Fritz.. Oder "Das letzte Rennen?"

Diskutiere Fritz.. Oder "Das letzte Rennen?" im Pferde Forum im Bereich Tierforen; Hi Ihrs, So, nun endlich, nachdem ich in den letzten Monaten kaum mal an den Computer, und schon gar nicht in die Foren kam, ist es soweit; ich...

  1. #1 Fritzifrau, 3. Januar 2003
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    Hi Ihrs,

    So, nun endlich, nachdem ich in den letzten Monaten kaum mal an den Computer, und schon gar nicht in die Foren kam, ist es soweit; ich nehme mich jetzt selber mal an der Nase und werde in Tagebuchform berichten, wer mir da in der letzten Zeit die Selbige in rauher Menge *gestohlen* hat..
     
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  3. #2 Fritzifrau, 3. Januar 2003
    Fritzifrau

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    Ups.. Jetzt hab ich auf den falschen Knopf gedrückt.. Die Story sollte ja viel länger werden...

    Also, Fortsetzung folgt gleich! :~
     
  4. #3 Fritzifrau, 3. Januar 2003
    Fritzifrau

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    So, hier, beim dritten Anlauf, nun die Geschichte die ich niederschreiben möchte:

    Ich besitze seit ca. 8 Jahren ein Pony namens Fritz.
    Ich übernahm ihn von einem Händler. Als wir hinkamen, meinte der Händler: "Ja, manchmal legt er die Ohren an.. Aber sonst ist er ganz brav..." Aha.
    Fritz stammte aus der Tschechei, wo er einem Bauern gehört hatte, der ihn zur Feldarbeit hernahm, und der mehr betrunken als nüchtern war. Den Rest könnt Ihr Euch ja schon mal ungefähr ausmalen...

    Das erste Kennenlernen gestaltete sich ungefähr so: Hingehen zu Fritz, mit angelegten Ohren empfangen und mit einem Steigen auf der Hinterhand und mit einem Herschlagen der Vorderbeine wieder verjagt werden...
    Er war an und für sich als Fahrpony für die Firma gedacht. Wir nahmen ihn, obwohl er sich als so "bösartig" entpuppte, auf Probe mit. Aber nachdem Fritz sich weiterhin wochenlang extrem aufführte, meinte die Firma, daß es zu gefährlich sei, ihn zu nehmen, weil er ja doch den ganzen Tag im Verkehr und in der unmittelbaren Umgebung von Kindern sein würde. Und das gehe beim besten Willen nicht. Da konnte ich leider nichts entgegensetzen.
    Okay; ich sagte der Firma, ich würde ihn zurück zum Händler bringen. In Wirklichkeit aber rief ich den Händler an, fragte ihn nach dem Preis, einigte mich mit ihm, und brachte den Fritz zu uns in den Reitstall, wo ich mein großes Pferd (leider lebt er nicht mehr... :( ) stehen hatte. Ich konnte einfach nicht anders. Denn mittlerweile war mir der kleine Gauner sehr ans Herz gewachsen. Und ich bin mir ziemlich sicher, daß er mit seinem damaligen, wirklich unberechenbaren Wesen über kurz oder lang beim Fleischhauer gelandet wäre.
    Nun gut; nun hatte ich ein Pony, das keinen Menschen zu sich in die Box ließ, sich kaum putzen oder sonstiges über sich ergehen lies, der EXTREM kopfscheu war, und der beim Reiten oder Fahren so heftig war, dass man die "Bremse" nicht fand.. Aber die Geschichte, wie er in den Monaten und Jahren allmählich erkannte, daß man ihm nichts Böses wollte, würde ein eigenes langes Kapitel füllen. Wenn ich mal dazu komme, werde ich sie niedertippen.
    In ganz kurzen Sätzen zusammengefaßt; mittlerweile kann man Fritz schon als "relativ" normal bezeichnen. Jetzt werden nur mehr bestimmte Menschen in bestimmten Situationen (Impfen, Fiebermessen, Kopf streicheln, Wundpaste verabreichen, etc... ) attakiert. Wobei jedem, der ihn nicht kennt, weiterhin zu raten ist, Abstand von ihm zu halten.. :s Aber Kinder kommen sehr gut mit ihm zurecht, und auch beim Reiten und Fahren ist (war... :( ) er mittlerweile eine Lebensversicherung..

    So; aber nun zu unserer Geschichte der letzten Monate; und hierbei gleich zu Beginn an alle Pferde- und Ponybesitzer der Rat, feste zu sparen zu beginnen und zu hoffen, daß so etwas Euch nie passieren möge...



    Anfang September 2002:

    Ich wurde gefragt, ob ich Fritz für ein Kinder-Ponyrennen zur Verfügung stellen würde. Das Rennen würde als Benefizveranstaltung auf einer Trabrennbahn stattfinden, von Kindern geritten werden und die Distanz von 500 Metern haben. Nicht mal eine halbe Runde auf der Bahn. Also eigentlich ein Kinderspiel für meinen Fritz, der gut in Kondition war, und mit dem ich öfters mal an diversen kleineren Geschicklichkeitsspielen teilnahm. Das hatte nichts mit diesen ganzen verrückten Pferderennen zu tun, die es immer wieder gibt, und die ich überhaupt nicht leiden kann, sondern es war eine eigene Veranstaltung, wo der Reinerlös zugunsten krebskranker Kinder gespendet wurde. Das fand ich sehr gut. Für einen guten Zweck war ich gerne bereit, was beizusteuern. Und 500 Meter auf einer gepflegten Bahn mit einem leichten Kind auf seinem Rücken zu laufen, das war für den Fritz das geringste Problem... Solche Distanzen legte er vielfach bei jedem Ausritt und bei jeder Ausfahrt zurück.
    Ich sagte zu.
    Im Stall bei uns war ein Kind, das selber ein Pferd hatte, welches aber zu groß für diesen Bewerb war. Es waren ja nur Ponies zugelassen. Das Kind konnte sehr gut reiten und hatte Fritz schon öfters geritten. Ich selber ritt ihn ja seit Jahren nicht mehr, da ich in den letzten Jahren ziemlich zugenommen hatte, und Angst hatte, ihm zu schwer geworden zu sein. Ich spannte ihn nur mehr ein. Das aber oft. In seinem leichten Gig ging er gerne und freudig! Es machte uns beiden Spaß, durch die Gegend zu spazieren.. :)
    Das Mädchen übte einige Male vor dem Rennen, und die beiden kamen wie gesagt gut miteinander aus. Ich bläute ihr immer ein, daß sie einfach nur mitreiten sollte, denn in dem Rennen ging es ja im Prinzip um nichts außer einem kleinen Pokal. Es ging darum "Dabeisein ist alles". Eben nur, damit einige Starter dabei waren, um das Ganze ein wenig interessanter zu machen. Denn die Zuschauer konnten da ja auch wetten, und das ganze Geld kam wie gesagt den Kindern zugute. Es gab also keinen Grund, wie irr darauf hinzuarbeiten, noch den einen oder anderen Platz nach vorne zu stoßen. Das Mädchen verstand mich. Sie sah es genau so. Sie ist wirklich ein liebes und ruhiges und angenehmes Kind! Ich war zuversichtlich, was das Rennen betraf.

    14.9. 2001

    Der Renntag.

    Wir fuhren geben Mittag los und waren am frühen Nachmittag auf der Rennbahn. Das Mädchen kam auch bald darauf und richtete Fritz her. Mit Hingabe putzte sie ihn blitzblank, und sie machte ihm schöne Zöpfchen in die Mähne. Ich ließ sie gewähren. Ich dachte mir, daß das sicher ein gutes Mittel sei, sie abzulenken. Denn ich hatte das Gefühl, daß sie nun begann, nervös zu werden. Auch ich war schon unruhig. Schließlich befanden wir uns auf der größten Rennbahn Österreichs, und es waren Tausende von Zusehern da. Und Fritz konnte sich schon ziemlich nervig anstellen, wenn er merkte, daß da was im Busch war. Und Laufen tat er für sein Leben gern. Wenn er die große Bahn sehen würde, dann würde er wohl nicht mehr leicht zu halten sein..

