" Finchen"oder "Wir haben einem fast erwachsenen Hund aus dem Ausland aufgenommen!"

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  1. #1 Visconti, 23.10.2004
    Visconti

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    Wir haben einen fast erwachsenen Hund aus dem Ausland aufgenommen!
    Zur Vorgeschichte: bis Anfang des Jahres hatten wir "Frieda" ( Labrador-SH-Mix, 9 Jahre, fit wie Turnschuh) und Neufundländer "Bruno",( 7,5 Jahre, HD und Arthrose). Da Bruno langsam abbaute und Frieda fit wie doof war, nahmen wir einen Jack-Russel Welpen auf (Arni), um Frieda einen Gefährten zu geben, wenn Bruno gehen muss!
    Tja, - am 31.7. d.J. waren wir mit den "Großen" zum impfen, und eine Woche später hatte Frieda "so ne komische Stelle". Hmh, quatschig und untypisch...
    Die "Stelle" wurde innerhalb von 14 Tagen sehr groß und steinhart...Gleich am ersten Tag nach TA`s Urlaub stand ich auf der Matte! Diagnose: inoperabel, bösartig, Tumor flächendeckend von Verkalkungen durchzogen,Herz bereits verdeckt!
    OK! Für uns war klar: sie soll nicht leiden müssen!
    Tja, trotz Behandlung blieben uns man grad noch 6 Wochen! Dann bekam Friedi nachts Atemprobleme und nachts um halb 3, mit Hund im Arm, hab ich den letzten Entschluss gefasst... Das wars!
    *schluck*
    Es war ein beinharter Tag, aber ich hab den Entschluss durchgezogen! Hab mit ihr bewusst im Wartezimmer gewartet,statt sie im Auto zu lassen!( Sollte für sie alles "normal" sein)!
    Und bin bei ihr geblieben, wie bei ner normalen Blutentnahme...

    Tja. Und dann natürlich Zuhause getrauert! Und im Laufe der Tage gemerkt: Young Arni braucht unbedingt wieder n Kumpel!
    "Bruno" ist einfach steinalt und will mit anderen Hunden nix mehr zu tun haben!
    Also: Es muss n junger Hund her!
    Tja... Was??? Nicht zu groß, nicht zu alt, nicht zu jung!
    Und per Zufall sprang mir n Inserat ins Auge: Tierhilfe Chalkidiki hat Welpen und Junghunde abzugeben.
    Hmh:Freundin angerufen, die Hunde aus Spanien hat! Sie, - ins I.-Net geguckt, - ruf doch an...!
    Gesagt,getan! Supernetter Kontakt, Termin "nur zum gucken" abgemacht, und "nur so"( mit Box, Halsband und Leine im Kofferraum) hingefahren!
    Tjö. Ein Rudel verschiedenster Hunde begrüßte uns freudig und versuchte, Löcher in unsere Jacken zu beissen, um an die Leckerchen zu kommen! Sooo viele, nette, freundliche Hunde! *völligverstörtwar*
    Tja. Und dann war da EIN Hund, der soooo gerne auch mit ran wollte,sich aber nicht traute!
    IIIIHHHH! Sah aus wie ein Schäferhund! ( ich mag keine Schäferhunde!!!)
    Aaaaber, - wie ein gaaaaaanz lieber und ängstlicher Schäferhund...
    Tja; und damit war alles klar!
    Es sollte Cindy ( jetzt Finchen) sein!
    Tjö; und somit hatte ich plötzlich einen fast erwachsenen Hund, der überhaupt nix kennt! Keine Menschen, keine anderen Tiere, kein Halsband, keine Leine, keine Wohnung, kein Haus,-nix!

    Und ich würd es immer wieder tun!!!

    Finchen ist so ein toller Hund! Sie hat sofort zu den vorhandenen Hunden Kontakt aufgenommen und auch zu uns! Sie hat soooviel Angst vor anderen Menschen und auch Hunden und ist trotzdem bereit, zu lernen!

    Was die Stubenreinheit betrifft, hatte ich ernsthafte Bedenken, aber Finchen hat mich vom Gegenteil überzeugt!

    Ich habe nix weiter getan, als ihre "Bomben und Seen" innerhalb der Wohnung zu ignorieren und die außerhalb der Wohnung zu loben!



