Forstamt führt Baumfällarbeiten im Mai aus

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  1. Jana96

    Jana96 Stammmitglied

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    Hallo,

    stelle gerade fest, dass bei uns im Stadtwald intensive Baumfällarbeiten stattfinden. Da gerade Brut und Setzzeit ist, wüsste ich gerne, ob das erlaubt ist und wie man dagegen vorgehen kann. Der Oberförster ist telefonisch nicht erreichbar und sämtliche Zuwege wurden schon seit Tagen mit Bäumen und Sträuchern abgesperrt.
    Ich habe auch schon den Nabu angerufen. Die finden das auch nicht in Ordnung und sagen ich soll den Förster persönlich ansprechen. Aber wie gesagt, ich komm an den irgendwie überhaupt nicht heran.
    Ist das rechtlich ok? Es wird gerade ein neues Wegenetz angelegt dort im Wald, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen dass das als Grund ausreicht jetzt im Frühling dort tätig zu sein.
     
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  3. Dino2007

    Dino2007 Stammmitglied

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    nein, das ist rechtlich nicht o.k. (Baumfällen, Heckenschneiden ist gesetzlich nur zwischen Oktober und März erlaubt - nicht nur für Privatpersonen, dieses Gesetz gilt auch für die Stadt- und Forstverwaltung). In jeder Stadt gibt es eine zuständige Stelle, die das Baumfällen genehmigt. Ich würde die Vermittlung der Stadtverwaltung anrufen und mir die Telefonnummer der zuständigen Stelle für Baumfällgenehmigungen geben lassen und da anrufen. Evtl. kann man die Zuständigkeit hierfür auch beim Ordnungsamt erfragen. Man kann auch googeln um die Telefonnumer der zuständigen Forstverwaltung zu ermitteln - da kann man auch mal nachhaken.
     
  4. Plymrock

    Plymrock Guest

    wenn die fällarbeiten der sicherung dienen (totholz, was auf spaziergänger herbastürzen könnte) ist es erlaubt.
    ebenso wie ein heckenschnitt, nur der totale rückschnitt ist (zumindest bei uns) in diesem zeitraum verboten
    wo würde sonst die hecke hhinwachsen?;)

    lg Plym
     
  5. #4 Paloma negra, 10. Juni 2010
    Paloma negra

    Paloma negra Foren-Guru

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    Vielleicht einfach gleich an die Medien wenden und das Ganze problematisieren? Da geht es wohl nicht um Verkehrssicherungspflicht, und das ist klar ein Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Im letzten Jahr haben wir auch die Polizei gerufen, als die Bundesbahn einen Bahndamm im Sommer "rasieren" wollte: mit Erfolg! In dem Fall hat unser Gartenamt geholfen mit Verweis auf s.o.
     
  6. Plymrock

    Plymrock Guest

    wie wärs, wenn du statt dessen eben wirklich erstmal über die behöhrden gehst. wenn die eine genemigung haben sollten, wäre das wirklich peinlich, direkt an die medien zu gehen...

    lg Plym
     
  7. #6 Paloma negra, 11. Juni 2010
    Paloma negra

    Paloma negra Foren-Guru

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    Falsch, Plymrock, an die Medien gehen ist manchmal das Einzige, was hilft. Das nennt man dann "Politik". Es kann nämlich durchaus sein, dass die das genehmigt haben, und es einfach machen. So wie es auch viele andere Dinge im Leben gibt, gegen die man dann auf anderen Wegen vorgehen muss. Oder meinst du, weil etwas "genehmigt" wurde, ist es unveränderbar und daran nicht zu rütteln? Sind Behördenvertreter unfehlbar? Nöö. Im Falle einer geplanten und GENEHMIGTEN Fällung von einer Vielzahl von Bäumen Anfang letzten Jahres haben wir mit Hilfe der Presse und Vertretern aus der Politik und anderen Teilen der Bevölkerung, also durch Herstellen von Öffentlichkeit, einen sehr großen Teil der Bäume retten können. Da hat dann die Genehmigung keine Rolle mehr gespielt. Ich rede nicht von Bäumen, die eine echte Gefährdung darstellen, weil sie z.B. von einem Pilz befallen sind.
     
  8. Plymrock

    Plymrock Guest

    und genau das muss erstmal in kenntniss gebracht werden.
    wenn die bäume vom borkenkäfer oder einem pilz befallen sind, und man voher an die medien geht, ja, was ist denn dann daran sinnvoll?
    im anderen fall, wenn das nicht so ist, ist es mir wurst, ob an die medien gegangen wird.
    man sollte sich voher nur mal über den hintergrund informieren, das wollte ich damit sagen.

