Frage zur Winterfütterung

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  1. Michael50

    Michael50 Neues Mitglied

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    Hallo,
    ich fütterere nun schon seit geraumer Zeit bei uns im Garten eine ziemlich grosse Vogelschar. Bislang hatten wir eine geschlossene Schneedecke und immer Temperaturen im Minusbereich. Laut Wetterbericht ist ab jetzt Tauwetter angesagt und Regen. Die Temperaturen sollen bis zu 6 Grad klettern. Wie soll ich mich jetzt mit dem Füttern verhalten. Sofort stoppen oder langsam auslaufen lassen?
    Würde mich über hilfreiche Antworten freuen.

    LG,
    Michael
     
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  3. #2 Alfred Klein, 15. Januar 2010
    Alfred Klein

    Alfred Klein Depp vom Dienst ;-)

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    Hallo Michael

    Ich füttere wie bisher weiter.
    Auch wenn kein Schnee mehr liegt so ist das Futterangebot doch sehr mager. Das sehe ich täglich am Futterplatz, vor allem vormittags ist viel Betrieb weil die Vögel von der langen Nacht her sehr viel Hunger haben. Wenn die Vögel genug finden merkst Du das daran daß sie weniger kommen weil ihnen das natürliche Futter besser schmeckt.
     
  4. swift_w

    swift_w Foren-Guru

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  5. Ira

    Ira Foren-Guru

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    Auch ich fütter weiter,meist bis zum Frühjahr.Allerdings,brauche ich bei Tauwetter nicht mehr für Wassser sorgen:freude:.Gruß Ira
     
  6. Michael50

    Michael50 Neues Mitglied

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    Hallo,
    vielen Dank für eure Antworten. Dann werde ich damit anfangen, die Futtermenge langsam zu reduzieren.

    Schönes Wochenende noch,

    Gruss,
    Michael
     
  7. #6 Holger Günther, 20. Januar 2010
    Holger Günther

    Holger Günther Foren-Guru

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    Heute hat der Ornithologe Peter Berthold(Max-Planck-Institut) die Winterfütterung als moralische Pflicht bezeichnet(Interview in der Welt).Er plädiert für eine ganzjährige Fütterung der Vögel und zwar mit Meisenknödel und Körnerstreufutter.Er läßt auch kein gutes Haar an den großen Naturschutzorganisationen(für mich sind es kriminelle Vereinigungen-was ich gerne bereit bin sachlich zu begründen).Für die Vögel bringt danach ein Vogelhaus mehr als der wildeste Ökogarten.Er begründet das auch mit Beispielen.
    Die andere Seite ist die,das durch die Winterfütterung sich die Zugwege ändern und nach England ziehende Mönchsgrasmücken inzwischen kürzere Flügel haben und sich offensichtlich nicht mehr mit den anderen paaren-quasi eine neue Art entsteht(war ein Artikel vor einigen Wochen).Vielleicht gibt es schon Hauskohlmeisen und Hausamseln und man hat es nur noch nicht erforscht.Holger
     
  8. kace63

    kace63 Foren-Guru mZg

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    Ganzjährige Fütterung ist aber verantwortlich für den Tod von Jungvögeln - weil die Elterntiere sich nämlich auch während der Aufzucht weiterhin am leicht zugänglichen Futter bedienen und dann die Jungen damit füttern anstatt ihnen die benötigte tierische Nahrung zu geben - es ist schon ganz richtig eingerichtet, daß es im Frühjahr natürlicherweise nur wenige Sämereien und viele Insekten gibt - außer der Mensch mischt sich ein
     
  9. Raven

    Raven De omnibus dubitandum

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    Nein, das tun sie nicht. Sie fressen zwar selber von dem angebotenen Futter, aber für die Jungen suchen sie Insekten. Die wissen schon, womit sie ihre Jungen füttern müssen.
     
