Graupapagei zu Hause behalten?

Diskutiere Graupapagei zu Hause behalten? im Graupapageien Forum im Bereich Papageien; Hallo liebe Vogelfreunde, ich muss etwas ausholen, um mein Problem zu beschreiben - vor etwa einem halben Jahr bekamen wir von einer Bekannten...

  1. #1 wittgenstein, 2. Dezember 2014
    wittgenstein

    wittgenstein Neues Mitglied

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    Hallo liebe Vogelfreunde,

    ich muss etwas ausholen, um mein Problem zu beschreiben -
    vor etwa einem halben Jahr bekamen wir von einer Bekannten meiner Freundin einen Graupapagei zur Pflege für ungefähr einen Monat. Wir dachten uns nicht viel dabei (bitte verurteilt uns deshalb nicht zu hart, dass wir den Vogel überhaupt genommen haben – mehr dazu s.u.) und haben den Papagei bei uns gehabt für diesen Zeitraum.

    Dass Graupapageien extrem intelligente und soziale Tiere sind, wurde uns dann erst klar – wir haben uns aber Mühe gegeben und eigentlich den Eindruck gehabt dass sie sich recht wohl gefühlt hat bei uns – dazu später mehr.

    Der Vogel ist jetzt ungefähr ein Jahr alt. Seine Besitzerin hat die Flugfedern gestutzt (bzw. so gekauft, wissen wir nicht genau) und den Vogel in Spanien gekauft (ist das ein Zeichen dafür dass der Vogel ein Wildfang ist? Der Vogel hat einen grauen Metallring um den Fuß).

    Unsere Wohnung ist ca. 70qm groß und wir haben den Vogel tagsüber die ganze Zeit außerhalb seines (viel viel zu kleinen!!!) Käfig gehabt. Garten haben wir keinen. Kaputt gemacht hat er nichts und der Dreck... na ja, es war uns klar, dass man damit leben muss.

    Jedenfalls haben wir den Vogel nach diesem Monat zurückgegeben; das ist ungefähr ein halbes Jahr her.

    Nun hat uns jene Bekannte wieder angerufen ob wir den Vogel nehmen können – dabei kam nun heraus, dass der er in der Zwischenzeit wiederum an andere Leute "verliehen" war – spätestens da kam uns die ganze Sache komisch vor. Auf Nachfrage stellte sich dann heraus, dass die Besitzerin die kommenden zwei Jahre auf Reisen sein wird und dass bei der Familie schon mal der Tierschutzbund war (Nachbarn haben anscheinend den viel zu kleinen Käfig gesehen) .. sprich, die Familie ist komplett überfordert, hat nicht nachgedacht, bevor sie den Vogel gekauft haben und sieht den Vogel anscheinend als Spielzeug/Möbelstück).

    Wir sind dann vor ein paar Tagen zu diesen Leuten gefahren um den Vogel abzuholen. Wenn wir uns auch spätestens zu diesem Zeitpunkt schon bewusst waren, dass wir den Vogel bei uns zu Hause wahrscheinlich nicht artgerecht halten würden können, waren wir von den Zuständen dort ziemlich schockiert: Der Vogel war in jenem viel zu kleinen Käfig (1 m³) anscheinend 2 Monate (!!) eingesperrt, wurde von den dort im Haushalt lebenden zwei Katzen attackiert, war total dreckig, abgeschlagener Schnabel, usw. usf. - sah einfach ungesund aus und hat anscheinend auch nie etwas anderes als Körner zum Fressen gekriegt.

    Kurz und gut: darauf hin haben wir den Vogel mit zu uns genommen und hier ist er nun.
    Obwohl er sich jetzt schon halbwegs beruhigt hat, hat sich sein Verhalten im Vergleich zu vorher verändert – beißt öfter, verschlossener … Wie gesagt wir lassen Vogel die ganze Zeit (außer in der Nacht) im Wohnzimmer und versuchen uns viel mit ihm zu beschäftigen.

