimmungen:
    2
    Ort:
    D-35216 Biedenkopf
    Na, der Bezug musste ja kommen :k
     
  2. Anzeige

    Schau dir mal diese Ratgeber an. Dort wirst du bestimmt fündig!
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. pumasocke

    pumasocke Foren-Guru

    Dabei seit:
    8. Juli 2005
    Beiträge:
    582
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    österreich/OÖ
    *gg* der mensch ist ja auch ein "höheres" lebewesen und er darf mich nicht töten, auch wenn ich die böse böse influenza habe und alte opis und omis anstecke, die dann vielleicht auch noch daran sterben... :?
    dabei sterben an der influenza im jahr mehr leute, als an der vogelgrippe alle leute zusammen in weiss nicht wie vielen jahren.

    aber wenn man tests an lebenden tieren machen kann, für was bitteschön haben dann in graz die 30 enten und hühner sterben müssen?
    ach, viel billiger auf gut glück töten als jedes tier einzel zu testen?
    30 tiere sind ja doch noch recht überschaubar!

    jaja, soviel zum tierschutz und der tierrechte...
    es heisst ja nicht umsonst, wenn ich einen hund tot fahre, rechtlich:

    das DING ging kaputt.... ding = tier... es wird nicht als lebewesen betrachtet sondern als gegenstand.




     
  4. Moni

    Moni Foren-Guru

    Dabei seit:
    9. Januar 2000
    Beiträge:
    14.686
    Zustimmungen:
    2
    Ort:
    D-35216 Biedenkopf
     
  5. Motte

    Motte Guest

     
  6. *Susa

    *Susa Guest

    Stimmt. Er springt einen geradezu an. Aber warum wohl? Weil es eben nicht so weit hergeholt IST. Die Menschen haben Angst, und mit dieser Angst lässt sich vortrefflich spielen, äh, regieren, natürlich. Das klappt mit der Pandemie-Angst genauso gut wie mit der Arbeitsplatz-Angst. Oder warum lassen wir uns so viel gefallen?
    LG, Susa
     
  7. Moni

    Moni Foren-Guru

    Dabei seit:
    9. Januar 2000
    Beiträge:
    14.686
    Zustimmungen:
    2
    Ort:
    D-35216 Biedenkopf
    Och nee, nicht schon wieder Akte X ;) Das ist ja schon fast paranoid, ehrlich!
     
  8. *Susa

    *Susa Guest

    Moni, hast Du eigentlich auch eine Meinung, oder lautet Dein Job hier "andere Postings zerpflücken"?
    Klar, und ich steh dazu, paranoid zu sein! Und wie schon vorher mal gesagt, die Realität überholt mich meistens trotzdem.....
    Susa
     
  9. Moni

    Moni Foren-Guru

    Dabei seit:
    9. Januar 2000
    Beiträge:
    14.686
    Zustimmungen:
    2
    Ort:
    D-35216 Biedenkopf
    Klar habe ich eine Meinung, aber hier ist ja ein Vogelforum :D Also, ich bin halt wohl nicht der Typ, der ständig allem misstraut was von Behörden etc. kommt, und ich habe auch ehrlich gesagt gar keine Zeit, mir tausend Berichte im Internet durchzulesen und dadurch zu dem Schluss zu kommen, dass wir von vorn bis hinten betrogen und manipuliert werden. Das mag jetzt nach Bequemlichkeit klingen, das weiß ich, aber vermutlich habe ich noch nicht genügend schlechte Erfahrungen gemacht.
     
  10. Motte

    Motte Guest


    Die rauscht dann natürlich öfter mal an einem vorbei, wenn man viel Zeit mit Verschwörungstheorien und Geflügeschutz verbringt. Bei dem Tunnelblick entgeht einem doch sehr viel
     
  11. Oli

    Oli Shake A Tail Feather

    Dabei seit:
    16. März 2000
    Beiträge:
    1.594
    Zustimmungen:
    0
    Da hast Du auch allen Grund zu !!!
     
  12. *Susa

    *Susa Guest

    @Moni, na dann, nix für ungut. :D
    LG, Susa
     
  13. barneyg

    barneyg Guest

    Was für eine gequirlte #@?%§#% ist das denn.
    Hier gehts ja wohl um wichtigeres als euren persönlichen Kleinkrieg.