  10. #9 Holger Günther, 20. Januar 2010
    Holger Günther

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    Genauso ist es,sie brauchen die Energie,um für die Jungvögel Insekten zu suchen.Dadurch,das die Eltern keine Insekten für sich zu suchen brauchen,erhöht sich der Bruterfolg.Holger
     
  11. jakarini

    jakarini Neues Mitglied

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    ich wäre froh überhaupt ein Paar Vögel am Futterhaus zu sehn,gerade in Mecklenburg sind wir ja eigentlich mit Wintergästen fast verwöhnt aber in diesem Jahr kann man Kohlmeise und Feldsperling schon als Rarität ansehn.Haben andere Leute auch diese Erfahrung gemacht ?
     
  12. #11 Holger Günther, 20. Januar 2010
    Holger Günther

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    Wenn jeder füttert verteilt es sich.Holger
     
  13. kace63

    kace63 Foren-Guru mZg

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    Leider ist das nicht richtig - ebensowenig wie Menschen wissen was gut für sie ist.
    Besonders Sperlinge fallen der Fehlernährung durch ihre Eltern zum Opfer.
    Diese info habe ich von einer befreundeten Tierärztin die ihre Nachbarn erst von der Schädlichkeit der Fütterung während der Brutsaison überzeugen konnte, als sie alle toten Küken in einem Sperlinsnest unter ihrem Dach sezierte und den Kropf/Mageninhalt (fast ausschließlich Körner aus dem Vogelhaus der Nachbarin) eben dieser Nachbarin präsentierte - es war nicht das erste Mal, daß eine komplette Brut starb, nach dieser drastischen Präsentation aber das letzte Mal.
     
  14. Raven

    Raven De omnibus dubitandum

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    Kace,

    das könnte meiner Meinung nach dann passieren, wenn die Vögel aus irgend einem Grunde keine Insekten finden. Dann werden sie nehmen, was da ist.

    Körnerfresser wissen ganz genau, dass sie Insekten nehmen müssen, um ihre Jungen zu füttern, denn das machen sie in der freien Natur nicht anders.
    Auch die Weichfresser stellen ihre eigene Nahrung zwar im Winter auf pflanzliche Kost um, wenn nichts anderes da ist, aber sobald es wieder Insekten gibt, nehmen sie keine gefetteten Haferflocken mehr.
     
  15. Milvus

    Milvus En Viehlsnarr

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    Das sehe ich auch so. Und auch bei Eis und Schnee suchen die Vögel noch immer nach ihrer natürlichen Nahrung, auch wenn sie an die Futterhäuser gehen. Kann man immer wieder beobachten. Ausnahme sind natürlich richtig fiese Kältegrade, wenn sie einfach nur sitzen bleiben, um Energie zu sparen oder wenntatsächlich nicht das kleine Insektenei noch irgendwo versteckt ist.
     
  16. Walter

    Walter Mitglied

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    Selbstverständlich wissen die Vogeleltern womit sie ihren Nachwuchs füttern müssen. Im Fall der Sperlinge, die sich ja von Insekten und Sämereien ernähren, ist das sogar besondern leicht zu beweisen, denn in der Zeit in der sie ihre Jungen aufziehen steht ja auch ohne das Futterangebot des Menschen beides zur Verfügung. Sie haben also schon immer aus dem Angebot das die Natur ihnen bietet, das Richtige auswählen müssen.

    Im übrigen ist die Fütterung im Sommer ja nur ein Angebot unter vielen Nahrungsquellen und wird dementsprechend wenig in Anspruch genommen. Ich füttere im Sommer und Winter vor allem Haferflocken die mit Rapsöl getränkt wurden. Im Sommer reichen 500 Gramm für mindestens 1 Woche, jetzt im Winter für einen Tag. Zusätzlich gibt es aber im Winter für die Körnerfresser (Meisen, Buchfinken und Grünfinken) noch etwa 500 Gramm Sonnenblumenkerne und für die Amseln Äpfel und Rosinen. Meisenknödel biete ich ebenfalls an. Das Verhältnis der Futtermengen Winter zu Sommer beträgt also mindestens 20:1.

