Herbstvogelzug und Verschärfung der Stallpflicht

Diskutiere Herbstvogelzug und Verschärfung der Stallpflicht im Vogelgrippe / Geflügelpest Forum im Bereich Allgemeine Foren; Und hier gibt's noch was Neues: http://www.rundschau-online.de:80/html/artikel/1170975676176.shtml Vogelgrippe wahrscheinlich aus Ungarn...

  1. #261 Akkas, 9. Februar 2007
    Zuletzt bearbeitet: 9. Februar 2007
    Akkas

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    Und hier gibt's noch was Neues:
    http://www.rundschau-online.de:80/html/artikel/1170975676176.shtml

    Vogelgrippe wahrscheinlich aus Ungarn
    ERSTELLT 09.02.07, 10:28h


    London - Der Ausbruch der Vogelgrippe in einem britischen Geflügelmastbetrieb ist vermutlich auf den Import von verseuchtem Truthahnfleisch aus Ungarn zurückzuführen. Die britischen Behörden hielten dies inzwischen für sehr wahrscheinlich, berichtete der Sender BBC am Freitag.

    Die Experten vermuten den Angaben zufolge, dass der in dem Betrieb in der ostenglischen Grafschaft Suffolk entdeckte Unterstamm des gefährlichen Vogelgrippevirus H5N1 mit jenem identisch ist, der Ende Januar in einem Betrieb im Südosten Ungarns nachgewiesen wurde. Vor einem eindeutigen Urteil sollen im EU-Referenzlabor in Weybridge bei London noch weitere Tests unternommen werden.

    Die in England betroffene Geflügelfirma Bernard Matthews hatte den Verdacht auf eine Virusquelle in ihrem ungarischen Zweigunternehmen bislang strikt zurückgewiesen. In Ungarn und Großbritannien waren nach den Vogelgrippefällen zehntausende Tiere getötet worden. Nach Angaben der EU-Kommission handelte es sich um die ersten H5N1-Nachweise in der Europäischen Union seit dem Fund eines infizierten Schwans im Dresdner Zoo im August 2006. (dpa)
     
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  3. Akkas

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    und nochwas zum Nachlesen:

    http://www.pressrelations.de:80/new...116&sid=&aktion=jour_pm&quelle=0&profisuche=1

    NABU: Wegen Geflügelpest industrielle Massentierhaltung stärker durchleuchten - Miller: Seuche tritt immer wieder in abgeschotteten Tierfarmen auf

    Berlin - Nachdem in Ungarn und England die gefährlichen Viren vom Typ H5N1 in hermetisch abgeriegelten Geflügelmastbetrieben aufgetaucht sind, hat der NABU an die Öffentlichkeit appelliert, zur ursprünglichen Bezeichnung "Geflügelpest" zurückzukehren. "Der Name "Vogelgrippe" hat massiv dazu beigetragen, die öffentliche Aufmerksamkeit wie auch die Suche nach den Virenträgern in erster Linie auf Zugvögel zu lenken" sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Anstatt unter Hochdruck die potentiellen Ausbreitungs- und Übertragungswege in den Kreisläufen der industriellen Massentierhaltung und der globalen Geflügelzuchtindustrie aufzudecken, halte eine breite Koalition von Interessenvertretern an der bis heute unbewiesenen These fest, infizierte Wildvögel hätten die Nutztiere mit dem Grippevirus angesteckt.

    Ein Jahr nach dem Auftreten der Seuche in Deutschland verdichten sich die Hinweise auf Übertragungswege innerhalb von Geflügelzucht und -handel. Zum Konzern der infizierten Geflügelfarm im englischen Suffolk, wo in 22 Ställen jeweils 7000 Truthähne gemästet wurden, gehört auch die größte Geflügelzucht in Ungarn, Saga Foods. "Es erscheint extrem unwahrscheinlich, dass ein infizierter Wildvogel in die mit höchsten Sicherheitsstandards abgeschotteten Ställe hineingelangen konnte", so Miller. Abgesehen davon gebe es in England bis heute keinen einzigen Nachweis der Viren in der freien Wildbahn.

