Fragen zum TS

Diskutiere Fragen zum TS im Clicker-Training Forum im Bereich Allgemeine Foren; Ich habe einen handzahmen Graupapagei. Ich möchte das Clickertraining benutzen um ihn von verschiedenen Verhaltensweisen abzubringen. Soweit...

  1. folke

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    Ich habe einen handzahmen Graupapagei.
    Ich möchte das Clickertraining benutzen um ihn von verschiedenen Verhaltensweisen abzubringen.
    Soweit ich es verstanden habe benutzt man den TS um den Vogel irgendwo hin zu locken oder zu etwas zu bringen (z.B. auf die Hand steigen oder einen Stock) aber nicht um ihn von etwas abzuhalten, stimmt das?
    Ich möchte z.B. das er im Käfig nicht immer so ausflippt.
    Ist es trotzdem sinnvoll zuerst mit dem TS zu trainieren?
    Gibt es noch mehr Beispiele wann man den TS einsetzt und wann nicht?

    Gruß Folke
     
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  3. Saskia137

    Saskia137 Foren-Guru

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    Hi Folke,

    tja, im Endeffekt hast Du es schon so in etwa beschrieben, wobei beim Clickertraining - auch wenn etwas abgewöhnt werden soll, der TS zum Einsatz kommt, da man nämlich beim Abgewöhnen eben mit dem Geier ne Ersatzhandlung trainiert wird und dazu braucht man dann wieder allgemein den TS.
    Also wenn er den TS kennt und auf ihn reagiert (ihm also hinterherläuft), kannst Du mit dem TS das in den Käfig gehen und auch div. Kletterübungen in und um den Käfig üben und ihn somit ablenken.
    Du belohnst ihn dann dafür, dass er im Käfig ruhig hinter dem TS herklettert und lenkst ihn so davon ab, im Käfig auszuflippen.

    Noch ein paar kurze Fragen, bzgl. der Art und Weise, wie Dein Grauer im Käfig ausflippt:
    Flippt er denn immer aus, wenn er im Käfig ist und wie äußert sich das Ausflippen?
    Also ich meine, flippt er nur dann aus, wenn er im Käfig ist und der zu gemacht wurde?
    Heißt ausflippen im Falle Deines Grauen Rufen/Schreien/Randalieren, also auf sich Aufmerksam machen?
    Oder gerät er in Panik, wenn jemand am Käfig vorbei geht?

    Zusätzlich mußt Du lernen, ihn zu ignorieren, wenn er im Käfig am Ausflippen ist, da ja unerwünschtes Verhalten ignoriert werden soll, damit er merkt, dass es sich nicht lohnt.

    Beim Clickertraining versucht man, die unerwünschten Aktionen vollständig zu vermeiden, d.h. den Geier spätestens genau dann abzulenken, wenn er zwar schon auf die Idee kam, nen bestimmten Unsinn zu verzapfen, damit aber gerade noch nicht begonnen hat.
    Das hat einerseits die Konsequenz, dass die Pieper das unerwünschte Verhalten seltener zeigen (man ist also nicht durchgehend mit ignorieren beschäftigt ;)) und durch das Training und das Leckerli merkt er, dass es bestimmte Aktionen gibt, die sich eben eher lohnen.
    So z.B. bei nem "im-Käfig-Ausflipper" könnte man bestimmte Kletter-/Turnübungen ausprobieren. Es gibt ja z.B. so verrückte Vögel, die den Kopf zwischen den Füßen durchstrecken, nen Purzelbaum schlagen oder sich einfach den Rücken nach unten an der Stange baumeln lassen, d.h. wenn er sowas macht, Click und Leckerli, damit verstärkst Du seine kreative Kletterei (dazu bräuchte man dann z.B. nicht unbedingt nen TS, man könnte aber mit dem TS die Turnerei unterstützen, z.B. indem man ihm den TS so hinhält, dass er ne Bestimmte "Figur" einnimmt) und er merkt, dass sich seine Kletterei mehr lohnt, als seine Ausflipperei.

    Ich hoffe, ich habe es einigermaßen verständlich zusammengestammelt, was ich erklären wollte. Wenn nicht, einfach nochmal nachfragen.
     
  4. folke

    folke Stammmitglied

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    Vielen Dank Saskia für deine ausführliche Antwort.

