Ganzjahresfütterung von Wildvögeln in der Brutzeit Erfahrungen

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  1. #1 GroßstadtNatur, 27.06.2020
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    Das Thema Ganzjahresfütterung von Wildvögeln ist ja ein heiß umstrittenes Thema und löst immer wieder heftige Diskussionen auch unter Ornithologen und Umweltschützern aus.

    Man liest auch immer wieder Horrormeldungen von qualvoll verendeten oder missgebildeten Vogelküken , die von den Vogeleltern mit unverdaulichem Körner- und Fettfutter / Meisenknödeln oder ganzen Erdnüssen statt mit Raupen und Insekten fehlernährt wurden.

    Ich wollte daher Mal von meinen konkreten Erfahrungen und Beobachtungen mit der Ganzjahresfütterung berichten.
    Seit Jahren habe ich an den Fenstern meiner Großstadtwohnung zwei Meisenkästen hängen, in denen jedes Jahr Blau- und Kohlmeisen, manchmal auch Spatzen, erfolgreich ihre Jungen großziehen.

    Gleichzeitig biete ich den Vögeln seit Jahren ganzjährig Futter an, das vor allem aus Erdnussbruch, Sonnenblumenkernen, in Pflanzenöl getränkten Haferflocken, aber auch Mal aus Meisenknödeln, Energieblöcken (von Vitara, mit Insekten), Erdnussbutter, Hanf und andere Saaten und in der Brutzeit ab und zu aus lebenden Mehlwürmern besteht.

    Ich beobachte das Verhalten der Vogeleltern nun schon sehr lange.
    Zu Beginn der Brutzeit tragen sie ausschließlich Raupen, Insekten und Spinnen in die Nistkästen.

    Das von mir angebotene Futter fressen sie nur selbst. Meist stärken sie sich damit, kurz bevor sie sich wieder auf die Jagd nach Insekten machen.
    Das Einzige, was sie auch an ihre Jungen verfüttern, sind die Mehlwürmer, die sie zuvor töten und den Kopf abbeißen. Manchmal entfernen sie auch die Gedärme.

    Gegen Ende der Brutzeit fangen sie sporadisch damit an, zwischendurch auch Mal einzelne Haferflocken oder kleine Erdnussstückchen in die Nistkästen zu tragen.
    Auf mich macht es den Eindruck, dass sie sich da ähnlich menschlichen Eltern verhalten, die ihre Kleinkinder schrittweise an feste Nahrung gewöhnen.

    Bisher gab es in meinen Nistkästen erst ein Mal ein totes Küken. Das halte ich aber für eine sehr geringe Sterberate, zumal es hier häufig sogar im selben Jahr zu Folgebruten kommt. Ich denke nicht, dass dieser eine Todesfall etwas mit der Zufütterung zu tun hatte.
    Denn die anderen Vogelkinder haben ihre Nester ja putzmunter verlassen und wurden dann übrigens von ihren Eltern auch gleich an die Futterstellen herangeführt bzw. als Nestlinge dort noch eine Weile von ihnen weitergefüttert.

    Ich habe sogar den Eindruck, dass sich durch das angebotene Futter der Bruterfolg und die Überlebenschancen der Vögel wesentlich erhöht haben.

    Keine Ahnung, woran es liegt, dass einige genau das Gegenteil beobachtet haben und bei ihnen offenbar ganze Gelege (mutmaßlich verursacht durch Zufütterung in der Brutzeit) zu Grunde gehen?

    "Meine" Meisen scheinen jedenfalls schlau genug zu sein, um ihren Nachwuchs instinktiv nicht mit ungeeigneten Futter zu versorgen.

    Was habt ihr da für Erfahrungen / Beobachtungen gemacht?
     
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