Graupapageien

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Unregistered

Guest
Hallo zusammen,

ich bin Mitglied eines bundesweiten Natur-und Umweltschutzvereines.Wir hatten am WE eine Diskussion über die Haltung von exotischen Wildtieren. Allgemein sind wir der Meinung das sie wohl nicht mehr zeitgemäß ist und überwiegend aus egoistischen Motiven praktiziert wird. Was Graupapageien angeht so wurde alleine in diesem Jahr eine Fangquote von fast 30000 Tieren freigegeben.
Mich würde es interessieren was eure Meinung dazu ist.Ist die Haltung von Graupapageien eine akzeptable Alternative zum Freileben.Oder ist es besser die Privathaltung von Papageien auf Arten wie Wellensittiche und Nymphensittiche zu beschränken.


Schöne Grüße Renate P.
 
hallo!

klar halte ich vögel aus egoistischen gründen, genau wie es bei jedem hund oder hamster wäre. jetzt wirst du sagen, das sind aber haustiere, keine wildtiere und du hast recht.

aber erklär mir bitte warum man nymphen oder wellis halten darf, aber papageien nicht? sie gehören zur selben familie. ich denke das ist eine prinzipielle frage und auch eine frage der haltungsbedingungen. und leider werden viel zu viele tiere, nicht nur vögel, alles andere als artgerecht gehalten. sicher kann man selbst bei größtem bemühen nicht komplett alles geben was ein vogel von der natur her gewöhnt ist.

ich habe auch darüber nachgedacht, allerdings erst als ich schon vögel hatte. aber sollte ich vielleicht das fenster aufmachen? ich habe deutsche nachzuchten, es dürfte äußerst schwierig werden diese wieder in ihrem heimischen lebensraum auszuwildern. ich bemühe mich das beste für meine vögel zu tun (ich habe 2 wellis, 4 nymphen und 2 blaustirnamazonen) allerdings glaube ich nicht daß ich für sie das beste tue, wenn ich sie freilasse.

was ich allerdings bis auf in ganz eng gefassten ausnahmen rundweg ablehne sind wildfänge. man muß heute wirklich keine wildfänge mehr kaufen, es gibt wirklich genug nachzuchten. ich kenne züchter, denen geht es hauptsächlich darum vögel zu haben, die kein anderer hat, sozusagen als statussymbol. so etwas kann ich nicht nachvollziehen.

wildfänge akzeptiere ich nur wenn es um echte erhaltungszucht geht. ich glaube es war die königsamazone, sie war in ihrem bestand eh schon sehr stark gefährdet (sie ist extrem selten in volierenhaltung, selbst walsrode hat nur ein exemplar) und dann wurde der größte rest der wildlebenden population noch durch einen vulkanausbruch (wenn ich mich recht erinnere) dahin gerafft. in einem solchen fall finde ich die nachzuchtversuche in gefangenschaft gut, wenn es im richtigen rahmen passiert, sprich unter offizieller leitung mit der absicht die vögel wieder auszuwildern.

ich bin dafür den kauf von wildfängen zu untersagen.

das ist meine persönliche meinung.

liebe grüße
kuni
 
Hallöchen!

Ich kann mich hier nur anschließen das Wildfänge in der heutigen Zeit nicht mehr gehandelt werden sollten .
Es gibt gerade bei den Graupapageien eine ganze menge Nachzuchten die sowieso nichts anderes kennen und in der freien Wildbahn kläglich veränden würden.
Allerding finde ich es sehr egoistisch sich ein solches Tier anzuschaffen und nicht die Möglichkeit hat es einigermaßen Artgerecht unterzubringen.
Dazu gehört nunmal das Halten von mindestens 2 jeder Art und eine Behausung wo sie zumindest eine kurze Strecke fliegen können.
Der Idelfall ist natürlich eine dementsprechend große Außenvolier mit Schutzraum.
Zudem bin ich ein Gegner des Flügelstutzen,das für das Tier nur Nachteile mitsich bringt.
Es ist bekannt das der Vogel seine Flügel zum fliegen hat und nur ein flugfähiger Vogel ist ein gesunder Vogel!
Es stärkt die Muskulatur und beugt Lungenerkrankungen vor.
Außerdem steigt die Unfallgefahr enorm da selbst der zahmste Vogel einmal erschreckt und davonfliegen will durch das Flügelstutzen allerdings unsamfte Bekantschaft mit dem Boden macht.
Außerdem kann das Flügelstutzen Rupfen hervorrufen,die Tiere neigen mehr zur Trägheit,Kuzzatmigkeit und Überfettung.
Betrachtet man den Vogel so erkennt man das alles an seinem Körperbau zum fliegen gebaut ist,die sehr leichten Röhrenknochen,Luftsäcke,und schließ endlich die Federn.
Da bin ich der Meinung das man einem sollchen Tier nicht das Berauben darf was ihm Auszeichnet,nämlich das Fliegen.
Ich finde das egoistisch nur weil ich ihn dann mit ins Freie nehmen kan ohne das er abhaut.Außerdem ist es eine Kostenfrage den ein Außenvolier kostet schließlich mehr als das Flügelstutzen .
Ehrlich gesagt finde ich es noch besser das Tier kann fliegen bleibt aber in der Wonung!
Ansonsten bin ich schon der Meinung das es unter idealen Bedingungen vertretbar ist Papageien zu halten.
Denn wenn es ihnen nicht gut gehen würde,würden gerade diese sensiblen Tiere nicht einfach so züchten .
Leider machen sich aber nach wie vor viele Menschen erst Gedanken darüber wenn das Tier Verhaltungsstörungen zeigt oder zu Rupfen beginnt.