    So, nachdem Finchen nun bereits 3 Wochen bei uns lebt, und Doris schon vor einiger Zeit nachgefragt hat, (schon schlechtes Gewissen hab!) will ich mal berichten!
    Also, Finchen ist einfach nur supertoll! Was sie in diesen 3 Wochen bereits gelernt hat ist einfach unglaublich!
    Seit ca. 1 Woche ist sie stubenrein, sie hat sich von Arni das Spielen abgeguckt und fordert ihn mittlerweile genauso häufig auf, wie er sie;auch wie man einen großen Kauknochen hält und benagt, hat sie sich abgeschaut! Gassigehen tut sie inzwischen sehr gerne und freut sich beim Jacke anziehen schon genauso wie die beiden anderen Hunde!
    Und dass die Leckerchen verschiedene Namen haben, begreift sie auch langsam! Das eine heißt "Sitz", das mag sie schon ganz gerne, bloss das Platz-Leckerchen ist ihr noch etwas suspekt...
    Na, und ihr Lieblingsleckerchen heißt natürlich "Finchen"! Um das zu bekommen, gibt sie auch schonmal die Freiheit am Deich und im Watt auf, um sich mal eben ein "Finchen" ab zu holen!
    Natürlich ist es recht anstrengend, 2 so junge und noch recht unerzogene Hunde gleichzeitig zu führen und zu erziehen und ich war auch schon manchesmal echt abgenervt! Aber die Freude der Hunde aneinander, der Umgang auch mit anderen Hunden und das Erleben, wie Finchen sich zu einem "normalen" Hund entwickelt, macht den Nerventango wett!
    Die Tage hat sie im Spiel das erste Mal zart nach meiner Hand geschnappt und sanft darauf herum geknurpselt, - wie ein normaler junger Hund, - das war unbeschreiblich! All das, was für uns bei Arni, den wir als unbedarften Welpen bekommen haben, selbstverständlich war, ist bei Finchen ein Geschenk!
    Zu sehen, wie sich uns gegenüber nicht mehr sofort unterwirft, wenn wir sie auch nur streicheln oder anleinen wollen; ihre Freude über ein Spielzeug, an dem sie mit Arni Kräfte-messen kann! Ihr langsam wachsendes Selbstvertrauen, mit dem sie sich dem respektlosen Arni gegenüber mal anfängt, zu behaupten, das ist einfach toll zu beobachten!
    Finchen bringt UNS eigentlich mehr bei, als wir ihr! Sie bringt uns dazu, unseren Umgang mit unseren Hunden zu reflektieren und dabei auch unseren Arni und unseren alten Bruno wieder mit anderen Augen zu sehen! Nicht nur an ihren scheinbaren Unzulänglichkeiten rum zu nörgeln, sondern neu zu sehen, was für tolle Tiere mit super Verhalten sie doch sind!!!
    All das, was für uns durch das Zusammenleben im Laufe der Zeit so selbstverständlich geworden ist, zeigt Finchen uns durch ihr Verhalten neu!
    Somit wachsen wir wieder neu zusammen und das ist spannend zu beobachten!
     
  2. Gill

    Gill Guest

    Toll, da habt Ihr ja richtig Glück mit Eurem Finchen gehabt. :beifall:
    Berichte mal weiter über eure Fortschritte!
     
  3. #3 tsa-tsa, 26.10.2004
    tsa-tsa

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    Hallo Tanja,

    bin ja normalerweise im Vogelforum unterwegs. Möchte Dir aber beipflichten, dass "Strassenhunde" aus Südeuropa ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten haben. Wie haben uns vor vielen Jahren in einen Welpen verliebt und ihn aus Südfrankreich mitgenommen. Wir hatten da schon 3 Katzen. Das Eingewöhnen ging unkompliziert und reibungslos. Sie war gelehrig, verträglich aber auch sehr engagiert im verteidigen "ihrer Familie". Als Jahre später meine Tochter geboren wurde, hat sie das ohne jedes Problem akzeptiert und als neues Familienmitglied anerkannt. Unser "Ramses" (war aber ein Mädchen, Mischung Jadghund/Schäferhund) lebte 13 Jahre mit uns und keinen Tag hätten wir missen mögen. Noch heute nachdem sie schon so viele Jahre tot ist, ist ihr Bild noch lebendig in uns.

    Wünsche Dir viele glückliche Jahre mit Deinem neuen Familienmitglied.

    Grüsse von Tsa-Tsa
     
  4. Spirit

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    Hallo!

    Mensch, so ein toller Bericht, da bekommt man richtig Gänsehaut! :beifall:

    Ich finde es klasse, dass Du einen Hund aus dem Tierschutz genommen hast.... obwohl man nie so genau weiss, wie und ob es überhaupt klappt!