    Ich will den Vogel eigentlich nicht bei uns haben – nach allem was ich darüber gelesen hab, haben wir nicht die Möglichkeit, den Vogel artgerecht/tiergerecht bei uns zu halten ( - oder??? Ich konnte keine klare Antwort dazu finden; da scheint es sehr verschiedenen Ansichten zu geben..?).

    Nun ist es so dass die Bekannte, wenn wir den Vogel nicht für zwei Jahre bei uns behalten, den Vogel wahrscheinlich wieder zu diesen schrägen Leuten geben wird – sie hat uns gefragt, ob es "Heime" für solche Papageien gibt, wo man die Tiere für zwei Jahre unterbringen kann – kann mir nicht vorstellen, dass es soetwas gibt und warum auch?

    Zu dieser Bekannten sollte ich noch sagen, dass meine Freundin über ihre Arbeit geschäftlich mit ihr zusammenhängt und daher die Frau nicht einfach vor den Kopf stoßen kann … - wir sind dafür, einfach beim Tierschutzbund zu fragen, ob sie einer dauerhafte Bleibe für den Papagei finden können bzw. ob sie wissen, was wir mit ihm machen können; das will aber wiederum die Besitzerin nicht.

    Der Vogel ist lt. Aussage der Besitzerin nun erst ein Jahr alt – das ist nach allem was ich gelesen habe die Zeit in der der Vogel am meisten sozialisiert wird – daher wäre es wohl das beste, ihn eventuell in den Zoo zu geben? (Nehmen die überhaupt Tiere..?)

    Es ist uns bewusst, dass der Vogel unter sehr schlechten Umständen bei der Besitzerin bzw. wer weiß was noch für anderen Leuten gelebt hat oder leben wird die wahrscheinlich unter Tierquälerei fallen und außerdem dass der Vogel auch bei uns nicht gut leben kann.

    Wir sind ziemlich verzweifelt und fragen uns ob es nun besser für das Tier ist, wenn es vorerst bei uns bleibt – das sind die eigentlich zentralen Fragen:

    Sollen/dürfen wir den Vogel zu Hause behalten? (Wir würden versuchen, sie gut zu pflegen und uns liebevoll um sie kümmern)

    Wenn nein, sollen wir den Vogel direkt zu einer Tierschutzorganisation geben? (Berücksichtigend dass die Bekannte eine indirekte Geschäftspartnerin von meiner Freundin die dadurch vor den Kopf gestoßen wird (- wie ist das eigentlich rechtlich?).

    Danke für eure Hilfe!

    Wolfgang
     
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  3. papugi

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    hallo,


    ich mochte raten euch erstmal zu beruhingen...
    der vogel hat vorlaufig gute verhaltnisse,wird, hoffentlich gut ernahrt (datruber kann man noch sprechen), hat freiflug, ist sauber gehalten. Sogar solche verhaltnisse findet man nicht uberall.

    Nimmt euch zeit, daruber nachzudenken, mit dem vogel zu arbeiten und ihn wieder in einen guten physischen und psychologischen zustand zu bringen.

    Vorlaufig habt ihr den vogel zu kurz um zu sagen wie er wirklich ist...

    Mit der zeit wird sich etwas geben...oder ihr behalt ihn, oder ihr baut einen balkon oder kauft euch ein haus oder ihr findet einen guten platz und der arme kerl braucht nicht zuruck in schlechte haltung.

    Jetzt kommt sowieso der winter und niemand halt vogel draussen.
     
