Halsbandsittich ausrotten?

Diskutiere Halsbandsittich ausrotten? im Artenschutz Forum im Bereich Allgemeine Foren; Was hat es denn mit PETA zu tun, dass die einheimische Natur geschützt werden soll? Wenn, dann wäre es ihnen doch vermutlich nur recht? Und die...

  1. Moni

    Moni Foren-Guru

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    Was hat es denn mit PETA zu tun, dass die einheimische Natur geschützt werden soll? Wenn, dann wäre es ihnen doch vermutlich nur recht? Und die wildgewordenen Tierschützer die die Exotenhaltung verbieten wollen, müssten eigentlich auch im Hinterkopf haben, was z.B. in Florida abgeht, wo es zigtausend Pythons gibt...
     
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  3. #342 IvanTheTerrible, 27. März 2012
    IvanTheTerrible

    IvanTheTerrible Guest

    Roland, wenn du genau gelesen hast, wirst du keinen einzigen Satz von mir lesen, der deine Rundumschläge "abschlachten / ausrotten / vernichten", rechtfertigt. Ich habe mich hier an der Diskussion beteiligt und unter anderem von der Differenzierung geredet, aber einen Aufruf in Sachen HBS wirst du nicht finden.
    Allerdings gehören Waschbären, Minke und einige andere nicht in unsere Botanik und sollten tatsächlich ausgerottet werden, vielleicht auch alle fangen und zurück in die Ursprungsländer damit, wenn dir das lieber ist.
    Ivan
     
  4. Moni

    Moni Foren-Guru

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    Wo Ivan gerade den Waschbären erwähnt, wie hätte der (ebenso wie der Halsbandsittich) auf "normalem Wege", also durch Erweiterung des ursprünglichen Habitats nach Deutschland kommen sollen?
     
  5. Andra

    Andra Foren-Guru

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    Sie sind aber doch mal da, lasst sie doch einfach leben! Ohne Asylantrag, ohne Visum und ohne Reisepass, bei dem was sich hier so rumtummelt sind die Halsis weder die Exoten noch die Gefährlichsten Lebewesen in unserem Lande. Es sind wunderschöne Vögel und so wie sich unser Klima immer mehr verändert; wer weiss schon was hier erst in 20-30 Jahren fleucht und kreucht :nene:
     
  6. eric

    eric Guest

    Uebrigens ist der Titel des ganzen Threads eigentlich falsch.
    Selbst wenn der HBS hier (auf welche Art auch immer),verschwinden sollte, wird er desswegen als Art nicht im geringsten ausgerottet.

    Genau so wenig rotte ich die Hausmaus aus, selbst wenn ich mein Haus frei davon halte.

    Die Formulierung zielt einzig darauf ab Emotionen zu wecken, damit möglichst nicht sinnvoll über das Thema diskutiert werden kann.

    Die Frage ist nur: Soll man gegenüber all den eingeschleppten Arten und denen die noch kommen werden, die Augen verschliessen und alles lassen ? Oder soll die Bremse gezogen werden.

    Von Gesetzeswegen wäre es klar nicht gestattet diese Arten hier freizulassen und ein Halter ist eigentlich verantwortlich für seine Tiere.
     
  7. alfriedro

    alfriedro Wildfang

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    Lieber Eric,

    die Bremse bei HBS wird alleine schon dann gezogen, wenn man die Winterfütterung einstellen würde.

    Die entfleuchten Pelztiere aus N-Amerika und Sibirien sind nicht fahrlässig sondern von Tierschützern willkürlich befreit worden. Sie hatten Mitleid mit den Tieren aber nicht mit unseren Ökosystemen. Niemand hat Mitleid mit Ökosystemen. Die Landschaft sähe ganz anders aus, wenn das irgendwer hätte, der an Stellschrauben sitzt. Die Problematik würde sich überhaupt nicht ergeben mit den Neobiota, wären die Biotope intakt.