    Die ersten Rennen begannen. Normale Trabrennen. Eben diese, die ich nicht leiden kann.. Wo es eben nur ums Geld geht..

    Das Ponyrennen war als 8. Rennen an diesem Tag angesetzt. Ca. um 16 Uhr. Gegen 15 Uhr stieg das Mädchen auf Fritz und ritt ihn langsam warm. Fritz war jetzt schon ziemlich geladen, aber nach einer Weile beruhigten sich beide.. Kind und Fritz.. Sie drehten ruhig ihre Aufwärmrunden, bis das Kommando zum Einreiten erklang. Ich führte Fritz bis zum Start. Jetzt waren wir alle drei mächtig nervös! Fritz war kaum mehr zu halten vor lauter Eifer! Er sah die Bahn und dachte nur mehr ans Laufen! Da kam das Vollblut, daß er offensichtlich in einigem Maße besaß, in ihm durch!
    Endlich erklang das Startkommando :"Pferde- eins-zwei-ab!!!" Ich ließ Fritz los, und ab ging es. Wir Mütter (die anderen Erwachsenen hatten ihre Kinder und Ponies zum größten Teil ebenfalls zur Sicherheit beim Start festgehalten) hatten alle Beine voll zu tun, um quer über die Wiese die Abkürzung ins Ziel zu erreichen, um noch ein wenig vom Einlauf zu sehen! Denn die Ponies waren ja nicht mal 30 Sekunden unterwegs, schätze ich. Die Strecke war ja wirklich sehr kurz. Als wir zum Ziel kamen, sahen wir nicht mehr. Die Ponies waren schon durchs Ziel. Wir hörten nur den Sprecher, der das Ergebnis durchgab. Demnach landete Fritz an der guten 5. Stelle! Ich war beeindruckt! Braver Fritz! Na ja, wenn es ums Rennen ging, war man bei ihm immer richtig.. :) Der Sprecher sagte dann, daß sich alle Teilnehmer im Ziel einfinden sollten, weil jedes Kind ein kleines Geschenk bekam. Die Kinder kehrten also zu uns zurück. Fritz war noch immer aufgeregt und wäre am liebsten noch weitergelaufen! Er wirkte soweit fit, was man in diesen Minuten erkennen konnte. Dann sprang er in seiner Ungeduld über einen kleinen Graben. Da hatte ich das Gefühl, wie wenn er sich dabei etwas vertreten hatte. Aber es war nichts auffälliges zu merken. Das Mädchen strahlte und schwärmte, daß Fritz ganz brav gewesen sei!
    Dann wurden die Kinder nochmals zu einer Siegerparade geschickt. Das heißt, sie gallopierten nochmals miteinander als Gruß am laut applaudierenden Publikum vorbei und dann ritten sie beim Ausgang raus Richtung Stall. Das alles sah ich dann aber nur mehr aus der Ferne, weil ich ja zu Fuß viel langsamer war. Ich war erleichtert, daß das Rennen vorbei war und alles glatt gegangen war.
    Dachte ich..

    Als ich zum Stall kam, liefen mir die Kinder schon aufgeregt entgegen: "Der Fritz lahmt!!!!!!!!", erklang es in einem wilden Chor! Ich dachte mir: "Na toll, das hat sich ja wieder mal rentiert.. Jetzt hat er sich auch noch wehgetan.." Aber ich war nicht sehr beunruhigt, da er im Ziel ja noch okay war. Ich glaubte halt an eine kleine Überanstrengung, oder daß er sich vielleicht irgendwie angehaut hatte. Oder vielleicht der kleine Hüpfer über den Graben. Viel konnte es sicher nicht sein. Als ich dann aber bei Fritz angelangt war, merkte ich sofort, daß da doch was Gröberes passiert war.. Fritz konnte kaum auftreten, und eine dicke Beule trat bei seinen Sehnen hervor und wurde von Minute zu Minute dicker.. Fritz mochte sich kaum mehr bewegen.. Mich traf fast der Schlag.. Das konnte doch nur ein böser Traum sein! Bitte laß mich doch aufwachen!!! BITTE!!!!!!!!!!!! Das waren meine einigen Gedanken..
    Ich führte Fritz vorsichtigst zum nächsten Wasserschlauch und wir kühlten sein Bein. Als jemand kam, der von dort war, bat ich ihn, mir so schnell wie möglich den Rennbahntierarzt zu schicken. Das wurde gemacht. Innerhalb von ein paar Minuten war ein Tierarzt da und untersuchte Fritz. Fritz ließ sich das alles gefallen. Das war für mich der beste Beweis, daß da was ganz Ernstes vorlag.. Die Miene des Tierarztes verfinsterte sich bei der Untersuchung. Dann machte er einen dicken Verband, rief in der Klinik an und überwies uns sofort an die Klinik. Er meinte, daß da ein gröberer Sehnenschaden vorliegt.. Mir wurde immer mieser.. Ich konnte es einfach nicht glauben! Mein Fritz, der so robust wie ein Stier war!!!! Wir luden Fritz vorsichtig in den LKW, und ab in die Klinik.

    Fortsetzung folgt.
     
  5. #4 Coco´s Boss, 3. Januar 2003
    Coco´s Boss

    Coco´s Boss Guest

    Ach Karin.
    Die Lieben machen uns schon Seelensorgen!
    Ich hoffe das die Fortsetzung gut ausgeht???
    Bin sehr gespannt!
    LG.
    Joe.
    PS .
    Denk ans kopieren, sonst alles umsonst.
    :0-
     
  6. #5 Fritzifrau, 3. Januar 2003
    Zuletzt bearbeitet: 3. Januar 2003
    Fritzifrau

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    So,

    wir erreichten die Klinik. Wir wurden schon erwartet. Fritz wurde ausgeladen und dann erfolgte eine sehr lange und ausführliche Untersuchung.
    Das Ergebnis war niederschmetternd.. Der Fesselträger (das ist die wichtigste Stütze des Pferdebeines!) an diesem Bein war großflächig zerstört und fast komplett durchgerissen. Jeder der Tierärzte dort war erstaunt, daß Fritz sich mit dieser Verletzung überhaupt noch fortbewegen konnte und wollte. Und das größte Rätsel ist bis heute, WIE er sich das gemacht hat! Denn alle sind der selben Meinung, daß das nicht bloß bei einem Rennen von 500 Metern passiert sein konnte. Man ist zu dem Schluß gekommen, daß er mit ziemlicher Sicherheit schon längere Zeit ein lädiertes Bein gehabt haben muß, und daß eventuell dieser kleine Sprung über den Graben und das Verknaksen dabei das Ganze ausgelöst hat.
    Das Problem mit den Sehnen (und Fesselträgern) ist, daß sie oft schon verletzt sind, bevor man es merkt, weil die Pferde dabei nicht immer lahmen oder äußerlich was zeigen. Manche Verletzungen sieht man nur am Ultraschall.. Und kommt deshalb oft nur durch Zufall drauf, daß da was nicht in Ordnung ist.. Das ist auch oft der Grund, warum viele, offensichtlich ausgeheilte Sehnenverletzungen, wieder akut werden, wenn das Pferd wieder einen falschen Schritt macht oder zu früh wieder bewegt wird. Wieweit eine Sehne wirklich nach einer Verletzung wieder ausgeheilt ist, läßt sich nur mit Ultraschall feststellen.
    Aber ich schweife vom Thema ab.. Wie auch immer Fritz sich diese Verletzung zugezogen hat, nun hatte er sie. Und es lag an mir, eine Entscheidung zu treffen. Die Entscheidung, ob Einschläfern oder einen langen, langen, beschwerlichen und leidensvollen Weg der Genesung zu versuchen... Auch wenn wir ihn wieder so halbwegs auf die Beine bekommen würden, er würde nie wieder um Reiten oder Fahren zu gebrauchen sein werden. Das sagten mir die Tierärzte sofort. Er würde ein Fall für die Koppel werden.
    Trotzdem; ich wollte den Versuch wagen. Ich konnte doch meinen Fritz, der jetzt wegen meiner Schuld so schwer verletzt war, nicht so ohne weiteres einschläfern lassen, ohne alles was in meiner Macht stand, versucht zu haben! Niemals!! Also wurde ihm ein sehr dicker Stützverband gemacht und Fritz stationär aufgenommen. Er wurde in eine Box gebracht. Im Moment konnten die Ärzte nicht mehr tun, sagten sie mir. Sie müßten erst abwarten, daß die Schwelllung zurückgehen würde, damit sie bei einem weiteren Ultraschall genaueres erkennen können würden. Einstweilen würde er starke schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente bekommen, wurde mir erklärt.
    Zu Tode betrübt verließ ich spät in der Nacht die Klinik.. Den Kopf voller Zweifel und trüber Gedanken und Selbstvorwürfe.. Warum hatte ich Fritz starten lassen??? Die Ärzte hatten mir zwar lang und breit erklärt, daß die Verletzung auch genau so auf der Koppel hätte akut werden können und daß mich da keine Schuld treffen würde, aber trotzdem gab und gebe ich mir nach wie vor die Schuld..
    :(