    Wenns nicht so traurig / ernst wäre würde ich mich kaputt lachen.
     
  14. tamborie

    tamborie Guest

    Man, Man, langsam habe ich das Gefühl das ist ein Punkerforum geworden.
    Da ist man ja vergleichsweise in den Esotherikerforen näher an der Realität, wie hier bei unseren neuen Freunden den Weltverschwörung-Theoretikern.
    Adolf wird auch wieder geschwind aus der Kiste gezaubert.

    Die Diskussionen hier bekommen eine völlig neue Art von Qualität.
    Klar auch von mir ist es erstrebt, dass die Regierung jeden Bürger verpflichtet ein Huhn aufzuziehen und somit die lästigen Betriebe verschwinden.
    Unser Schlachtvieh soll in der Familie aufwachsen und glücklich sein.

    Im übrigen, stimmt in der Mast würden nicht viele Arbeitsplätze verloren gehen, das tote Huhn zerfällt ja nach der Schlachtung in seine Einzelteile, verpackt sich und läuft zum Kaufmann wo es zielsicher in die nächste Kühltruhe hüpft.

    Das halbe Forum (oder doch nur die Newbies?) fällt vor Ehrfurcht auf die Knie, wenn jemand in 30 km Entfernung zum Geschehen seine Tiere unter Tränen schlachtet, mit der sinnigen Bemerkung: Bevor es ein anderer tut!
    Da hat dann wohl jemand zuviel Rambo geschaut, oder doch nur ein tierlieber Mensch, der von geheimen Machenschaften der Regierung wusste?

    Naja, jedenfalls bekommt man hier eine Kurzanleitung wie die Wirtschaft tickt und viele Wissenschaftler tummeln sich just in diesem Forum.
    Das nenn ich geballte Präsenz.

    Merkel unsere gewählte Kanzlerin hat wahrscheinlich von Geheimbunden den Auftrag bekommen Deutschland in Schutt und Asche zu legen.
    Oder ist gar Sie der Infektionsherd?

    Jedenfalls hat dies alles mit einem Vogelforum recht wenig zu tun, hier laufen mehr Geistwisser und Wundersame rum wie in einschlägigen Foren.

    Tam
     
  15. Bubbelup

    Bubbelup Ahnungsloser Benutzer

    Dabei seit:
    25. April 2003
    Beiträge:
    287
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Südpfalz
    In einen Forum geht es immer nur um das, sonst nix!! Mit viel Glück findet man auch ab und zu mal ne Info, Aber wie gesagt nur mit viel Glück!
     
  16. Moni

    Moni Foren-Guru

    Dabei seit:
    9. Januar 2000
    Beiträge:
    14.686
    Zustimmungen:
    2
    Ort:
    D-35216 Biedenkopf
    Danke. Das hatte ich mich nicht getraut zu schreiben :D
     
  17. Gastleser

    Gastleser Guest

    ...

    Na ja - wer die "mit viel Glück zu findenden Infos" dann auch hoffentlich liest...

    Hier einige Fakten (allgemeiner und etwas spezieller, jedoch auf jeden Fall stichhaltiger Art):

    1)
    Exemplare unterschiedlichster wildlebender Gattungen und Arten der Familie Aves wurden H5N1-positiv beprobt.

    2)
    Der deutliche Überhang positiv beprobten wildlebenden "Wassergeflügels" (Schwäne, Gänse, Enten) könnte darauf hindeuten, dass

    a.
    bei diesen Arten eine höhere "Empfänglichkeit" vorliegt,

    b.
    die bessere Ausbreitungs- und Überlebensmöglichkeit von Viren im feuchten "Lebensmillieu" der betreffenden Arten (generell) entscheidend ist,

    c.
    die Anzahl der Beprobungen bei "Wassergeflügel" so weit über der Anzahl der Beprobungen der übrigen Arten liegt, dass eine zu a) verlässlich vergleichende Aussage verunmöglicht wird, oder (alternativ)

    d.
    wildlebendes Wassergeflügel bei den Beprobungen deshalb überproportional vertreten ist, weil die Infektionsrate bei diesen Arten tatsächlich höher (als bei anderen Arten) liegt.