    Und Eric, Dein Plädojee für die Begrenzung des HBS durch Abschuss ist nur Augenwischerei. Der Sittich fällt nur auf. Der schadet nicht, sondern ärgert nur Kleingärtner. Die Probleme liegen, wie gesagt, ganz woanders. Du unterstellst außerdem, dass ich behaupte, man solle den Dingen ihren Lauf lassen. Dem ist gar nicht so. Genau gelesen ist es einfach so, dass die Tiere sich ausbreiten, wie und warum auch immer, und jetzt sind sie eben da. Alles andere Regelt das Gesetz: Wer absichtlich oder fahrlässig Tiere freisetzt, bekommt es mit dem Tier- und Naturschutzgesetz zu tun. Denn man tut den Tieren keinen Gefallen. Die meisten sterben unter Not. Versehentlich kommen auch Tiere frei. Als Einzelexemplare haben sie nur sehr kurzen Bestand. Der HBS ist mit Hilfe der Menschen eine expansive Art und bald ein Kosmopolit. Man kann mal hinterfragen, ob es nicht dieser recht schlichte Vogel ist, der den Menschen benutzt, wie Sperling, Taube, Star, Ratte ... . Dieser Gedanke findet aber auf einer anderen Ebene statt.

    Und jetzt wieder einmal den Blick auf die heimische Natur. Wie viele Arten sind verschwunden? Wie viele sind gefährdet? Was ist willkürlich und fahrlässig ins Ungleichgewicht geraten? Es gab Zeiten, da haben die Menschen für Vielfalt gesorgt. Das ist gesund. Heute wird gegen Vielfalt angekämpft.

    Da wird gegen Halsbandsittiche polemisiert, sie gehörten hier nicht hin. Sie gehören genausowenig hier hin wie Douglasien und Roteichen, welche forstwirtschaftlich angebaut werden sowie Robinien oder was sonst in Parks angepflanzt wird. Die Goldrute, drüsiges Springkraut, Herkulesstaude, sie alle sind bereits Bestandteil unserer Landschaft. Sie sind wesentlich problematischer als HBS. Nun sind sie da und wir müssen damit leben. Es stellt sich eine neue Ordnung ein, darauf können wir vertrauen. Ob wir die herstellen können, ist höchst fraglich. Die Zeit zurückdrehen geht nicht, nur Schadensbegrenzung, sodass nicht noch mehr entfleucht, was nicht hier hin gehört.

    Der Tierschutzbund will jetzt in Deutschland die Exotenhaltung verbieten. Gut, damit wäre die Gefahr der Freisetzung fremdländischer Arten vermindert. Wenn sie aber aus anderen Europäischen Ländern einwandern, sind sie einheimisch! Nach dem Naturschutzgesetz! Was soll also dieser ganze Unsinn? Im Ausland schert man sich einen Dreck um diese ganze Problematik von Faunen- und Florenverfälschung oder Landschaftsschutz. Genauso wie hier. Was zählt ist, was bringt das ein? Womit kann man Geld verdienen oder sparen? Und: Was bringt Spaß? Das ist das einzige Problem heute. Bei jedem Einzelnen.

    Das Einzige, was helfen würde, ist ein ganzheitliches Naturverständnis. Die erste Aussage in diesem Sinne ist, dass jede Landschaft eine Individualität darstellt. Sie ist in ihren Eigenheiten und Besonderheiten zu schützen. Das versteht keiner. Deswegen werden alle Organismen, die irgendwelches Interesse bei Menschen wecken, auf der ganzen Welt verbreitet. Die Besonderheiten von Landschaften werden verwischt oder eliminiert.