    Auch die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) sieht in der Übereinstimmung der in Ungarn und England aufgetretenen Virenstämme ein deutliches Signal dafür, dass sich die Seuche durch den Transport von Geflügel oder Geflügelprodukten ausgebreitet habe.

    Angesichts der Erkenntnisse der vergangenen 12 Monate sieht der NABU ein Ende der sogenannten Wildvogel-Hypothese kommen. "Wir haben die Entwicklungen von Anfang an sehr genau verfolgt und kritisch hinterfragt. Nun ist es höchste Zeit, dass auch die verantwortlichen Behörden die Wege und Umwege innerhalb der industriellen Massentierhaltung genauer durchleuchten", so Miller.


    Für Rückfragen:
    Dr. Markus Nipkow, NABU-Vogelschutzexperte, Tel. 0228-4036-155 Im Internet zu finden unter www.NABU.de


    Bonn - Veröffentlicht von pressrelations
     
  4. #263 Vogelklappe, 9. Februar 2007
    Vogelklappe

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    "...ist nach Überzeugung der Behörden auf den Import von verseuchtem Truthahnfleisch aus Ungarn zurückzuführen."
    Ich verstehe nicht, wie ein Infekt von verseuchtem Fleisch an lebende Puten kommt - könnt Ihr mich 'mal von der Leitung holen, auf der ich da stehe ?

    "Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) stufte das Risko für das Einschleppen des Erregers mit dem Personen- und Fahrzeugverkehr aus Großbritannien von „gering“ auf „mäßig“ hoch."
    Echte Experten geben zutreffende Prognosen ab und revidieren nicht mit jedem Einzelereignis ihre Risikoeinschätzung.

    "...und sogar ein nahe gelegener See wurden desinfiziert."
    Wie geht denn das ?

    http://www.handelsblatt.com/news/Te...elgrippe-in-der-tuerkei-kinder-in-klinik.html
     
  5. Munin

    Munin Guest

  6. #265 Gänseerpel, 9. Februar 2007
    Gänseerpel

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    Das sieht schon merkwürdug aus. Vermutlich ist der verarbeitende Betrieb in räumlicher Nähe zur Zucht.

    Diese Risikoabschätzung ist sowieso das Papier nicht wert, auf dem sie steht.
     
  7. Munin

    Munin Guest

    Deswegen schimpft sich die turnusmäßige Kaffeesatzlesung wohl auch Risikoabschätzung. Andere Schreibweise: Risiko ab Schätzung. ;)

    Gruß,
    Werner
     
  8. Gänseerpel

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    Die Schätzung beruht ja auf Schätzungen, die wieder auf Schätzungen beruhen.

    Wie will denn jemand das Risiko der einschleppung durch illegale Geflügeltransporte abschätzen?

    Wenn Zahlen bekannt wären, wären die einfuhren vermutlich nicht mehr illegal oder kein Einfuhren mehr.

    Das ist reine Kaffesatzleserei
     
  9. Munin

    Munin Guest

    Das wollte ich damit zum Ausdruck gebracht haben. Da der Sprung eines hypothetischen Risikos zur realen Gefahr mathematisch / statistisch schlichtweg nicht zu prognostizieren ist, bleibt reine Spekulation. Eben Kaffeesatzleserei. Salopp formuliert: "Könnte gut gehen, wird vielleicht gut gehen, wird wahrscheinlich gut gehen" ist immer eine höchst brisante Abwägung welche auch immer im Kontext des jeweils zu erwartenden Schadenpotentials zu bewerten ist. Eine solche Kalkulation ist selbst auf Basis fundierter Daten und Erkenntnisse nicht leicht zu erstellen (Beispiel: Castor Transporte, da sind die Spezifikationen des Behälters, des Inhaltes, der Transportlogistik detailliert bekannt und festgelegt. Dennoch: Auch ein Restrisiko bedarf einer Entscheidung welche u.U. enorme Konsequenzen nach sich zieht). Übertragen auf die "Vogelgrippe-Thematik" bedeutet dies z.B.:

    - Pathogenese: Bekannt (seit Strain A/chicken/Scotland/59)

    - Mutagenese (historie): Bekannt

    - Mutagenese (prognose): Kaffeesatz

    - Vektoren (mögliche): Bekannt

    - Vektoren (tatsächliche): Kaffeesatz

    Da "Risikoabschätzung" = "Prognose", ist in diesem Fall auch alles jenseits der Überlegungen bekannter Vektoren (eben auch bzw. zuvorderst durch Geflügeltransporte) liegende reine Spekulation.