    15.9.2002

    Nach einer schlaflosen Nacht und einem endlos langem Arbeitstag fuhr ich mit schwirrendem Kopf und traurigem Gemüt zu Fritz. Mit ungutem Gefühl, was mich erwarten würde. Als ich hinkam, starrte Fritz mir schon entgegen. Ich schaute in seine Futterschüssel. Sie war voll. Nichts angerührt. Ich fragte eine Assistentin, ob in dem Futter was drin sei. Sie sagte, daß das Medikament drinnen sei. Worauf ich ihr sagte, daß die diese Methode vergessen könne, und daß Fritz das Futter niemals fressen würde. Ich kenne doch den heiklen Fritz.. Nicht mal, wenn er gesund ist, mag er sowas... Geschweige denn, wenn er Schmerzen hat.. Sie solle es doch in einer Ampulle ohne Nadel versuchen, und ihm das Medikament ins Maul spritzen. Sie meinte, das hätte sie schon vorher versucht, aber Fritz hätte sie nicht an ihn rangelassen... Sie zeigte mir die Ampulle. Ich nahm sie ihr aus der Hand, ging zu Fritz rein, und gab ihm das Medikament. Die Assistentin schaute mich resignierend an, und ich tröstete sie, und sagte ihr, daß sie sich alle erst mit Fritz anfreuden müssen. Denn er sei alles andere als einfach. Sie meinte, daß sie das schon gemerkt habe.. :s
    Ansonsten konnte man mir nichts Neues berichten.. Man mußte einfach abwarten, was der nächste Ultraschall bringen würde.




    18.9.2002

    Fritz fühlt sich nicht wohl.. Er streckt immer sein Bein nach vor, und wenn ich mich zu ihm in die Box setze, dann stellt er sein krankes Bein auf meine Beine drauf und sieht mich an.. Karotten mag er auch keine heute.. Und er hat etwas erhöhte Temperatur.. Eine Freundin, die sich mit alternativen Heilmethoden, und mit Licht, und mit so verschiedenen Dingen beschäftigt, war heute mit bei ihm. Sie legte ihm ihre Hände auf sein Bein, und versuchte, ihm Kraft und Heilung zuzuführen. Ich kenne mich mit diesen Dingen zu wenig aus, um da ein Urteil über die Wirksamkeit abgeben zu können. Aber ich denke mir, hilft es nichts, so schadet es auch sicher nichts... Fritz stand still da und sah sie an.. Er zeigte keine Scheu vor ihr.. Er spürte, daß sie ihm wohlgesinnt war. Sie aber wirkte sehr ernst. Sie meinte einige Tage später, daß er ihre Heilung nicht annehmen würde..




    20.9. 2002

    Sie haben Fritz einen neuen Verband gemacht. Der ist jetzt noch dicker als der andere, so hart wie ein Gips, und der untere Teil des Fußes ist total durchgestreckt, so daß er nur auf der Hufspitze stehen konnte. Damit die Sehnen entlastet würden, wurde mir erklärt. Aber Fritz ist extrem unglücklich damit. Er belastet den Fuß gar nicht mehr, steht nur herum und frißt auch kaum. Er wird immer dünner, und ich werde immer betrübter. Alle Leute in meinem Bekanntenkreis raten mir, ihn einschläfern zu lassen. Auch ich werde immer unsicherer, was ich machen soll. Jeden Tag hocke ich stundenlang bei ihm in der Box und zerbreche mir den Kopf, was ich bloß tun soll...
    Einen Dippel, den er schon seit längerem auf den Nüstern hatte, haben sie ihm auch weggenommen und eingeschickt. Ich glaubte an eine Warze und dachte nicht weiter darüber nach...
    :(



    23.9. 2002

    Ich stehe mit meinen Firmenponies bei einer unserer Filialen, als mein Handy läutet. Es ist die Klinik. Sie haben heute den Gips-Streckverband wieder abgenommen, und einen zweiten Ultraschall gemacht. Was soll ich sagen.. Nachdem die Schwellung etwas zurückgegangen ist, sahen sie heute mehr von den Sehnen. Und da wurde deutlich, daß nicht nur der Fesselträger fast durch war, sondern sämtliche Sehnen am Bein.. Darum war er auch so durchtrittig, daß er kaum stehen konnte. Oh nein............ Ich fing auf offener Straße an zu heulen.. Fritz war dem Tod nun noch einen Schritt näher gekommen. Wieder telefoniere ich den Akku leer, um mich bei kompetenten Freunden zu erkundigen... Fast alle raten mir, ihn einzuschläfern.. Manche sagen nichts dazu.. Was auf das Selbe rauskommt...

    Ich gebe auf.. Ich beschließe, Fritz am nächsten Tag einschläfern zu lassen... Ich sehe keine Hoffnung mehr für ihn..

    Am Abend fahre ich, so schnell es nur geht, zu ihm in die Klinik.. Dort setze ich mich wieder in die Box zu ihm.. Er hat wieder den Verband, den er am Anfang hatte, oben. Er kommt wieder zu mir und stupst mich ständig mit seinem kranken Bein... Ich sitze in der Box und heule...
    :( :( :(



    24.9. 2002

    Nach einer weitern schlaflosen Nacht wache ich vollkommen zerstört auf.. Die ganze Nacht grübelte ich wegen Fritz.. Nein.. Ich kann doch nicht über sein Leben bestimmen! Was, wenn wir es doch noch irgendwie schaffen???? Was soll ich denn bloß tun??????
    Ich fahre in der Mittagspause zu Fritz. Ich habe am Vormittag angerufen und gebeten, mit dem Einschläfern noch zuzuwarten, bis ich komme.
    Als ich eintreffe, rede ich nochmals mit den Ärzten und Pflegern. Die Meinungen sind geteilt. Aber eine Pflegerin nimmt mich dann zur Seite und redet mir gut zu. Ich sage ihr meine Bedenken; auch, daß ich Angst habe, daß Fritz das nicht durchdrückt.. Wenn er monatelang eingesperrt sein wird.. Er ist doch ein Pony, das seine eigene Herde hat, und nichts mehr haßt, als eingesperrt zu sein! Sommer wie Winter ist er immer draußen.. Und jetzt sollte er ein Jahr oder länger in der Box stehen? Das wird er seelisch doch niemals packen.. Die Pflegerin meint, daß sie bei sich zu Hause einen ähnlich komplizierten Fall hatten, und daß auch dieses freiheitsliebende Pferd es gelernt hatte, sich abzufinden.. Und sie hilt Fritz für äußerst intelligent, und meinte, daß er es lernen würde, sich mit dem Boxenarrest abzufinden. Diese Worte der Pflegerin gaben mir neuen Mut! Ich entschied, Fritz doch noch eine Chance zu geben! Und diese Entscheidung baute mich total auf! Ich gab den Ärzten Bescheid. Sie meinten, daß sie ihm in der Klinik aber im Moment nicht mehr weiterhelfen konnten, und daß ich ihn in dem Fall mit nach Hause nehmen sollte, denn ich konnte ihn ja jetzt nicht ein Jahr lang in der Klinik lassen. Das war mir klar. Ich beschloß, ihn so rasch wie möglich nach Hause zu holen, und der Gedanke, Fritz doch noch lebend aus der Klinik rauszubekommen, gab mir Berge! Ich war das erste Mal seit vielen Tagen wieder einigermaßen zuversichtlich.
    :)

    Fortsetzung folgt.
     