  4. Fillis

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    Mir stehen immer wieder die Tränen in den Augen, wenn ich lese, wie manche mit diesen wundervollen Tieren umgehen. Dürfte er denn dauerhaft bei euch bleiben? Hättet ihr den Platz für eine 2 x 1 x 2 m große Voliere? Wenn ihr ihn behalten wollt, würde ich empfehlen, einen Partner für ihn zu suchen (nach einem DNA-Geschlechtstest). Ich habe selbst ein Paar Kongograupapageien. Und sie beschäftigen sich gut miteinander. Ein Mensch kann einen gefiederten Partner der gleichen Art, auch bei 24 Std. Aufmerksamkeit am Tag, niemals ersetzen. Das heißt nicht, dass sie nicht zahm sind oder nichts mit dem Menschen zu tun haben wollen. Ich halte meine auch im Haus, und sie kommen nur bei schönem Wetter mit Käfig raus. Es gibt spezielle Vogellampen, die die Vögel mit UV-Strahlen versorgen. Und da er es eh nicht kennt, draußen zu sitzen, was soll er dann vermissen? Klar ist es für die Tiere schöner, wenn sie mal draußen sein können, aber wenn meine draußen sind und es ihnen z.b. zu warm ist, nerven sie sehr schnell rum, dass sie wieder rein wollen. Ich persönlich würde es nicht über s Herz bringen, ihn zurückzugeben, aber es ist halt schon mit viel Arbeit verbunden, dessen muss man sich auch bewusst sein.
     
  5. #4 Cyano - 1987, 2. Dezember 2014
    Cyano - 1987

    Cyano - 1987 Foren-Guru

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    Das einzig Gute an der Situation ist ja wohl, dass die Besitzer des Vogels bereit sind, ihn für immer abzugeben.
    Es müsste halt jemand gefunden werden, der jetzt den Vogel dauerhaft aufnehmen will, und dass sind bei einem jungen Graupapagei hoffentlich noch einige Jahrzehnte.
    Ansonsten schließe ich mich papugi und Fillis an.
     
  6. papugi

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    Cyano...lies mal langsam den ersten posting...

    [QUOTENun ist es so dass die Bekannte, wenn wir den Vogel nicht für zwei Jahre bei uns behalten, den Vogel wahrscheinlich wieder zu diesen schrägen Leuten geben wird – sie hat uns gefragt, ob es "Heime" für solche Papageien gibt, wo man die Tiere für zwei Jahre unterbringen kann – kann mir nicht vorstellen, dass es soetwas gibt und warum auch?][/QUOTE]




    Wolfgang,
    lass dir mal ein papier unterschreiben das du jetzt der einzige besitzer bist...ich mache das immer..Ganz delikat sage ich immer das ich doch nicht eines tages wegen diebstahl angezeigt werden mochte...:)) frage auch nach papieren von dem vogel.
     
  7. #6 binie und seppi, 3. Dezember 2014
    binie und seppi

    binie und seppi Stammmitglied

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    Der arme Graue, schlimm wenn Tiere so rumgereicht werden.:traurig:
    Also ganz ehrlich, wenn die jetzigen Besitzer den Vogel sowieso nur ständig hin und her schieben, sollen sie ihn doch gleich ganz abgeben. Wer holt sich denn einen Papagei, wenn man weiß das man beruflich so sehr eingespannt ist und keine Zeit für das Tier hat und ständig neue Pflegestellen suchen muss? Das ist für mich völlig unverständlich!

    Wenn ihr die Möglichkeit habt und ihm/ihr einen passenden Partner besorgen könnt, dann behaltet den Kleinen. Es kommt nicht unbedingt auf die Größe der Wohnung an, sondern das was man daraus macht. Man braucht nicht unbedingt ein separates VZ und eine AV (sicherlich wünschenswert aber es geht auch anders). Man kann auch in einen Wohnzimmer tolle Schaukeln , Spielzeuge und Seile aufhängen und einen Freisitz bauen. Klar, müssen dann so manche Möbelstücke evtl. weichen aber es kommt immer darauf an, auf wieviel man bereit ist zu verzichten um es den Vogel so artgerecht wie möglich zu machen.

