Gerichtsprozess - Streit um einen Kater

Diskutiere Gerichtsprozess - Streit um einen Kater im Katzen Forum im Bereich Tierforen; Heute in unserer Aargauer Zeitung: Original von hier: http://www.az-online.ch/pages/index.cfm?dom=2&rub=100004725&nrub=0&sda=1 ZURZACH Das...

  1. Inge

    Inge ...

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    Heute in unserer Aargauer Zeitung:

    Original von hier: http://www.az-online.ch/pages/index.cfm?dom=2&rub=100004725&nrub=0&sda=1

    ZURZACH
    Das Urteil: Herkules bleibt Tim

    Zwei zweibeinige Katzenmütter, zwei Anwälte, ein Richter, eine Gerichtsschreiberin, zwei Gerichtsverhandlungen, ein Urteil und zig-tausend Franken Kosten – alles wegen eines ganz gewöhnlichen Katers.

    Gestern vor Bezirksgericht Zurzach. Zum zweiten Mal waren die beiden Katzenmütter Daniela B. aus dem Züribiet als Klägerin und Isabelle Schmid aus dem Surbtal als Beklagte in der Sache Kater Herkules respektive Tim aufgeboten.

    Blenden wir zurück: Der schwarzweisse Kater Herkules hatte bei Frau B. in Kloten gelebt, als voriges Jahr am 1. August ein Taxifahrer den mutterseelenallein am Bahnhof Kloten Herumstreifenden aufgegriffen und kurzerhand in ein nahegelegenes Tierheim spediert hatte . Just in jenem Tierheim hatte Frau Schmid etwas später einen Ersatz für ihren kurz zuvor verstorbenen Schmusetiger gesucht. Unter der Auflage, dass sie zwei Vierbeiner adoptierte, hatte sie am 3. Oktober Herkules, der nunmehr Tim hiess, und eine Katze namens Sonka glückselig nach Hause genommen.

    Durch einen Zufall hatte eine Bekannte von Daniela B. dann im Dezember unter der Rubrik «platzierte Tiere» auf der Internetseite des betreffenden Tierheims Herkules entdeckt, worauf Frau B. Ende Dezember zunächst beim Tierheim, später direkt bei Isabelle Schmid die Herausgabe ihres Herkules gefordert hatte. Schmid aber wollte ihren Tim keinesfalls als Herkules von dannen ziehen lassen.

    5000 Franken? Nein danke!

    Nachdem auch der Friedensrichter den beiden zweibeinigen Katzenmüttern nicht hatte helfen können, hatte Frau B. auf Herausgabe von Tim alias Herkules geklagt. In einer ersten Verhandlung vor dem Bezirksgericht Zurzach vor zwei Monaten (AZ vom 18. Juni) hatte Gerichtspräsident Cyrill Kramer als Einzelrichter sein Menschenmöglichstes versucht, die beiden Frauen zu einer friedlichen Einigung zu bewegen. Das Frauchen von Herkules hatte dem Frauchen von Tim für die Rückgabe am Ende 5000 Franken bar auf die Hand geboten. Nix schnöder Mammon, sie wolle den Kater, hatte Frau Schmid geantwortet.

    Der zweite Verhandlungstermin war erst am Montag definitiv, hatte Tim»sich doch am 6. August in Luft aufgelöst und war erst zehn Tage später wieder aufgetaucht. Auch wenn er nicht persönlich vor Gericht erscheinen musste – mit verschwundenem Hauptakteur wäre ein Urteil buchstäblich für die Katz’ gewesen. Als Zeuginnen wurden gestern die Geschäftsführerin und eine Mitarbeiterin der Administration vom besagten Zürcher Tierheim befragt.

    Tierheim verletzte Meldepflicht

    Beide mussten grosse Fehler zugestehen: Nach Eingang von Findelkater Herkules hatte das Tierheim versäumt, dies wie üblich via Internet dem Zürcher Tierschutz, der Schweizer Tiersuch-Meldezentrale und dem Schweizer Tierfundbüro zu melden. Beide Zeuginnen sagten sodann aus, Frau Schmid habe die Verzichtskatze Sonka mittels einem Kaufvertrag, Findelkatze Tim hingegen mit einem sogenannten Übernahmevertrag erworben, aber für beide Tiere den gleichen Betrag von je 220 Franken bezahlt.