    3)
    Die (mittlerweile) zahlreich vorliegenden H5N1-Positiv-Beprobungen unterschiedlichster wildlebender Arten der Familie Aves sowie die tierexperimentell nachgewiesene Empfänglichkeit weiterer (bisher im "Freileben" nicht beprobter) Arten (Beispiele: Melopsittacus undulatus, verschiedene Psittaciformes) und die über Jahrzehnte dokumentierten Nachweise von Influenza-Infektionen (anderer Typen) bei (fast) allen Vertretern der Familie Aves lassen den Schluss zu, dass grundsätzlich alle Vertreter der Familie Aves H5N1-empfänglich sind.

    4)
    Die Empfänglichkeit scheint innerhalb der Arten unterschiedlich stark ausgeprägt zu sein. Dies könnte endogene Ursachen haben und/oder auf die "Lebensgewohnheiten" (Stichworte: Verhalten, Ethogramm der Art) und das "Lebensumfeld" der jeweiligen Arten zurückzuführen sein. Tierexperimentelle Arbeiten (künstlich herbeigeführte Infektion verschiedener Arten mit H5N1 - u.a. bei Zebrafinken, Sperlingen, Wellensittichen - unter kontrollierten Laborbedingungen) deuten darauf hin, dass die Zielorgane der infizierten Arten und die Auswirkungen der Vireninfektion je nach Art variieren. Während die Infektion bei den Haussperlingen keine letale Auswirkung zeigte, stellte sich beispielsweise bei den Zebrafinken innerhalb fünf Tagen eine 100prozentige Mortalität ein (HOKKADIO UNIVERSITÄT).

    5)
    Bei über lange Zeiten des Jahres gesellig lebenden Arten (Stichwort: Schwarmvögel) und sich mit anderen Arten zeitweise vermischenden Arten (Stichworte: gemeinsame Rastplätze, gemeinsames Verweilen an Wasser- und Nahrungsquellen) wird die Infektionsgefährdung zwangsläufig um einen Faktor "X" höher sein, als bei über lange Zeiten des Jahres solitär, paarweise oder im Familienverband lebenden Arten.

    Vorgenannte Kriterien treffen weitestgehend auf "Wassergeflügel" (Schwäne, Gänse, Enten) zu. Gleiches gilt für die hochsozial lebenden und organisierten Corviden (insbesondere: Corvus corone, Corvus frugilegus) und andere sozial lebende Arten. In Russland wurden Saatkrähen bereits positiv beprobt.

    6)
    Positiv-Beprobungen liegen für frugivore, omnivore und carnivore Arten vor. Für carnivore Arten (Typische heimische Vertreter: Bussard, Habicht), die außerhalb der Paarungs- und Brutzeiten in der Regel solitär anzutreffen sind, dürfte ebenfalls ein sich aus der Ernährungsweise ergebendes höheres Infektionsrisiko gegeben sein, weil erkrankte (evtl. H5N1-infizierte) Vögel leichter zu erbeuten sind als gesunde und voll bewegungsaktive Exemplare und zudem sterbende Vögel (bedingt auch Kadaver) ebenfalls zum Nahrungsspektrum gehören. Diese Aspekte sind auch für einige omnivore Arten zu beachten.

    7)
    Die Annahme von Prof. Bairlein (und weiteren Ornithologen), dass eine Infektion die betroffenen Exemplare derart schwäche, dass diese nicht mehr zu größeren Flugleistungen in der Lage seien (respektive: eine Infektion mit H5N1 rasch letal wirke) dürfte wohl in dieser Absolutheit keinen Bestand haben. Es kann mittlerweile als gesichert gelten, dass betroffene Tiere über längere Zeiträume symptomfrei verbleiben (können). Es gibt nach wie vor allerdings keine belastbaren Angaben darüber, welche konkreten Zeitspannen der Symptomfreiheit bei welchen konkreten (freilebenden) Arten anzunehmen sind. In Bezug auf Nutzgeflügel (Hühner) beziffert Mettenleiter (FLI) die Zeitspanne von Infektion (oder Erstsymptomatik ?) bis Todeseintritt auf 24 - 48 Stunden; wobei nicht darauf verwiesen wird, ob diese Annahme (?) (oder Gewissheit ?) sich auf tierexperimentelle Arbeiten (ggf. welche und vom wem ausgeführt - respektive: initiiert ?) und/oder im Verlauf von Ausbruchsfällen gewonnene "einfache" (vielleicht gar nur kolportierte) Beobachtungsdaten stützt.