    In einen Zoo oder in eine AV-Haltung würde ich ihn jetzt nicht geben. Gerade wenn ein Vogel bisher nur in der Wohnung war, ist das in dieser Jahreszeit nicht anzuraten. Vögel müssen langsam an kalte Außentemperaturen gewöhnt werden.
    Wenn ihr ihn jetzt bis zum Frühjahr behaltet und dann wieder weiterreicht...., also ich könnte das nicht. Dann hat er sich bei euch vielleicht eingelebt und fühlt sich so langsam wohl und Zuhause und dann muss er wieder weg.
    Ich finde wenn dann sollte man gleich einen vernünftigen Platz suchen wo man weiß, dass er nun endlich "angekommen" ist.
     
  8. Tierfreak

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    Hallo Wolfgang,

    herzlich Willkommen hier im Forum :).
    Du hast ja schon einge gute Hinweise und Tipps bekommen :zustimm:.

    Ich würde auch unbedingt raten, nun eine endgültige Lösung möglichst mit Partnertier für den Vogel anzustreben, damit ihm weiteres hin und her nun wirklich erspart bleibt und er endlich zur Ruhe kommen kann.
    Falls ihr selbst die Rahmenbedingungen nicht schaffen könnt, würde ich daher auch keinen Pflegeplatz suchen, sondern ein richtiges Zuhause suchen.
     
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  10. Marion L.

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    Hallo,
    vorerst solltet ihr klären, was diese DAME in 2 Jahren vorhätte? Will sie das Tier wirklich zurück? Redet ihr das liebevoll aus. Macht auf das hochsoziale kleine Tierchen aufmerksam und, dass es KEIN Möbelstück ist. Es sollte klar sein, das Tier kommt nicht wieder zurück. Müßt ihr halt mit Engelszungen reden.
    Vorerst ist das Tier bei euch gut versorgt (besser als je zuvor). Laßt euch Papiere aushändigen, schaut ob es angemeldet ist, laßt euch das Tier auch auf dem Papier übereignen (zur Not bezahlt halt etwas dafür).
    Setzt euch dann in Ruhe hin und überlegt euch die Platz-, Zeit-, Verantwortungsituation. Die Familie komplett muß darüber beraten. Das Tier ist noch jung und wird, mit Glück, sehr alt. Alle müssen sich darüber einig sein. Dann könnt ihr schauen, wie ihr es bei euch umsetzen könntet oder, ob es besser wäre, das Mäuschen in gute Hände zu reichen. Aber, auch ein solcher Platz findet sich nun nicht sofort. Es muß klar sein, welches Geschlecht der Vogel hat und ob er gesund ist.
    Bleibt er bei euch, muß ein Partner her, der eben gegengeschlechtlich ist und von Alter her paßt. Sollte das Tier wirklich erst 1 Jahr alt sein, stellt das in diesem Alter noch kein großes Problem dar, wenngleich Fingerspitzengefühl von Nöten ist.

    Vorerst ist es toll, dass ihr euch kümmert und das Tier zu Ruhe kommen kann. Auch mit wenig Platz kann man wahre Wunder schaffen.
    Da habt ihr jetzt einiges an Verantwortung zu tragen.

    Ich wünsche euch sehr die bestmögliche Variante zu finden.
    MfG
    Marion L.
     
  11. Boracay

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    Hallo Wolfgang,
    und herzlich Willkommen hier im Forum.
    Auch ich bin der Meinung, dass man auch für zwei Graupapageien in eurer Wohnung den Tieren guten Bedingungen schaffen kann.
    Zudem stimme ich meinen Vorschreibern zu, dass für den noch jungen Grauen eine dauerhafte Lösung gefunden werden sollte.
    Falls ihr euch entscheiden solltet den Grauen bei euch zu behalten, dann sollte man dies vertraglich festhalten, auch wenn der Vogel
    "nur" zur Pflege bei euch bleibt, denn was ist z.B. mit den Kosten für einen vogelkundigen Tierarztbesuch, die schon mal sehr schnell höher ausfallen können?
     
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