Gänsehaut

Diskutiere Gänsehaut im Vogelschutz Forum im Bereich Allgemeine Foren; GÄNSEHAUT Ich weiss nicht mehr viel von dem Ort, wo ich geboren bin. Es war eng und dunkel und nie spielte ein Mensch mit uns. Ich erinnere...

  1. #1 megaturtle, 15. April 2005
    megaturtle

    megaturtle Welliverrückte ;-)

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    GÄNSEHAUT
    Ich weiss nicht mehr viel von dem Ort, wo ich geboren bin.
    Es war eng und dunkel und nie spielte ein Mensch mit uns.
    Ich erinnere mich noch an Mama und ihr weiches Fell, aber sie war oft krank und sehr dünn.
    Sie hatte nur wenig Milch für mich und meine Brüder und Schwestern.
    Die meisten von ihnen waren plötzlich gestorben.
    Als sie mich von meiner Mutter wegnahmen, hatte ich furchtbare Angst und war so traurig.
    Meine Milchzähne waren kaum durchgestoßen und ich hätte meine Mama doch noch so sehr gebraucht.
    Arme Mama, es ging ihr so schlecht.
    Die Menschen sagten, dass sie jetzt endlich Geld wollten und dass das Geschrei meiner Schwester und mir ihnen auf die Nerven gingen.
    So wurden wir eines Tages in eine Kiste verladen und fortgebracht.
    Wir kuschelten uns aneinander und fühlten wie wir beide zitterten, ohnmächtig vor Angst.
    Niemand kam, um uns zu trösten.
    All diese seltsamen Geräusche und erst noch die Gerüche - wir sind in einem ?Petshop?, einem Laden, wo es viele verschiedene Tiere gibt.
    Einige miauen, andere piepsen, einige pfeifen.
    Wir hören auch das Wimmern von andern Welpen.
    Meine Schwester und ich drücken uns eng zusammen in dem kleinen Käfig.
    Manchmal kommen Menschen uns anschauen, oft ganz kleine Menschen, die sehr fröhlich aussehen, als wollten sie mit uns spielen.
    Tag um Tag verbringen wir in unserem kleinen Käfig.
    Manchmal packt uns jemand und hebt uns hoch um uns zu begutachten.
    Einige sind freundlich und streicheln uns, andere sind grob und tun uns weh.
    Oft hören wir sagen
    ?oh, sind die süß, ich will eines?, aber dann gehen die Leute wieder fort.
    Letzte Nacht ist meine Schwester gestorben.
    Ich habe meinen Kopf an ihr weiches Fell gelegt und gespürt, wie das Leben aus dem dünnen Körperchen gewichen ist.
    Als sie sie am Morgen aus dem Käfig nehmen sagen sie, sie sei krank gewesen und ich sollte verbilligt abgegeben werden, damit ich bald wegkomme.
    Niemand beachtet mein leises Weinen, als mein kleines Schwesterchen weggeworfen wird.
    Heute ist eine Familie gekommen und hat mich gekauft !
    Jetzt wird alles gut !
    Es sind sehr nette Leute, die sich tatsächlich für MICH entschieden haben.
    Sie haben gutes Futter und einen schönen Napf dabei und das kleine Mädchen trägt mich ganz zärtlich auf den Armen.
    Ihr Vater und Mutter sagen, ich sei ein ganz süßes und braves Hundchen.
    Ich heiße jetzt Lea.
    Ich darf meine neue Familie sogar abschlabbern, das ist wunderbar.
    Sie lehren mich freundlich, was ich tun darf und was nicht, passen gut auf mich auf, geben mir herrliches Essen und viel, viel Liebe.
    Nichts will ich mehr, als diesen wunderbaren Menschen gefallen und nichts ist schöner als mit dem kleinen Mädchen herumzutollen und zu spielen.
    Erster Besuch beim Tierarzt.
    Es war ein seltsamer Ort, mir schauderte.
    Ich bekam einige Spritzen.
    Meine beste Freundin, das kleine Mädchen, hielt mich sanft und sagte, es wäre ok, dann entspannte ich mich.
    Der Tierarzt schien meinen geliebten Menschen traurige Worte zu sagen, sie sahen ganz bestürzt aus.
    Ich hörte etwas von schweren Mängeln und von Dysplasie E und von zwei Herzen.
    Er sprach von wilden Züchtern und dass meine Eltern nie gesundheitlich getestet worden seien.
    Ich habe nichts von alledem begriffen aber es war furchtbar, meine Familie so traurig zu sehen.
    Jetzt bin ich sechs Monate alt.
    Meine gleichaltrigen Artgenossen sind wild und stark, aber mir tut jede Bewegung schrecklich weh.
    Die Schmerzen gehen nie weg.
    Außerdem kriege ich gleich Atemnot, wenn ich nur ein wenig mit dem kleinen Mädchen spielen will.
    Ich möchte so gerne ein kräftiger Hund sein, aber ich schaffe es einfach nicht.
    Vater und Mutter sprechen über mich.
    Es bricht mir das Herz, alle so traurig zu sehen.
    In der Zwischenzeit war ich oft beim Tierarzt und immer hieß es ?genetisch? und ?nichts machen?.
    Ich möchte draußen in der warmen Sonne mit meiner Familie spielen, möchte rennen und hüpfen.
    Es geht nicht.
    Letzte Nacht war es schlimmer als eh und je.
    Ich konnte nicht einmal mehr aufstehen um zu trinken und nur noch schreien vor Schmerzen.
    Sie tragen mich ins Auto.
    Alle weinen.
    Sie sind so seltsam, was ist los ?
    War ich böse?
    Sind sie am Ende böse auf mich ?
    Nein, nein, sie liebkosen mich ja so zärtlich.
    Ach wenn nur diese Schmerzen aufhörten !
    Ich kann nicht mal die Tränen vom Gesicht des kleinen Mädchen ablecken aber wenigstens erreiche ich seine Hand.
    Der Tisch beim Tierarzt ist kalt.
    Ich habe Angst.
    Die Menschen weinen in mein Fell, ich fühle, wie sehr sie mich lieben.
    Mit Mühe schaffe ich es, ihre Hand zu lecken.
    Der Tierarzt nimmt sich heute viel Zeit und ist sehr freundlich, und ich empfinde etwas weniger Schmerzen.
    Das kleine Mädchen hält mich ganz sanft, ein kleiner Stich...
    Gottseidank, der Schmerz geht zurück.
    Ich fühle tiefen Frieden und Dankbarkeit.
    Ein Traum: ich sehe meine Mama, meine Brüder und Schwestern auf einer großen grünen Wiese.
    Sie rufen mir zu, dass es dort keine Schmerzen gibt, nur Friede und Glück.
    So sage ich meiner Menschenfamilie Aufwiedersehen auf die einzige mir mögliche Weise:
    mit einem sanften Wedeln und einem kleinen Schnuffeln.
    Viele glückliche Jahre wollte ich mit Euch verbringen, es hat nicht sein sollen.
    Statt dessen habe ich Euch so viel Kummer gemacht.
    Es tut mir leid, ich war halt nur eine Händlerware. Lea