    8)
    Direktübertragungen von Wildvögeln zum Mensch waren bisher nicht zu verzeichnen. Alle bekannt gewordenen Infektionsfälle bei Menschen erfolgten

    a)
    über Nutzgeflügel,

    b)
    durch allen Regeln notwendiger Hygiene und Sorgfalt widersprechenden Umgang mit infiziertem (lebendem oder totem) Nutzgeflügel und blieben weitestgehend auf den asiatischen Kontinent beschränkt. Die letalen Folgen für die meisten Betroffenen wären - so die übereinstimmende Expertenmeinung - bei entsprechend rechtzeitiger und angemessener Behandlung vermeidbar gewesen. Einzelheiten hierzu waren/sind zahlreichen Film - Print- und Funkdokumentationen zu entnehmen und bedürfen (da mittlerweile hinlänglich bekannt) keiner gesonderten Aufbereitung.

    Folgerichtig ist gem. einer "Gemeinsame/n Erklärung" d. Robert Koch-Instituts, d. Paul Ehrlich-Instituts u. d. Friedrich-Loeffler-Instituts vom 20.01.2006 (Zitat:) "(...) die "Vogelgrippe" derzeit immer noch als Tierseuche ("Geflügelpest") zu klassifizieren."

    9)
    H5N1-Infektonen von Nutzgeflügelbeständen waren/sind in West- und Mitteleuropa bisher nicht zu verzeichnen.

    Die dokumentierten Ausbrüche in Nutzgeflügelbeständen betrafen/betreffen vorwiegend den asiatischen Kontinent, die Türkei, Teile Russlands und Afrikas (hier: Nigeria). Berücksichtigt man die in den Ausbruchsgebieten anzutreffenden Lebens- und Haltungsumstände, so ist eine Korrelation vorgenannter Rahmenbedingungen mit der Gefährdungslage (für das Nutzgeflügel selbst und die Kontaktpersonen) vernünftiger Weise nicht zu übersehen.

    10)
    Es wird allgemein davon ausgegangen, dass Wildvögel als originäres Reservoir von H5N1 anzusehen sind. Ob und welche Wildvogelarten (und wie - geografisch und quantitativ gemeint - weitgehend) im Rahmen von Teil- und/oder Kontinentalzügen H5N1 in Freilandbeständen (Wildvögel) verbreiten, ist in Fachkreisen weiterhin umstritten.

    Die Vertreter der sog. "Trittbrett-Theorie" gehen davon aus, dass eine Verbreitung via Wildvogel in kleinen geografischen Schritten und dementsprechend auf einer größeren Zeitachse erfolgt, als dies die Vertreter einer Verbreitung in großen Schritten (durch infizierte Tiere im Rahmen von Kontinentalzügen) postulieren.

    Der Annahme der Verbreitung über "Trittsteine" (also in jeweils kleineren räumlichen Bewegungen) steht entgegen, dass jeder "Trittstein" eigentlich einen mehr oder weniger kleinen Ausbruch zur Folge haben müsste. Ein solches Verbreitungsmuster ist jedoch nicht (respektive: bisher nicht) erkennbar. In Erwägung zu ziehen wäre allerdings, dass die (bisher) fehlenden Bindeglieder (eventuelle kleinere Ausbrüche) unbemerkt blieben.

    Einige Fachwissenschaftler/innen beziehen den Faktor Mensch in die Verbreitungskette ein. Nach ihrer Einschätzung wäre die Möglichkeit in Erwägung zu ziehen, dass Menschen infektiöses Material (Geflügel, Geflügelprodukte und/oder Virenanhaftungen) aus H5N1-belasteten Gebieten unmittelbar (Stichwort: Geflügelmärkte) oder auf Wegen des internationalen Handels in bisher virenfreie Gebiete (und damit in Nutzgeflügelbestände) verbringen. Als ein plausibler Verbreitungsweg wird der Personen- und Warenverkehr aus Gefährdungs- und oder Ausbruchgebieten auf der Route der transsibirischen Eisenbahn benannt. Die Route tangiert weite Teile der Gebiete, aus denen bisher Ausbrüche gemeldet wurden.