Viele Grüße Sandra
 
Hallo Renate,

prinzipiell schließe ich mich Kuni an, denn ich verurteile auch den
Kauf von Wildfängen!!

Leider gibt es auch noch genug Menschen, die sich Papageien anschaffen
um damit in seinem Bekanntenkreis anzugeben.
„ schau mal wie schön der aussieht… schau mal was der alles kann….. wie toll der sprechen kann ….“

Aber zum Glück gibt es auch sehr viele Menschen, die sich mit diesen Exoten auseinandersetzen
sich genau darüber informieren was sie brauchen, wie sie gehalten werden müssen,
was sie für Eigenschaften haben, die nicht immer nur positiv sind und diese dann auch in Kauf nehmen
um ihnen ein schönes Zuhause zu geben.

Ich habe zum Beispiel 4 Graue und 2 Nymphen, wobei ein Grauer wohl auch ein Wildfang ist.
Ich habe ihn "übernommen" und es nicht gewußt aber da er mit 3 weiteren Grauen gehalten wird,
ist er in „diesem Rudel“ recht gut aufgehoben.

Ich denke es ist nicht die Frage : warum kaufen Menschen Wildfänge,
sondern, warum verbieten die Behörden den Import von Wildfängen nicht ????????

Leider sind die Wildfänge immer noch billiger als die Nachzuchten
und da ist es doch kein Wunder, dass es immer noch zu viele Menschen gibt,
die dann lieber einen Wildfang nehmen.

(So ist es doch mit allen Dingen die der Natur besser täten, denke bitte mal
an Recycling Toilettenpapier oder Zewa Rollen,
die sind auch teurer als die herkömmlichen gebleichten Waren)

Da es mittlerweile aber genug Züchter dieser Exoten gibt,
ist es unverständlich, dass der Import noch immer nicht verboten ist !!!
 
Hallo!

Vorab möchte ich anmerken, daß ich gegen die Einfuhr von Wildfängen bin, hier müßte ein Einfuhrverbot her.

Aber man sollte vielleicht etwas differenzieren.
Optimaler Fang und Transport vorausgesetzt, wäre es z.B für einen Rosakakadu besser gefangen zu werden, als von Farmern abgeschossen zu werden, da sie in ihrem Heimatland durchaus als "Schädlinge" gelten.

Jedoch habe auch ich einige Papageienpärchen in Volierenhaltung. Darunter sind auch Wildfänge und ich war mir auch durchaus bewußt, die Vögel als solche gekauft zu haben.

Ich war leider nicht der 1. Besitzer. Sollten sie vielleicht noch einige Stationen weitergereicht werden, nur weil sie Wildfänge sind?

Somit habe ich natürlich dazu beigetragen, daß erneut Vögel gefangen und eingeführt werden.
Das kann ich leider nicht ändern, da es genügend Leute ohne Erfahrung gibt, die mal schnell einen Papagei möchten.
Abstellen könnte man dies wie gesagt, nur durch ein Einfuhrverbot.

Zum anderen Punkt:

Ich glaube irgendwie denkt jeder Papageienhalter etwas egoistisch.

Sicherlich kann man seinen Tieren nie die Freiheit u.s.w. bieten, die sie dort haben.

Aber wollen sie das wirklich?

Könnten sie es uns mitteilen, würden sie vielleicht eine Volieren- bzw. Wohnunghaltung (ausschließen möchte ich mal eine Haltung in "Minikäfigen" bei Leuten, die sich nicht wirklich um die Tiere kümmern) nicht dem Leben in Freiheit vorziehen.
Hier müssen sie täglich ums nackte Überleben kämpfen, sei es bei der Futtersuche oder aus Angst vor Feinden.