    ©1999 J. Ellis - bewilligte Übersetzung von E. Wittwer

    Achtung, Hundehändler sind überall!!
    Diese Geschichte stammt von der amerikanischen Toller-Liste mit der Bitte, sie an möglichst viele Hundefreunde weiterzuleiten. Sie handelt von einem Welpen aus einer Tierhandlung. Bei uns sind solche Läden, wo Hunde im Laden oder auf dem Markt feilgehalten werden, verboten. Nichts desto weniger blüht der Hundehandel, vor allem mit Rassehunden aus den östlichen Ländern. Was macht es für einen Unterschied, ob ein Welpe nach einem grauenhaften Transport bei einem Händler oder auf einem Markt oder in einem Laden landet ? Keinen. Niemals würde ein Züchter, der über den winzigsten Funken Anstand und Gefühl verfügt, seine Hunde an einen Händler verschachern. Toller-Info bittet alle Leserinnen und Leser um aktive Aufklärung zukünftiger Hundehalter. Der Artikel darf (soll) weiterverwendet werden, sei es als Infoblatt in der Tierarztpraxis und beim Futterlieferanten oder als Bericht in einer regionalen Zeitung. Es ist eine traurige Geschichte, leider ist sie an der Tagesordnung. Häufig ist die Realität noch schlimmer, weil die Hunde mental total gestört sind und praktisch nicht sozialisierbar
     
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  3. #2 Vogelschwarm, 15. April 2005
    Vogelschwarm

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    hallo,
    wenn ich sowas lese,fang ich an zu weinen.
    ich bin selbst yorkiezüchterin und meine babys werden bei uns in der wohnung groß.
    die werden geknutscht und verwöhnt
    unsre babys werden mit kindern groß und auch mit einem großen hund und neuerdings mit 28 vögel.
    wir sind hier eine große familie,die sich um die babys kümmern.
    wir erwarten in 8 wochen den nächsten wurf und immer dann lese,höre und sehe ich so was.
    und dann weiß ich nicht ob ich es richtig mach zu züchten.
    aber anderseits bessr einen in der familie großgewordener hund,als einen vom massenzüchter

    mit lieben gruß
    martina
     
  4. #3 megaturtle, 16. April 2005
    megaturtle

    megaturtle Welliverrückte ;-)

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    Hallo MArtina,

    ich glaube kaum, dass gegen solche Zuchten wie deine etwas zu sagen ist :zustimm:
     
  5. Gouldi

    Gouldi Stammmitglied

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    Mein Gott, was für eine traurige Geschichte. [​IMG]
     
  6. #5 Silke_Julia, 16. April 2005
    Silke_Julia

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    ach herrje, diese Geschichte stimmt mich traurig.
     