    Dein Beispiel Agakröte: Sie wurde von Unkundigen als Versuch nach Australien gebracht, um einen Schädling in einem dem Land fremden Biotop "Zuckerrohrplantage" zu bekämpfen. Dummer weise können Agakröten nicht klettern und auch nicht in Zuckerrohstängel hinein kriechen. Sie hat aber Hunger und frisst eben alles, was sich bewegt und ins Maul passt. Außerdem hat sie das Glück, giftig zu sein, sodass Australische Regulatoren, wie Schlangen und Krokodile nichts ausrichten können. Beim HBS in Europa ist das anders.
    Dein Beispiel Kaninchen: Es wurde aus Südspanien in Mitteleuropa eingeführt. Alleine hätte es sich nicht nach ME ausbreiten können. Hier stört das die Ökosysteme wenig. In Australien hat man vorher dafür gesorgt, dass es keine Regulatoren gibt. Man hat sie eliminiert! Man hat die Kaninchen rein aus Freude am Ballern ausgesetzt. Jetzt hat man ein Problem. Das versucht man nun mit Füchsen! in den Griff zu bekommen. Die Füchse haben Hunger und fressen alles, was sie ergreifen können. Dummer weise sind die Australischen Beueltiere nicht so gewievt, wie die Kaninchen und sterben sukzessive aus. Du siehst, man hatte bereits die Landschaft geschädigt, und dann hat man völlig kurzsichtig gehandelt.

    So geschieht es weiterhin. Mit Eucalyptus in allerlei Ländern, denen man nicht mehr Herr wird, und und und. Der HBS stellt hier kein Problem dar, dagegen aber auf Mauricius, wo er ein direkter Konkurrent des Echosittichs ist. Dort ist er überflüssiger weise eingebürgert worden.

    Nachdem also schon alles ins Chaos gestürzt ist, kann man zynisch sagen: In einer Mio. Jahren, sofern die Menschheit nicht weiter chaotisiert, stellt sich eine ganz neue Ordnung ein.

    Also, mein ganzes langes Gerede hat zum Ende folgende Aussage: Es gibt Wichtigeres, als Halsbandsittiche abzuschießen! Da kann man leicht mit dem Verbot einer Winterfütterung abhelfen. Umdenken ist angesagt, nicht Symptombehandlung!

    Grüße, Al
     
  8. #347 Sittichfreund, 28. März 2012
    Sittichfreund

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    Puh, hier tanzt der Bär!

    Also Hasen und Kaninchen in einen Topf zu werfen würde sicherlich nicht schaden, denn beide schmecken sehr gut, wenn auch ganz anders, also wäre das eine neue, ganz eigene, Geschmacksrichtung und beide sind Zuwanderer. Wie übrigens alles, was in Mittel- und Nordeuropa lebt - wir ja auch. Vor ein paar (1000) Jahren sah es hier doch aus wie mitten in der Antarktis - da war kein Leben möglich.
     
  9. Moni

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    Das ist aber mit Sicherheit kein Argument...
     
  10. #349 Rud, 28. März 2012
    Zuletzt bearbeitet: 28. März 2012
    Rud

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    Ich kann dem im Prinzip nur zustimmen ... Frage: Er konkurriert in den innerstädtischen
    Bereichen mit wem?

    ... um Bruthöhlen - mit Staren ... andere wohl kaum
    ... um Nahrungressourcen - mit Eichhörnchen, Amseln, Meisen u.a. um das Winterfutter ...

    Seine ökologische Wirkung ist hier bei uns in den innerstädtischen Bereichen gering! Und
    weiter wird er sich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ausbreiten. Allerdings ist ein Nutzen
    dieser Art für mich auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Sollte er sich Bruthöhlen in
    morschem Holz schaffen, wird er sie vermutlich in den Folgejahren selber weiter benutzen.

    Oben wurden Goldrute, drüsiges Springkraut und Herkulesstaude als Neophyten erwähnt, die
    als Bestandteil unserer Landschaft wesentlich problematischer als HBS sind. Ich postuliere:
    Sie bereichern ... DENN sie bieten einer Unzahl von Insekten, einschließlich Käfern,
    reichlich Nektar- und Pollennahrung! Alle drei Arten breiten sich zwar weiträumig, aber
    kaum in geschlossenen Beständen aus ... und die Herkulestaude eigentlich nur an den Stand-
    orten, an denen die Vegetationsdecke durch Baggertätigkeit etc. gestört wurde.

    Anders bei den asiatischen Staudenknöterich-Arten - LINK - die sind ein echtes Problem, sind nur
    erstaunlich-erschreckender Weise immer noch kaum bekannt! Sie kosten Lebensraum, indem
    sie an feuchten und trockenen, nährstoffreichen und mageren, sonnenexponierten und schattigen
    Standorten einheimische Flora verdrängen; selbst Knicks weichen ... !

