Euthanasie

Diskutiere Euthanasie im Allgemeines Vogelforum Forum im Bereich Allgemeine Foren; Bin bei dem Lesen eines Berichtes auf ein Zitat gestoßen, welches mir sehr auf der Seele liegt und bin da bei einem Thema, welches jeden von uns...

  1. maximilian

    maximilian Mitglied

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    Bin bei dem Lesen eines Berichtes auf ein Zitat gestoßen, welches mir sehr auf der Seele liegt und bin da bei einem Thema, welches jeden von uns abschreckt.

    Zitat: ... und auch dann nur, wenn der Vogel so leidet, daß es unverantwortlich wäre, ihn ruhig von sich aus einschlafen zu lassen.

    Gebe einfach mal mein statement dazu ab und lasse dann den Rest auf sich beruhen.

    Ein Tier einschläfern zu lassen ist wirklich der letzte und schwerste Schritt, welchen wir gehen können/müssen.
    Früheilig läßt wohl kaum jemand einschläfern, es ist wohl eher so, daß wir uns so lange wie möglich davor drücken.
    Mich ärgert allerdings das o.g. Zitat, denn in ihm wird dem Vogel glatt Leid zugemutet.
    Und das noch in dem vermeintlichen Wissen/Unwissen, daß der Vogel am Ende ruhig einschlafen wird. Woher weiß man das er ruhig einschlafen wird????
    In der Natur haben es die Tiere da wesentlich besser, wer nicht mehr kann, der wird Opfer von Beutegreifern und sein Leid wird auf diesem Wege schnell beendet. Mit welchem Recht also muten wir unseren Tieren einen längeren Leidensweg zu? Dazu haben wir überhaupt nicht das Recht! Wir nehmen es uns nur, wie in vielen anderen Dingen auch.
    Haben sie nicht, wie es in der Natur vorgesehen ist ein Recht auf einen schnellen schmerzlosen Tod???
    Immer vorausgesetzt, das es unheilbar krank ist und der Tod unausweichlich!

    Das Leiden das der Mensch sich gegenseitig zumutet ist teilweise schon unfassbar, aber warum sollen unsere anvertrauten Haustiere auch das Recht verlieren schnell erlöst zu werden?

    Am Ende muß ich eingestehen, daß auch ich nicht in der Lage bin diese Entscheidung schnell zu treffen, denn mir geht es wie jedem anderen auch, hergeben möchte ich keinen meiner Schützlinge, aber ihnen beim Leiden zuzusehen, daß bekäme ich erst recht nicht hin und fände es auch unverantwortlich. Denn das ein Tier in der Natur einfach so langsam vor sich hin stirbt, daß ist die absolute Ausnahme und deshalb ist es unsere Verantwortung zu verhindern, daß solches Leid unter unserer Aufsicht auch noch gepflegt wird!

    Gruß der Max :0-
     
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  3. Die Geier

    Die Geier Guest

    Einschläferung

    Hallo Max,

    ich habe damals meinen Hund einschläfern lassen, da er unheilbar krank gewesen ist. Sie hatte eine Autoimmunkrankheit. Mein Hund hat Antikörper gegen sich selber aufgebaut und ihre Luft- und Speiseröhre haben sich aufgelöst. Der Tierarzt hat mir damals gesagt, dass sich zuerst die Muskeln auflösen. Und als sie nichts mehr fressen konnte und nur noch an schweren Lungenentzündungen litt, haben wir gesagt, dass wir sie einschläfern lassen. Sie hat so gelitten und es war für uns die richtige Entscheidung.
    Ich bin für das Einschläfern eines Tieres, wenn es unheilbar krank ist, sehr leidet dabei und sehr starke Schmerzen hat. Ich würde jederzeit wieder mein Tier einschläfern lassen, wenn man es nicht mehr retten kann und es wirklich leidet.
    Ohne Grund würde ich mein Tier aber NIE einschläfern lassen!!!!

    Liebe Grüsse.

    Julia
     
  4. Pucki

    Pucki Bea

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    Hallo Max!
    Ich denke das Problem ist die Thematik an sich.Wer beschäftigt sich mit dem Sterben?Niemand.Es ist ein absolutes Tabuthema hier in Deutschland.Ich arbeite in einem Altenheim und habe angeregt das es schön wäre wenn auf den Einweisungspapieren stehen würde ob die Angehörigen im Falle eines Todes benachtichtigt werden möchten und wenn ja,wann.Wenn der Mensch noch lebt oder lieber erst wenn er tot ist.Das ist für mich als Nachtwache eine wichtige Information denn die meisten Menschen sterben in der Nacht.Weißt du was die Heimleitung gesagt hat?Es wäre den Anghörigen nicht zuzumuten das Thema "Sterben"und "Tod" anzusprechen und auch noch präzise Fragen dazu zu stellen!
    Wie bitte?????????Das Altenheim ist der letzt Ort wo diese Menschne hinkommen.Sie werden hier sterben und ich darf das Thema nicht ansprechen?