  7. #6 Fritzifrau, 4. Januar 2003
    Fritzifrau

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    26.9. 2002

    Es ist soweit. Fritz kommt heim.
    Ich habe einen Pferdehänger besorgt, in dem er möglichst flach einsteigen kann. Denn jede blöde Bewegung kann das Bein komlett zerstören, und das wäre dann das entgültige Aus.

    In der Klinik geben sie mir jede Menge Verbandsmaterial mit. Und sein schmerzstillendes Medikament. Das bekommt er nach wie vor. Und sie meinen, daß ich am nächsten Tag nochmals in die Klinik kommen solle, damit sie mir an einem anderen Pferd zeigen können, wie ich den Verband von Fritz alle paar Tage wechseln soll. Okay, werd ich tun. Ich sage zu.

    Fritz steigt brav in den Hänger ein. Er dürfte heilfroh gewesen sein, endlich von dort wegzukommen. Egal wohin, nur weg von der Klinik!
    Wir bringen ihn in den Firmenstall. Vorsichtig ausladen und in eine schon fein vorbereitete Box stellen. Die Begrüßung ist laut und fröhlich! Fritz freut sich offensichtlich, wieder einige bekannte Ponygesichter zu sehen!
    Aber sein Futter schaut er weiterhin kaum an.. Er ist sehr mager geworden. Man sieht schon direkt die Rippen..
    Doch ich bin zuversichtlich, ihn nun wieder hinzubekommen... Wenn ich gewußt hätte, daß der größte Leidensweg für Fritz (und mich) erst kommt, dann wäre ich wohl weniger happy gewesen..
    :(



    27.9.2002

    Ich hab mit einer neuen Tierärtzin, die ich erst seit kurzem kenne, telefoniert. Ich kenne sie, weil sie mein Fjordpferd sehr gut behandelt hat. Ich habe ihr das alles von Fritz geschildert. Sie war entsetzt, daß sie mir den Fritz mit nach Hause gegeben haben in seinem Zustand, und sie meinte, daß ich es nie hinbekommen könne, den Verband fachgerecht zu wechseln! Ich mußte ihr beiplichten.. Ich machte mir ebenfalls schon Sorgen deswegen. Die Tierärztin meinte sofort, daß sie mir Fritz mit nach Hause gegeben hatten, weil sie bei ihm nicht mehr weiter wußten.. Das Selbe hatte ich mir auch schon gedacht.
    Wir machten uns einen Termin aus, damit sie sich ihn mal anschauen konnte. Na, was solls, dachte ich.. Kommt es auf einen Tierarztbesuch auch nicht mehr an.. Nachdem ich schon über 800 Euro in der Tierklinik gelassen hatte.. Außerdem mußte sie ihm ja noch die Klammer, die er nach dem Entfernen des Dippels in der Nüster hatte, entfernen. Also ging das Verband wechseln eh in Einem.. dachte ich.

    Am Nachmittag läutete das Telefon. Wieder war es die Klinik. Ich hob erstaunt ab. Es war die Chirurige. Sie hatten das Ergebnis bekommen. Oh Gott.. Und? Also, es hatte sich herausgestellt, daß dieser Dippel keine Warze war, sondern ein Sarkoid. Das ist eine Art Tumor, der zwar keine Metastasen bildet, aber der die Angewohnheit hatte, an der selben Stelle noch größer wiederzukommen!!!!! Auch das noch!!!!!!!!!!! Ich mußte ihn, nach Aussage des Chirurgen einer 3 maligen Chemotherapie unterziehen lassen!!!!! Uns beiden (Fritz und mir) blieb wohl auch wirklich nichts erspart.. Ich konnte es kaum glauben.. Ich fragte den Chirurgen, ob Fritz wieder in die Klinik mußte, oder ob man diese Chemotherapie auch im Stall machen könne. Er meinte, wenn er sich mit der behandelten Tierärztin zusammenreden könnte, dann ginge es auch im Stall. Ich sagte ihm zu, ihn mit meiner Tierärztin in Verbindung zu bringen.
    Als er aufgelegt hatte, überfiel mich wieder die Verzweiflung.. Wie wenn es nicht genug wäre, das er ein kaputtes Bein hat, muß er jetzt auch noch einen Tumor haben.. Was hatten wir beide denn verbrochen? :(



    1.10. 2002

    Heute war die Tierärztin bei Fritz im Stall. Sie hat ihm Blut abgenommen, die erste Chemotherapie gespritzt, und ihm seinen Verband gewechselt. Sie schüttelte immer wieder den Kopf, als sie den Verband sah.. Nie im Leben hätte ich diesen Verband so hinbekommen.. Selbst der Verband aus der Klinik war nicht so oben, wie er gehört hätte.. Sie machte einige Zeit daran herum, bis er so war, wie sie es sich ungefähr vorstellte. Aber auch sie meinte, daß der Schaden an dem Bein noch größer war, als man am Anfang erkennen konnte.. Doch mich konnte nun wirklich nichts mehr erschüttern.. Glaubte ich..




    3. 10. 2002

    Wir haben heute den Befund von Fritz erfahren!
    Es kann doch noch schlimmer kommen, als ich gedacht habe..
    Der Befund zeigte, daß Fritz auf Grund der schweren Medikamente, die er nehmen mußte, eine Gastritis bekommen hatte, und deswegen so schlecht fraß und immer weniger wurde. Und außerdem hatte sich auch noch eine Anämie dazugeschlagen.. Ja, sagt mal, was konnte denn einem armen Pony wie Fritz sonst noch passieren??? Ja, es konnte noch einiges kommen..

    Fritz bekam jetzt noch weitere Medikamente für seinen Magen. Nun wurde es echt schon zur Wissenschaft, zu welcher Zeit ich welche Medikamente geben sollte... Aber Fritz ließ alles brav mit sich geschehen. Er wurde jeden Tag umgänglicher, hatte ich das Gefühl.. Er benahm sich echt brav. Nur wann die Tierärztin anrückte, konnte er sich nach wie vor extrem aufführen.. Er hatte mächtige Angst vor den Spritzen..