    Weil ein Übernahmevertrag zur Rückgabe des Tieres verpflichtet, sofern sich innerhalb von zwei Monaten dessen rechtmässiger Besitzer meldet, sah sich Daniela B. im Recht. Denn juristisch betrachtet habe, so betonte ihre Anwältin, die sogenannte «Ersitzungsfrist» von zwei Monaten gar nie zu laufen begonnen, «weil ja das Tierheim die Meldepflicht verletzt hatte.» Der Gegenanwalt betonte, seine Mandantin habe nicht realisieren können, dass sie unterschiedliche Verträge abschloss, zumal sie für beide Katzen den gleichen Preis zahlte «Sie hätte den Kater nie genommen mit dem Risiko ihn eventuell wieder zurückgeben zu müssen.»

    Juristisch recht knifflige Sachlage

    Richter Kramer wies die Klage von Daniela B. ab; Herkules bleibt als Tim bei Isabelle Schmid. «Es ist zwar störend, dass das Tierheim den Zugang von Herkules nie öffentlich bekannt gemacht hatte, aber deshalb hatte die sogenannte ‹Ersitzungsfrist› trotzdem zu laufen begonnen, als der Kater an Frau Schmid übergeben worden war.» Überdies könne, indem Frau Schmid denselben Preis für beide Katzen bezahlt hatte, Herkules/Tim dieser vom juristischen Standpunkt aus nicht leihweise übergeben worden sein, «ist doch ‹Gebrauchsleihe› per Definition unentgeltlich,» so Cyrill Kramer.

    Daniela B. stand nach dem richterlichen Entscheid der Katzenjammer klar ins Gesicht geschrieben. Neben den Gerichtskosten und den Kosten für ihre Anwältin muss die abgewiesene Klägerin auch Frau Schmid Entschädigung zahlen. Trotzdem stand nach der gestrigen Verhandlung im Raum, dass die 41-jährige das Urteil evenutell ans Obergericht weiterzieht. «Wir wollen aber zuerst einmal darüber schlafen», meinte ihre Anwältin. (mz/rmm/hst)


    Film-Ton-Bericht dazu von Tele M1 (auf schweizerdeutsch)
     
  2. eko

    eko Guest

    lol

    Also nach meiner Meinung solte Herkules seine besizerin
    zurück gegeben werden
     
  3. Karin G.

    Karin G. Co-Admin
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    unglaublich, womit sich die Gerichte befassen müssen 0l
    aber die frühere Halterin von Hercules/Timm kann ich auch gut verstehen, schliesslich möchte sie ihren Kater wieder zurückhaben. Aber diese juristischen Spitzfindigkeiten sind für den Otto-Normalverbraucher meist unbegreiflich :?
     
  4. Nathalie

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    Puuh, schwierige Sache... Nachdem ich den Bericht gelesen hatte, überlegte ich erst einmal... Ich stellte mir soeben vor, wie es wäre wenn der rechtmäßige Besitzer von Lissy nun auftauchen würde und seine Katze wiederhaben wollte. Natürlich wäre ich unsagbar traurig und würde heulen wie ein Schlosshund, aber ich denke, ich würde sie tatsächlich hergeben. Schließlich kann ich mir vorstellen, wie es sein muss wenn seine Katze plötzlich nicht mehr auftaucht...

    Kann daher die Beklagte nicht ganz verstehen...den Richter schon gar nicht. Das TH halte ich für ausgesprochen verantwortungslos :(

    Muss auch ein aber anfügen.. Denn wäre die Katze dementsprechend gekennzeichnet gewesen, sei es durch Halsband, Chip oder Tätowieren, wäre sowas bestimmt zu verhindern gewesen sein.
     
  5. Karin G.

    Karin G. Co-Admin
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    Hallo Natti
    ich habe heute beim Frühstück diese Geschichte erzählt und wir stellten genau die gleichen Überlegungen an. :?
     
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