Viele dieser Tiere kommen bei Dürreperioden o.a. um, oder werden das Opfer von Räubern.

Wollen sie das wirklich?

Zum letzten Punkt:

Wieso eine Haltung von Wellen- oder Nyphensittichen.
Weil sie mittlerweile so zahlreich gezüchtet werden, daß sie nicht mehr der Natur entnommen werden?
Dies wäre auch bei Grauen und vielen anderen Papageien bereits möglich.

Oder weil sie schon als "Haustiere" angesehen werden?

Aber wird nicht ein Haustier wie Hund, Katze u.s.w. auch aus egoistischen Gründen gehalten?

Die Schlußfolgerung wäre, daß auch deren Haltung verboten werden müßte.
Was nun übrig bliebe, wäre nur noch die Nutztierhaltung.
Und die ist sicher die am wenigsten erstrebenswerte Haltung - zumindest für das Tier.

Denk darüber bitte mal nach.


Viele Grüße
 
Hallo Renate,

Original geschrieben von Unregistered
. Allgemein sind wir der Meinung das sie wohl nicht mehr zeitgemäß [/QUOTE]
War sie etwa schon einmal zeitgemäss?

Original geschrieben von Unregistered
. überwiegend aus egoistischen Motiven praktiziert wird. [/QUOTE]
Sicher ist jeder von uns Egoist, egal ob wir Tiere oder Kinder wollen - es kommt aber auf dem Umgang des eigenen Egoismusses an und vor allem auf den Respekt vor den Tieren.

Original geschrieben von Unregistered
. Was Graupapageien angeht so wurde alleine in diesem Jahr eine Fangquote von fast 30000 Tieren freigegeben.[/QUOTE]

Das Komitee gegen den Vogelmord e.V. hat u.a. auf seiner Seite diverse Berichte über Wildvogelhandel und eine Protestaktion gegen den Wildvogelhandel, welcher per eMail unterstützt werden kann.
http://www.komitee.de/aktionen/wvh/mm/protest/info.html. (ist aber zur Zeit in Bearbeitung).
Ich bin überzeugt, wer es wusste, hat sich an dieser Protestaktion beteiligt.

Original geschrieben von Unregistered
. Ist die Haltung von Graupapageien eine akzeptable Alternative zum Freileben [/QUOTE]

Es kann nie eine Alternative sein - wir alle (denke ich doch) versuchen, die Haltung der in Gefangenschaft geborenen Tiere so gut und artgerecht wie möglich zu gestalten.
Bestimmt würde keiner von uns einen frisch importen Wildfang kaufen, höchsten einen "nicht mehr gewollten" übernehmen - aber der ist ja dann schon da, er würde sich in Freiheit nicht mehr zurechtfinden.

Die hohe Wildfangquote liegt sicherlich nicht an mangelnden deutschen Nachzuchten, sondern an der allgemeinen Geldgier aller daran Beteiligten. Warum sonst lässt man dies zu?
Wie schreibt das Komitee gegen Vogelmord u.a.
"Wo staatliche Naturschutzpolitik versagt, ...."

Falls jemand diese Seiten nicht kennt, hier der Link: http://www.komitee.de/aktionen/wvh/index.html
 
Hallo Renate,

als ich mit der Vogelhaltung begann waren die Vogelliebhaber in ihrem Selbstverständnis auch Naturschützer. Denn das was man kennt schützt man am ehesten.
Leider ist der Naturschutz bei einigen Leuten heute zu einer Ideologie verkommen.
Statt Kooperation wird dann Konfrontation betrieben.Dieses ist für alle Beteiligten nicht besonders hilfreich.

Wer Tiere hält muß sich natürlich mit ihren Bedürfnissen auseinandersetzen.Hier hat sich meiner Meinung aber das Problembewußtsein der Halter in den letzten Jahren erheblich zum Positiven verändert.

Die von dir angesprochende Haltung von WS , Nymphen , ist wohl die alte Diskussion um die sog.Positivlisten .
Hier hat sich gezeigt das viele Vögel (Papageien) die als nicht züchtbar galten,heute problemlos Nachwuchs bekommen.

Ich bin in den letzten Jahren in einigen Länder gewesen in denen Papageien frei leben. In Australien habe ich z.Bsp. tausende WS und andere Sittiche gesehen die in einer Dürreperiode verdurstet waren.

Viele Papageien die in einem engen Verhältnis zu einem Menschen leben leiden darunter nicht unbedingt.Es gibt heute auch schon Autoren die hier positive Aspekte auch bei den Vögeln gefunden haben wollen.
Die natürlichste Art der Haltung wird aber wohl die Vergesellschaftung mit Ihresgleichen sein.

Schöne Grüße Fritz
 
Thema: Graupapageien

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