    4. 10. 2002

    Ich machte mir immer gößere Sorgen, weil ich den "gesunden" Fuß (der tat ihm mittlerweile aufgrund der ständigen einseitigen Belastung auch schon mächtig weh; das merkte man.. ) nicht auskratzen konnte, weil er ja auf dem kranken Fuß nicht stehen kann. Was sollte ich denn bloß tun? Ich MUSS den Fuß auskratzen, wenn ich nicht eine mächtige Strahlfäule riskieren wollte!
    Ich fragte zwei starke Männer, ob sie mir helfen würden, Fritz hochzubekommen und zu stützen, wenn ich ihm den gesunden Fuß ausputze. Sie willigten ein. Sie nahmen eine große Decke, führten diese unter seinem Bauch durch, und zogen auf jeder Seite stark in die Höhe, so daß Fritz nicht mehr so viel Gewicht auf dem kranken Bein hatte, und ich hob ihm schnell den gesunden Fuß auf und kratzte ihn aus. Hmmmmmmm.... Dieses Vorhaben konnte ich sehr rasch beenden.. Meine Befürchtung war bereits eingetreten; der Huf war schon ganz arg verfault, und man kratzte bis ins Endlose.. Na toll.. Auch das noch.. Es blieb uns wohl echt nichts erspart..
    Ich griff zum Telefon und rief die Tierärztin an. Sie kam noch am selben Tag. Das hieß, ich mußte so schnell wie möglich zwei Männer engagieren, die mir den Fritz bei der Behandlung hochhoben! Es fanden sich dann tatsächlich zwei Freiwillige, die uns halfen. Sie hoben Fritz so gut es ging in die Höhe, und auf ein paar Etappen konnte meine Tierärztin den nun kranken Huf versorgen und verbinden. Was sie mir zu sagen hatte, stimmte mich allerdings wieder sehr traurig; Sie meinte, sie würde in 2 Tagen wiederkommen. Wenn der Huf bis dahin nicht deutlich besser sei, dann müßte Fritz wieder in die Klinik.. Denn dann hätte sie nicht die Möglichkeiten, Fritz noch mehr von seinem Huf wegzuschneiden.. Denn dann würde er gar nicht mehr stehen können.. Wieder einmal fragte ich mich und den lieben Gott, warum er uns so arg bestrafen würde...



    6.10. 2002

    Heute war wieder ein Wechsel des Hufverbandes fällig. Mit Müh und Not schaffte ich es, wieder zwei Männer um Hilfe zu bitten. Es wurde immer schwieriger. Jeder, der einmal dabei war, wollte von dem Unterfangen nichts mehr wissen, weil ihm am nächsten Tag alle Knochen weh taten.. Fritz hatte ja doch an die 200 Kilo Lebendgewicht.. Und die wollen erst mal gestemmt sein..
    Der Huf schaute heute etwas schöner aus. Also nochmals eine Gnadenfrist. Noch nicht wieder in die Klinik.
    Aber nun mußte ich den Schmied kommen lassen, der ihm alles, was geht, wegschneidet. Und dann mußte ich ihm TÄGLICH den kranken Huf versorgen! Aber wie? Wo nahm ich den Waggon Neger her (wie man bei uns so schön sagt...) der mir jeden Tag den Fritz hochhebt? Ich mußte eine andere Lösung finden.. So konnte das einfach nicht weitergehen...

    Wie es weitergegangen ist, werde ich morgen aufschreiben. Ich kann nun einfach nicht mehr.. Sitze seit ca. 10 Stunden an dem Bericht. Aber ich brauche es einfach, mir das alles mal von der Seele u schreiben..

    Bis morgen...

    Fortsetzung folgt..
     
  8. #7 Fritzifrau, 4. Januar 2003
    Fritzifrau

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    So, nun erzähle ich meine Geschichte weiter.

    7.10. 2002

    Der Schmied war verständigt. Er hatte mir versprochen, mich für morgen einzuschieben. Nun aber stand ich eben vor dem Problem, wie ich den Fritz für die tägliche Behandlung in die Höhe bekommen würde. Ich überlegte, wie die Kliniken so etwas machen. Die haben alle einen Kran, der das Pferd bei Bedarf hochhievt. Sündhaft teure Ausführungen. Aber gab es da nicht irgendeine Alternative? Sollte ich ihm einfach einen Deckengurt um den Bauch binden, oben zwei Longen einhängen, über die Trennwände der Boxen werfen, und dann zwei Leute bitten, ihn hochzuziehen? Wäre schon mal einfacher als den Frit direkt zu heben. Aber trotzdem war ich immer auf mindestens zwei Leute angewiesen. Also nicht das Wahre. Hmmm... Ich packte mich zusammen und fuhr in den Nächsten Baumarkt und erklärte dem Verkäufer dort mein Problem. Er meinte, ich solle es mit einer Seilwinde versuchen. Keine schlechte Idee! Er zeigte mir die elektrischen Seilwinden. Aber ich winkte ab. Erstens war diese Winde sehr teuer (an die 200 Euro..), und zweitens hatte ich Angst, daß Fritz sich vor dem Motorengeräusch fürchten würde, und jedes Mal ausflippen würde. Dann zeigte er mir diverse mechanische Seilwinden. Ich entschied mich für eine der Winden.
    Dann besorgte ich noch einen dicken Schaumgummi, den ich Fritz unter den Gurt legen wollte, damit er ihn nicht einschnürte.
    Damit ausgerüstet fuhr ich in den Stall und legte zwei dicke Stangen quer über die Trennwände über der Box von Fritz, und befestigte daran die Seilwinde. Dann legte ich den Gurt an. Fritz beäugte ÄUSSERST skeptisch das ganze Geschehen. Er bekam es mit der Angst zu tun. Das hatte ich kommen sehen.. Ich klickte die Seilwinde etliche Male rauf und runter, damit er sich an das fremde Geräusch gewöhnen konnte. Nach einer Weile fiel mir schon beinahe die Hand ab, aber Fritz beruhigte sich nun schon einigermaßen. Ich konnte ihn ja verstehen! Das Knacksen der Zahnräder war um etliches lauter, als ich es mir vorgestellt hatte!
    Na gut, nach einer ganzen Weile hängte ich Fritz dann an die Winde und zog ihn hoch. Er hatte zwar weit aufgerissene Augen vor lauter Panik, aber als er die Erleichterung in seinen Beinen spürte, weil sein Gewicht reduziert wurde, verhielt er sich ruhig. Aber Nadel hätte man keine in ihn reinbekommen! So angespannt war er. Ich hob den Fuß mit dem Strahlfäulehuf hoch. Wollte ich zumindestens. Aber er ließ sich eine ganze Weile bitten, bis er dem Gurt vertraute und sein Gewicht reinhing. Und dabei schnürte es ihm trotz aller Polsterung seine Luft ziemlich ab. So ein Mist.. Der Gurt war doch um einiges zu schmal. Was nun? Mir blieb wohl nichts anderes übrig, als bei einem Sattler einen Spezialgurt für ihn anfertigen zu lassen. Na gut. Ich wollte Fritz nun wieder runter lassen. Aber nachdem jetzt soviel Zug auf dieser Winde drauf war, kriegte ich sie nicht wieder auf! Fritz hing nun gottergeben da und wartete, was da mit ihm passieren würde! Und ich mutterseelen alleine im Stall! Ich mußte mich sehr zusammennehmen, um nicht völlig panisch zu werden und meine Panik damit auch noch auf Fritz zu übertragen! Ich stopfte ihm beruhigend Karotten ins Maul. Dann kam mir der Hufkratzer ins Blickfeld. Den nahm ich, und damit konnte ich die Sperre dann lösen und Fritz runterholen und befreien. Mir rann der Angstschweiß runter.. Nie wieder würde ich das machen! Und schon gar nicht alleine!!!

    Als ich Fritz versorgt hatte, fuhr ich mit der Winde wieder in das Geschäft, um sie gegen eine andere auszutauschen. Der Verkäufer wirkte mürrisch. Seine Beratung lies sehr zu wünschen übrig. Ich nahm mir dann eine andere Winde, die etwas anders funktionierte. Danach zurück in den Stall. Gleich mal ausprobieren. Fritz ahnte schon Schlimmes, als ich wieder den Gurt anlegte. Aber er verhielt sich relativ ruhig. Okay, jetzt war meine Arbeitskollegin zur Sicherheit dabei. Gurt rauf, Winde anhängen, hoch mit Fritz. Aber ich drehte und drehte, und Fritz kam nicht hoch! Das einzige was passierte, war, das sich das Seil in der Rolle total verhedderte und immer mehr zusammenzog, bis dann gar nichts mehr ging. Weder weiter zu, noch wieder auf.. Sch***!!!!!!!!! Nun wurde ich echt schon sauer!!! Mit vereinten Kräften schafften wir es, das Ding wieder zu lösen und Fritz wieder zu befreien. Wieder ein Fehlschlag...
    Für diesen Tag hatte ich echt die Nase voll.