    Dass aber in dieser Hinsicht keine Konsequenzen gezogen werden, bzw. dass die Medien ein ziemlich verzerrtes Bild der Realität wiedergeben ist m.E. einzig durch lobbyistische Aktivitäten im Hintergrund zu erklären. Spätestens nach erscheinen der Studie “Generation of a highly pathogenic avian influenza A virus from an avirulent field isolate by passaging in chickens” (Journal of Virology 75(9):4439-43.) hätten die Produktionsmethoden der Geflügelindustrie insgesamt einer eingehenden Prüfung bezüglich der damit verbundenen Risiken unterzogen werden müssen.

    Wenn man sich einmal dieses Video anschaut:

    http://www.youtube.com/watch?v=1LIUlIaIC2c

    Da sind schon einige bemerkenswerte Details sichtbar, etwa den Transport der gekeulten Vögel mittels Radlader unter freiem Himmel (bei 1:48 ), und die verwendeten LKW standen während des Ladevorgangs ebenfalls geöffnet "in der Sonne). Des Weiteren handelt es sich bei den gezeigten Kippaufliegern keinesfalls um hermetisch versiegelbare Fahrzeuge. Dieser Typ "Kippsattelauflieger" wird i.d.R. zum Transport von Feinkohlestaub etc. eingesetzt. Die Rollplane der Auflieger bietet in geschlossenem Zustand lediglich rudimentären Schutz vor Staubbelastungen der Umgebung während der Fahrt. Für den Transport potentiell gefährlicher Güter sind solche Fahrzeuge absolut untauglich.

    Auch interessante Details enthalten:
    http://www.youtube.com/watch?v=in6ep6I9OSg

    Es würde mich also keinesweg wundern wenn demnächst - oh Wunder - auch ein paar positiv beprobte Wildvögel auftauchen.

    Gruß,
    Werner

    PS: Ich werde hier zwar weiterhin mitlesen, mich aber auf Grund nach wie vor bestehender Differenzen mit der hiesigen Administratur weiterer Äußerungen enthalten. Aktuell schien mir ein kurzer Bruch mit meinem Vorsatz indiziert, da die Neuigkeiten in Bezug auf Bernard Matthews schon wesentlich sind.
     
  10. Gänseerpel

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    Obwohl die zitierte Arbeit nicht ganz schlüssig ist, kann über die Mutationsfähigkeit von RNA Viren im allgemeinen und Influenzaviren im besonderen gar kein Zweifel bestehen. Sogar das Anzüchtmedium spielt eine Rolle: Säugerzellen wie MCDK begünstigen bereits nach wenigen Passagen eine Säugeradaptation, während Vogelzellen wie CEC rasch eine höhere Pathogenität in Hühnern ermöglichen (von ein und demselben Stamm ausgehend) Siehe auch: Generation of seal influenza virus variants pathogenic for chickens, because of hemagglutinin cleavage site changes.

    Die EU hat hierauf reagiert und in den Richtlinien ein energischeres Vorgehen bei Auftreten von LPAI Infektionen festgeschrieben. Das Problem ist aber, dass diese oft nicht rechtzeitig oder gar nicht erkannt werden.

    Letztlich stellt ein Betrieb mit hohen Bestandszahlen das eigentliche risiko dar, da eine Epidemie eine extreme Anzahl an Mutationsprozessen nach sich zieht und gerade in einem solchen Szenario die oben beschriebenen Prozesse ablaufen können.
     