    Zurück zum HBS ... es gibt - für mich jedenfalls nicht ersichtlich - keinen ökologischer Schaden;
    Anders bei Staudenknöterich, Waschbär und Marderhund!

    Gruß!
     
  11. alfriedro

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    Die Gefährlichkeit des Marderhundes ist noch umstritten, die von Reynutria (Fallopia) japonica inzwischen nicht mehr. Die von mir genannten Arten werden von manchen Organisationen vehement bekämpft. Der Japanknöterich wird mit jeder Autobahnbaustelle weiter verbreitet, weil winzigste Wurzelstücke in der Erde wieder austreiben. Beim Waschbär hat man in gesund strukturierten Wäldern keine wesentlichen Schäden festgestellt. In Siedlungsgebieten profitieren sie jedoch sehr vom Wegwerfverhalten der Menschen.

    Gruß zurück :)
     
  12. Moni

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  13. alfriedro

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    Ach ja, um noch auf den "Nutzen" einzugehen: Halsbandsittiche sind lecker für Nesträuber und Predatoren. Sperber und Habicht, Waldkauz und Baummarder sind dankbar. An Jungvögeln sind auch Krähen und Elstern interessiert.

    Stare sind nicht dankbar, haben aber genügend Ausweichmöglichkeiten. Dankbar dagegen sind Hohltauben. Sie nehmen mit den HBS im Bestand zu. Sie nutzen die Höhlen, wenn die Jungsittiche im Mai - Juni ausgeflogen sind. Siebenschläfer sind dankbar und auch die Marder.

    Nicht dankbar sind Bewohner eines Altenheims, vor dem ein Schlafbaum der Sittiche steht (Köln). Ebenso sind Kleingärtner nicht dankbar, weil die Sittiche Äpfel und anderes Obst annagen. HBS als Ernteschädlinge im Weinbau ist nicht belegt. Dankbar dagegen sind Parkbesucher in den Städten, sie können freifliegende "Nymphensittiche" beobachten. Nicht dankbar sind Hausbesitzer einiger weniger Häuser, an denen Spechte! ein Loch gehämmert haben, in welches sich Halsbandsittiche einnisten.

    Der Abschuss der Halsbandsittiche ist nur nützlich für Leute, die Spaß am Ballern haben und ein Alibi suchen um es zu dürfen. Sie sind dankbar, wenn man ihnen Recht gibt. Dann haben sie Spaß, so wie beim Abballern von Krähen, Spatzen, Tauben etc. Ansonsten gibt es weiterhin nichts mehr hinzuzufügen.

    Danke, Al
     
  14. alfriedro

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    Von wem kommt wohl die Meldung, hmmm? Konkurrenzstarke Raubsäuger sind auch Bär und Wolf. Deren Ausbreitung wird wegen ihrer Schädlichkeit vehement verhindert, und zwar vom selben Verband. Festgestellt hat man nur eine höhere Zahl an Abschüssen. Der Rest ist Behauptung.
     
  15. Raven

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    Ach daher weht der Wind mal wieder 8(
    Wir können natürlich so lange warten, bis wir ein Stadthalsbandsittich-Problem bekommen, und da die armen Dinger Nachkommen von als Haustier gehaltenen Vögeln sind, müssen sie gefüttert werden und man wird für sie Halsbandsittichvolieren bauen, um sie an der weiteren Vermehrung hindern zu können. 0l

    Wenn sich ein paar Halsbandsittiche in irgendwelchen Parkanlagen tummeln, ist das sicherlich nicht weiter schlimm und sogar ganz nett, aber man sollte sie gut beobachten und dafür sorgen, dass die Bestände nicht größer werden.

    Wo sind denn deine Beweise?
     
  16. owl

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    Danke, Al :zustimm:
    Genau so war mein Eindruck von Beginn dieses threads an.

    Genau das tut man doch schon lange. Wenn ich nicht irre, seit Jahren.