    8.10. 2002

    Heute war der Schmied angesagt. Und ich hatte noch immer keine Lösung, um Fritz zu stützen.. Und in dieses Geschäft mit diesem unfreundlichen Verkäufer wollte ich auch nicht wieder gehen. Aber dann nahm ich mich zusammen, und beschloß, mir nun doch nochmals diese elektrischen Seilwinden anzusehen. Aber dieses Mal fuhr ich in eine andere Filiale. Und dort war das gleich was anderes! Die Verkäufer sehr freundlich und hilfsbereit!
    Sie zeigten mir genau die elektrischen Seilwinden, nahmen anstandlos die andere Winde zurück, und ich zog, mit wieder ca. 150 Euro weniger in der Tasche, aber doch erleichtert, ab Richtung Stall. Dort waren heute wieder einige Arbeiter, die mir halten, die Seilwinde zu montieren. Dann wurde es spannend: Ich fuhr das erste Mal rauf und runter mit dem Ding. Und Fritz? Den armen Kerl hat fast der Schlag getroffen, als er das Geräusch hörte und sah, wie sich das Ding offensichtlich von Geisterhand bewegt, bewegte!!!! Er hatte sogar Anstalten gemacht, über die Boxenwand zu springen, so eine Panik hatte er! Ich hatte alle Hände voll zu tun, um ihn wieder etwas zu beruhigen! Die kommende Stunde war meine einzige Beschäftigung: Rauf mit dem Ding, runter mit dem Ding.. So lange, bis Fritz sich ein wenig beruhigt hatte. Daß er eine solche Angst haben würde, damit hatte ich nicht gerechnet.. Aber nach einem langen Geduldsspiel beruhigte er sich einigermaßen. Und dann riskierten wir es: Wir hingen Fritz wieder an die Winde an, und zogen ihn hoch. Und es funktionierte super! Und auch das Runterfahren danach war ein Kinderspiel! Meine Güte, war ich erleichtert!!!!! :D :D :D
    Blieb noch immer das Problem, daß der Gurt zu schmal war. Darum maß ich Fritz ab, fuhr zum Sattler und bestellte einen Gurt, der ihm um den ganzen Körper gehen würde. Von den Vorderbeinen bis fast zu den Hinterbeinen. Gerade soweit, daß sein bestes Stück noch rausschaute, damit es nicht eingezwickt wurde. Der Sattler versprach, mir den Gurt so schnell wie möglich anzufertigen.
    Dann wieder ab in den Stall. Der Schmied kam ja. Fritz mit der neuen Winde wieder hoch (war das nun ein Genuß mit dem Ding! :D ), und der Schmied schnitt Fritz aus und behandelte seinen Strahlfäulehuf. Dann gab er mir eine Paste, die ich ihm dann jeden Tag in den Huf schmieren sollte. Aber es schaute schon besser aus als noch vor einigen Tagen. Wenigstens ein Lichtblick! Ich war wieder etwas zuversichtlicher.


    11.10. 2002

    Der Gurt war fertig zum Abholen. Wieder 250 Euro weg.. Schön langsam bekam ich eich echtes Problem mit meinem Geld. Denn nach wie vor kam die Tierärztin jede Woche ein oder zwei Mal um entweder den Verband zu wechseln, oder ihm eine weitere Chemotherapie zu spritzen. Und die Chemo war auch alles andere als billig.
    Aber der Gurt erwies sich als echte Erleichterung! Damit klappte das Hochziehen wirklich wunderbar! Und mittlerweile hatte Fritz auch nicht mehr ganz so viel Angst; obwohl ich nach wie vor vor dem Einhängen ein paar Mal auf und ab fahren muß, damit Fritz sieht, daß ihm das Geräusch nichts tut. Aber ich kann ihn nun schon alleine behandeln, brauche keinen Helfer mehr, der ihn hochzieht, etc.. Das ist schon eine große Hilfe. Die Kosten für die Winde und den Gurt haben sich schon jetzt bezahlt gemacht.



    21.10. 2002

    Ganz leichte Entspannung. Der Appetit von Fritz kehrt allmählich zurück, und er nimmt wieder etwas zu. Das Medikament für den Magen beginnt zu wirken! Die Schmerzmittel gingen auch zu Ende. Man konnte sie langsam absetzen. Aber das Bein war nach wie vor ziemlich geschwollen, und er wieß nach wie vor eine sehr durchtrittige Stellung auf. Keine wesentliche Besserung. Die Tierärztin überlegte hin und her, wie man das Bein von Fritz noch besser stützen könne, ohne daß er sich damit wieder so unwohl fühlte wie in der Klinik. Außerdem wuchs mit jeder Woche die Gefahr, daß er unter dem andauernden Stützverband offene Stellen bekommen könnte. Guter Rat war echt teuer.
    Ich redete mit einer Freundin von mir, deren Vater Arzt in einer Klinik ist. Diese redete mit ihrem Vater über das Problem. Er zerbrach sich dann ebenfalls den Kopf, und hatte dann eine Idee. Es gab da ein Material, das an und für sich für Menschen verwendet wird, wenn sie sich eine heikle Stelle gebrochen haben. Dieses Material legt man in heißes Wasser, es wird dann ganz weich, und dann wickelt man es auf die betroffene Stelle. Wenn es erkaltet, wird es fest. Es ist elastischer als ein Gips, und man kann es mehrere Male verwenden. Der Vater meiner Freundin besorgte eine Probe von diesem Zeug, und schickte es seiner Tochter. Diese gab es dann an mich weiter. Die Tierärztin zeigt sich angetan und meinte, einen Versuch wäre es wert! Na, mal sehen...

    Fortsetzung folgt.
     
  9. #8 Fritzifrau, 4. Januar 2003
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    24.10. 2002

    Heute hat die Tierärztin dem Fritz diese neue Schiene verpaßt. Fritz stand nun gleich viel besser und viel steiler da! Aber er schont sein Bein nun wieder viel mehr. Wahrscheinlich wegen der ungewohnten Stellung und dem, jetzt noch stärkeren Druck.. Die Tierärztin hat sich wirklich alle Mühe gegeben, das Bein darunter so gut wie nur irgendwie möglich zu polstern. Aber eine gewisse Stütze mußte einfach vorhanden sein, sonst hat das Ganze ja keinen Sinn.. Fritz fängt an, mir wieder mehr leid zu tun, wenn er mit seinem Klumpfuß durch die Box humpelt und mich mit großen, sehr traurigen Augen anstarrt.. Ihm geht die Freiheit so sehr ab.. Seine Herde.. Die Wiesen.. Er haßt es so sehr, eingesperrt zu sein.. Aber er darf ja nicht mal einen Schritt aus der Box machen. Ich hab ihm Bachblüten besorgt, und homöophatische Medikamente, die seinen Seelenzustand etwas bessern sollen. Auch ich nehme Bachblüten.. In der Hoffnung, daß ich ihn nicht zu sehr meine Traurigkeit spüren lasse.. Denn das ist sicher nicht gut für ihn. Ich muß doch versuchen, ihm eine positive Stimmung zu vermitteln! Wenn das nicht so unendlich schwer wäre.. Zu lachen, wenn man nur weinen könnte... :(



    26.10. 2002

    Fritz lahmt weiterhin wieder stärker. Er steht zwar schön steil da, aber er hat arge Schmerzen, das merkt man. Und wenn ich mit dem Finger ein wenig unter seinem Verband fahre und ihn kraule, dann ist das das höchste der Gefühle für ihn. Da fällt er richtiggehend in Extase vor lauter Wonne! Es juckt ihm schon ziemlich schlimm... die mißhandelte Haut unter dem ständigen Luftabschluß unter dem Verband.. Und sooooooooooooo fad ist ihm.. Ich bin bei ihm soviel ich nur irgendwie kann. Aber was kann ICH ihm schon bieten, wenn er doch nur eines will; Raus... Wenn Pferde auch Träume haben, dann träumt er bestimmt jede Nacht von saftigen Weiden.. Mit vier gesunden Füßen...