    Dort wiederum könnte (ausgehend von den Nutzgeflügelbeständen) die Infektion umgekehrt (d.h.: von Nutzgeflügel zu Wildgeflügel) erfolgen. Die vielfach "offenen" Haltungsbedingungen (nicht selten direkt an künstlich angelegten oder natürlichen Wassersystemen) ermöglichen den Kontakt zu wildlebenden (insbesondere "kulturfolgenden") Arten.

    Die infizierten Wildvögel wiederum könnten als Träger in weitere Regionen dienen. Man könnte von einem "kombinierten Übertragungssystem" sprechen - eine modifizierte (und um den Faktor Mensch erweiterte) "Trittbrett-Theorie".

    Die eigentlich - abgeleitet aus den bekannten Zugrouten und Zugzeiten - zu erwartenden Ausbrüche (respektive: Ausbruchsorte / Ausbruchszeiten) folgen nur in Teilen dem Erwartungsmuster und weisen in diesem Kontext Atypien (in Form nicht zu erwartender Ausbruchsorte / Ausbruchszeiten) auf. Gemeinsam ist den bekannten (asiatischen und russischen) Ausbruchsorten allerdings die Lage an der transsibirischen Eisenbahnstrecke.

    11)
    Um mögliche Verbreitungskausalitäten hinsichtlich ihrer Wertigkeit einzuordnen, sind Kenntnisse darüber erforderlich, unter welchen Umständen (wie und wo und über welche Zeiträume) aviäre Influenzaviren infektiöse Reservoire bilden (können).

    Aviäre Influenzaviren verfügen über die erstaunliche Fähigkeit, in der Umgebung (und auch in Oberflächenwasser) über lange Zeiträume virulent zu bleiben (STALLKNECHT, 1990 a., b. ; LU, 2003). Bei einer Wassertemperatur von 17 Grad C bleiben aviäre Influenzaviren mehr als 100 Tage aktiv. ITO et al: (1995) und OKAZAKI et al. (2000) publizierten, dass im gefrorenen Seewasser paläarktischer Regionen während des Winters und in Abwesenheit eingewanderter (als Träger in Frage kommender) Wirtstiere aviäre Influenzaviren vorhanden waren. Sie halten es für wahrscheinlich, dass in der folgenden Brut- und Aufzuchtsaison eine Reinfektion zurückkehrender Vögel über das virenbelastete Seewasser erfolgen kann. Auch SMITH (2004) geht davon aus, dass aviäre Influenzaviren sich über längere Zeiträume im gefrorenen Millieu erhalten.

    Im Gegensatz zu Influenza-Virus-Infektionen bei Säugern (Menschen, Schweine, Pferde), die zumeist über Aerosole (Stichworte: Abhusten von Sekret, Niesen - Aufnahme über den Respirationstrakt) Verbreitung finden, erfolgt die Verbreitung der aviären Influenza prioritär über kontaminiertes Wasser, Nahrung und Exkremente (v.a. WEBSTER, 1978).

    Nach Angaben des ROBERT KOCH INSTITUT (2005) bleiben die Viren ca. 105 Tage in Flüssigmist infektiös, in trockenem Kot, Geflügelfleisch und in bei 4 Grad C gelagerten Eiern ca. 30 - 35 Tage.

    12)
    Zur Frage der Empfänglichkeit für aviäre Influenzaviren über die Artenbarriere hinweg liegen mehrere Arbeiten vor.

    KUIKEN et al. (2004) haben - veranlasst durch Kolportagen über bei Hauskatzen vorgeblich während der Ausbruchsjahre (H5N1) 2003/2004 (in Asien) beobachteter Influenzainfektionen - intratracheal und über Futtermittel Hauskatzen mit H5N1 kontaktiert. Es waren Virenausscheidungen (über die Exkremente) feststellbar ,die betreffenden Tiere erkrankten und es erfolgten auch horizontale Übertragungen von Katze zu Katze. Das FLI (2006) stuft Katzen als auf natürlichem und experimentellem Weg infizierbar ein.

