Halbreife Kirschen verfüttern?

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Sperlizwerge

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Gestern hatten wir einen solchen Sturm, daß viele kleinere Zweige vom Kirschbaum gefetzt wurden. Leider mitsamt den erst halbreifen Kirschen.
Darf man die Früchte dennoch den Sittichen und Papageien geben?
LG GABY
 
probier es einfach
unsere Edlen nehmen auch die grünen Johannisbeeren oder Brombeeren
bei Kirschen interessiert sie meist nur der Kern, den sie aus dem Fruchtfleisch rauspopeln und dann die längste Zeit im Schnabel rumdrehen (wie Kaugummi) :D
 
unsere zerkauen die nicht und Sperlingspapageien werden wohl noch weniger dazu in der Lage sein

klick
 
Ok, das scheint ein bereits lang diskutiertes Thema zu sein :D Danke für den Link.
 
Danke an alle!
Meine Bedenken galten hier den UNREIFEN Früchten. Bis jetzt bekam noch keiner meiner Sittiche und Papageien Unreifes.
Daher die Frage.
 
Hallo @Sperlizwerge, :0-

wenn du deiner Sperlingspapageiendame einen Kirschzweig mit unreifen Kirschen anbieten würdest, wird sie diese voraussichtlich gar nicht anrühren. Die kleinen Papageien sind außerordentlich vorsichtig, was das Fressen von neuen Dingen betrifft. Wenn du Glück hast, wird sie vielleicht die Blätter abknipsen aber auch das wird wohl erst passieren, wenn sie sich sehr sicher und "Zuhause angekommen" fühlt.
Vorsichtshalber würde ich (bei meinen Sperlingspapageien) die halbreifen Kirschen entfernen und ihnen nur den Zweig zum Klettern und Schreddern anbieten. Mir wäre es zu heikel, dass die Kleine eventuell durch die Gerbstoffe und die doch noch schwer verdaulichen Fruchtsäuren Durchfall bekommt. Allerdings würden meine beiden auch erst einmal einen großen Bogen um den "gefährlichen Zweig" machen. :zwinker:

Lieben Gruß
Luzi
 
Das war es, was ich meinte, bzw., was ich wissen wollte, nämlich ob es Erfahrungen darüber gibt, ob unreife Früchte zu Durchfall, Erbrechen o. ä. führen.
Bei Menschen ist das bekannt, aber bei Vögeln weiß ich es nicht.
Hab die Kirschen besser NICHT gegeben! in den Zweigen mit Blättern ist sie aber rumgeturnt.
 

Natürliches Vorkommen​

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/3d/Aprikosenkerne.jpg/250px-Aprikosenkerne.jpgAprikosenkerne
Die Kerne einiger Steinobstfrüchte (Mandel, insbesondere Bittermandel, Aprikose, Pfirsich, Kirsche) und anderer Rosengewächse enthalten geringe Mengen an Blausäure; diese dient teilweise als Fraßschutz der Samen und auch als chemischer Keimungshemmer, indem die Atmung der Samen gehemmt wird. Erst nachdem die Fruchtwand (Endokarp) verrottet ist, kann die Blausäure entweichen und somit der Keimungsprozess einsetzen. Die in den Tropen vielfach als Nahrungsmittel genutzte Knolle des Maniok enthält ebenfalls als cyanogenes Glycosid gebundene Blausäure, die durch die Verarbeitung vor dem Verzehr der Pflanze entfernt wird. Weitere wichtige Nahrungsmittel mit toxikologisch relevanten Blausäuregehalten sind Yamswurzel, Süßkartoffel (gewisse Sorten), Zuckerhirse, Bambus, Leinsamen und Limabohne. Unreife Bambussprossen, die in östlichen Ländern als Delikatesse gelten, enthalten hohe Blausäuregehalte, Vergiftungsfälle sind bekannt. Durch Zubereitung (intensives Kochen) wird die Blausäure von den Glycosiden abgespalten und in die Luft abgegeben.


Cyanogene Giftpflanzen sind unter den höheren Pflanzen weit verbreitet und können bei Verletzung des Pflanzengewebes durch Pflanzenfresser HCN aus cyanogenen Glycosiden mittels des Enzyms Hydroxynitrillyase freisetzen. Einige Beispiele für cyanogene Pflanzen sind der tropische Goldtüpfelfarn (Phlebodium aureum), ein Mitglied der Tüpfelfarngewächse, oder der brasilianische Gummibaum (Hevea brasiliensis). Weißklee enthält das Blausäureglycosid Linamarin, das bei oraler Aufnahme von Pflanzenteilen für kleine Tiere (z. B. Schnecken) besonders giftig ist, da sich hieraus Blausäure abspalten kann. Einer der bekanntesten Stoffe, die Blausäure abspalten und in Kernen einiger Steinobstfrüchte vorkommen, ist Amygdalin.

Quelle

Einen hohen Gehalt an Blausäure hat übrigens Leinsamen allerdings weniger β–Glucosidasen was zu einem geringerem Anstieg im Blut führt.

Besser ist es solche Lebensmittel auf ca 30 °C zu erhitzen, 1/2 Std lang so das sich die Blausäure verflüchtigt. Beim ergiebigen Erhitzen (Kochen, Backen) wird auch die Blausäure von Glycosiden gespalten und verflüchtigt sich.

Um ganz sicher zu gehen sollten solche Lebensmittel vermieden werden, vor allem weil nicht sicher ist wie sie beim Vogelorganismus wirken.

Geröstete, gebackene oder gekochte Pflanzen sind unbedenklich.


off topic
Ich bereite ja für mich immer sardische Amerettis mit Bittermandel. Fertig gebacken dürfen sie auch meine Vögel (Zutaten Süßmandeln, Bittermandel, Eiweiß und Zucker)
 
Thema: Halbreife Kirschen verfüttern?

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