  7. Chrissi

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    Ich find den Text zwar ergreifend, aber seine Aussage is doch etwas...naja...

    Als ob der Hund sofort beim Menschen sooooooo happy wäre und der Mensch sein allerbester Freund ist, er darüber seine Schwesterchen und alles vergisst...
    Und auch zu sagen: Bei uns ist es verboten (wie toll :~ ), was ist denn mit Kaninchen? Meerschweinchen? Ratten? Mäusen? Geht es denen nich genauso?

    Und auch jedes Tier was direkt vom Züchter zur Familie kommt leidet... so einen Text würd ich nur als totaler Haustiergegner akzeptieren... jeder der n Tier zuhause hat hat seinem Tier sowas auch schon angetan...
     
  8. #7 Hexe Elstereule, 17. April 2005
    Hexe Elstereule

    Hexe Elstereule Foren-Guru

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    Es zeigt doch immer wieder, dass viele Menschen dieTiere, unsere Mitkreaturen, nur als Ware betrachten. Tiere sind keine fühlenden Wesen und solange der Mensch sich als >Krone der Schöpfung< aufschwingt, wird das auch immer so bleiben. So denken jedenfalls nicht wenige. (Mir hat mal früher eine TÄ gesagt, dass Vögel kaum schmerzempfindlich wären und deshalb man keine große Rücksicht bei der Behandlung nehmen bräuchte! Ein Blick in die Augen des Vogels sagte alles!)
    Ich habe mal eine Ausstellung auf einer großen Geflügelbörse gehabt. Ich hätte heulen können, als ich gesehen habe, dass die weniger >schönen< Hähne, Hühner, Tauben und Gänse einfach rüde abgefertigt wurden und über ihr Leben einfach das Todesurteil gesprochen wurde. Nur weil ein paar Federn, die Gefiederfarbe oder sonstiger Quatsch den Menschen nicht optimal gefallen hat und es keine Auszeichnung, Medaillien, Pokale und so einen SCH.... gab. Und all die Qualzuchten! Vögel mit so vielen Federn über den Augen, dass die nie richtig in die Welt schauen können. Schnäbel wie Knöpfe! Federn an den Füßen, in denen sich der Dreck in Klumpen gesammelt hat. Locken anstelle Gefieder! Tauben, die gar nicht mehr eine vernünftige Haltung einnehmen konnten, weil sie andauernd mit stark gewölbtem Kropf herumliefen. Ich könnte die Reihe endlos fortsetzen! Und was ist mit all den anderen Tieren, denen wir solche Dinge antun. Auch hier könnte ich endlos viele Auflistungen bringen. Dieses Erlebnis hat mich eine ganze Zeit lang verfolgt!
    Wo es nur ums Geschäft geht, werden Tiere selten richtig gut behandelt. Es ist ja nur Ware..... Ein Glück für den kleinen Hund in der Geschichte, dass er wenigstens eine Familie gefunden hat, die ihn liebte und versuchte, alles für ihn zu tun.. Die Wirklichkeit sieht doch leider oft anders aus! Man braucht nur mal in die Tierheime zu gehen! :traurig: :traurig: :traurig: :traurig:

    Viele Grüße Angie
     
  9. Blaufuß

    Blaufuß Blaue Tomaten :]

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    in ALfter...
    Es ist seht traurig geschrieben, das berührt einen schon, aber ist es auch IMMER und in ALLEN Fällen so?

    LG
    Blaufuß :fisch
     
  10. #9 megaturtle, 18. April 2005
    megaturtle

    megaturtle Welliverrückte ;-)

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    Es sollte ja auch nur etwas zum Nachdenken anregen :~
     
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  12. Monsun

    Monsun Foren-Guru

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    Die Geschichte (oder besser die Wahrheit) habe ich schon einmal gelesen, aber sie ist immer wieder sehr traurig und wunderschön an Emotionen geschrieben! :trost:

    Ich kann die Menschen nicht verstehen,
    wenn sie sowas ihren Tieren antun. :(
    Chrissi hat aber auch Recht, die anderen Tiere leiden genauso. :(
     
  13. #11 mieziekatzie, 21. April 2005
    mieziekatzie

    mieziekatzie ab und zu mal hier

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