    TUMPEY et al. (2000) konnten Mäuse mit H5N1 infizieren. Die Infektionen verliefen nicht letal. Ähnliche Ergebnisse erbrachten Arbeiten von LIPATOV et al. (2002). Wissenschaftler des CENTER FOR DISEASE CONTROL (2005), Atlanta, stellten allerdings fest, dass H5N1-Stämme aus den Jahren 2003/04 bei deutlich mehr Mäusen letale Auswirkungen erbrachten, als bei Stämmen aus dem Jahr 1997. In Japan werden Mäuse als mögliche Vektoren von H5N1 in Nutzgeflügelbestände angesehen.

    OSTERHAUS (2006) berichtet (bereits verfügbare - und eigene - Arbeiten referierend) von einer Übertragbarkeit des aviären Influenza-Virus H5N1 auf Hunde, Pferde, Pumas, Tiger, Leoparden (auf natürlichem Wege) und von künstlich herbeigeführten Infektionen unter Laborbedingungen bei Frettchen und Affen. Begleitend wird aus Thailand berichtet, dass 2004 in zwei dortigen zoologischen Gärten mehrere Tiger und Leoparden nach Verzehr von H5N1-infiziertem Geflügelfleisch verendet sind.

    Lt. FLI (2006) sind auch Schweine auf natürlichem Weg infizierbar.

    Für eine Empfänglichkeit von Fischen für das H5N1-Virus liegen indirekte Hinweise vor, die jedoch (zumindest derzeit) als nicht belastbar anzusehen sind.

    So berichtet CHUXING (2004), dass die Fütterung von Geflügelexkrementen zu einer landesweiten Praxis geworden sei, die sogar von fortschrittlichen Betrieben angewandt werde. Viele Bauern machen sich nicht die Mühe, die Exkremente vor der Verfütterung zu fermentieren oder in Gruben zu denaturieren. Dies berge extreme Gefahren. Fische seien für aviäre Influenzaviren empfänglich, da sie ein primitiv aufgebautes Verdauungssystem hätten, auf dem die Viren angreifen könnten. Silberkarpfen und auch räuberische Fische werden mit Hühnerdarm – und Hühnerbeinen gefüttert, was bei den Fischen zu einer Infektion führen könne. Der beste Weg, eine Infektion zu vermeiden, sei die Verfütterung von Geflügelexkrementen zu verbieten. Zumindest müsse eine vorherige Kontrolle und Sterilisation sichergestellt sein. Sollte von diesen Verfahren nicht Abstand genommen werden, sei mit einer katastrophalen Endemie zu rechnen. Fischzüchter in Vietnam wurden darüber in Kenntnis gesetzt, dass die gängige Praxis, Exkremente von Hühnern aus entsprechenden Farmen als Fischfutter zu nutzen, zur unkontrollierten Verbreitung der tödlichen Vogelgrippe führt (FIRSTFISH). REICHHOLF (2006) , Ornithologe an der Zoologischen Staatssammlung München, sieht ebenfalls eine reale Gefahr in einer Einschleppung des Virus durch die Verfütterung von Fischmehl, wobei die hier bei uns verwendeten Produkte nicht mit denjenigen vergleichbar seien, die in der Türkei oder in den ostasiatischen Ländern Verwendung finden.

    Es sollte jedoch nicht per se ausgeschlossen werden, dass Influenzaviren sich (bedingt durch die benannte Fütterungspraxis) im Darmmilieu von Fischen (mit einer ungewissen Verweildauer) ansiedeln könnten, ohne für die Fische selbst infektiös zu sein.
     
  18. #37 wild animal, 23. Februar 2006
    wild animal

    wild animal Guest

    Leutz keine Panik und kein Streit. Habe gerade im Radio gehört, daß das Nutzgeflügel nicht H5N1-infiziert war. Also Fehlalarm!! Hoffentlich stimmt es
     
  19. dunnawetta

    dunnawetta Foren-Guru

    Dabei seit:
    18. Februar 2006
    Beiträge:
    1.204
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Saarland
    Fischmehl