    Meine Feldsprlinge brüten äußerst erfolgreich, Verluste durch Katzen und Sperber gibt es so gut wie gar nicht, da die Futterstelle entsprechend eingerichtet ist. Zum Tag der Wintervögel vom LBV habe ich anhand eines Fotos an meiner Futterstelle etwa 80 Feldsperlinge gezählt, was aber längst nicht alle sind. Und das ist meiner Meinung nach auch das einzige Problem der Wildvogelfütterung: manche Vögel vermehren sich zu sehr. Das Musterbeispiel sind hier ja die Tauben in den Städten.

    Gruß
    Walter
     
  17. Raven

    Raven De omnibus dubitandum

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    Hallo Walter,

    fressen deine Sperlinge die gefetteten Haferflocken? Bei mir ist das nur Amselfutter. Die Feldsperlinge, inzwischen schon mehr als 50, fressen Wellensittichfutter, das ich mit etwas Hanf und Waldvogelfutter mische.
     
  18. Walter

    Walter Mitglied

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    Hallo Dagmar,

    die Haferflocken fressen sie sogar sehr gerne. Sie füttern sie auch an ihren Nachwuchs in den ersten Tagen nach dem Ausfliegen, das gilt übrigens auch für die Meisen. Die Haferflocken werden eigentlich von allen Vögeln die ans Futterhaus kommen sehr gerne gefressen. Ich habe vor einigen Tagen Hirse an der Futterstelle ausgestreut, die blieb aber lange liegen. Dabei fressen sie mir meine selbstangebaute Hirse immer schon kahl ehe sie richtig reif ist. Vermutlich liegt das aber daran, dass sie halbreife Hirse bevorzugen.

    Die Haferflocken sind aber ganz eindeutig das Lieblingsfutter, vermutlich wegen des hohen Fettgehalts durch das Rapsöl. Raps ist ja bei Sperlingen und sicher auch bei anderen Vogelarten ein sehr gefragtes Futter. Ich vermute mal, dass bei dir die Feldsperlinge ganz einfach noch nicht auf den Geschmack gekommen sind, vielleicht liegt es ja auch am Fett. Das Öl hat den Vorteil dass man es in jedem Lebensmittelgeschäft bekommt und alles in wenigen Minuten ohne Erhitzen gemischt werden kann.

    Viele Grüße
    Walter
     
  19. Raven

    Raven De omnibus dubitandum

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    Hallo Walter,

    "meine" Sperlinge sind sozusagen mit Hirse aufgewachsen, so wie deine mit Haferflocken. Die knacken die Hirse genauso schnell wie die Wellensittiche.
    Wat de Buer nich kennt, dat frett he nich :D Wegen der Schalen wäre es mir auch lieber, sie würden Haferflocken fressen....

    Ich werde es auch mal mit Rapsöl probieren, ich nehme bisher entweder Maiskeimöl oder Palmin/Schweineschmalz gemischt.

    [​IMG]
     
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  21. Annabell

    Annabell schau mir in die Augen

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    Schönes Foto! Schon lange nicht mehr so viele Spatzen auf einen Haufen gesehen. :-)

    Eine Frage zum Öl. Ich habe noch eine angefangene, fast volle Flasche Olivenöl. Kann ich das auch nehmen, es schmeckt mir nicht?
     
  22. #20 Holger Günther, 22. Januar 2010
    Holger Günther

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    Der Ornithologe hat darauf hingewiesen,daß es heute wesentlich weniger Insekten gibt ,als früher.Wenn die Altvögel dieInsekten brauchen,verhungert der Nachwuchs.Er verweist auf die Lichtfallen in Volieren,die kaum noch Insekten anlocken.
    Ich möchte noch was anderes dazu sagen.In meinem Garten verwende ich keine Chemie.Da aber fast alles wurmstichig ist(Kirschen,Äpfel),habe ich dann mit Duftfallen und Gelbtafeln gearbeitet.Da waren dann ziemlich viele Insekten über die Wochen dran.Hinterher war mir klar,das es für die Insekten vollkommen egal ist,ob man sie durch spritzen abtötet oder ökologisch korrekt mit Fruchtfallen.Öko bringt der Vogelwelt also gar nichts(es sei denn man,ißt den Wurm mit).Holger
     
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