    lg Plym
     
  9. Nika

    Nika Foren-Guru

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    Hallo,

    1. Ja, es ist rechtlich in Ordnung. Allen unüberlegt drauf los Schreienden sei hiermit gesagt: Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung:
    § 39 Abs. 5 Nr. 2 BNatSchG: "Es ist verboten, Bäume, die außerhalb des Waldes, (...) in der Zeit vom 1. März bis zum 31. September abzuschneiden oder auf den Stock zu setzen; (...)"
    Damit ist klar, dass die Maßnahme zulässig ist, da es sich hier um Stadtwald und damit um Wald im Sinne des § BWaldG (Bundeswaldgesetz) handelt.
    2. Ohne den genauen Vorgang zu kennen, wäre es duchaus denkbar, dass es sich - wie bereits richtig angesprochen - um eine Verkehrssicherungsmaßnahme handelt. Andererseits wäre es auch denkbar, dass aus Gründen des Waldschutzes z.B. vom Borkenkäfer befallene Bäume entnommen werden. Und selbst wenn es nur ein ganz normaler Hieb wäre - an Holznutzung gibt es, wie ich finde, nichts Anstößiges.
    3. Selbstverständlich gelten auch für Waldarbeiten die Bestimmungen der Naturschutzgesetze über Brut- Nist- und Zufluchtstätten, soweit sie erkennbar sind. Die meisten Landesnaturschutzgesetze haben darüber hinaus eine "Unberührtheitsklausel" für land-u. forstwirtschaftliche Maßnahmen.
    4. Ein Förster ist ein ausgebildeter Fachmann, der in der Regel die Gesetze kennt und auch ein Gespür für die zunehmend kritischere Bevölkerung (siehe unsere Diskussion) hat.
    5. Presse, NABU (die ja sicher noch viel größere Experten sind) oder ähnliches zu bemühen, finde ich nicht richtig. Erst sollte mal mit denjenigen gesprochen werden, die damit zu tun haben. Vorher sollte man mit ggf. unangebrachter Kritik sparsam umgehen.
     
  10. #9 Paloma negra, 12. Juni 2010
    Paloma negra

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    Ist es "kritischer", wenn sich eine Bürgerin Sorgen macht und um Rat fragt? Wohl kaum. Sie sorgt sich, und fragt sich und uns, ob das alles mit rechten Dingen zugeht. Erfahrungsgemäß tut es das nicht immer. Bei uns wurden vor einigen Jahren an einer Auffahrt zu einem ehemaligen Containerbahnhof mitten im Sommer sämtliches Gehölz und kleinere Bäume entfernt. Die Auffahrt war in keinster Weise eingeschränkt. Es hätte, so es trotzdem irgendwie nötig war, auch im Herbst gemacht werden können. Auf meine Nachfrage bei der Bahn wurde von den Fachleuten behauptet, ein Gleis sei zugewachsen. Der Witz an der Geschichte: Dort gab es nie ein Gleis und gibt es auch bis heute keins. Auch nicht in der Nähe. :k

    Schon im Ausgangspost schrieb Jana96:
    Dann kann man, so wie du dir das vorstellst, natürlich auch bis zum Sankt Nimmerleinstag warten? Nein, kann man nicht, denn dann sind die Bäume gefällt.

    Hier sprach auch niemand von "Kritik", sondern es ging darum, Antworten auf Fragen zu finden. Bei uns klappt das ganz gut mit der Presse. Es hat auch zur Folge, dass manches nicht mehr "einfach so" geschieht, und sogar, dass Vorhaben gecancelt werden, wie aktuell, wo eine neu entstandene Bürgerinitiative in einem Stadtteil sich für den Erhalt 100jähriger Platanen ausgesprochen hat, die für eine Tiefgarage gefällt werden sollten. Das ganze Vorhaben wurde gestoppt und es werden neue Lösungen gesucht, wo es angeblich vorher nur diese Lösung gab. Insgesamt sind bei uns - durch unsere Baumschutzaktionen -, sämtliche Parteien und die einzelnen Politiker mittlerweile sensibilisiert, was den Erhalt alter, wertvoller Baumbestände angeht. Es geht hier auch um Menschenschutz, ich lasse jetzt mal die Daten, was so ein Baum alles Schönes bewirkt, außen vor.

    Ich finde es notwendig und großartig, wenn sich immer mehr Menschen für ihre (Stadt-)Natur engagieren. Und wenn sie damit - in deinen Augen - "kritischer" sind, um so besser! Man muss sich nicht alles gefallen lassen.
    Ein Stadtwald gehört der Stadt und damit in der Regel den Bürgern, es sei denn es ist ein in der Stadt gelegener Privatwald. Aber auch für Privatbesitz gilt das Bundesrecht. Und die Verwaltungen sind für die Bürger da und werden von denen bezahlt - nicht umgekehrt. Auch bei der Geschichte, die ich oben erwähnte, wurde ein Bewußtwerdungsprozess ausgelöst durch die Infragestellung über die Presse - und es gab tolle Unterstützung durch die Politik.

    Um Pilz oder Käfer wird es sich wohl weniger handeln:

    Das kann man auch im Winter machen.

    Aber da Jana sich nicht wieder gemeldet hat, ist das Thema wohl erledigt.
     
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  12. Jana96

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    Vielen Dank für die zahlreichen Antworten.

    Das Thema hat sich tatsächlich erledigt. Ich habe den Förster dann doch noch erreicht. Er sagte mir, dass es sich bei den gefällten Bäumen um die Bäume handelt, die zu dicht an dem neu zu errichtendem Weg stehen. Man war wohl so ehrgeizig, diese erhalten zu wollen und es stellte sich nun heraus, dass sie doch noch wegmüssen. Da die meisten Bäume schon gefällt waren als ich ihn auf dem Handy erreicht habe, habe ich mich dann auch nicht weiter drum gekümmert. Es handelte sich um 5 Bäume.
     
  13. #11 Paloma negra, 12. Juni 2010
    Paloma negra

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    Hallo Jana, gut, dass du noch dran geblieben bist. Das war aber keine Notmaßnahme, sondern da war wohl die Zeitplanung falsch!
    Es hätte natürlich trotzdem im Herbst geschehen können, da sieht man mal wieder, wie gedankenlos manche "Fachleute" einfach ihren Job durchziehen. Wieviele Vogel-Opfer hat es wohl gekostet? Oder Kleinsäuger?
     
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