    Hallo Gastleser,
    Hast Du Kenntnisse darüber, ob südostasiatisches Fischmehl nach Nigeria, in die Türkei und in südrussischen Raum exportiert wird? Die Transsib als möglicher Exportweg von H5N1 ist relativ klar. Gibt es Erkenntnisse über die genaueren Herkünfte von chinesischen Exportwaren in die von H5N1 betroffenen Gebiete der übrigen Welt? Lassen sich zeitliche Zusammenhänge zwischen Futtermehl-Importen aus China und den Ausbrüchen herstellen?
    Lassen sich Katzen, Greifvögel, sonstige Beutegreifer und Aasfresser, von denen festgestellt wurde, daß sie für H5N1 empfänglich sind, durch eine Impfung hinreichend gegen das Virus schützen? Wenn ja, warum denkt man nicht über eine breitflächige Immunisierung dieser Tiere im Stil der Tollwutimpfungen für Füchse nach? Du siehst, ich habe Fragen über Fragen.
     
  20. Anzeige

    schau mal hier [hier klicken]. Bestimmt findest du dort etwas feines.
    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  21. aday

    aday Foren-Guru

    Dabei seit:
    17. April 2001
    Beiträge:
    1.731
    Zustimmungen:
    0
    Vielleicht deshalb nicht, weil jedes Tier zwei mal eingefangen werden müßte und dann jeweils eine Spritze bekommen würde. Dummerweise kann man dann aber nciht mehr schnell feststellen wenn so ein Tier gefunden wird, ob es krank oder geimpft, oder geimpft und trotzdem überträger ist. Von wievielen Millionen Greifvögeln reden wir?
    Und Katzen als Beutegreifer? Das dürfen die doch gar nicht, sich einfach an wilden Tieren / Vögeln vergreifen. Warum sollten die dann geimpft werden?:+schimpf
    Wenn man eine Katze hat die so etwas macht, dann müßte man sie vielleicht auch einsperren, schon alleine zum Schutz unserer Wildtiere. Es sind nicht nur Mäuse, und klein Vögel die jährlich zu Milliarden in Deutschland den Haustigern zum Opfer fallen, es sind auch Kaninchen, Feldhasen,... und davon mehrere Millionen.
     
  22. aday

    aday Foren-Guru

    Dabei seit:
    17. April 2001
    Beiträge:
    1.731
    Zustimmungen:
    0
    Fischmehl

    http://www.baz.ch/news/index.cfm?ke...&ObjectID=8D098684-1422-0CEF-70BD6FFA44182752


    Was ein Ornitologe sagt (er steht so ziemlich alleine mit seiner Zeitungsente):
    Kommentare, die ganz einleuchten klar machen, das dies wohl nicht der Fall ist, was dieser Vogelkundler jetzt auch als Fachman für Viren verbreitet:
    http://derstandard.at/?url=/?id=2348541
     
Thema:

Erstes Nutzgeflügel in Deutschland infiziert?

Die Seite wird geladen...

Erstes Nutzgeflügel in Deutschland infiziert? - Ähnliche Themen

  1. Heute auf NDR um 20.15 Uhr: Expeditionen ins Tierreich, wildes Deutschland

    Heute auf NDR um 20.15 Uhr: Expeditionen ins Tierreich, wildes Deutschland: Hallo, hier wieder ein Filmtip für Euch, der heute Abend auf NDR um 20.15 Uhr läuft: siehe hier, könnt Ihr mehr dürber erfahren: Wildes...
  2. Zum ersten mal

    Zum ersten mal: hallo heute ist ein wichtiger tag... obwohl ich wildvogel in quebec seit jahrezehnten beobachte habe ich zwei arten nur ein mal in zig jahrzehnten...
  3. Erster Beizvogel?

    Erster Beizvogel?: Hallo, welcher Beizvogel eignet sich für einen Anfänger? Ich möchte haupsächlich Hasen, Kaninchen und Raubwild bejagen. Vielen Dank schonmal im...
  4. Mein Erster, Schockierenster Sowie wohl rührenster Night Fright Moment

    Mein Erster, Schockierenster Sowie wohl rührenster Night Fright Moment: Her Leute ich wollte einfach einen Moment mit euch teilen der mich sehr bewegt hat: Meine (mittlerweile) 4 Wellis, sollte man im Vorraus wissen...
  5. Zum ersten ersten mal

    Zum ersten ersten mal: Seit sehr langen jahr hab ich ein paar graupis... Gestern war es schon dunkel als ich draussen zu tun hatte und ins helle belichtete Zimmer...