    Meine Graue ist jetzt 4 1/2 Monate, ich habe sie seit einem Monat. Sie ist eine Handaufzucht (Notfall bedingt, die Eltern haben nicht mehr gefüttert, sie ist daher schon mit 6 Wochen aus dem Nest genommen worden.)
    Bevor wir sie geholt haben, hatte ich zwar einige Bücher gelesen, war aber noch nicht auf dieses Forum gestoßen. Der Züchter hat uns keine Tips zur Eingewöhnung gegeben und so haben wir sie am Tag des Einzugs erst einmal ordentlich betütelt und verwöhnt, bevor wir sie, nach Stunden des trauten Familienlebens, in den Käfig (92x64x150 Innenmaße)
    gesetzt haben, ein Fehler wie ich jetzt weiß.
    Und von dem Moment an war die Hölle los. Sie schreit nicht, hampelt aber unaufhörlich im Käfig rum, klettert nach oben, stürzt sich dann von dort nach unten, scharrt auf dem Boden rum, wälzt sich dort.... so schlimm, dass mittlerweile alle Schwanzfedern abgebrochen sind, die Schwungfedern geknickt und Spitzen abgebrochen, die Haut über dem Schnabel hat eine dicke Macke. Sie sieht aus, als hätten wir sie durch die Mangel gedreht.
    Ich war schon beim Tierarzt (Vogelspez.), der sagte sie hätte keine Mangelerscheinungen und sei ein gesunder Vogel.
    Die Turnübungen, die du vorschlägst, macht sie im Prinzip schon von selbst, aber so wild, dass alle Federn kaput gehen und die Flügelkanten rote Hautstellen zeigen. Sie scheint keine Angst vorm Käfig an sich zu haben, denn sie klettert gerne außen hoch und mag es oben drauf zu sitzen. Sie schrickt auch nicht auf, wenn man sich nähert, sie will nur raus.
    Wenn ich das Zimmer verlasse, beruhigt sie sich nach einer ganzen Weile und sitzt dann auf dem Boden, aber sobald ich wieder da bin geht es von vorne los.
    Ich habe schon eine große Voliere (2x1) im Auge und möchte, wenn die DNA-Bestimmung da ist einen Partnervogel anschaffen. Aber ich habe Angst, dass der Neue sich das wüste Verhalten abschaut. Ich würde gerne eine NB anschaffen, aber würde ein scheuer junger Vogel mit so einem Verhalten klar kommen.
    Mit dem Clickertraining habe ich heute mit dem Konditionieren der Leckerlies angefangen.

    Gruß Folke
     
  5. Saskia137

    Saskia137 Foren-Guru

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    Hi Folke,

    so wie Du es jetzt beschrieben hast, solltest Du mit Deiner Süßen vielleicht so Kommandos, wie z.B. "bleib" üben, erst draussen, damit sie lernt und weiß, was Du von ihr willst, wenn sie ruhig sitzenbleiben soll und dann wenn es draussen sitzt, auch drinnen.
    Mir klingt Deine Beschreibung aber auch ein wenig danach, dass Deine Süße, wenn sie schon mal im Käfig ist, keine "vernünftige" Beschäftigung hat.
    Denn Du schreibst, dass sie, wenn sie sich beruhigt hat, dann einfach nur auf dem Käfigboden sitzt.

    Also könntest Du z.B. auch ihre Intelligenz fordern, indem Du z.B. das Futter "versteckst". Da hatte Ann wenn ich mich recht erinnere in ner Fernsehsendung mal drei Geschirrtücher zu nem Dicken langen Zopf geflochten und Nüsse in den Zopf reingestopft, die Ihre Geier dort rausangeln mußten.
    Man kann auch ne Pappröhre (Küchenrolle) mit ein paar Nüssen/Körnern befüllen und an den Enden mit Küchenpapier oder Zeitungspapier zustopfen und dann zerlegen sie entweder die Stopfen oder die Pappröhre, um an ihre Leckerlis zu kommen.
    So sind sie beschäftigt und kommen auch nicht unbedingt auf die Idee nur in einer bestimmten Art und Weise blödsinn zu treiben.

    Bzgl. dem zweiten Geier und der Voligröße, muß ich sagen, das klingt doch schon mal richtig gut! Nur würde ich Dir raten, damit nicht zu lange zu warten. Deiner Kleinen ist, wenn sie alleine im Käfig ist und Du ihr keine Aufmerksamkeit schenkst/schenken kannst, einfach nur langweilig und diese Langeweile versucht sie nur irgendwie zu überbrücken. Hat sie nen Kumpel, so wird sie ihre Langeweile an ihm auslassen und wenn beide auch entsprechend Platz haben, sich bei schlechter Laune mal aus dem Weg zu gehen, so würde ich sagen, ist alles in Butter.
    Ich denke da brauchst Du Dir wg. ihrem Verhalten keine Sorgen machen, der neue wird sich von ihr eher abschauen, das Ihr ihm nicht gefährlich seid und sie wird sich von ihm das natürliche Sozialverhalten eines Papageis abschauen.
    Wäre nur noch die Frage, wie Klein der jetzige Käfig ist, denn wenn Euer Käfig Deiner Süßen vom Gefühl her zu klein ist und dann zusätzlich "nur" die falschen Beschäftigungsmethoden im Käfig zu finden sind, ist Ihr Verhalten nicht ganz unverständlich, denn irgendwas muß sie ja machen. ;)
     
  6. folke

    folke Stammmitglied

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    Hallo Saskia,

    vielen Dank für die Tips, ich werde mal ein paar neue Sachen im Käfig ausprobieren.

    Die Sache mit dem Partnervogel, wird in Angriff genommen sobald die DNA-Bestimmung zurück ist, die Federn habe ich letzte Woche abgeschickt.

    Ich habe schon das Buch von Ann Castro über Clickertraining bestellt, aber du wirst mich sicherlich hier noch häufiger mit "dummen" Fragen finden, wenn wir uns richtig eingelesen und eingearbeitet haben.

    Gruß Folke
     
  7. Saskia137

    Saskia137 Foren-Guru

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    Hi Folke,

    es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten :p und solange die User ab und an in die FAQs oder sich sonst wo vorab ein wenig schlau lesen und dann ganz speziell ihre Fragen stellen, bin ich sehr gerne bereit mit Antworten zu helfen. :~
     
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