    Vor einigen Jahren habe ich der Mutter meines Freundes einen Hund aus Italien vermittelt ( ein Freund von mir holt regelmäßig Hunde und Katzen aus Italien nach D ) das hat auch SUPER geklappt. Sie war von Anfang an über den Hund begeistert und genauso verwundert, wie toll er sich eingefügt hat und Dinge begriff, die er vorher gar nicht kannte.

    Ich wünsche Dir weiterhin viel Freude mit Deinem kleinen Rudel... :zustimm:
     
  5. #5 Raymond, 27.10.2004
    Raymond

    Raymond Guest

    Hallo Tanja

    da haben wir was gemeinsam, ich mag auch keine schaeferhunde und habe schon den zweiten *lol*
    du hast hier wirklich toll von deinem rudel geschrieben und wie euer leben mit dem "auslaender" ist. ob meine tierliebe so weit ginge vermag ich nicht zu sagen...eine kleines baechlein ist ja noch ok...aber von einem grossen hund ?!
    darum schrieb ich ja schon mal wie toll es ist hier so menschen wie dich kennen zu lernen die den mut haben, schwierigen tieren ein heim zu geben. das Finchen es dir dankt glaube ich dir aufs wort, ihr werdet bestimmt viele jahr an ihr freude haben.
     
  6. #6 Visconti, 27.10.2004
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    @Petra: ehrlich gesagt war mir anfangs von meinem eigenen Mut recht mulmig! Da hier ja auch noch 7 Katzen und Papageien rumwuseln, hab ich Finchen die erste Zeit schon sehr viel genauer beobachtet als ich es z.B.beim Welpen getan hätte... :~

    @Doris: Jo! Könnte Arni nicht schon lange schwimmen, hätte er in Finchens Seen locker sein "Freischwimmer" machen können! Schwimmflügelchen um und, - ab die Post! :D
    Jetzt, wo es Bruno so schlecht geht, sind Finchen wie auch eine meiner Katzen wieder unsauber geworden und ich kann nicht behaupten, dass ich mich darüber freue...
    Es gehört nun mal zur Tierhaltung dazu, und es macht mir auch nicht großartig etwas aus, Hinterlassenschaften beseitigen zu müssen ( mir wird also nicht übel oder so), aber natürlich bin ich nicht begeistert davon! Wer freut sich schon über Katzenurin in der Ecke oder nen großen Hundehaufen auf dem Teppich! :k
    Aber ich habe schon des öfteren die Erfahrung gemacht, dass die Tiere sehr wohl spüren, wenn einer von uns sehr krank ist, (uns=Mensch oder Tier), und je nach Typ entsprechend reagieren!
    Das sind halt die Begebenheiten in der Tierhaltung, an die außer den Betroffenen niemand denkt! Wenn ich nur daran denke, wie unsere Frieda sich nach jeder Sturmflut die "Leckerchen" in Form von ersoffenen Mäusen und Ratten im Treibsel hineingeschlunzt hat und ich jedes Mal bald abgedreht bin, weil sie mal wieder schneller geschlungen hat, als ich reagieren konnte! Dazu dann die dummen Sprüche von Passanten: Lassen sie das Tier doch! Ist doch ein Hund!
    Prima! Ich bezweifel gaaaanz stark, dass einer von denen schon jemals eine schleimige, lauwarme, angedaute Ratte über den Fuß gekotzt bekommen hat! 0l Oder diese wunderbaren, unvergesslichen Erlebnisse, einen Hund zu baden, der sich zuvor ausgiebig in einem toten Seehund oder Hinterlassenschaften von Touristen ( natürlich immer im Schilf, wo man es nicht sofort sehen kann...) gewälzt hat!
    Ich versuche mich seit Jahren zu entscheiden, was ich ekliger finde: wenn sie es fressen, oder wenn sie sich drin wälzen? Bis jetzt bin ich noch zu keiner Entscheidung gekommen! :s
    *ggg* Aber das sind halt die Sachen, die nur andere Hundehalter verstehen können! Und auch, dass man trotzdem seine Viecher liebt und nicht missen möchte! - Auch wenn es sich in genannten Situationen für Außenstehende bestimmt manches Mal so anhört... :D
    Übrigens: unter Finchens Vorfahren müssen sich mal Schweine oder Golden Retriever befunden haben! Sie liiiiebt Schlammpfützen! Da wird sich hinein geschmissen und drin gebuddelt, bis der Matsch in den Ohren ( ...und nicht nur da!) hängt! Ebenso verfährt sie bei Ebbe im Watt! Aber im tiefen Wasser schwimmen, - och nöö.

    :0-
     
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