    30.10. 2002

    Starker Rückschlag!
    Heute war die Tierärtin wieder da. Verbandswechsel. Als sie begann, ihm das ganze Zeugs runterzuwickeln, sah man nach ein paar Schichten einen kleinen roten Fleck auftauchen, der mit jeder Schicht, die der Verband weniger wurde, größer wurde! Als der Verband dann ganz herunten war, mußte ich mich umdrehen, weil ich sonst magenmäßig für nichts mehr garantieren hätte können... :k Mit der letzten Verbandsschicht ging ihm auch ein ca. 5 cm im Durchmesser großes Stück Haut ab! Es war eine große, klaffende Fleischwunde zu sehen! Nun hatte er auch noch den befürchteten Druck bekommen... Ich war am Rande der absoluten Verzweiflung.. Die Tierärztin meinte, daß sie sich eh schon gewundert hat, daß er bis jetzt noch nichts gehabt hat.. Fast alle Pferde bekommen arge Druckstellen, wenn sie so lange einen Verband tragen müssen. Fritz führte sich ärgstens auf, als sie ihm die offene Wunde versorgte. Es mußte ihm verdammt weh tun! Die Schiene wurde dieses Mal wieder weggelassen, denn sie erhöhte den Druck ja nochmals um einiges. Dann kam der Verband wieder rauf. Meine Güte.. Wenn ich mir vorstelle, wie unsereins eine kleine Blase am Fuß schon schmerzt, und dann solch eine Wunde! Das mußte ja ein Horror für den armen Kerl sein.. Meine Tierärztin war auch schon ziemlich niedergeschlagen. Sie meinte: "Wenn er jetzt auch noch eine Hufrehe dazubekommt, dann sehe ich echt schwarz.. Dann müssen wir wohl wirklich aufgeben..." Na, das waren ja großartige Aussichten... Am Boden zerstört fuhr ich heim und legte mich ins Bett.. Von Schlafen keine Rede..



    2.11. 2002

    Neuerlicher Verbandswechsel. Nun in kürzeren Abständen. Denn mit einer offenen Wunde kann man nicht so lange bis zum nächsten Wechsel warten.
    Als der Verband herunterkam, drehte sich mir beinahe wieder der Magen um! Noch mehr abgestorbene Haut und Fell hing in Fetzen weg! Die Wunde klaffte nun über das ganze Schienbein von Fritz.
    Die Tierärztin schnitt ihm alles, was abgestorben war, weg. Das rohe Fleisch kam zum Vorschein, und es blutete heftig.. Und Fritz führte sich auf.. Und mir zerriß es das Herz.. Ich fühlte Fritzens Schmerz mit..
    Bis er den Verband wieder oben hatte, verging einiges an Zeit, weil er sich nur mehr wehrte und wehrte...



    5.11. 2002

    Wieder Verbandswechsel. Heute schaute die Wunde wieder ein klein wenig besser aus. Sie fing an, schon etwas zuzuheilen. Aber Fritz führte sich beim Wechsel trotzdem ziemlich auf. Er hatte Angst, daß wir ihm wieder weh tun würden...
    Seine dritte Chemobehandlung hat er nun auch hinter sich gebracht.. Wenigstens konnten sich seine arme Nüstern nun wieder etwas erholen... Bis jetzt waren keine Anzeichen zu sehen, daß da wieder ein Tumor nachwachsen würde.



    8.11. 2002

    Die Wunde schaut wieder etwas schöner aus. Sie verkleinert sich zusehends. Die Schiene bekam Fritz nicht mehr. Zu riskant. Aber die Woche, die Fritz die Schiene getragen hat, dürfte seinem Bein, abgesehen von der Druckstelle, sehr gut bekommen haben. Denn seitdem ist die Stellung besser geworden, und die Stelle um die Sehnen wird allmählich etwas dünner. Die Lahmheit wird auch wieder besser. Die Tierärtin ist relativ zufrieden.



    20.11. 2002

    Nicht viel Neues im Westen. Die Wunde ist wieder ziemlich abgeheilt. Man sieht kaum mehr was. Letztens mußte die Tierärztin wieder mit der Schermaschine die Haare auf seinem Bein wegrasieren, damit sich nicht wieder so leicht ein neuer Druck bildete. Da machte Fritz wieder einen mächtigen Aufstand! Seit er die Wunde hatte, durfte man dort, wo sie war, nicht mehr hingreifen; geschweige denn, mit der Schermaschine zu nahe kommen. Die Tierärztin mußte dann zu alten Methoden greifen und ihm mit einem Einwegrasierer so gut wie möglich die Haare abrasieren.. Ja, Fritz hat ein Gedächtnis wie ein Elefant. Wenn man ihm mal irgendwo weh getan hat, dann merkt er sich das auf sehr lange Zeit. Das habe ich bei ihm schon einige Male zu spüren bekommen.. :s




    1.12. 2002

    Fritz geht es allmählich etwas besser. Er darf jetzt sogar schon jeden Tag einige Schritte im Hof machen! Aber man muß verdammt aufpassen, daß er dabei keinen Hüpfer macht! Denn dann wäre alles umsonst gewesen und alles würde wieder von vorne beginnen. Und ein zweites Mal würde ich uns beiden dieses Martyrium nicht mehr zumuten.. Wenn er sich wieder was auf diesem Fuß zuzieht, dann lasse ich ihn erlösen.. Sage ich halt. Ich möchte aber niemals erfahren, was ich in dieser Situation dann tatsächlich machen würde. Ich wünsche mir und Fritz so sehr, daß es keine solche Situation mehr geben wird, sondern daß wir es sozusagen beim ersten Anlauf schaffen, ihn wieder hinzubekommen.. Daß es ein langer Weg werden würde, das wurde mir ja von Anfang an gesagt. Ich muß mit ca. 12 bis 18 Monaten Rekonvaleszenz rechnen. Und wir haben erst ca. 2,5 Monate hinter uns.. Geduld ist wirklich das oberste Gebot in diesem Fall...


    8.12. 2002

    Morgen muß ich beruflich auf eine Woche lang auswärts fahren. Ausgerechnet jetzt! Ich hatte absolut keine Freude damit. Ich wäre viel lieber hier bei Fritz geblieben. Denn wer würde sich jetzt um ihn kümmern??? Meinem Chef traute ich nicht. Denn erstens mag Fritz keine Männer, und außerdem ist mein Chef immer so hektisch. Die zwei würden niemals miteinander auskommen. Also sekkierte ich meinen Chef so lange, bis er das Einverständnis gab, daß sich meine Freundin (deren Vater der Arzt ist), um Fritz kümmern durfte. Nach einer tagelangen heftigen Diskussion gab mein Chef nach und meine Freundin bekam den Stallschlüssel.. :D



    9.12. 2002

    Ich habe meine Freundin genauestens eingewiesen, was sie zu tun hatte. Ich konnte nur hoffen, daß alles klappen würde. Mein Auto hatte ich zur Sicherheit mitgenommen. Damit ich gleich in Wien sein konnte, wenn es Probleme geben sollte. Außerdem mußte ich eh übermorgen nach Wien fahren, weil Fritz seinen Verband wieder gewechselt bekam. Und da mußte ich dabeisein.
    Ich hoffte halt, daß diese Woche schnell um sein würde.



    11.12. 2002

    Heute abend war ich in Wien. Verbandswechsel. Alles gottseidank soweit okay. Nun hatte ich die Hälfte der Abwesenheit ja schon hinter mir..
    Meine Freundin erzählte, daß Fritz immer unleidlicher wurde, seit ich weg war. Sie meinte, er würde mich jetzt nach zwei Tagen schon vermissen. Einerseits fühlte ich mich geehrt, andererseits tat Fritz mir leid. Diese Tage wurden echt die längsten in der letzten Zeit!



