Gewölle- wer war's?

Diskutiere Gewölle- wer war's? im Vogelbestimmung Forum im Bereich Allgemeine Foren; War heute früh in einem Steinbruch unterwegs. In ca. 1km Luftlinie entfernt brüten Wanderfalken, Habichte sind auch in der Umgebung unterwegs....

  1. #1 Pauleburger, 11.04.2020
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    War heute früh in einem Steinbruch unterwegs. In ca. 1km Luftlinie entfernt brüten Wanderfalken, Habichte sind auch in der Umgebung unterwegs. Meinen eigentlichen Verdacht will ich mal noch nicht äußern.
    Nun habe ich ehrlich gesagt absolut keine Ahnung von Gewöllen. Habe an vier erhöhten Plätzen/Vorsprüngen Rupfungen von Ringeltauben gefunden, alle nicht weiter als je 50m oder weniger voneinander entfernt. Und glücklicherweise lag ein Gewölle mit groben Knochenresten neben einer. Wer war's? Ich hoffe mein Verdacht bestätigt sich.

    Hier die Fotos:
     

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  2. #2 harpyja, 11.04.2020
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    Eine größere Eule, aber mehr kann ich da leider nicht zu sagen... Muss @toxamus mal draufgucken.
     
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  3. #3 Pauleburger, 11.04.2020
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    Das klingt schon mal gut :)
    Ist ein Waldkauz in der Lage, so viele Ringeltauben zu erjagen?
    Von einem Taggreif kann es nicht stammen?
    Denn dann bleibt nur noch ein mächtiger Kandidat, über den ich mich sehr freuen würde.
    Ist total spannend für mich, hab mich bisher kaum mit Gewöllen befasst.
     
  4. #4 toxamus, 11.04.2020
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    Danke Harpya für Dein Vertrauen in mich, aber ich denke da muss Eric ran :-)

    Es könnte schon vom Uhu sein (ich denke darauf will Pauleburger raus). Die Grösse wäre richtig, wobei es schon noch viel grössere gibt. Aber ein Waldkauz kann auch so gross wenn er gut gefrühstückt hat :-)

    Was mich ein wenig wundert ist die Farbe, so helle sehe ich selten. Bei einem guten Anteil an Mäusen müsste es eigentlich dunkler sein (oder es ist schon älter und ausgebleicht).
    Nimm es doch mal auseinander und versuch, ob Du die Knochen bestimmen kannst und was Du sonst noch so drin findest, das ist sehr spannend.
     
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  5. #5 Pauleburger, 11.04.2020
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    Hi Tox, habe mich im Nachhinein schon geärgert, es nicht mitgenommen zu haben.
    Wie alt das Gewölle ist, kann ich absolut nicht sagen. Die Rupfungen können ja schon Tage oder gar Wochen alt sein.
    Ich gehe mal davon aus, dass es die Knochen von Ringeltauben sind. Ich habe explizit nach Igel-Überresten geschaut, dann wäre die Sache klar gewesen. Die kleinen Kerle sollten ja schon unterwegs sein, oder?

    Wenn es euerer Meinung nach definitiv von einer Eule stammt, wäre die einzige andere Option der Waldkauz. Aber schlägt der so oft Ringeltauben und schleppt sie zum rupfen an exponierte Stellen?
    Eigentlich spricht bisher tatsächlich viel für den Uhu. Wäre eine Sensation für mich persönlich. Mal sehen was @Eric dazu sagt.

    Nachdem ich kürzlich ein Revier der kleinsten Eule gefunden habe, wäre die größte auch ganz nett :)
     
  6. #6 harpyja, 12.04.2020
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    Die Ringeltaubenfedern und das Gewölle müssen im Übrigen nichts miteinander zu tun haben. Wenn es ein schöner erhöhter Platz ist, kann den auch ein Habicht bei Tag und eine Eule bei Nacht nutzen. Die Eule wirft das Gewölle ja erst lange nach ihrer Mahlzeit und meist dort, wo sie (auch tagsüber) ruht und nicht da, wo sie schlägt. Du musst da wirklich ans Gewölle ran, vielleicht findet sich ein eindeutiger Fuß oder Schädel (ich sehe da einen Unterschnabel, der sieht aber eher nach Fink aus).
     
  7. #7 toxamus, 12.04.2020
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    Hier mal eine kleine Auswahl aus meiner Gewöllesammlung.

    Ich hab bei der Gelegenheit bemerkt, dass ich da dringend System reinbringen muss - nichts ist beschriftet :-(

    Die linke Reihe von oben nach unten ist alles Uhu (mit Ausnahme der 2-Euro Münze, so weit hab ich sie noch nicht dass sie Geld hochwürgen).
    Der unterste ist ein frischer von einem Junguhu (ca 4 Wochen alt). Die Gewöllegrösse und -farbe hängt vor allem von der Art der Mahlzeit ab.

    Mittig ein Monsteruhugewölle, wahrscheinlich Karnikel.

    Die drei hellen kleinen in der rechten Reihe sind Schleiereule, die zwei in der Mitte unten aber auch.

    Und wenn ich sie beschriftet hätte, könnt ich mit Sicherheit sagen dass die anderen beiden (unten rechts) vom Waldkauz sind.

    [​IMG]

    Rechts oben ein paar Teile aus zerlegten Gewöllen.

    Einfach gut einweichen, dann in ein Tee/Salatsieb und mit Wasser spülen, bis Federn und Haare weg sind und der "Inhalt" übrig bleibt.

    Hab das jetzt nur mit dem Tablet fotografiert, wenn jemand ganz neugierig ist kann ich auch noch eine gut aufgelöste Aufnahme machen.
     