  11. Vogelklappe

    Vogelklappe Foren-Guru

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    Das ist bekanntermaßen bei jeder Seuche der Fall. Und genau dort will man aber aus wirtschaftlichen Gründen die Konsequenzen nicht ziehen. Bis es sich als gewaltige Milchmädchenrechnung herausstellt, weil einen das bis dahin "geringe" Risiko plötzlich zu 100 % trifft.

    Mir scheint das nicht so, daß alle denkbaren Vektoren bekannt, geschweige denn untersucht sind. Sie müssen weder zwangsläufig zweibeinig sein noch Federn haben. Einigen wir uns darauf, daß bestimmte Kaffee(satz)sorten noch gar nicht konktret in Betracht gezogen wurden ?
     
  12. Munin

    Munin Guest

    Ich diskutiere das eben noch zuende.

    Exakt. Wogegen man sich besser hätte absichern sollen weiß man dann, wenns passiert ist.

    Das meinte ich auch nämlich ganz im umgekehrten Sinne, nämlich dass - wenn man sich von der Vorstellung "Vektor" = "Wirt" einmal frei macht - so ziemlich alles als Vektor in Betracht zu ziehen ist, was kontaminiertes Material zu transportieren imstande ist.

    Das ist nun einmal zuvorderst weniger bei jener Spezies mit zwei Beinen und Federn der Fall, als denn - durch sein ständiges Unterfangen, andauernd im großen Stil allen erdenklichen Krempel kreuz- und quer über den Globus zu transportieren - viel mehr bei jener Spezies mit zwei Beinen und moderatem Haarwuchs.

    Um festzustellen in welchem Ausmaß das Virus ansonsten noch in der Natur endemisch ist, müsste man Screenings in großem Umfang durchführen (hierbei aber vorsicht in Bezug auf die statistische Falle der "false-positives", d.h. es müssten zunächst mal sichere bzw. hinreichend exakte Testverfahren her). So wie das bisher angegangen wurde (mit Scheuklappen bzw. gar auf beiden Augen blind halbherzig 'drauflostesten und hochrechnen) wird das jedenfalls nix.

    Kostet natürlich dann auch jede Menge Geld, aber einen gut Teil hätte man bereits beisammen, wenn man sich den blinden Aktionismus in 2005 und 2006 geschenkt hätte. Wenn man sich anschaut was da an idiotischen Aktionen gefahren wurde kann man sich wirklich nur an den Kopf fassen. Erinnert sei nur an Jäger mit dem Auftrag Vögel aus der Luft zu schießen um zu schauen ob sie auch gesund waren (http://www.welt.de/data/2005/10/14/788456.html.
    Die Liste des Unfugs ließe sich endlos fortsetzen, auch das derzeitige Projekt "Konstanze" am Bodensee kann m.E. selbst bei wohlwollender Betrachtung bestenfalls als "Fragwürdig" bezeichnet werden. Für mich haben die dortigen "Wächter-Enten" schon was von ehemals im Bergbau eingestzter "Grubenvögel" (wenn sie tot von der Stange fielen war das Grubenklima wohl ungesund..).

    @Gänseerpel:
    Besten Dank für den ergänzenden Link!

    Gruß,
    Werner
     
  13. Gänseerpel

    Gänseerpel Foren-Guru

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    Das eine Infektionskrankheit dann besonders gefährlich ist, wenn viele Wirtsindividuen zusammenkommen, ist eine Binsenweisheit, die keiner Erläuterung bedarf.

    Die Besonderheit bei der AI in Geflügelbetrieben ist, dass es

    a) zu einem Wirtswechsel kommt, was für sich genommen schon ein Faktor ist, der zu genetischer Instabilität bei den Viren mit potentieller Selektion neuer Mutanten führt.

    b) die Gefahr der Bildung, und v.a. aber der Selektion neuer Mutantern u.a. proportional zur Zahl infizierter Individuen ist. Somit ist in Grossbetrieben mit der hohen Anzahl potentiell infizierter Tiere statistisch die Gefahr der Formation neuer, gefährlicher Mutanten grösser.