    Genauso ist das mit unseren Tieren.Wer denkt an den Tod seines Lieblings geschweige denn ob er in der Lage ist auch eine "todbringende" Entscheidung zu fällen.Und wann fälle ich diese Entscheidung?Der eine findet es noch normal wenn er seinen Hund zum Gassi gehen tragen muß und mit der Hand füttert,der andere findet das schon nicht mehr zumutbar für das Tier.
    Wir beschäftigen uns alle viel zu wenig mit dem Thema und das ärgert mich gewaltig!Denn nur durch unser "Augen verschließen" sind wir in Deutschland hinten an was das Thema betrifft.Humanes Sterben gibt es bei uns nicht!Die meisten Ärzte sind nicht in der Lage eine anständige Schmerztherapie anzuwenden und auch bei den Tierärzten habe ich das Gefühl das sie lieber noch ein wenig "Geld machen" mit meinem schlechten Gewissen und den Wunsch alles für mein Tier zu tun als zu sagen "schläfern Sie es ein!"
    Ist ja auch die Frage ob ich diesen Satz vom Arzt überhaupt hören will?Erwarte ich nicht das er noch etwas tun kann,werfe ich ihm nicht insgeheim vor das er nicht genug tut und es sich mit dem Einschläfern zu leicht macht?

    Erst wenn ich mir Gedanken um das Thema Sterben und Tod gemacht habe werde ich in der Lage sein auch für andere (Eltern,Partner,Tiere)eine Entscheidung treffen zu können.Wie möchte ich sterben?Was soll noch an mir gemacht werden?Wiederbelebung,künstliche Ernährung,Beatmung............
    Wenn ich für mich klare Linien gezogen habe bin ich in der Lage auch für mein Tier klare Linien zu ziehen!
    Und hierbei gehen die Meinungen sehr auseinander!
    Wie viel Leid eine Kreatur ertragen kann und soll ist eben Ansichtssache.
    Lieben Gruß,BEA
     
  5. Raven

    Raven De omnibus dubitandum

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    Hallo Max,

    Das heißt doch, einschläfern wenn er leidet.

    Was ärgert dich daran? Oder verstehe ich jetzt irgendwas falsch?
     
  6. Andrea 62

    Andrea 62 Guest

    ... genauso sehe ich das auch.
     
  7. Meggy

    Meggy Stammmitglied

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    Pucki :zustimm:

    Ich bin zwar noch nicht im Altenheim, aber in meiner Familie sind alle Fragen die mit dem Tod davor und danach zu tun haben geklärt. Mir ist es einfach wichtig, dass ich weiss, was der andere will und nicht will. Daran werde ich mich auch halten, auch wenn es mir in macher Situation sehr schwer fallen wird. Der Tod gehört eben zum Leben mit dazu. Wir reden darüber, als ob es was ganz normales ist.

    Naja, manchmal bleibt auch einem Tier das Leiden nicht erspart.
    Unser PK hat sich eine Kralle rausgerissen. Er hatte an manchen Tagen starke Schmerzen, so dass wir das Schmerzmittel, welches wir vom TA bekomment hatten auch ihm verabreicht haben. Also hat er gelitten. Mal mehr und mal weniger. Dieses Leid konnten wir ihm in diesem Moment nicht ersparen, aber lindern.

    Wichtig für uns Menschen ist es doch, dass Leid was Tiere empfinden, richtig interpretieren zu können um dann auch die richtige Entscheidung für unsere Tiere treffen zu können.

    Ich habe auch schon ein SK einschläfern lassen. Der Kampf mit meinem Ego - den Vogel unbedingt um jeden Preis behalten zu wollen - habe ich verloren. Die Qualen und die Schmerzen und das Leid, was dieser kleine Vogel durchmachte zeriss mir das Herz. Da kam dann auch endlich mein Verstand wieder. Herz und Verstand sagte mir - das kannst du ihm nicht antun. Er wäre irgendwann qualvoll gestorben. So hielt ich es das Beste, ihn davon zu erlösen. Danach habe ich elendig gelitten und habe mir Vorwürfe gemacht, ob das die richtige Entscheidung war. Es ist schwer die Grenze zu finden, wie weit man bei Tieren gehen kann, wieviel Leid sie ertragen können, ob dieses Leid einen Sinn macht. Sinn macht es, wenn sie wieder gesund werden und fit sind. Wann es keinen Sinn macht, liegt in unserer Entscheidung.

    Viele Grüße Meggy
     
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