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  8. h8cru

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    Vorsicht bei Gewöllen, die können gefährliche Krankheiten beinhalten, die über die Nagetiere in den Gewöllen weiterverbreitet werden. Von Fuchsbandwurm bis zu Hanta-Virus. Deswegen Atemschutz, Handschuhe und alles immer gut abkochen. Eigtl so wie man derzeit vor die Tür geht ;-)
    Grüße,
    h8cru
     
  9. #9 toxamus, 12.04.2020
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    ja, das Leben ist ein Risiko ...

    Aber dass Hantavirus, Fuchsbandwurmeier & Co den Magensaft von Eulen überstehen, das wage ich zu bezweifeln. Oder hast Du da belastbare Quellen (ausser den üblichen Besorgnisträgern)?
     
  10. h8cru

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    Kenne nur vom Aachener Nabu Arbeitskreis Ornithologie einen Kollegen, der sich mit Eulengewöllen beschäftigt, der davor ausdrücklich gewarnt hat.
    Lg,
    h8cru
     
  11. #11 toxamus, 12.04.2020
    toxamus

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    Meiner Meinung nach eine Frage der Einstellung.
    Man kann die Natur als etwas "natürliches" betrachten, oder aber als potentielle Gefahrenquelle.

    Der eine freut sich dran, der andere sieht nur Hanta, Zecken oder Fuchsbandwurm.

    Vor etlichen Jahren war ich sehr aktiver Bogenschütze (Langbogenfraktion). Da kann auf den Turnieren jeder mitmachen, man ist über das WE 2 Tage ganztags in der Natur unterwegs und darf alle paar hundert Meter ein paar Pfeile in Pappscheiben oder Plastiktieratrappen stecken.

    Ich werd nie vergessen als ich in meiner Gruppe eine ganze Familie (ja, Vater wie Mutter) hatte mit Sehhilfen dick wie Goldfischgläser.

    Vor dem Start hat dann die Mami die 2 Kinder versorgt: Ärmel und Hosenbeine (der weit überdimenionierten Kleidung, Anorak und dicke Schutzhosen) wurden sorgfältig mit Kreppband verschlossen, dann noch satt mit einer ganzen Dose Insektenspray imprägniert.
    Ja, die Natur ist ein Risiko dem man nur gut vorbereitet entgegentreten sollte.

    Hätte gerne gewusst was die von mir gedacht haben, barfuss und mit kurzen Hosen unterwegs.
     
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  12. h8cru

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    Ist nur ein gut gemeinter Rat.
     
  13. #13 toxamus, 12.04.2020
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    war ja auch keine Kritik, nur ein persönlicher Kommentar, jedem seine Meinung ;-)
     
  14. #14 Peregrinus, 12.04.2020
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    Das mit dem Kreppband kannte ich noch nicht, klingt aber interessant! :hammer:

    Wie Du sagst: Suum cuique! Aber irgendwo muss es auch Grenzen haben. Und deshalb esse ich mit Wonne die Him- und Erdbeeren des Waldes und wenn ich eine Zecke habe, greife zum Zeckenhaken und gehe nicht in die Notaufnahme ... :+popcorn:

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  15. #15 Karin G., 12.04.2020
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    und du lebst wirklich immer noch? :gott:

    :zwinker:
     
  16. #16 Peregrinus, 12.04.2020
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    Ja! :freude:

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  17. Eric

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    Auf jeden Fall schwierig so zu bestimmen die Gewölle. Irritierend ist schon auch die helle Farbe. Die Taubenfedern haben nicht zwingend mit den Gewöllen zu tun. ( Federn ganz frisch, Gewölle älter).
    Es kann auch ein Fuchs da bei einer Rupfung markiert haben.
    Für Waldkauz gefällt es mir gar nicht und eigentlich für Uhu auch nicht.
     
  18. #18 Pauleburger, 17.04.2020
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    Hi Leute, bin leider nicht dazu gekommen, nochmal zum Steinbruch zu gehen. Ich weiß von nem Orni, dass wohl Uhus schon mal da waren (bisher ohne Brutnachweis).

    @toxamus vielen Dank für das tolle Bild!

    Habe im Wald ein deutlich kleineres Gewölle gefunden (3-4cm), denke mal vom Waldkauz. Das war auch so weiß. Scheint einfach zu verwittern.

    Zu den Taubenfedern: die haben tatsächlich ziemlich fest daran geklebt. Spricht das nicht dafür, dass es frisch auf die Federn gespuckt wurde? Klar, ein Zusammenhang lässt sich trotzdem nicht ableiten.

    @Eric bringst du jetzt den Fuchs ins Spiel für das Gewölle?

    Hatte übrigens von dem Ausflug ne Zecke am Bauch haha, noch lebe ich. War auch nicht die erste ;)
    Ich freue mich auch über die vielen Leute, die mir die Himbeeren stehen lassen :D
    Völlig paranoid, auch in meinem Bekanntenkreis
     
  19. #19 harpyja, 17.04.2020
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    Ich habe, seit ich laufen kann, jedes Jahr so im Schnitt um die 40 Zecken. Auf dieser Grundlage habe ich errechnet, dass ich dieses Jahr den 1.000sten Zeckenbiss feiern könnte :)

    Es gibt so einige Leute, die von Borelliose und Hanta betroffen sind. Verharmlosen würde ich es nicht, aber das Risiko abwägen, und das ist eben sehr gering. Einen Fuchsbandwurm zu bekommen ist unglaublich unwahrscheinlich, aber dann tödlich. Sich nach Spaziergängen auf Zecken absuchen finde ich selbstverständlich, aber Schutzkleidung unsinnig.
     
  20. #20 Peregrinus, 18.04.2020
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    Da würde ich den Nebensatz ergänzen: "... wenn unerkannt und dauerhaft unbehandelt."

    VG
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