    Das ist eine Definitionsfrage. Die Virusübertragung über unbelebte Materie (Wasser, Luft, Futter, Gegenstände aller Art, aber auch Tiere und Pflanzen, ist - wenn auch sehr unvollständig - untersucht (sog. fomites). Da sich die Viren außerhalb eines Wirtsorganismus nicht vermehrern, spielt hier die Überlebenszeit /Dauer der Infektionsfähigkeit (Tenazität) die Hauptrolle. Zur Annahme eines eigenen Erregerreservoirs reicht dies jedoch kaum aus, da es nur in bestimmten Medien und niedrigen Temperaturen und feuchtem Milieu zu langen Virusüberlebenszeiten kommt.
     
  14. Munin

    Munin Guest

    Einerseits. Andererseits kommen entscheidende Faktoren bei der sog. "Intensivhaltung" hinzu. Die extrem hohen Besatzdichten in der industrialisierten Massentierhaltung, in Verbindung mit der durch Platzmangel und Stress bei den Tieren verursachten Immuninsuffizienz bieten nun einmal Viren ideale Bedingungen zu Mutation. Hinzu kommen die in den fußballfeldgroßen Hallen herrschenden hygienischen Bedingungen, welche bei näherer Betrachtung doch frappierende Ähnlichkeit mit den in menschlichen Elendsvierteln herrschenden Bedingungen aufweisen. Unter solchen Haltungsbedingungen ist die Entstehung hoch pathogener (auch "pandemischer") "Superviren" also nicht nur möglich, sondern vielmehr schlicht eine Frage der Zeit. Warum dabei entgegen jeder Logik die Freilandhaltungen im Visier der Medien stehen, ist m.E. einzig durch "Interessenlagen" und "Lobbyismus" zu erklären.

    Man muss ja auch einmal schauen, was denn da für Lebewesen in den Intensivhaltungen überhaupt gehalten werden: Erstens bereits durch züchterische Selektion systematisch "leistungssteigernd" degeneriert, zweitens obendrein jahrzehntelange Applikation (mutagener) antibiotischer Leistungssteigerer, drittens durch die bereits angesprochenen hygienischen Bedingungen (Kotstaub, Ammoniak) kommt es bei vielen Tieren zu einem chronisch gereizten Respirationstrakt etc. pp. . Es gehört m.E. bei unter solchen Bedingungen gehaltenen Tieren schon eine gehörige Portion Naivität dazu zu glauben ein Virus schlüge in einen solchen Betrieb nicht ein wie eine Atombombe im Hühnerstall.


    Natürlich. So weit, ein eigenes Erregerreservoir zu unterstellen, will ich auch gar nicht gehen. Es genügt mir die Feststellung einer Korrelation natürlicher Reservoire und (ich nenn's mal so..) "Humanvektoren". Beziehungsweise muss man Tenazität schon auch im Kontext des schnellsten verfügbaren menschlichen Transportmittels sehen (schlimmstenfalls).. ;)

    Gruß,
    Werner
     
  15. Akkas

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    Was alles so umherzieht...

    Hab das grad mal aus einem anderen Forum rüberkopiert:

    Da fehlen einem doch die Worte. 8o
     
  16. Vogelklappe

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    "Late last week BM admitted to The Sunday Times that Gallfood was the source of some 20 tons of turkey meat which had been sent to its Suffolk plant just before the outbreak of H5N1."
    http://www.timesonline.co.uk/tol/news/uk/health/article1364855.ece

    Fragt sich nur, warum man das getötete britische Geflügel eigentlich entsorgt, wenn der Verbraucher es doch durchgaren kann ?

    "Environment secretary says blocking turkey meat from flu-hit region would have penalised poultry farmers"
    http://www.timesonline.co.uk/tol/news/

    Die Wahrheit kommt scheibchenweise, aber wenigstens ließen die britischen Ornithologen nicht vor diesen Karren spannen.
     
  17. Akkas

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    Es wird noch interessanter:
    http://observer.guardian.co.uk/uk_news/story/0,,2010563,00.html

    Man fragt sich da eigentlich, was in Deutschland so alles unter den Teppich gekehrt werden konnte ...
    Bis nach England reichen die Lobbyistenarme vielleicht doch nicht, und jetzt kann man nicht verhindern, daß die wahren Verbreitungswege Stück für Stück ans Licht kommen ?
     