    13.12. 2002

    Heute ging es endlich wieder heim.
    Mit Anhang! Wir brachten eine sehr arme, verwahrloste Stute von einem Fleischhauer mit! Fritz war sofort schwer in sie verliebt! Er war komplett hin- und hergerissen von ihr!
    Meine Freundin hat mir erzählt, daß sie einmal nicht zu den Ponies (eben zu Fritz) fahren können hat, weil ihr übel war. Deshalb hat dann mein Chef an diesem Tag die Pferde versorgt. Und als später meine Freundin dann zu Fritz kam, war er total verändert! Er war ängstlich und hektisch, und er ließ sie fast nicht in die Box. Das ist wieder mal typisch Fritz.. Er und Männer.. da gibts immer Scherben...



    20.12. 2002

    Fritz ist nach wie vor total hingerissen von seiner neuen Freundin!
    Da vergißt er ganz, daß er krank ist! Sie dürfen nun jeden Tag ein wenig gemeinsam im Hof spazieren gehen, und da wird dann Mähne gekrault und Sozialpflege betrieben, was das Zeug hält! Er ist richtig aufgeblüht, seit er nicht mehr 24 Stunden am Tag in "Einzelhaft" ist. Diese paar Minuten täglich tun ihm irrsinnig gut!



    24.12. 2002

    Nun darf Fritz doch noch ein Weihnachtsfest erleben! Im Nahhinein gesehen grenzt es echt an ein Wunder, nachdem, was er in den letzten drei Monaten durchgemacht hat. Aber ich glaube, das wahre Weihnachten wird für ihn erst dann stattfinden, wenn er das erste Mal wieder auf die Weide darf.. Da wird er dann wohl Geburtstag, Weihnachten und Ostern an einem einzigen Tag feiern, so wird er sich freuen...
    :) :) :)
    Heute hat er wieder einen neuen Verband bekommen. Es sieht im Moment recht gut aus. Hoffentlich hält das Hoch an!

    Fortsetzung folgt.
     
  10. #9 Fritzifrau, 4. Januar 2003
    Zuletzt bearbeitet: 17. August 2009
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    31.12. 2002

    Heute hat die Tierärztin Fritz einen besonders starken und dicken Verband gemacht. Denn wenn es in der Nacht krachen wird (was in der Stadt einfach gang und gebe ist), und Fritz vor lauter Angst herumspringt in der Box, damit er sich nicht wieder weh tut.
    So nebenbei bin ich auch wieder einen Patzen Geld losgeworden.. Hab der Tierärztin heute noch meine restlichen Schulden bezahlt, weil sie den Jahresabschluß machen muß. Dann hab ich auch wieder mal grob nachgerechnet, was ich seit Beginn der Verletzung von Fritz schon mit allem Drum und Dran ausgegeben habe: Es sind an die 4000 Euro!!!!!! 8o 8o 8o
    Mich traf fast der Schlag!! Wäre wohl besser gewesen, ich hätte nicht nachgerechnet.. :s
    Aber die Hauptsache ist, daß es ihm nun schon etwas besser geht. Ich kann nur weiterhin hoffen, daß es aufwärts geht..



    1.1. 2003

    Fritz hat die unruhige Nacht gut überstanden. Es geht ihm recht gut. Wie die Sehnen diese Nacht überstanden haben, wird man dann am 8. Jänner sehen.. Bei der Kontrolle.. Ich habe schon direkt eine Art von Prüfungsangst! Fritz hat es gut.. Der weiß von nichts.. Der wartet bloß immer auf das, daß ich komme und ihn versorge, und daß er mit seiner Freundin im Hof spazieren gehen darf..
    :)


    4.1. 2003

    So, meine megalange Geschichte findet hier nun fürs Erste ihr Ende! Wenn sich wieder was tut, werde ich es hier weiterhin eintragen.
    Hut ab vor jedem von Euch, der sich bis hierher durchgekämpft hat! :) :) :)
    Und ich kann nur jedem einzelnen von Euch wünschen, daß er niemals eine solche Geschichte am eigenen Leib erleben muß...
    Aber ich kann Euch eines sagen; dieses Ganze Drama hat uns noch viel mehr zusammengeschweißt, als wir es eh schon waren. Niemals hätte ich für möglich gehalten, was Fritz sich alles gefallen läßt, wenn es ihm mal wirklich dreckig geht...

    Eure Fritzifrau...
     
  11. Nathalie

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    Liebe, liebe Karin,

    ich habe mich durch deine geschichte gekämpft.
    Gekämpft deshalb, weil ich vor lauter Tränen kaum noch lesen kann...Ich fühle soooo mit euch!
    Ich wünsche deinem Fritzi ganz viel Gesundheit und Geduld.

    Drücke euch ganz fest die Daumen!
    *drück drück drück drück drück drück drück drück drück drück drück drück drück drück drück drück drück drück drück drück drück drück drück drück drück drück drück drück drück drück *
     
  12. #11 Coco´s Boss, 4. Januar 2003
    Coco´s Boss

    Coco´s Boss Guest

    Liebe Karin.
    Deine Geschichte von Fritz lässt mich wieder Hoffen.
    Du bist ja so´ne gute Seele!

    Und Fritz wird bestimmt wieder gesund,weil sooo viel positive Gedanken zu ihm kommen!

    Ich habe den höchsten Respekt vor Dir Karin!
    LG.
    Joe.
     
  13. Annamaus

    Annamaus Guest

    Liebe karin!

    auch ich habe die ganze geschichte mitverfolgt u. sie ist mir ziemlich ans herz gegangen! ich kann mir das alles lebhaft vorstellen.
    Ich hoffe von ganzen herzen für Fritzi und dich, dass er sich in so kurzer zeit wie möglich erholt u. ganz gesund wird, damit er dann wieder auf die weide darf u. richtig pferd sein darf!
    Das alles was er über sich übergehen lassen musste, das erlebt nicht jedes pferd in seinem leben.
    dafür wünsche ich ihm umso mehr dass er keine Rückschläge merh erleiden muss. ich weiß da muss man dann immer höllisch aufpassen, aber ich denke du bist froh dass er überhaupt noch am leben ist!
    Auch ich möchte dir meine anerkennung aussprechen, denn das muss man auch erst mal durchstehen, dem pferd auch kraft geben auch wenn es selbst so an einem zehrt.

    Ich wünsche euch beiden alles alles gute für die zukunft!

    liebe grüße, anna
     
  14. #13 Fritzifrau, 5. Januar 2003
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    Liebe Nathalie, Joe und Anna!

    Vielen lieben Dank für Eure aufmunternden Worte! Die können Fritz und ich sehr, sehr gut gebrauchen! Oft ist es wirklich nicht leicht, weiter durchzuhalten...

    Ich möchte jetzt einige Bilder von dem verhängnisvollem Rennen hier reinstellen... Da ist Fritz recht gut getroffen.. :~
    Viele Erinnerungen hängen an diesen Bildern...
     

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  15. #14 Fritzifrau, 5. Januar 2003
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  16. #15 Fritzifrau, 5. Januar 2003
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  17. #16 Fritzifrau, 5. Januar 2003
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  18. #17 Fritzifrau, 5. Januar 2003
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  19. #18 Fritzifrau, 5. Januar 2003
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  21. #19 Fritzifrau, 5. Januar 2003
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  22. #20 Fritzifrau, 5. Januar 2003
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    So, hier hab ich noch ein Bild gefunden, das ich ungefähr zwei Monate nach seiner Verletzung gemacht habe..
    Man kann seine elektrische Seilwinde darauf recht gut erkennen. Und links auf dem Bild, das graue Ding, ist der Gurt, den ich ihm anfertigen hab lassen.
    Auf diesem Bild sieht Fritz ja schon direkt wieder gut aus; gegenüber den ersten Wochen.. Trotzdem ist er nach wie vor ein Bild des Jammers, wenn man das stolze, gesundheitsstrotzende Tier auf den oberen Fotos betrachtet.. :(

    Na ja, wird schon werden.. Nicht zuletzt dank Euch! :) Nochmals Danke für Eure Anteilnahme!
     

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