    Ein Stadthalsbandsittich-Problem :?

    iss scho klar, ey :D:trost:
     
  17. Andra

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    :zustimm::zustimm::zustimm:
     
  18. alfriedro

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    :0- jou, Dagmar,

    jetzt mal aufgewacht: Seit 40 Jahren, so rund, leben und vermehren sich Halsbandsittiche in Deutschland. Sie werden seeeehhr genau beobachtet und gezählt. Man weiß seeehhr genau die begrenzenden Faktoren, welche ihre Ausbreitung begünstigen oder eindämmen. Günstig sind frostarme Winter. Ebenso günstig ist ein zeitiger Frühlingsbeginn, denn davon hängt die Futterqualität für die Jungenaufzucht ab. Weil das eben nicht immer so ist, ist etwas anderes begrenzend. Sehr abhängig sind die Papageien hierzulande von der Winterfütterung. Ohne diese würden sie mit großer Wahrscheinlichkeit wieder verschwinden. Weil es in den Ortschaften aber so viele Tierfreunde gibt, haben die Sittiche gute Chancen. Ein Stadtsittichproblem haben die Kleingartenbesitzer und sonst niemand - außer vielleicht noch lärmempfindliche Menschen. Man weiß, dass die Populationsdichte nicht weiter zunimmt, nur die flächige Ausbreitung auf benachbarte Ortschaften nehmen zu. Die Papageien sind auf das milde Klima im Rheinland und evtl. noch an der Küste begrenzt, Populationen an anderen Standorten verschwinden immer wieder, ohne Abschuss. :+schimpf

    Man weiß sehr genau das Futterspektrum. Zu 90% sind exotische Pflanzen ihre Nahrungsspender. Gelegentlich sind Samen von Hainbuche, Ahorn und Esche dabei. Diese Nahrungsquellen werden von keiner anderen Tierart hierzulande genutzt, also keine Konkurrenz. Ferner werden Samen von Catalpa, Platanus, Paulownia, Aillanthus, Robinia und Liriodendron genutzt. Ferner Blüten von Aesculus, Crataegus, Campsis ... mehr fällt mir spontan gerade nicht ein, alles Pflanzen ohne jede weitere Nutzung durch andere, die zum größten Teil exotisch sind. Wer oder was hat also jetzt ein Problem? Wo in der fernen Landschaft finden diese Vögel nun diese Pflanzen?

    Weiterhin sind Halsbandsittiche bewohner offener Landschaften mit lockerem Baumbestand. Sie haben eine besondere Affinität zu Platanen und Eschen. Dort halten sie sich bevorzugt auf. Niemals findet man sie in geschlossenen Wäldern und niemals in Gelände ohne Deckung. Wo also finden wir solche Landschaftsformationen? In Parkanlagen und sonst nirgens. Was kümmert es also, wenn sie da so herumsausen und quieken?

    Abschuss? Winterfütterung? Irrationale Aufregung um einen harmlosen Fremdling, sonst nichts. Lass ihn leben, er ist doch ganz putzig. Ich gebe ihnen auch gerne ein Paar von meinen Äpfeln ab. Und von meinen Blüten.
     

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  19. alfriedro

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  21. alfriedro

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    Das genügt für's erste: http://www.diewaschbaerenkommen.de/
     
  22. eric

    eric Guest

    Lasst doch einfach mal die ewigen Unterstellungen mit den Jägern und dem Ballern. Selbst wenn das Mittel der Wahl ein Abschuss werden würde, ist dies in den besagten Städtischen Gebieten so gar nicht gestattet.
    Es gibt auch im ganzen Thread nicht einen einzigen Beitrag, wo ich einen Abschuss als Mittel der Begrenzung dern HBS auch nur erwähnt hätte!

    Und wenn die Vögelchen noch so bunt sind, keine nennenswerte Schäden nachweisbar sind etc. es bleiben zumindest für mich immer abgehauene Exoten. Selbst mit einem auf dem Papier anderen Rechtsstatus.

    Wenn sie sich praktisch selber begrenzen, ok. Eine weiteres Ausbreiten lassen, macht für mich aber keinen Sinn.

    Vielleicht bin ich einfach altmodisch, aber ich seh hierzulande nun einfach lieber z.B. einen Wiedehopf als einen Halsbandsittich.
     
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