  18. Munin

    Munin Guest

    Sehe ich genau so. England gibt eine hervorragende Fallstudie ab, deren Relevanz für Deutschland noch gar nicht abzusehen ist. Es ergeben sich quasi am laufenden Band Aspekte, welche man - durchaus auch rückwirkend - auf die bisherigen Geschehnisse in D zu übertragen versuchen sollte. Ich für meinen Teil sichte schon fleißigst mein Archiv.

    Gruß,
    Werner
     
  19. Akkas

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    Ich sehe schon die nächste Eilverordnung zur Aufstallung vor mir...
    Man muß schließlich das Nutzgeflügel vor frei umherfahrenden Transport-LKW und Abfallprodukten der Massentierhalter schützen. :+klugsche
    Das ist selbstverständlich nicht Sache der Verursacher des Problems , sondern der unbeteiligten Freilandhalter. Das sind wir ja nun schon gewohnt.
    Ob ich wohl eine Sondergenehmigung bekomme, wenn ich die Straße, die an meinem Hof vorbeiführt, mit einem engmaschigen Netz gegen das Eindringen von LKW ( man weiß ja nie, wer da infiziert ist ;) ) absichere?:idee:
    Übertragen häufiger mal Großbetriebe besichtigende Landwirtschaftsminister, die zudem noch regelmäßig Kontakt mit Geflügellobbyisten haben, in möglicherweise bei uns vorbeifahrenden Kraftfahrzeugen auch H5N1 ?
    Wenn ja, wie kann man sich vor ihnen in Sicherheit bringen 8o ?
    Reicht es, wenn ich bei Sichtkontakt einen Seuchenschutzanzug trage?
    Fragen über Fragen...:S
    Ich glaub, man sollte mal das Orakel,ähm, FLI, an die Wahrsagekugel bitten.
    Wobei man mehr als eine wissenschaftlich fundierte Aussage wie:
    "Die bösen Möwen müssen nach erfolgreicher Verkleinerung auf Atomgröße unbemerkt durch die Lüftungsgitter der Putenmastanlage eingedrungen sein, nachdem sie 14 Tage Urlaub als Zugvogel in Ungarn gemacht haben, und konnten somit in kürzester Zeit den gesamten Bestand mit H5N1 infizieren. Das Fleisch der erkrankten Tiere muß unbedenklich sein, denn es ist immer mal wieder welches im Handel ( merkt ja kein Trottel, und niemand führt zuhause eine Privat-PCR durch...) . Tests am lebenden Verbraucher lassen da eindeutige Rückschlüsse zu. Dies können wir als Seuchenforscher vom FLI mit an Sicherheit grenzender Unwahrscheinlichkeit vermuten."
    nicht erwarten sollte. :~
     
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  21. Munin

    Munin Guest

    Update

    Soeben in der Budapester Zeitung gefunden:

    Vielleicht arbeitet Saeed Al-Sahaf auch für die ungarische Gelügelindustrie (siehe voriges Posting)?

    Bemerkenswert ist das schon. Nicht nur dass ein Virus zu einem Bakterium mutiert ("Bakterienstamm") - dem Pfeifferschen Bazillus wahrscheinlich -, nein, da wird gleich jede Verbindung von Ungarn nach GB geleugnet.

    Da haben wohl einige Lobbyisten mal kräftig mit der Faust auf den Tisch gehauen (bzw. den Journalisten klar gemacht wer da nun eigentlich das Sagen hat..) wie es scheint.

    Diese Realsatire nimmt immer groteskere Formen an.

    Verwundert aber keineswegs überrascht,
    Werner
     
  22. aday

    aday Foren-Guru

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    Keine Verbindung zu britischer Vogelgrippe

    http://www.budapester.hu/?do=article&id=2366&issue=130
     
Thema: Herbstvogelzug und Verschärfung der Stallpflicht
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